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Full text of "Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch"

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ORIECHISOH-LATEINISCIIES 



ETYMOLOGIjSCHEÖ 



WÖRTERBUCH. 



ZWEITER BAND. 



B. 

ba Interjection. 

ßa bah! ßaßal bah! potz! (Interj. der Verwundenmg) ; auch 
doppelt: ßaßal ßaßal; ßaßaia^ id. 

ba (Interj. des Spottes) bah! (Asper jun. p. 1736 P.). 
F. W. 475. 



Skr. bad (vä^ Vop.) baden. — (PW. V. 61.) 
ßaX. — ßaXa-v-€u-c m. Bader, ßalaviV'W Bader sein, ßaXavsv- 
t-txo-g zum B. geh., Bade-, ßaXavBv-zi^g (ßaXaviiTtig Lex.) m. = 
ßaXavevg (Chrysost.), fem. ßaXavev-xg-uc (Liban.), ßaXav-laaa (Ep. 
ad. 64); ßaXavtifyio-v n. Bad, Badstube. 

Lehnwort: bäli-n-eae, hal-n-eac t, Dem. 6aZw€o-7aß( August.); 
hali-n-eu-m^ bal-n-cu-m n. id. (= ßaXavetov)^ Dem. halneo-lu-m 
*n.; balne-äri'S, -äriu-s = ßaXavevxiKog {balneäria n. PI. Bade- 
gerftthe); (^halnea-re) halncÖ-tor m. = ßaXavzvg^ bftlneätar'iU'S n. 
«=a b(ünearl% balneatdr-m-m n. = ßaXavHov\ babieä-tt-cum n. Bade- 
geld; balnca-ir-ix f. = ßaXavevxQia, 

B. Gl. 264 a. — Die Formen des latein. Wortes 8. Corssen II. 26G. 
847**. — Wohl unrichtig Bickell KZ. XIV. 429: yfiäd, ursprflnglichere 
Nebenform vad [die das PW. in die Klammer setzt] =» ara-sad, va-sadt 
va-nd, rä'd; die Bed. stimmt aufs schönste überein, denn auch ava-sad 
bedeutet untersinken, untergehen, eintauchen*^ Gegen diese Pottasche 
Theorie vgl. C. E. 34 ff. und G. Meyer s. v. pasJca, pag. ö32. — Uebri- 
gens hält der Verf, Bopp's Deutung für unsicher; eine andere wurde 
aber nicht gefunden. 



« 

babka Beere. 

bftca^ bacca f. Beere, beerenartige, glatte und runde Baum- 
frncht, (uneigentl.) jede ähnl. Bildung, Perle; bac-äÜ-s beerenreich. 
Beeren-; bac-ä-tu-s mit Perlen besetzt; bac-äli-a f. eine beerenreiche 
Lorbeerart; bacAna f. Bilsenkraut (nach dem beercnilhnl. Samen). 

F. Spr. 343. — Pauli KZ. XVIII. 14 f. — B. Gl. 267b: per assimi- 
laiumem e bacsa. — Corssen B. 26: "* bag-ca, bhag zutheilen; id. N. 
68: pak maturcscere (pac-ca, bac-ca, vgl. pa, bibcrc) — ■ die reifende Beert». 
LetsEtere Deutung findet Schweizer- Siel 1er KZ. XVII. 305 „unsicher*', 
Pauli 1. c. „bedenklich". — Von bhaksh essen leiten das Wort ab: 



- 561 - 

Benarj Lantl. 172; Benfey gr. WzUex. pg. 522; Kuhn KZ. V. 72; L. Meyer 
KZ. VI. 221. — [Wohl unrichtig f denn ursprüngl. bh wird anlautend zu 
f im Latein.] 



BAR tönen. 

I) barO. 

bar, bra quaken. — (ßag + ^X^^ Demiuutivsuffix) ßag-ano-g 
(vgl. ^kaxo-g)' ßdzgaxog (Hes.); Nominalst. ß^a-xQü, ßQu-xQ-axo 
(^ilavon bald das q der Stammsylbe, bald des Suffixes ausgestössen) : 
ßga-t-axo-g , ßoQ-t-axo-g^ ß^-t-iXO-g (Hesych.; welcher Dialekt?), 
ßQO't-axo-g (ion., kret., E. M. 214. 44), ßvQ-^-^txo-g (lesb., Hes.), 
ßd-Tp-axo-c (episch, attisch), ßo-rg-axo-g (Hippokr.), ßd-^g-ano-g 
(ion. und später vulgär [mittel- und neugriech. ßa-^Q-aKo-g^ ßo-qö- 
aKo-g^ ßo-QÖ-atuc-g'^ ßo-^-axd-g^ a-ßo-QÖ-aTio-g^ vgl. Hes. I. p. 38 G 
M. Schmidt]) m. Frosch*); ein Fisch, M'eerfrosch; eine Zungen- 
krankheit (Medic); der hohle Theil am Pferdehuf (Geopon.); Demin. 
ßoTQaX'iSiO'V n.; ßcczQccx-to-v n. Froschkraut, ranunctdus; ßaxQax' 
Ho-g zum Frosch geh. (t6 j3., erg. ^^cofux, Froschgrün); ßaiQax-l-g 
(Id'Og) f. froschgrünes Kleid, ßccxQaxlrri-g Xl&og ein froschgrüner 
Stein (Plin. 37. 10), ßccvQaxiovv n. ein Gerichtshof in Athen (von 
der Farbe, vielleicht der Thürriegel, Paus. 1. 28. 8), ßcexQax-itoi 
sich wie ein Frosch benehmen, strecken (Sp.). — (ßQa-r-ayj ßQu- 
t-ay-etv) i-ßgcttayti-aBv' itlfofptiöev (Hes.). 

bar -|- bar: rauh, undeutlich tönen, sich vernehmen lassen, 
stammeln. — ßdp-ßap-o-c rauhstimmig, undeutlich, fremdartig 
redend^) (vgl. Ndazrig av KccQfav fiyi^aaro ßaqßaQoq>6vuiv IL 2. 867; 
sonst nicht bei Homer); später: ungriechisch, ausländisch, fremd; 
seit den Perserkriegen mit gehässiger Nebenbedeutung; endlich nur 
von den germanischen Stämmen und den Völkern jenseits des 
Euphrat gebraucht; übertragen: dem griechischen Wesen fremd = 
roh, ungebildet, sklavisch (vgl. av^Qtanog ifAa^g oxnoal wxl ßccQ- 
ßuQog Arist. Nub. 492); ßaQßaQ-ix6-g ausländisch, ungriechisch (ro 
ß. die Barbaren, Xen. An. das Perserheer), roh (Sp.); ßaQßaQo-tti-g 
{trit-og) f. Barbarei (Sp.), ßaQßaQo-a zum B. machen. Med. zum 
B. werden, verwildem (dagegen: xXdiovtag otaxQip xal ßeßaQßaQG}- 
(livG) wirres Geschrei, Soph. Ant. 1002); ßocQßaQ-lifa {ßsQßsQlio) 
E. M.) wie ein Ausländer sich betragen, reden, es mit den B. 
halten, ßaQßaQi-a-fio-g m. das Keden einer fremden Sprache, das 
R. nach Art eines Fremden, daher: Sprachfehler, fehlerhafter Aus- 
druck, ßa^ßagi-a-rl Adv. barbarisch, ßaQßaQ'cidrjg id. — Anderes 
Getön: ßop-ßop-utn f., -ufMÖ-c m., das Knurren, Kullern im 
Bauche (notog tig t^x^S^ ^^ ^^^ xo^o^/i^v xaXovaiv Hes.); ßoQ- 
ßo^-t(o' ßofißvXidia) (Hes.). — ßXa-ßvQ-Uc-p' ünaioXoylav (Hes.) = 
das unüberlegte Schwatzen. 

bar 4" b[arj. — ßdp-ß-iTO-c f. {-ixo-v n.), ein lyraähnliches, 

V a n i d e k , etTm. Wörterbuch. 3G 



— 562 — 

vielsaitiges Saiteninstniment [Fremdwort?], ßaQßit'(i<o auf der B. 
spielen (Ar. ap. Poll. 5. 63), ßagfiir-i-atr^-g m. Barbitosspieler (Scbol. 
Ar. Eqn. 519). 

ba[rj + bar. — ßa-ßvQ-ta-g' TtaQcifiCDQog (Heß.). — ßd- 
ßaX'O-V XQocvyaaov. AatKoveg (Heß.). • 

ba|r] + b[flrrl. — ßa-ß-d^eiv' xo ferg. fi^] öiriQ^Q(0(iiva Xi- 
yuv. ivioi 6h ßoav (Heß.). — ßd-ß-a-x-a' rov ydXXov (Hos.). — ßd- 
ß-a-X'Oi' vno ^HXeloDv timyegj vnb IIovTiTifav öh ßdtgaxoi (Heß.). — 
ßd-ß'Ct-^ (Archil. fr. 33. B.)* (ucraiog. XdXog. (pXvagog (Hes.). — 
ßu-ß'd'X-xti'g' oQ-piCxiig, vfivaöog, (lavladrig. xQdcvyaaog (Hes.). — 
ßa-ß-d-iar !.QX}]acia&ai (Heß.). — ßaß-Cio)^ -vfw (Sp.). = ßaßd^u). 

— Baß ci ein Kindergeßpenßt^). 

ba-ni + bar. — ßa-fi-ßdX-siv (-/5aAav)' xgifuiv, 'tlfofpstv xotg 
XilXiCi (Hes.); ßa-fi-ßaX^v^n' xgifisi, xovg oöovxag CvyngovBi, ^lyoi 
aq>66Qa (Heß.). — ßo-)Li-ßuX-r| f. a) eine Bienenart; 1)) ein en<,'- 
halsigeß GefSßß, daß beim Außgießßen einen gluckßenden Ton von 
ßicb giel>t (Schol. Ap. Rb. 2. 569); ßofißvX-l-g (lö-og) f. id.; ßo-M- 
ßuX-iö-c m. ein ßummendeß Insect, Hummel; = ßo^ßvXri b); j3o-|u- 
ßyX'idlan daß Knurren im Bauche (Arißt. ProbL 27. 11). 

ba-m + b|ar].' — ßa-|Li-ß-aivui (ßaußalvav II. 10. 375 
ßtammelndy zähneklappernd): xgifuiv [xolg noclvj ifl xovg oSovxceg 
Heß. (ovx iyxtixai x6 ßaCvstv Schol. ad IL 1. c); /5of-fi-j3-a-x-i;fa> = 
ßafißalvai (Hippon. fr. 17. B.). — ß^-|Li-ß-iE (tx-og) m. Kreisel, 
Wirbel, Strudel; ein Inßect = xev^Qtiödvj von ßeincm Schwirren 
BO genannt (Nie. AI. 183)*^), ßifißiX'ida) ßich wie ein Kreißel drehen 
(Arißt. Av. 1465), ßsfißix-iia wie einen Kreißel 3rehen (id. Vesp. 
1517); ßifiß-löiO'V' Ix^^^ov Xtitiov (Heß.). — ß6-|Li-ß-o-C m. tiefer, 
dumpfer Ton, Geräusch (vom Gesang der MeXitofiivri^ Agatb. 5. 
222), ßofiß-tx6-g ßummend (Schol. Pind.); ßofißi-m (ßofißdia Suid.) 
tief, dumpf tönen, dröhnen; ßummen, erklingen (vom Donner, 
Nonnuß Dion I. 301), ßofißti-dov Adv. summend; ßo^ß^i-xr^-g^ ßf^C^ßU' 
X'i7i6-g (Eußt.), ßofißi^'H-g^ ßofAß-ddrjg *= ßofißtxog; brausend; ßofißi^- 
Ci-g f. das Summen, der Schwärm (LXX). — ßö-jn-ß-uE (yx-og) 
m. eine Art Flöte; Luftröhre der Vögel (Arist); ßoußvx-ia n. PI. 
summende Insecten. — Onomatop. Lautwort: ßofißd^^ ßofißaXo- 
ßotißd^ (Arißt. Thesm. 45. 48 B.). 

n) bar-gh***). — Skr. harh {vnrh, vrh) harrire ßchreien (vom 
Elephanten) (PW. V. 27). 

(ßag-x) ßpoX- <^P«» ^wr -Ä.or. f-ßpax-€, ßpdx-€ krachen, knarren, 
raßßeln, prasseln, dröhnen (;|^ailxo^, rcv^rea, a|6)i', ^eO^or, %0(or; 
ausserdem vom Gebrüll deß verwundeten Ares 11. 5. 859. 863; 
vom Schmerzensßchrei des ßchwer verwundeten Pferdeß II. 16. 468). 

— (ßaQx^ ßv(fXi ß'vQx) ßP^X* ßpüx-6-o-|Liai (ßQvX'Ccvd'O'fuci Nie. AI. 
221) brüllen, heulen, t^sen (Hom. nur Perf. mit PrIIsenßbed. ßi- 
ßifvxe% Part, ße-ß^vx-fig und einmal Plus<|uami>erf. iße-ß^X'^^)'^ 



— 563 — 

ßQvxfi't'iTiO'-g brüllend (Sp.), ßQv%ri-ri]'g m. Brtiller (von Löwen 
Paul. Sil. 47), ß^t)%ri-ö6v heulend, brüllend; ßQvxrj-^'fio-g m., ßQvx^]- 
(ia(T) n. Geheul, Gebrüll. — ßgovi-ero-g' ßatgaiov öi KwiQioi (Hes.). 
(ßXttx) ßXnx')- ß^nX-n f- ^as Blöken (Hom. nur olciv Od. 12. 
206), Kindergeschrei (Trag.), ßkrix^-o-fiai blöken (ßkexoivro Theokr. 
16. 92), ßXfixti'to-g^ /3Ai^3jiyT-iÄO-^ blökend; /3Aiy)fiy-^-fio-^ m., ßkt'ixV' 
fMx(x) n. = ßktixV'* ß^VX'^'S (piö-og) = ßXfix^^'tog (Opp. K. 1. 145); 
ßXflX'(iiS''fig id.; übertr. schafig, dumm (Babr. 93. 5). • 

I) bar^). 

bar, bra'). -- {*bäl'ti-s blökend) bälä-re blöken, mökern 
(unvemünftig sprechen Arnob. 3. pag. 122), haJä-hhs (tüs) m. das 
Bl. , M.; bälä'tr-ö(n) m. Schwätzer, Possenreisser. — {*hla-ti) 
hlä-il-re plappern, schwatzen, schwäbeln; (^hla-te-ro) hlfiterä-re = 
hlafire, vom Schreien der Frösche (Sidon. ep. 2. 2), blaterä-tu-s 
(tüs) m. Geschwätz (canini Marc. Cap. 9), blater'ö(n) m. Schwätzer 
(Gell. 1. 15). 

bar 4" bar. — Bdi-Vü-iu-s^ Bal-hU-lu-s m. röm. Eigenname. 

bar + b[ar]. — hal-h-u-s stammelnd, stotternd (Adv. halbe), 
BcU-h'U-s röm. Zuname, hal-h-uUlre stammeln, stottern®); Bal-h- 
imi-s röm. Zuname. — hil-h-it {factum a »imUitudine sonitus, qui 
fit in vase. Naevius: ,yhilbit amphora*'^ inquü, Paul. D. p. 34. 5. 
hmnt. ßoußviet Gloss. Phüox.). 

ba[r] + bar. — ba-bur-ru-s {stuUtiSy imptiis Isid. or. 10. 
31); ba-biir-ra {stultitia Isid. Placid.)*). — ba-bul-us m. Schwätzer, 
Thor (App. Met. 4. 14); Ba-bü-tir-s, Ba-bHAu-s^ Ba-btit-l-iu-s röm. 
Zuname. 

ba[r] + b[ar]. — Ba-b-a röm. Zuname*). 

ba-m -(- bar, — Ba-nirbäl-iöin) m. = Stammler, Bein, des 
M. Fulvms, Vaters der bekannten Fulvia, 

ba'm-b[ar\. — Lehnwörter: bo-n^-u-s m. = ßo^ßog^ bombi- 
iä^e = ßoiißetv^ bombUa-ior m. = apis (Marc. Cap. 9); bombizatio 
{est sovMS apium, ab ipso sonitu dictus, ut mugitus bäum, hirmitus 
equorum Paul. D. p. 30. 2. M.). — bonibax (Plaiit. Ps. 1. 3. 131). 

II).bar.gh«). 

(park «=*) harr: barr-u-s m. Elephant (= Schreier), bnrr- 
inU'S zum E. geh.; barrt-re schreien (vom E.), barri-tu-s (tüs) 
m. E.geschrei *®). — (blagh. Mag): (* blac-te-ro) blac-te-rä-re 
blöken (vom Widder); vgl. gloc-to-rare pag. 144. 

1) Bmgman St VII. 324. 29). — Fritzsche St. VI. 282. 290. 314. 
334 f. 338: ha (ha-ha) ha-h. — Pictet KZ. V. 330. — F. W. 131 f. 
377 f. 476: haba, hanih von unarticulirten Lauten; barhar, harb stammeln, 
ondeutlich reden; Spr. 343: hah Tonwort; ßoiiß, — 2) Röscher St. IV. 
189 ff. — P. W. 1081: hratro Schallwort: (Ja-Tpa-^o-g, hlat-ire, blater- 
ort, — 3) Bickell KZ. XIV. 428. — Corssen B. 385. — C. E. 291. — 
Fritzsche St. 1. c. — Grassmann KZ. XII. 122. — Kuhn KZ. I. 381 ff.: 
„indem sich aus dem Begriffe des Stammeins and Stottems leicht der 

36* 



— 564 — 

der rauhen nnd harten Anssprache entwickeln konnte". — Weber KZ. 
V. 221*). — Legerlote KZ. VIII. 116 ff.: kar tönen = x/ap, /ap, 

Jap; ebenso baUbu-s =» val-vu-s, -- M. Müller KZ. V. 141. XVI. 463 f.: 
arbara wollig, struppig; barbara-ta urspr. die haarige, struppige, rauhe 
Aussprache des r. — 4) F. W. 378; Spr. 343: baba alte Frau, Amuie, 
Lall wort; vgl. lit. höba, ksl. baba; mhd. bdbe, böbe. — 6) P. W. 132: 
bimba, bimbikä Scheibe, Kugel; ßBußin statt ßiiißm? — 6) Ascoli KZ. 
XVll. 271. - C. K. 704. — Delbrück St. Ib. 136. — F. W. 181. 476. — 
Rödiger KZ. XIX. 133. — Röscher St. IV. 191. — Siegismund St. V. 
168. 39). - 7) C. K. 292: ,yblä, erweicht bälä; ßlij-xn — *ßXd auri; % 
scheint aus dem inchoat. <rx entstauden zu Huin". — Pauli tCZ. XVIII. 
22: bal, bla und mit % weiter gebildet im griech. ßlrur^. — Walter KZ. 
XII. 376: ßlrix-ii neben bäläre; Erweiterung der einfi^hen Wurzel durch 
das Element gh, -- IMctet KZ. V. 47: bhal; vgl. ogs. bellan, nord. beha, 
ahd. pellan, hoarc, latrare. — 8) C. V. I. 369: av-ja =* üt-lre; dfißlv- 
{006(0 j i%TfQmaa(o u. s. w. = balbutio, caecutio. — 9) Fritzscho St. VI. 
290. 329: zu barfta oder barja rauh. — 10) Ascoli 1. c. Anm. 6: „wohl 
späte Entlehnung". -- F. W. 378; Spr. 343: bars schreien. — üi^nz 
anders Klotz W. s. v.: bariiis stammverwandt mit j,bär, qp/Jp" UntbitT. 



BAR OH brechen, reissen. — Skr. barh {varh) ausreissen 
(PW. V. 24). 

ßpax- — ßpax-u-C, -sia (-ia Her. 5. 49), -v (abgebrochen, 
abgerissen =) kurz, klein; Comp. ßQuxv-zeQO-g^ Sup. ßQaxv-raro-g; 
Comp. ßoax'Ciov^ ep. ßgaaccav^)^ nur: ßgaacav u voog XsTcri} 6i re 
firiTig 11. 10. 226 = kurzsichtig; vgl. fura ßQaxvrtitog yvoifirig 
Thuk. 3. 42; vgl. ßgoca-ov-og [wohl ftol.]* ßQaxvtiQov Hes.; Sup. 
ßQdx-i'(fto-g poet.; ßQa%V'X'i]-g {rrft-og) f. Ktlrze, Beschränktheit; 
ßgax^''^^ ^"^''^ machen, sprechen, eine Sylbe (Gramm.); ßp<ix-€a 
n. PI. (eig. ßi^x^^'i ^c« f*^^) seichte Stellen im Wasser, Untiefen, 
vada (vgl. Lob. Phryn. 532; Sing, erst Sp.); ß^ccxv-i ßgoxv-ßio-g 
knrzlebend, ßQaxv-X6yo-g kurz sprechend {Aaxedalfuav Plat Le^. 
1. 641. e), ßoaxv-avlXaßo-g kurasylbig u. s. w. — ßpax-iuiv (Cov-og^ 
eig. Comparativ) m. Oberarm, Arm*) (Tt^fivog Oberarm 11. 13, 532. 
16, 323. 510) (ort iarl tov nrjxitog ßQaxvregog Poll. B. 138); ßgaxtov- 
*tf-TtJp {rtJQ-og) m. Armband (Plut. llom. 17). 

bragh« — {bregh-u-i, brch-u-i, vgl. im-u-i) br8-V-i-8 = 
/J^jr-v-g; PL n. bret^ «= ßgcix-iccj Adv. brem4tr (schon Pest, 
p. 31. 11. M.: brevc a Gracco descendit, quod est ßgoxv); Demin. 
hrrvirüJn-s; brcvi-(ä-s {täti-s) f. «= ßgccxv-rri-g; brevi-ärhi-s ab- 
gekürzt, 'ärium n. kurzgefasstes Verzeichniss , kurze Uebersichi 
(vgl. EuiropU lirerinrmm hisioriac JRomanae; femer: tnde, ne plus 
profutura sit ratio ordinär ia quam hacCy quae nunc vulgo bretm- 
rium dicitur , olim cum latine loqucrnnur, summarium rocabatur 
Sen. ep. 39. l); Itreviare kUi7.en, kurz sprechen (syllabam Quinf. 
12. 10. 57), kurz fassen, breriä-tor m. Abkürzer (Potnpeius historicus 
eiusque brcviator Justtnus, Oros. bist. 1. 8), hreviä-ti ö(n) f. Abkürzung 



— 565 — 

(Augiistin. Jornand.). — {*brevü-nia, *bre-u-nia) brüma f. die 
kurze Tageszeit'"^): a) das Wintersolstitiuin oder der kürzeste Tag, 
b) im weiteren Sinne: Winterszeit, bes. poetisch; hrum-^ll-s zum 
kürzesten Tage geh., das Wintersolst. betr., hochwinterlich, hrum- 
äria {herbei) f. die Pflanze leaniopodium (App. herb. 7). — Lehn- 
wort: bracch-iti-m n, = ßQax-lcDV (vgl. Paul. D. p. 31. 16. M'.); 
Demin. bracchio-lu-m; bracchi-äli-s den Arm betreffend, Subst. -äle 
n. Armband; {*bracchiä-re) bracchi-ätu-s mit Armen d. h. mit Aesten 
versehen (vlneae, arbores). 

(barghy bcUgh, balh) belh reissen: (^beUi-ua) bjBl-ua f. reissendes 
Thier, Thier, Thierungeheuer*), belutus (besliae similis^ Paul. D. 
p. 34. 13. M.), belu-inU'S^ 'lli-s^ -äli-s thierisch, (*bcluäre) belu- 
ätu-s bethiert, mit Thiergebilden geziert (Älcanindrina bduaia con- 
chyliata tapetla Plaut. Ps. 1. 2. 14). 

Ascoli KZ. XVII. 269 f. 330. — Bickell KZ. XIV. 427. — Corssen 
B. 55. — C. E. 292. 659 f. — F. W. 132. 476. — Graesmann KZ. XII. 
122. — Lettner KZ. VII. 171. - Walter KZ. XII. 403. — 1) C. E. 1. c; 
griech. Sehulgr. §. 198 D. — Schon die Alten betrachteten ßgacauv als 
Comp, zu ßgaxvs. — Zu ßgaSvg ziehen es noch: Faesi ad IL 1. c, Pape 
W., Seh. W.; zweifelnd: Ebel KZ. III. 143 (was, wenn die Ableitung 
von ßgctSvg wirklich richtig sein sollte, das einzige Beispiel eines im- 
organ. au statt £ im Comp, wäre); Grassmann KZ. XI. 36 (ßgdaaoav von 
ßgaSvg?). — 2) C. E. 1. c: „vielleicht". — B. Gl. 265a: bähii brachiutn, 
ßgaxitov; insertä liquidä. — F. W. 476: br<ikio Arm (gräkoitalisch). — 
3) Vgl. noch: Corssen KZ. III. 244. V. 91 (= brev'-u-ma); F. W. 1. c. (= 
brehumä); M. Müller Vorl. II. 307. — Pott E. F. I. 645. II. 279 (viel- 
leicht aus brevima). — Schweizer- Sidlcr KZ. 11. 366. — Walter KZ. X. 
200. — Klotz W. s. V. : von den Alten selbst auf breiis zunickgoführt, 
gleichsam brevima = brcvissima, zusammengezogen bruma; s. Varro 1. 1. 
6. 8. Paul. D. p. 31. 14. M. — Ueber exi = ü vgl. Corssen l. 673. — 
4") Anders Kuhn KZ. XV. 229: mit (pdXcciva vielleicht verwandt (gegen 
Schcnkl: hat mit nord. hvcUr, ahd. wcdira natürlich gar nichts gemein, 
noch weniger mit Skr. hcal vacillare). — Brambach Hülfsb. : „brcicchium*', 
nicht brachium; cch ist handschriftlich besser überliefert als eh. „belua**, 
nicht bdlua. 



bardha Bart. 

barba f. Bart, Barba röm. Beiname, Demin. barbü-la, Bar- 
bula röm. Beiname, barbt-tiu-m n. Bartwuchs, Bart (App. Met.); 
{*barbä-rey barbä-tu-s mit einem B. versehen, bärtig, zottelig, 
Barbätu-8 röm. Beiname, Demin. barbätü-lu-Sf barba-tör-ia f. feierl. 
Abscheenmg des ersten Bai-tes (Petron. sat. 73); barbe-sc-ere (Glo8s,\ 
barM-re (Theod. Prise. 4. 2) einen Bart bekommen; im-barbescere 
(barbatum fieri Paul. D. p. 109. 9); ini-bcrbi-s (Nbf. im-berbu-s 
Lucil. et Varro ap. Non. p. 493, 27. 30) unbärtig, ohne Bart. 

Corssen 1. 171; B. 201 (itaHsch Harfa). - Ebel KZ. XIV. 77. ~ 
F. W. 378; Spr. 343 (vgl. lit. barzdä, ksl. brcula, altpr. bordu-s; ^s. 
beard; ahd. bart, pari, nhd. Bart), — Grimm W. 1. 1141 (6 : d ver^ 



— 566 — 

sich wie sonst öfter f:th; z. B. in fores und <9-vpa, fera und -©"ifp, fumus 
und ^viLog). Siehe dort die zahlreichen gerroan. und litauisch-slavischen 
Formen. ~ Kuhn KZ. XI. 379 f. XIV. 215. — Lottner KZ. V. 397. VII. 
27. 180 (^hartha, *harfa^ barha, ganz wie ruber , über gegen ^pt^po;, 
ovd^ctg). — Miklosich Lex. 42: Bopp 3. 217 contuUt scr. Vfdh cresoere, 
cf. fisL bradavica Verruca. — M. Müller KZ. V. 142: var bedecken. 



barna oder bar ja rauh. 

ßi^^o-v öctcv. ßi^Qo^' Saav. Maxeöoveg. — ßeg-ßig-io-v (Anakr. 
fr. 21 B., bei Ath. 12. ö33) n. ein ärmliches Kleid. 

re-burru-s (avaöilXog Gloßis. Labb.; hispidus, cuius primi ca- 
pilli ceteris altm$ horresamt Thes. Lat. ap. A. Mai. auct. class. 
t. 8. p. 609); burrae f. Possen (eig. Verqueres) (Auson. praef. ad 
Latin. Pacat. 3). 

F. W. 476. — Fritzschc St. VI. 290. 329. 



1) BAL tanzen. — Skr. bal (intens.) wirbeln (PW. V. 31). 

ßaXXltoi tanzen (in Sicilien und Grossgriechenland gebräuch- 
lich) (xojbia^oD xai xoQBva Eust.), ßaXXi-a-(i6-g m. das Tanzen (Alex. 
ap. Ath. 8. 362. c). 

{*baUu-s Tanz) balld-rc tanzen (Davidico morty August, serm. 
215), baUä'tor m. Tänzer {Cybelae, Or. inscr. 2237), ballä-ti-öin) 
f. das Tanzen (Glossogr.), bcdl-e-mat-icu-s zum Tanz geh. {cymbala^ 
Isid. orig. 3. 21. 11). 

F. W. 476. — Grimm W. I. 1091 s. v. Ball: vgl. ital. bällo, franz. 
bal {ball = Tanz kennen die Wörterb. des 16. Jahrh., auch Hcnisch 
noch nicht, es scheint erst im 17. aufgekommen). 



2) BAL athmen, leben; stark sein. — Skr. bdla n. Ge- 
walt, Wucht, Stärke, Kraft; Adj. kräftig, sUrk (PW. V. 31). 

välö-rc {val-uij -ttum) stark, kräftig, gesund, wohl auf sein 
(ra/e, vcUctc u. s. w., vgl. {^§<oao lebe wohl, lebt wohl); in Kraft 
sein, Best-and haben, gelten, werth sein; Part, vale-n-s stark, ge- 
sund, kräftig, wohl, rüstig (Adv. valcnier); Demin. valent-iUu-s 
(Plaut. Gas. 4. 4. 26); Valens (Vater des zweiten Merciir; Mer- 
curius alter Valentis et Coronidis filhis^ is qui sub terris habetur 
idem Trophonius, Cic. n. d. 3. 22. 56)*); Bruder des Valentinian 
und Mitkaiser; valent-ia f. Kraft, Stärke, Valent-ia röm. Stftdte- 
namc (= die Feste); Valent-iu-s röm. Eigenn.; Valerd'lnU'S aus 
Valentia (ein Ketzer im 2. Jahrh. n. Chr., von dem die Valcnii- 
ntam benannt sind), Välent-lni m. Stadtgemeinde in Hispania Tarrac.^ 



~ 567 — 

im BruUischen, auf Sardinien; Valentin- i-änu-s röm. Kaiser; (va- 
lent-f vcUet-, väks-) Valet-iu-m Stadt in Calabrien (Mela 2. 4. 7), 
VcUer-ia f. Provinz in Pannonien, Vaks-iu-s, VcUer-Ui-s Bein, einer 
röm. gens, Valeri-änu-s röm. Eigenn.*); (^vaU-tu-s) vale-tü-do (tn-is) 
f. Gesundheit, Befinden überhaupt, übles Befinden^), vcUetiulin-äriu-s 
kränkelnd, krank, Subst. -ariu-s m. der Kranke, -arm-m n. Kranken- 
zimmer, -haus; Inchoat. valc-sc-ere anfangen stark, kräftig zu werden; 
V alt' du 'S = Valens; mächtig, gewaltig, einflussreich; Adv. valide 
(als Bejahungspart.: gar sehi*, allerdings, Plaut.); synkop. valde 
heftig, stark, sehr, gar sehr (Comp. vald4us Hör. ep. 1. 9. 6, a. 
p. 321; Sup. valdissime Sen. brev. vit. 8. 4); validi-tä-s (tätis) f. 
Stärke, Kraft (App. Herm. Trim. p. 97. 2). — de-htl-i-s (debil 
homo Enn. a. 8. 7) schwächlich, gebrechlich, hinfällig (Adv. -/er), 
debili-tä-s (täli-s) f. Schwäche, Entkräftung, Lähmung; (dehUitat-) 
dehUit-äre schwächen, entkräften, lähmen, dchilitdr-ti-ö(n) f . = tle- 
hilitas. 

Ahrens KZ. XVllI. 358. — B. Gl. 263 b. — Froehde KZ. XXII. 257. 
— 1) Schoemann ad 1. c: ,,80 übersetzt, wie es scheint, Cicero den griech. 
Namen "icxvg. Dieser war nach der Fabel ein arkadischer Heros, dem 
die Thessalische Koronis sich ergab, nachdem sie vorher vom Apollo 
umarmt worden war. Als Vater des Trophonius wird "laxvg sonst nicht 
genannt". — 2) Corssen ß. 472. — 3) Benfey KZ. H. 232: vali-tü-din = 
Skr. vara-ta-tvan (nicht im PW.). 



bal-bal-a Bolle, Knolle, Zwiebel. 

bal-b[a/]a« — ßoX-ß-ö-c m. Bolle, Knolle, Zwiebel, Demin. 
ßoXß-h'V n., ßokß-lCKo-g m.; ßolßo-eiö'qs zwiebelartig; ßoXß-ivrj f. 
eine weisse Zwiebelart; ßöXß-iTO-v, ßol-no-v n. !Mistbolle, ßoXit- 
ivo-g aus Koth (Ar, Ran. 29ö). 

bul-b-ll-S m. = ßokßog^ Bulbus röm. Eigenn., Demin. hulbü- 
lu-s.m.y hulh'äc-eu-s knollig, btUb-Ösu-s knollenreich, starkknollig; 
(hulbä-re) hulbä-ti-öin) f. Knollenbildung; itn-bulbitä-rc (est puerili 
stercore inquinare, dictum ex fimo, quod Graeci appellant ßoXßtzov^ 
Paul. D. p. 32. 2), also Denominat. vom griech. Lehnwort bül- 
biin-m, 

Brugman St. VII. 327. 30). — Corssen II. 155. — C. K. 292. — 
Düntzer KZ. XII. 11. — F. W. 476 (bolbo Knolle, Zwiebel). — Fritzsche 
St. VJ. 838. — Grassmann KZ. XH. 122: „6 aus t? **(?). 



BU tönen. 

bu schreien, rufen ^). 

ßu. — ßu-a-c m., (ßv-ja) ßu-Ca f. Uhu; (Sv-fw vom ühu- 
schrei, heulen (Put. j3v|a}, Aor. i-ßv^a Sp.)^; (* ßv^a-J^evr ^ ßv- 
Sfiw-) Bvfici-g (ci'VX'Og) Byzas, Sohn des Poseidon, Gründer von 



— 568 — 

BuMvT-io-v n. (vgl. Uhlenhorst bei Hamburg), Stadt in Thrakien 
am Bo8poi*us^) (später ConsiantinopoliSy nach türkischer Verstümme- 
lung: Stambul), — ßau: ßau-2[UJ, dor. ßav-adco (Fut. ßav^aa) bellen; 
laut schreien, schmähen. 

bu + b[u]*). — ßau-ß: ßavß-vK-Bg' nskBKavBg (Hes.). 

bu-k pfauchen, blasen*). — Vgl. Skr. htikk bellen (PW. V. 96). 

ßuK. — ßuK-dvri f. ( Blasinstrument^) Trompete, Signalhorn, 
ßvKavd-<o^ ßvKav-tico trompeten, jJvxavij-riJ-ff, ßvxavi-a-n^-g m. Trom- 
peter, ßv%ccvfi'iut{T) n., ßvxavi-O'fio-g m. Trompetenstoss, Signal- 
ton; ßÜK-TT]-c (q>va^v Hes.) heulend, sausend (ßvKxadov avifumv Od. 
10. 20; dazu: nvBovtwv^ q>vifrix€Sv Hes., ot fixtfiinol Schol.); ßovr,- 
Ttl-ciq' ^vCYjftuiT^ (Hes.)*). 

bu'). 

i^bu-tu-s) bU'ti'ö(n) m. Rohrdommel; bu-f-ere Naturlaut der R. 

bu + bfw] = bub, banb^): btib-8re bupen; bübö{fi) m. 
(f. bei Verg. A. 4. 462) = ßvag (Puvogel bei Stalder; galt bei 
den Römern als Unglücksvogel; zeigte or sich in Hom, so wurde 
eine Lustration veranstaltet); bllf-ö(«) m. Kröte (Verg. G. 1. 184); 
baub'äri baffen, bttffern, vom Naturlaut der Hunde (Lucr. 5. 1070). 

bu-k*). 

büc: büc-a {biu:ca) f. die aufgeblasene Backe, Pausbacke^), 
bucU'lentU'S voll-, paus-backig (Plaut, nierc. 3. 4. 54); Demin. 
bücu-la f. kleine Backe, Backenstück, bucfU-ärin-s m. Anfertiger 
von Backenstücken zu Helmen (Dig. 50. 6. 6), buad-äre n. ein 
KochgeiUss (Marcell. Emp. 8. 5); davon Demin. hu^cl-la f. {büc-ea 
Augustin.) Mundbissen, Mundbrod, Zwieback, büncU-äfu-m n. Sol- 
daten- oder Schiffs- Zwieback, bncdl-ärl-s zum Mundbrod u. s. w. 
gehörig, buccU-äriu-s m. ein Stationssoldat (Cod. 0. 12. 10); bucrll- 
äre n. = buctdärc (Marc. Emp. 23); hüc-oifi) m. (Person in den 
Atellanen) Pausback, der beim Sprechen den Mund voll nimmt = 
Schwätzer; Buc-iöin) m. röm. Zuname. — bllC-Yna f. = jSrx- 
crviy**); büdnn-s m. Blftser des Signalhorns, Signalgeber, bucinu-m 
n. Signalton; ein Schaalthior (die Meertrompete Plin. 0. 36. 61); 
bucmä-rc auf dem Signalhorn blasen; bucinä-tor m. = bucinus; 
tibertr. Ausrufer, Ausposauner. 

1) C. E. 292. - Förstemann KZ. III. 50. — FritzHchc St. VI. 335. 
-- F.W. 64. 476: ^i« tönen, Hchroien, rufen; gräkoitAliBch bu? - 2) C. 
V. 1. 319. 23). - 3) C. E. 1. c. — Pott KZ. VII. 246 f. zweifelnd: viel 
leicht zu ßvaaog, ßvaaa die MecreHtiefe; oder zu diaivm =» meerbet<ii>iilt, 
aU4fvT0s. — 4) F. W. 378: Spr. 344: bub, baub brüllen, bnimmen, 
von dumpfen Tönen.' 5) F. W. 132; Spr. 102. — Pauli KZ. XVIll. 
18 f -- 6) C. V. 1. c.: wahrscheinlich zu ßvito\ ebenso S. W., Seh. W. 
8. V. — 7) Aufrecht KZ. II. 152 imd L. Meyer KZ. VI. 221: bhug edere 
(L. M. buC'Ca =- buC'Sa). — B. Gl. 267b: bhaks edere; fortasae; nisi 
pertinet ad skr. miikha, ab edendo tiofninatum est, attenuato a in u. — 
Corasen N. 63 f.: bukk latrare, rudere, gannire, loqui: Mund, insofern 



— 569 — 

er einen Laut oder Ton ausätösst (wogegen Schweizer -Sidler KZ. XVII. 
305: „noch unsicherer erscheinen uns die Deutungen von bacca als 
*pacca ^die reifende' und bucca von bukk latrare, erstere auch von 
Seiten des Lautes, beide von Seiten des Sinnes^*); dagegen derselbe B. 
26: bhag „der Mund als essender". — 8) Kuhn KZ. XI. 278: bucina, 
hucinätor mit einem c, auch durch die Etymologie (fiov-i-cina Kuh- oder 
Hirtenhom) und durch das entlehnte griech. ßvKtxvTj gestützt. — Auch 
F. W. 132 erklärt ßvxavrj „nachgebildet dem Lateinischen ^\ 



be Naturlaut des Schafes. 

ßr|-ßri-V* ngoßarov (Hes.); vgl. 6 6' fjkl&tog &oniQ itgoßarov 
ßfl ßri Uymv ßadksi (Kratin, fr. 5. p. 40). — bee (Varro r. r. 2. 1. 7). 

Fritzsche St. VI. 282. 



baitft Rock. 

ßaiTTi f. ein Hirten- oder Bauerkleid von Ziegenfell , Pelz; vgl. 
ßalxag ot Katit r^v ^Aalctv ^akowsi tag öoQccg rcov alycSv (Bekk. 
Anecd. p. 84); ix xtodlcav öws^^afiiva TtBQtßoXaia. ^AtuTioi Si rav- 
Tiyv xai oiöVQav q>€tiSt (Schol. Theokr. 5. 15); Balr-cav (cov-og) m. 
Ingenieur Alexanders des Gr., auch Name eines Landmanns (vgl. 
Xldcivia-g von x^^^^^)\ Bmx-vko-g m. Sklavenname (Chion. ep. 4). 

F. W. 378; Spr. 343; KZ. XXll. 223; vgl. goth. paida f. Rock, 
mhd. pfeit f. Hemd, hemdähnliches Kleidungsstück. - Jedoch Schmidt 
KZ. XIX. 276: paida „fremder Urspmng". 



BJAS Ciesten, stänkern. 

ßbec. — (ßöea-oj) ßbe-U) fiesten, einen Wind lassen, von 
stinkenden Thieren (Galen.); ßöiv-vv-0&ai id. (Suid.); ßöia-(ia(T) 
n. [nicht in Pape W.J. — {ßöea-koj ßSs-Xjm) ßöiXXav' xQtiuov ^ ßdimv 
(Hes.); ßb€-X-up6-c urspr. stinkend (so auch wieder Sp.), scheuss- 
lich, ekelhaft, verabscheu ens würdig, schamlos, unkeusch, ß6eXv(^la 
f. Scheusslichkeit u. s. w., ßÖBXvQ-ev-o-fiai sich abscheulich betragen; 
dor. ßöeXv-X'Qog (Epicharm. ap. Ath. 7. 321 d) = ßdeXvQog; (dazu 
ßdeXvx'jo-fJuxi) ßbeXuccojLiai , neuatt. ßÖBXvTTOfiai^ Ekel empfinden, 
verabscheuen (act. ßdeXvaao) nur Eccl.); ßSBXvx-xo-g ekelhaft, ab- 
scheulich; ßÖBXvy-(i6-g m. (Lex., Eccl.), ßÖBXvyfjL-Uc f. Ekel, Ab- 
scheu (yavxia MvoviSa ifutov B. A. 30); ßÖBXvy-iici{x) n. das Ver- 
abscheute, Scheusal (LXX. N. T.). — (ßdoa-Xo) ßbö-Xo-c Äi. 
Gestank eines heimlichen Windes und eines ausgehenden Lampen- 
dochtes (E. M. 192. 40; Schol. Aesch. Sept. 497). — (ßdva-Xo^ 
ßSv-Xo^ ßdv-X-j(o) ßbü-XXiu (att. nach Moeris) verschmähen, ver- 
achten; übertr. Hirchten; ßSvXXetv' SsSUvai^ rgifuiv rj ßÖBiv Hes.; 
bvtbXI^biv Suid.) (o xb nivrig ßdvXXBi XBcig Arist. Equ. 224; tl ßövX- 
li&* fifiag id. Lys. 354). 



— 570 — 

(ß^s^gvis) vis. — Vl8l-re = ßSicD (Lucil. ap. Non. p. 515. 4). 

C. E. 229. 490. — C. V. I. 164. 33). 210. 301. 4). 368. IL 367. 
Bickell KZ. XIV. 427: visio „sicher statt hisdio, bissiOf da sonnt Ucbt^- 
gSMf^ des « in r zu erwarten wärc*\ (Dieser Uebergang itüt nicht un- 
bedingt noth wendig; vgl. die Eigennamen auf -Mta, -asio^ -isia, -isio; 
femer: asmua, asio, caesaries, caesius, casa, causa, nasus, loser, miser, 
vasa.) — Aehnlich F. W. 378; Spr. 343: basd. — Walter KZ. XI. 438. 
XII. 416: gas. 



blakta Schabe, Wanze. 

blaita f. Schabe, Schwabe (vgl. lucifugis congesta cubilia blattis 
Verg. G. 4. 243; blutiarnm ac iinearum epulac Hör. «ai. 2. 3. 119), 
blatt'äriu-s zur Schabe geh.; verbascum blaitaria (Linne) Schaben - 
kraut. 

F. W. 378; Spr. 102. 344; vgl. lett. blakti-s f. Wanze, Schabe, 
lit blake (= blak-ja) id. — Pauli KZ. XVllI. 36. 



BH. 

1) BHA scheinen, leuchten; erscheinen; erscheinen 
machen, zeigen, offenbaren. — PW. V. 230 bhft (idem). 

bha. 

qpa. — <pil"M*j ^or. (pä-fU, (offenl>aren, und zwar durch die 
Stimme ^=) äussern, sagen, aussprechen; reden, erzählen; be- 
haupten, versichern; (sich in der Seele sagen »b^ meinen, denken, 
glauben, sich vorstellen*) (2. P. *q>vi'iSi^ *9^-*ff5 ^J?ff? ^S Apoll. 
DiskoL, (ptj'ff^aj Coi\j. (pm, q>i^^ Od., Opt. gw-lri-v^ (pa4f\'{uv^ (pat- 
(UVj (pa-isv Herod., selten (pa-lti-cav Thuk. 8. 53, Imper. q>a-^u 
(pa-^tj Inf. (pa-vm \q>av' liynv Hes.], Part, tpi-g^ Imperf. i-tpri-v^ 
ep. auch fpi^-v^ ^-^Sy l'-^iy-öO'«, ep. auch tpfj-g^ qnj-ö&a^ t-tpr]^ ep. 
auch 9^; ebenso l-tpa-fuv^ (pa-fuv^ l-tpa-v^ <pa-v statt £q>aattv; 
Fut. 9tf-0Q); Aor. i-q>fi-aay Medium: Inf. <pa-09aij Part, qxi-fuvog^ 
Imper. tpa-o^ tpi-o^i Imperf. i^a-firiVj tpi-^nriv nur Od. 13. 131, 
bes. 3. P. ^-To, fpi'vxo hom.; das Imperf. hat Aoristbedeutung; 
das Präsens ist ausser ^q enklit; das Med. ist dem Activ völlig 
gleichbedeutend); tpeciwiav' yvMi (Hes.): sinnlos; wohl fptaag' 
iviyvv^i, tpai^q = iptam-d (vgl. lat. 'to-d)^\ fx-^i^fu aussprechen, 
heraussagen (nur in-tpa-c^ui Od. 10, 246. l3, 308, dann Sp.). 
qxx-CK-UJ sagen, behaupten, vorgeben; verheissen, versprechen (bei 
Uom. nur das Imperf., seltener ohne Augm., vor spir. asp. dann 



— 571 — 

<p€iox\ das Imperf. in der Ilias nur: 13. 100 und 19. 297, bei 
Ati das Präs. und Imperf., doch der Ind. Präs. sehr selten)^). — 
q)a-TÖ-c gesagt, zu sagen, nennbar; namhaft, berühmt (Hes. 0. 3); 
S'fpmo-g nicht ausgesprochen, nicht auszusprechen, unaussprech- 
lich; 9€C-q)aT0-c (st. Oaao- s. dha-s pg. 380 f.) von Gott gesprochen, 
verkündet (t6 O. Götterspruch), von Gott kommend (o^^ Od. 7. 
143), a-^ia'q>€n:0'g selbst von einem Gott nicht ausgesprochen =» 
unsäglich, unaussprechlich gross, viel, unzählig^); tpox-io-g zu 
sagen, saglich (Plato Phil. 40, b), tpa-xTi-g sagend (Hes.). — <pd- 
Ti-c f. Sage, Rede, Gerücht, Nachrede, Ruf, Botschaft; q>ccxl-i(o 
sagen, sprechen, ein Gerücht verbreiten; zusagen^ nennen, tpctri- 
ai-g, dor. (pau-^t-g (Schol. Soph. Ai. 706) f. = q>atig; <pd-ci-c f. 
Sprache, Rede; Bejahimg, Behauptung (Ggs. «Tcoyatfig); (av-ycr- 
Ttc) dM-cpa-ciri f. Sprachlosigkeit (II. 17. 695. Od. 4. 704 und 
spät. Dichter)^); (ava-) ajü-^or-dov, -da (Adv.), afii-q>a-8io-g (gew. Acc. 
des Fem. als Adv. ä(i(pa-6lfi-v) offenbar, öffentlich, unverholen, künd- 
bar^). — q)a-iö-c schumerig, grau {q>aiov yCyvnai kevww n tuxl 
lukavog vifQuiSH Plat. Tim. 68 d), übertr. von der Stimme: tief, 
dumpf (im Ggs. der hohen und hellen). 

(pT]. — cp^-Mn» dor. g^a-jua, f. Kundgebung, Offenbarung, Rede, 
Gerede, Gerücht, Ruf, Botschaft, Nachricht; (Z>ff|ü-co-g m. Sänger 
in Ithaka, Sohn des Terpis; q^-^-i-g {i-og) f. = ^fjfiij (Besprechung, 
Berathung Od. 15. 468; ^ywXrjalaj avviÖQiov Schol.)'); q>riiAi'im 
reden, benennen, aussprechen, q}rifii'C-fi6'g m. = q>i^fAfi (Suid.). — 
eu-<piijLi-ia f. das Reden guter Worte, die gute Vorbedeutung haben, 
daher Anbetung, G^bet; freudiger Zuruf, Beglückwünschung (Sp.); 
gute Aussprache (Dem. Phal. 175); Bv-tprifA-o-g von guter Vor- 
bedeutung; andachtsvoll, still; rühmend, lobend; Ev-q>rifi'0'g Sohn 
des Trözenos, Bundesgenosse der Troer (II. 2. 846); evq>rifu-w 
glückbedeutende Worte gebrauchen, oder sich aller unglückbedeu- 
tender Worte enthalten, bes. bei religiösen Handlungen, daher über- 
haupt: andächtig schweigen, als Vorbereitung zum Gebet (II. 9. 171); 
preisen, anbeten; bewillkommnen, beglückwünschen, ciJ^i^fii^-r-ixo-^ 
von guter Vorbedeutung (Eust.); sv-g>rifä't(o beglückwünschen, ev- 
fprifU'tS'iJLO-g m. die Bezeichnung einer unangenehmen, unglücks- 
vollen Sache durch einen mildernden Ausdruck, z. B. Evfuvldeg für 
^Egtvveg (Gramm.). 

q>{X) (vgl. Ofuc <ff«o-i^, yga yQüi-vri). — (piJJ'VY\ f. Laut, Ton, 
Stimme, Sprache, Geschrei, Schall®), Demin. qxov-lo-v (Arist.), 
tpmv-aifiO'V (Philodem. 21); qxotn^-si-g^ dor. qxova-ei-g (auch in sp.^ 
Prosa), lautend, tönend, redend, ertönen lassend (xa gxoi^tvra, mit 
oder ohne y^i^^uxta^ die Vocale; Ggs. S-tpiova die Consonanten); 
q)U)V^-UJ die Stimme ertönen lassen, reden, sprechen; trans. an- 
reden, bei Namen rufen, (pdovri-r-uio-g zum Tönen, Reden, Sprechen 
geh., geschickt (ta q>, o(^ava Sprachwerkzeuge), q>mvfi-xriQ-iO'g id., 



— 572 — 

qxavri'Ci-g f. das Tönen , Reden, Rufen, q>tovYi'^{x) n. = 90 vi^; 
ßagßaQO-gHovoi vgl. pag. 561. 

qwx-i*). — q)ai-KÖ-c glänzend (Soph. fr. 954 bei Phot und 
Hes.), q>€CM-a-g (aö-og) f. eine Art weisser Schuhe, vgl. Myrin. 2 
CVI. 254), Demin. <paixaaiO'V (Plut Ant. 33). — cpab, cpaib (S aus 
i entwickelt, and i durch Umlaut oder Epenthese in die Stamm- 
sylbe gedrungen): tpalö-H' oipH (Hes.); 0aib-UJV (wv-og) m. Schüler 
des Sokrates aus Elis (nach welchem Plato ein Gespräch benannt 
hat); athen« Archon; Odiö^üv-da-g m. Schüler des Sokr. aus Theben 
oder Kyrene (Plat. Phaed. 59). — cpaib-i|iO-c leuchtend, glänzend, 
stattlich; meist übertr. glanzvoll, ruhmvoll, berühmt, 0al6i(io-g 
König der Sidonier (Od. 4, 617. 15, 117) u. s. w., <paiötfi6'€i-g ep. 
verläng. Nbf. (nur II. 13. 686; (paiöifioBvtsg ^Eneioi), — cpaib-pö-c 
rein, klar, glänzend, leuchtend, übertr. heiter, fröhlich; OaiÖQo-g 
Schüler und Freund des Sokrates (u. s. w.), OalS-Qa^' ep. OalS-gri^ 
f. («= die Helle, Glänzende) Gemalin des Theseus, liebte ihren 
Stiefsohn Hippolytos (Od. 11. 321; ApoUod. 3. 1. 4)^®); Oatög-la 
f. Flecken in Arkadien (Paus. 3. 35. l); OaiSQ-la-g m. einer der 
30 Tyrannen; q>atÖQ6'(o reinigen, glänzend machen, erheitern, heiter 
sein; q>aidQ6'rYi-g (xtir-og) f. Reinheit, Glanz, Heiterkeit; (paiÖQ-vvcD 
= (fMÖgocn^ (paiÖQvV'ti^'g m. Reiniger (B. A. 314), (patSgvv-rQ-ia 
f. Wäscherin (Aesch. Gh. 748), q>a£6QV'iS-fia(t) n. was glänzend 
macht «s Schmuck, Zierde. 

bha-k. 

{q>a-9i-j(o^ Redupi. mit Diphthong, vgl. nai-Ttaklm^ 6at-ddXX(0j 
IMti-fuim; 7tcciHpa-%'jto) TTai-q)dccu) (Intensivum) sich blitzschnell' hier 
und dort zeigen, „einherblitzen", blitzschnell sich bewegen ^^) (nur 
II. 2. 450 nciitpaooovaa cxs^üendesccns ; 5. 803 Ix-Tratyatfacti/ „glän- 
zend hervortreten" mit Worten und Thaten, Ameis-Hentze ad 1. c; 
dann erst bei Apoll. Rhod., Oppian u. s. w. = ungestüm sich 
umherbewegen; dazu vgl. iv^ovCitnö^g iplQEC^ai Schol. Apoll. Rh. 
4. 1442). 

bha-n. — Vgl. Skr. hhan ertönen, schallen, laut rufen; 
hhan reden, sprechen (PW. V. 191. 201). 

qpav. — (ya-v/'-w) q)aivuj an's Licht bringen, erscheinen lassen, 
sichtbar machen, zeigen; intr. Pass. an's Licht kommen, erscheinen, 
sich zeigen, scheinen, leuchten (Fut. tpav^^ Aor. l-tpriva^ Perf. 
7te-q>ay'Ka trans., Tri-^i^v-a intr.; Pass. (palvofiai^ Fut. q>av-i]-aofjiat^ 
Aor. i'(pav-ri'V^ i-tpctv-^-v^ ersteres in att. Prosa: ich erschien, 
letzteres: ich wurde gezeigt, Perf. ni-tpa-o-inui^ 3. P. ni-tpavtcci^ 
Inf. nt-ipav-^ai^ Part. nB-tpa'tS'iUvO'V IL 14. 127; Med. Fut. (pctvov- 
funn ion. q>avio(iai^ Aor. i-tpri-va-fAriv; aus dem St. <pa: TtB-tpr^-cexcet 
wird erschienen sein II. 17. 156; Iter. des Imperf. (pav i-ax-e-ro 
Od. 13. 194; ep. Aor. Pass. (padv-^ti-v^ gedehnt aus gxxv^rjv^ II. 
17. 660, 3. PI. fpdttv^ev IL 1. 200)"); Intens, (♦^ov^av-jw) 



— 573 — 

irofi-qKXivui , poei, hell scheinen, hell strahlen, hell leuchten (nur 
ep. Conj. 3. Sg. nafi(pa£vriifi und Part. 7tafiq>alvovtag II. 11. 100; 
dazu ep. Part, und dann bei sp. Dichtem (wie von ^na^-tpav-d-o}) 
naiupccv-oav j Gen. -^(ovtog^ fem. -ococa)^^), — (pav-x] f. Fackel; 
tpava-iö-g Licht gebend, bringend (Bein, des Zeus und Apollo, Eur. 
Khes. 355, Lex.). — q>av-€pö-c einleuchtend, sichtbar, offenbar; 
berühmt, bekannt, q>avsQ6'(o einleuchtend u. s. w. machen, <paviQO}- 
6^-g f. Offenbarung, Erklärung (Sp., bes. EccL). — (q>av-Uj q>av-ai) 
q)d-ci-c f. Anzeige, Anklage (bes. gegen Schleichhändler); Schein, 
Erscheinung, tpaai-fio-g zum Schein, Prunk geh. (Lex.). — (p&-C'^a(r) 
n. Erscheinung, Gestalt, Traumbild, Gespenst, Wahrzeichen, gwafucr- 
adfi-g gespenstisch. — q>av-Tri-g: Upo-qnivTTic (ion. [(fo-) den hei- 
ligen Dienst, Gottesdienst zeigend, in die Mysterien einführen«!, 
bes. die Vorsteher der eleusinischen Geheimnisse (pcntifex maximuft, 
Plut Num. 9); Ilolv'fpiviag Mannsname (PoL io. 42. 2); cuko- 
qxivnic m. Sjko[>hant, Feigen-anzeiger, d. i. der diejenigen anzeigt, 
die gegen das Verbot Feigen aus Attika ausfuhren und verkaufen 
(vgL ovx av ow xig i\yr^cai%o navieX^g ani^avavg xovg Xiyomag^ 
Zu xal avKav i^aytayii xo ndkaiov ttniLQr(io xal x6 (pulviiv ivdnxvv- 
luvov Tovg i^yoviag xJLij^vai cvtuHpavxHv^ Plut. SoL 24); dann 
ein Jeder, der aus Bosheit oder Gemeinheit Andere anklagt«?; 
falscher Ankläger (eine in Athen seit Perikles sehr zahlreiche und 
verachtete Menschenklasse). — (payrä-Zuj offenbar machen, zeigen, 
darstellen; Med. sich sehen lassen, sich prunkend sehen lassen, 
brfisten {(p. xi sich etwas vorstellen oder einbilden), (pavxa-cxi-g 
auf die Einbildung, Vorstellung wirkend, durch die E., V. em- 
pfangend, tpavxaax-txog zum Vor&tellen, Einbilden geb., geschickt, 
der V. nUiig (xo fp. das Vorstell ungä vermögen); tpavxuC'Xf^-g m. der 
sich zur Schau stellt, Prahler; tpavta-öi-g iPlat. Tim. 72 b;, tpavtu- 
ci-u f. das Sichtbarmachen, Zeigen: intr. Sich tl^ar werden, Erscheinen, 
Aussehen; der die Sinneneindrfieke empfangende Seelenzuatand; Vor- 
8tellungsverm5gen, Einbildungskraft, Phantaei*^; Bild der Pharitanie, 
Einbildung (Plat), q^nnacio-m Vorstellungen hervorbringen, intr. 
V. haben, VorsteliungsvermSgen l^esitzen; tpamacl-udrig Einbil- 
dungen ähnlich, reich daran (Eust. u. a. Sp.;; ^partuo-ito g (Titti, 
bei D. L. 9. 25) m«, ^mu-e-futx) n. Erscheinung. Geüpen-t, Vor- 
Stellung, Demin. fpavtaaykit'tO'y n. iplat Svmp,;. — r'omfK/.«.itA: 
-ipov-o: vxiiff^-ipawO'^ (s. apa pag. 91) darfiber her\'orragen#i . aii«t- 
gezeicbnet; meist tadelnd: sich fibermfithig erhebend, fao^jhmGthig. 
stolz, vxt^^-^paw4m L üebermuth, Hocbmuth: -(pccv-cc: u-tpa^rig 
unsichtbar, dunkel, verborgen, unberfihmt: Svg-^pavrg <!/;hwer zq 
erkennen, undentlieh: mtnm-^rtig siehtbar. deutlich: vn^-^purr^g el^n 
ersehienen <Sp.): i^-^tnr^g spSt träfhetM^nd , axifgf;h<iv] ''Noon./: 
xefH-ipttrti^ von mlkrn Seiten sv^tUir. dcmtlißh: ^n-^n}'; zngkich 
erscheinend lAii^i: w cf n y »% ; = r«^j-^p«i^. vsu^-^pttvti^ j^ 



- 674 - 

hervorscheinen, meist im schlimmen Sinne: übermttthig sein, sich 
brüsten (Hom. nur vne^-fpaviovteg ^Ensiol II. 11. G94); Irans. 
Ubermüthig behandeln, verachten, v7tSQti(pavs\c]'£a f. = inte^ri' 

bha-l ^*). 

qpaX. — q>aX-ö-c licht, hell, glänzend, weiss (Lex.), (paX- 
lo-g id. (Kallim. fr. 176); (paX-l-g (IS-og) f. die Priesterin der Hera 
zu Argos, von der weissen Tracht (Euseb. Chronic). — {tpoXHuv-ja) 
cpdX-aiva f. eine Lichtmotte (sonst ij mro^ävti ^XV ^^es.). — (WrA- 
lo-g m. Gründer von Epidamnos (ÖaXlog ^EQccroKXilöov ^ Kogiv&iog 
ytvog Thuk. 1. 24. 2)^); OaXüi-g Sohn des Herakles (Apoll. 2. 7. 8); 
(^OaXi-tvo) 0ۆiSvO'gj maked. BaX-ivo-g^i -Bivo-g (Fechtmeister bei 
Tissaphemes; vgl. ^v ^ avtmv elg ''EXXijv^ og irvyxave Ttagie Tiaacc- 
q>{ifyn üv xal (vrifiog ixmv Xen. An. 2. 1. 7)*^*). — ion. q)aX-T]p6-c, 
dor. fpaX-aQo-g (auch q>aX'aQO'gj -nigo-g) >=» q)aX6g^ q>aXfiQ-ui(a weisH 
sein, sich weiss f&rben (Hom. nur nvfMcxa^ xv^or (paXuiQtocDvra 
weisse, weiss aufschäumende Wogen 11. 13. 799; nachgeahmt von 
Lykophr. 188. 492)*'); 0aX'^(H)-g m. Lapithe; Argonaut; Trojaner; 
Erbauer von Soloi auf Kypros; (2>crA-t/po-v n., 0aX-ri(^'g m. der be- 
kannte Hafen Athens und attischer Demos; Einw. ÖaXriQ-ev g; ion. 
q>aX-T]p-i-C, dor. q>aX'ä(^l'g (W-o$), f. Wasserhuhn, Bl&sshuhn, Bläss- 
chen. — <pdX-o-c m. Helmschirm, Stimschirm (vom Glanz des 
Metalls benannt)*^), S-q>alog ohne Schirm (II. 10. 258), a^mpl-tpaXog 
auf beiden Seiten einen Schirm habend (IL 5, 743. 11, 41), xsx^- 
tpaXog mit vier Schirmen {%vvifi IL 12, 384. 22, 315). — q)äX-dpa 
(Hom. nur IL IG. 106: ßaXXtro [fci^Xri^] d* aUl xan q>aXaif ev- 
nohfi'^) n. PL Backenstücke, Backenschiime (vgl. Schol. ro xoro 
TO ^doov tilg fUQi^s^Xalag fuxQci aaniöCaxia, q>aXaQa ot iv tatg 
naQ€tyvci^lai nginoi^ di* av tut fuxQOtyva^Cöeg KaraXafißavoviai xijg 
m(uni(paXalag)'^ Sing, nur Aesch. Pers. 661 D. (ßaaiXelov xictQuig 
fpaXoQov fMpotv^twv, vom Kopfschmuck der alten Perserkönige); 
die Backenstücke am Zanme; überhaupt: der blanke Haupt- und 
Brustschmuck der Pferde (vgL Her. 1. 215. 10, u. s. w.) -= lat. 
phalerae (vgL Fabretti ad column. Traj. p. 221; Visconti Musoo 
Pio-Clement. t. 5. p. 80); tixQa-ipaXriifog mit vier Backenstücken 
(twvifi IL 5, 743. 11,41). — (paX-aKpö-c kahl-köpfig, kahl, glatt, 
blank, g>aX-€e%Qa (Sp.), q>aX€ai^-xfi'g (tfir-og) f. Kahlküpfigkeit u. s. w. 
(^ lunic xo^v^T/V Xsioxfig Arist. h. a. 3. 11), qKxXdtxQO-sid'qg einem 
Kahlkopf ähnlich (D. Cass. 76. 8); q>aX(niQa-a kahlköpfig sein; 
(paXanQo-m kahl machen, Pass. kahl werden, (faXan^-oi-g f. das 
Kahl-machen, -werden (Plut. Symp. 3. 5), q>aXaK(HD-fiuic{x) n. das 
Kahlgemachte, der kahle Kopf (Sp.). — 'Ira^-q)aX-(i-u) schüchtern 
um sich blicken <= Tumtalvüi ((tnit moiffismg nal iv&ovCiaOfiov 
imßXinBiv SohoL Ap. Rh. 2. 127), na(iq>aXm-(Uvo-g '(Lyko]ihr, 1433; 
daiu Schol. navxaxo^iv ni(ußXB7t6fUvog)^^). 



— 575 — 
bha-y. 

q)a-F. — ((paJ^'s) qxi-c (nur Od. 14. 502: q>di 61 xQvao^^vog 
^Htig es erschien)**); <pa-^-0-UJ leuchten, nur das Part, (pai^-cav 
THom. Trag.) leuchtend, glänzend, strahlend (Bein, des Helios) 
(nivwjia xai tpaid'ovi aveoriva^sg = nad'^ fKiigav^ bei Nacht und 
Tag, Soph. Ai. 930)^*); 0ai^-mv (ovr-og) m. = der Leuchtende, 
das Boss der Eos (Od. 23. 24G); Sohn der Eos, von Aphrodite ent- 
fahrt; Sohn des Helios; Bein, des Absjrtus; Öai^-avaa f. Tochter 
des Helios und der NeSra (Od. 12. 132); Tochter des Danaos. 

— (7ti'<paf-0K'(o) 7n-q)aü-CK-uj, -oiuti (nKpaCKOfiai Hes. Th. 655) 
(nur Präs. und Imperf.) erscheinen lassen =*^ ein Zeichen geben, 
andeuten, ansagen, melden, verkünden; spät. Dichter: sich sagen 
lassen = erfahren, vernehmen^); 6ia'q>maxfa (Her. 3, 86. 9, 45. 
Diod. Sic. 18. 72); ini-gjavaiuo aufleuchten (Sp.); vnO'q>avaKOi 
ein wenig Licht zeigen, zu leuchten anfangen (Arist. probl. 8. 17). 

— (i'fpaf-o^ a-qni-o^ a-q>B-Oj vgl. Gen. veog stAtt vriog) &-q>S'0-g' 
atpmvog Hes.**). — {g>aJ^-n) q)aO-ci-c f. Schein, Licht, Glanz; Signal- 
feuer (LXX), V7t6-(pav-ai-g f. Schimmer, Lichtung (öthtXoov imo- 
(pavciv eine Lichtung, Oeffnung als Durchfahrt, Her. 7. 36), (pav- 
a-tfJQ'to-g Bein, des Bakchos vom Fackelglanz bei dessen Orgien 
(Lykophr.); (paval'fißQotog den Sterblichen leuchtend (Pind. OL 
7. 39). — (paJ^'Vo: q)ä-vö-c licht, hell, glänzend, berühmt (Comp. 
Sup. (pavo-xBQog^ -toto^), nokv-fpa-vog (Alkm. fr. 34 B.); Subst. m. 
Leuchte, Licht, Fackel, Demin. q>civ-lo-v n. (Mela 78. 79); q>äv6- 
Tfi-g (ttft'Og) f. Helle (Sp.), q>ccv6'(» hell machen (Strab.). — tpaJ^-igi 
(qKiJ^'Og) qxiß-oc pamphyl. (Hes.), q)aö-oc lesb., poei q)a-oc, n. 
Licht, Heile; übertr. Heil, Glück, Sieg (Hom. Dat. q>aBi, Acc. q>aog; 
PL (pa-e-a = das glänzende Auge, nur Od. 4mal; Dat g>a-e'0i 
Kallim. Dian. 71^); 'q>ccf-Bg: nafi-q>aiiig ganz klar, hell, hellstrah- 
lend, 7U^-q>cn]g ringsumleuchtend, blickend (Opp. HaL 2. 6); g>aec- 
l-(iß(fotog (Beiw. der Eos, des Helios) = q>avalfißQoxog, — g»«/- 
E0-VO: <pa-€i-vö-c, äol. (pa-sv-vo-g^ leuchtend, glänzend, strahlend, 
schimmernd, blinkend^) (Comp. (panvo-tBQO-g IL 18. 610, unregelm. 
*q>af-'iV' qw-av-xe^-g Nonn. 40. 384; Superl. gjacfv-TOTo-^, nur 
äcrrj^ Od. 13. 93); q)a€ivuj, ep. Nbf. zu q>alvm^ nur Präsens; 0a£iv6-g 
Maansname (SchoL Ar. Equ. 959), 0a£w6-g ein Dichter (Mel. 1. 
29), 0iiitwa f. eine der Charitinen (Paus.), Ocutv-l-g (iö-og) f. 
Priesterin der Here in Argos (Thuk. 4. 133), ^atwl-g f. eine 
Wahrsagerin (Paus.). 

q)0F. — (^(poS^'Og) tpo-ing (hom. Acc.) und q>i%ig-6$ ■= q>uog. 

— St. qww, q)UJ-T (vgL /eAco-r, i^-r; a-yvw-r, «-«vw-r): q)UJC 
(tpvn-6g) n. = tpiog^)-^ qxüa-xr^Q (r^^og) m. der Erleuchtende, 
Erhellende (Sp.), fpvno-tidiqg lichiartig, lichtvoll (Sp.); (^xoT-ea-vo) 
fpvn-ti.'VO'-g licht, hell, deutlich (Ggs. tfxorfivog), fptoxB^vo-Biö^g =^ 
ffwiottii^g (SchoL Eur. Hipp. 740); q>uiT-i2[ui leuchten, glänzen, 



- 576 — 

scheinen; trans. erleuchten, erhellen, offenbaren, (ptou-a-T-ixo-g er- 
leuchtend (Schol. Eur. Hipp. 191), qxou-a-xi^Q-io-v n. Erleuchtungs- 
ort (= (pcinöfAa EccL), qxoTi-ö-fAO-g m. das Erleuchten, das Er- 
leuchtende (S. Emp., LXX), (pmi-a-(Mc(T) n. Erleuchtung; Taufe 
(EccL). — (tpof-jo^ (poß'io) q)oTßo-c (das t in die Stammsylbe ge- 
drungen) rein, klar, leuchtend, glänzend; Oolßo-g m. Beiname dos 
Apollon = der Strahlende, Reine *^ (Hom. meist Ooißog '^TroAAwr, 
'A. O. nur IL 20. 68); ^Ißti f. Tochter des üranos und der (Jäa; 
eine Nymphe; T. des Leukippos; T. des Tyndareus und der Leda; 
(foCß-eio-g^ ion. q>otß'r io-g^ vom Phöbos, daher: begeistert, pro 
phetisch, Fem. dazu q>oißtitg; (potß-a-g (aS-og) f. Priesterin des Ph., 
Begeisterte, Prophetin; q)Oißd-UJ reinigen; begeistert sein; Irans, 
begeistern {xBtQag q>otßi^caaa fivQotg lu na^ivog iQig Theokr. 17. 
134), ipoißfi'x6-g prophezeiet, prophezeiend, begeisternd, fpoißij-Ti] j, 
(poißi^-xaQ {fOQ-og) m. Wahrsager, Prophet (Man. 1. 2 «3 7), fem. 
(poißi^-T(f-ia (xa^dqiVQia lies.); (poißfiT-sv-oi} prophezeien (Hes.); <poi- 
ßa-t<a {q>oißalv(o Hes.) = <poißd(Oj q>oißa'C-x-i%6-g zur Begeisterung 
geh., q>oißa-C'Xi]'g m. = tpoißr}fn\g^ q>oißdc-CxQ-ia f. = <poißrix()ta; 
q>olßa-iS'fia{x) n. das Geweissagte (Sp.). 

bha. 

fa. — fft-ri (ß-tu-^^t) = (ptifä {fä-m'mo diceto Paul. D. p. 87. 
10); ad- fori anreden; ef-fari feierlich heraussagen, aussprechen, 
davon Part, cffa-tu-s in pass. Bedeutung: heilig gesprochen, ge- 
weiht, bestimmt (Varro 1. 1. C." 7. 65. Serv. Verg. A. 6. 197), 
Subsi effatu-tn n. im relig. Gebrauch: Verkündigung, Ausspruch; 
inter-fari dazwischen i*eden; prae-farl^ 2)ro-fari vorher sagen; Part. 
fan-s; Ggs. in-fan-s nicht sprechend, klein, jung, Sub&l. Kind, 
Demin. infant-ü-lu-s , -la; Infant ia f. Unvermögen zu sprechen, 
Mangel an Redetalent; Kindheit, infanti-U-s kindlich; infant-ärin-s 
(davon -äria f. Kinderwärterin Mart. 87. 3; -ärii m. Kinderopferer 
Tert.), infant-ärc wie ein Kind füttern (Tert.); fa-ndn-s was ge- 
sagt werden darf, recht; Ggs. in-fandu-s unaussprechlich, unsüg- 
lich, abscheulich, traurig, unglücklich; ue-fandu-s gottlos, verrucht, 
schändlich {ne-fatis id.; LuciL et Varro ap. Non. p. 489. 14), nr- 
fand-äriu-s Gottloses u. s. w. begehend (Not. Tir. p. 74); Part. 
Perf. Pass. fä-tu-m n. das Gesprochene = Weissagung, Schicksals- 
spruch, Geschick, Verhttngniss; im Bes.: Unglück, Missgrschick ; 
concret: Unglticksbote*') (fatu-s mens Petron. 42. 77), ßt-äli-s vom 
Schicksal verhängt, verhängnissvoll, entscheidend; verderblich, iüdt- 
lich (Adv. fataU-ter)j fatali-ia-s f. Verhängniss (Cod. 4. 66. 1 ); 
fä'tU'S (ins) m. Wort, Weissagung (Petron., Amm., Inscr.); Fa- 
t'UU'S, -ua weissagende Göttin, fatu-äri begeistert sein^^). - fii- 
t-uU'S geschwätzig, thöricht, abgeschmackt, fatui-fä-s f. Albernheit 
u. s. w., fatuä-ri albern reden (öen.)*^); fa-tä-ri intens, {fatantur wulfa 
faniur Paul. D. p. 88. 11, fatä-tus eifiagfävog Gloss. Philox.). — 



— 577 — 

(fa-ti) fä-t-€ri (^fai-tu-s = fas-su-s) gestehen, aussprechen, dar- 
legen*^) (faterier Inf. Hör. ep. 2. 2. 148); con-ß^ri^ pro-ßferi 
{'fessus) = fateri, sich zu etwas bekennen, anmelden, confess-ioin) 
f. Eingeständniss, Bekenntniss, Anerkenntniss, owifess-or m. Be- 
kenner (des Christenthums Eccl.), confessör-iu-s zum B. geh. (-ia 
actio ^ gegen den Bekenner der Schuld wegen Schadenersatz; auf 
Anerkenntniss der zustehenden Servituten, Dig.); pro-fess-toin) f. 
OS confessio, Versprechen, Aeusserung, öffentL Angabe des Standes, 
Vermögens u. s. w.; übertr. der angegebene Stand, Kunst, Gewerbe, 
GeschSffc, profession-ärm-s der Steuerpflichtige (Inscr.), profess-or 
(pr-is) m. der öffentlich Bekanntmachende, der öffentl. Lehrer, bes. 
der dafür besoldete, Professor (vom silbernen Zeitalter an; vgL 
geometrae et grammatici ceterarumque arttum professores, Quint. 12. 
11. 20), profe8SÖr4u-s zum öffentL Lehrer gehörig. — (^fä-ti-d) 
iB-fl-ti-ae f. PL, nur Acc: ififitias ire (vgL exseguias^ suppetias 
ire) in Abrede steUen, infiti-äli-s verneinend; infitiä-ri verlftugnen, 
lAugnen, infitiä-tor m., -trix f. Lttugner, -in, infitiä-ti'ö(n) f. das 
Lftugnen; m-fiteri (non fateri PauL D. p. 112. 10; infitens Gloss. 
Philox.). — (*fe-ti das Sprechen, vgl. fan-, fen-estra) f6tl-Äll-8 
(assB Sprecher, Gesandter) Subst. PL röm. Priestercollegium zur 
Bestätigung der Bündnisse und Ankündigung des Krieges; Ac^. 
auf die Fetialen sich beziehend (fäicUes legatos res repetUum mitte- 
bant quatuOTj guos oratores vocäbant Varro Non. pg. 362 G.; foe- 
derum, pacis, heUi^ indutiarum oratores fetiales iucUces XX numero 
sufUo Cic. Leg. ü. 9. 21). — fä-nil-m n. geweihte Stätte, Hei- 
ligthum, Tempel (fanum dictum a fando PauL D. p. 88; fanum 
a fando y quod dum pontifex dedicat^ cert^x verba fatur Pest p. 88 M.; 
fana quod fando consecrantur ibd. p. 93; fana nominata^ quod ponti- 
fkes in sacrando fati stmt finem Varro 1. 1. 6. 64; fanum , id est 
locus templo effatus Liv. 10. 37. 16)*^), Fä-na f. weissagende Göttin 
(Mart. Cap. 2. p. 28), Fü-nu-m n. eine umbr. Stadt (jetzt Fano)\ 
fimä-re weihen, heiligen, widmen (quod sacrificio quodam fanaturj 
id est^ ut fani legi sit Varro L L 6. 7. 65); pro-fänu-s eig. vor 
dem Heiligthume befindliche^) = unheilig, ungeweiht, gemein, 
profan; übertr. gottlos, ruchlos, unsittlich (Adv. profane)'^ pro- 
fofiä-re a) vor dem Heiligthume darbringen d. h. weihen, opfern, 
heiligen (Cato r. r. 50, 2. 132, 2); b) entheiligen, profaniren, 
entweihen, schänden, verrathen, enthüllen, profanä-tor m. Ent- 
weiher, Entheiliger (Christi j Fmdent) , pro fanä'ti-ö(n) f. Entweihung 
(EccL^; profani-ta-s f. Unheiligkeit, die profane Welt der Heiden 
(Tert); fänä-ti-cu-s gottbegeistert, schwärmerisch, rasend, be- 
geistert; zum Heiligthum gehörig (pecu/nia^ Inscr.); af-fän-iae f. 
leere Widerreden, Ausflüchte (Appul.). — f&-bula f. Geschichte, 
Sage, Oerede; Dichtung, Erdichtung, Mährchen; übertr. Fabel als 
IMebtimgsart, Drama, Schauspiel, fäbul-äri-s der Sage angehörig, 

TftBli«k, «tyin. Wörterbuch. 37 



— 578 — 

fahulrösii-s fabelhaft, wunderbar (Adv. ■dse)^ fätnUasi-tä-s (toHs) f. 
Fabelhaftigkeit (Plin. ); faJmldrii reden, erzielen, plaudern (Inü 
fabtdarier Plaut. Ps. 1. 1. 60), fabtUä-tor (tör-is) m. Erzähler, 
Fabeldichter, fabiaä-Ü-öin) f. Gespräch (Marc. Cap. 6. 189); Fäb/ml' 
mtirS m. Gottheit, die das Sprechen der Kinder befördert (Varr. 
ap. Non. p. 532. 27). — f&-Dia f. = goi^-jüi} (pag. 571); Demin. 
(famu-la) fatnel-la (dimintUivutn a fania^ Paul. D. p. 87. 17); fam- 
öm-s im guten Sinne: berühmt, ruhmvoll; im schlimmen Sinne: 
berüchtigt, anrüchig; schmähend, lästernd; dif-fäm-ia f. Vernich- 
tung des guten Rufes (August.); in-fäm-ia f. schlechter Buf, 
Schimpf, Schmach, Schande, ht-fami-s übelberttchtigt, verrufen; 
-famä-re: dif-fawäre durch böse Gerüchte verbreiten, in üblen Ruf 
bringen, diffmuä-H-ö^ti) f. Verbreitung {Christianuc relig^Umis^ August 
c. d. 3. 31); bhfainärv =: diffamarc, beschuldigen, anklagen, m- 
famä-tiöin) f. Verleumdung {ccUumma est malitiosa et mendax m- 
famatio Non. p. 263. 8). — fä-men (nitn-is) n. Rede, Gerücht 
TMarc. Cap. 9. p. 336), af-ßn^en n« Ansprache (Appul.), ef-famm 
n. Ausspruch (Marc. Cap. 4). — {fa + neutr. Skr.8uffix -a«, das 
im Lat. gewöhnlich zu os^ us sich gestaltet:) f&S (IndecL) n. eig. 
göttliches Wort, göttl. Gebot, göttl. Recht'^) (im Ggs. zum jus, 
dem menschL Rechte); Adj. recht, billig, schicklich, erlaubt, mög- 
lich; w€-/a>* n. Unrecht, Frevel, Sünde; A^. unrecht, unbillig u. s. w.; 
(nefäS'iu-8) nefär-iU'S gottlos, verrucht, verflucht, schändlich, Adv. 
nefarie; fa8-tll-8 dies Gerichtstag (fasttis erlty per quem lege licdtlt 
ngi Ov. fast. 1. 48), PL fiistl (dies) Verzeichniss der Gerichts-, 
Pesttage u. s. w., Calender, Chronik, Jahrbücher (Nbf. Audomos 
fastüs Sil. 2. 10, f'asülms Lucan. 10. 187); Ggs. ne-fastus dies ge- 
schlossener Tag, an dem es verboten war, Gericht zu halten, 
daher, weil auf ihm der Fluch der Götter ruht, Unglückstag; 
Übertr. unglücklich, gottlos, verrucht; (*faS'iU'Sy *far-M'S) far- 
iä.ri = den Sprecher macheu, sprechen (Xll tab. 8. 22 Scholl: 
t/ui si sierii testar'm' Ubripensvc. fuerit, ni testhnonium fariatur^ *m- 
prolius iniestdbiUsque csto)^). 

bha-k. 

fac. — fax QaC'is) f. Holzbrand, Kienholz, Fackel zum Leuch- 
t«^n, Anzünden, Anbrennen; übertr. Anreizung, Anfang, Flamme'^) 
TNom. Sg. fa4!€'S Paul. D. p. 87; vgl. Neue I. 141), Demin. fac-üla 
f., fwul'ärlii'S m. Fackelträger (öaöovxo^ Gloss. Philox.). — fif- 
ie-s f. Erscheinung, Gesicht, Antlitz; Ansehen, Gestalt, Beschaffen- 
heit; Anblick^*) (Gen. S^. facies oder facti nach Quadrig. ap. Gell. 
9. 14, Dat. facic oder facii LuciL ap. Gell. ib<l., Gen. PL facierHW 
Cato ap. Prise. 782 P.); super-ßrie-s f. obere Gestalt, Ober- 
fläche, fmath. ) Fläche (Xbf. stiper/ic-iu-fn Gruter inscr. 137 f.), 
supei-/ici'äli-s zur Oberfläche geh., übertr. oberflächlich, super fici- 
liriu-s auf fremdem Gut und Boden befindlich (Dig.j. — (*fac-erc, 



— 579 — 

fac-eto, vgL acerCy ctcetu-fii) fac6-tll-8 urspr. glänzend, schön; 
daraus: anmuthig, fein, witzig (vgl. glänzender Vortrag, Funken 
des Witzes)^') (Adv. facete), facet-iae f. Anmuth, Feinheit, Witz, 
witzige Bedeweise, facää-re artig machen, zieren (Venant.^, facetiä-ri 
witzig Jeden (Sidon. ep. 3. 13). — fäc-U-ndu-S (vgl. fe-c-tmdtts, 
vere-c-undus) gesprächig, beredt, wohlredend**) (Adv. -c), facund-ia^ 
"i-fäs t Beredtsamkeit, fctcundi-östt-s sehr beredt (Sempr. ap. GelL 
4. 9. 12). — prae-ftc-a f. Klageweib, Leichenweib *^) (welches 
einem Leichenzug vorangeht). — f5c-ll-S m. Feuerstätte, Heerd; 
Sitz der Hausgötter, Bezeichnung des Hauses oder der Familie; 
poet. (meist PI.) Scheiterhaufen; Kohlen-becken, -pfanne (in foco 
edldo suh fesiu coquito leniter Cato r. r. 76); in letzterer Bedeu- 
tung gew. focu-lU'S (n. PI. Plaut. Pers. 1. 3. 24) (vgl. foculis 
ferventOms Plaut. Capt. 4. 2. 68; accenso ad sacrificium foctUo Liv. 
2. 2. 13)*®), foculä^e (fovere Non. p. 10. 1); dazu Demin. {*focil' 
lU'S) fociUä-re erwärmen, erfrischen, hegen und pflegen, fociUä' 
ti-ö(n) f. Erwärmung, PI. warme Umschläge (PauL D. p. 85. 5); 
foc-äc-iU'S zimi Heerde geh., auf dem H. bereitet (Isid. or. 20. 2^ 
15), foc-äriu-s m., -äria f. Küchen-knecht, -magd; Köchin, Haus- 
hälterin. 

bha-n. 

fen. — fen-es'tra (vgl. scel-es-iu-s^ fun-es-iu-s, äom-es-Hcu-s 
pag. 342) f. Fenster, Oeflnung (das Licht durchlassend), altl. 
(fen-s-tra) festra (Enn. ap. Macrob. sat. 3. 12, Paul. D. p. 91. 5, 
Placidi Gloss. p. 464)**); Demin. fenestruAa (App.), fmestella (Col.); 
Fenestella ein Thor zu Rom (mcie domum parva solitn est intrare 
fenesira; u/nde Fenestellae namina porta tenet Ovid. F. 6. 578); röm. 
Geschichtschreiber; fenesträ-re mit F. versehen. 

bha-l **). 

fSl-a f. (ursprünglich: Glänzendes, Lichtes; Glanz, Licht; 
A<^'. licht BS hoch; hohe Gegenstände sind am hellsten erleuchtet; 
daher =) Hochbau, Thurm, Belagerungswerkzeug zur Beschiessung*^ 
(falae didae ah altüudine a falando [zu schreiben: fälanto = Himmel], 
quod apud Etntscos significat caelum PauL D. p. 88. 12); (*/a/- 
ärp-s) fal'är%'Ca f. ein Wurfpfeil, der mit Werg und Pech be- 
wunden und dann angezündet fortgeschleudert wurde (vgl. Liv. 21. 
8. 10: phcdarica erat SaguntiniSy missile telum hastüi abiegno et 
cetera tereti praeterquam ad extremum, unde femim extabat. id^ 
sicut in pHOf quadratum stuppa circunUigabant linehantque pice. fer- 
rum autem tres longum habebat pcdes^ ut cum armis transfigere cor- 
pus passet; dazu: falarica genus tdi missüe^ quo utuntur ex falis 
t. e, ex locis exstructis [nach Nonius p. 555 : tu/rribus ligneis^ dimi- 
cantes PauL D. 1. c; aiiiderer Art sind die Liv. 34. 14. 11 er- 
wähnten: emissis soUiferrcis x^halaricis gladios sirinx€rmii)\ fnla-cer 

87* 



— 580 — 

der licht- oder glanzmachende (fcUacer flmnm a divo patre Falacr 
Varro 1. l. 5, 84. 7, 45; diesen soll Numa Pompilius eingesetz 
haben, also sabinischen Ursprungs); Falacr-mu-m n. Ort im Land< 
der Sabiner (Suet Vesp. 2); (^Fal-ent-o, ^Fäl-entAc, ^Fdl-entAx 
*Fal-^Ai) Fal-er-ii urspr. Einwohnername, dann Ortsname (d. i 
eine mit Hochbau = Wall und Thürmen versehene Stadt), dazi 
der gewöhnl. Einwohnemame (* FcU-es-i-ei) Fal-is-ci etrur. Völkei 
Schaft (die Stadt jetzt Civitä Castellana)^ FcUer-nu-s, Falerinu' 
falemisch"). — fbl-tca f. = (pak-riQlg (pag. 574), Nbf. fid-h 
(tc-is) (Carm. Cic. div. 1. 8. 14). — in-fiil-a f. (vgL ipak-a 
pag. 574) f. die (weisse) wollene Priesterbinde um den Kopl 
Opferbinde; ttbertr. Schmuck, Ehrenzeichen (vgl. lanea dum mvet 
fircumdatur infida vittae Verg. G. 3. 487), (*infulä-re) inftHä-iu- 
mit der Opferbinde angethan (hos et ovis Or. inscr. 642), mit de 
Infula geschmückt. 

bha-T. 

fav. — fäv-^re {fäv-i, fautu-s) urspr. glänzen, älicui ■= eines 
freundlich, hilfreich, günstig sein; begünstigen, unterstützen^') (ii 
der Religionssprache: Unguis, bisw. lingua^ ore^ mente^ animu 
seine Zunge hüten = fromme Reden führen oder: stille, mhi| 
Kein, sich schlechter Reden enthalten); favent-ia f. das Günstig 
sein, Ruhigsein, Ruhe (Acc. ap. Non. p. 206. 2), Favent-ia f. Stad 
in Umbrien (jetzt Faenza)^ Favent-lnu-s faventinisch; fav-i-tor alt! 
(virtute anUßire oportet ^ nan favitoribus, sat Jiahet favitorum sempei 
qni rerte facit Plaut. Amph. pr. 78 f.; vgl. LuciL ap. Non. p. IOC 
23), fau-tor (tör-is) m., fau-tr-ix (ic-is) f. Gönner, Beschützer, -in. — 
i^fav-no) Fau-nU'S m. (der Gnädige) Sohn des Picus, Enkel de 
Saturn, König von Latium; Plur. Fauni für Fancs als Waldgötter**) 
Fnu-na f. Schwester des Faunus, Faun-iu-s zu den F. gehörig, Faun 
älia das Fest des F. im December. — Fäv-ön-iu-s m. der Westwind 
Zephyr (vgl. quid fles, Ästrrie, quem tibi candidi i)i'imo restituen 
irre Favoniij die heiteren oder glänzenden Weste, Hör. carm. S 
7. 2); röm. Name; favoni-änuSy -äli-s favonianisch (ZsfpvQiog Gloss 
Philox.). — {*fav'0s) ftv-or (är-is) m. Gunst, Neigung, Zuneigung 
(*favört4'S, *favorä-re) favorä-bili-s (Adv. -ter) begünstigt', will 
kommen, angenehm, Gunst gewinnend, Favor-^u-s m. lat. Schrifl 
steller über Triy'an und Hadrian; (*fav-os-to, ^fav-s-to) fau-s-tu- 
begünstigend, glücklich, beglückend (Adv. fauste) , faustt-tä-s (täüs 
f. Glück (personificirt: nutrit rura Ceres almaqti^ Fetustitas « 
Fruchtbarkeit, Hör. carm. 4. 5. 18); Faustu-s m. Bein, des Sulla 
Sohnes des Dictators, Fausta f. Gemalin des Milo (Cic. Att 5. 8. 2) 
Demin. Faustü-lu-s ein Hirte, Erzieher des Romulus imd Remus**) 
Faust-ina Gemalin des Antoninus Pius; Gem. des Antoninus Phi 
h»sophus. — (*fäv-a^ *favu-la) fSvil-la f. die noch lodemd< 
Asche**) (vgl. parva siib ifiducta latuit scintitta favilla Ov. M. 7. 80) 



— 581 — 

faiHU'äc-cU'S, -ä-ii-cu-s aechenartig (Solin. 27, 36); famUe-sc-erc wie 
Asche zerstäuben, verfliegen (Fulgent.). — (^fav-men-, ^fou-men-) 
fÖ-men-tu-m n. der bähende Umschlag, Bähung, Verband; übertr. 
Linderung, Linderungsmittel, Pflege, Trost*'), famentä-re bähen -^ 

(Vegei), fomentä'ti'din) i, Bähung (Dig.). 

bha-S. — Skr. hhäs 1) scheinen, leuchten, 2) Med. er- 
scheinen, einleuchten; caus. erscheinen machen, zeigen; hhäsh redeii, 
sprechen, plaudern, sagen (PW. V. 266. 272). 

fSs. — (^fes-iae) fßr-lae f. (die glänzende, reine Zeit = 
heilige, feierliche, festliche Zeit =) Feiertag, Pesttag*®) (Sing. 
feria Paul. D. p. 85); übertr. Ruhe, Friede; feriä-ri Feiertag halten, 
feiern, ruhen, Part, feriä-tus müssig, frei, ungeschäftig (dies fe- 
riätus Feiertag, dafür feriäticu-s Dig.); fes-tu-s (glänzend =) 
festlich, geheiligt; übertr. fröhlich, feierlich, heiter (vgl. dies can- 
didus)'^ Festiis röm. Beiname; {*festä-re) festä-tu-s festlich geschmücTct 
(dialis, Fab. Pict. ap. GeU. 10. 15. 16); fesü-ce Adv. fröhUch (Varro 
ap. Non« p. 452. l); fest-ivu-s heiter, fröhlich; lieblich, angenehm; 
witzig, artig, launig (Adv. fest-ive, -ivi-ter)] festtvt-tä-s (täti-s) f. 
Heiterkeit u. s. w., bei Spät Festlichkeit, Pest, Demin. {* festivität- 
üla) fesätät'ülu f. kleine Festlichkeit (Alcim. ep. 79); festivä-re 
(ioQta^do Gloss. Vet.). 

B. Gl. 271a. — Corssen i. 420 if.; B. 77. 197. 409. — C. E. 297 f. 
641. — F. W. 134. 137. 470 f. 1064; Spr. 246. — 1) Ascoli KZ. XVll. 
335. 41). — C. V. I. 139. 143. 1). 218. II. 62 f. 400. — Lottner KZ. Vll. 
172. 30). — 2) CurtiuB St. HI. 187. — 3) C. V. I. 269. 276.42). 1I.-378. 

— S, W. 8. V.: „da das Wort in der ältesten Sprache nur im Imperf., 
in dem folg. Sprachzeitalter nur vereinzelt im Part, und Inf. Pr. vor- 
kommt, HO dürfte es wohl eigentl. als Iterativform des Imperf. von q>fiiU 
zu betrachten sein, um so mehr als in vielen hom. Stellen die Iterativ- 
bedeutung 'wiederholt sagen' u. s. w. passend ist; vgl. auch Kr. Dial. 
§. 32". — 4) Clemm St. VlII. 73 f.: ..praeter Duentzerum ad v. 211 qui 
alpha suum irUensivum sibi eripi nMo pacto patitur*^ (ders. übersetzt: 

gewaltig). — 5) Döderlein Gl. n. 2197: »■ uva-qtadrw ^^h Lobeck Path. 
L I. p. 102 das ik euphonisch; dagegen Christ p. 182: =b df-ipaüirj, — 
6) Ascoli KZ. XVII. 346. — C. E. 617. 641 (d aus j entwickelt: cpcyo). 

— Anders Schweizer KZ. III. 363: „deutliche Spuren der Bildung auf 
'tyaf da eine Erweichung der Tennis vor j im Griech. nicht mehr ge- 
läugnet werden kann". — 7) Vgl. Ebel KZ. IV. 346. — 8) Curtius de n. 
gr. f. p. 61. 254): nisi praeetcU in hoc -ot^ suffixum stcUuere, quod cum 
a radicali in -(ovfi contrahi poterctt, ut ac suffixi -avrj cwn o radicis in 
Xoavri wvri. — Benfey KZ. VIII. 9: skr. bkäeh sprechen, (pm-vr^ för 
tpcoa-vfi. — B. Gl. 437 b: svan sonare; fortasse tpmvj^ e (Kpmvrj. Ebenso 
Kuhn KZ. IV. 17 (qxovri s» Skr. wäna, a^j. fremens) und Legerlotz KZ. 
VIII. 127. - 9) Vgl. C. E. 1. c. — 10) Vgl. Pott KZ. VlII. 111 f. 114. 

— 11) Fritzsche St. VI. 308. — C. E. 1. c: „im cc möglicherweise h 
verborgen"; unentschieden C. V. I. 316. 48). II. 166. — Autenrieth zu 
Nägelsbach Anm. z. Ilias p. 316, ebenso S. W. s. v., Ameis-Hentze ad 
1. c: 9tf, qia-c. Dagegen Fritzsche 1. c: !Scr. hhäs qui conferuwt negli- 
guwt quod eius rcidicis aliud vestigium non est in lingu^ ffraeca. — 
12) C. V. I. 261. 309. 15). 316. 337. IL 20. 61 f. 303. 321. 324. 326. 



— 582 — 

829. 883. — 18) C. V. I. 261. 8). 310. 20). — 14) C. E. 1. c: „doch 
könnte das l auch wie in Skr. bliälas Stim, Glanz, zum Suffix gehören, 
80 dass ein Stammnomen tpalo-g, das von Grammatikern angeführt wird, 
zu Grunde lÄge". — Ebenso F. W. 137: bhal, 1064: bhar hell sein, 
sehen; „oder direkt von bha**; Spr. 1. c. nur bhal. — Corssen KZ. XL 
423: q)cC'X6-g u. s. w. — Vgl. noch Schönberff KZ. XX. 447. — 15) Claasen 
ad 1. c: so wird der Name des korinthischen Oekisten, bei der Kürze 
der ersten Sylbe, zur Unterscheidung vom A4j. q>dUog regelmässig ac- 
centuirt S. Lehrs de Arist p. 279. — 16) Fick KZ. XXII. 224. — 

17) So übersetzt Pape W. und Seh. W. s. v.; S. W. ebenso; jedoch: „oder 
vielleicht besser nach A. Gh>ebel Philol. XVIII. 216: „kammartig ge- 
schwollen"; dagegen G. E. 1. c: Wellen „mit weissen Köpfen". — 

18) Corssen KZ. X. 36. — Ameis-Hentze ad II. 3. 362: tpdXos ist der 
über den Helm vom Nacken bis zur Stim laufende Bügel oder Kamm 
von Metall, in welchem der Rossschweif mähnenartig angebracht war. 

— 19) Fritzsche Si VI. 816. — 20) C. V. I. 211. — Ameis-Hentze ad L c: 
ist ein Aorist vom Stamme (paj=. — 21) C. V. II. 342. 345 (^ =- Wnnel 
dha)\ vgl. noch Curtius KZ. I. 25 f. — 22) C. V. I. 275. 11). — Röscher 
Si Ib. 124. — 23) Brugman St. IV. 167. 44). — 24) C. V. I. 364. II. 16. 

— Dietrich KZ. X. 441. — Sonne KZ. XIII. 436. — 26) Brugman St. IV. 
178. 12). — 26) C. £. 641. — B. Gl. 271a: forma anomale reduplicafa 
sicut gfißoiuu e bhi, bibhami. — Döderlein n. 283. 2473: eigenÜ. fpoßiog^ 
von fpoßrj, caesariatus. Diese Herleitung verwirft Pott KZ. V. 294 f. und 
deutet: SoCßog «= der „im Lichte (Locativ 901-), über dem Himmels- 
bogen, danerwandelnde {ßaivmv) Gott"; ebenso KZ. XIX. 34. — 
Grassmann KZ. XII. 118: „qpotßo-s wahrscheinlich eine redupl. Bildung 
aus bha leuchten". Ebenso Seh. W. s. ^. — Herm. Opusc. p. 376: tpißm, 
Februus =— removens naxia. — Vgl. noch Preller Myth. I. 151 : der Gott 
der Sonne und des Lichtes, wofür ihn schon die Alten oft erklärt haben 
und worauf auch die neuere Mythologie nach längerem Widerstreben 
zurückgekommen ist. — 27) Vgl. M. M. Vorl. I. 10: Fä-tu-m bezeichnete 
urspr. etwas Gesagtes, einen Ausspruch und ehe das Fatum zu einer 
Macht wurde, vor dem sich selbst ein Jupiter beugte, bedeutete es das, 
was einmal von Jupiter ausgesprochen war und nicht mehr ffe&ndert 
werden konnte, selbst nicht vom Götterkönig selbst. — 28) Vgl. Grass- 
mann KZ. XVI. 113. 18). — 29) Corssen 1. c. — Pictet KZ. V. 333 f.: 
bhat decipere, fallere (PW. jedoch: bhaf sprechen, sich unterhalten, 
Wki^) betrügen V. 188. 191). — Pott W. I. 89: zu ajav-vo-p. — 30) Corssen 
I. 421 f.; lä. XI. 344. XVIII. 248: fati » tpa-ti; osk. fa-tuom sprechen 
nach der t-Conj., während fa-t-eri gestehen der 6-Conj. gefolgt ist. — 
31) Corssen KZ. XI 419. — Zu Livius ad 1. c. vgl. Weissenbom: fanum 
entsteht, wenn der Augur dem decimanus [Hauptlinie von Osten nach 
Westen J und cardo FH. von Norden nach Süden] parallele Linien auf 
beiden Seiten derseloen zieht, und diesem Raum entsprechend einen 
viereckigen Platz auf der Erde bestimmt (templo zum Tempel im engeren 
Sinne, auf der Erde). — 32) Vgl. Schweizer -Sidler KZ. XVII. 309. — 
33) Corssen L 421. 478. II. 686; B. 197. — Pott E. F. L 136: zweifel- 
haft, ob zu W. bfia oder dha gehörig. — 34) Corssen IL 1013. — 
86) Ascoli KZ. XVII. 336. 40). — Budenz KZ. VIII. 289: fac =- /Vit?/ fax 
trotz des weibl. Geschlechtes zu (paJ^og{?). — F. W. 470. 601: spak ^ 
fak Bündel. — Grassmann KZ. XII. 89: fa-c, c = Suffix -A:a, -co. — 
36) Grassmann 1. c. — 37) Budenz KZ. VIII. 287. — Corssen B. 44. ~ 
38) Corssen I. 423. IL 184. — 39) Corssen I. 423 trennt prae-fi-c-a; C. 
E. L c. prae-fi'Ca (mit ?). — Schweizer KZ. III. 210: eher doch wohl 
die „Vormacherin'', also zu facio. — 40) Corssen I. 423. II. 306. 616; 
B. 44. 233. - Curtius de n. gr. form. 31. 123). — Grassmann KZ. XII. 



- 583 — 

88 (fo-cU'8). VII. 885. 40) (/b-c-w-sV — Benfey Wz. II. 274: zu »vm. — 
Bopp 61. 239 b (und Vocalism. 'aOo,: pavakd ignit, fortasse focus e po- 
at8. — Budenz 1. c. (Anm. 36): foc = fov. — DOderlein lat. Syo. u. Et. 
6. 132: mit fax, tptoynv, tpmyavov zusammenhüngeDd. — Düntzer KZ. 
XI. 259; fu, für brennen; vgl. tu, iwr, iocus. — Schweizer- Sidler KZ. 
XV 111. 305: fov, foucus^ focus mit Diphthongentrübung und Verkürzung. 

— 41) Ascoli KZ. XVII. 336. 40). — B. Gl. 273 a. — Corssen I. 421. II. 
639. 669. 685; B. 371. 409; KZ. III. 300. — CurtiuB de n. gr. form.: 
fortasse cwn Graeco (pccv {tpahm) Sanscrito bha (lucere) cogtuUum est. — 
Lottner KZ. VII. 172. 30). — M. Müller KZ. IV. 274: bhas, fe-ne-stra. 

— 42) Corssen B. 344. 473; KZ. X. 36 f. XI. 423. — 43) Budenz 1. c. 
(vgl. Anm. 36). — Corssen 1. 87, B. 56, N. 83 ff. und L. Meyer KZ. 
VIII. 263: bhay verehren, lieben, Skr. bfiag colere: fag, fagv, fav, — 
C. £. 1. c: f, möglich, dass auch faveo, fau-s-ttts (für fav-os-tu-s) einer 
frühen volksthümlichen Uebertragung auf geistige Verhältnisse ent- 
stammen, tiie in der poet. Anwendung von tpmg lumen im Sinne von 
Heil, Salus, ihr Analogen hat". >- F. W. 137; Spr. 147; KZ. XVIII. 415: 
bku fördern, pflegen, he^eu: Skr. bhavajämi =b faveo. — 44) Vgl. Bugge 
KZ. III. 41; vgl. umbr. fo-ni gnädig, günstig. — Anders Varro 1. 1. 7. 
32: Fauni dei Latinorum, ita ut li'aunus et Fauna sit; hos versibus, 
quos vocant Saturnios, in silvestribus locis traditum est solitos fori futura^ 
a quo fando Faunos dictos. — 46) Anders Weissenbom ad Liv. 1. 4. 7: 
Faustülits von fav-eOy fau-stus wie Faunus und dem Stamme tul in te- 
tui-i, wie in opi-tulari, der Heilbringer, Retter. — 46) C. E. 1. c. — 
Lottner KZ. VII. 183. 33). — Corssen I. 87. 141 f. 1004; B. 57; N. 85: 
bhag wärmen, rösten (dagegen C. E. 188). — Fick W. 455: dhu an- 
fachen; ebenso Pott I. 211: dhu verbrennen. — 47) Lottaier KZ. (Amn. 46). 

— 48) Corssen B. 195 f.; KZ. XI. 421 f.: ^^feriat heissen auch die nun- 
dinae, die Markt- und Ruhetage von der ländlichen Arbeit, wo der 
Bauer sich wusch und ein reines Hemd anzog, um nach der Stadt zu 
gehen, feriae hiess auch das iustUium, die gerichtsfreien Tage, und ebenso 
nannte man schon bei den Rönaem die schulfreien Zeiten während des. 
grossen Minervafestes der Quinquatrien und während der Feier der Satur- 
nalien, die goldene Zeit der lieben Schuljugend*^ (vgl. id. KZ. XIII. 187). 

— C. E. 509 giebt den Zusamhienhang von fes-tus, fer-iae mit W. Occ, 
9iüeao^ai auf. — Diesen hält noch fest F. W. 104: dlii, dlija-s ein- 
sichtig, andächtig sein, beten; fes-tus festlich, Bettag (nach Curtius); 
9ie'üao^tiiy noXv-^to-xo-g u. s. w. (vgl. pag. 380 f.). 



2) BHA beben, zittern. — Skr. bhl sich fürchten; caus. 
erschrecken, schrecken, einschüchtern (PW, V. 291), 

bha-bh[a] = (poi-ß, (pe-ß, (po-ß. 

q)aß: q)di|i ((paß^g) f. (= die flüchtige) eine wilde Tauben- 
art (zuerst Aeschyl. fr. 206 N.; Lykophr. 580); q>aßcc' (Uyag tpo- 
ßog Ües.; q)äcca, neuatt. qxxTTa, f. eine grössere Art von wilden 
Tauben, die grosse Holztaube, Ringeltaube*). — q)€ß: q)€ß-o-Mai 
fliehen, flüchten, eilig zurückweichen*) (nur bei Hom. in den For- 
men: Präs. Conj. (piß-tofuti^ (psß-tofjLS^a^ Inf. (piß-iö&cci^ Impf. 3. PL 
i'fpißovTo^ (pißovto; trans. nur g)€ß(6fi€^a Tvdiog vtov II. 5. 232). 
— cpoß: q)öß-o-c m. das Gescheucht werden, Flucht (so nur hom.); 
Furcht, Schrecken, Besorgniss; Ooßo-g m. Sohn und Begleiter des 



— 584 — 

Ares, Bruder des Deimos; (poßi-do scheuchen , in die Flucht jagen; 
Pass< gescheucht w*erden, fliehen (so nur hom.); sieh fürchten, 
sich scheuen;' <poßri-x6'g furchtbar (Soph. Phil. 1139), gjoßriX'iM-g 
schreckend, furchtsam; (poßrj-xQO'V n. Schreckmittel, Schreckbild, 
Scheusal, g>6ßff-fux(x) n. Schrecken, Schreckniss (Soph. 0. C. 704); 
q)0ß-€p6-c mit Furcht verknüpft: furchtbar, schrecklich; furchtsam, 
(poßiQO'tti-g {xrit'Og) f. Furchtbarkeit (Arist. rhet. 1. 5), g)oßtQo- 
ndi^g schrecklich (LXX); (poßeQ-Cim schrecken (ibd.), tpoßtQirC'ito-g 
m. Schrecken (ibd.); g>oßi-cxQcno-g Kriegsschaaren schreckend (Hes. 
frg. im E. M. 797. 54), fpoßtcv-cxqixri das Heer scheuchend (Arist. 
Equ. 1177)'). — q)6ß-T] f. das lange flatternde Haar, Mähne; 
Laub («B Haar der Bäume) Trag.; Blumenbüschel ^); Tct-ipaß^- 
a^ai' KexoCfAtjc^My xofiofv Hes. 

feb, — feb-ri-8 f. Fieber*) (= Beben; vgl. aeg-e-r^ aegrö- 
iurs pag. 84 und Anm. 3), Demin. febri-cüla f., {* fehri-cu-s) febric- 
östi-Sj febriculrdsU'S ^ febriculentu-s F. habend, febri-hili-s F. erzeugend; 
febn-re, {* febricchre) febrici-tä-re das F. haben, febre-sc-ere das F. 
bekommen; febri-fug-ia f. Tausendgüldenkraut {centaurea minor Linn6) 
App. herb. 35. 

Brugman St. VII. 208. — C. E. 299. — F. W. 1075; Spr. 194. 845 
(bhabh beben, zittern) [F. W. 133: bhag sich wohin begeben, eilen, 
fliehen!. — Fritzsche St. Vi. 337 f. — Grassmann KZ. XII. 121. — 1) Ebel 
KZ. XfV. 45: ^<pi<pofiai: das q> direct in % oder nach Verwandlung zur 
Tenuis in x übergegangen; also (paüüa =* tpaxjcc oder = tpantja statt 

?)axia, — Grassmann KZ. XI. 45: ttt in (r<r, tt in den Subst. foaca, 
cai, noacog^ tpacaa, tpatta. — Hehn p. 524 f.: Gutturalassimüation. 
[Das Verhältniss von <pdtjf zu tpdaaa ist jedenfalls schwierig zu erklären 
und in C. E. findet sich keine Andeutung, aber die beiden Worter können 
wegen ihrer Bedeutung durchaus nicht getrennt werden.] Vgl. noch 
Athen. 9. 394 a.: 'jiQiatotiXfjg q>rjal ntgiatsgäv slvcci etdri nivte, yifdtpmv 
ovtag' ntQiaxiQa^ olvdg, tpd'iff , tpdaauy tQvyoov. n tpdaaa dlintogog xo 
(tivi^og, ZQ^I'^ ^^ anodiov. nolvif^ovinaxiga d\ stvai liyixat 17 tpaaca' 
aal yctQ xQidTiovxa xal xsaaagdiiovxcc (^ hr}. — 2) C. E. 1. c: „Die im 
Skr. und Dtsch. klar zu Tage liegende Redupi. macht es wahrscheinlich, 
das's (fi-ß-o-fitii fQr vpt-ßi-O'iuci mit unregelm. Dissim. der Aspirata schon 
zu einer Zeit sich bildete, in der die Verhärtung von bh in tp noch nicht 
eingetreten war {bha-bi), vgl. 9^9-^-0". — Seh. W. s. v.: Skr. bibJtemi, 
ahd. btben, durch Redupi. und Umsetzung der Aspirata gebildet. — 
Benfey KZ. VII. 50, L. Meyer ibd. 282, Bickell KZ. XIV. 432: Skr. 
bhap'dja in Furcht setzen, schrecken «=> fpoßim (C. E. 1. c. : „schwerlich 
mit Recht"). — ß. Gl. 274 a: ut videtur forma reduph anom. pro nitpo- 
fMct, fiist pertinet ad catis. bhäpäj, — 3) Pape W.: Kriegsschaaren 
schreckend. — Kock ad 1. c: Schlachtenkönigm (Seeger). — 4) VsL 
noch Bezzenberger KZ. XXII. 358 und F. W. , F. Spr. 1. c. — Bugge KZ. 
XX. 48: (foßri ist ohne Zweifel wie aoßri aus afoßrj entstaDden. — Aehn- 
lich Kuhn KZ. IV. 18; vgl. deutsch „schwappen". — 5) Corssen B. 204. 
894: ghar ^^ ^fer-bri-s, fe-bri-s das Fieber als hitzebringend. — Pictet 
KZ. V. 346 f.: Skr. babhru, wohl von W. bhr ossäre, frigere, fervere? 
{sie Westerg.). Dagegen Corssen 1. c: unhaltbar, da anlautendes b im 
Skr. nicht anlautendem f im Latein entspricht. 



- 585 - 

3) BHA, BHAN verwunden, tödten. 

q)a, q>av gewaltsam tödten, morden. 

q)a. — Perf. Pass. bei Hom.: Ind. 7T^-q)a-Tai, -viai (Inf. 7te- 
(pa-o^tti^ Fut 3. 7C€-g)T}-tf£cr*, -uerofi)^); Verbalac^. -q)a-TÖ-c in Compos.: 
i^l'tpaxo-g durch Ares oder im Kriege getödtet (B. 19, 31. 24, 
415. Od. 11, 41); fivXif-^^orro-^ von der Mühle zermalmt, gemahlen 
(Od. 2. 355, Apoll. Rh. 1. 1073); odvvr^'fpccio-q schmerztödtend, 
schmerzstillend; lindernd (II. 5, 401. 900. 11, 847 und spftt. 
Dichter). 

q)av. — q)€v: Aor. sjnkop. und redupl. bei Hom. f-7T€-q)V-ov 
(-€ff, -£, i-7ti-(pv-ofiBv^ -€t£, seltener ohne Augm. ni-tpv-t^ Coiy. 
%i-ffiv-r^g^ '1?? ^^^' yt^'(pv-ifUVj Part. 7tB-g)v-6vra^ luaa-TU-ipv-civ; 
ausserdem noch: niq>vEv Pind. P. 11. 37, i-mtpvt Öoph. 0. T. 
1497 D.); das Präs. nitpvao erst bei spät. Dichtem*). — q)ov: 
q)6 v-o-c m, Mord, Ermordung, Blutvergiessen, Blutbad, Gemetzel; 
Mordblut (durch Mord vergossenes Blut); q)ov-T| f. id. (Hom. nur 
Dat. PL g)ovfjci B. 10, 521. 15, 633); gjov-to-g zum Morde geh., 
mörderisch, mordgierig, vom M. herrührend, blutig; ^ou-^xo-g den 
M. betreffend, zum M. geneigt; (pov-ddrig mordartig (otffiif Mord- 
geruch, Theophr.); q)Ovd-u) mordgierig sein (ro iid tpovov ficiC- 
vea^ai Hes.); q>ovö-u) mit Mord und Blut beflecken; q)OV-€iJ-c m. 
Mörder, (poviv-m morden, tÖdten, q>ovev-xi^'g m. Sp. (= g)ovevg\ 
fpovtV'Xq-ut f. Mörderin (Sp.); tpoviv-a-^io-g zu morden (Schol. II. 
22. 13); tpoviv-^utix) n. das Ermordete, Gegenstand des Mordes 
(Eur. Ion 1496). — {(ipov-to) q)Oivd-c blutig, dunkelroth [Ueber- 
gang von der Bedeutung auf die Farbe] (crljüa II. 16. 159), mör- 
derisch (h. Apoll, 362); q)oivio-c (i epenth. mit Erhaltung des- 
selben in der folgenden Sylbe) = ipoivog {cctfuc Od. 18. 97), g)oiv- 
ditig von blutrothem Ansehen (Nie. AI. 489). — Composita: 
'fpovo: avtl-fpovo-g für den Mord, wechselseitig mordend (Trag.), 
fpaC6o-q>6vo-g wilde Tauben oder Holztauben tödtend {tgti^ Tauben- 
falke IL 15. 238); -q>ovti: TT€pC€-q)dvT] , poet. -tpoveia, (neQd^ + <p€v) 
= die verheerend Mordende, Tochter des Zeus und der Demeter, 
bei Homer stets die grause {inaivi^) Beherrscherin des Schatten- 
reichs, die finstere Gemalin des Aides (vgl. Hör. c. 1. 28. 20: 
nuUum saeva captd Proserpina fugit = hat je verschmäht oder 
verschont); Nbf. Q^tQCB-tpovri (lakon. TlriQttpovtia Pind. P. 12. 2 und 
AnthoL), IltQCi'tpaTxa att., Qi^^i-q)aCCa (= 'q>a-TJa)^ att. Qb^^- 
qwrra; IltQO-fpaxu (st. Tli^^o-qiaxxa^ Müller u. Oesterlei IL 1. 111); 
aus einer Nebenform IIoQCBtpovfi entstand lat. [Porsepona]' Prosc- 
pina (durch Metath. des r; vgL (j&tL..Prosepnais bei "Ritschl Prise. 
Lat. epigr. suppL I. tab. B. p. 14, Mommsen C. I. L. I. 57. p. 554), 
und dann (durch Eindringen eines r) Pröse-r-ptna (also ein ver- 
dorbenes lat. Lehnwort, welches die Bömer irrthümlich von pro- 
serperCy d. h. vom Hervorspriessen der Kräuter, ableiteten)^); Tun- 



— 586 — 

<p6vri (h. pag. 154); -q)öv-Tri-c: dvbp-€'i-q)6vTTic mftnnermordencl 
(^Evvahog, IL 4 mal)*); dpxei-^övTTic (St. agysg) durch Glanz 
tödtend (uraltes Beiwort des Hermes als Lichtgott) ^); BeXXepo- 
(p6yrcr]C (Nbf. MsXl-^ ^EXX-) m. nach Homer Sohn des Glaukos, 
Enkel des Sisyphos , korinthischer und lykischer Heros , welcher das 
zottige Wolkenungeheuer (vgL lat. mllus und Skr. varvara zottig) 
siegreich bekämpft und tödtet^). 

bha. 

ihha-tu das Schlagen, Kampf) bS-tu-Sre^ battu-ere vulgÄr- 
lat schlagen, kämpfen, stossen^) (vgl. franz. hatirc, Part battu, 
ital. bätterc^ Part, batluto u. s. w.), battu-älia {quae volgo baitaUu 
ilicuntur, cxercitaiiofies militum vcl gladiatartdm sig^nificant Inde 
diam batiuatares xovg ßacavi^rag dici ptifo, Adamant. ap. Cassiod. 
p. 2300 P.). 

C. E, 300. — F. W. 379. 471; F. Spr. 3^5. — Windiach KZ. XXIII. 
202 f. - 1) C. V. IL 31. 39). — 2) Zeyss KZ. XVIL 436 f.; vgL Grass- 
iiiann KZ. XVI. 106. — Corssen I. 244, B. 395 vertheidigt die Ableitung 
deB Namena von prö-serp-ere; Proserpina also: altröm. Gotreidegöttin 
wie Volut-ina, Ttäihina u. s. w. „ Namensähnlichkeit veranlasste die 
Vermengung der altröm. Getreidegöttin P. mit der griech. Todesgöttin 
rifQestpovrt**. — C. £. 266 findet über diese Frage ,,.nicht irgendwo ein 
entscheidendes Motiv". — Klotz W. h. v. : Prostrpina durch VerderbnisH 
aus rieQöktfovTi erwachsen. — Ganz anders Sonne KZ. X. 133: Tliffei- 
q)ttTtaj HkQak'tpovri =^ parsa-phati , -phanu ,^die lichi^länzende" (Selene). 

— Vgl. noch S. W. s. v.: 77. ersclieint bei Homer nicht als die reizende 
{fvfonig^ xaXlmaQriS u. s. w.) Jun^au des h. Ger. und der spätem Mythe. 

— 3) Düntzer KZ. XII. 4: das bmdende i wurde zu ci in dvdQHtpovtrig, 
*AQytitp6vxrjg. — 4) Clemm St. VIL 34. — Die gewöhnl. Deutung ist: 
„Argostödter** (so auch Pape W., Seh. W.), weil er in der bekuinten 
(bei Homer nicht erwähnton) Mythe den Wächter der lo, den vieläugigen 
AfffOH, gctödtet haben soll. — Andere Deutungen sind: S. W. s. v.: 
wahrscheinlich der ,,Eilbote" (o taxtag xccl tgavag dnotpaivoiuvog^ Schot. 
Lips. zu 11. 2. 104) von dgyog schnell und -tpovTTjg »> tpavzqg vom St. 
tpavj tpaivm; Welcker: der (Alles) weiss Odoyog) erscheinen lässt; Zacher 
p. 34 f.: „der HeU^lanzende". — Gegen Seiler, Welcker, Zacher spricht 
aber der gewiss richtige Einwurf Clemm's (1. c), dass im ionisch -att. 
Dialekt die lesbisch-äol. Verdimipfung der W. q>av zu tpov nicht zulässig 
ist — VgL noch Faesi ad Od. 1. 38: der Vocal der vorletzten Sylbe 
lässt nicht zweifeln, dass der zweite Theil in q>6V(o wurzele. — Vgl. 
endlich in Bezug auf das fi im Worte: Düntzer (Anm. 3); Ebel KZ. Vi. 
210: = *AQyhJ-i'(povtrig (A^yf^i =» vifj^i). — 6) Die Sage von Ä., soweit 
sie Lykien betrifft, siehe IL 6. 153 — 197; die korinth. Mythe von der 
Bändigung des Pegasos, ebenso wenig die Tödtung eines Fürsten in 
Korinth. BflXiffog^ die ihm nach den Alten den Namen BMsQOtpovxrig 
(früher Innovoog genannt) verschafft haben soll, kennt Homer noch nicht. 

— Die oben gegebene Deutung bringt M. Müller KZ. V. 140 ff. als Wider- 
legung der Deutung Pott*s, KZ. IV. 416 ff.: = ved. Vrtrahdn d. i. Vrtra- 
tl)dter ( Vrtrn Name eines von Indra bekämpften und erschlagenen 
Dämons, der die himmlischen Wasser raubt, vgl. PW. VI. 1323 E). — 
Nach Eust. ist BtXXtQotpovxrig =» 'Elltgotp. von flXtga (ftXXhgcc) d. i. 
nana (ix^Q^y Jfoiffwa, xanui) = Vertilger von feindl. Wesen imd Un- 
gethümen. — Düntzer ad 1. c: » glanzzeigend (zur Bezeichmmg des 



— 587 — 

Tageslichtes, das die Finsterniss besiegt). [Ueber tpav =» tpov jedoch 
v^l. Anm. 4.] — 6) F. Spr. 1. c. — [Sehr zweifelhaft, denn urspr. bh 
wird auch im Vulgärlatein anl. nicht zu b (vgl. KZ. XV1J1. 14); eine 
andere Deutung wurde aber nicht gefunden] - - Lettner KZ. Vll. 180. 
21): battiere, altn. bödh, ahd. Patu- führen auf ein goth. badu-s Kampf. 
Vgl. BtMdU'hefina , Maro-boduas. 



1) BHA(]( auötheilen, zutheilen; zugetheilt erhalten, 
geniessen. — Skr. bhag 1) austheilen, zutheilen, 2) verleihen, 
bringen, 3) begeben, ausrüsten, 4) erhalten, theilhaftig werden, 
sich betheiligen; zu gemessen haben u. s. w. (PW. Y. 178). 

(pdf. 

q)aT. — Essen, verzehren, fressen. — Aor. f-q)äT-o-v 
(Homer: i-tpay-o-v^ tpiy-o-v^ Inf. (pay-inv^ -ifuv^ Coiy. ^a^-^tft; Fut. 
(pay-O'fiai erst hellenistisch; vgl. Veitch i>. 246)*); qxix-o-c Fresser 
(N. T.); in Compositis: iv^Qamo-ipayog Menschen fressend {tpay-iv- 
^Qomog Lex.), av9Q<07t6-(pccyog von Menschen gegessen; XQeO'fpayog 
fleischessend (Her. 4. 186), (x^ijto-, x^o-) %QBm'q>ayog id. (Aristot. 
und Sp.); (*na(junO'(p€cyog besitz-verschlingend , -aufzehrend) TcafMCTO- 
qHxyBiöxai (lokr. Inscr.) confisciert werden*); XQvyri-q)ciyog Frucht- 
esser u. 8. w.; q)aT-ci-c m. = (payog (Kratin., s. Lob. Phryn. p. 434); 
q)aT-wv m. ■=» (payog; Kinnbacken (Hes.); (q>ay-ccv-ut) q)dT-oiva f. 
Fresssucht, Heisshunger(Lex.); q)aY-^boiiva f. ein um sich fressendes, 
krebsartiges Geschwür'"*); = tpiyawa (Med.), qxiyiöaivo-O'^v an 
der q>ayi6aiva leiden (Hippokr.), (paysdaiv-iKo-g wie ein krebsart. 
G. um sich fressend (Diosc); q)äY-po-c m. ein Fisch (Antiphan.j; 
q)aT-iXö-c ((pay-aXog^ -tiXog Hes.) ein Lamm, eine junge Ziege (eig.: 
anfangend essbar zu werden oder allein zu fressen). — St. tpafe: 
gwyri'öi-g f., q>ayri-(Aa{x) n. das Essen, die Speise (Suid.); (pccyi^-öict 
n. PI. ein Essfest (erg. tBQa), 

<pr]f, — q)r|T-ö-c f. urspr. Baum mit essbaren Früchten; die 
Eiche, Speiseeiche mit essbarer Frucht, Valona-Eiche genannt, die 
in Griechenland überall wild wuchs*), <pi^y-ivo-g (II. 5. 838 ajwv) 
vom Holze der Speiseeiche, gyriyw-io-g id. (Qu. Maec. 7), tpriy-tiv 
(mV'Og) m. Eichenhain, cscttictum; 0ijy-ita, Ofiy-ltt f. (= Eichen- 
oder Buchenstadt) früherer Name der Stadt ^Pwplg in Arkadien 
mit den himmelhohen Cypressen (der Name also geändert beim 
üebergang zur veredelten Baumzucht ^); (^riy-ala^ (^tjy-ov-g (ovvt-og) 
att. Demos; (Xh^y-io-v n. Berg (Lykophr. 16); Oriy-ev-g m. Sohn 
des Dares, von Diomedes erlegt (II. 5. 11), König von ^mtpCg in 
Arkadien. 

(bhag-s ■=■) bhak-S. — Skr. hhaksh gemessen, verzehren 
(PW. V. 165). 

{(cp(xl^-r(ko) qpdc-TiXo-c (auch q)aCr^olo-g^ tpcccloko-g) m. eine IMIanze 
mit essbaren Schoten, eine Art Bohnen, Phasolen oder Fisolen; 



— 588 — 

ein schmaler, leichter Kahn (von seiner Aehnlichkeit mit der Schote 
des q>aCrjkog)^)\ (paörjX-io-v n., q)uCrik-i'g {t6-og) f. = (paötikog (Sp.). 

fag. 

fftg-U-S f. Buche*) (Nbf. fagt^, -üs Verg. ecl. 139), fäg-eu-s 
buchen, faginu-s, fagifv-eu-s (wohl entlehnt) = qy^y-ivo-g, fpriy-iv- 
io-g; {*fagihtU's) fagüt-äli-s zur B. geh. (lucus Buchenhain auf dem 
Esquilinus, dem Jupiter heilig, Varro 1. 1. 5. 8. 15^; fugikU n. 
Tempel des J. (Paul. D. p. 87. 6). — {fag^a, fag-va) föba (vgl. 
ga, gva, ha: ar^i-ter pag. 184) f., altlat. und falisc. häba (Vel. 
Long. p. 2238, Ter. Scaür. p. 2252 P.) (die zum Essen seiende) 
Bohne ^), Demin. fahu-la (Plaut. Stich. 5. 4. 8), fäbü-lus m. (Cato 
r. r. 70. 1. Gell. 4. 11. 20); FaJb4urS Zun. einer röm. gens, Fabii 
die Mitglieder dieser gens (die sich besonders an der Cremera 
auszeichneten, Liv. 2. 48); (*fabär-re) fahä-ius mit Bohnen zu- 
bereitet (^puls f. Bohnenbrei, neugr. xo q)dßatov id.), Fcibatu-s röm. 
Bein.; fahat-äriu-m u. Geschirr für Bohnenbrei (Lampr. Heliog. 
20); fab-äC'CU'S^ fab-äc-iu-s^ fab-äg-m-eu-s , fab-äli-s^ fah-äriu-s von 
B., zur B. geh., Subsi fabälia n. PL Bohnen-stengel , -schftfte, 
fab-äria f. Bohnenhftndlerin (Donat. inscr. 465. 9). 

B. Gl. 267 b. — C. E. 187. 298. — F. W. 133. 470; F. Spr. 344. — 
1) C. V. 11. 20. loy). 291. — 2) Curtius St. II. 449; C. V. 1. 100. - 3) Benfey 
KZ. II. 230 f.: femin. von -dov^ nach Analogie von Wxtrcoy, xi%xaiva. — 
4) Vgl. noch Ascoli KZ. XVII. 336. 51). — F. W. 1. c: bhäga „Ess- 
baum *S SpeiHeiche, urspr. gewiss auch Buche; aber da die Buche süd- 
lich vom Pindus nicht vorkommt, übertrug man den Namen Essbaum 
auf den nächsten Waldbaum mit cssbaren Früchten. — Grimm W. II. 
pg. 469 f. (fagus und tprjyog fallen zur W. tpayiiv , weil ihre Frucht zur 
Speise imd Nahrung des Viehes gereicht, wie faba aus fagba, böne ans 
bagbutw u. s. w.). — Jurmann KZ. XI. 399: q>r]y6g urspr. wohl essbar 
und dann auf mehrere Bäume mit (.'ssbaren Früchten, die vielleicht zu- 
erst mit (pfiyog bezeichnet wurden, übertragen. — Aehnlich Kuhn KZ. 
IV. 84. — M. M. Vorl. II. 236: „Buche, engl, beech, goth. boka, lat. 
fägus, ahd. puodia. q)7jy6g bedeutet nicht Buche, sondern eine Art 
Eiche ' atiercus esctUtu*. War nun diese Aendcrung der Bedeutung zu- 
fällig oaer waren Umstände vorhanden, durch welche sie sich erklären 
lässt? War €priy6g urspr. der Name der Eiche und bedeutete es 'Ess- 
baum', vo^ tpaytiv essen? Und ist dann derselbe Name, welcher urspr. 
der Eiche {qtiertti*t fsctUus) angehörte, auf die Buche übertragen worden, 
nachdem dan steinerne Zeitalter mit seinen Föhren und das eherne Zeit- 
alter mit seinen Eichen vorüber war und nachdem das eiserne Zeitalter 
mit seinen Buchen an den Gestaden Europa's abzubrechen begann? Ich 
getraue mich kaum dies zu bejahen". — 5) Uehn p. 245. 519. — Pott 
£Z. IX. 188. -- 6) B. 61. l. c. — Ueber a aus { erweicht vgl. Sonne 
KZ. X. 187: „zwar nicht sicher, allein ein dialektischer Wechsel dieser 
Laute COSvaatv Ovli^rjj Jiovvao Zdvyv|o, böot. igj iaa aus i^ und 
sonst) steht wenigstens fest". — 7) C. E. 1. c. — Corsscu I. 88. 102. — 
F. W. 879; F. Spr. 345 (bhaba =» faba). — Klotz W. 8. v. (nach Isi«l. 
or. statt faga, von (pctyfCv). — Schweizer KZ. II. 69 (mit Anführung der 
ganz ei^enthümlichen Ableitung von Döderlein hom. gloss. I. 1850: /a6a 
aus dtparj?). 



— 589 — 

2) BHA6 backen, rösten, kochen. — Skr. bhftlig sprechen 
oder leuchten (PW. V. 186). 

q)OT, q)U)T. 

(poj: (<poy-xo) <poEd-c eig. schief gebrannt (vom irdenen 6e- 
fj&sse, das dem Fener zu sehr ausgesetzt gewesen und sich ge- 
worfen hat, statt rund etwas zugespitzt geworden ist; vgl. sf^ffrat 
iito xav xiQafWKcyv ityyzlmv x&v iv xr^ auftlvm cnto xov gxoxog 
aitat^vfiinivmv. (po^a xvqUoq dal xi nsQi^^yri offtgoKa Schol.); vom 
Kopf des SsQalxrig: q>oiog itiv xeg^aAi^v IL 2. 219 (schief gebrannt 
=) „schief zugespitzt, spitzhäuptig^' d. i. vom eingedrückt und 
dann nach hinten sich schräg zuspitzend (Ameis-Hentze ad 1. c.^; 
(po^o-x^i-g {xrix-og) f. Spitzigkeit, spitzlaufende Gestalt (Galen.); 
<po^£-%€tXo'g mit spitzen Lippen, zugespitztem Bande (xvAtl, Simon, 
ap. SchoL n. 2. 219 und Äth. 11. 480 c, der es durch tf slg o^v 
ävfiyfiivfi erklärt). 

qpuTf: ipÜLiTU) (Nbf. qxiy'W'XCd Diosc, ^dim nur Hippokr. und 
Kom. Strattis M., wo sich fpmiuv findet) rösten, braten (Perf. ni- 
(payy-iiai^ Aor. i-g)ci%Sri-v) j Verbaladj. g)(OK-x6-g geröstet, gebraten 
(Nie. ajp. Ath. 3. 126 c), <pmK'Xai ein unbestimmtes Gericht (Luk. 
Lexiph. 2); (pciy-avo-v n. Gefäss zum Rösten, Rost (Poll. 10. 109). 

Ascoli KZ. XVII. 335. 50). — Buttmann Lex. I. p. 242 mit £. M. 
— C. E. 188; C. V. I. 162. 23). 224. 13). 321. 45); KZ. III. 403. 2). — 
P. W. 133; P. Spr. 344. — L. Meyer KZ. VIII. 263. — Ganz aiiders 
Döderlein n. 2478: „Dickkopf**; zu ipvadfo: (pvcnrij ipvcnog Blase, q)va%av 
Dickbauch; femer Christ p. 222: = /o|dff, Skr. vaksh, — Pape W. s. v.: 
q)o^6g => o^vg^ fp vertritt wahrscheinlich (I) nur die Aspiration. 



3) BHA6 brechen. — Skr. bhang brechen, zerbrechen, 
zersprengen; brechen = unterbrechen, hemmen, stören, verwickeln 
(PW. V. 185). 

Fax. 

Fax. — (/ay-w-fu) fifvu-m (Präsensst. von Homer an, in 
Prosa meist nax-ayw(u) brechen, zerbrechen, zertrümmern; Pass. 
zerbrochen werden, brechen, bersten, zerspringen (Fut. a^ca; Aor. 
f-ajcf, ep. auch ^|a, Imperat. a|ov II. 6. 306; Aor. Pass. i-ay-i^-v, 
ep. ay-ri-Vy aber i-iy-^j-v II. 11. 559 und att.; Perf. i-äyu^ ion. 
i'fiy-a^ Äol. /^-ay-£;'x«ra-/a|a-t-5, tiax-J-a^aig [vgL xa-faA« ark. « 
7i€iX'ißaks Hes. , iw-ßcttvoa Alknil] , dann : Tia-J^a^aig =^ xava^aig Hes. 
Op. 664. 691); Nbf. {fay-jm) ficcu) nur E. M., xor-atftfw (Schol. 
IL 13. 322, Artemid 1. 68). — dT-rj f. Bruch, Brandung, Wogen- 
schlag; ntqi-ayalg' naiAutatg (Hes.). — dx-^ö-c m. Bruch (Med,), PI. 
jähe Abhänge, Klüfte. — äf-\xa(x) n. Bruchstück (Plui Philop. 6). 
— d-aT-r|C unzerbrechlich, stark (^nccXov Od. 11. 575 imd spät. 
Dichter; vgl. accyig' u^gavaxov, ano xov Syta x6 ttXuvfOy iyi}g' ftal 



_ 590 — 

fUTce tov iiutOTiKOv ahpa iccyi^g' xo ovöixBQOv^ iayig, ^ to a^QixV' 
<rrov xcrrcr oii^aiv i) to Ttolv^QavCxov ^ £. M. I. 50; das a hier 
falsch als intens, gefasst; i priv. -f- /ay-i?^)^). — {JFay-ti «« a^ 
in :) U)TO-KäT-a£i-c = die Ohren zerschmetternd d. i. Klopffechter 
(Luk. Lexiph. 9; wohl nicht: xit äxa xs^Xccöiiivog Hes.). — (J^ay-to) 
fi£o-c Bruch, Absturz; Wald als Bruch, coupirtes Terrain (S^og' 
vkfi na^ie MaTudoaiv Hes.); 'AEö-c, (oder / = o) ''OaEoc, (auf 
Inschr. und Münzen) Foi^og, Fav^og kret. Stadt (iaxi xijg Kifi^xr^g 
^A^og TtoXig Her. 4. 154), (/ = oi) Oia^-C-g (Id-og) f. die Land- 
schaft (Apoll. Rh. 1. 1131); (J^ccy-x-io) *AEid-c m. (= Wald-, 
Bruchfluss) Fluss in Makedonien, der sich in den thermaischen 
Meerbusen ergiesst, jetzt Vistrizza (IL 2. 849)*). — Mit prothe- 
tischem e: ^-at-M^(^) ^ Bruch, Quetschung (avvxgififAa Zon«), eu- 
KaT-^-QK-TO-c (Artemid. 1. GG) -= iv-xax'jxK'XO'g (Philo) leicht zu 
zerbrechen. 

Furp. — KUMaT-uiTTj f. Wogenbruch, Brandung, Gestade (Herod. 
4, 196. 4. 9, 100. 4)^); UJT-dVO-v n. (%vtiidg afue^rig B. A. 518), 
n€Qi'fjiyava' iitlcCfxnQtt (Hes.). — fi-J^ayy: i-uix-tl f. Ort, woran 
sich der Wind oder die Wolken brechen = Schirm, Schutz {BoQim 
in Imyy Od. 14. 533 unter dem Schutze gegen den Boreas)^); 
^TT-iUiYOtl f. Schutzörter, Anlegeplfttze, Stellen am Ufer, wo die 
Schiffe vor Stürmen gesichert unter dem Anker liegen, Bheden 
(Od. 5. 404, i)idvfi)v Opp. H. 2. 550; Schol. ad Od. 1. c. Imy^' 
Iv&ct xAcovrai xcc xvfutta Kai o Svsfwg), 

H. Gl. 269a. - C. E. 530. 553. 560. 563. 566; 0. V. I. 114. 1). 
159. 1). 311. 1). — Ebel KZ. IV. 161. -- Bntzsche St. VI. 303. — Rödiger 
KZ. XVII. 314. — Anders F. W. 177: vag krumm gehen, wanken; be- 
trügen, meiden. — 1) Vgl. Clemm St. VlII. 68. — 2) Fick KZ. XXII. 
199 f. — 3) So betont Dietsch, Pape W. a. v. („der Accent nv^iatmyq 
ist falsch, rt. Lob. Paralip. p. 380"); jedoch H. Stein 4. 196 xv/Mtroyi; 
(im Text und in der Note), dagegen wieder 9. 100 xvfiatmyi^. — 4) Vgl. 
noch Lob. Path. Kl. I. p. 73. 



BHAf^H befestigen, stärken. — Skr. banh (bah) be- 
festigen, stärken, auger e; bähü (von haJi^ banJi) Arm, in engerer 
Bedeutung: Vorderarm, Ttijxvg; beim Thier: Vorderfuss (PW. V. 
1. 43. 79). 

TTTiX- — 7Ti^X'^"C (Gen. jti^x-soDg^ ion. -€o^, Gen. PL -«wv, 
doch Ttfixmv Xen. An. 4. 7. 16 und gew. bei Sp.) m. Ellenbogen, 
Unterarm, auch: der ganze Arm; der Bug am Bogen; Plur. die 
Arme oder Griffe der Lyra; als Maass = die Elle d. i. die Länge 
des Unterarmes bis zur Spitze des Mittelfingers (= 2 am^afial 
oder G itakaicxal oder 24 öoixxvXoi oder ly^ novg; n. ßaöili^'Cog die 
persische Elle Her. 1. 178 ■= 27 daxrvXo*); nri%v-0'g^ Tttixv-io-gj 
nnixv'uio-g ellenlang (nijxyiog xQovog eine Spanne Zeit, Mimn. fr. 2); 



— 591 — 

n7}j^'la%o-g m. ein Stück Holz von der L&nge einer Elle (Suid.); 
TWjX-t-tf-fto-^ m, das Messen mit der E., 7tr^%'i-C'^ut{x) n. Ellenlänge 
(Sp.); nriyi'Vio auf den Arm geben, Med. auf den Arm nehmen, 
in die Arme nehmen, umarmen. — Composita: iiylcc6-^ri%vg schön- 
armig (Nonn. D. 32. 80), a^yvQ6'nM]%vg silberarmig (id. 42. 418), 
iksfpuvzo-nvixvg mit elfenbeinernen Armen (Max. Tjr. 14. 6) u. s. w.; 
öexa-nrijyg^ ömdeTui'Ttrixvg ^ ilxoCa-^ €lKoa£-mfi%vg u. s. w. 10, 12, 20 
u. 8. w. Ellen lang. 

Auf eine Wurzel wird das Wort zariickgeführt bloea: PW. 1. c. 
und Pott KZ. XIX. 29: bah, roh wachsen. — Einen Stamm bhäghu 
nehmen an: C. E. 194, F. W, 138, Grassmann KZ. XII. 121. 6). — Vgl. 
weiter: Bickell KZ. XIV. 428; B. Gl. 264a; Ebel KZ. Vü. 79. VIII. 241; 
Kuhn KZ. I. 182; Legerlotz KZ. VIll. 46; Pauli KZ. XIV. 100; Seh. W. 
8. V.; Schweizer -Sidler KZ. II. 303. — Anders Döderlein hom. Glos», 
pg. 33: aus nrJTiTvg, dieses nach der Analogie von xa^anTog, TQfJXvg ge- 
bildet (siehe, dagegen Schweizer - Sidler). 



l) BHADH graben. — Skr. banh; davon: äva-hädfia ern- 
luft, aufgedeckt, m'bä^ha ohrtUus (PW. V. l); Zend: häz-anh n. Tiefe. 

ßo8. — ßö6-po-c m. Grube, Graben, Vertiefung, Demin. ßa^q- 
lo-v (Sp.) n., ßo^Q-laxo-g m. (Eust.); ßo&Qi-a> (Nenn. D. 47. 60), 
ßo^QO-a (Med.), ßo&Q-Bv-m (Sp.), ßo^Q-l^ca (Sp.) eine Grube, Ver- 
tiefung machen, ß6&QBv-(ue(t) n. = ßo^Qog (Eusi), ßo&Qo-e^ö'qg 
grubenartig ausgehöhlt (Hippokr.). — ßöÖ-uvo-c m. ■= ßo&Qog 
(Ken. Oec 19. 3), Theophr. (bei Arist mund. 2: ßo^voi neben 
donUitg und xofi^Tcr^ feurige Lufterscheinung), Bo^vog m. ein Ort 
an der hqa o66g (Harpokr.). 

fod. — fSd-Sre (Perf. *ß^ßd-i, *ß-odi, ßdi; Inf. fodiri 
Plaut. miL 2. 4. 21) graben, bohren, stechen; ttbertr. durch -furchen, 
-segeln; peinigen, Ängstigen; (*fodu-s, *ß(U'Ct^s) ßdtcä-re stechen, 
stossen; {ßd-to) Part. Pass. ßs-su-s gegraben u. s. w., als Subst. 
foS'Sa f. = ßo&Qog (Grab, Or. inscr. 4794), Demin. ßssu-la f., 
ßssä-re Intens, zu ßdere (decretum ßssari corpora felis Enn. ap. 
Varr. 1. 1. 7. 6. 99), ßssä-tus m. Gränze (Auct. rei agr. ed. Goes. 
p. 254. 67), ßssä-tu-m n. = ßssa (Veget. u. s. w.); ßs-sor (sör-i$) 
m. Grttber, Landmann; übertr. Bauer, roher Mensch (Todtengräber 
Inscr.), ßs-swra f. das Graben; concr. = ßssa (Vitr. 8. 1), ßss- 
i-öin) f. das Graben; ßssiciu-s, ßssXli-s gegraben, ausgegraben. 

F. W. 131. 473; F. Spr. 344. - Vgl. Pott KZ. XIX. 22. ~ C. E. 
467: „nicht ohne Schwierigkeit ist ßo^Qog Grube, das sich begrifflich 
leicht mit ßa^-v-g [vgl. pag. 196] vermittelt, aber andrerseits an fod-i-o 
anklingt. W. fod lässt sich aber nicht leicht aus gadh herleiten. Auch 
bietet sich lit. boui-äu, ksl. boda, steche, zur Vergleichung dar*S — 
S. W. s. V.: ßoQ'Qog verwandt mit* ßa^ug, ßvd'og. 



— 592 — 

2) BHADH binden; abgeschwächt: bhidh. — Skr. bandk 
1) binden, verbinden , anheften u. s.w., 2) zusammenfttgen, 3) fest- 
halten, zurückhalten, 4) heften, richten, 5) zur Folge haben, be- 
wirken u. s. w. (PW. V. 6). 

((ptvd) 7T€V8. 

(mv^-tfi^) 7T€ic-Trjp {rrJQ'Og) m. Tau, Seil, Strick (Theokr. 
21. 68); (itsv^-furt) 7T€ic-^a(r) n. id.; besonders PI, (Hom. nur 
Od.) von dem Kabel, womit das Schiff mit dem Hintertheil am 
Lande befestigt wurde (rcgviivricia), jutafAcex-to-g zu den Tauen 
u. 8. w. gehörig, sie anknüpfend oder lösend. — 7T€v9-€pö-c m. 
eig. der Verbundene, Verwandte, bes. Vater der Frau, Schwieger- 
vater (bei Hom. D. 6. 170, Od. 8. 582), mv^-Bga f. Mutter der 
Frau, Schwiegermutter, jiBv^ig-io-g (Arat. 252), nev^eQ-ino-g (Maneth. 
5. 297) schwiegerväterlich ^). 

{(pi&) TTie. 

TTiG-o-c m. Fass, Weinfass, grosser Krug von Thonmasse (Od. 
2, 340. 23, 305. II. 24. &27), Demin. tu^-Co-v n. (Diosc), nt»- 
löKO-g m. (Flut. Camill. 20), ni^-aQio-v n. (Hesych.); ni^-lxti-g m., 
-ixi-g f. fassartig, ni^-sla-g m. Lufterscheinung von der Gestalt 
eines Fasses (Procl. Paraphr. Ptol.), m^-dv (Pherekr. bei PolL 
7. 163), TU^-£-(6v (mv'og) m. Ort, wo Fässer liegen, Weinkeller, 
m^'ddrig «»« m^lrtig; TTiÖ-dKVTi, att. q)ib-(iKVTi, lakon. nic-anvuij f. 
Bottich, Demin. 7r*^axv-to-v n.^). 

7T10 binden = fügen machen, überreden. — ireiO-Uj 
(äol. TTf/^fu Sappho) überreden, bereden, überzeugen; Med. sich 
binden lassen, sich fügen, nachgeben, folgen, gehorchen, über- 
zeugt sein, glauben, trauen (causat. Bedeutung namentlich im 
Präsensst.; Fut. itelcfn^ Aor. S-Ttnaa^ Hom. nur Opt. nelceu Od. 14. 
123; Aor. f-jrtO-o-v poet., Hom. nur redupl. ni-TU^-ov^ Coiy. tw- 
nC^-a D. 9. 112, Opt. ne-Ttl^-oifu^ Inf. TCi-ju^-Bivj Part. ict-TU^-tiv, 
Imp. 7ti-nid'-€ h. Ap. 275; Perif. 7ti-7tei-7ug, Medium: Fut. nd-ao- 
fAtti^ Aor. i-ni^-6'fA^}v ^ Hom. Opt. 7t£-7tl&-oi.-To IL 10. 204. Intrans.: 
Perf. ni-noi^-ct ich vertraue Hom. Her. Trag., selten in Prosa: 
Thuk. Plut., Imper. iti-nBia-^i Aesch. Eum. 589, Opt. ns-not^-olti 
Arist. Ach. 940; Plusqu. 7t£-7to£9-Ba Od. 4, 434. 8, 181, synkop. 
1. PL i-7ti-m»-(i£v IL 2, 341. 4, 159. 14, 55. St mQe: intrans. 
Fut. 7ti&i]-aHg Od. 21. 369, Aor. Part, ni^aa-g IL 4. 398, Find. 
P. 4. 109; trans. m-ni^i-ctü IL 22. 223)*). — {ntJ^-xo) ttic-tÖ-c 
glaubwürdig, treu, zuverlässig, sicher (gehorsam Sp.), Trurro-Ti}-^ 
{xriX'Og) f. Glaubwürdigkeit u. s. w.; moro-fi) glaubwürdig u. s. w. 
machen, Sicherheit oder Bürgschaft leisten lassen; Med. sich Sicher- 
heit u. 8. w. leisten, sich verbürgen; Pass. versichert werden, 
glauben, vertrauen; nu^tax-tno-g bestätigend (Hermogen.); jUinw- 
ai-g f., 7rlcx(0'(Mt(x) n. Versicherung, Beglaubigung, Bestätigung; 
nlox'io-g Zsvg Jupiter fidms der Römer (Dion. Hai. 9. 60); nicx-uno^ 



- 593 - 

zum Glauben , zur Treue geh.; überzeugend, überredend. — (jrid-Tt) 
TTic-Ti-c f. Treue und Glauben, Vertrauen, Zutrauen; Bürgschaft, 
Zusicherung, Versprechen, Verheissung; Illcxi-g f. als Göttin in 
Attika verehrt (Diogen. 2. 80); {ntox-tf) TTiCT-eii-u) glauben, trauen, 
vertrauen, Pass. Vertrauen geniessen, nuniv-x-im-g zum Glauben 
u. 8. w. gehörig, geneigt; Glauben erweckend {fu^^ti Plat. Gorg. 
453 a), nlcrBv-ci-g f. das Anvertrauen (Jos.), nlativ-(t4x(t) n. Unter- 
pfand der Treue (Aesch. Ag. 878 D.). — ni8-avd-c leicht über- 
zeugend, überredend; glaubhaft, glaubwürdig; Pass. leicht zu über- 
zeugen, überreden, leichtgläubig, folgsam, ni^vo-xti-g (tv/t-o^) f. 
üeberzeugungs-, üeberredungs-gabe; Wahrscheinlichkeit, m^av6-m 
(Arist. rhet. 3. 7), Ttt^ocv-sv-o-iuxi, (Sp.) überreden, wahrscheinlich 
machen. — nicuvo-c trauend, vertrauend (folgsam, gehorsam, Sp.) ^). 
ir€i8.' — fceC^-m s. twO; Tteuf^-Mo-g zum üeberreden geh., über- 
redend; (nei^'o) 7T€i6-ai (Gen. jre^o-o^, 'contr. Ttei^ovg) f. üeber- 
redungsgabe; Gehorsam; Ilst^d f. Tochter des Okeanos und der 
Tethys (Hesiod.); Göttin der Ueberredung, mit einem Tempel zu 
Athen und Argos; F]fauenname; irei-ca f. Gehorsam^) (nur Od. 
20. 23: xm 6i ftak^ iv nelöi^ xQttdCi] (Uvi blieb in Gehorsam, fügte 
sich)*); Tiei-ci-c f. Ueberredung, Vertrauen (Sp.); (ntt^-xtio) neic- 
TTip (xiJQ'Og) nu Ueberreder(?), der Gehorchende, Unterthan, musxi^Q' 
lo-g = Tcsicxixog; (nsi^-fictx) 7T€Tc-^a(T) n. «« mtdig (Sp.), nti^- 
liovi^ f. id. (N. T.); (St mt^i) mi^-fMov (fwv-og) überredend, ge- 
horsam (Sp.). — 7T€i8-: 7tsid''dv<aQj ion. -ijvw^, dem Manne ge- 
horchend, nsl^-aqxog dem Vorgesetzten gehorchend, lui^-r^viog dem 
Zügel gehorchend, lenksam; zügelnd, lenkend; ireici-: 7tnaC-6iw)g 
vor Gericht überredend, Tts^ai-^avcixog zum Sterben beredend (Sp.), 
n€Usl'fiß(H)Xßg die Sterblichen überredend, 7tBiai'%aXivog »» 7t€i^viog. 

fend^ fa(n)d. 

of-fend'ix {tc-is) f. Bandknoten, Band (Titius ap. Fest, 
p. 205. Paul. ibd. p. 204); of-fend-t-men-tu-m n. Band (Fest. 
p. 204). — (fud-ni) fft-ni-S m. (f. Lucret. 2. 1154) = miCxfJQ 
(pag. 592)^), Demin. funt-dUu-s m.; fun-ali-s aus einem Seil, Strick 
bestehend, daran gehend (eguus f. Beipferd; als Subst. n. fun-älc 
der Strick an der Schleuder, Wachsfackel); fun-ariu-s zum S. ge- 
hörig; Funäriu-s Bein, des Gratianus, Vaters des Kaisers Valen- 
tinian (weil er sich ein Seil von fünf Männern nicht entwinden 
Hess); (*/tinere) fuhe-tu-m n. eine Art Weinlaube, bogenförmig 
nach oben gezogener Wein (Plin. h. n. 17. 22). 

TIA. 

fid-elia f. = nl^-og (pag. 592) (Plaut. Aülul. 4. 2. 15 und 
Colum.)^. 

fld-e-8 (Gen. -eij auch -ei Enn. ap. Cic. sen. 1. 1, Lucr, 5. 
103, -c Ov. M. 3, 341. 6, 506. 7, 728. 738) f. = itlaxig (s. o 
Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit, Rechtlichkeit; fide-U-^ ■ 

VftDifiek, etym. Wörterbaoh. 88 



— 594 — 

(pag. 592), Adv. fideli-ter, fiddUä-s (tatis) f. = fides; -ßdus: 
per-ßdU'S treulos, wortbrüchig, unredlich, unzuverlässig, un- 
sicher, pcr-fid4a f. Treulosigkeit u. s. w., perfidi-osu-s voll von 
Treulosigkeit u. s. w. (Adv. -Ö5e); Fid-iu-s m. Bein, des Jupiter oder 
Hercules (siehe pag. 359: Bitis Fidhis), 

feld, fid. — fäda (C. I. L. 1011), di-feidens (ibd. 1175); 
fid-U-S = fidelis, ifi'ßdU'S = perßdus; (*ßd-iuS'ta^ alte Super- 
lativform =) ßd-us-ta am treuesten, zuverlässigsten^) (a fide de- 
nominata ea, qnae maxime fidei erant Paul. D. p. 89. 15). — (*/m/- 
üi'H-s^ Vgl. cad'ücU'S pag. 106) ßd-üc-ia f. Zuversicht, Vertrauwi, 
Muth (jurid.: Pfand, Unterpfand, Hypothek), fiduciä-re verpfänden 
{fiduciat imoxl&etM Gloss. Philox., Gruter, inscr. 638. 4), fiduci- 
ürius was wieder zurückgegeben werden muss, fideicommissarisch, 
anvertraut, übertragen , fiduci-äR-ter zuversichtlich (EccL). — ftd-8re 
{*fid'tu-s = ß-sU's) verflauen, sich verlassen (Fut, fidebo Naev. 
ap. Non. p. 509. 4), ßdcn-s muthig, beherzt, getrost, dreist, Adv. 
fide^i-ter; ßdentia f. Muth, Selbstvertrauen (Cic. Tusc. 4. 37. 80: 
fidcntia^ id est firma animi confisio [confisio- nur an dieser Stelle]; 
id. invent. 2. 54. 163: /idcfUia est, per quam fnagfiis et honestis 
in rebus multum ipse anmus in rc fiduciac certa cum spe coUccavit; 
sonst kommt das Wort nicht vor). — (ßdu-s, ^ßdä-re) ßdä-men 
(mtn-is) n. = fidentia (TertulL). 

foid, foed. — foul-cre (I. L. 206. 93; 45 vor Chr.), foide- 
ratei (Ed. de Bacc. 0. 196. 3; 186 vor Chr.); foed-U-8 (er-is) 
ißdus Enn. ap. Varr. I. I. 5. 15. 25, Gen. PI. focdes-um Varro 

I. 1. 7. 3. 36) n. Bündniss, Vertrag, Uebereinkunft, Gesetz, Be- 
fehl'') (foed'Us: ßd = päc-s: päk pag. 459 j; (* foedcr-u-s) foederä-re 
durch Bündniss zu Stande bringen, foedcrä-tu-s verbündet, foederai- 
iC'iU'S zum B. gehörig (Nov. 147, 2. 148, 2); (*foeder'i) foed-i- 
fiägus bundbrüchig {Pocni focdifriigi Cic. de off. 1. 12. 38). 

Ascoli KZ. XVII. 33«. 77). Bickell KZ. XIV. 428. - B. Gl. 

262 b. — Buggc St. IV. .338 ff. — Corssen I. 379. 708; B. 227 f. — C. 
E. 261 f — Delbrück KZ. XXI. 85. — Ebel KZ. V. 236. — F. W. 134. 
.^79 f. 472. 1064; F. Spr. 194. 345. 348; KZ. XXII. 105. — Graasmann 
KZ. XII. 118. 120. 3). 4). -- Lettner KZ. VII. 172. 32). — Zeyss KZ. 
XIX. 183. — 1) Vgl. noch Pott KZ. XIX. 41: mv^iqog wohl als affinis 
zu Skr. hatulhu Verwandter; ibd. 22: ni^duvrj urspr. Fomi wegen n{4^og 
(ein Gebinde ist e» nicht, da vielmehr von Thon). — 2) C. V. 1. 220. 16). 
387. II. 157. 175. 186. - Vgl. Schweizer-Sidler KZ. VI. 449. — 3) Auf- 
recht KZ. I. 482: ,, entspricht Skr. pj-tvänam (also wohl: wt^-r/ava, 
ni-tJ-ocva, nioJ-ava, ni-ovvo)^\ — 4) Misteli KZ. XIX. 121: ntiacc viel- 
leicht aus ntvd'-tocy nevd^ aa (wegen der Wurzelform vgl. ntv^tgog). — 
5) Ameis-Hentze und Faesi ad 1. c. ; Grashof: das Herz blieb ihm fest 
durch oder auf Zureden. — 6) B. Gl. 1. c. — Corsscn II. 1018. — Goetse 
iSt. Ib. 152. — Grassmann 1. c. („zur Nbf. mit u. Skr. *htifidh, gehört, 
vielleicht lat. funis''). — 7) F. W. 1. c. : Deminutivsuffix -elio. — 8) Corssen 

II. 216 f.; KZ. III. 268. — Merguet latein Formenbildung pg. 128: fid- 
u-8ia (Superlatiysoftix -sta — Skr. -ahfha, griech. -öto), — 9) Vgl. 



- 595 - 

Schweizer KZ. II. 362 and Delbrück I. c. — Anders B. Gl. 274a: bhi 
timere, cum Pottio huc iraxerim foedus. 



bhansa ein Baubvogel. — Skr. hhäsa m. id. (PW. V. 274). 

(pr\vr\ {g>rivT] : hhäsa = ^hyivki : mäsd) f. Seeadler (Od. 3, 372. 
16, 217; Arist. Ay. 304; falco ossifragus Linn., so genannt, weil 
er, wenn er das Fleisch des erbeuteten Thieres gefressen hat, die 
Knochen mit in die Luft nimmt und auf Felsen zerschmettern 
Iftsst, um das Mark zu verzehren; Arist. h. a. 8. 5: 17 qyr^vti xov 
iixov (uCiav^ To öi XQmfuc CTtodÖBiöi^g); Nbf. tplvi-g (Diosc. 2. 58). 

F. W. 134. — Ueber den möglichen Zusammenhang der Eiffeu- 
namen ^riPBvg Sohn des Melas (Apoll. 1. 8. 5), ^rjvio Tochter des Kly- 
tioB aus Athen (Paus. 2. 6. 5), ^ivtvg Sohn des Belus, des Agenor, des 
Lykaon (Apollod.), ^cviCdqg Sohn des Pbineus (Soph. Ant. 980) u. s. w. 
siehe Pott KZ. IX. 351 ff. 



1) BHAB tragen, bringen, führen, fahren: 1) tragen 
einer Bürde, Last; 2) tragen mit Bezug auf die Wirkung, den 
Ertrag, dann bringen, gebttren; 3) tragen als Bewegung. — 
Skr. bhar 1) tragen, innehaben, 2) ertragen, ä) im Laufe mit 
sich führen, Etwas fahren, irgendwohin bringen, 4) entführen, 
wegnehmen, 5) herbei-bringen, -schaffen, 6) halten «= erhalten, 
unterhalten, hegen, pflegen, 7) miethen, dingen, besolden, 8) (die 
Stimme) erheben, erschallen lassen, 9) anfüllen, erfüllen, beladen 
(PW. V. 204). 

(pap. f 

q)äp-€iv (Hjrp. 5. 10), xo (piQa ot JonQutg tpccQO) kiyovciv, &g 
xiiAvm xaiivw aal x^iim xQanm (Et. M. 114. 19); ico-tpapAlnJ (Hom. 
nur -ii'H, -oi, -siv) sich Jemandem gleichstellen, es worin gleich- 
thon, sich mit Jemandem messen; gleichmachen (Sp.). — q>ap-^- 
Tpa, ion. 'X^, f. Köcher, Pfeilbehälter, Demin. q>aQixQ'iO'V n. 
(Mosch. 1. 20), q>aqExq%'iov (mv-og) m. = qxnQixf^ (Herod.). — 
q>dp-^ä-KO-v n. urspr. Kraut, bes. Heilkraut; dann: Heil-, Arznei- 
mittel; Zanber-mittel, -trank, -salbe; verderbliches oder tödtliches 
Mittel, Gift; Färbemittel, Farbe, Schminke; Hilfsmittel^), Demin. 
(paQfueX'M'V n.; (pa^fiaK-^-g m. Giftmischer, Zauberer; Sühnopfer 
(al\jfthrlich wurden in Athen zwei verurtheilte Verbrecher, einer 
für die Männer, einer füi* die Weiber als Sühnopfer am Thargelien- 
feste verbrannt oder vom Felsen herabgestürzt; vgl. Hellad. bei 
Phot. BibL 279); darum auch: Galgenstrick (vgl. Arist Equ. 1405); 
(paQiueK'ino-g das qnxQfi, betreffend, dazu geh., q>aq^ia%-lxrig (erg. 
dvog) m. ein mit Heilmitteln angemachter Wein, Gesundheits- 
wein; {q>aQ(ian-xi) g>aQfux^i>'g f. Behandlung durch Arzneimittel; 
9«pfurx-Ti}-ff, (paQfuen'XT^Q (xrJQ-og) m. Arzneibereiter, Zauberer, Gift- 

88* 



- 596 — 

mischer, (pa^iictK-C-g {Cö-og)^ (pagfiaxlö-tQ-ia f. (Hes.); gHic^funm^Q-uhg 
zum Arznei bereiter u. s. w. geh. (Lykophr. 1138); g>ccQiuitx6^i-g 
giftig, reich am (pagfAUKOv (Nie. AI. 293), tpaQ^uta-mdrig ^^^ ^^ 
Art eines gxf^furxov; {g)aQfutK-j(o) (pagfiaoato^ neuatt. (paQfiartmj ein 
fpaQfiaxov anwenden (Hom. nur Od. 9. 393: xalxBvg niiixw (Jyav 
t}e anirui^ov (pa^fMCdav wenn er hftrten will [zu Stahl], dazu Adj. 
fpUQ^uxKrxo-g vergiftet (Maneth. 4. 52); fpaQ^i^-ta an empfangenem 
Gifte leiden; nach Arznei Verlangen haben; ^or^fiox-d-o) vergiften; 
qxxQiuaH'BV'g m. «= q>aQ^i^X'i]-g^ ipaQfiaK'€V'(o «= (paQfiaöaa^ tpuf^ 
funceti-Tt]-^ m. «= qxiQ^'Mvg (Sp.), fpuQ^utiui'XQ'iu f.; (pagfutKev-Ci-g^ 
g)aQ(i€C9u(J-)-la f. das Geben, Brauchen eines (pccQfuxxov^ (putgiuixtv- 
fux{T) n. = (pagiKüiov (Nicet), g?a^fu«i£(/)-M)-v n. Arzneikunde. 

q)dp. — q)äp-iKÖ-v n. ein unbestimmtes Gift (Nie. AI. 398). — 
(ipäg-sg) q)äp-oc (Hom.), q)äp-oc (Soph.), tpäg-og und tpag-og (Aesch. 
Eur.) n. eig. Tracht, Gewand, [Jeberwurf, Mantel, Laken, Leich^- 
tuch, Segeltuch'), Demin. qictg-lo-v n. 

q)pä = Skr. bhar (Bedeutung 6); vgl. frä-ter (pag. 600). 

bhra-tar^). — Im Griechischen nur in politischer Bedeutung 
(in ursprüngl. Bedeutung nur: tpgri-xfig' adeXfpog Hes.): q>pä-Tf)p 
(xiiQ-og) und q)pd-TUJp (to^-o^), q)paTp-i-€U-c m. Mitglied einer q>gaxgtt; 
q)pATp-a, q)paTp-Ti, ion. q)pr|Tp-Ti, f. (Hom. nur IL 2. 362 f., Herod. 
nur 1. 125) eine durch Familienverwandtschaft zusammengehörende 
Volksabtheilung, Geschlecht, Sippschaft, Sippe, Unterabtheilung 
von qwkov (II. 2. 362 f.: Kgiv^ Svögag xftrcir qwka [nach Völker- 
stämmen, trWus, Hauptabtheilungen der Völkerschaften], xcrra 9^- 
xgag [nach Geschlechtern, propinquUates y wozu die einzelnen Fami- 
lien gehören], ^AydfASfivov^ ag q)gi^xgr] q)gi^xQfiq>iv agrjy^r^^ gniket 6i 
q>vXotg, Herodot: xcri ^AxMfievlöai slal (pgiitgri)', in der Form: 
(pQctxQ-Ui^ -eUi^ (pccxg-Ui (vgl. ngoxl^ noxl)^ (pgaxog-la (Suid.), polit. 
Volksabtheilung, in Athen Unterabtheilung der 4 attischen (pvlul 
(die gnfXri hatte 3 ipgctxglai^ die (pgaxgUe wieder 30 yivti; fpgaxgai^ 
q>gaxglai «= den röm. curiae; vgl. D. HaL 2. 7. Plut Popl. 1)\ 
(pgaxg-io-g {(pgax6gH0-g Sp.), q>gctxg'iH6-g ((pgccxog-mo-g Dem. 44. 41), 
tpgaxgia'KO'g zur (pgccxgia gehörig, sie betreffend (jipgaxgioi Ofoi 
Schutzgötter der Phratrien), (pgdxg'W-v n. das Heiligthum der q>ga- 
xogig; tpgdXQ'l^a ^ <pgcexgi-ai<o zu einer Phratrie gehören, (pg&rgux' 
a-x^q-g m. = q)g€ix(OQ (D. Hai. 4. 43, curialis), q)gaxgia6X'M6'g = 
q>g€n:guiiK6g ; a-q>grix(OQ (nur Hom. IL 9. 63: aq>gfjxmg i^ifuaxog 
aviaxiog ioxiv ixsivog^ og itokifwv Sgcexai imörndov ongvoivxog «=s 
ausser dem Geschlechts-, Bechts-verband, herdlos). — FpdTpa f. 
Vertrag (in der Erztafel von Elis, C. I. G. 11). 

(pep. 

q)^p-U) tragen*) I) Activ: l) tragen = auf sich nehmen oder 
haben, ertragen, erdulden; 2) tragen = fortbewegen, fahren, 
fuhren, ziehen, treiben; hinbringen, darbringen; davontragen, weg- 



- 597 — 

tragen, -führen, -nehmen; erwerben, erringen; 3) tragen = hervor- 
bringen. II) Passiv: getragen werden = getrieben werden; ^llen, 
stürzen, rennen, fliegen, dahinschiessen. III) Medium: für sich 
weg- oder davon-tragen, -nehmen; bei sich tragen, bringen; sich 
erwerben, sich erringen (nur im Präsensstamme; Homer: Präs. 
3. Sing. q>ii^'Oi Od. 19. 111, Imperat. ipii^B II. 9. 171, Coi\j. 
q>iQjf-6t^ Inf. (piQi-fUv; Iterativ des Imperf. fpig-s-ön-ov^ -eg, -s); tpeg- 
xo-q getragen, ertragen, zu tragen, erträglich, a'tpBqrtog unerträg- 
lich (oft bei AeschyL); Nbf. ^epTcr-J^o (Hesych.). — q)^p-€-Tpo-v, 
(pig-TQO'V (IL 18. 236) n. Trage, Tragbahre, Sänfte, q>eQnQ'SV'(o 
auf einer Trage tragen (Plut. MarceU. 8), (psgizg-io-g Beiwort des 
Zeus = fcretrius (Sp.J. — q)€p-vfi (äol. (piq-l-vu oder q>lQ't'Vu) 
f. das Zugebrachte, Mitgift, Ausstattung {itoUiMv Kriegsbeute Eur. 
Ion 298), q>€^'£l;<a ausstatten, aussteuern (LXX). — q)^p-^a(T) n. 
das Getragene, bes. die Leibesfrucht (Aesch. Ag. 118. Snppl. 672). 
— Composita: q)€p-: q)eQ'€cv^g Blumen tragend, (piQ-aCrctg schild- 
tragend, tpBq-iyyvog Bürgschaft bringend; q>€p€-: fpBQi'ßoT(fvg Trau- 
ben tragend, tpBqi-^vyog daö Joch tragend, (pBQi-novog Arbeit er- 
tragend u. s. w.; Qs^i-ÖBiTtvog^ OBQB^Qccxrig^ OBQB-xvörjg; QBQB'vCxtij 
maked. Bbqb-vI'mi^ BBQ-vlxa^ makedon. Frauenname im Hause der 
Lagiden u. s. w.; q)ep€C-: q)BQia-ßiog Lebensunterhalt tragend, Nah- 
rung gebend, q)BQB(S-aaKrig schildtragend (Hes. Sc. 13); (pB^Bööt-Ttovog 
poet. = fpsginovog (Welck. Syllog. epigr. 135. 5). — bia-q)^pu) 
transit. durchtragen, austragen, auseinander tragen; intrans. aus- 
tragen =» einen Unterschied machen, verschi^en sein, sich unter- 
scheiden, auszeichnen; dazu wohl: poet. Comp. q)^p-T€po-c vor- 
züglicher, wackerer, trefflicher; gewaltiger, mächtiger, stärker, 
Superl. q)^p-TaTO-c, qp^p-iCTO-c, fpi^tcto-g (Find. fr. 92. 2) der 
vorzüglichste u. s. w.*). 

9p€^). — 7Ti-q)pr|-^i Präs. nur: ia-Tti-fp^-vat (Aristot. h. a, 5. 
p. 541b. 11); Aor. Imperat. 2. Sing, (p^-g [: tpiQB = Cxi-g : Iib] 
(Com. anonym. Meineke IV. 651), Part in-Bia-ipQBl'g (Eurip. fr. 
781. 46 D.), Inf. cto-^^-vat* Blöa^ccij ivBy%Blv Hes.; q)p^-u) (Weiter- 
bildung aus 9^£) in: dui^pqita durchlassen (Fut. di,a-q)qr^(SBXB Arist. 
Av. 193, wozu Suid.: dwni^^BXB)^ Bla-ifgio) hineinlassen, zulassen 
{Blctpqr^tSBiv ^ BlötpoqfjdBiv tuxI BiCÖi^ccC^M B. A. 244), i%-(pQi(a heraus- 
bringen, entlassen. 

q)op. 
^ q)Op-ä f. l) Handlung: das Tragen, Bringen, Herbeibringen: 
a) Darbringen, Abbezahlen, Abgeben, Hervorbringen, Erzeugen, 
Heraustragen, Bestatten; (zu q>tf^^i,) das Dahingetragenwerden, 
jede rasche Bewegung, Schwung, Flug, Fahrt, Lauf, Ungestüm, 
Heftigkeit, Leidenschaft, Neigung, Trieb. 2) Sache: das Getragene, 
Tracht, Ladung; das Hervorgebrachte, (von Früchten) reichlicher 
Ertrag; übertr. grosse Menge. — fpoqa-itiv (Adv.) gatr 



— 598 - 

getragen, fortgerissen; <pop-/i} f. Unbesonnenheit (Ggs. öog>Ui \ 
Empedokl. 17). — q[)Op-ö-c tragend, bringend a) weiter bringei 
fördernd, vom Winde: günstig, förderlich; aber anch: heftig, stt 
misch; b) eintragend, fruchtbar; trächtig, schwanger; c) getragc 
hingerissen, heftig. — q[>6p-o-c m. das Getragene, Dargebrach 
I Tribut, Abgabe, Steuer, Zoll (= forum der Römer , Sp.). • 

j q>op^-UJ (Durat. und Intens, zu q>iQ(o) fortwährend, geWÖhnli 

1 tragen, führen, hier- und dorthin tragen, fort-, dahin-trag( 

-führen, -reissen') (Fut. <po^-<Too, später auch (pogicm N. T.; Hom 
im Präsensst.: Coi\j. q>OQirj<Si^ Inf. g>OQi-BiVn q>ogij-vai und ^opif-^i 
11. 15. .310, Iterat. des Imperf. (pogi-e-cx-ov^ -e; ausserdem A< 
g>6Qri-aBv IL 19. 11); q)0Qri'v6-g getragen, tragbar, erträglich; 90^ 
ci-g f. das Tragen (Sp.); fpoge-aC-a (st. fpogti-) f. Tracht, Kle 
(Suid.); q>6Qri'(ux(t)^ q>6QB-(ici(t) (Sp., s. Lob. Phryn. 250) n. Tracl 
Last, Kleidimg, Schmuck u. s. w.; Trage, Bahre. — q)öp-TO-c i 
:i) Fracht, Last, Ladung, bes. Schiffsladung (Hom. nur Od. 8, 16 
14, 296), b) übertr. Menge; attisch: das Gemeine, Rohe, Plumi 
Pöbelhafte (Masse, Stoff, Materie Sp.); q>oQT6-(o beladen, befrachte 
90^-/^00 id.; 90^-crl (-äx-og) m. Träger; (poi^-ixo-g lasttragen 
lästig, beschwerlich;' grob, plump, gemein, pöbelhaft, ^oprixo-ni 
(rrix-og) f. lästiges, gemeines Betragen (Arist. rhet^ 2. 21), fpofni 
I ev'o-fjuxt sich lästig, gemein betragen; q>oq^'io'V n. = tpofjiiog i 

fpoQX'l-g {16'og) f. Last-, Fracht-schiff, breites Fahrzeug. — 90^- 
xQo-v n. Trägerlohn (PoU. 7. 133). — q[)Op-d-c {ad-og) tragbi 
fruchtbar, trächtig, schwanger (Theophr.), Demin. ^opcrd-io-v (Sch( 
Nik. Ther. 926). — q)Op-|Liö-c m. Tragekorb, Matte, Schifferklei 
Holzbündel; ein Getreidemaass (etwa = Medimnos), Demin. 90^1 
lo-v n., (poQfA-l-g f., (poQfjU6-u>-v n., (poQiA-lö%o-g m., qn^gfAlöK-iO-v n. - 
q)6p-i)Lio-c tragbar, fruchtbar, zuträglich, nützlich. — q)op-€U-C 1 
Träger (innog q>. Pack-, Saum-ross); q>0QB(/)-lo-v n. Trage, Bahi 
Sänfte; Trägerlohn; {iyi^i'fpoQ'tv-g) d|Liq)0p-6Ü-c (-i-oog) m. Geft 
mit zwei Henkeln, üme; bestimmtes Maass für Flüssigkeit« 
Demin. ifjupogslSio-v (Aristoph.), afi(poQ-C<fxo-g m. (Dem. 22. 76 
ifjupog-txo-g urnenartig. — Composita: -(poQO-g: aiupaQS-ä-ipogi 
Krüge tragend (PoU. 7. 130)^); löo-^pogog gleich tragend; («o/-« 
KOkFo') xoiO'tpoQog' lyxvog (Hes.); (iriXo-q>6Qog ((iako- Inschr. v 
Selinus) Bein, der Demeter (Paus. 1. 44. 3) == Spenderin tc 
Baumfrücht^u '*) (auch die Soldaten von der Leibwache des Xerxi 
hiessen firikoq>6QOt; vgl. Her. 7. 41; Athen. 12. 514b: iiü tmv crv^ 
xcov [= cavQcori^Qmv] fLtjka xQvca ix^vrsg); olvo-fpoQog weintragem 
<fcnu<f-(p6Qog schildtragend, Schildträger; v7tvo'q>6Qog schlafbringen 
(paQiTQO'q>6Qog köchertragend; (peQvo-q>6Qog Mitgift zubringend; ^ 
ipoQog lichttragend (als Subst. m. der Morgenstern, lucifer) u. s.i 
— 6ogv'fpoQ-la f; das Begleiten der Trabanten; von den Stcmi 
Flut. Plac. phil. 2. 23 (sanskritisch zugestutzt: durudharä f. eü 



— 509 - 

bestimmte Mondstellung, PW. III. 675); in-ctva-tpoq-i f. das Be- 
richterstatten zur Entscheidung (Andok. 3. 33); rhetor.: Figur der 
Wiederholung eines Wortes am Anfange der Satzglieder (Skr. 
panaphara n. in der Astrologie das auf ein kendra «» KivxQov 
folgende Haus, PW. IV. 389). 

<puip ^^). 

qnup {q>iO(f-6g) m. Fortträger, Dieb; Raubbiene, Hummel, 
Drohne (vgl. Skr. bhar 4) (qxoQ' o Aiy^rif^, 6 xAiTtrijg. na(^ ro 
(pi^. o Tcc ikkoxQtoc tpiqtav E. M. p. 804. 5); dazu Superl. qxoqo- 
rato-g erzdiebisch (Sophron.); gxoQ-a f. Diebstahl, (p(0(fa-(a dem 
Diebstahl nachspüren, Haussuchung halten; überh. Verborgenes 
ausspüren, entdecken; tpcig-io-g gestohlen, übertr. heimlich, ver- 
stohlen, poet. (ptaQ-lSio-g (Leon. AL 42), qxiiQ'io-v n. Diebstahl (Sp.); 
0mQmv Xlfiriv ein Hafen bei Athen, von Schleichhändlern besucht 
(noch jetzt: Klephto Limani)-^ a7to-q>c^ag [wohl a7t6q)CDQttgy (vtXi- 
jrror^); i^-^pto^g [lg wohl mundartl. Nebenform von l^\' kr^atal^ 
xkimat. AwuavBg (Hes.). — q)UJp-ia)Li6-c m. Tragkasten, Lade, 
Truhe (nur D. 24. 228. Od. 16. 104)"). 

bhor. — (Skr. hhrüna m. Embryo, Kind, Knabe) f)Li-ßpu-o-v 
n. die ungeborene Frucht im Mutterleibe (Od. 9, 245. 309. 342 
das neugeborene Lamm); Sp. als Adj. : das was in einem anderen 
Körper eingeschlossen daselbst keimt und wächst; i^kß^v-no-g vom 
Embryo (Ar. bei Ath. 9. 372 b)^*). 

bhar + bh[ar]^«). 

qpep-ß-Ui (poet.) nähren, erhalten, weiden, füttern (vgl. Skr. 
6/wtr 6); Med. sich nähren u. s. w., essen, verzehren (Plusqu. i-m- 
fpogß'Et h. Merc. 106); qpopß-ii f. Weide, Futter, Nahrung (IL 5, 
202. 11, 562), tpoQß-d n. PI. (Orph. Arg. 1118) id.; g>oQß-Ha f. 
=s (poQßrjj Halfter, mit der das Pferd an die Krippe gebunden 
wird, wenn es fressen soll; (poQßa-iO'g zur Weide geh., Weide 
gebend, weidend; tpoqß'CL-g {-aS-og) nährend (^tpoQßccöog in yalag 
Soph. Phil. 700 Sehn.), weidend, q>0Qßa6-i'K6 g in Heerden weidend 
(Flut Symp. 7. 8. 4); fpoqß-ctvxa' laxQVMt tpttQfuxiuc (Hes.); Oogß-a-g 
(-avt og) m. König von Lesbos (II. 9. 666); Vater des Ilioneus 
(D. 14. 490), Sohn des Triopas (h. Apoll. 211); Sohn des Lapi- 
thes und der Hermione (Paus. 6. 8. 11). 

far. 

(^far-as, *far-s) far {farr-is) n. Spelt, Dinkel; dann jede 
Getraideart (vgl. Getraide von „tragen''); Mehl, Schrot; Brod**); 
Demin. fmr-t-cülu-m n. ein kleiner Speltkuchen (Pallad. Oct 21), 
farr-eu-s^ farr-äc-m-s aus Spelt, Getraide, farr-äriu-s , farrc-äriu-s 
zum Sp.^ G. geh.; i^farra-rc) farrä-iu-s mit G. versehen, aus G., 
farrä-g-o (%n-is) f. gemischtes Viehfutter, Gemengsei; übertr. buntes 
Allerlei, Lappalie; {*farreä-re) farreä-tu-s durch Genuss von Spelt- 
brod bewirkt (nuptiae, Serv. Verg. A. 4. 104), farreä-ti-öin) f. Genusi? 



- 600 — 

des Speltbrodes fid. 4, 374); con-farrcä-rc duroh feierl. Patricierebe 
rerbinden, con-farreä-ti^{n) f. die feierlichste und stnmgste Vertnäh- 
liingEweiBe unter den Patriciem {gvin et in sacris nihil reUgiosins 
cemfarrcationis vincuU} erat, novaeipu nuplae farreum |bo. libam «inen 
Opferkuchen] praeffrebanl Plin. h. a 18. 2. 2; vgL Serv. ad Verg. 
G. 1. 31: cum per pmlificem maxivmm et ftammtm DitUtm jkt 
friiffcs et molam salsam conitmgehantur); dil-farreätio f. leierL Auf- 
lösung dieser Ehe (gcmta erat sacrifidi. quo inter virum et nmlir- 
rem ßebat dissoMio, dtcla diffarrtatio , guod ficbat farrco libo od- 
hihUo Paul. D. p. 74. 13); suf-farr-än-nts Getraide zuführend (nw- 
lio, Plin. 7. 43). — (^fars-lna) far-ina f. gemahlenes Getraide, 
Mehl, Demin. farinu-la etwas Mehl (Vnlg.), farinu-lenluii , farin- 
östis mehlig, farin-äriH-s zum M. geh. (aHbrutn, Cato r. r. 76. 3), 
farin-ariu-m {älcvgäv Gloss. Philox.), farin-äc-eu-s (aUvfftiötig ibA). 
— far-far-U-8 HulTattich '■'') ilussUagii Linnt; auch far-famtm, 
-fi-Hu-tn, -fugiumj. 

frft (a. vpä)"). 

fra-ter (tr-is) m. elg. Erhalter (der Bruder verbSit sich recht- 
lieh in ältester Zeit zur Schwester, nie der Gatte zu seiner Gattin 
d. h. der Erhalter m der zu Erhaltenden); Bruder; Ehrenname 

!äer Bundesgenossen; Plur. Geschwister, Demin. fratcr-ciUu-a ; fralr- 
ärf, fralcrcuiä-rt gemeinsam empo räch wellen, von den Brüsten (von 
den Komikern erfundenes Wort; turgere, pubescere, lunteseere Paul. 
D. p. 91. 1); fraler-nu-s brüderlich, verwandt, vertraut (Adv. -wr), 
l'ratemi-täs {tati-s) f. Bruderschaft, Brüderlichkeit; {*bhratar-tia) 
l'riUr-U'ili-s m. Geschwisterkind (Hieron., leid.); f'ratr-ia f. Bruder«- 
frau, Schwägerin; = qiQat^la; fralr-issa = f'ratria (Isid.), 
fer. 
f6r-0 = (pie-ot I. II. fpag. 596 f.), Inf. (* ferse) ftr-re (Pas». 
Präs. firri" Auaon. epigr. 107); Part, mit act. Sinn: /er-tu^ tragend 
^ fruchtbar (vgl. jfokv-rkrfTog der viel erduldet bat. Od. 11. 38); 
ferti-lis = fertua; Ubertr. reich, fruchtbar machend (tfca, Ov. Met. 
5. 642, mius Val. Fl. 7. 008), Adv. fertüUer, fertHi-lä-s (täti->) L 
Fruchtbarkeit, Keichthum; fer- ax (äcis) ^= f'ertilis (Adv. Comp, fera- 
clitn Uv. IJ. 1.3), feraci-tä-s f, = ferlüilat (Col. 3. 2); ftr-tor (tör-h) 
m. Trftger fVarro 1. 1. 8. 57. M.). ferlör-ius zum Tragen dienend, 
Stibet, -iu-tn n. Tragsessel (CaeL Aur. tard.); fer-e-trit-m n. ■t» 
ipigtTiiov pag. 597, Fcrctr-ius {Jupiter) dem man auf einer Bahre 
i'polia opima darbrachte (vgl. Liv, 1. lOi; fcr-ciilum n. = fjert- 
tnim; aufgetragenes Gericht (vgL mullague de raaffna supereagenl 
feratla cena Hör. Sat. 2. 6. 104). — *fif(H'S\: miuäi-fer m. Adler- 
träger, Fähnrich, cistifrr KistentiSger (Marl 5. 17. 4), led-fer 
todtbringend, tödtlich, luci-fir Licht bringend, Subst. Morgenatera, 
Venus, Tag, stUuti-fer heilbringend, heilsam, sonmi-fer eohlaf- 
bringend, erstarren machend, tOdtllob, sjmmi-fa' Schaum tragend. 



— 601 — 

schftamend, sielli-fer Sterne tragend, gestirnt, vini-fer Wein tragend 
(App. herb. 66) u. s. w. — . Äd-fer-en-da die Darbringende, De- 
fer-un-da die Hinwegbringende oder ebenfalls die Darbringende; 
ar-fer-ia {aqua quae inferis lihabatur^ dicta a ferenda, sive vas vini, 
quod seuris adhibebaiur PauL D. p. 11. 14 M.); in-fer-iae f. die 
den Manen dargebrachten Todtenopfer, inferi-aH-s das Leichen- 
begftngniss betreffend (Subst. -alia Todtenopfer , Gloss. Philox.); 
offer-u-menta {dkehant quae offerd>ant Paul. D. p. 188. 10); prae- 
fer-t-cülu-m n. Werkzeug zum Vortragen, eine weite eherne Opfer- 
schale {vas aeneum sine ansa patens summum vclut pclvis, quo ad 
sacrificia tttebantur Fest. p. 248); {re-fer-tva) re-f'r-lva faba (quae 
ad sacrifidum referri sölet domum ex segele auspicii causa , Cincius 
ap. Fest p. 277. 17; vgl. Plin. h. n. 18. 12. 119: fabam utique 
e frugibus referre mos est auspicii causa, quae ideo refriva appeüa- 
tur), — {nQO-tptQHv vorhalten, vorwerfen, vorrücken; vgl. f«/ {toi 
SmQ* iQota ngotpegt IL 3. 564; ttal C(plv ovelSea te nQoq>iQoig ibd. 

2. 261; im ähnlichen Sinne: * pro-fir-u-m) prO-br-U-m n. Vor- 
wurf = Schimpf, Schande, Schmach; Schmähung, Schmährede; 
schimpfliche, schändliche That, Schandthat ^®) ; Adj. probru-s (Gell. 
9. 2. 9), probrösu-s schimpflich, schändlich, schmählich, Adv. 
pröbrose, probrosi-tä-s {täti-s) f. Schändlichkeit (Salvian. gub. dei 

3. 9); ex-probrä-re = nQotpiqnv^ exjyröbrd-ior m., 4rix f. Vor- 
werfer, -in (Sen.), exprobrä-H'ö{n) f. Vorwurf, exprobrä-Vtlk-s vor- 
wurfsvoll, tadelnswerth (Vulg.); op-pro-br-iu-m n. = pröbrum, 
opprobri-dsu-s == probrosus (Cod. J. 3. 41); opprobrä-re = ex- 
probrare, opprobra'ti^{n) f., opprohrä-mentu-m n. = axprobratio, 

ffer. — fÖr-Äli-S zum Leichenbegängniss gehörig,» Fer-äli-a 
{Feralia nur Ov. F. 2. 469) n. PL Leichenfeier, -schmaus, Todten- 
fest am 19. Februar (Feralia diis manibus sacrafa fcsta a ferendis 
epultsappeUaia Fest. p. 85; vgl. noch Varro 1. 1. 6. 13: feralia 
a6 [inferis; fälschlich; et] ferenda, quod ferunt tum epuloLS ad se- 
pulcrum, quibus ius ibi pareniarc)\ fercUis übertragen: tödtlich, un- 
heilvoll, traurig, furchtbar, Adv. ferali-ter (Fulgent. myth. 3. 1). 

fer. 

(for-ti) for-S (for-ti-s) f. das was sich zuträgt, Zufall, Un- 
gefähr ^^) (vgl. fors fert, fors tulit; als Abstr. nur Nom. und Abi.); 
For-s f. die Göttin des Zufalls (oft Fors Fortuna; Varro 1. 1. 6. 
3. 56: dies Fortis Fortunae appeMatus ab Servio TuUio rege, quod 
is fanum Fortis Fortunae secundum Tiberim extra urbem Romam de- 
dicavU lunio mense; Donat.: Fortuna dicta est incerta res, Fors 
Fortuna eventus fortunae 6owtis); fors adverbiell: es könnte sich 
zutragen, vielleicht^®); AbL forte von Ungefähr, durch Zufall, zu- 
fällig, gerade, eben; fors -an vielleicht, etwa, möglicher Weise, 
(fors Sit) für Sit (nur Hör. Sat. 1. 6. 49) id., (fors sit an) forsitan 
id., (forte an) fortan (nur Cic. r. p. 3. 35. 47) id., (forte an si vis) 



- 602 - 

foriassis oder (häufiger) for fasse id., fatiasse an id.; for-t-QlUl 
(iien. forfunäs Naey. ap. Prise, p. 679 P.) f. Schicksal, ZufaU, 
Leos, üngefthr; Fortuna f. Schicksals-, 61ttcks-g5ttin (vgL Fars)'^ 
übertr. fortuna Loos, Zustand, Plur. Glficksgttter , Vermögen, 
Hab und Gut, fortunä-re beglficken (Perf. Conj. farhmassintj Afran. 
ap. Non. p. 109. 18), Part, fartunä-tu-s beglückt, glücklich, reich, 
begütert (Adv. -te), fartunä-ti-m zum Glück, Heil (Enn. i^. Non. 
p. 112. 2); far-tthi'tU'S (vgl. gratu-l-ius pag. 246) von üngefthr 
geschehend (als Subst. n. im PI. Quint, Tac), Adv. farhii-to (Nbf. 
hi Plaut Aul. 2 1. 41, Lactant. 1. 2). — for-du-S^ Nbf. Aor- 
dus, trächtig, Subst f. forda trächtige Kuh^^). — Lehnwort: 
/'(/rl-ax (äc'is, = g>6(/Ta^) m. Träger, Ofengestell (Cato r. r. 38. 1\ 

dar, /Sr, für; ßr, ßr) fttr*% 

(VgL daiürus^ natura; zur Länge vgl. rex^ päx; nur Nom. 
für mit seinem ü ganz vereinzelt) für (für-Js) m. f. «= ^pmg. 
(pag. 599) (als Raubbiene, Hummel Varro r. r. 3. 16. 19, sonst 
fucus), Demin. /'ur-un-culu-s m. (vgL av-un-culus pag. 67); (^fwr-u-^) 
furä-ri stehlen, heimlich entziehen, verbergen {furatus pass. , App. 
Met 10. p. 246. 26, Sup. furatutn Plaut), furä-tor m. Dieb (Tert), 
ßtrchtr-tnu-s den Diebstahl betreffend (Fulgent.), furatr-ina f. Dieb- 
stahl (App. Met 6. 10), übertr. Ehebruch (id. ib. 8); fur-ax (äci-s) 
zum Stehlen geneigt, diebisch, Ady. furäci-ter; furaci-ta-s f. Diebs- 
sinn (Plin. 10. 29. 4); fur-tu-m n. Diebstahl; übertr. das Ent- 
wendete, der Raub, das Verstockte, Geheime, Betrug; (AbL als 
Adv.) furto insgeheim, heimlich, unvermerkt (iLcf^pcr), fitrtim id.; 
f'urt'lvU'S gestohlen, heimlich, versteckt, Adv. furtivc; fur-inu-s zu 
den Dieben geh. (Plaut Ps. 3. 2. 2). 

bhar-bfafar]. 

her-b-a (= tpog-ß-'q^ altl. fibra = *fer'ba, Serv. ad Verg. 
(i. 120) f. eig. Weide, Futter, Nahrung d. i. Kraut, Grün, Gras*"^); 
Demin. herbü-la^ herh-xis-cula (Marc. Cap. 2. 25); Jterb-eu-s gras- 
grün, herh'äC'CU'S ii; herbt-du-s gras-, kräuterreich, grasfarbig, 
herbidä-rc grün machen (Marc. Cap. 1. 20), herbt-ti-s mit Gras 
gefüttert; hcrh-ärhi-s m. Botaniker (Plin.), -äriu-m n. Pflanzen- 
sammlung (Caibii(L); herb-ösu-s = hcrbidus; (*herba-rc) herba-n-s 
= herbosus; herbä-ü-ai-s grasfressend, = ßoravixog (Gloss.); herbe- 
sc-err zum Halm werden. — Lehnwort: forb-ea {antiqui amne 
gemis tibi appeUnbant^ quam Grneci fpogßijv vocant Paul D. p. 84). 

B. GL 269 f. — Corssen L 467; B. 125. 168. 194 f. — C. E. 300. 
303. 430. — F. W. 135 f. 138. 222. 380. 473. 1075; Spr. 194. 346. — 
J. Schmidt KZ. XXIII. 342. - 1) C. E. I. c. - Pictet KZ. V. 49: — sus- 
trntans (vgl. Skr. bfiarma Stipendium ; bJuirmaka ?). — Döderlein n. 2465 : 
(pvQto benetzen; urspr. „Safk**. -- F. W. 380, Spr. 347: bhar wallen, 
brauen; dagegen W. 474 (1064): bharv essen, essen lassen, nähren; 
IV aa^ß'iui%0'9 Kraut. — 2) VgL B. GL 36b: cpÜQoq pcdlium a fertndo. 
~ Dagegen Döderlein n. 171: von fpa^i nach Hesych. i» vtpaivstVy also 



— 603 — 

eig. „Gewebe, Zeug". — 3) Vgl. noch Ascoli KZ. XVII. 335. 46); F. W. 
142; Legerlotz KZ. VII. 436; Schweizer- Sidler KZ. III. 351; PW. V..408. 

— Endlich H. Stein ad. Her. 1. c: die Gesammtheit der Iranier zerfiel 
in Familien; eine Anzahl solcher Familien wurde in einen Clan {fpQrttQfi) 
oder Gau zusammengefasst; eine Anzahl von Clanen wieder in eine Ge- 
nossenschaft (yivog), die Genossenschaften in die Gegend (hier Persien). 

— 4) C. V. I. 165. 11). 184. 11). — 6) Anders Spiegel KZ. V. 231: 
altbaktr. bere schneiden, davon neuiranisch: brin .f» das absolut Mäch- 
tige ; „Hesse sich dieser Uebergang in anderen indogerm. Sprachen nach- 
weisen , so wäre es wohl nicht zu kühn auch q>iQtatog hieher zu ziehen**. 

— Seh. W. 8. V.: zu ferus, ferox, fortior. — 6) C. V. 1. c. (Anm. 4) und 
II. 35. 403; siehe besonders Curtius St. VIII. 327 ff. (Polemik gesen Nauck, 
der (pQB =" nqO'B u. s. w. deutet; für Nauck ist auch Savelsberg KZ. 
XVI. 416 f. und theilweise Joh. Schmidt KZ. XXIII. 301 f.), - 7) C. V. 
I. 342. — 8) Düntzer KZ. XII. 4: ä Bindevocal. — 9) Hohn p. 106. — 
10) Curtius St. 111. 199 ff. — Düntzer KZ. XIII. 12. — Schmidt KZ. 
XXII. 814. 1). — Corssen I. 648: dhvar betrügen, verletzen. — L. Meyer 
KZ. V. 376: Skr. cur stehlen, cöra = caura m. Dieb. — Dagegen Leger- 
lotz KZ. VII. 173: „stimmt auf keine Weise; eher Wurzel wort aus /'er, 
mit Vocal Verlängerung , wie in düx, ?öx". — 11) Ebenso Seh. W. s. v. 

— Faesi ad Od. 1. c: bei Hom. das Geschlecht nicht zu erkennen, bei 
ApolL Rh. femin., nach der wahrscheinlichen Abstammung von tpccQog^ 
die Kleider-tmhe , -kiste mit Deckel. — S. W. s. v.: „Ableitung sehr 
zweifelhaft". — 12) PW. V. 412: von 1) hhar; bhrjina könnte aus bhürtjta 
entstanden sein. — Vgl. Windisch K. B. VIII. 430. — PW., Seh. W., 
S. W. s. V. folgen sämmtlich der Etymologie des Eust.: ro ivtog xfig 
yaötifog ßgvov. — Sonne KZ. XII. 296. 6): phar umhegen, einschränken, 
schirmen; mit Suffix -u.* jyhrUj Skr. bhrü, bhrüna, ^ft,ßQvo, ß aus q>. — 
13) Bmgman St. VII. 327 ff., C. E. 1. c, S. W. s. v.: wahrscheinlich 

febrochene Reduplication. — Lottner KZ. VII. 174: herba, fpoQßq. — 
u Skr. bharv (kauen, verzehren; ein Leid zufSgen, PW. V. 218): 
Aufrecht KZ. X. 157, F. W. 136. 474. 1064, Grassmann KZ. XVI. 192. 

— Froehde KZ. XXII. 251. 3): ghar, har grün sein. — Corssen I. 102. 
163: W. bhar -f W. bhu wachsen = her-ba. — 14) C. E. 300 f. — F. 
W., F. Sp. 1. c. — Pott E. F. IP. 3. 491. — Rossbach Unters, über die 
röm. Ehe 1853, pg. 104. - Ascoli KZ. XXI. 222 f.: bhaa zermalmen. 

— Zu bhar 8 emporstarreu (got. *bar%8 KQ^^ivog, altn. barr, ndfirs. berre 
u. s. w.): Ascoli KZ. XVII. 343. 84); Kuhn KZ. XI. 386 f.; Zeyss KZ. XIX. 
186. — Zu ghar, ghar 8, Skr. ghrsh {lerere, fricare): Aufrecht u. Kirch- 
hoff nmbr. Spr. I. 91; Benary röm. Lautl. p. 160; Corssen I. p. 100. 158. 
517. 11. 165, B. 206. 404, N. 106 {far8, farr geriebenes, geschrotenes). 

— 16) Bmgman St 1. c. (Anm. 13). — 16) C. E. 301. — Brugman St. 
VII. 362: par-par antreiben, erheben; sich überheben, freveln: *pro- 
pru-m, prO'bru-m. — Corssen II. 683; B. 362: ^pro-hib-ru-m, ^op-pro- 
hib^ru-m Vorhalt, Vorwurf. ~ Schmidt KZ. XXH. 326 ff.: =- ahd. fra- 
vali: jede That, welche die von der Sitte oder vom Gesetze gezogene 
Schranke übertritt; der aus einer solchen That entspringende Schimpf; 
Beschimpfung; Schimpfreden. — 17) Vgl. noch ßugge KZ. XIX. 441 f. 

— L. Meyer vgl. Gramm. I. 1861 : for8 = Skr. dhrti („trefflich" Schwcizer- 
Sidler KZ. XL 74). - 18) Corssen KZ. III. 291*: for'8 ady. aus for-t-ius, 
for-t-i8 (-W Rest der Comparativendung, vgl. sat-is, pot-is, nim-i8, ci'8, 
ul'8 und das osk. for-t-is, tab. Bant. 12). — Klotz W. s. v.: fors, erg. 
8it, also als Subst. im Nom. — 19) Ascoli KZ. XVII. 338. — Curtius 
KZ. I. 268. — Grassmann KZ. XVI. 192. 



— 616 — 

vatim in (abulata, uti ibi nhediocriter fracescai; id. 128: siniio quadrir 
duum fracescat: uhi hcn^i fracuerit^ rutro cancidiio; vgl. fracescert 
puirefieri vctustare Varro ap. Non, p. 44 G.); fraci-du-8 überreif^ 
mulsch u. 8. w. — frag (c erweicht): frag-e-sc-ere mttrbe, weich, 
raild, sanft werden (Acc. ap. Non. p. 111. 1 sq.). 

flac, — flac-cn-S (oder = *flacu-sY) herabhangend, schlot- 
terig, schlaff, welk, matt = demissus {auriculae flaccae Varro r. r. 
2. 94, aurcs flaccae Cato r. r. 29), mit herabh., schlott. Ohren 
versehen {sihs, flaccos^ frontones^ capitones Cic. n. d. 1. 29. 80), 
Flaccxis röm. Beiname (7v. Valerius^ Q. Horatiu^ u. a.); flacfx-re 
schlaff u. s. w. sein, flacce-sc-erc schlaff u. s. w. werden, an Leb- 
haftigkeit verlieren, d^missum esse (^flacciscunt Pacuv. ap. Non. 
p. 488. 15); flacct'dU'S schlaff, welk, matt, schwach (vgl. aurcs 
flaccidae Col. 6. 30. 5, fblium flaccidum Plin. 15. 30.* 39). 

Corssen I. 146; B. 27 ff.; N. 65 ff. — Pauli KZ. XVIU. 16 f. - 
B. Gl. 304 a: mlai flaccescere; fortasse flaccesco mutata lahiali nasali in 
aspiratam. Aehnlich L. Meyer KZ. VI. 222. — Froehde KZ. XIII. 456: 
dhrä (altn. dregg, ags. dresten, ahd. trester, ags. drahbe, ahd. trebem). 
— Gegen Meyer und Froehde siehe Corgsen N. 1. c. 



BHARG leuchten, glänzen; brennen; rösten, dörren, 
braten. — Skr. bhrfi^^ bhrCg glühen, strahlen, funkeln, schim- 
mern, glänzen; hhBT^y bhrag^ frigere^ rösten, namentlich Kömer 
(PW. V. 215. 398. 406. 414). 

bharg. 

(g>ccQy^ (pvQy^ q>vQy) (ppüf. -^ qppuf-uj rösten, dörren, braten 
(Fut. (pQv^w^ Perf. ni-(pQvy-(iat^ Aor. i-g>Qvy-tj-v) ^ ganz späte Nbf. 
(pQv<s<S(o^ <pQVTr(o (= fpQvy-jw) *); Verbaladj. q>Qv%-x6-q geröstet u. s. w.; 
als Subst. m. Feuerbrand, Fackel; meist PL Lärmfeuer, Feuer- 
zeichen; oi tpQv%xol (erg. li^veg) eine Art kleiner Bratfische; (p^v%- 
T-iv-Gi anbrennen, anzünden (Nicet.). — qppuY'iO'C dürr, trocken 
(Hes.), (p^vy-io-v n. dürres Holz, Brennholz (E. M.). — q)pUY-€- 
xpo-v n. {(pqvy-iv-g m. Poll. 1. 246) Gefäss zum Rösten, Böster, 
Rost (vgl. Solons Gesetz: xaq vvfupag iovcag im xbv yccfiov (pQvysxQov 
fpiqBiv ariiASiov avxovQylag)y Holz um Geröstetes umzurühren (Hes.). 
— qppuf-öivo-v n. dürres Holz, trockene Aeste, Strauchwerk, Reis, 
um Feuer anzumachen, Demin. (pgvyav-io-v n. (Diosc); (pQvyifv- 
ix6-g von dürrem Holz u. s. w. (Theophr.), (pQvyav£xtj-g m., -ht-g 
f. id. (Heliod. 9. 8); tpqvyav-i-g {iS-og) f. = (p^yavov (Euat.), 
(pQvyaV'C^ofuict dürres Holz u. s. w. sammeln (Sp.) , (pQvyavi-ö-n^-g^ 
xfQ {xrJQ-og) m. der dürres Holz u. s. w. Sammelnde (Polyaen. 1. 18), 
fem. (pQvyavCC'XQ-ia^ (pQvyavi-a-fio-g m. das Sammeln von dürrem 
Holz u. s. w.; q>Qvyav'(o6rig reisartig. — qppuT'MÖ-c m. das Rösten 



— 617 — 

u. 8. w. (He8.\ — (pQvy'Cvöce (Adv.) ein Spielmit gerösteten Bohnen 
(rcat^eiv Hes.). 

bhalg^ bhlag — gräkoitalisch. 

{q>€cXy^ (peky) q)X€T. — qpX^T-U) trans. leuchten machen, brennen, 
zünden, sengen, übertr. entflammen; intrans. leuchten, glänzen, 
brennen, flammen, lodern (Uom. trans. q>kiysi IL 21. 13, intr. 
g>Xiy€to IL 21. 365; Aor. i-q>U%-^-v^ später i-^pkey-fi-v); poet. Nbf. 
g>key'i'^(o (Hom. nur Präs. q)kiyi^-si^ -ovtfi, Part, -oi/rt, Opt. (pkeye^- 
oUtro). — q[)X€T-Ma(T) n. Brand, Gluth (nur IL 21. 337 und Opp. 
HaL 1. 20); medicinisch: der in Folge der „Erhitzung" vor dem 
Munde der Thiere entstehende Schaum, Schleim; überhaupt: schlei- 
mige Feuchtigkeit, bes. der kalte, flüssige Schleim im Körper 
(nach alter Ansicht circuliren im menschlichen Körper vier Flüssig- 
keiten: citfict^ vöcDQ^ xok'q^ g>kiyfia)] (pkayficct-lce-g m. voll Schleim, daran 
leidend (Hippokr.), g>k£yfictX'Hi6-g ^ -o-Bi-g (Hes.) id., zum Schleim 
geh. (Medic); (pkeyfjuao-eidrig^ (pksynccr-ddrig entzündet, entzündend, 
blähend; schleimig, voll Schleim; (fpkiyfioT'ta) g>k£y(icta-ia (Aristot.) f. 
— q)XeT-MOV-r| f. Entzündung, Geschwulst; übertr. Leidenschaft, 
Erhitzung, Brunst, (pkeyfiov-cidtig von der Art der Entzündung u. s. w., 
ihr ähnlich; ((pkeyfiav-ja) qpXefMOiivuJ entzünden, aufschwellen, auf- 
blähen, nähren; intr. erhitzt, entzündet sein; übertr. in Wallung, 
leidenschaftlich aufgeregt sein (Aor. i-^pkiyiA-riva ^ -äva)^ (pkiyfiav- 
Ci-g f. = (pkey(iovf] (Hippokr.). — q)X€Y-up6-c brennend, flammend, 
begeistert; hell, leuchtend, daher übertr.: berühmt, berüchtigt. — 
q>key'Bg: fpkiy-og n. = (pko^ (Hes.); la-qpXcT-TiC sehr feurig, leb- 
haft (IL 21. 465, h. h. 7. 8); sehr leuchtend (Lex.). — OXeT-u-c, 
meist 0X€T-ua-c, Gen. -ov, -ainog Eurip. fr. 428 N. (myth. Wesen, 
gesellt dem Mlw-g^ Mivva-g) Ahnherr der (Pkeyvai in Böotien; 
0kByV'a f. Stadt in Böotien, von ihm erbaut; (Pkiy-cav (-ovr-og, 
-avog) ein Geschichtschreiber ^). — OXeT-pct, auch OkiyQat^ f. der 
Ort, wo Zeus die Giganten durch den Blitz vernichtete (t^v vvv 
üakki^vtiv ngoregov öi OkiyQfjv Kakeofiivriv Her. 7. 123)^). 

q[)XoT. — qpXöE {(pkoy-6g) f. Flamme, Gluth,. loderndes Feuer, 
Sonnenstrahl, .Glanz, Demin. g>k6y'io-Vy fpkoy-löio-v n.; tpkoy-Bo-g 
poet. flammend, brennend, leuchtend, glänzend, feuerroth (Hom. 
nur IL 5, 745. 8, 389); q>koy-tci f. poet. = (pko^^ q>koyuc'(o in 
Brand gerathen, sich entzünden (Hippokr.); «pXoy-c-to-g m. Brand, 
Hitze (Philox. GL); qpXoT-i-c (Id-og) f. geröstetes, gebratenes Fleisch, 
(pkoyl^co = g>kiyto^ <pkoyi'C-t6-g verbrannt u. s. w., q>koyi-C'fi6-g {(pko- 
yusig f. Hes.) m. das Rösten, Braten; (pkoy-ivo-g feurig, feuerfarbig; 
(pXoT-MÖ-c m. das Brennen, die Entzündung; der Blitz; (pkay-ego-g^ 
(pkoy-O'et-g = (pkoysog; ((pkayo-a) (pkaycD-ct-g f. Brand, Hitze, Ent- 
zündung, (pk6yo}-(ux(x) n. das Verbrannte, Geröstete (Hes.); g>koyo- 
et^^99 <pkoy-üidrig flammeii-artig , -ähnlich, feuerroth j OXÖT-io-c Name 



— 618 — 

eines Sonnenbewohner:; i'Xonn. 26. 45 >. ^loy-ida-^ Spartaner (Plut 
Lys. 17). 

bharg. 

(/arg) fr äff. — (^frag-H-nH-s} fnxi-llll-8 f. Aesche (wegen 
der leuchtenden, weiäsen Rinde»'*): der aus Aeschenholz gemachte 
Speer, Wurfspies::, frarin-Hs, -fn-s S^hen, Yon Aeschenholz. 

(farffj firg) fr ig. — fn^-^re ( frixi^ frk'tHm\ frixum) = 
fpiyoytOn (frig-tura, -tör-io^ frirüra f., frucöriu-m n. = tpgvyevgov. 

bhalg, bhlag. 

(falg) flag. — (flag-ma) flam-Oia f. = ^li^ (Gen. flammai 
Lucr. 1, 726. 899. 5, 1098», Hamma ronL Beiname (Tac. h. 4. 
45 ); Demin. flammü-ia f.: in der spSteren Kriegssprache: ein Ffthn- 
lein bei der Reiterei (Veget), flammid-äriu-8 ein zum F. geh. röm. 
Soldat ^Lydus de mag. Rom. 1. 46 t: flamm-eus = fpliy-eo^^ als 
Snbst. flammeu-m n. ein feuerrother, (oder hochgelber) Braut- 
schleier; Demin. flamfhfo-lu-s gelb oder schön feuerroth (Col. 10. 
307 j, als Subät. ffarnfHeö-lu-m n. ein kleiner Brautschleier (Juyen. 
10. 334), flamme-ärhi-s m. der Verfertiger des Brautschleiers (Plaut 
Aul. 3. 5. 36): flammhdu-s = flammeus (App.); flamrn-osik'S = 
flammeus (Cael. Aur.); flamtnä-re = (pXiym, flammä-trix (icis) f. 
entflammend (Marc. C*ap. 5), flammä-hundus (id. 1); flarnmesc-^re 
feurig, entzündet werden (Lucr. 6. 669), flarnm-igäre (s. pag. 17) 
Flammen treiben, Feuer speien {Äetnam noch* flammigare Gell. 
17, 10. 11). — (flag-min) flU-meil (mtn-is) m. = Zünder, Ver- 
brenner des Opfers, Priester besonderer Götter^), Flamen röm. 
Bein, der gens Claudia (Liv. 27. 21. ö), flamin-a, -ia, -Ica Frau 
des flaincn; flamin-iu-s den. Fl. betreffend, flamm-m-m (-ätus Or. 
inscr. 3281) die Würde des Fl., Flammiihs m. eine röm. gens, 
Flam'm-mu-s Bein, der gens Quinctia, flamin-äli-s der gewesene Fl. 
(Or. inscr. 3932). — (^fläg-ti-s^ *flägä-re) iterat. und intens. llftgY- 
tft-re wiederholt oder heftig entbrennen, entbrannt sein, hitzig 
verlangen, brünstig begehren, heftig oder dringend fordern (vgl. 
Intcr cufem flagitatos dicehani äntiqul^ qui sluprum passi essent Fest. 
p. 110)**}, flag'dä-tor m, {trix f. August) der dringende Mahner, 
Forderer, flagitä-ti-ö(n) f. dringende Forderung, drin^. Bitte; flägit- 
iU'tn n. eig. glühendes Verlangen, leidenschaftl. Gluth; ^um: 
Schandthat, Laster (entstehend aus der Gluth der entbrannten 
Leidenschaft); concret: Schandfleck (Plaut) (vgl. quod agit indamUa 
cupiditas ad corrumpendum animum et corpus suum^ flagitium vocaiur^ 
August doctr. Christ 3. 10), flagiti-ösu-s (Adv. -Öse) schmachvoll, 
schändlich, abscheulich. — (*flag-rä-s) flagrfi-re brennen, glftn- 
zen^ (vgl. nos pavidi trepidarc metu crinemque flagrantem exaäere 
Verg. A. 2. 685), flagrant-ia f. Gluth, Feuer, Heftigkeit 

(folg; dann a zu u vor 7;) fulg^). — fulg-ere^ Nebenf. 
-ere {fülrsi) blitzen, glänzen, leuchten, strahlen, Part ftUge-ns, 



— 619 — 

Ady. fiilgenter, Fulgent-iu-s (Fabms Planciades, Mythograph im 
6. Jahrh. nach Chr.); Inchoat. ftUge-sc-ere (Firmic. astron. 1. 4); 
fui^-dfi-s = fidgenSy Demin. ßtlgidü-lu-s ; fütge-tru-m n. (Nebenf. 
-fro f.) das Wetterleuchten. — {*fulg-fnin) ful-inen (min-is) n. der 
leuchtende und zugleich zündende Blitzstrahl, Blitz, Donnerkeil, 
Wetterstrahl, fulmtn-eu-s zum Blitzstrahl geh., niederschmetternd, 
todtend; {* fulmin-u-s) ftUminä-re blitzen, mit dem Bl. treffen, nieder- 
schmettern, fiUminä'tor m., -trix f. Blitzeschleuderer, -in, fiUminäta 
{kgio XII, die vom Blitze Getroffene, vgl. BuUett. deir Instit. 
archeoL T. 2. p. 198 und Letronne Stat. de Memnon. p. 119), 
fulminä-ti-ö{n) f. das Blitzen (fulguratio osfendit ignem, fülmlnatio 
enüliUj Sen. quaest nat. 2. 12). — fnlg-or (är-is) m. der leuch- 
tende BHtz, Schimmer, Glanz; fttlg-nr (ür-is) n. Wetterleuchten, 
Blitzstrahl (= fiUmen), fulgür-cu-s blitzend, fulgur-ali-s zum Blitz, 
zur Deutung desselben geh.; {* fulgür-u-s) ftdgurä-re blitzen, glän- 
zen, strahlen, schimmern, fulgurä-tor (töris) m. der die Blitze 
deutende und sühnende Priester; Blitzschleuderer (App.), fulgurä- 
iwa f. Deutung der Blitze (Serv. ad Verg. A. 1. 42), fulgurä- 
tirö{n) f. das Wetterleuchten (vgl. fiUminatio)'^ Fulgora f. Göttin 
Blitzes (Sen. ap. August c. d. 6. 10). 



B. Gl. 279 f. — Corssen I. 398 f. 506. 639. II. 164; B. 380. - C. E. 
187 f. 704. — Delbrück Sfc. Ib. 136. — F. W. 136. 141 f. 471. 474 f. 
1064; F. Spr. 246. — Lettner KZ. VU. 20. — L. Meyer KZ. VIII. 273. 

- Siegismund St. V. 138. 164. — 1) C. V. I. 226. 8). 313. 30). — Walter 
KZ. XU. 413 f. — 2) Vgl. Sonne KZ. XII. 286 f. — 3) Stein ad Herod. 
1- c: wahrscheinlich mit Hinspiel ung auf vulkanischen Charakter des 
Bodens (^Ziyeev), wie sich, aus ähnlichem Anlass, Name und Sage auch 
l>ei Cmnae in Campanien finden (campt Phlegrae). — 4) F. W. 136. 1064; 
Tgl. Skr. bhürga m. , lit. berzas m. , ksl. breza f. u. ß. w. — Miklosicb 
wx. 8. V. breza: radix videtur esse scr. bhräg, bhreß fulgeo; cmifer brezgü 
ääuculum, — Grimm W. II. 39: „die Wurzel liegt ganz im Dunkel" 
(ahd, piricha, mhd. birche, birke, nnl. berk, ags. beorc, engl, birch u. s. w.). 

— 5) Vgl. noch C. E. 187; de nom. gr. form. p. 42: bene sacerdos ab 
iwxndendo igne nominari potuit ~ M. M. Vorl. IL 306 : „oder statt fila- 
•w» von fUurn^^ — Mommsen röm. Gesch. 1.* pag. 165. — Von füum 
uch Klotz W. 8. v.: „trugen das Haupt verhüllt und mit einer Binde 
oder mit einem Wollfaden (ßlum) umwickelt". (Vgl. Varro 1. 1. 6. 84 M.: 
?•» Caput cinctum habebant.) — 6) Anders L. Meyer KZ. XXII. 61 : zum 
äitind. |>rajb' AfA fragen : suf-fragari, rogare, flagitare. — 7) Anders Sonne 
KZ. X. 99: '^flagus (Glanz, Flamme) wozu flag{e)r-are Denominativ, skr. 
^wgas (fliyog, Aehnlich Zeyss KZ. XVII. 432. — 8) Vgl. noch Ascoli 
KZ. XVII. 335. 47) und Kuhn KZ. VI. 157. 



BHARS starren. — Skr. harsh starr werden, zu Berge 
stehen (von den Haaren des Körpers), steif, starr werden über- 
haupt; caus. starren machen (PW. VIl. 1562 und V. 371 zu bhrshii 
f* Zacke, Spitze, Kante, Ecke). 



- 620 — 

bhars. 

{(pccQC, (pake) q)Xac: a-qpXac-xo-v n. das gebogene Schiffs- 
hintertheili mit Zierrathen versehen, der Knauf (11. 15. 717.= da« 
Hervorspringende, Düntzer, Herod. 6. 114). 

bhars-k = (farsl-, fark, firk, frik) fnk, (und erweicht) fng. 

qppiK. — <ppi2 (q>QTx-6g) f. das Rauh werden einer glatten Ober- 
fläche, bes. von der leicht bewegten Meeresfläche: das Gekräusel, 
das Auf schauern des Meeres; das sich EmporstrSubcn der Haare, 
Mähnen; von der Haut des Menschen (das Ueberlaufen der so- 
genannten Gänsehaut); qppiK-r] 1*. Unebenheit, Rauhheit, Schauder, 
Fieberfrost, PI. (fgiK-icii f., tpqU-ia n. (Diosc), (pql%-og n. Tpoet.) 
id.; {fpqin-jtai) q[>piccuj, neuatt. qppiTTiü, rauh, uneben sein, empor- 
starren, sich emporsträuben, schauern, schaudern, erschrecken, 
beben, sich fürchten (Fut. fpqiitO'^ Perf. ni'fpQtx-a^ Part. Tcetpgi'' 
Kovrag Pind. P. 4. 183 Schu.)^); Verl)aladj. g>QM-t6-g schauderhafl^ 
schrecklich; qppiEö-c emt)or-stehend , -starrend, kraus (vgl. ArisL 
phys. 5); Subst. m. Schauer, Schauder*); 0Ql^o-g m. Sohn des 
Athamas und der Nephele, liruder der Helle, bekannt durch die 
Flucht nach Kolchis auf einem goldvliessigen Widder 'j; (pQiKU'^m, 
g>Qtiiia-(o schaudern, bes. Fieberschauer haben (Diosc, sp. Dichter^, 
q>gixcc-a-(A6-g m., (pQixCa-ai-g f. Schauder, Fieberschauer (Sj).); ^^fx- 
v6-g (Hes.), (pQiK-cckio-g rauh, uneben, schaurig, schrecklich; (pQiK- 
cidtjg = g>Qi7iaXiogfi g>Qiwo6la f. Rauhheit u. s. w.; q)Qt^-avxi^v mit 
sträubendem Halse, mit aufgerichteten Mähnen, q)Qt^6-^Qi^j g>(>«|o- 
x6(it}g mit emporsteh emlem , struppigem Haare (Sp.). 

pif. — piT-oc n. Frost, Kälte (Hom. nur Od. 5. 472), Frost- 
schauer, Schaudern*); ('omp. piT-iov frostiger, kälter (Od. 17. 191), 
schauderhafter, tschrecklicher; Superl. pif-iCTO-c {xa ^fyiifta das 
Schrecklichste, Schlimmste, IL 6. H73); piTe-U) schaudern, sich 
entsetzen, fürchten (Präsens nur Hipponax; St. ^i^e: Fut . pi^'iy-öto, 
Aor. i^glyri-öa^i hom. §lyri-<ss\ St. §ty: Perf. mit Präsensbed. fi^^ey-a, 
Coiy. i^qly-ri<5i 11. 8. 353, Plusqu. oder Imperf. i^^y-u Od. 23. 
216); piYO-uj frieren, Frost empfinden (Inf. ^ly^v^ gtyovv^ Part. 
QiycivTi, Arist. Ach. 1145, fem. Qtycica, Coi\j. ^lya st. ^tyoi Plat. 
Gorg. 507 d., Opt. ^iycüt/v, Hom. nur Inf. Fut. ^lyoasiiiEv Od. 14, 
481 )'''); Qiye-öav6-g schaurig, schauderhaft, schrecklich, verhasst 
(Bein, der Helene IL 19. 325), giy-riXo-g, §iy-ak-io-g frostig, schaurig 
u. s. w.; Q^y-v6-g' giyedavog^ (pQixdörig (Hes.); §iyocC-j Qiywöl-ßiog 
in Frost und Kälte lebend, eine harte Lebensart führend (inl xwv 
Ttttoi^iv xai yvfiy^Vj TtQoöTtoiovfiivcav de aöxeiv v6 ömfux B. A. 61). 

bhars. 

{*hJiars-fi = Skr. bhrshfi Spitze, Zacke; *farS'fi, *fa8-ti -j- 
ig-hi-m) = fastlg-ill-m n. Emporgetriebenes = Spitze, Giebel, 
Gipfel, Höhe, höchste Stufe; schräge Richtung, Senkung (Accent- 
zeichen Marc. Cap. 3. 60) ^j; fastig-äre zuspitzen, erhöhen (mit dem 



— 621 - 

Aocentzeichen versehen), Part, fastigätu-s erhöht, erhaben, schr&g 
zugespitzt, fasfigä-ti-öin) f. das Zuspitzen. — i^fers-u-m) ferr-U-m 
n. (das starre) Eisen, eisernes Geräthe, Waffen, Schwert; übertr. 
Härte, Grausamkeit'); ferr-eu-s eisern, eisen-haltig, -ähnlich, -artig; 
übertr. hart, grausam; ferr-äriu-s dem Eisen angehörig, Subst. m. 
Schmied, f. Eisenbergwerk, Eisenkraut {crista gallinctcea), Ferr- 
oria f., jetzt Ferrara, eine Stadt in Mittelitalien; fcrrari-ärius 
einer der in Eisengruben arbeitet (Or. inscr. 4188); (*ferrä-re) 
fenä-tn-s mit Eisen beschlagen, eisern, ferrä-tt-li-s mit Eisen ver- 
sehen, ferrä-men-tu-m n. Eisengeräthe , fcrrament-äriu-s m. Eisen- 
schmied; ferrOrg-o (xn-is) f. Eisenrost, Bostfarbe, dunkelbraune 
Farbe, fermgin-u-s (Lucr. 4. 74), -ms eisenrost-, rost-farbig, dunkel- 
braun; ferrü-men (mtn-is) n. Eisenrost, Kitt, fet-rumm-ä-re ver- 
kitten, verlöthen, ferruminä-ti'ö{n) f. Verkittung (Dig. 6. 1. 23). — 
Lehnwort: {S'q)3iaö-xo-v ==) a-plus-i-ru-m n., nur PL aplusira, 
a-plus4're n., meist PI. \iplusiria {amplustre, amplustrla Paul. D. 
p. 10. 2. M. und in einigen Handschr. des Silius) nach Analogie 
von daustrum, palttstre^), 

bhars-k. 

ifarsk, fark) firc. — firc-us sabinisch (Varro 1. 1. 5. 19. 28), 
hirC'U-S (ircu-8y Jnrquu-s; vgl. veter es oedos ircosgue dicebani Quint. 
1. 5. 20) m. (der struppige) Bouk, Ziegenbock, Bocksgeruch ^), 
Demin. hlrcu-lu-s; hirc-inu-s bockicht, zum Bock geh., Bocksgeruch 
habend, hirc-ö$u-s voll Bocksgeruch. 

{firk, frik, frtk, und erweicht) frig, — frlg-US (ör-is) n. 
= fAy-og n., Nbf. frig-or (ör-i^) m.; übeiir. Erschlaffung, Un- 
thätigkeit; (Kalte mit der etwas aufgenommen wird =) Ungunst, 
Mbsfallen, Demin. frigus-cülu-m n.; fngor-^ friger-ä-re kalt machen, 
abkühlen (CaeL Aur.); frige-re starr, schlaff, unthätig sein; kalt 
behandelt werden, in Ungunst stehen; frigt-du-s frostig, kalt, kühl, 
Bchkff, Iftssig, matt, Adv, frigide^ Demin. frigidü-lu-s , frigid-ius- 
«/m-ä (Gell. 3. 10. 16); frigidi-ta-s (tätis) f. Kälte (Cael. Aur.); 
friffid-ä-riu-s Kaltes enthaltend, abkühlend, -arhMn n. AbkUhlungs- 
ammer, PI. kühle Speisekammern; frigidä-re = (rigor are; Inchoat. 
Mge-K-ere (frigui Hieron.) kalt, frostig werden, erstarren, er- 
schlafifen; frig-l-do (tn-is) f. = frigiditas (Varro ap. Non. p. 139. 
n); frige-factare (Plaut. Poen. 3. 6. 15), frigide-factare (id. Rud. 
6. 2. 39) = frigcrare; frigori-ficu-s kühlend (Gell. 17. 8. 14). 

Bugge St. IV. 343. — C. E. 353. — F. W. 137. 474. — Lottner 
KZ. VII. 173. 34). 177. 93). — L. Meyer KZ. XV. 26. 40. — Savelsberg 
KZ. XXL 140. — Siegismund St. V. 164. 67). — 1) C. V. I. 313. 29). — 
Kuhn KZ. XI. 878. — 2) C. V. II. 387: Suffix ao in: qp^ifio-ff, nofiipo-s, 
u9a-o6-g, nv^ao-g, — 3) Pott KZ. VII. 108. IX. 412. — Preller II. 211: 
„der goldene Widder ist die Wolke des segnenden Frühlingsgottes , daher 
ein Symbol des Segens, der aus der Wolke quillt'*. — 4) 0. E, L. Meyer, 
Sayehberg 1. c. — Anders PW. V. 861: murJch {murlch) gerinnen, er- 



- 622 — 

starren, fest werden; mrazü (gelu), mraziti se (congelari)^ ^iyog, frigus. 

— 5) C. V. I. 357. 377. 15). — 6) Vgl. nocfi Froehde KZ. XVIII. 816 
lind Osthoff KZ XXIII. 88 (altn. bust fastigium tecti, ahd. parran rigerey 
parrunga superbia, invidia, nhd. harsch, barste u. a.). — Corssen B. 197; 
KZ. XI. 423: bhas glänzen: ^fastu-s glänzend, hell, hoch; fas-Uig-xti-m 
Hochbau = Giebel, Gipfel. — 7) F. W. 1. c. — Lottner KZ. VII. 183: 
== altn. hrciss ferramentum, engl. })r<iss (vgl. Corssen B. 4(l8). — Pott: 
dhar teuere; ferrum, firtnus. -- Schweizer KZ. I. 478: „Eine sichere 
Deutung kaum möglich, da ferrum von seiner Härte und durchdringenden 
Schärfe, von seiner Farbe benannt sein kann und die W. dhrsh, bhrdx, 
hrsh, vielleicht auch ghrsh gleich gegründete Ansprüche auf das Wort 
haben**. — 8) Corssen II. 190. - F. W. 1. c. — Zeyss KZ. XVIT. 433 f. 

— 9) F. W. 1. c. — Corssen B. 39: Sufßx -co: hir-cu-s. 



RHAL^ BULA blasen; strotzen, schwellen, blühen; 
gräkoitalisch : f Hessen. 

bhal. 

q>a\, — ((pak'io) qpaX-Xö-c m. das (schwellende) männliche 
Glied (das Nachgeahmte wurde als Sinnbild der Zeugungskraft der 
Natur bei den Bakchosfesten in feierlichen Umzügen getragen, vgl. 
Ker. 2, 48. 49), (pakX-iTio-g zum Phallos, bes. zu seiner Feier am 
Bakchosfeste geh., (pcclko-(p6Qo-g den .Ph. tragend'). 

qpiX (vgl. pag. 623 (pkoiog). — qpiX-upa f. Linde, Bast (vgl. 
(pikvQrig CDV (pkoi^ fiavrevovrat Her. 4. 67. ixsi dh wxl rov fpXoiov 
XQ^CifMv TtQog TS ta c%oivla xorl itQog tag iUcxag Theophr. h. pl. 
5. 7. 5), Dem. (piXvQ-io-v n.; g>tXvQ'ivo-g von der Linde, Lindenbast. 

qpuX. — {gyvX-io) qpuX-Xo-v n. (das schwellende, blühende) 
Blatt, Laub*), Demin. ^vU-a^to-v n. (Dipsc), q)vXl'i7i6-g blfttterig, 
(pvXk-ivo-g von Blättern, Laub gemacht; (pvXko-cD belauben, zum 
Bl. L. werden (Hippotr.), (pvXXa}-(i(x(t) n. Belaubung, Laub (D.*Sic.); 
gyvXXi-ao) BlStter haben; (pvXXl-tri-g m., (pvXXi-ri-g f. = qwHivog 
(fj (pvXXhig eine aus lauter Blftttem bestehende Pflanze, Hirschznnge, 
asplenium scolopendrium Diosc); q>vXX-a'g (aö-og) f. Blätter-haofen, 
-streu, Ast mit Blättern, Laubwerk; <pvXXaito Bl. bekommen, haben; 
(pvXX-l-g (Cö-og) f. = (pvXXdgj auch ein Erftutergericht, qwXU^m 
abblatten (Geopon.); (pvXX-sto-v n. Laubwerk, Grünzeug; qwXk'wdfig 
laubähnlich, laubreich, blätterreich (Sp.). 

{gyvX =) 6uX. — 6uX-aK0-c m. (urspr. Blasebalg) Sack, bes. 
Brotsack, Beutel^), Dem. dvXax-io-v n., dvXaH'lötw-g m., -Lox-io-v n., 
^XctK-l-g (IS-og) f., auch Samenkapsel, ^vXax-C^to (einsacken) betteln 
Hes., dvXax-oonai zu einer Samenkapsel werden, dviox-o-st-g^ ^Icauy- 
Mrig^ dvXcni'döfig sackähnlich; &vX-a-g (ad-og), dvX-l-g (/tf-05) f. 
= ^Xcexog; ^Äax-i^ f. Hodensack (Hippiatr.). 

bhla. 

9Xa — (jpXa-vjo)) dK-q[>XaiviJü hervorsprudeln (£ur. ap. Said.); 



— 623 — 

■ 

q)Xd-CiCT] (anch tpXaöxa-g^ (pXaCiuO'V^ (pkaCK-tov) von dem beim Aus- 
giessen der Flasche erfolgenden brodelnden Geräusch^). 

(pXa-b. — {(pla-ö-^) Aor. f-q)Xaö-o-v sie barsten (nur Aesch. 
Cho. 28 lunUSBg i(pia6ov)^)^ (pkac-fw-g m. Blasenwerfen , Prahlerei 
{twpog Hes.); Tra-q)Xd2Iuj brodeln, brausen , aufwallen, rauschen, 
branden (Hom« nur IL 13. 798; Ttarpka^st' ßgcciet Hes.); später auch: 
pl]4)peni, stottern, itaq>iaC'-fta(x) n. = (pXaCfwg (Arist. Av. 1243). 

q)Xe, 9XTI. — q)X^-ui (nur Präs. Imperf.) quellen, sprudeln, 
liberfliessen, strotzen; schwatzen, plappern; ^Xs-civ (ßv-og) m. Bein, 
des Dionysos, der das Wachsthum der Bäume befördert (Ael. v. h. 
3. 41); q>X^-&wv (dov-og) m. Schwätzer, g>XS'ö(ov (ö6v-og) f. Ge- 
schwätzigkeit, q)X€Sov-i(o (Hes.), -ev-m (Lex.) schwatzen, plappern, 
(pUhvs(fyia f. Geschwätz (E. M. 796. 3), (plBÖov-oiöfig geschwätzig, 
albern (Hes.); q>Xtiöa(o = tpXeöovica (Hes.); q[)Xfi-v-oc n. = g>XS' 
idv'y 9>Atfv-(D, q>lriv-a-(o j -ico, -«v-w, -tJ-co, -v-cca (dor. (pXccyvöoo)) 
schwatzen!); <pXr|V-aq[)o-c m. Subst. = <pXed<av, A4j. = (pXsöov- 
«wi|j^), fplfiva(p-Ca f. = (pXeödv, (pXrivccg>'CC(o ^ -^w, -£V(o = (pX^vm 
ü. 8. w., fpXrivaq>fj-(ia(t) n. = fpXrivtttpla ^ (pXtiva^p-foörjg = tpXe- 
üomiiig. 

9X1. — OXi-a-c {-€cvT-og) m. Sohn des Dionysos, ein Argo- 
naut; 0X1-OÖ-C (ovvT-og) id.; die na<5h ihm benannte Stadt zwischen 
Sikyon und Argolis; ^Xi-ciCioi die Einwohner (= OXutvx-toi)^), 

9X1-&. — q[)Xiö-r| f. Ueberfluss, (pXiöa-a^ <pXiöa-v(o überfliessen, 
skotzen, schwellen, aufschwellen, zergehen {i-<pXiö-£v' öU^^sev, 
(phSavH' 6ta^§£i Hes.); (ph'(iiXi,cc n. PI. Blutgeschwulst. 

9X01. — q[)Xoi-iü schwellen, strotzen; qpXoi-ö-c, qpXo-ö-c, qpXou-c 
m. Bast, Binde; (pXo-t^(o entrinden, abschälen (Theophr.), g>Xo'i-a- 
J'ixo-g zum Entr., Absch. geh., (pXoC-a-fW'g m. das Entr., Absch.; 
9^v(hg von Bast, Rinde; g>Xoim-ng (xiS-og) aus B., R. bestehend 
((ÄÄwj Lykophr. 1422); (pXoi-dörig rinden-artig, -ähnlich; übertr. 
leichtsinnig. 

9X01-^. — qpXoib-du), -6u), -iduj aufschwellen, gähren, brausen 
^sen; iU'q>Xoi6-ivai, Blasen werfen; öuc^i'fpXoiö-Bv' ditcKixvtai (Hes.); 
(9W-/0) q[)XoTc-ßo-c m. Brausen, Rauschen, Wogen, Gewühl, Kriegs- 
getOmmel (IL 4 mal. Od. nirgend); 7toXv'(pXoi>aßo-g stark wogend, 
laut rauschend (Hom. noXvtpXolaßoio &aXdaarig II. oft, Od. 13. 85 und 
spät Dichter); (jipXoid'fw) d-q[)Xoic-)Li6-c (a proth.) m. Schaum, Geifer 
(nur n. 15. 607)^). 

9Xu*^). — qpXu-UJ = g>Xi(o (Aor. StpXvca; i-jri-^ilv-af * ßXa- 
<^ai inoCtiae, (pXv-cei' ctitoßctXu^ i^iitsu^ iioBt Hes.); cLva-tpXvto auf- 
sprudeln, aufwallen (nur II. 21. 361: avct d' ifpXvt %aXa ^U^Qct\ 
«"fOipivö) ausbrausen lassen (ijC'itpXvoctv vßgtv Archil. fr.); q)Xü- 
CKf. ein Ausschlag von überflüssiger Feuchtigkeit (Galen.); q[)Xü-oc 
n. Geschwätz, Possen (Archil. fr. 113 ap. Eusi); q)Xu-a£ (ax-05) 
™- = ipXvog; eine Art Possenspiel; Schwätzer, Possenreisser, 



— 624 — 

(gilwttt-ja) tplkväaeei, lakon. iplovacdtn = tpXvm; (pXu-äpO-C, ion 
tpXv-iffö-S, Adj. gescfawHtzig, albern; Subst. m. ^ gslvoc, tplva^-U 
f. ^ ipXvog, iplvagi-a Echwatzen, Possen reden, treiben, iplväf^ 
tia(x) n. = ipkvog (Job.), gDAvetp-uftrjg pOBBenhaft (PluL Lyc 6). — 
ßXu; ßXij-UJ, ß\ü'i^ui sprudeln (Aor. und Fiit, wohl erst seit AriBtoL 
Nhf. ßkvatävta {ävaßkvozäva Hea.). 

q)Xu-T. — oiv6-q)\uE (tplvy-og) weintrunken, tnmksDcUi 
(-9Aw<-to-ff id. Sp.); iplvx-^l-g (xlS-og), (pXÜK-Taiva f. Blase, Bla 
ter"), Demin, <plvxxaiv-l-s f., -CS-io-v n. fHippokr.l, ipl.vxtaivö-oif 
zur IJl. werden, Bl. bekommen (Sp,), tplvKralva-ui-s i\ das Ela 
utehen von Dl. (Uippokr.), tplvmaivo-nä^g, ipivxtoiv-iädijg blase 
artig (Sp.); (cpXvy-t&lo) ipirf-eö^O-V n. Enkllndiing, Geschwol 
(Galen.). 

(pXu-b. — pXub-ä-iu von ttberflUBBiger NKese z^itliessen, weic 
lieh aein (Sp,), tpkvt-at/ö-g weich oder mutschig von überä. l 
{tpivd^) ipXüiiu überquellen, UberflieBsen von Worten {^vitjg 
fivifitt g/lv^a» Nik. AI. 214. (plvtw avaj^ti Hes.); JK-cpXu-v-6-ävt 
aufbrechen (von Geschwüren, Hippokr,) '*). 

(tplv, (pltv, <pXtf) ipXEß. — q>XtH) (ipkeß-ög) f. (die h 
Bchwellende) Ader, Blutader (Nbf. tpXiß-a f.)'*;, Üemin. ipUß- 
n. (Fiat. Tim. 6ö. c), tpXiß-M6-g von den A., zu den A. geh., ^l 
bidijg ader-artig, -übnlicb, voll von A.; ipXtßü-ta == ^kita. ipX\ 
ßl/vm (Lex.), 

bhat. 

fol. — fol-ill-iu n. = cpvkko-v (pag. C22), foii-äc-eu-s blÄtl 

■artig (Plin. 19. 3. 15), foU-ösu-s blfttterreich ; (*fvliä-re) foliä-i 
blatterig, Snbst. n. Narden-ül, -salbe, fdUa-lX-U-s id. (Venan 
foUälüra f. Blattt-r (Vitr. 2. 9); trifolia-m n. Dreiblatt, K 
Trilbl-imt-s agcr daa Trifolinische Gebiet in Campaiiien, reich 
schönem Wein. — {* fol-ni-s-;-) fol-lt-S m. =- ^iXaro-g (pag. 62': 
Blasebalg, Windball, Geld-Back, -beutel, folliti'tit beutelweiao (PI, 
£pid. 3. 3. lö); {*lblH-c»-s) foUicä-re blaBebalgarüg itich ausdel 
nnd zusammenziehen; Demin. folR-culu-s m. klainer Schlauch, Bl 
lein, Hülle, Hülse, folUcütäre {appellalur pars re»ii, quae foUn 
est tecfa Paul. D, p, 85), folUculösus voller HKute (App. herb. ;> 
folU-re sich hin und her bewegen wie ein Blasebalg. 

hhla. 

fla. — fla-re blasen, wehen, hauchen; von Metallen: blav 
gioBSen, schmelzen, prügen"); Intens, flä-tä-re (Amub. 2. p. i 
ftäti-li-s durch Blasen gebildet, gegossen, eingehaucht; ftä-tu-« i-, 
m. diu Blasen u. b, w. , .\ufgeblaBenheit, Hochmuth; [tä-lor m. Uli^ 
Schmelzer, PrBger, flä-lüra f. das Blasen u. s. w,, flaluf-äH-n fl 
send, wehend (Tert.), ftalur-iiriu-s m. Jlet&llgieeser , GeldpiB 
(Cod. Theod. 9. 2t. 6); fiä-Jnli-s blasend, wehend; flä-bn- 
(niur PL) ■= BUser, Weher; dann; Blasen, Weben, Blw 



— 625 — 

Wehendes^*), flahr-äli-s wehend (Pnident.); Demin. fla-hel-lu-m n. 
Fächer, fläbeUä-re an^heln (Tert. PaU. 4). 

flu, flin-gv. 

flu^*). — llü-8re {*flugV'Si, *flug-si, fluxi) fliessen, strömen, 
wallen, sich ergiessen, ausbreiten; zerfliessen, verseh winden, er- 
schlafifen; Part. Act. flu-e-n-s zerfliessend , verweichlicht, schlaff; 
gleichförmig fliessend, ruhig, gehalten, Adv. fluenter; flumt-ia f. 
das Fliessen, der Fluss (Amm. 30. 4); Con-fluenUes (iim) m. (= Zu- 
Bammenfluss) die Stadt Coblenz am Zusammenfluss des Rheines 
und der Mosel; fluent^-m n. Strömung, Fluth, laufendes Gewässer, 
flueniä-re bewässern, bespülen (Venant.). — fluc-tu-s (iüs) (Gen. 
fluctu-is Gell. 4. 16. 1, Nom. PL flucti Non. pg. 488. 12) neben 
fluxu-s (Plin.) m. = Strömung, Fluth, wogendes Gewässer, übertr. 
Unruhe, Ungemach, Gefahr, Demin. flucti-ctÜu-s m. (App. mag,); 
fluciu-ösu-s fluthenreich, wogend; (*fluctu-u-s) fluduä-re, flüc-tä-re 
von Fluthen getrieben werden, schwanken, wallen, unruhig sein, 
fittduä-ii-m schwankend (Afrah. ap. Non. p. 111. 29), fluctuä-ti-öin) 
f. Schwanken, Unentschlossenheit. — (*fluC'iu-s) fluxu-s flüssig, 
fliessend, wallend; schlaff, locker, matt, vergänglich, hinfällig, Adv. 
fluxe; fluxi-öin) neben flucti-öin) (Plin.) f., fluxüra (Col.) f. das 
Fliessen, der Fluss, flux%4i-s flüssig (Tert.). — ßu-tdu-s (flütn- 
dus Lucr. 2. 466) = fluxuSy fluidä-re flüssig machen (Cael. Aur.), 
flut-bundu-s fliessend, zerfliessend (Marc, Cap. 1. 21); Inchoat. flu-e- 
sc-ere flüssig werden (August.); flu-or (ör-is) m. Strömung, medic. 
Dorchfall (spätlat.)f Flu-an-ia f. Bein, der Juno, insofern sie den 
Blutfluss der Wöchnerinen hemmend gedacht wird. — -fluu-s: 
af'flttus reichlich fliessend (J. Valer.), can-fluus zusammenfliessend 
(Prud.), de-fltms abwärts fliessend, fallend, pro-fluus hervorfliessend 
(Col., Prud.), — flü-y-in-S m, Fluss, Fluth (flüvjorum Verg. G, 
1. 482, fluviüfn Val. Fl. 6, 391), vorkl. flüvia f. (erg. agua\ 
{*fluviä-re) fluviä-tu-s im Flusse geweicht, gewässert (Plin, 16. 39. 
76), fluvi-cUi-s, -äti-cu-s, -ätt-U-s zum Fl. geh., im Fl. befindlich; 
con-flüv-iü-m n. Zusammenfluss; (* con-flugv-es) con-flüg-es (Joca in 
quae rivi diver si confluanL Livius Andromeda: Confluges uhi conventu 
campum totum inhumigant, Non. p. 62, 20); de-flüv-tu-m n, Abfluss, 
Ausfluss (Plin,); pro-flüv-iu-m n. das Hervorfliessen, der Durchfall, 
monatliche Reinigung. 

(flu, flau) fla*^). — fln-men (min-is) n. Strömung, Fluth, 
Fluss, Strom, flumin-eu-s {-äli-s Cael. Aur.) zum Fl. geh., an oder 
im Fl, befindlich; Flümen-t-äna parta (wohl von fltimen, weil das Thor 
in der Nähe des Tiberstromes lag). — flü-ta (nXmri Schwimmerin) 
f. eine Art grosser Muränen, flütä-re fliessen, schwimmen (Lucr. 3. 
190) (vgl. in Sicüia manu capi muraenas flutas: quod hae in summa 
aqua prae pinguetudine flutent, Varro ap. Macrob. sat. 2. 12). — 
{* flaV'OS'tro) ßü-a-tru-m n. (nur PI.) Fluth, Meeresstille Qlusira 

V a n i d • k , etjm. WOrtarbuoh. 40 



G2G 



1 navi fluelas nnn Movmlur, quam Grarni fMiArnJi» 
p. 89). 

fle-re (tlc-rt) flicBBen macben (Thritaiti) 



dicunlur, /ptum 
vocanl Paul. D. p. I 

(flu. fleu) fle. 
= wednen; beweinen, beklugen"}, Paj't. fle-lu-s beweint, beklagt, 
fle-tu-s ((ms) m, das Weinen u. s. w., flc-Hti-s beweinenswertii , he- 
kUgenswerth; weinend, klagend, kläglich, Adv. fldrili-ler. — flC- 
niln-a n. PI. Blutgeschwulat "*) ( hrymia [d. i. die Gicht- oder 
ZannrübeJ w jumento homineque ftemina sunal PUn. 23. 1. 17j, 

{flu, flau) tlö. — (,Von der gebiahten Form:) flö-CU-S (fiocai^) 
m. Flocke, WoUflocke, Zeugfaser (übertr. auf einen geringfflgigen 
GegenBtand: floi-i facerc, tion facere,, paniere nicht einen UeUer 
werth, fOr nichts achten), Demin. [I3cü-l.it-s m., ftoe-osv-s flockig, 
voll Flocken; floc-es fwwt) 1". Bodensatz des Weines, Weinhefe''). 

— {*floK-os. *flu-os) flös dlSr-is) m. Blume, Blüthe^J; übertr. 
das Beete, Vorzüglichste, Schmuck, ScbSnheit, Glanz, Hahepnnkt 
((Jxf*ij), Deuiin. flos-dilus, flos-cd-lu-s m. (Adv. ftoscuU bl&faend 
Cael. Aur.); flör-u-s blühend, glänzend (Gell. 3. 9. 3), Fldrus m. 
röm. Name (bes. Julius Florus und /.. Ännaeiis Florus); Fiör-a t 
Göttin der Blumen und des aufblühenden Frühlinga, Flor-äli-* tat 
Flora geh., Flor-ätl-a (-Mm, in 1. Bed. auch -önim) n. das Flora- 
fest (seit 516 a. u. c. alljährlich in Rom vom 28. April bis 1. Hai 
in ausgelassener Lust gefeiert); Blumengarten, BliunenJor (quae 
sunt fructuosa, j>r<ijilT volU}tlalctn, ut quae pomuria ac floraiia op- 
pelluntur Varro r. r. 1. 23. 4), Florali-c-iv-s zum Feste der Flora 
geb., flör-eus, jton-iht-s, fioru-letitu-s , flor-ösi*-s blumig, blomen- 
reich, blühend, glBnzend (Adv. fiori-de), Demin. ftoridü-tus weni^ 
blühend; flore-re (/lor-tü) blühen; übertr. glücklich, angesehvo, 
kräftig, scbiin, ausgezeichnet sein, Adv. ftor<fn-ler (Hieronym.), FUh 
rent-ia f. (jetzt Floren» in Toscana 1, hlorfttl-tnus der Stadt Fl. 
angeh.; flöri-li-ö(n) f. das Blühen (Hier,); Inchoat. /lore-iie-ere in 
Blütbe kommen, aufblühen, in Glück, Wohlstand, Ansehen kommcat; 
Flori-fcrtu-m {liiclum quod ro die spicne fcritnlur ad stKrarium PaoL 
D. p. 91. 10). 

VgL pag, 610 Änm. 9. — Corsaen I. 363; B. 71. 412. — C. E. 301 f. 
806. <87. 641. - F. W. 381; F- 8pr. 247. 34g f. — Pott KZ. VI. 3M f. 

— I) Vgl. Pott KZ. VI. 330. — [PW. VI. 539: linga n. da« göttlich ver- 
ehrU GeschlechtBglied Viva's (Rudra'e), Civa iq der Form eine« PhaUoi.] 

— 2) Froehde KZ. XVIII. 361. - Pott KZ. VI. 328. — Scb. W. ». v. — 
C. E. 30S: nnentecfaicden; wenn zu «pla, fla, dann mues man tpul-torf, 
fal-iu-m theilen; wenn zn bhü, ^n, /u, dann: ipv-lio-*, fo-liu-m. Wo- 
gegen Pott KZ. 1. c: „schwerbch aus ipv, wegen de« Doppel-1". — 
OleicfaMla unentacbiedea Grimm W. 11. 73 g. v. JHIatt. ~ F. W. 173: 
europäisch bliklja Blatt <- fulio; <päU.o-v (für ifvl-jo-v), ßliu-m beinht 
auf gesteigertem fouUv. Vgl. goth. batd-jan schwellen und folli-» (/^^f) 
Blasebalg. — Zu Skr. phull (w expander^, florescere): B. Gl. 261 b. Cttt- 
tiu« KZ. n. 336 (ältere Form bhal,. GraBflmann KZ. XVI. 181 (Grand- 
form »pal spalten, bersten), L. Meyet KZ. Till. 271, — 3) C, E. 4*7; 



~ 627 — 

KZ. Tl. 399. — Pott KZ. VI. 330. — Grimm W. I. 1086 a. v. bälg: got. 
balgs, ahd. pale, mhd. balc, nhd. balg, f Ollis, fölliculus, folium; vpvlXov\ 
Skr. W. phull pandere. d-vlanog, d'vXdyiiov^ &vUg könnten Ö" = lat. f 
enthalten und zu follis gehören. — Walter KZ. XII. 412: dhark, dhürk, 
dhür-a-k = &vla-%\ follis jedoch zu bhal ibd. 419. — Ueber das Suffix 
vgl. Röscher St. IV. 192. 6). — 4) Röscher St. III. 132. — 5) C. V. I. 
319.* 16). 324. 70). II. 20. 111). — 6) Vgl. Walter KZ. XII. 413. — 
7) C. E. 488: Ableitungsendung atpo: xal-atpo-g, ngor-atpo-g, (pii^v-atpo-g. 

— 8) Vgl. Pott KZ. VI. 325. — 9) C. E. 714. — Faesi ad 1. c. (ebenso 
Seh. W. 8. y.): ohne Zweifel verwandt mit atpoog, d(pQici>, dtpQiJ^to. Faesi 
vergleicht jedoch richtig IL 21. 361: dvä ir i(plvs. — 10) C. E. 292. 
302. 520; C. V. I. 259. 17). 315. 46). 317. 1). 319. 16). — Grassmann 
KZ. XII. 93. 17). — Siegismund St. V. 178. 100). — B. Gl. 259b: plu 
natare; (plvat mutata tenui in aspiratam, ßlvca mutata tenui in mediam, 

— F. W. 474: bhur, bhru, tplvio, fluo: wallen, brauen, fliessen. — 
11) Vgl. auch Seh. W. s. v. — Zu <pX€T: Sonne KZ. X. 130. Walter KZ. 
XII. 414 f. — 12) C. V. I. 257. 17). — 13) Vgl. auch Seh. W. s. v. — 
14) Vgl. noch Lottner KZ. VII. 183. 57). — Walter KZ. XII. 418. — 
B. Gl. 205b: dhma; cum (pro dh sicut in futnas =» scr. dhumd, mutatis 
liguidis m, l. — Froehde KZ. XIV. 455: Wurzel pru. — Grassmann KZ. 
IX. 8: „Wurzelform mit dhv- anlautend". — 15) So Kuhn KZ. XIV. 
218 f. — Corssen B. 353: bru-m = fero, Mittel, Werkzeug zum Wehen; 
wehendes Ding, Windzug, Brise. — Kuhn 1. c. dagegen: -tro, -tJiro, 
-dhro, 'bro. — 16) Schweizer-Sidler KZ. XVIII. 288 erklärt: flüvere (vgl. 
perplovere), flouere, fluere, flüere. — B. Gl. 259b und KZ. 111. 18: plu 
natare, namgare: fluo, fhutata tenui in aspir. — F. W. 474: bhur u. s. w. 
(vgl. Anm. 10). — Kuhn KZ. XIV. 223 f. nennt die Etymologie von 
Glutins (pg. 302) „verfehlt" und zieht fliM zaW. sru, — 17) Savelsberg 
KZ. XXI. 162 nennt Corssens Erklärung (I. 363) flere fliessen machen 
„trefflich". — B. Gl. 269b: «Zu natare = scr. pläväjämi, eiecto av, -eo 
=■ scr. -ajämi. — 18) F. W. 475; Spr. 246: bharg brennen; flemina 
Entacündung, entzündliche Geschwulst. — 19) Pauli KZ. XVIII. 26 f. — 
Benaiy röm. LauÜ. p. 178: dhrakh, drakh crescere. — Corssen I. 146; 
B. 29; N. 66 ff.: bhark, bhrak herabfallen. — Froehde KZ. XIII. 455 f.: 
dhra (^ida) drücken, pressen. — L. Meyer KZ. VI. 222: „denkbar wäre 
es zu vereinigen mit Skr. mraksh reiben, zerreiben". — 20) Vgl. Goebel 
KZ. XI. 67. — Ascoli KZ. XVII. 331. 348: Grundform bhra-v-as. — B. 
Gl. 261b: phull florescere: e flov-is, a flu per ^netathesin e ful? — 
L. Meyer KZ. V. 370. VIII. 272: gleichfalls zu phull (sich ausbreiten, 
blühen), Lautumstellung, vgl. (ploog^ Suffix -as (doch männlich). 



BHAS kauen, zermalmen. — Skr. bhas kauen, zerkauen, 
zermalmen, verzehren (PW. V. 227). 

(pac. 

(*9)a<y-ftij) (pdjLi-jLiTT SXg>ita (Hes.) Gerstengraupen; q>aii(idaxQicc' 
xa ^cciaxcc xccl ioQX'^ xig (Hes.). 

{bhas-ä, bhsä = q>8aaj q>Ca) ipa. 

(if/a-fio) ipd-jLia-Go-c (vgl. yva-O-o-g, Xl-^o-g^ f. Sand, bes. des 
Meeresufers, Dünen, das Meeresufer selbst, Strand; znr Bezeich- 
nung einer grossen Menge, des Unzählbaren, Demin. t|;a|LioO-io-v 
n.; ^a^un^'la f. das sandige Meeresufer (Hes.); rffafia^C-g (CS-og) f. 

40* 



L 



~ 630 -- 

trocken. — itifj-tpo-C (vgl. il-tr-ipo-s, lQ^-(po-s') f. ein Sternchen, bes. 
ein kloiaer, abgeriebener Stein, glattgeri ebener FluBskieciel, Kie- 
sel^); gpeciell nach seinem vergchiedenartigen Gebrauche: Steinchen 
r.am Zählen, Rechnen; im Brettspiele (scrujius); beim Stimmgeben 
(indem man es in die Stimmurne [väifta] warf, daher tlbertr.: die 
Stimme, das Abstimmen, ürtheil, BescbluBB, Meinung); Demio. 
iftiip-lo-v n.; ^fjip-i-s [iä-os) f. id. (II. 21. 260), ^titpi-ta mit Stein- 
chen K&hlen; (meist Medium) seine Stimme durch ein St«inchen ab- 
geben; absolut: abstimmen, durch Stimmenmehrheit beechliesGen, 
beschliessen ; Pass. verurtheilt sein; ififj^t-o-r-ixo-s zum Rechnen 
geh., geschickt, ij^tiqua-tii-g m. Rechner, ^)]'^t0-fui(r) o, nach ge- 
haltener Abstimmung gefasster Beschluss, Volks he seh liiss (ipijiptaiui 
y^ipiiv einen Beschluss bei der Volksversammlung beantragen, 
viwv durchsetzen, *a&cti()tiv uhrogarc), ^ri<piaiutc-äiiis von der Art 
eines VolksbeechlusHos; ■\l'r]ip6-a mit Steinchen besetzen, i^i^^xo-tä-f 
mit Steinchen heselKt (^ ^Titpützi} y^ FuBshoden von ausgelegter 
Arbeit, I'hilox. gloss.); ilrt)q)-iäv (üv-o;) m. ein starker Reohner 
(Maneth. 5. 277); tlMJrp-a^ (-öx-og) m. ^ V^^dj (Gramm.J; '^^- 
Eid^f, ifrtjtp-röäij^ kiesel-artig, -fihnlich. 

(^et/ =)4«u. — HJÜJ-U) (Gramm.) = ijjatj(o; (ifiaJ^-OK-w) ipiO-X-iu 
id. (Nie. Ther. 629), xoto-ciüxui id. (Her. i. 75, xaxa-aäxavaf tpi- 
jJwm Schol.), i('(ox-rö-s ^ ^aiaxös (Gloss.), ^ä^-o-g m. alles Klein- 
geriebene, Staub, Sand (Lex.); t^ui-S-ia f., lo-v n. ein kleiner 
Brocken, Bissen, Mundvoll (tov a^iov la onoi^uftfi'a ^ triräpctyoi)^ 
i^Ui-fi6-c m. id., Uemin. ^Mp,-io-v n., iftafi-^co die gekauten Bissen 
in den Mund stecken, autTUttern (kleine Kinder, vgl. Ar. Lys. 19: 
Tj Si 10 jKuÖlov xarixhvfii, i; ä SiovOEV, i; d' i^tö^atv), ^mfu-e- 
fittfi) n. ^ ^'tofiög. — ipiii-pa f. Krfitze, Rfiude, auch eine Krank- 
heit der BSume, t^affixö-g von der Kr., R. (tö i^. ipäfiimiov Mittel 
dagegen), i/^tüp-a'-g, ^(OQa-lio-g , iliaiQalö-et-g kr3txig, rSudig, sohSbig; 
^tooä-ta, i^oip-wu krStzig u. s. w, sein, ^iwgCa-iSt-g (. das KrBtxig- 
sein u. s. w., ^upo-cid>j;, ijiap-udris, iirtogt-airjg von der Art der 
Krätze (8p.). 

bbas, (bhas-a) hlisa. 

Aas. — has-etia (imsenam antitjui dicebant, ut asiis, quas »os 
araa Plac. gloss.), as-ena (Varro 1. 1. 7. 27) [sabin. fas-ena] hör- 
ena, är-Gnft f. Sand (=■ Keinzermalmtcs), Plur. Sandmassen; san- 
dige Gegend, sandiges Feld; Sand im Amphitheater oder der mit 
Sand bestreute Kampfplatz daselbst; die Arena; Ubortr. Kampf-, 
Tummelplatz'); Demin. arcnu-la f.; ^Irwine montcs Sandberge am 
hispan. Ufer zwischen dem Urium und Btttia (jetzt Arenas Gor- 
äaa), Aren-ia-m n. Ort in Samnium (Itin. Ant.); aren-äc-eu-s sandig, 
sandartig, areri-ariu-s den Sand betreffend, zu ihm geh., Sand-, 
Subst. ■ariu-s m. Rechenlehrer (weil er die Zahlen im Sand auf 
dem abacus verzeichnete), der Kämpfer in der Arena, -aria f. (erg. 



— 631 — 

fodina) Sandgrube, -äriu-m n. id., aren-osurs voll Sand, sandreich, 
sandig; {*arenoHre) arenä-tu-s mit Sand versetzt (calx Kalksand), 
arenä-tu-m (erg. opus) Bewurf mit Ealksand, arenä-ti-d^n) f. das 
Bewerfen mit Kalksand. — (^psorbulu-fn) sä-bttlu-m n. grob- 
kömiger Sand, Eies, sabtU-eta n. Sandgegenden (Plin. 27. 8. 41), 
sabul^(n) m. = sabtdum, säbul-ösu-s = arenosus; saburra f. 
Schiffssand, Ballast (säbüra Lucan. 4. 721), säburrä-re mit Ballast 
beladen, beschweren, säburr-cUi-s aus Sand bestehend (Viti*. 9. 9), 
saburr-äriu-s m. Ballastfahrer (Or. inscr. 4116). 

Brugman St. IV. 167 f. — C. E. 686 f. — P. W. 137. 143. — Savels- 
berg KZ. XXI. 222 f. — 1) Pott KZ. VI. 123*): Auch die Venus Ama- 
thusia würde in unseren Ohren sehr verlieren, wollten wir daraus eine 
Venus etwa von Sandstedt {'Afia^ovg ist 8(ibidosus) machen. — 2) Fick 
KZ. XXII. 207. — Nach Stnibo und dem Schol. von einem alten Herr- 
scher "jiiucd'og, — 3) Walter KZ. XII. 413 Anm. : Wurzel spctl, psal, — 
4) C. V. I. 164. 32). 283. 306. — 5) Vgl. Brugman 1. c. — Walter KZ. XII. 376 : 
Element gh: öfi7i'X-a>, vri-x-ca, Tpv-x-o>, 'tpri'X-m^ azEV-a-x-to. — 6) Eigene, 
vielleicht richtige Vermuthung. Ueber dJas Wort wurde nichts Näheres 
gefunden. — Seh. W. s. v. jedoch: 'V^ia, <yr/a, orct'a, atiov, got. stains, — 
7) Klotz W. 8. V. unrichtig: auch harena geschrieben, jedoch wohl wegen 
seiner, trotz der Quantitätsverschiedenheit nicht abzuläuguenden , Ver- 
wandtschaft mit areo und arena, in der Form arena vorzuziehen. — 
Vgl. Brambach: \arena besser als arena , welche Form jedoch auch 
antik ist. 



BHID spalten, scheiden, trennen. — Skr. bhid 1) spal- 
ten, einbrechen, zersprengen u. s. w., 2) spalten =:= theilen, 3) spalten 
= öffnen, 4) lösen, 5) unterbrechen, stören, 6) brechen =*= ver- 
rathen, 7) spalten, theilen = entzweien, 8) Jemand mit sich selbst 
entzweien, 9) ändern, 10) unterscheiden (PW. V. 281). 

_(piö^). 
fr^q)e{b-o-^ai (ion. tpHÖ-i-o-fiai) sich von einer Sache abscheiden, 
sich einer Sache enthalten oder entziehen; ablassen, unterlassen; 
schonen, verschonen (Fut. (pel-öo-fjuxt, ep. ne-cpiö-i^'ao-fiocij Aor. i-g>st- 
ace-iiriv^ ep. Opt. Tucptö-ol-iitiv j ne-cplö-oi-^o ^ Inf. ne-ipidi-a^ai)*^ 
(p€ib-ö-c {iptd-o-g Kallim. fr. 460) sparsam, karg, Demin. (pstd- 
vXo-g (E. M.); (p€ib-u) (o-og^ ovg) f. Schonung, Sparsamkeit, Karg- 
heit, qxiöoD'Xri f. id. (öovqodv II. 22. 244), cpHÖfoX-la f. id., (pst- 
öcDl'6-g schonend, sparsam, karg; cpdö-cov (cav-og) ^= q)Std(ol6g; ein 
Oelgefftss mit engem Halse, das nur wenig auslaufen lässt (Poll. 
10. 179); q>ei6'fiovii f. (Lex.), ^e^J-a-tf-fto-^ m. = q>ei8<6 (Liban.). 
— Oeiö-la-g der berühmte Bildhauer aus Athen zur Zeit des Peri- 
kles; 0Bld-a)v (avog) König der Thesproten (Od. 14. 316), K. in 
Argos u. s. w.; ^eld-vkXa f. Athenerin; ^elö-Mno-g Sohn des Thessa- 
lus, Enkel des Herakles; ein Athener, 0etö6'Xäog^ -Aeoog, -lag; 
^itdo'CXQtnog Grammatiker in Athen. 



üi-). 

fl-u-d-firc (lul-i) üpalten, zerspalten, zertbeilen, trennen, P»H, 
{fid-to) fis-su-s getheiit, gespalten, ale Subst. n. die Spalte, (/id4t4i) 
fis-si-li-s Kertheilbar, gespalten, (fid-lura) fis-süra f. Spalte, Spal- 
tung, fissi-o{n) f. das Spalten; {* fid-lcr-na) Fis-ler-mie f. Stadt im 
Aequerlande = Grttmort (wo das Gebiet der Sabiner, Aeqiier und 
Vestiner ^niEammeiistieBs); hi-ßd-u-s, bi-fid-ä-lu-s zweimal gespalten. 

— (fid-ni) fl-ni-S m. (seltener f., hSufig Sp.) Scheide, Gr&nxlinie, 
GrSn:ee (das Spaltende), (das innerhalb der Gr3nzen liegende) Ge- 
biet, Land; übertr. Gränze, Ende, Vollendung, Ziel, Zweck, Ab- 
sicht (jurid. Maass, Art, Beachaffenheit) ") ; /ml-re begrfinzen, in 
GrBnzen einechliessen , genau abmessen, bestimmen, erUSren; be- 
endigen, BchÜL-ssen, aufhören, sterben; Part, fini-tu-s rhetor.: ge- 
hörig, nunierös lautend (L'ic. Or. 61. 170, vgl. 49. 164), Adv. finiU 
mit Einschränkung, insbesondere; /ini-fi-ö[n) (. GrSnze, Bestinunung, 
Eintheilung, Erklärung, Regel; fini-for {(or-is) m. Gr&nzmeeser, 
Feldmesser, BegrSmier; fi?ii-lümu-s , -ttmu-s (Superlativeudung) an- 
grOnzend, hi' nachhart ; übertr. nahe, ähnlich, verwandt*); fini- 
t-ivU'S bestimmend (grammat. trutdtis, Indicativ); 'Cor- ftn-iu-n 
(cor-s Umfriedigtes, pag. 253) n. = umfriedigter Gränzort (an der 
HanptbieguQg des Aternus, wo das Gebiet der Peligner, Marru- 
einer und Vestiner zusammenstiess). — (fid-hra) ft-bra f, (all 
fihrw-m n., vgl. atiivjwi fibrvm dicebant exiremum, a (pio in »agi» 
fimhriar ei in iecore exlrrmum fibra Varro 1. l 5. 7Uj Lappen, 
Fetzen, Faser, Filier (vgl. pulmo in duas fihras ungulae bubulat 
modo dividihtr Cels. 4. 1), (^ /ihrä-re) fihrä-tu-s mit Fasern ver- 
sehen, faserig; fi-m-br-ia f. (meist Fl.) Faser, Franso, die Süsser- 
ston Theile, krause Haarlocken (Cic. l'is. 11. 26), Fimbria m. 
röm. Beiname, (^ fimbriä-re) /imiinä-iw-s ^ fibralus, gekrHuBalt^). 

1} Pott E. F. I, 245; wozu Ü. Ul. 273b: Pollius a/Ue r^nftrl. — 
Soh, W. B, V. — C. V. Wl. 19); „etjmologinche Combinationen nnd im- 
Bicher". Vgl. noch 1. »88. II. 30. 38). - 3) Aacoli KZ. XVU. 335. *6). — 
B. GL 1. c. — Corsnen I. 646; B. 361; KZ. iU. 2«. 362. — F. W. 13». 

— Goetze St Ib. 161. — 3) Schweizer KZ. III. 367: könnte auch Tür 
fig-itia stehen. — 4) Vgl. noch L. Meyer KZ. VI. 416. — 6) F. W. lOTSi 
Spr. 194. 345; /i/iiii. /.intri'n ZU bknhk beben, nittem. 



bllU wehe! pfui! — Interjection. 

qfü Ausruf des Schmentes, Unwillens, Ahscheus: ach, wehe, 
pfui (<pv ipv Ariät. Lys. 304]; <pEO, hüufig rptv <pfv; auch Anamf 
des Bedauerns (ipiv tov ävSeöi Schade um den Mann! Xen, Kyr. 
3. 1. 39), des Staunens, der freudigen Verwunderung: ohl ei! 

Soph. Phil. 235; Schneidewin: wie herrlich ist es doch, nach so 



L 



— 633 — 

langer Zeit auch nur die Anrede eines solchen Mannes [eines 
Hellenen] zu erhalten! Pape: o dass man doch wenigstens der An- 
rede eines solchen Mannes theilhaftig wird). 

fue^ fu pfui! (Plaut. Ps. 5. 2. 5. Most. 1. 1. 37); fi (aus 
fui) fi! Ausdruck des Ekels (Plaut. Gas. 3. 6. 7); pky id. (Ter. 
Ad. 3. 3. 59, cL Prise. 15. p. 1024). 

F. W. 472: pfui nur in der Plautin. Komödie und wahrscheinlich 
entlehnt; dagegen ist fi (aus ft^i) wohl acht römisch; ygl. französisch 
fi, pfui. 



BHU wachsen, werden, sein; wachsen machen, er- 
zeugen. — Skr. bhü l) werden, entstehen, geschehen; statt- 
finden, dasein, sich befinden, sein, 2) gedeihen, 3) gerathen, ge- 
langen; causativ: 1) in's Dasein bringen, erzeugen, bewirken, 
schaffen, 2) fotere^ hegen, pflegen^ fördern, beleben, erfrischen, 
3) äussern, zeigen, 4) umwandeln, umformen u. s. w. (10 Bedeu- 
tungen; Desiderativ 5 Bed.) (PW. V. 314). 

cpu. 

(pu. — ((pv-jfo) (p\)'\Jj (äol. cpv4-<a) 1) intr. wachsen, werden, 
entstehen, sein, 2) trans. wachsen machen, werden lassen, erzeugen, 
schaffen, hervorbringen (v vor Vocalen, also im Präs. Imperf. und 
in niqnia^ sonst v; Fut. (pv-cto^ Aor. i'q>v-aa; Med. ^v-o-jlux«, wozu 
von Homer an Aor. S-g>V'V ich wurde, wuchs, Hom. 3. S. qtw, 
3. PL £-g>v-v Od. 5. 481, Part. q)v-vt'Bg; Sp. und N.T. i-^v-ij-v; 
Perf. 7ti-q>v-Ka ich bin geworden, gewachsen, bin, Hom. 3. PI. tu- 
g>v-xaifi und ni-tpv-äfSi^ Conj. nsgyvK'^ II. 4. 483, Part. fem. ne- 
qw-vla^ Acc. masc. netpv-ckag Od. 5. 477; der Aor. ig>vv bei Hom. 
in eigentl. Bedeutung nur Od. 5, 481. 23, 190, übertr. oft in den 
Redensarten: iv J' aQa ot cpv xbi^I^ iv xel^eöci (pxhno^ odor^ Iv 
XeikiCi gyüvxBg^ wo q>vvm == ysvia^ai, fest in etwas gerathen, fest 
damit verbunden werden)^). — cpu-TÖ-c gewachsen; erzeugend, 
fruchtbar (Sp.), iXato-tpvto-g olivenbepflanzt {Zafiog Aesch. Pers. 
884 D.); (pu-TÖ-v n. das Gewachsene, Gewächs, Pflanze, Geschöpf, 
Sprössling, Kind, Demin. ^vr-a^to-v n. (Athen. 5. 210. c); (pvto-o) 
zur Pflanze bilden, Med. werden; (pm-io-g zeugend, hervorbringend; 
(pvx'tno-g von Pflanzen kommend, pflanzenartig. — cpuT-ct-c (aö-og) f. 
Pflanze, Pflanzreis, Senker; q)UT-u)V (ßv-og) m. mit Gewächsen be- 
pflanzter Ort (Sp.). — (puT-dXio-c, (puT-dX^io-c (durch Umsetzung 
aus qnn-aXino-g'y vgl. lö-aU^o-g^ Tcagn-ahiw-g^ nevTC-dkifio-g) zeugend 
(akacjv ofifAorcDv aQa xal riöd'a (pyrakfuog Soph. Oed. E. 149. 
Schneidewin: du brachtest also die blinden Augen mit auf die 
Welt? = genitar caecorum oculorum; vgl. tpvcat odovrag^ ö^fia, 
also aga nun Icpvaag aXaa oftfcara;); cpxnaXia (fpvtävri Galen. Gloss.) 
f. Pflanzstätte, Pflanzung, Gepflanztes, Gewächs (ep. stets v), 



fpinttkl^ia = tptncvio (Hes.). — (puT-6U-UJ pllan/eii, zeugen, eratiugcn. 
suhatTen, bereiten (6 <pvtevaas der Vater, of tpvrtvOitvtfg die Eltern"), 
tpvTiv-xö-g gepflanzt, erzeugt, tpvxevT-tw-s zum Pfl, geh., das Pfl. 
betreffend, tpvTtv-n'j-g m. Pflanzer, q>vrtv-t^Q-io-v a. Pflanze ans 
der Baumscbule, qivtiv-ai-g f. das Pflanzen, Erzengen, ^vitvoi-iuy^ 
lur Pflanzung, Baumzucht geschickt, q3ii«v-jiafi) n. das Qepflanzte, 
Pflanze, tpvTe(S^)-ia f. =a rpiuevaig, Pflanzenwucha (Theophr.); ifi- 
(pvztvm einpflanzen, einpfropfen; ein Gut in Erbpacht geben ^Novell.), 
^fi^Mrtiv-iij-g m. Erhpächter (ibd.), Ijupvtev-et-g f. das Verp»cbten 
eines Gute in Erbpacht (ibd.), ^fi-q7tImif»o(r) n. ein in Erbpacbt 
gegebenes Gut fibd.), Ijupvitvi-iitö-g den Erbpacht betreffend (ibd.), 

— (pu-ii f. (bee. episch nnd !yr.) Wuchs, Wohlgestalt, Ansehen, 
Schönheit; natürliche Anlage; Stamm, Geschlecht (Hom. und Ue- 
sicd nur von der Menschengestalt und stets im Accus.; Uom. mit 
Silittg, fUyc&og, flSog, liTjSia, q/Qivag). — (cpv-zi) Cpü-ti-C f. natttr- 
liehe Beschaffenheit (Hom, nur Od, 10, 303 qittpjittxou des Wunder- 
krautesj , Naturanlage, Wesen einer Person oder Sactte; Katur- 
ordnung, -einrichtung; Natur, als zeugende, schaffende Kraft, daher 
Zeugung, Schaffen (Sp,); das Erzeugte: Geschöpf, Geschlecht, 
Nachkommenschaft; ipv<su-g f. (Aesch. Pers. 926 D.), qrv-tlij f.*) 
(Pind, und spst. Diclit,) *= rpvoig; fpvai-x6-g natürlich, natur- 
gemflas, physisch (t) ipvaiK^. erg. 9eaQÜi, Naturforschung, Physik); 
später auch: zauberisch, sympathetisch, qivatx-ev'O-fiat als Natur- 
kiindiger, Physiker sprechen (Sp.); (pvOt-iw-g zum Zeugen, Wachsen, 
Keimen geschickt, lUhig (Theophr,); {<pvaio-) q>vatö-ca Einem etwas 
■iMi Natur machen, tpvcloi-ti.ait) n. angeborene Neigung, Naturtrieb 
(Hipparcli. ap, St.); ifval-^oo-g Leben erzeugend, belebend, ernährend 
(«I« 11. 3, 243. 21, 63, Od. II. 301). — Cpü-Tiup (103-05) m. Er- 
zeuger, Vater (Hes.), tpvtÖQ-io-v n. Pflanz-, Baum-achule (fieopon.t. 

— (pö-jia(t) n. Gewilcbs, Auswuchs, bes. Gewfichs am Leibe, (Se- 
schwUr (Her. 3. 133), iyt!(j-|««(r) n. id, (Hippokr,), Demin. 9>vfun- 
uj-v n. (id.), ipvfun-la'S m, einer der G. bat (id.), tpviiax-6-ut G. 
erzeugen, Med. bekommen (id.), ipvfiM-ming G. Shnlich, voll von 

, G. (id.). — (pö-X(i f. a) Geschlecht, Stamm, deren mehrere ver- 
einigt ein Volk, einen Staat bilden (in Sparta 3, in Athen urspr. 4 
Isiehe pag. 122], später 10, zuletzt 12 «pvW; eben so heissen 
rpvi.al die 12 Volksstämme der Perser, die 12 Stämme Israels im 
N.T.; für das lat. IriUts Plut.), b) eine Heeresabtheünng, die lu 
einer ^wi^ gehört (onidwv, nfjüi', iTinlaiv), c) Geschlecht, Osttnng, 
Ordnung; Volk (N. T,); ipvit-rtj-s m. Zunftgenosee (frifnais, SchoL 
ad Ar, Äv. 368 avunotfiuäja}, <f>vltt-iw-g dem Zunftgen, geh., Um 
betreffend, q^uA^-^-g (i^-og) f. zu fpvlitiiQ, auch = /pvlnix-^ (hi- 
xltjala tpvkitig comilia tribula D. Hai, 7. 59), <pvltx-iv-«t snim 
Zunftgen. machen; ^vl-cv-g Stammgenosse, Sohn des Angelas nnd 
Vater des Meges f<^vifWij-s) aus Elis. — tK-<pvlog nicht zum Volks- 



l^-lb. 



— 635 — 

stamm geh., fremd, ungewöhnlich, übernatürlich; lfi'q>vXog zum 
Volksstamm geh., Stammgenosse (Od. 15. 273, später iyyfvijg); xata- 
gwla-dov nach Stämmen, stamm weise (II. 2. 668); TQi-gyvX'la f. 
der südlichste Theil der Landschaft Elis im Peloponnes, dessen 
Inwohner TQiq>vXioi> aus drei verschiedenen Stämmen gemischt 
waren. — q)0-Xo-v n. Geschlecht, Gattung im weiteren Sinne (Hora. 
Hes. nur Nom. Acc); politisch: Yolksstamm, Nation; im engsten 
Sinne: Stamm, Geschlecht, Familie. — q)uX-iTi f. (nur Od. 5. 477 
Soiovg ^afivovg' o ftiv cpvXCrig^ o J' iXatrjg^ der wilde Oelbaum 
(sonst aQyiiXatog^ noxivog)^ nach Anderen: lenfiscus oder rhamnus 
alatemus Linn., Wegdorn; q>vX-iKri f. ein stets grünender Baum, 
eine Bhamnusart; nach Anderen = q>vXlri (Theophr. Diosc.)^). — 
q)u-€c: ä'q>v^g ohne Naturanlagen, einfältig, im guten Sinne: 
schlicht (Soph. PhiL 1014, dazu Schol. axaKov ano (pvaecog), auch 
von körperl. Erscheinung, iXato-cpvi^g mit Oelbäumen bewachsen 
(Eur. Ion 1480), BV'(pvi^g von schönem Wuchs, schöngewachsen, 
(meist übertr.) von guten Naturanlagen, 7utnO'q>vi^g von schlechter 
Natur, sowohl körperlich als geistig, 0(iO'q>vT^g von gleichem Wüchse, 
gleicher Statur, avfi-tpvi^g zusammengewachsen, fest vereinigt, imeQ- 
ipwig überwüchsig, übermässig, ausserordentlich (bes. Adv. imeg- 
gwwg wunderbar, sonderbar, gar sehr) u. s. w. — UTrep-cpi-aXo-c 
(statt -gyv-aXo-g) überwüchsig, überstark, übermächtig, meist tadelnd: 
gewalttätig, verwegen, übermüthig, stolz (im guten Sinne bei 
Hom. nur Od. 21. 289 vnsQipucXotöt ficd' rifuv unter uns über- 
mächtigen, überlegenen Leuten) (Adv. -(pidXmg übermässig, allzu- 
sehr)*). 

bhu-tn Zeugung: {(pv-xv) cpi-Tu (Dissimilation)*). — cpi- 
Tu-U) == q>vtev(Oj säen, pflanzen, zeugen, erzeugen (Trag., seltener 
in Prosa), q>t'XV'g m. Erzeuger, Vater (Lykophr.), tpixv n., tplxv- 
fia{t) n. Keim, Spross, übertr. Sohn, Nachkomme; q)txV'7totfii^v 
(poet. statt q>vxoii6(Mg) m. Pflanzenhüter (nur Aesch. Eum. 911 D. 
<ni^(o yiffj avÖQog fpitonotiiivog d/xijv, x6 xav di%ctUov tcdi/J' ititiv- 
^ifsov yivog), 

cpeF. — UTT^p-cpeu (== vitBQfpv^g^ vrcsQdyav) übermässig, all- 
zusehr (Aesch. Eur.)*) [vitiQ to cpsv B, A. 69]. 

qpoF. — (q>oJ^-ctT = Skr. bhavat) (pujx: (pu)-c (q><ox-6g) m. 
poet der Zeugende =^ Mann (Hom. oft mit Nachdruck: der tapfere 
Mann, Held); der Sterbliche, Mensch (bes. Pind. Trag.)^). — 
(ipoJ-'O) q>6-a' i^avdri(ioexcc (Hes.). 

(ifoJ^-t-xa-jfo) cpo-i-Td-uj, ion. ^o^-ri-o, (Prequent., auf das da 
Sein, die Anwesenheit bezogen) hin- und her-gehen, aus- und ein- 
gehen (mit dem Nebenbegriff des wiederholten und häufigen, oder des 
planlosen, unsteten, raschen, heftigen Gehens)^) (von Vögeln: 90t- 
TIO0' fliegen unstät Od. 2. 182), auch von Sachen: von eingeführten 
Waaren (so Her. 3, 115. 7, 23. 25), von eingehenden Abgaben; 



— 636 — 

wahnsinnig umherrasen (Soph. Ai. 59 q>oitwn^ SvÖQa [iccviaöiv 
voöoig. Oed. B. 1255 ^otra yag .... Xvacmt^i d' aitm da&(wvtov 
ösUwöC xig)^ in Verzückung umherschwftrmen (von den Bakchan- 
tinen und den Priestern der Eybele) (bei Homer Prftsens und 
Imperf.y ^oirtf-Ti^-v statt iq>oixixriv IL 12. 266, dann noch Part 
Aor. fem. tpoiviqcacoi IL 20. 6); tpoirC^io = (poiraco (Iterat. q>onl!;' 
£-a%-e h. h. 25. 8 und spät Dichter); g>ot'tO'g m. das öftere wieder- 
holte Gehen, Kommen, Herumirren; übertr. Wahnsinn, Baserei, 
Wuth; g>oitfi-tri-g {-xtJq) m. der öfters Kommende, Gehende, Schüler, 
Lehrling, (poltri-öi-g f. das öftere Kommen, Gehen, bes. das Gehen 
in die Schule (ix fpoiti^csfog IlBQtKXeixov aus der Schule des P., 
Paus. 5. 17. 4), (poit-a-g (-äö-og) f. die Herum-irrende, -schweifende, 
die Basende, bes. die schwärmende Bakchantin; fpoit-aX-io-g herum- 
irrend, -schweifend, rasend; g>otxak-i(OTf}'g^ -uv-g Beiw. des Bak- 
chos, der Herumschwärmende. 

bhn-dh. — Skr. hudhnä m. Boden, Grund, Tiefe; das 
Unterste; Boden eines Gefässes,' Fuss eines Baumes (PW. V. 108). 

7TU0®). — 7TU0-|Liriv (ftiv-og) m. Boden, Grund, als Wuchs, 
Stätte des Wachsens; das Unterste: Boden von Trinkgefftssen, 
Fuss, Fussgestell, Wurzelende, Wurzel (arithm.: Wurzelzahl), jrv^- 
lUvo-^Bv von Grund aus, von der Wurzel aus (Hippokr.), Demin. 
7tv^fiiv-io-v n. (Geopon.), nv^^uv-ixo-g zur Wurzelzahl geh,, tw^- 
fuv'i'O) die Wurzelzahl haben (lambL). — (nv^-va [= Skr. budh-na], 
TTw-^of, 7tvv-6a [d" zu 6 durch Einfluss des Nasals], nw-da-n) 
TTUV-baS {'Sax-og) m. Grund und Boden eines Gefftsses; Griff des 
Schwertes (Soph. fr. 291). 

fu. 

fa. — fu-o veraltet; davon; Perf. fu-I ich bin gewesen, 
(fu-erim ich sei g., Plusqu. ftheram ich war g., fu-issem ich wäre 
g.; Fut. ex. fu-iro ich werde g. sein; Fut. Part, fu-iü-rus der sein 
wird, künftig, Inf. ß-re (ü zu ö durch folgendes r); Impf. Ck>iy. 
fö-rem, -res, -rety -rent ich wäre; alte Formen: Conj. fiham^ -oä, 
-atf -ant bei alten Trag, und Komikern, ftiat auch Verg. A. 10. 
108, fuvtnms Enn. ap. Cic. de or. 3. 42. 168: nos sumu' Ramaniy 
gut fumnms ante Rudini, fuUne Plaut. Capt. 633, fuerim Naev. 
Com. B. p. 18, füerint Plaut. Poen. Prol. 110; Perf. 3. S. /tief, fuueü 
C. I. L. 32. 1051); fu-iä-re (futavit fuU, futavere fuere Plac. GL). 
— fÖ-tu-8re (fU'tU'i, fU'tü'htm) (vgl. ^a-tv-w pag. 635) in der 
gräkoitaL Periode decent: zeugen, erst auf italischem Boden un- 
anständig geworden: beschlafen (Mart.), fütü-ior (tör-is) m. Bei- 
schläfer (id.), futu-tr-ix (tc-is) beschlafend (id.), ftUü4irö{n) f. Be- 
schlafen, Beischlaf (id., Catull.). 

bn. — trl-bu-S (2)w-5) m. urspr. Drei-wesen, Dreistamm (vgl. 
q>V'krj)^)\ einer der drei Stämme oder Stammtribus {JRamnes, Ti- 
tieSf Lucer es) der freien röm. Bürger; seit Servius TuUius eine 



— 637 — 

Yolksabtheilang überhaupt, Tribus (4 für die Stadt, iribus urha- 
nae; 26, später 31, fttr den ager Romamis, tribus rusticae)^ irihur 
tu-^ nach Tribus eingerichtet, tribusweise geschehend, trünt-ti-m 
tribusweise, bezirksweise (vgl. legem centuriatis comilm ttUere, tä 
guod trümiim plebs ütssisset, poptUum teneret Liv. 3. 55. 3); tribü- 
U-s m, der zum Tribus Mitangehörige, Zunftgenosse, Zünftler, 
trOm-äriu-s zum Tribus geh.; tribü-nu-s m. Tribus Vorsteher, Tribun, 
Vorsteher, Vorgesetzter (tribuni aerarii Zahlmeister, tr, müUum 
Kriegstribunen, Oberste, bei jeder Legion 6, tr. plebis Volks- 
tribunen, Schutzbeamte der Pebejer), tribun-lc-hi-s zum Tribun geh., 
vom Tr. herrührend, tribunicisch, Subst. m. ein Mann, der Volks- 
tribun gewesen, trtbün-ä-tus {tüs) m. Tribunat; tribün-al (äli-s) 
n. (eig. tribunäle, erg. suggestum) Tribunal, der auf Stufen erhöhte 
Sitz des Tribun^s und anderer obrigkeitlicher Personen; übertr. 
Todtenhügel (Tac. A. 2. 83), Damm (Plin. 16. 1. l). — trlfbu-gre 
(friTm-t) zutheilen, ertheilen, schenken, erweisen, gewähren, ein- 
rSnmen, willfahren, beilegen, zuschreiben, eintheilen, zertheileü, 
Part iribü-tuSy als Subst n. Abgabe, Tribut, Beitrag, tribtä-äriu-s 
zum Tribut geh., steuer-bar, -pflichtig, trff)ü-ti'ö(n) f. Theilung, 
Eintheilung, Contribution, tribü-tor (tör-is) m. Geber, Ertheiler 
(App.), trünäör4u-$ das Geben betreffend (Dig.)« 

fan* — fSv-n-8 m. Wabe-Bau, Honigscheibe ^^). 

feu^^). — {^fev-ere erzeugen, gebären, vgl. fle-re pag. 626) 
Part fS-tu-S a) befruchtet = trächtig, schwanger, übertr. frucht- 
bar, ergiebig, b) was geboren, geworfen hat^^); con-ßta aus eine 
Sau, die eine Schaar Ferkel „zusammengeferkelt" hat, dann die 
San mit den Ferkeln zusammen {confeta sus dicebatur, quae cum 
omni fetu adMbebalut ad sacrificium Paul. D. p. 57. 21); ef-feta 
ein Weibchen, das geboren, geworfen hat, dann dadurch ge- 
schwächt ist, weit häufiger überhaupt: effetu-s erschöpft, entkräftet; 
fe4ä^e hecken. Junge gebären (Colum.), befruchten (August); 
fe-tu-s (iü-s, Dat PL fetis Acc. ap. Non. p. 489. 6) m. das Ge- 
baren, Werfen, Hecken, (dann das Ergebniss dessen:) Brut, Zucht, 
übertr. Fruchtbarkeit, Gedeihen, fetürra f. id., feturä-tu-s befruchtet 
(Tert), fet-ösu-s fruchtbar (Vulg.); fäi-ficu-s befruchtend (Plin.), 
feUfica-re == fetare (id.); feti-fer Fruchtbarkeit bringend {Nüus^ 
Plin. 7. 3. 3). — ffe-cnndu-S gebärend, fruchtbar (vom Boden, 
von Pflanzen, Thieren, Frauen), übertr. reich, voll, ergiebig; activ 
(selten): fruchtbar machend, Adv. fecunde, fecundi-tä-s (täti-s) f. 
Fruchtbarkeit, Fülle, Menge, fecundä-re fruchtbar machen, fecundi- 
täre (ü, Fabr. inscr. 169). — fS-n-ns (pr-is; vgl. pe-n-uSj fac-i- 
n-us) n. =s toxogy das Hervorgebrachte, Getragene, Ertrag, Ge- 
winn, Vortheil, Zinsen vom Capital, das Capital selbst, Zinsen 
und Capital = Schuldenlast (femis appeUatur naturalis terrae fe- 
tuB; ob quam causam et nummorum fetus fenus est vocakm)^^^ 



_ 638 — 

Demin. fenus-culu-m n. niedrige Zinsen (Plaut. Ps. 1. 3. 53), (fenes- 
hri) fene-hri'S zu Zinsen gehörig; (* fener-u-s) fenerä-re gegen 
Zins ausleihen, leihen, gewähren, fenerä-ri ausleihen auf Zins, 
wuchern, fenerä-to mit Zinsen (Plaut.), fenerat-tc-iu^ = fenebris 
(Cod.), fenerä-tor (tör-is) m. Geldleiher, Capitalist, Wucherer, fmer- 
ärius id. (Pirmic. 3. 8), fem. fenera-tr-ix (tm), feneratar-iu-s wuche- 
risch, wuchernd, fenerä4i-ö(n) f. Ausleihen auf Zins, Wucher. — 
{ß'lo^ fe-li^ fe-Ulc) föllx {feUc-is) fruchtbar, fruchtbringend, er- 
zeugend (vgl. felices arhares Cato dixit, quae fructum ferunt, in- 
felices^ quae non ferunt Paul. D. p. 92); übertr. glücklich, glück- 
selig, beglückt, activ: Glück bringend, beglückend^*), Felix röm. 
Bein. (SuÜa^ Claudius ^ Julia), Adv. felici-ter; felid-täs (täti-s) f. 
Fruchtbarkeit (Plin.), Glück, personif. Glücksgöttin (Fdicitas Julia, 
Bein. Lissabon's), {^ felicitat-are) felicitare oft, sehr glücklich machen 
(Donat. Vit. Verg. 4). — ffe-le-S (Nebenf. ß-li^s Plin. 6. 29. 35) 
f. Katze (= die gebftrende, fruchtbare; vgl. su-s), Marder, übertr. 
Räuber, Dieb, fd-inu-s, feUn-eu-s zur Katze geh.^). 

fou. — {*fourCu-s) fü-cn-S m. Drohne, Brutbiene (zeugend) ^^. 

fa-d^). 

(fud-nOy fundOy vgl. 7tv&-va, nvv-öa-K pag. 636) ftandu-S 
m. Boden, Grund, Grundstück, Gut, Landgut, ftmdi-tus von Grund 
aus, gründlich, gänzlich, völlig; Fundi m. PI. Küstenstadt in La- 
tium (jetat Fondi)y Fund-änu-s zu Fufidi geh., F\mdan4urS Name 
einer rÖm. gens, -ia Gemalin des Varro; fundä-re mit Grund und 
Boden versehen, gründen, begründen, anlegen, befestigen, Part. 
fundä-tu-s gegründet, dauerhaft, fest, fundä-tor {tör-is) m. Gründer, 
Begründer,^ /M«(fö-fi-ö(n) f. Gründung, Grundlegung (Vitr.), fimdä- 
tnen (mtn-is) poet., fuMdämen-tu-m n. Grund, Grundlage; prö- 
fandu-s (eig. vorwärts in den Boden hinein, abwärts nach dem 
Boden, daher:) bodenlos, tief, Subst profundu-m n. Tiefe, Meeree- 
tiefe, Meer^^, Abgrund, Aä\. profunde, profundi-iä-s (täti-s) f. (spät) 
= profundum, '— fundü-lu-s m. Blinddarm {quod , . . ex una 
part^ sölum apertum Varro 1. 1. 4. 22; vgl. nv^fM^v' Ttjg ii'qzQag 
to SvüD f^Qog Hes.)^®). 

B. Gl. 276 ff. — Corssen I. 81. 143. 163. 863. II. 81. 730; B. 191; 
KZ. XIX. 166. — C. E. 306; KZ. XHI. 397; St. V. 487. — F. W. 140 f. 
472. - Windisch KZ. XXIII. 203. — 1) C. V. 187. 23). 211. 297. IL 
364. 14). — 2) L. Meyer KZ. VIII. 260: Suffix -tra (goth. pla), -tlij: 
cpv-rii?, irS'Xlri, y8V6'&lrj. — 3) Anders Hehn p. 90 f.: <pvUa (näp ocov 
a%aqnov llaiag^ notivov xal tpvXiav xofl llaiov Pausan. 2. 32. 9) das Ge- 
wächs überhaupt, und zwar das immergrüne, da in diesem die Lebens- 
kraft als besonders reich sich darstellt; wenn eine bestimmte Pflanze, 
dann wohl die Myrte, die bei Homer nicht genannt wird. — 4) C. E. 
708. -- Düntzer KZ. XII. 2. — Vgl. Buttm. Lex. IL 318. — Seh. W. 
8. V. (jedoch zweifelnd: qpvo =» vnsQtpvi^g?). — Die Alten: von qfuilti 
Schaale, eig. was über den Band der Schaale läuft, „übermässig"; 
dagegen Pape W. : was eben so wenig wahrscheinlich ist, als die un- 



- 639 - 

passende Erklärung der alten Grammatiker: tov TcuQaßaivovta rovg diä 
tpiaXoov ysvofjLSvovg oqhovs „bundbrüchige", womit der Gebrauch des 
Wortes nicht übereinstimmt. Ders. deutet dann: =» vfCBgßiog, von dem 
es als mundartl. Umbildung gedeutet werden kann , statt vnspßCalog. — 
6) C. E. 707 f. — 6) C. E. 1. c. — L. Meyer KZ. V. 368. — S. W. s. v. 

— Seh. W. s. V. — Aehnlich F. W. 137: bhavant, hhavat, eig. Part. 
Präs. von hhü, dann „edler Mann". Vgl. Ameis-Hentze ad Od. 4. 247: 
tpmq (jpvm) eig. Particip: der Zeugende, dann Mann, nur poet. und von 
beschränkterem Gebrauche, während das allgemeinere avr'iQ mehr den 
männlichen Charakter bezeichnet. — Pape W. s. v. : die Ableitung schwankt 
zwischen qpij^t, der mit Sprache Begabte, wie y^igo^^ und cpvca, entw. 
der Erzeugende, der Mann, oder der Erzeugte, das Geschöpf, der Mensch. 

— 7) C. E. 1. c.(?); KZ. 1. c. -- F. W. 1079: spi coniungere: (poi-T-og 
das Umherschweifen, Oftkommen, (poiz-dm oft kommen. — Seh. W. s. v.: 
lat. büo, beto; St. ßa, ßaCvta gehen. Ebenso Walter KZ. XII. 412. — 
8) Ascoli KZ. XVII. 338. 76). 342. — C. E. 263. 516. -— F. Spr. 348. — 
Grassmann KZ. XII. 91. 6). 114. — Kuhn KZ. II. 320. III. 336. — Leger- 
Iota KZ. VII. 67. — PW. s. V. — Pott KZ. XIX. 27 f. - Seh. W. s. v. 

— S. W. s. V. — Sonne KZ. XII. 297. 11). — Windisch K. B. VIII. 
44. 12). 440. — Corssen B. 227: bhund ferrCy sustentare; Grund und 
Boden als tragend, stützend; fest. — F. W. 140. 380. 472: badh, bhad 
gpraben; bhudfma, bhudhma(n). — Grimm W. s. v. boden II. 208 f.: fun- 
du8 zu fundere; ftmdere bedeutet giessen, sprengen, schleudern, fundus 
den Grund und Boden, worauf gegossen, geschüttet wird, die Tiefe. Die 
griechische Sprache gewährt ßad'vs =» profundus, ßd&og und genäselt 
ßiv^og (wie nd^og und niv^og) = fundus, aber auch nvd'fii^v *=» bo- 
dam. In diesen griech. Formen allen entfernt sich der Labialanlaut vom 
lat. f, goth. b, wogegen die inlaut. Aspir. ^ dem goth. d in biudan zu- 
sagt. — Schweizer - Sidler KZ. III. 343: budh-na ist dasselbe Wort mit 
bradh-na von W. brdh = vrdti, vrh „wachsen" und bedeutet eigentlich 
„Wurzel". — 9) Corssen I. 163; N. 203; KZ. XIII. 179. — Ebel KZ. VI. 
422. VIII. 241: „Ableitung noch sehr unklar"; vgl. oskisch triihum Acc. 
f., altir. atrab n. possessio, domicüium, welsch adref^ atref {domus) u. s. w. 
(dagegen Corssen KZ. 1. c. und C. E. 226). — 10) F. W. 140. — Corssen 
B. 57: bhag backen: Wabe als gebackeno, da das Zusammenbacken 
derselben eiae Hauptthä^keit der Bienen ist. — Pott E. F.* 211: dhu 
=» fu: favu-s duftende Wabe (wozu C. E. 269: ?). — 11) F. W. 464: 
dha säugen, aufziehen, sättigen; oder zu bhuf F. Spr. 331: dha setzen 
=■ Frucht tragen; empfangen, gebären. — 12) Vgl. Klotz W. s. v.: von 
einem erloschenen Stwnm feo, wovon auch femina [vgl. pag. 388], fe- 
eundiM, felix, weshalb die Schreibweise foetus ganz zu verwerfen ist 
(vgl. noch Brambach Hülfsb.). — 13) Vgl. noch Aufrecht KZ. IL 147. — 
Schweizer- Sidler KZ. VIII. 462: fenus, faenus = fovinus und ßtus = 
fomtus. — 14) B. Gl.: bhäg vener atio, cultus: ad bhäg traxerim lat ß- 
vocis ß-lix, — Sonne KZ. XIV. 341: W. dhar = ^ai; arbor fe-lix =«■ 
ShÖQOv TS^Xog. — 15) Corssen B. 191. — 16) F. W. 472. — 17) Pott 
KZ. XIX. 28. — Grimm W. 1. c. (Anm. 8): profundus gehört zu pro- 
fundere und meint das ausgegossene, tiefe, dicke, profunda silva den 
tiefen dichten Wald, vgl x^^ (pvlla, yiagnovy wie profusa coma dichtes, 
auf den Boden reichendes Haar. — 18) Bugge St. IV. 344: fundus und 
altn. botn identisch. In schwedischen Dialekten wird der Blinddarm der 
wiederkäuenden Thiere botten m. oder bottnihg m. genannt, in norweg. 
Dial. botn, botning oder bytning; in der Volksspr. Ostpreussens: bottend. 



— 640 — 

bhüka Loch, Oeffiiung. — Skr. bhQkä m. n. Loch, Oeff- 
nung (PW. V. 333). 

fanc-es (i-um) f. (Nom. Sing, faux nur CaeL Aur. tard. 2. 11) 
Kehle, Schlund, Rachen, von Localitäten: Schlund, Tiefe (Cic. n. d. 
2. 37. 95), Engpass, Hohlweg (vgl. summutn g^dae fauces vocan- 
tur, cxtrcmum stomacJms Plin. 11. 37. 149), tri- faux aus drei 
Schlünden, Rachen kommend {Cerherus haec ingens latratu regni 
trifauci personal Verg. A. 6. 417); curia Faucia ein Theil der 
röm. Curie (Liv. 9. 38); föc-än-eu-s schlundartig (Col.); ßc-äle 
(ali-s) n. Halsbinde (getragen in Krankheiten oder als Zeichen der 
Weichlichkeit); {*ßcU'S) of-föcäre, prae-föcarCy suf-ßcare die Kehle 
zuschnüren, erwürgen, ersticken. 

F. W. 141. — G. Meyer St. V. 56. — B. Gl. 267b. 275a: hhug 
edere, vesci, frui.' — Pott I.* 142: ha: fu, fau. Dagegen Ascoli KZ. 
XVII. 347: j^faux lassen wir einstweilen lieber bei Seite". Corssen B. 
216 f.: es lässt sich nicht entscheiden, ob fu zu fau gesteigert wurde, 
oder ob in u das Suffix -vo enthalten ist, oder ob fa-ux aus ^fa-ox ent- 
standen ist, das eine Bildung wie vel-ox, cehox wäre. Urspr. W. gha, — 
Ueber die strengwissenschaftliche Bedeutung von guia (Weg der Speisen 
bis zum Magen, Schlund im Allgemeinen), fauces, stotnacfius (Speise- 
röhre im heutigen Sinne des Wortes) s. Brücke KZ. XI. 265 flF. 



BHUGy europäisch bhrng: brauchen, geniessen. — Skr. 
bhn^ 1) geniessen, zu geniessen haben, zu Nutzen haben, 2) zu 
gemessen = zu beissen haben, den Lohn davontragen, 3) zu Nutzen 
sein, frommen, dienen; causativ: essen lassen, speisen mit (PW. 
V. 301). 

(puY ^). 

(i-q)UT. — d-(puH€iV (nur II. 1. 171: ovöe <y' ot(o Iv^aS" axi- 
fiog idiv aq)evog tucI nloikov atpv^stv ich, der ich hier so beschimpft 
bin, glaube nicht, dass du noch grosse Schätze erwerben oder 
erobern wirst) ^). 

fag, frag«). 

fa-n-g-I Genuss haben (vom Beneficium, daher mit Abi. =) 
verwalten (die röm. Amtsverwaltung ist Genuss eines Beneficium), 
verrichten, besorgen, sich beschäftigen; speciell: leisten, entrichten, 
bezahlen, Part, func-tu-s; fufiC'ti'ö(n) f. Verwaltung, Verrichtung; 
Bezahlung (Cod.); de-fungi ein Geschäft zu Ende bringen, voll- 
enden; euphemistisch: sterben, Part, defimc-iu-s = mortuus; per- 
fungi == de fangt; tiberstehen; geniessen. 

frax (Nebenf. frug-is^ Nom. Sing, frug-e-s in der c-Declin., 
Neue L 512), (Gen. früg-is) f., bes. im PI. früg-es (ww), Frucht 
(Hülsen-, Erd-, Feld-früchte); übertr. Nutzen, Gewinn, Erfolg, 
Reife; frügi (Dativ) zur Frucht tauglich, zur Brauchbarkeit = 
brauchbar, geeignet, tüchtig, brav, wacker Qiomo, vir, amicus u. s.w.; 



— 641 — 

victuSy cenaY)] frugäli-s zu den Früchten gehörig; öfter von frugi: 
sparsam, massig, bieder, brav, wacker (aber nur im Comp, und 
Superl.; vgl. frugalis quaeque sit apud ilhs non frugi, nam quo 
modo alio fiet frugalUas? Quint. 1. 6. 17), Adv. frugali-ter; frugali- 
iä'S (^täti'S) f. Sparsamkeit u. s. w.; fruge-sc-ire Frucht bringen, 
fruchtbar sein (Prudent., Tert); frugamenta a frugibus appcllata 
(Paul. D. p. 91. 11). — {*frugv-i) fru-I Gebrauch machen, ge- 
brauchen, Genuss haben, gemessen; Umgang haben, verkehren; sich 
.laben, erfreuen (jui-id.: Niessbrauch haben, Nutzen ziehen), Part. 
fruc-tu-s, fru-t'turs; fruc-tu-8 (-tüs, -tu-is Varro r. r. 1. 2. 19, 
'ti Ter. Ad. 5. 4. 16) m. Genuss, Frucht (Baumfrucht), Ertrag, Er- 
zeugniss, Erfolg, Wirkung; fructu-äriu-s fruchttragend, auf Früchte 
bezüglich, zum Niessbrauch dienend (Dig.), Subst. -äriu-s, -äria m. f. 
Nutzniesser, -in (Dig.); fructu-ösu-s fruchtreich, fruchtbar, ergiebig, 
einträglich, nützlich, Adv. -ose (August.); fructe-sc-^re fruchtbar 
werden (Mar. Vict.); fructi-fer = fructuosus (Plin., Col.); (frugi- 
min, frug-min, fru-min) frü-men (mm4s) n. Opferbrei (aus Korn), 
Speiseröhre (vielleicht: Kehlkopf^; fra-men-tu-m n. Getraide, 
frument'äc-eU'S aus G. bereitet (Veget., Hieron.), frument-ariu-s 
zum G. geh., bes. in der Eriegssprache : zum Proviant, zur Pou- 
rage geh.; Subst. m. Getraide-händler, -lieferer; frumentä-ri (in 
der Kriegssprache) sich Getraide holen, fouragieren; mit Getraide 
versorgen (Tert.), frumeniä-tor m. Fourageur (Liv. 2, 34. 31, 36), 
frutn€ntä-ti-ö{n) f. das Fouragieren; Getraidevertheilung (Suet. Aug. 
40. 42). — {frug-nirsc-i) frtt-ni-SC-I (vgL c(m-qui\c\'ni'Sci^ *naC' 
ni-sci = nancisci) gemessen (Paul. D. 9. 2. Plaut. Rud. 4. 3. 73. 
Ludl. M. 18. 2), Pari, fru-nl-tu-s; in-frunitu-s ungeniessbar, ein- 
fmtig, albern (Sen., Macrob., Vulg.). 

1) L. Meyer KZ. XIV. 96 ff. — S. W. s. v.: „ich vermeine d. i. 
gedenke nicht, während ich ungeehrt bin, hier dir (für dich) Ueberfluss 
und Reichthum (gleichsam mit vollen Gefässen) zu schöpfen, d. i. auf- 
zuhäufen oder zu sammeln*^ Dies die wahrscheinlichste Erklärung nach 
Wolf Vorl. S. 102 (Kl. Sehr. II. 636), der die meisten neueren Ausleger 
folgen, aoi ist dat. commodi. L. Meyer ist unter den Herausgebern 
V. Koch gefolgt. — Aehnlich Ameis-Hentze ad 1. c. : dtpv^siv der bildliche 
Ausdruck zur Bezeichnung der Fülle: aufhäufen. — 2) Ascoli KZ. XVII. 
386. 49). — B. Gl. 276 a. — Bugge KZ. XXII. 436 (fruitus =» ^fruvetos, 
*frugvet08, *fruget08). — Corssen I. 87. 421*). II. 284. 732; B. 66; KZ. 
XL 864. — C. E. 183. 186. 684. — F. W. 139. 381; F. Spr. 344. 349. 
— Goetze St. Ib. 176. — Grassmann KZ. XVI. 163* (r föllt nach Lippen- 
lauten im Anlaut oft weg: hhug = frug, bJiang = frang). — Kuhn KZ. 
IL 897. IV. 18 {fruor =- fruhor, vgl via = veha). V. 218. VI. 167. — 
L. Meyer 1. c. — M. Müller KZ. IV. 273. — Roediger KZ. XVII. 316. 
~ Schweizer- Sidler KZ. IL 380 f. XL 76. XIIL 312. — J. Schmidt KZ. 
XXIIL 270. — Zeyss KZ. XVII. 421. — 3) Corssen N. 82 f. fasste frurgi 
als Gen. der Eigenschaft oder des Werthes, vgl. homo nihili (entw. vom 
Nom. '^frug-u-m oder ^frug-ithm). — Dagegen mit Recht Schweizer- 
Sidler in der Becension des Werkes KZ. XVlI. 806: „warum frugi gleich 

yanlöek, «t/m. WOrtorbnoh. 41 



— 642 — 

nihili Genetivus von einem frugum oder frugium sein müsse und nicht 
Dativns von frug sein könne, sehen wir nicht ein". — Nun auch Corssen 
selbst I.^ 729*: „meine frühere Vermuthung muss ich als unhaltbar jetzt 
verwerfen wegen folgender Plautinischen Stellen: Truc. 1. 1. 13: befii- 
gniusne an bonae frugi sies. Capt. 956: honus vir numquam neqt*e frugi 
honae. Gas* 180: honae frugi hominevi u. s. w. Ich fasse also, fruge^ 
frugei, frugi als Dativ des Zweckes mit der Bedeutung 'zur Brauchbar- 
keit, zum Nutzen'". 



BUUGII biegen = ausbiegen, umbiegen, sich wenden^ 
fliehen. — Skr. bhug biegen (PW. V. 301). 

(puy. 

(peuTUJ a) intrans. fliehen, entfliehen, entrinnen, entkommen, 
auf der Flucht sein, landflüchtig werden oder sein, b) trans. 
flietien, entfliehen, entrinnen, entgehen, vermeiden, c) in der att. 
Gerichtssprache: gerichtlich angeklagt, belangt, verfolgt werden 
(weil der Beklagte das Recht hatte, sich bes. im peinlichen Pro- 
cesse dem Endurtheil durch freiwillige Verbannung zu entziehen, 
oder weil er überhaupt vom Kläger, o d^coxov, verfolgt wurde, daher 
(pevy-CDv der Verklagte; (psvyeiv öinriv vor Gericht belangt werden, 
xivog wegen einer Sache) (Iterat. des Imperf. q>Evy-e'0iu-v II. 17, 
461; Fut. (pBvl^O'^ai^ (psv^ov-fiai^ sehr spät <pvym; Aor. i-qwy-o-v^ 
ep. meist qyvy-o-v, Iter. des Aor. g>vy-e-aK-£ Od. 17. 316; Perf. ni- 
(pevy-a^ Hom. nur Opt. Tra-yavy-ot II. 21. 609, Part. 7U<pBvy-m-Bg 
Od. 1. 12; Med. ni-fpvy-^i^ Hom. nur 7C6(pvy'(iivO'g mit act. Be- 
deutung: entronnen, stets mit Elvoct^ Iftfievat, yevia^oci)'^ Nebenf. 
q)U-Y-T'OVUi (deCfia g>vyyccvcD Aesch. Prom. 513 D., ov t/ fif (pvyyi- 
vei Soph. El. 132 D.); Verbaladj. (pvK-x6-g (bloss poet.) entfliehbar 
(Hom. ovxirt (pvKxcc Ttikovrai es ist* nicht mehr zu entfliehen), ge« 
flohen, vermieden, (psvK-xo-g id., g>evKx-io-g id., g>6VKT'i7c6-g flüchtig 
(Eust.) 0- 

(puT. — cpÖT-n f- Flucht (Hom. nur Od. 10, 117. 22, 306); 
Landesverweisung, Verbannung. — (St. (pvy) (pvy-a-Se (hom.), 
(fvy-öa (Aesch. Eum. 246), (pvy-öri-v (Nik. Ther. 21) in die Flucht, 
zur Flucht, fliehend; (pvy-£v6a nai^eiv Fliehens spielen (Theogn.)*). 
— {(pvy-xi) (puEi-c f. (ep.) Flucht (IL 10, 311. 398. 447), Zu- 
flucht (Nik. Th. 588), (pv^i-og zur Fl. geh., sie befördernd, Subst. 
n. Zufluchtsort (Plut. Thes. 36), g>v^i-fiu)g^ Subst. n. x6 q>. Zu- 
fluchtsort (Od. 5. 359), Adtj. entfliehbar, vermeidlich, im Stande 
zu entfliehen (Soph. Ant. 786 Sehn.); g>v^-rih'g flüchtig, furchtsam, 
feig (IL 17. 143 und spät. Dicht.). — cpuT-d-c (aö-og) flüchtig, 
Subst. Flüchtling, Verbannter, Verwiesener, Ueberläufer, q>vyad' 
ixo-g den Flüchtling u. s. w. betreffend, ihm geziemend; fpvyaö-sv'fa 
aus dem Lande verbannen, intr. ein Verbannter sein, gjvyadev-r- 
ijto-ff verbannend (Clem, AI.), qyvyadev-at-g f. Zufluchtsort, Freistatt 
(Gloss.), g>vyaöe(J^)'tO'Vj (pvyaöeV'Xi^Q'iO'V n. (LXX.) id., q>vyaii'la 



- 643 — 

f. Yerbannmig, Flucht (Sp. ). — Composita: qpux-: q>vy-aixfifjg^ 
q>vy-avd^Qi07cla^ fpvy-a^oiviLu^ g>vy'SQyog; qpUYO-: (pvyo-di^viogj -dffivoj, 
q>vyo^i%la^ gnfyo-XexzQog ^ (pvyo-fiaiog ^ (pvyO'^evog^ <pvy6'7toXig ^ tpvyo- 
Ttovog^ qwyo-TtToX^nog; cpuH-, q)uHi-: qpi;|-?^A«og; (pv^i-noXig; cpv^abo-: 
q>vyado-^'Qag, 

q)€irr. — ((fsvy-ri) cpeöEi-c f. = (pv^ig (nur Soph. Ant 362 
Sehn., 8. Anhang, Nauck), y^vx-Ti-aw (Ariötot. ap. Schol. IL IG. 
283), (pBv^i-aG)^ (psv^-elio (Desider.). Verlangen haben zu fliehen; 
gfetnu-ato-g = aTtozQoncttog (Sp.); (psv^i-fio-g = (pv^iiog (Pol. 13. 
6. 9); g>Bvy'v6Qog das Wassei* fliehend, wasserscheu (Sp.). 

(tpvy-ucj q>v6-La) (pvla f. (episch) scheue, wilde, wirre Flucht 
(i luxa itiUug oder 6lovg (pvyr^^ Aristarch, s. Lehrs 2. Aufl. p. 77); 
(ipvijta) q)u2Iuj (Präs. nur bei Gramm., Herod. 2. 265), dazu (durch 
Einmischung des Nominalstammes fpv^a^ (pv^o in die Verbalflexion) 
Perf. JUipvi'^Bg (II. 21, 6. 528. 532. 22, 1. Ap. Rhod. 2. 1083 
imd niifviag Nik. Ther. 128); gjvja-co, gwfa-vö) == g)evyio (Hes.); 
gfvta-K'tvO'g scheu, flüchtig (nur II. 13. 102 g)vtcc7iivijg iXc(g>oiatv\ 
9wf-aJl-io-g (Antist. l), (pv^-riko-g (Hes.) id. 

«lg. 

flig-a f. (= (pvy-7]) Flucht, Verbannung; Eile, Schnelligkeit; 
Angst, Scheu, Vermeidung; füg- er e {fug-io, Perf. *fu-füg-i, *fu- 
üg-i, füQ'i, fug-i-tu-m) = qpfvyw; Part, fugi-e-ns fliehend, flüchtig, 
verschwindend (der Verklagte = (pevyiov Cod. 2. 58. 4); Frequ. 
fkigi-tä-re; fugi-tor (Joris) m. Ausreisser (Plaut. Trin. 3. 2. 97); 
fuffi-Ulvu-s (fugiteivos C. I. L. 551) flüchtig, entlaufen, Subst. der 
entlaufene Sklave oder Soldat, fugitiv-ärki-s Aufspürer entl. Sklaven, 
Hehler entl. SkL, fug-i-HtU-s fliehbar (Boeth.); fug-ax {äci-s) = 
fugiens, Adv. fugaci-ter (Liv. 28. 8. 3), fugaci-tä-s f. (g>vyrl Gloss. 
Philox.); fug-ela f. = fuga (Cato ap. Prise, p. 601), con-fugelam 
(cmtiqui confugnim dicebant Paul. D. p. 39. 9), fug-äli-s, davon als 
Subst. fugali-a n. PL das Fest zum Andenken an die Flucht des 

Tarquinius (Augustin., sonst regi-fugium). füg-a: con-fuga comm. 

Zulftnfer, Flüchtling (Cod.), de- fuga m. (id. ibid.), per- fuga m. 
Ueberlftnfer zum Feinde (nur Militärausdruck), re-fuga comm. der 
Entlaufene (Eccl., Dig.), trans-fuga comm. ^= per-fuga; auch übertr.; 
'fug-us: prO'fugU'S fortfliehend, flüchtig, verbannt, re-fugu-s zurück- 
fliehend, entweichend; fugä-re in die Flucht treiben, vertreiben, 
veijagen, verscheuchen, fugä-tar m., -trix f. Vertreiber, -in (Tert.); 
ef'fugAa hostia das Opferthier, das vom Altare wegflieht (Serv. Verg. 
A. 2. 140); 'füg-iu-m: con-fugium n. Zuflucht, Zufluchtsort, Asyl 
(Ovid., Stat. Theb.), dif-fugium das Auseinanderfliehen (Tac. h. 
1- 39), ef'fugiutn das Entfliehen, Mittel zur Flucht, per-fiigium = 
amfugmm, re-fugmm Zuflucht, das Wohinflüchten, suf-fugium = 
perfugium, Zufluchts-, Hilfs-, Schutzmittel, trans-fugiutn das UebjBr 
laufen zum Feinde; regi-fugium n. röm. Fest am 24. Februar zur 

41» 



— 644 — 

Erinnerung an die Vertreibung der Könige (Ov. fast. 2. 685 ff. 
nunc mihi diccnda est regis fuga. iraxit ab iUa Sextus ab extremo 
nomina tnense dies u. s. w.). 

Ascoli KZ. XVII. 336. 43). — B. Gl. 274 b. — Corssen I. 145. 368. 
— C. E. 188. 484. 606. — F. W. 139. 472 (bhug, hhugh), — Fritzsche 
St. VII. 388. 27). — Grassmann KZ. XI. 29. XII. 121. 9): hhugh; das 
Gothische (hug, biuga) weist auf zwei Aspiraten hin. — Lottoer KZ. 
VII. 173. 36). — L. Meyer KZ. VI. 389. — Schweizer KZ. II. 292. — 
1) C. V. I. 223. 18). 267. 16). 321. 44). II. 296. 9). 380. 383. — 2) Savels- 
berg KZ. XXI. 293: mit dem altital. Suffix endo = eno -f do sind ver- 
wandte Bildungen die griecliischen Spielnamen ftv-tv-Sa, (pvy-iv-da, 
%Qvnt-iv-9a neben n^fvß'da; femer dgiax-iv-driv , yeXovt-iv-drjv und noch 
%Qvtp-av'd6-v , axox-av-9o'V y dvoL'tpciV'So'V. -^ C. E. 633: man könnte an 
das sanskrit. Particip. necessitatis auf -anija denken. 



BUUDH erwachen, wachen; merken, wahrnehmen. — 
Skr. bndh^ bnnd l) erwachen, wachen, zur Besinnung kommen, 
2) merken, inne werden, gewahr werden, erkennen; caus. er- 
wecken, aufmerksam machen, zu wissen thim, mittheilen; Desid. 
kennen zu lernen wünschen (PW. V. 102. 109). 

TTUB. 

7TU-v-9-dv-o-|Liai (Hom. nur Od. 2. 315, Imperf. nvv&avofAtiv 
Od. 13. 256), 7T€u0-o-)Liai erkimden, fragen, forschen; erfahren, 
vernehmen, hören (das Präs. hat oft, wie axovoo, für uns die Be- 
deutung des Perf.: ich vernehme und weiss deshalb; Fut. nevCo- 
jLuxi, selten Ttivaov^i; Aor. i-yrvO'-OTfw/v, ep. TrvO'-o-fii^v, ep. Opt. 
ne-nv^'Oi'TO ^ Perf. ni-TCva-fiat^ 2. P. ep. ni-Ttvc-cat^ Tti-nv-aai Plat. 
Prot. 310 b.); Verbalac^. nva-x6-g^ jcfvcj-TO-^ erforscht, vernommen, 
gehört, neva-X'io-g zu erforschen, nivcx-mo-g forschend, fragend. 
— (nv^-xC) TTUC-Ti-c f. das Forschen, Fragen, die Kunde, Nach- 
richt, nvaxi'dofuci = nvvd^dvofiai (s. oben); (7tv&-fua) 7n3c-|Lia(i:) 
n. das Erfragte, die Frage, TtvCfuex-iKo-g zur Frage geh., frag weise 
(n, qxavq Fragwort). — 7T€u9-ui {-ovg) f. Kunde, Nachricht (Aesch. 
Sept. 370 D.); (nev^-xi) ttcO-ci-c f. = nvaxig (nev^-ri id. Hes.); 
neva-x^q-g m. Frager, Forscher, neva-xriQ-w-g zum Fragen, Forschen 
geh., fragend, forschend, 7teva-fuc(x) n. (seltener) = nvaiia, — 
a-Ttva-xo-g^ a-nsva-xo-g (Lex.), d-nevd'-^g unerforscht, unbekannt, 
unerfahren, unkundig. — Bva-io-g delphischer Monatsname (IlvCiog* 
iv CO nvCxi^vrai xal nvv^dvovtai xov ^bov Plut. quaest. gr. c. 9). 

B. Gl. 265 b. - Bugge KZ. XIX. 441. — C. E. 262; C. V. I. 122. 
11). 257. 14). IL 19. 88; KZ. I. 263. — F. W. 140 f. — Fritzsche St. VII. 
388. — Grassmann KZ. XII. 120. 2). — S. W. s. v. — Sonne KZ. XII. 
297. 11). — Zu Sks. hudhnä Boden (pag. 636) stellt das Wort Kuhn KZ. 
II. 467. IV. 9: „ergründen, auf den Grund einer Sache kommen". — 
Ebenso Seh. W. s. v. : „man denkt an einen Znsammenhang mit nv&fiiji^, 



— 645 — 

Skr. budhna Grund"; Pape W. s. v.: vieUeicht mit dem vorigen {nvv- 
da|) zusammenhangend. 



BHLAOH schlagen, bläuen. 

(hMigh'V, (phx-J^y (pXiy-f) cpXiß. 

(pXiß-ui (niederschlagen) niederdrücken (q>klßetai Theokr. 15. 
76); jünger: 0Xiß-ui (vgl. ^q neben qwf^, fera) drücken, pressen, 
quetschen, bedrängen, beengen (Fut. ^XiipcD^ Aor. i-^Utp-^-v^ 
später i^liß-ri-v, Part. Perf. xB-^Xi^-^ävo-g D. Hai. 8. 73. N. T.; 
bei Homer nur Od. 17. 221: og %oXXyöi. g>h^ci ntcqa<stag OA/tfie- 
xai ä(iovg er wird sich die Schultern zerreiben)*); -Ö-AiTr-t-txo-g lästig 
fallend (Sp.); (d'hß-ri) ^Xtil}i-g f. Druck, Bedrückung, Verfolgung, 
Drangsal, ^Uß-ri f. id. (Galen.), ^Xifi-fio-g m. id. (LXX), d^Xiß-lcc-g 
m. (Strabo 13. 623) = d^Xaölag (unten), ^Xiß-BQO-g drückend, 
beengend (Sp.), ^Xiß-tiörig id. (Sp.). 

h}aa[gh\s = eXa-c(?). 

6Xä-u> zerschlagen, zerquetschen, zerstossen, zerschmettern 
(Fut. ^Aa-cjw, Aor. l'-^A5-<j£-v Od. 18. 97, ^Xac-CB II. 12. 384, Perf. 
ri-^iUrtf-fiai), Nbf. &Xci66(o (Galen, und spät. Medic.)*), ^Xac-x-iw-g 
zum Zerschlagen u. s. w. geschickt; ^Xici-g f. das Quetschen u. s. w., 
^XM(S'yLa(x) n. Quetschung u. s. w., ^Xac-xri-g m. Quetscher (Galen.); 
^XaeUt-g m. (Eust.), ^Xadla-g m. (Philo) der Gequetschte, Eunuch; 
^Xaduim' fuxXamiv^ xvtcxeiv (Hes.); ^Xae-ni-g f., ^Xac-iti n. eine 
Kresse, deren gequetschter Same wie Senf gebraucht wurde (Medic). 

flag. 

flig-ru-m n. Geissei, Peitsche, (^flagrorre) flagrä-tär-es {qui 
flagris conducii caedunt Placid. p. 463), flagr-i-ön-es (dicti servif 
(jxiod flagris subiecii sunt Afran. ap. Non. p. 28. 27); Demin. flägel- 
In-m n. schwanker Zweig, Rebe, Riemen, Geissei, Peitsche, Dresch- 
flegel, Schlägel (Hieron.)*); flagellä-re geissein, peitschen, dreschen,. 
flagellat-iC'iu-s ((uxaxiylag Gloss. Philox.), flagellä-H'd{n) f. Geisselung 
(TertuU.). 

iß-n-g) tog»). 

fllg-^re schlagen, niederschlagen (Non. p. 110. 29); nur in 
Compositis: (flixi, flic-iu-s) af-fllgerc anschlagen, niederschlagen, 
niederdrücken (afflixint = afflixerint, Fronto ad M. Caes. 3. 3), 
Part, af'flic-tu-s (mit Compar. in der Bedeutung: zerrüttet), af- 
flic-ti-m = cum afflictione (Marc. Capell. 4. 94), afflioti-ö{n) f. peini- 
gende Beunruhigung (Seneca), afflic4U'S (tüs) m. das Anschlagen, 
Anstossen, afflic4or (tör-is) m. zu Boden werfend, herabwürdigend 
(Cic. Pis. 27. 64); Frequ. Intens, afflic-tä-re^ afflictä-ti-öin) f. = 
afflictU)^ afflicta-tor m. Peiniger (Tert.); con-fHgere zusammen- 
schlagen, -stossen, con-flic-tu-s (tü-s) m., -ti-ö(n) f. das Z., conflig- 
tum n. id. (Solin. 9); Frequ. Intens. <xnifliC'tä^e,'canflictä-tiro(n) f. 



— 646 — 

das Z., der Streit, cofiflida-trix f. Schlägerin, Verderberin (Tert.); 
(* confligä-re) confligä-tths zusammen-geschlagen, -gestossen (Front, 
strateg. 2. 3. 5); ef-fllgere zu Tode schlagen, zu Grunde richten, 
Adv. effUC'ic (App.), efftic-U-m (Plaut.) so dass eine Person oder 
Sache zu Grunde geht, zum Sterben, aufs Heftigste, efflic-täre todt- 
schlagen (Plaut. Stich. 4. 2. 26); in-ßigerc anschlagen, durch 
Schlagen zufügen, inflic-htrS (tüs) m. das Anschlagen, infliC'ti'ö(n) 
f. das Auferlegen (mulctae, Cod. Theod.); pro-flic-tu-s nieder- 
geschlagen, verdorben {ut profligatas res quasi jyroflidas et perditas 
appdlarint Ge^. 15. 5. 2); (*flig-U's) pro-fligä-re niederschlagen, 
überwältigen, besiegen, zu Grunde richten, Fa,Yi. profligätu-s nieder- 
geschlagen, unglücklich, im schlimmen Sinne: verworfen, ruchlos, 
profligä'tor m. Verschwender (Tac. a. 16. 18), Vemichter (Ennod. 
Dict. 18), profliga-ü-öin) f. das Zugrunderichten (Auson). 

F. W. 381; F. Spr. 247. 349; KZ. XXII. 376. 7). — 1) C. E. 477; 
C. V. I. 225. 314 34): „man vermuthet eine W. OXac". — Seh. W. s. v.: 
Q-Xam verwandt mit Q^qaxuo, vgl. sufflamen; Q^Ußo) zu tgißa), — 9'XiipBxai 
igt nun Od.* 17. 221 hergestellt (vgl. Dindorf, Faesi u. s. w.), doch Ameis- 
Hentze überliefert cplC^izm und übersetzt: „wird an vielen Thürpfosten 
stef^end sich die Schultern abschubbem*' (abreiben), ein spottender Volks- 
ausdruck statt: „wird viel sich herumtreibend zudringlich werden". — 
2) Anders Corssen I. 505. B. 229: den Bedeutungen flagrum, flagellum 
liegt die Anschauung des „geschn^eidigen, biegsamen, weichen** zu Grunde 
und sie sind mit flac-cu-s, flac-c-i-du-s^ floc-cu-s von diner Wurzel abzuleiten 
{frciCy frag, flac, flag), was nicht ausschliesst, dass dieselben auch mit 
flig-ere, goth. bligg-v-an verwandt sind. — 3) Vgl. noch Delbrück KZ. 
XXI. 83 und OsthofP KZ. XXIII. 84 f. - Anders Lettner KZ. VU. 176.^ 
86): wijjcycyo), plango, pUcto, fUgo, got. flakan wehklagen, lit. plaku 
schlagen. 



M. 

1) ma Stamm der 1. Person Singul.; gräkoitalisch: me. — 
Skr. liia id. (PW. V. 415). 

|Li€, d-|Li€ (s prothet. oder Stamm fiB-(u). — a) Personalpron.: 
(^en. d-|Liou, enkl. jucö meiner (IL nur 24. 124, Od. 6mal), ion. 
op. ifU'io (II. 37mal, Od. 12mal), i(ii'0 (nur IL 10. 124), ifuv 
(IL lömal. Od. 9mal), (uv (IL 23mal, Od. 36mal), iiii-^ev (IL 
Hmal, Od. 9mal); Dat, d-|Lioi, jioi mir, /i*' (selten und nur episch); 
Aüü. t-|Li^, ^i mich. — b) Possessivpron. : {i-fu-jo^ i-fAe-o) ^-ju-ö-c, 
^^4»}, i-(i6'V mein, (mit Art. in Krasis) ovfiO'gy rovfiov (auch schon 
Hom,, doch seltener); oft auch objectiv: ififj iyytXlri eine Botschaft 
von mir, die mich betrifft (II. 19. 337 und öfter bei Att.); ot 
i^ol die Moinigen, xo ifiov (meist Plur.) das Meinige, meine An- 
>{elogeuhoit u. b. w. ' 



— 647 — 

ine. — a) Personalpron.: Dat. (jul-hhi) mi-ki (mt) mir; Acc. 
me-d (altl., Plaut), me (erweiterter Stamm ohne eigeutl. Casus- 
enffix; vgl. i-(l, quo-d)*^ Abi. nie-d (altl.), nie, — b) PosseBsivproiu: 
(*fne-jo, me-o) me-U-S, me-a, me-u-m mein, Voc. ml; der Gen. 
Sing, mei (mi-eis tit. Scip.) ersetzt auch den fehlenden Gen. Sing. 
des Perßonalpronomens; meu-m das Meinige, mein Hab und Gut; 
mei die Meinigen, meine Angehörigen; verstärkt mens-nict (mea- 
met facta dicere mihi licet Sali. Jug. 85. 24); meä-ti-m nach meiner 
Art (Prise. 12. p. 949). — Vgl. tu pag. 318. 

Bopp Gramm. II. 120. — C. E. 328. 633. 617. 716; C. St. VI. 417 ff.; 
C. Schulgr. §. 205 f. — F. W. 143. 383. 481*; F. Spr. 360. — S. W. 

8. V. U. 8. W. 



2) ma negative Particel: prohibitiv: nicht, dass nicht. — 
Skr. mä (Adv. und Conj.) nicht, zumeist in verbietenden Sätzen, 
aber auch bei Wünschen und Voraussetzungen; damit nicht (PW. 
V. 679). — Ebenso altpersisch, altbaktrisch. 

|Liä. — iLirj (tab. Elea: fia) nicht, dass nicht; als Fragewort: 
ob nicht (ov verneint, fii] lehnt ab, wehrt ab): I) in selbständigen 
Sätzen: l) Verbot, Warnung, Abmahnung (f*t) TifevSov), 2) Auf- 
forderung (firi FdcDfifv), 3) Wunsch (fA-rj tovto yivotro), 4) in Frage- 
sätzen (TCotBQOv ßiav (pcoiiBv Tj |[i^ (pa^v slvat;)^ 5) in Schwüren 
(fifj ivoalx^CDv Ttrjfialvei TQcoag). II) In abhängigen Sätzen: l) in 
Absichtssätzen (ajrocJu^f , |ttrj ae voi^ay "Hqri) und nach Verben der 
Furcht, Besorgniss {g>oßov(i€^a fiij afAq>otiQCDv Sfuc dtij/iiCK(m^xa|Liev), 
2) in allen Vordersätzen hypoth. Perioden (ei firj^ iav |twf), 3) in 
allen Relativsätzen mit hypoth. und finaler Bedeutung (firi ''nL- 
xaca' S ^kri ^^azüg. '\\niq>l<saa^B xoiaxna ij ö>v ^tidiiKnt vfuv (leza- 
fuXriaH), 4) in temporalen Sätzen mit hypoth. Bedeutung {otcoxs 
(irj q>at€v^ aTtayovrsg aTtixxHvav), 5) in indirecten Fragen: ob nicht 
(eicofuad^a^ lii^ xi x^vqyg naXvnxB^). III) Beim Infinitiv und beim 
Part., bes. dem hypoth. oder mit Imper., Infin. {iiqvovvxo firi ccvxoxeiQsg 
ysviö^at, '^(plcac^e xov nolefiov fifi g>oßri&ivx6g x6 ccinlna Shvov). 
— Mit anderen Particeln: i^ri yag^ fttj dri^ fiij fttjv, fifj omag^ firi 
ort, firi ov, (irj noxi^ fitf ttov, ^rindnoxs ^ fii^nayg^ ftr; rt, fii^ xoi. — 
M'X^ (vgl. ov-x^ pag. 90) Eubul. B. A. 108. 14. 

Allen St. III. 228. — R Gl. 293b; B. Gramm. II. 197 f. 287. — 
C. E. 334; C. griech. Sehulgr. §. 612 ff. — F. W. 161 f. - Seh. W. u. s. w. 



3) ma Particel der Betheuerung: gräkoitalisch (steht vor 
dem Gegenstande, bei dem man betheuert). 

)Lia (mit dem Accus, der Gottheit oder Sache, bei der man 
schwört) l) bejahend, meist nur mit val oder vtj (yal (lic rode 



-- 648 — 

öKfJTtTQov wahrlich bei diesem Sc. IL 1. 234; (la Jla so wahr 
Zeus! beim Zeus!), 2) viel häufiger verneinend mit hinzugefügtem 
ov {ov fMr yccQ ^AnoXXwvoc nein beim ApoUon II. 1. 86) oder die 
Negation folgt (fta Ala ovnixi f^r« (To* Uyziv Plat. Prot. 312. e); 
der Name der Gottheit bei der man schwört, wurde auch weg- 
gelassen, bes. in der att. Umgangssprache (fia rov, ov av ye [q>riq\ 
iitel . . . (id. Gorg. 466. e). 

F. W. 476. — Vgl. Curtius gr. Schulgr. §. 643. 16, Seh. W. b. v. 
u. 8. w. — Fick l. c. zieht auch me hercle, me dius Fidius (vgl. pag. 359) 
hieher; so auch Ahrens KZ. Vlll. 359 (welcher mit Pott U. 323 fux mit 
fiffv für verwandt hält, das den ausl. Cons. ganz verloren hat). — Siehe 
dagegen Corssen IT. 857: me war in diesen Ausrufungen wirklich der 
Accus, des Personalpron. , und zu diesen elliptischen Ausrufen ist iuvet 
oder ein ähnl. Verbum zu ergänzen (vgl. „so wahr mir Gott helfe"). 



4) ma, nia-ma Naturlaut. — (Vgl. nana pag. 428, pa-pa 
pag. 477). 

jLia, |Lia-Ta Mütterchen (freundliche Anrede an ältere Frauen), 
dor, Grossmutter; Hebamme (Plat Theaet. 149. a); (ucia-g (ad-og) 
id. ((iafip>rj^ rQ0(p6g Suid.); (Aat-Ev-w (meist Med.) entbinden (von der 
Heb.), fiauv-x-ixo-g zum Entbinden geh. (ft. tixvri Entbindungskunst); 
futuv-n^-g^ fAaiev-TCDQ m. der Entbindende, Geburtshelfer, fem. luxuv- 
TQ'ta^ fiaUv-ct-g f. das Entb., (iaUv-fia{r) n. das von der Heb. ge- 
brachte Kind, Geburt, fiais{f)'la f. Hebammengeschäft; iuxi6-o-(iai 
= fuaevoa^ ftauor-ino-g = fiauvtixog^ fuxioH'öi'g f^ = ftalsvaig^ 
fuxlm-TQo-v n. Hebammenlohn für die Entb. — )Liä)Li)Lia, fLiä)Li)LiTi, 
(ucfAiia-la f. Ruf lallender Kinder für Mutter, Mama; später Gross- 
mutter; Demin. fia^iiA-lo-v ^ fiafifi-löio-v ^ fuxfifi-aQio-v n.; (lafifi-la f. 
Mutter (Ar. Lys. 879 und Plut.). 

mamma f. = ^uififuc (matrem mammam, patrem faiam vocare 
Varro ap. Non. p. 81. 4); Grossmutter, Amme (Inscr.). 

F. W. 152. 386. 478; F. Spr. 350. ~ Vgl. Anm. 1 zu W. pa paff. 450. 
— Fritzöche St. VI. 285. — Anders C. E. 335: „auf jeden Fall ent- 
stammt auch fiata der W. ma messen". — Aehnlich Misteli KZ. XVII. 
168: entweder sofort von der W. mä messen, mit nis- gebären, oder 
Fem. eines A^j. mä{v)u, mavi. 



1) MA messen, bilden, abmessen, vergleichen. — 
Skr. ma 1) messen, ab-, aus-messen, 2) vergleichen, 3) dem 
Maasse- entsprechen, 4) zumessen, zutheilen, gewähren, 5) zu- 
richten, zubereiten, bilden, verfertigen, bauen, machen, 6) ent- 
falten, zeigen, 7) sich entfalten, sich bilden, 8) folgern, schliessen 
(PW. V. 681). 



- Ü49 - 
ma'). 

jiia. — M<i-pTl' V Z^^ ^""^^ nivöaQOv (Schol. B. L. ad IL 15. 
137); 8. unten iwa-«tt-5*); eu-juap-rjc (= fv^fpi^g) leicht zu hand- 
liaben, leicht, bequem, leicht zu beschaffen, ev(iaQB[6]'ia^ ion. und 
poet tvfucQ'iti^ 'Irj f. Leichtigkeit, Bequemlichkeit, £rleichterungs- 
mittel, eifiago-tri-g (ttiz-og) f. id. (Kallistr. p. 894. 11), ev(mcq C^cd 
erleichtem (Sp.). 

^€. — ^e-Tpo-v n. Maass; das rechte Maass, Ebenmaass, 
Gleichmaass, Mässigung; Vers- oder Sylbenmaass^); ^Urq-iog massig, 
das rechte Maass habend (Adv. ^uxqUog)^ lAergio-xri-g (rrit-og) f. 
MSssigkeit, Bescheidenheit, ^Q-txo-g das M. betreffend, bes. zum 
Sjlbenmaass geh. (17 /ü., erg. tixv}]^ Metrik); )LieTp^-u> messen, 
durchmessen, durchschiffen (Hom. nur: itikayog (Uya fier^aavteg 
Od. 3. 179), abmessen, ausmessen, zumessen, (uxQrj'tO'g gemessen, 
meesbar, fieroi^-iKo-g zum M. geh., [lex^-ri^-g m. der Messende, 
fio^'-ri}-^ m. in Athen dsCs gewöhnL Maass für Flüssigkeiten 
(■= 12 losg und 144 xorvAat, 34 V» Quart, etwa 28 Wiener Maass), 
l^df-ci-g f. das Messen, Maass, ^Uxqri-yMix) n. das Zugemessene; 
(ur(ffi-d6v nach Maass (Nonn.); luxQuta) dor. = lUXQio) (Tabul. 
Heracl.); futgia-^io massig sein, sich massigen, trans. massigen, in 
Schranken halten, (UXQi.a'6'(i6-g m. Mässigung, MittelmS^sigkeii; 
fiiqitt-^z) n. = v6(u0na (Schol. Ar. Thesm. 355). — -)Li€Tpo-c: 
S-ititQog unermesslich, unmfissig, unangemessen, ohne Metrum 
(prosaisch, Dion. HaL), dtd-fAexQog f. Durchmesser (i% ytovlag üg 
yovittv xslvavca Plai Men. 85b)^), Ix-iuct^o^ ausser dem Maass, 
ftberm&ssig (= SfiexQog ohne Metrum), ifi-(UXQog im Maass, metrisch, 
poetisch, abgemessen, ebenmässig, ev-fuxQog von schönem M., Rhyth- 
mus, ico'fUXQog gleich an Maass, 7t€Ql-fuxQog über das Maass hinaus, 
sehr gross (rings im ÜJreise umgebend Sp.), avfi-^^g eben-, gleich- 
mlssig, passend, angemessen u. s. w.; -)Li€Tpia: ye<o-fuxQUt f. das 
Feldmessen, Geometrie^), axsQeo-fuxQia f. das Ausmessen fester 
Körper, Stereometrie (Arist. An. post. 1. 13), cvfA-fiExgla f. Eben- 
maass, Gleichmaass, richtiges Verhältniss, Symmetrie u. s. w. — 
(i'fu-v [a intens.?], i-fuiv-jav) d-jueivuiv besser, tüchtiger, nütz- 
licher, (aiuiv6'XBQ0-g Phryn. 14. 9, ä(Uiv6v-(og Ar. in B. A. 78); 
vgl mä-nu-s pag. 653 sammt Anm.). — ö-|lio-to-v (Adv. zu *S'fAo- 
xo-g und dies zu *(i6'X0-g oder *fto-To-v, vgl. Tto-xo-g, no-xo-v^ = 
(tixQov) ohne Maass, unmässig, unaufhörlich (bei Homer mit (li- 
fuuij x^oAcukrdai, TilakiVj xavvB(S^ai\ vgl. E. M. 85. 8 ano xov 
[uxgmj SiuxQov^). 

lir\. — M^'T^Pj dor. fjux'XrjQf f. Mutter') (firj-xQ-og^ fitf-xQ-l^ fw/- 
xii^y episch auch fAri-xi(hog^ -t, und in lyr. Stellen der Trag. 
funiQ'Ogj -i, ^Lfftiq-og im Dial. Eur. Rhes. 393), f*ijt^o-^£v von der 
Matter her, von Mutterseite; ^mqxq-io-g^ fitixig-io-g (Sp.), (MfixQ-iKo-g 
mütterlich, dazu fem. ^n/r^q-l-g (Jd-og) erg.* yrj (wie itctxqlg) Mutter- 



— 650 — 

land, (be8. fem.) fii/r^t-a-g (ad-og, bei Jiil. Aeg. 45: iv x^ovog 
ayaoivaig älexo fitirgiccaiv in den mütterlichen Armen), (itito-l^o) 
das Fest der Göttermutter Kybele feiern (Jambl.); (uyako-fii^riQ f. 
Grossmutter. — (matar-va: ftaroQ-J^o^ (uctqo-J^o^ luxiqof) juriTpiü-c, 
dor. iiazQ(0'q^ m. Mutterbruder, Oheim, vgl. Ttat^oo-g pag. 442 (Gen. 
vnog^ o), Acc. oa, Dat. bei Find, ^nuiqm I. 6. 24, (McxQtp N. 4. 80; 
Hom. nur flr^xQiog IL 16. 717, firitQtO'a II. 2. 662), (irjrQci'io-g poet. 
(dco/iicr Od. 19. 410), firizg^o-g mütterlich, fAtixQfoa-KO'g id., bes. aber 
die Kybele, die grobse Göttermutter betreffend (Suid. und Sp.), 
fiT^r^^-a^fi) das Fest der Kybele feiern, auch als Friester ders. 
betteln, fi,rjXQ(pa'a'(w-g m. das Feiern des F. der K. — |Lir|Tpu-id, dor. 
ficetQV'i.a ^ ion. (irjxQV'iri (IL 5, 389. 13, 697), f. Stiefmutter, vgL 
TCccxQV'io-g Stiefvater pag. 442 (dafür firixQv-iO'g com. bei PoU. 3. 
27)®), (irixQvi'€(ScD Stiefmutter sein, sich stiefmütterlich betragen, 
firixQvi-dörig stiefmütterlich. — -juriTOp (vgl. -naxoQ pag. 443): 
afifpi'firjxoQ'Bg Brüder, die auf zwei, d. i. auf verschiedenen Seiten 
ihre Mütter haben, Stiefbrüder von mütterlicher Seite (afupi-fii^xoDQ' 
6 i^ hiqag firjxQog i8sXg>6g B. A. 6); fit^r^o-ftY/TO)^, dor. fiaxQO'fiaxtOQ^ 
Grossmutter von mütterl. Seite; fiovo-fiaxoaQ (= a-fn^xiOQ) dor. der 
Mutter beraubt, vgl. mutterseelen-allein (Eur. Fhoen. 1517); rcaxQo- 
^i^xcDQ m. Gross vater von mütterl. Seite (Luc. Alex. 58), f. Gross- 
mutter (Lykophr. 502); ngo-in^xiOQ^ dor. -fiaxcDQ^ Vormutter, Stamm- 
mutter ^ Ahnfrau; aiötiQO-fiiqxcoQ des Eisens Mutter (tijv 0iötiQoni^xoQa 
ik^eiv elg alav Aesch. From. 301 D.). — jurj-Tpa, ion. jü^f-r^, f. 
Gebärmutter (Mark der Bäume Theophr.; eine Wespenart Aristot. 
h. a. 9. 41), fifjxQ-löio-g mit einer fittXQcc^ fruchtbar, Samen tragend 
(^firjxQidlcap a%aXri<pav Arist. Lys. 549). 

jui (Skr. tni messen, ermessen FW. V. 763). — |liT-|lio-c m. 
(Nachmesser =) Nachahmer, bes. der Schauspieler, fUfi-iKo-g die 
Mimen betreffend, nach Art der Mimen, unanständig; )Lii)Li^-o-|Liai 
nachahmen^) (nur Greg. Naz. t), (u^iri-xo-g nachahmungswerth (Xen. 
Mem. 3. 10. 3), fufitix-ino-g zur Nachahmung geh., geschickt, fufvq- 
T^-g, pöet fii(ii^'XCi)Q {xoQ'Og)^ m. Nachahmer, filfiri-öi-g ((Ufi-la Sp.) 
f. das Nachahmen, fdfii^-fia{x) n. das Nachgeahmte, Abbild, Dar- 
stellung; |Lii|Li-uj {'Ovg) f. der Nachahmende, Aff^e (Tzetz.)^^); ^i[ir\' 
Xö-c nachahmend, geschickt im N., nachgeahmt (Flut. Agesil. 2), 
(UfiriXo'Xri'g (xtix-og) f. das N. (Suid.), (UfiriX-atfo (Hes.), -/Jo) (Sp.) 

mft-S, ma-n-S (mos arisch, mans europäisch). — VgL Skr. 
mos m. Mond, Monat (FW. V. 757), Zend mäoiih m. id."). 

)Li€VC. — |Liriv (St. (iriva\ ion. (lel-g^ äoL (fiijvtf-og) firiw-og^ (bei 
Hom. die cas. obl. fii^v-6gj -l u s. w. von der bei ihm nicht vor- 
kommenden Form jitijv) (Gen. firiv-og, Dat. FL ^ij-al) m. (Zeit- 
maass, Zeitmesser, xcrr' i^oxtjv) Monat (PL firjvEg auch die monatl. 
Reinigung der Frauen, sonst ifn-in^v-ux), Mond (t} öeXfjvti^ oxav y 



- 651 — 

siyfuisiirig tm Cx^j^unty (ifiv KaXehcti^ Kleomedes nsgl fistscigcov^ 

pg. 514 Bas. Ausg.); = firiviönog (Arist. Av. 1115); (ftsva-rj) 

Mnv-T| f. Mond (IL 19, 374. 23, 455), personif. die Mondgöttin; 

(opf-a-g (dS-og) f. Mond (firjvaöog cciyXa Eur. Rhes. 534); firiv-iato-g 

von der Dauer eines Monats, einen M. lang (rar firivuxtoc = fitj- 

Pig); (irjvo-siörig halbraond-artig, -förmig; ^i^v-io-v n. Tempel der 

Afondgöttin (P«us. 6. 26); eine Pflanze (Diosc); Demin. |Lir|V-icKO-c 

m. ein mondformiger Körper, halbmondförmige Schlachtordnung, 

ein Dach über Statuen, um sie vor Schmutz zu bewahren ( Aristo ph. 

Av. 1114: xakxeveöd'e (irivlöKovg (poQHv (üCtcsq avSQidvrsg lasst euch 

schmieden; dazu Schol.: CKeTtdö^ra^ ansQ iTtirt^iaöt xatg Ksq>aXaig 

Twv ivÖQidvtcDv Sia to /tt^ aTtOTtareiV Kca airtcSv ric oqvia, Phot.: 

fiflvUsüovg^ xovg im Tarij asipcckaig tcöv avÖQidvrcov u&Sfiivovg^ ivct 

ta OQVsa (if} TCQocC^riTm, Hes.: t« fKltifü^naxci xtäv nrjöocXlcDv), — 

-^Tivo: Sl'iAtivog zweimonatlich (xo 6. Zeit von zwei M.), (^cxa-p/vo^ 

zehnmonatlich u. s. w., Sixofirivog (fem. firjvi-g) in der Mitte des 

M. d. h. zum Vollmond geh. (cBXi^vrj der Vollmond), ^^Xixo-fifjvog 

(äXirstv) den Monat verfehlend, d. h. unzeitig, zu früh geboren 

(n. 19. 118); -|Lir|Vio: iEQO'firjviog zu einem heil. M. geh., axoxo- 

fii^vio-g (Od. 14. 457: vv^ d' 5^' iTtrjXd's xcrxij 6Koxo(ii]viog = rj 

VI fiifvi^ iv CTtoxo) icxiv .welche den Mond in Dunkel gehüllt hat 

[das 1. Glied wohl locativ zu fassen], mondfinster; dazu Ameis- 

Hentze und Faesi: weil im Herbste kurz vor dem Neumonde); 

-^T]Viaio: 6i'^r\v^log^ 6exa-fitivictiog u. s. w. 

ma-d europäische^). 

|üi€b. — jLi^b-iw walten, obwalten, herrschen e^) (ausser Präs. 
Impf, bei Hom. nur (isd-n^-aofiai II. 9. 650; fiid-eig Aristoph. Ran. 665, 
Soph. Ant. 1119 Sehn.) [welcher Vers jedoch Schneidewin nur das 
Residuum einer Randglosse zu sein scheint, in der die Stelle des 
Soph. citirt wurde]; Part, fiid-av (ovx-og)^ poet. fuS-i-av (pvx-og) 
HL Obwalter, Berather, Herrscher, Pfleger, Schirmer (Hom. Sing. 
fiideav nur Od. 1. 72 vom <Z>o^i;^: aXog axQvyixoio fUdovxog^ sonst 
stets fjyi^xoQeg i}di fUdovxeg)^ fem. fi,B6i-ov6a Bein, von Göttinen 
(dazu bei Qu. Smyrn. 5. 525 fudiovüi sie herrschen); ccXi-fiiöcovj 
TIoCBtSciv, Meerbeherrscher (Ar. Th. 323); Miö-cav m. Sohn des 
OHeus und der Rhene; ein Lykier, ein Herold aus Ithaka; Sohn 
des Kodrus u. s. w.; Miö-ovöcc f. eine der Gorgonen mit dem be- 
kannten Schlangenhaupt; Tochter des Sthenelos; Tochter des Pria- 
mos**). — |Li^b-o-|Liai fürsorgen, denken, bedacht sein; bereiten, er- 
sinnen, ausdenken (Fut. fuS'ti'aofiai IL 9. 650)**). — |Lirt-i-)Livo-c 
(vgL xiga-iivo-g^ ßiX-e-fivo-v) m. (Herod. auch fi) Maass, Scheifel, 
gewöhnL att, Getraidemaass (= 6 ixxetg^ 48 xolviiug oder 192 
KotvXai = 0.956 preuss. Scheffel, etwa 157, Wiener Metzen, oder 
mehr als '^ Muth), fiBÖifiv-arog so gross als ein (lidifivog (Hes.); 
^fu^fiidiiivo-g Tüi, -V n. (abgekürzt rnäSukvov Phot. lex. und Didym. 



— 652 — 

ap. Prise. II. p. 396) ein halber (lidifivog. — ((leö-ro) |li€C-t6-c 
wohlgemessen, volP'*), fU(Sr6-cD voll machen, wiftillen, erfüllen, 
liiin(0'(ia(x) n., fjUiS'(Mc(T) n. (Hes.), iieöto-xri-g (ri/r-oj) f. Anfüllung, 
Fülle. 

jurib. — |Liiib-o-|Liai (poet. von Homer an) ermessen = er- 
wägen, ersinnen, aussinnen, einen Rathschlnss fassen, sich kümmern, 
sorgen (Fut. ftij-tfo-fia*, Hom. (i^ae-ai^ Aor. 2. Sg. (iijCa-o^ 3. Sg. 
(i)f4iJtfa-ro) *^). — |Lifib-oc (e-og) n. (nur PL und poet) Beschluss, 
Rath, Anschlag, Rathschlag, Entwürfe, fAtjSo-övvrj f. Klugheit (Simmi. 
sec. 15. 22), (ii]d-ev'^{T) n. listiger Anschlag (Schol. Hes. Th. 510). 
— (firid-roQ) )Liric-TUip {wQ-og) m. (episch) Rather, Berather, Rath- 
geber, Veranlasser, Erreger ((poßoio), Mi^öxodq m. Sohn des Pria- 
mos (IL 24. 257); des Perseus und der Andromeda; des Poseidon 
und der Kleito; ein Grammatiker; Mi^S-eio-g Mannsname; Mi^S-eucj 
ioTL Mriö'ilriy f. Gemalin des lason, ihrer Zaubereien und des 

Kindesmordes wegen bekannt. jur^b-Tic: IlocXafii^Srig (statt itala- 

fiofiriStig = XeiQi-cog>0'g) Sohn des Nauplios von Euböa, wegen 
mancher Erfindungen berühmt, auf des Odysseus Betrieb als Ver- 
räther von den Griechen vor Troia gesteinigt^®) (IlalafiridHxov 
Ev^fia sinnreiche Erfindung, z. B. der Gebrauch der afjUg beim 
Trinken, Eupolis 303; vgl. noch Xen. Mem. 4. 2. 33: ra Se Ilaka- 
fiiqdovg oinc aKi^Koag Ttddifi; toikov yitq Sri juxweg vfivovötVj mg öi« 
60(plav (fd'ovri&elg vito vov ^Oöv0ai<ag aTtoXXvrai,); 7CV7u-(itiSi^g be- 
dachtsamen Sinnes, sorgsam, verständig, klug (nur Od. 1. 438, 
vgl. 19. 353: ftfri di fiot yQi^vg nwuvcc (pgeöl (irjäe^ IxovCa; noch 
h. Cer. 153)"). 

ma ^). 

mä. — illä-Il11-8 (Gen. ma-nü-s^ Dat. manu Propert) f. Hand 
(als messende, tastende, bildende) ^^); übertr. eine Hand voll von 
Leuten = Mannschaft, Haufen, Rotte, bes. bewafEhete Mannschaft; 
manu-äli'S zur Hand geh., sie füllend, Hand- (manu-äli-a n. oder 
'CUes m., erg. libri^ Handbuch); manu-äriti-s id. (aes, Handgeld), 
Subst. m. Taschendieb, Gauner; (^manu-äre) tnanu-ätu-s mit Händen 
versehen (Marc. Cap.); ä-manu-ensi-s {a manu servus) ein Secret&r, 
gewöhnlich ein Sclave oder Freigelassener (Sueton.). — mällt-ca 
f. Handbekleidung, meist Plural: Aermel, Manschetten; Handfessel, 
-eisen (vgL ped-i-ca)-^ übertr. Enterhaken (Lucan. 3. 565, sonst 
harpago), Demin. mäni-cula f., ftuch: Pflugsterze; (^* manic€Hre) 
manicä-tu-s mit Aermeln versehen; manic-ärm-s der Gladiator, der 
seinem Gegner Handfesseln anzulegen sucht (Inscr.); manu-c-iu-m 
n. xeiQig (Handbekleidung, Muff) Gloss. Philox., Demin. maniiciO' 
lum n. Bändchen (manuciolum de strafncnto factum Petron. 63. 8), 
man[u]ciöla f. Händchen (manciolis teneUis Laev. ap. Gell. 19. 7); 
manu-cüla, manucla, {*manu'la) manü-l-ea f., manü-Üeu-s m. Aermel, 
mamde-ariu-s m. Aermelverfertiger, Kürschner, manucle-ä-tus "» 



— 653 — 

mamcätus (Is. or. 19. 22. 8). — ad-mtnl-culu-m n. Handstütze, 

Stfl^f Stützpunkt, Lehne, Übertr. Hilfsmittel, Beistand, Hilfe, 

admmculcHre unterstützen, adminiculä-tor m. Unterstützer (Gell. 

7. 3), adminiculä'ti'd(n) f. Unterstützung (Boeth.), adminiculä^ndti'S 

sich zu stützen strebend (Auct. itin. Alex.). — manu-br-lu-m 

{^nkom'fer'iu-my vgL mafMbrium quod manu tenetur Varro 1. 1. 6. 85) 

n. Handhabe, Henkel, Griff, Heft, Stiel, Demin. manubrio-lu-m n., 

i^momubrici-re) manübriä-iu-s mit einer Handhabe u. s. w. versehen. 

— (*tikimi-Zu-s, *manul-eu-s, ^mant-m-s) mal-l-eu-8 m. Fäustel, 
Hammer, Klöppel ^^), Demin. malleö-lu-s; übertr. Schössling, Setz- 
ling, Brandpfeile, malleol-äri-s zum Rebschoss geh. (yirga, Col.); 
(^ mallere) maUeäAtA-s mit dem Hammer gearbeitet (Col., Dig.), 
maXleä-tor m. Hammerarbeiter (Mai*t. 12. 57. 9, monetae Or. inscr.). 

— man-cep-s s. pag. 112; mani-festu-s s. pag. 392; mani- 
pulU'S s. pag. 507. — (*we-wia-o) lll-ml-U-S (vgl. H'^lo-xo-v 
pag. 649) nicht maassvoll, nicht maasshaltend, übermässig, allzu- 
gross, zu gross, zu viel*^); Adv. nimiu-m (Accus.) zu sehr, zu viel, 
gar sehr, nimie (selten), Compar. nitn-is (vgl. ^mag-ius, mag-is)\ 
nimie4ä'8 {täti-s) f. Uebermaass, Ueberfluss (Plur. Cat. 2. 13). 

mS. — {*mä'ta, lat. ^wä-tu Zeit) mÄtti-ru-S zeitig, gezei- 
tigt, reif, frühzeitig, frühschnell ^^), Adv. matüre; matüri-tä-s (täti-s) 
f. Zeitigung, Reife, Vollendung; maturä-re zeitigen, reifen, zur 
Beife bringen, beschleunigen, beeilen, eilen, matura-ti'ö{n) f. Be- 
schleunigung (Cic. Her. 3. 2. 3); mature-scere reifen, reif werden; 
mature-facere reif machen (Theod. Prise); (*mätü4U's) Maiüta f., 
meist mcUer MahUa^ mit der Leukothea (Ino) der Griechen, sel- 
tener ndt Juno {Juno M.) identificirt, urspr. wohl Göttin des 
Morgenlichtes (vgL roseam Matuta per oras aethcris auroram differt 
Lacret. 5. 656), mattä-inu-s morgendlich, zum Morgen geh., Subst. 
-m n. der Morgen (Adv. -tine, -tino), matutm-äH-s id. (Auct. carm. 
Phil. 15). — mfi-nu-S angemessen, gut (bonum antiqui dicehant 
manum Varro 1. 1. 6. 4); Cmis mamis (s. pag. 120); Local (als Adv.) 
mäne bei guter Zeit, zeitig, früh, (als Subst. n. indecl.) Frühzeit, 
Morgen**); Män-m-s^ Män-ia röm. Vorname (= frühgeboren, meist 
M' geschrieben); (*wam-CM-s) manicä-re am frühen Morgen sich 
aufmachen, reisen, ankommen (Vulg., Aug.); Ma-na (Geneta) Todes- 
(und Geburts-) Göttin, Män-ia f. Geistermutter (maniae, manio-lae 
als Masken aus Teig geknetete Popanze und Schreckbilder für die 
Kinder); {*mä^i'S) Mäne-s {divi) m. gute Geister, die Seelen 
der Abgeschiedenen, Manen, die unterirdischen Götter; auch: die 
irdischen Ueberreste des Menschen, der Leichnam*'); im-mäni-s 
maasslos, unermesslich, ungeheuet, schrecklich, fürchterlich, wild, 
roh**), Adv. immani-ter, immäne, immani-ta-s {tätUs) f. ungeheure 
Grösse, Schrecklichkeit u. s. w. — mÄ-ter (tr-is) (= /i^if-tiy^) f. 
Mutter^), Demin. mater-ctÜa f., mater-mirs zur M. geh., mütterlich, 



— 654 — 

Mafemu-s röm. Bein. {Curiaiius M., Tac. or. 2. 11); matre-sc-ere 
der M. ähnlich werden (Pacuv. ap. Non. p. 137. 7); matn-mu-s 
(neben Nom. PI. matrimes Paul. D. p. 126) die M. noch am Xieben 
habend ^^); (*mat€r-vo^ *matr-uo) matr-u-eli-s m. Mutterbrudersohn 
(Dig.); mair-öna f. verheiratete Frau, Frau, Matrone, bes. von 
vornehmen Frauen, ntatron-äU-s der Matrone geh., ihr zukommend, 
Adv. 'ier, matron-ä-turS (tüs) m. Anzug einer vornehmen Frau 
(App. Met.); matri-mön-iu-m n. Ehe, concr. PI. Ehefrauen, mairi- 
moni-äli'S zur Ehe geh., ehelich; matr-ix (ic-is) f. Mutterthier, 
Mutterstamm, Gebärmutter^^); öffentl. Verzeichniss,Matricel (Tert.); 
Quelle, Ursprung (id.), Demin. mairlc-üla f. öffentl. Verz., Matricei 
(Veget., Cod.), matnodli-s zur M., Gebärmutter geh.; (mater-i-tera^ 
Nom. fem. zu i-ieru-m pag. 78) mater-tera f. (= mater altera) 
Schwester der Mutter, Tante (matertera matris ^oror, quasi mater 
altera Fest. p. 136)"). — mfi-tör-ia^ -ie-8 f. Stoff (zum Zu- 
richten, Bilden, Bauen u. s. w.; vgl. Skr. tna Bedeutung ö), Grund- 
stoff, Materie, Bauholz; geistiger Stoff, Vorlage, Thema; Ursache, 
Anlass, Quelle, Gelegenheit; Anlage, Talent, Demin. materio-ln f. 
(Tert.); mater-lnu-s holzartig, hart, mcUerU^i-s zur Materie geh., 
materiell (Macrob.), Adv. -tcr (Sidon.), materi-äriti-s id. zur M. = 
zum Bauholz geh. (m. faber Zimmermann, m. negotiator Holzhändler), 
matcri-osU'S {nokvvXoq^ Gloßs. Philox.), materiä-re aus Holz bauen, 
materiä-ri Holz fällen, holen (Caes. b. G. 7. 73), materiä-ti-öin) f. 
Holzwerk zum Bauen, Gebälk (Vitr. 4. 2), mater iä-türa f. Be- 
arbeitung des Holzwerks (ibd.). 

m&^ ma-n. — {*me'ti Maass) m6-tl-rl das Maass anlegen, 
messen, ermessen, durchmessen (PaVt meß-tu-s Dig. 32. 1. 52 §. 1); 
{*men'tu-Sf ment-tus) men-SU-S gemessen; men-sat (Abgemessenes) 
Tafel, Tisch ^*) (Btiline, App. Met., kleiner Altar, Petron.), mensä- 
ti-m tischweise, mens-ÖXi-s zum T. geh., mens-äriu-s id., Subst. m. 
Geldwechsler; Demin. mensü-la^ menstit-äriu-s m. Subst. = men- 
sarius (Sen.); (ment-ti-on) mensi-öin) f., mensu-s m. (App.) das 
Messen, Abmessen; (mmt-tar) mensör (pr-is) m. Messer, Feldmesser, 
Baumeister (s= den Grundriss abmessend), milit.: Zeltabstecker 
(Veget., Cod.), mensör-iu-s zum M. geh. (m. ars Messkunst, Subst. 
n. Wagschaale (Cassiod.); mensüra f. = mensio; Maass, Grösse, 
Umfang, metisur-ali-s zum M. geh. (Adv. -^er); mensurä-re messen 
(Veget. , Vulg., Frontin.), mensurä-tirö{n) f. = mensio (Auct de 
lim.), mensurä-ViU-s messbar (Prudent.). 

mO. — mö-S (mö-r-is) m. maassgebende Regel, Satzung, 
Herkommen, Sitte, angemessenes Betragen, Anstand; allgemein: 
Beschaffenheit, Art und Weise ^^); mor-äli-s die Sitten betreffend, 
sittlich (Adv. -<er), moräti-ta-s {täti-s) f. Beziehung auf die Sitten, 
Charakteristik (Macrob. sat. 5. l); (*mör-tt-5, *wora-re) morMu-s 
irgendwie gesittet, geartet,' charakteristisch, ffiL%6q\ mor-osu-s 



— 655 — 

die Regel ängstlich beobachtend, peinlich genau, pedantisch, eigen- 
sinnig, mürrisch, verdriesslich ^") (Adv. -Öse), fnorosi-tä-s (tüti-s) f. 
peinl. Genauigkeit u. s. w.; mori-ger-u-s (s. pag. 223), morigerä-ri 
(act. morigero Plaut. Amph. 3. 3. 26) willfahren, gehorsam sein, 
zu Willen sein, morigerä-tor m. Willfahrer (Sidon.), morig€i'ä'ti-ö(n) 
f. WiUfUhrigkeit (Afran. ap. Non. 2. 6). 

mfi-s^ ma-n-s (s. pag. 650)^^). 

me-n-S-i-S m. = fii/v (Gen. Plur. ältere Form mefis-um Caes. 
b. G. 1. 5. 3. Liv. 8, 2. 10, 5. Ov. M. 8. 500. F. 5, 187. 424); 
(^-mens-tri) -mes-tri: bi-mestri-s zweimonatlich {hi-menstraus Gloss. 
lyr.) ^ iri-mestri-s dreimonatlich, inter-mcstri-s zwischen zwei Monaten 
(^luna, Plin. 16. 3.9. 75), {sex-^ ses-) se-mestri-s sechsmonatlich, 
halbjährig (semestri-a n. PL Sammlung der in einem halben Jahre 
erschienenen kaiserl. Verordnungen, Dig.); (^ew*-) se-mestrUs halb- 
monatlich (a luna Vollmond); {mens-tri-vo , mens-tr-vo) mens-tr- 
uu-s monatlich {mens-ur-nu-s Cypr., mensu-ali-s Boöth.), zur monatl. 
Reinigung geh., menstru-cUi-s id.; {* menstru-äre) menstrua-ns die 
m. R. habend, menstmä-tu-s zur m. R. geh. (Vulg.); (*t/»en5-a, 
*wcww-a) Men-a f. Schutzgöttin der Menstruation der Frauen 
(August.); röm. Bein. (Gruter. inscr.). 

ma-d (s. pag. 651)^^). 

mo-d« — mSd-U-S m. Maass, rechtes Maass, Versmaass, 
Tact, Rhythmus; übertr. das nicht zu tiberschreitende Maass = 
Ziel, Ende, Gränze; allgemein: Art und Weise, Beziehung, Hin- 
sicht (grammat.: Modus); Abi. Sing, als Adv. niodö (noch erhalten: 
huk non una modo caput omans Stella relucet Cic. n. d. 2. 42. 107), 
dann gekürzt: modo mit Maass = nur, allein, bloss, wenigsten^; 
hortativ: nur, doch nur {tace modo)] temporal: gerade, eben, kürz- 
lich, jüngst, bald, gleich; (enklitisch) quo-modo, quodam-modo, 
dummodo wenn nur, insofern, post-modo nachher, hernach, pröpe- 
modo fast, beinahe; Abi. PI. miris modis auf wunderbare Art, multus 
modis auf vielfache Art, (später) mtUtt-modis^ miri-modis {s schwand 
vor m und i ward zu t vor w)^^); analog: omm-modis auf alle Weise 
(Lucr.); Acc. -modu-m: ad-modu-m nach dem (gehörigen) Maasse 
oder Grade, genau, gerade, in vollem Maasse, völlig; bes. in der 
Umgangssprache als bejahende Antwort: ganz recht, so völlig, ja 
wohl (Plaut., Ter.), nihü admodum gar mtih.i&^prope-modum = prope- 
modo; modt-cu-s angemessen, gemässigt, bescheiden, besonnen; 
(eben noch angemessen =) nicht sonderlich, nicht bedeutend, nur 
gering, Adv. modice^ modici-tä-s (tätis) f. ünbedeutendheit, Wenig- 
keit (Venant.); Dem. modü4u-s m. kleines Maass, Modell, rhythm, 
Maass, Melodie, Tonweise, modulä-ri messen, abmessen, harmo- 
nisch abmessen, Part, modulä-tu-s^ (Adv. 4e) abgemessen, melodisch, 
modutä-tus {tüs) m. das Moduliren, Spielen (canoro saxa modulatu 
trahens Sen. Herc. für. 263), modiUä'ti-ö(n) f. das Abmessen, Rhythmik, 



— 656 - 

Harmonie, modülä-tor m., -irix f. (Tert.) Abmesser, Leiter, -in, 
modularmen (min-is), modtdämeniu-m n. Wohlklang, Melodie, mo- 
diUä-büi-s singbar, spielbar (Calpum.). — St. m5d-es: mod-es- 
tu 'S (vgl. ftm-es4u-s^ scel-es-tu-s) Maass haltend, massig, gem&ssigt, 
sittsam, sich bescheidend, bescheiden, Modes-tu-s^ Modest-lnus , Adv. 
modes-te; modest-ia f. Mässignng, Sittsamkeit, das Sichbescheiden, 
Bescheidenheit; i^modes-u-s) moderä-re (vgl. *genes-u-Sf generä-re) 
Maass halten, massigen, anordnen, Part, moderä-tu-s (Adv. -te) 
gemässigt, massig, Moderätus römischer Beiname; moderä-ri Maass, 
Ziel, Schranke setzen, regeln, ordnen, massigen, bezähmen, be- 
schränken, handhaben, lenken, regieren, moderan-ter (Lucr. 2. 1096), 
moderä-ti-m gemässigt, allmählich (id. 1. 323), mod€rä4i^(n) f. 
Mässigung, Zügelung, Regelung u. s. w., moderä-tar (tar-is) m., 
'tr-ix (iC'is) f. Lenker, Leiter, Regierer (-in), moderämen (Ovid.), 
moderchmentu-m (OelL) n. Lenkungsmittel, Lenkung, Leitung, 
moderä-hüi'S gemässigt (Ov. am. 16. 59); moder-tM-s neu (Cassiod. 
var. 4. Öl); modt-ficu-s abgemessen (Auson.), modificä-ri = mo- 
derart y modificdrii-öin) f. Abmessung, Ermässigung (Sen., Gell.); 
modAmperator m. der Vorschreiber des Maasses im Trinken beim 
Gastgelage, Symposiarch (m canviviiSy qui surtt instituti poiandi 
modimperatores , magistri Varro ap. Non. p. 142. 7). — mdd-iu-S 
m. (selten -m n.) Scheffel, röm. Getraidemaass (16 sextarii oder 
den 6. Theil des (jUS-L-fiPO-g enthaltend); Maass; Mod-m-s röm. 
Eigenname; Demin. modioAu-s m. ein kleines Maass; übertr. Trink- 
geschirr, Kasten am Schöpfrade, Nabe am Rade, (chirurg.) Kron- 
trepan (jjfotv/xtov) ; modi-äli-s einen moditis enthaltend (Plaut, Teri), 
tfiodiä4i^(n) f. das Messen nach dem modius (Cod. Theod.); (semi-) 
se-fnodiu-s m. halber Modius, semadp-äli-s % modius enthaltend. — 
COm-mSdu-S mit dem gehörigen Maasse, abgemessen, angemessen, 
passend, zweckmässig; von Personen: freundlich gestimmt, artig, 
gefällig; Commodu-s röm. Bein, (am bekanntesten: L, Äelius Äure- 
Uns C, röm. Kaiser 186 — 192 n. Chr.); als Subst commodu-m n. 
bequemes Verhältniss, Zuträglichkeit, Bequemlichkeit; Vergünsti- 
gung (Darlehn, Belohnung, Gehalt); Vortheil, Nutzen, Gewinn; 
Demin. commodu-lu-m n. kleiner Vortheil (Amob.), (^ (xmimodtdorri) 
commodtUä-ti-ö^n) f. Ebenmaass (Vitr. 3. 1. 1); Adv. commode^ com- 
modo^ commodu-m, Demin. commodü-kf -lu-m; commodi-täns (täti-s) 
f. Angemessenheit, Annehmlichkeit; von Personen: Gefälligkeit; 
commodchre angemessen einrichten, (meist übertr.) recht zu machen 
suchen, gefällig sein, gewähren, darleihen, Part, als Subst. com- 
modä-iu-m n. Darlehn, Darlehnsgeschäft (Dig.), commodä-tor m. 
Darleiher (Dig.), comm^odä'ti-ö(n) f. das Darleihen (App.); Commodi- 
änU'S Christi. Dichter im 6. Jahrii. n. Chr. 

1) B. Gl. 298a. — Corssen L 431 f.; B. 618. — C. E. 328. 834. — 
F. W. 161 ff. 882 f; P. Spr. 860. — 2) C. E. 829. — Anders Zeyss KZ. 



— 657 — 

XX. 121: W. ma tuten , ma-r nehmen (noch im Albanesischen erhalten) 

— l^aQ'^. — 3) Vgl. noch Bogge KZ. XX. 47. — 4) PW. III. 87: (Jämi- 
tra (ms dem griech. diäfuxQov), in der Astronomie das 7. Hans. — 

5) IL M. YorL 1. 6. 347 s=i Landmessnng. f^Die Geometrie begann, wie 
ihr Name besengt, mit der Ansmessung der Aecker oder Gärten.** — 

6) B. GL 1. c. — Clemm St VIII. 80. — Düntzer KZ. XII. 26. — Savels- 
beig Qu. lex. p. 49 f. — Zn fta, fiifiaa (a intens.): Döderlein; Goebcl 
KoY. q|ii. Hom. pag. 8. — Pape W. (nach Boettcher spicil. Hom. p. 13): 
Ton MoroF Charpie? — Ameis-Hentze ad II. 4. 440 übersetzt: rastlos; 
Seh. W. 8. V.: unersättlich. — 7) PW. V. 699: tnätdr von 8) tnä (messen 
Q. 8. w.) Bildnerin d. i. des Kindes im Matterleibe, Matter; vgl. Anm. 1 
m pa pag. 450. — C. E. 335: W. ma messen, vgl. rnätar m. Messer im 
Bigreda. „Doch Hesse sich anch an die Geschäfte der znmessenden 
fibuisfrui denken.*' — Dagegen DQntzer KZ. XVI. 29: jua die Nährende 
(ßttßäüd'ai^ fuifk(til, firiTTjo); mätar im Bigvcda wird ein von Skr. mätar, 
riviQ ganz verschiedenes Wort sein. — F. W. 152: „Wirkerin**. — 
Qerland KZ. XXI. 372 f. : das Suffix -tar bezeichnet nur überhaupt Per- 
ion, Mensch, und ist als schärfer bezeichnender Zusatz erst in späterer 
Sprachperiode angetreten. — M. M. Vorl. II. 231: Wurzel mä, Ableitungs- 
endmig tar (im Sanskrit, Griech., Latein, Deutschen, Slavischen und 
Celtiflchen), um den ursprüngl. Begriff der genitrix auszudrücken. — 
Sehweizer-Sidler KZ. XIX. 155: „d^ mätar, mater, mtwtar die 'Bild- 
nerin' bedeuten könne, obgleich auch die 'Ordnerin, Wirkerin, Wal- 
fterin' nicht durch die Etymologie ausgeschlossen sind, das ist ausser 
Zweifel". — 8) Schweizer-Sidler KZ. III. 364 (mit Bopp): Skr. -vja Zu- 
ounmenrückung von v-ja und -t; oder -u durch Umstellung entstanden; 
also: bhräturja, bhrätruja »- bhratrvja, ebenso natoviog^ ftTjzQvid. — 
9) C. E. 628 (vgl. Ti'Xäv, Zi-avtpog). — Spiegel KZ. XXIII. 189. — P. 
W. 153. 1065: mi tauschen, wechseln, aus ma. — 10) Dagegen Stier 
KZ. XL 138. 1): in lat. mammontB, gr. ^i^oi erblicke ich Andeutungen 
eines barbarischen Fremdwortes (türk. maimun, grosser Affe, ngr. fux'ifiö, 
walach. ^a'iikitvtij alban. fiaXfiävi, magy. majom). — 11) Ascoli KZ. XVII. 
264 {na wahrscheinlich = tU). — B. Gl. 295 a. — Brugmau St. IV. 87. 

— Corssen L 432. — Curtius E. 334; KZ. VI. 86; St. II. 173. — F. W. 
153. 382. — Kuhn KZ. IL 261. — Meister St. IV. 383 f. — G. Meyer 
8t V. 88. — L. Meyer KZ. V. 373. — Misteli KZ. XIX. 113. — M. M. 
VorL I. 6: „der Mond, dieser goldene Weiser auf dem dunkeln Ziffer- 
blatte des Himmels, wurde von den Urvätern der arischen Völker der 
Messer, der Zeitmesser genannt; denn die Zeit wurde schon lange nach 
Nächten und Monden und Wintern gemessen, ehe man sie nach Tagen 
und Sonnen und J^ren berechnete". — Pott KZ. VII. 100. — J. Schmidt 
KZ. XXIIL 838. — 12) C. E. 242. 509. — F. W. 386. 481 ; F. Spr. 350. 

— Pott KZ. VI. 104 ff. — Weber KZ. X. 243. — Lottner KZ. VII. 175. 
63): med sinnen, sorgen, herrschen. — Ludwig KZ. X. 443 ff.: math. — 
Seh. W. s. V. — 13) C. V. I. 224. 8). 386. 14). 375. — 14) Misteli KZ. 
XIX. 118. — 15) C. E. 242: vielleicht heisst auch (isa-zo-g voll, eigentl. 
wohlgemessen. — Seh. W. s. v. ähnlich: verwandt mit (lixQOv, ei^. ge- 
messen, vollgemessen. — Anders F.W. 145. 477: mad schwellen, triefen; 
lUO'XO-g voll =■ mat-tU'8 betrunken. — 16) Fick KZ. XXII. 99. — 
17) Schaper KZ. XXII. 518: «vxi- wohl statt «vxo-, von welchem Acy. 
nur das neutr. pl. nvna als Adverb, vorkommt. — 18) Corssen I. 431; 
KZ. UL 300. — C. E. 329. — Dagegen Zeyss KZ. XX. 121: ma-n tasten, 
nach etwas greifen. Corssen's Erklärung als „messende" zu unnatürlich, 
als dass sie einer Widerlegung bedürfte (?). — 19) F. Spr. 353; W. 385. 
481: tnal malmen: mcd-ja = mal-eu-s {?). — ß. Gl. 289b: mard cotite- 
rere, e mard-eus. Ebenso M. M. Vorl. II. 360: „wahrscheinlich". — 

yaniiek, etjrm. WGrterbnch. 42 



— 658 — 

20) Corssen II. 299. 366. 600; KZ. III. 278 f. — Br^al KZ. XVIII. 456: 
fifiov = (meios, mios) tnis: ni-mis nicht wenig, viel, daraus „zu viel", 
vgl. ayav. Dazu Clemm St. VIII. 80: nescio an iisiov ad eandeni radi- 
cetn referendum sit, — Kuhn KZ. VIII. 79: iwä, Part. Fut. Pass. meja = 
mio, das nicht zu messende, ohne Maass. — 21) Corssen 1. c; KZ. XX. 
84. — F. W. 383. — Dagegen B. 61. 281a: manh crescere; fortaase a 
crescendo dictum. — 22) F. W. 478: zu mä denken, meinen; mäno gut: 
mü-nu-8, im-mäni-s nicht geheuer; d-fisv-lcovy dfisivcov. Zu mänu-8 stellt 
diisivatv auch Walter KZ. XII. 383*; Seh. W. jedoch zu amoenur-s. — 
Zu mäne vgl. Klotz W. s. v.; femer Corssen KZ. XVI. 304 (gegen 
Bücheier): mindestens unerwiesen ist die Annahme, dass mane und sane 
locativische , nicht ablativ. Adverbien seien. — 23) Ascoli KZ. XVII. 
274 f.: magh, mah gross sein: (Mafi-nes =^) Mänes „die grossen^' (^gl- 
Grossvater, grand-phre, Skr. pitä-nwhd-s); zweifelnd ibd. pg. 334*). — 
Kuhn KZ. II. 73: mard welken: manes die hiugewelkten , die guten. — 
24) Klotz W. s. V. „Nach Einigen von magniis s. Döderlein 1, 46. 3, 222. 
6, 166, nach Creuzer von mänus, quod manibus tractari non polest, von 
Anderen mit ififiavrjg und mit ifüiumanus zusammengestellt; richtiger 
wohl aus dem Altlatein, herzuleiten, wo mantts gut hiess. S. Macrob. 
sat. 1. 3 und besonders SeyfFert zu Cic. am. 14. 60 S. 334. 499". — 
26) Corssen KZ. I. 245: i in pcUrtmus, matrimus gelängter Bindevocal. 
— 26) Vgl. Corssen IL 690. — 27) Corssen II. 684. — 28) Anders Klotz 
W. s. V.: wahrsch. verwandt mit eminere, also das hervorragende, nach 
Anderen, weil er in die Mitte gesetzt wurde, also iiiaa, Varro 1. 1. 4. 26. 
Plut. probl. 63. — 29) Corssen I. 432. — Schweizer KZ. II. 301: viel- 
leicht nur eine mit s erweiterte Wurzelform (dagegen L. Meyer KZ. V. 
370: ^Suffix -as, doch männlich). — B. Gl. 434b: smar fneminisse, nie- 
morein esse, — Ebel KZ. V. 364 und Pott E. F. I. 136. 301: mä gehen, 
meare. — 30) Corssen 1. c. und F. W. 482. — Dagegen C. E. 340: zu 
fiGo-^o-^, mö-rti'S, Thor, Narr. — 31) Corssen KZ. aVI. 306. 



2) MA, MA-N meinen, denken: l) strebend denken, trach- 
ten; 2) erregt denken, in Gedanken versunken sein: a) begeistert 
sein, rasend sein, grollen, b) rein negativ gefasst: bleiben (im 
Gräkoitalischen); 3) gedenken, sich erinnern; causativ: malmen 
(C. E. 313). — Skr. man^ mnd l) meinen, glauben, sich ein- 
bilden, sich vorstellen, vermuthen, 2) halten für Etwas, 3) sich 
halten für, gehalten werden, gelten, 4) meinen == für gut finden, 
billigen, 5) denken an = mit Sinn und Herz zugewandt sein, 
ehren, schätzen, 6) im Sinne haben, wollen, wünschen, 7) ge- 
denken, erwähnen, erdenken, ersinnen, 8) wahrnehmen, inne werden, 
erkennen, wissen, begreifen, 9) zudenken = schenken, verehren 
(PW. V. 508. 930). 

ma. 

^d. — |Li^-|Lia-a (ep. Perf. mit Präsensbed.) trachten, begehren, 
heftig verlangen; anstürmen, losgehen, eilen (hievon bei Homer: 
2. D. fii-jLia-Tov, PI. 1. fii-fia-(Aev ^ 2. (li-fia-re^ 3. (le-fid-aai^ Imper. 
fu-fid-rto; Part, fis-fia-tog [fu-fiä-tig II. 16. 764], f. -vta^ Gen. (lefia- 
m-og^ Part, oft als Adj.: eilig, begierig, eifrig, hastig, PI. regelm. 



— 659 — 

^'lüi-^-igj -€; Plusqu. 3. PL fä-fia-aav)^). — juai-jid-iJü (vgl. öai- 
dttUcD, fBai-ytaXlto) poet., heftig streben, verlangen, toben {ogi- 
ystfditt, im^iutö^ai Lex.) (Apr. fial-firi-aa; oft in den epischen 
Formen ^ifumOi^ (iai(imm<Sa st. fiainmoi, fiaifmCa; otvct-fiai'-fia'Bi 
IL 20. 490; (iai-fuiovxa Herod. im or. 8. 77/). — Particip -jiid- 
TO-c: auTd-|Lia-TO-c aus eigener Bewegung, von selbst strebend, 
wirkend; freiwillig, willkürlich, von selbst wachsend; von selbst, 
ohne sichtliche Veranlassung geschehend, zufällig, daher d-avarog 
am. natürlicher Tod (Gegens. öiöcanov xal i^ iitifuXElag Plat. Prot 
323. c)'); xa ovrofutta sich selbst bewegende Maschinen, Auto- 
maten (in dieser Bedeutung vgl. IL 18. 376 die wunderbaren Drei- 
f&sse deä Hephaistos, die sich selbst bewegten; &av(ia I8ia&ai)-^ 
Adv. cmo-fuitmg (-furr-f/, -/ Nonn. D. 4. 153) von selbst, frei- 
willig, zufllllig, ainoiuxT'la f. Zufallsgöttin (Plut. Timol. 36), orvro- 
fun-tito ans eigenem Antrieb thun, zufällig sein, avtOfiari-a-fjLo-g m. 
das freiwillige Thun, ZufalL — (Subst. *iia-TO'g das Suchen, For- 
schen) |LidTTi-)üii, )LiaT^-u), |LiaT-eu-iw suchen, aufsuchen, forschen, 
streben (Hom. nur (iarBvao(Uv II. 14. 110), (furrry-rrf^) fux-xi^Q 
{vflif-og) m. Nachforscher, Aufspürer (Hes.), funn^^-ev-cö = (icctbv(o 
(Hes.); (un-og {ovg) n. das Suchen, Forschen (Hippokr. bei Galen.). 
— M<i-TTi, iLiaT-ittj ion. -ir|, f. vergebliches Bemühen, fruchtloser 
Versuch (Od. 10. 79); Fehltritt, Verschuldung, Unbesonnenheit 
(Ap. Bhod.); Acc als Adv. |LidTTi-v vergeblich, umsonst, ohne Er- 
folg; lueta-a vergeblich thun d. h. fehlen; es an sich fehlen lassen 
= unihStig sein, zaudern (Hom. nur Aor. i-fiarri-aev und Conj. 
3. D. fum^cnov D. 5. 233); |LidTa-io-c vergeblich, eitel, nichtig, 
leichtfertig, thÖricht, furrato-tij-g (ri^t-og), fiaraiO'Cvvri f. Eitelkeit 
o. s. w., [uetaio-m vereiteln, Med. thö rieht handeln; fiard-^fa^ fia- 
väuc'f^mj fMXTcet'io) thÖricht handeln, sein, fiara'L-a-fw-g m. thörichte 
Handlung (8p.); lueta-ßo-gj fuctxaßog' ficDQog (Hes.)*). — Mal-fux- 
lo-gy davon MaiiAaUSri-g m. Sohn des Maimalos, Peisandros (IL 
16. 194); Ml'fuc-g (Mi'fux-vr-og^ vgL yt-ya-g^ yl-yot-vx-og pag. 186) 
ein Kentaur (Hes. Sc! 186); Sohn der Theano (Ap. Rhod. 2. 105); 
M(-fax-iUlav-£g? f. Bakchantinen (Jiovvaov Ar^val te xal Svtai %al 
MiftaXlovsg xal NatÖBg nal NvfupuL -TtQogayoQBVfUvat Strabo 10. 
468)*). — {Ma-nu: Urahn der indoeurop. Völker = Mann, Mensch, 
Denker, Sinner, vgL Skr. md-nu-s Mensch, Mann) Mi-vu-c, MivO-a-c 
(gesellt dem Oliyv-gj OXiyv-a-g) Sohn des Chryses und der Chryso- 
geneia, Enkel des Poseidon, von welchem die Mivvat^ ein äolischer 
Volksstamm, der unter Mtvvag aus Thessalien in das nördl. Böotien 
einwanderte, den Namen erhielt (die Hauptstadt des mächtigen 
Beiches der Minyer war Orchomenos); Mi-viw-c (Gen. Mlv(o-og^ 
Acc. M/voo-of, Mlvm Hom., bei Herod. Att. Gen. Mlvto^ Dat. M/vw, 
Acc. Mlv<o-Vj Mivta) Sohn des Zeus und der Europa, König in 
Kreta, weiser Herrscher und Gesetzgeber, auch in der Schatten- 

42* 



— 660 — 

weit richtender König, in der späteren Sage Todtenrichter (vgl. 
Mannurs; Tac. Germ. 2 celebrant Tuisconetn deum terra edÜimi, 
et filium Mannum, originem gentis conditoresque; s. Grimm's Rechts- 
alterth. pg. 303)^). 

|Liö, |LiTi. — jULTJ-Ti-c (Gen. -Tt-og, att. -Ttd-og, Dat. ep. ^it^-xi 
st. fn^xi-i^ Acc, fi^-Ti-v) f. Klugheit, Verstand, Einsicht; Ratli, 
Rathschluss, Anschlagt); urirl-e-xa m. episch (statt (uxii-rri-g^ nur 
bei Gramm.) Berather, berathend (nur im Nom. Voc. vor Zsvg 
und Zev und stets als Yersschluss bei Hom. und Hesiod)^); fiiixi- 
o-ei-g reich an klugem Bath (^a^fuxxa (irixwevxa Od. 4. 227 reich 
an Rath, wirksam; quae tamqunm ad omnes res homimbus con- 
sümm atixüiumgue praebeantf Goebel de epith. p. 38); juiiiTi-dui 
(Homer und dann spät. Dichter) einen Beschluss, Rai^schluss 
fassen, beschliessen, klug ersinnen, erdenken. Med. bei sich be- 
schliessen (Hom. nur Präs. 3. PL fAtixiooxsi^ Part, fitixcofaca, (iij- 
xiocavxij firixiocavxsg j 2. P. PL Med. fAfjxucaa^e ^ Inf. firixucaa^ai^ 
Impf. 3. PL fii^iocovTo) ; |uiiiTi-o-|uiai episch = fATfcuxca (Hom. Fut. 
firitt-Co-fiai ^ Aor. Opt. fir}xi-Cccl(iriVj Inf. fitixl-aaöd-aL)'^ fi}^xl-fia(x)j 
(Afjx'Og n. == fiiixi^ (Hes.).^ — -|lii1-tii-c , -|uiti-ti-c: ayxvko-fi'qxfig 
krumme, d. i. heimliche Anschläge fassend ^ krummsinnig (Welcker 
GötterL p. 265), verschlagen, Beiwort des Kronos (ckoXicc ßov- 
XBv6(Uvog Lex.), des Prometheus (Hes. 0. 48); öoko-fi'nxfig imd SoXo- 
fiflxL-g voll listiger Anschläge, verschlagen, schlau;, oder auch: auf 
List sinnend (Hom. die 1. Form nur im Voc. Zbv doXofirixa IL 1. 
540); TCoXv'firixi^ (noXv-iirixrig Sp.) reich an Rath, sehr klug, sehr 
weise (gew. Beiwort des Odysseus). 

jLiU) (Nebenform) streben, erstreben, begehren, suchen^): fici- 
fu&a' ^rixovfiev (Hes.), fito-fiivov (Soph. 0. C. 836), fioa-fiivri (id. 
Trach. 1136, fitofäva Aesch. Ch. 40. 441 D.), fm-a&oii (Theogn. 
769), Impt. fiüi-ao, vtilg. fMo-eo (Epicharm bei Xenoph. Mem. 2. 1. 20: 
(0 novriqij firi xa fuxXccfia fmCo^ (irj xcc ökXi^q^ Hv^)' 

man. 

|Lidv. — )Liav-ia f. heftige Gemüthsaufreguiig, Manie = Raserei, 
Wahnsinn, Verzückung, Begeisterung; {fiav-jo-fiai) )Liaivo-)Liai in 
heftiger Gemüthsaufregung sein, rasen, unsinnig sein, wüthen, ver- 
zückt sein, begeistert sein, schwärmen (Fut. fiavov-fiai^ Perf. fU- 
tirjv-a mit Präsensbed., vom St. ftave: fiS'iAavti-fjLai, Theokr. 10. 31, 
Aor. i-fidv-fi-v; Hom. nur Präs. und Imperf.; das Act. fialva rasend 
machen im Präs. erst spät, doch Aor. S-firive schon Eur., Aristoph., 
Xen.)^®); iiavi-ico-g zur Raserei u. s. w. geh., rasend, unsinnig; 
fiavt-a-g (aö-og) rasend, wüthend (Soph., Eur. und spät. Dichter), 
fjuxpi-fSöfig wie rasend, unsinnig; jiiaiv-d-c (dö-og) f. die Rasende, 
Verzückte, bakchisch Begeisterte, Bakchantin, Mänade (Hom. nur 
IL 22. 460; h. Cer. 387); fiatvoXrig, fiaivoXto-g rasend, verzückt, 
begeistert, Bein, des Bakchos, fiaivoXi-g (td-og) f. (ßuivoiav fiai- 



— 661 - 

vohv Aesch. SuppL 106 D.); -jiiav-iic: yvvai-j yvvoiixO'fAoivi]g weiber- 
toll**), ix-(ietvi^g sehr rasend, wüthend, Xvaao-(ictvi^g rasend toll. 
— fidv-Ti-c {ti'iogj ion, xi-og) m. der Verzückte, von Gott Be- 
geisterte = Seher, Prophet, Weissager, (lavti-iw-g zum Weissager 
geh., prophetisch (^ /ü,, erg. xi%vri^ W.kanst), (Aavxo-avvr} f. Seher- 
konst, lunno-dwo-g vom Oracel ausgebend (Eur.), fiaw-wSrig von 
{»rophet Art (Nonn.); |LiavT-€i3-o-|Liai weissagen, prophezeien, das 
Oracel befragen, (überhaupt) vermuthen, ^vrev-ro-g geweissagt, 
ftovrevT-ixa-g zum W. geh., geschickt, (iccvzBV't'q'g m. = fiavng 
(Heliod. 9. l), (juivxav-(juie(x) n. Oracel, Weissagung; fi«vre(/)-ro-j, 
ion. furvnf-ib-g, zum Oracel geh., prophetisch, als Subst. n. = juav- 
nvfiaj auch Oracelsitz, als Subst. f. ^vrela das Weissagen, die Gabe 
der Prophezeiung, die Weissagung selbst, Vermuthimg. — aXevQo- 
futvti^g aus od. mittels Mehl weissagend, ebenso: iXtpixO"^ aaxBQO"^ 
ttitrQayal6-j yvQO-^ ^%^o-, xocTXivo-, Aexcrvo-, Xißavo-^ vengo-j oltovo-^ 
0¥ng6-j oqvio-^ CtpovdvXo-^ xvqo-j vöqo-^ <paQ(ia7i6', %Biq6'^ i\)V'i6- 
futvtig'^ aguno-funnig bester Seher (^Xivog Soph. Phil. 1338 D.); 
dco-^vTig durch eine Gottheit weissagend (Plat. Apol. 22. c. Men. 
99. c); ^^-fiavtig mit dem Geiste w. (Aesch. Pers. 224 D.), 
latQo-futvxig Arzt und Weissager (id. Eum. 62. Suppl. 263 D.), 
»axo'iunnig Unglücksprophet (id. und Apoll. Rh.), nQmro-^vrig 
erste Weissagerin (r^v tcq. Fatav Aesdh. Eum. 2), a€(iv6--(jutwig 
ehrwürdiger W. (Soph. 0. R. 556 D.), cxQccxo-fjuitvng W. des Heeres 
(Aesch. Ag. 122 D.), vero-fAavTig Regenprophet (Euphor. fr. 65), 
qfivaxo'iicnnig betrügerischer Prophet (Nicet.)*^). 

jLiev, jLiov. — jui^v-oc (B-og) n. [vgl. Skr. män-as n. als weite 
Bezeichnung für geistiges Vermögen, sowohl das Empfinden und 
Vorstellen als das Wollen einschliessend : a) Denken, Vorstellen, 
Verstand, Geist, b) das Erdenken, Ersinnen, Nachdenken, c) Wunsch, 
Wille, Geneigtheit, d) Lust, Verlangen, Streben, Trieb, e) Ge- 
sinnung, Stimmung, PW. V. 518 ff.] Streben, Drang, d^r stre- 
bende Muth, Ungestüm, Wildheit, bes. Eriegsmuth, Kampfmuth; 
Strebekraft «=3 Lebenskraft^ überhaupt: Kraft, Stärke; auch von Leb- 
losem: Kraft, Macht, Gewalt (selten in Prosa). ^ev-Tjc: a-iuvrig 

schwach (^ygaut Eur. Suppl. 1116), Svg-^uvrig bösgesinnt, feind- 
selig, feindlich, Bv-yiBviqg gutgesinnt, wohlwollend, gnädig, vitBq- 
fuvrig über-mächtig, -gewaltig u. s. w.; ^Avögo-fiivrig Aihener und 
Makedonier bei Arrian^'); {-(juvsö-ia-) -fiivB-ia f.: övg-fiivBia feind- 
selige Gesinnung, Feindschaft, Bv-fjUvaia wohlwollende Gesinnung, 
Freundlichkeit; (a-^v[f<j]-t/vo) (i-|Li€V-r)v6-c ohne Kraft, kraftlos, 
schwach, ohnmächtige^), davon afuvrjvow kraftlos, unwirksam 
machen (ifUvqvmCBv öi ot alx(iriv II. 13. 562, dazu Lex. acd-Bvrj 
iwUfioiv). — {^vB6'Civ-jm) iLieve-aiviu (Hom. und einzelne spät. 
Dicht.) heftig verlangen, wollen, trachten, streben, begehren, zür- 
nen, grollen (Aor. luvBr^vci^Bv II. 19. 58. Od. 4. 282); (juvBO-ivri^ 



- 662 -^ 

(uvoc-ivri) (uvoi-vi^ (spät. Dichter) f. heftiger Trieb, Verlangen, 
Bestreben (nQo^vfUa Suid.), |Li€VOivd-iw (poet.) im Sinne haben, 
gedenken, Überdenken, wünschen, wollen (episch: fuvoivcicD IL 
13. 79, ion. fievoivioa II. 12. 59, 3. S. ep. fuvotvda II. 19. 164; 
eigenth. Oonj. fuvoivririöi IL 15. 82; Aor. i-fuvolvri'Ccr)'^ fiEvoLVTjg' 
TtQodvfiog, (pQovTicxrig (Hes.). — Mev-Tr|-c m. Heerführer der Ki- 
konen (IL 17. 73); König der Taphier, Gastfreund des Odysseus, 
unter dessen Gestalt Athene zu Telemachos kam (Od. 1, 105. 
180); M^v-Tiup (xoQ-og) = mon-t-tor^ m. Vater des Imbrios (IL 
13. 171); Sohn des Alkinoos, Freund des Odysseus, unter dessen 
Gestalt Athene mit Telemachos nach Pylos geht und dem Od. im 
Kampf gegen die Freier hilft. — (poet. ion.) Perf. |Li^-|Liov-a (mit 
Präsensbed.) streben, trachten, gedenken, wollen (Herod. nur 6. 84 : 
fUfiovivat, fiifiova: fiifiaaCi == yiyova: yeyaaCi)^^), — {jibv-^lov = 
fAifi'VOv [ov'Og] = og (Ufiove) Mifivav Sohn des Tithonos und 
der Eos, König der Aethiopen; 'ATa-|Li^|Livu)V (og Syav (liiiove = 
der Hochstrebende, Hochgesinnte) Sohn des Atreus, König von 
Mykenä und des nachmaligen Achaia bis Helike, der mächtigste 
unter den griech. Königen vor Troia und oberster Feldherr'^, 
&Qaav'[iifJi,vG)v (og ^gaciag (UfAOVB = kühn anstürmend, Bein, des 
Herakles, IL 5. 639. Od. 11. 267). — Moö-ca (dor. Mmca, lak. 
Mmij ftoL Moiaa) f. die Muse = die Sinnende, Ersinnende, Sehe- 
rin, Göttin des Gesanges, der Dichtkunst u. s. w.") (die Zahl 9 
bei Hom. erst Od. 24. 60, doch die Namen nennt zuerst Hes. 
Th. 76); appeUativ: Gesang, Lied, Kunst und Wissenschaft, feine 
Bildung; (lova-sio-g von den Musen; (lova-ixo-g die M., Musen- 
künste botreffend (ij fuyvöMf} Musenkunst, bes. Tonkunst, Musik, 
fiovaiKog ävrJQ der sich auf Musenkünste versteht, Tonkünstler, 
Dichter, Ggs. Sfiovöog)*^ fiovOtx-ev-o-fAai (fiova-ii<o^ dor. -ArdcD, lak. 
SoL -Idöm) ein Instrument spielen, singen; fiovco-to in den Musen- 
künsten erziehen, bilden (Sgyov (Ufiovacafiivov von musivischer 
Arbeit, Mosaik, Sex. Emp.); (wvaeioio mit Musivarbeit belegen 
(Sp.), (lovösioi-ai-g f. das Belegen mit M. (Sp.); (lovcs-to-v n. Musen- 
tempel, -sitz, -ort (spät: fiovasiov = opus musivum^ Mosaik). 

|Li^v-uj sich besinnen, warten, harren, verharren, bleiben, ver- 
bleiben, weilen, verweilen; trans. erwarten (vgl. manere aligucm), 
bes. den andringenden Feind, bestehen, aushalten (Iterat. fUv-e- 
ax-ov ü. 19. 42, Fut. ficvco, ion. fuvinDj Aor. S-(ULva^ ep. futva; 
St. fAevBi Perf. (u-(iivri-Kcc)\ {(u-iuv-ta) |lii-|liv-uj poet. und ion. = 
(jUvod (nur Präs. und Imperf., Part, (ufivovr-saai, IL 2. 296); (Ufivd'^(o 
poet. Nbf. zu fUvat (IL 2, 392. 10, 549 und spät. Dichter) *^|; 
Verbaladj. fieve-to-g bleibend, wartend, fiBva-tio-v (Xen. Plat.), 
später fuvri-Tio'V (Lob. Phryn. 446), fievit-iKO-g zum Bleiben geneigt 
(M. Ant. 1. 16). — |Li6v-i-|Lio-c bleibend, ausharrend, treu ((i, ScrQcc 
Fixsterne), fiov^M-xri-g (iipr-og) f. Dauer, Beharrlichkeit, Treue (Sp.); 



— 663 — 

M€|LiV-uiV {(nf-og)' ovog (Hes.), bezeichnet das Schlage duldende, 
indolente Thier (vgL II. 11. 558 tag 8^ or ovog naq' Sqovquv 
liv ißifjocno Tcaidag va&i^g^ fp dfi noXka Ttegl QonaX^ a^lg idyrjY^), 
— M€V-: (Uv-alxfAi^g^ 'iyXV^ ^©J^ Kampf bestehend; ^€V€-: fuva- 
di}io-g den Feind ausharrend, bestehend = standhaft, muthig, 
stä^itbar (IL 12, 247. 13, 228), ähnlich: fUvi-SovTtog^ -Kxvnog^ 
'^^log^ -^tfolifiog^ -(pvlontg^ '%aQfji,7}g^ -%aQfiog; Hiv-aiifiog, Mbv- 
ibuig, 'oXxlSagj Mlv-avdqog^ MsV'aQrjg; Msvi-örmog^ Meve-Kkelörig^ 
MivS'xXiigj MBve-x^rig^ Mev^-Xäoc Sohn des Atreus, König zu 
Lakedämon, Bruder des Agamemnon, Gemal der Helena u. s. w.^); 
naff-fuv'lSri'g Philosoph aus Elea (um 500 v. Chr.), IlaQ-fiev-i-g 
(IS-og) f. Frauenname, TLctq^uv-iano-g^ Uaq^v-oiv (ovr-og), IlaQfiev- 
Irmv (wv-og) berühmter Feldherr Philipps und Alexanders von 
Makedonien. 

mail-d zögern, weilen, stillstehen; trans. hemmen. — 
Skr. madf mand zögern, zuwarten, stillstehen CPW. V. 471)^^). 

^dvb-pa f. (Ort zum Weilen ==) Htlrde, Stall (cr^xot ßo^v 
im UC3U0V Hes.); (später) das Kloster; ^avÖQ'Bv-to in einen Stall ein- 
sperren; (später) in ein Kloster thun; fiavÖQev-fia{x) n. = fiavöga 
(Dion. HaL 1. 79); iQxi-iiavÖQl-r7}-g m. Archimandrit, Klostervor- 
stand, Abt. — |Lidvb-aXo-c m. Hemnmiss = Riegel (Artemid. 
11. 10), (juxvdako-G) den R. vorschieben (Hes.), fuxvdaXoa-rO'g ver- 
riegelt (PhoL) -{g>lkri(uc fi. ein wollüstiger Kuss, bei dem die Zunge 
eingesteckt wird, Aristoph. Thesm. 132). 

juiTiv. — |uifiv-i-c (t-og, Sp. -iS-og) [vgl. Skr. man-jü-s m. f. 
Muth, Sinn; heftiger Muth, Eifer, Unmuth, Zorn, Grimm, Wuth; 
Herzeleid, Kummer, Betrübniss, PW. V. 557] f. dauernder Zorn, 
Groll (xorog nolv^goviog Arist., 7} imfiivovaa o^yt/ Apollon.); |LHivi-iJU 
fortdauernd zürnen, im Zorn beharren, grollen (Fut. fitivl-aca^ Aor. 
firfvi-aa-g IL. 5. 178, Präs. Imperf. f, doch (i7]vlsv in der Arsis 
IL 2. 769; (itiviocoöiv Apoll. Rh. 2. 247)^^), firivi-rri-g m. der Zür- 
nende (Arr. Epikt. 4. 5. 18), firjvi-^-fw-g m. das Zürnen, Grollen 
(11. 16, 62. 202. 282), firivl-tuc{r) n. Ursache zum Zorn, Groll, 
(iiqvi-(S-iia{x) n. id. (Man. 4. 556). — St. ^t^v-u: |litiv-0-iü anzeigen, 
verrathen, angeben (y im Fut. und Aor., bei Att. auch im Präs. 
Imperf.; Hom. v, doch v vor langer Sylbe), ^rivv-r-Mo-g anzeigend, 
verrätherisch , fw^vü-rij-g, -rtj^ (xiJQ-og), firjw-taiQ {roQ-og) m. An- 
zeiger, Angeber, firjvv-ai-g f., fif}vv-(ia{r) n. Anzeige, Angabe, fiijvv- 
XQO'V n. Lohn für die Anzeige (h. Merc. 264. 364), der auf die 
Entdeckung eines Verbrechens gesetzte Preis. 

mna. 

jLiva — |jVd-o-|Liai 1) gedenken, s. pg. 664 jut-juvrj-tfx-o) ; 2) freien, 
werben, sich bewerben (Hom. nur Präs. und Imperf. (iva-tai^ (ivm- 
vrai, (iva-ö^ai^ fivci-^uvo-g^ ^va-tfOw, Impf. 1. PI. fAvci-fud"^ ; fer- 
ner: 2. PL fivofor, Inf. fiva-aöd'at^j Impf. 3. PI. fivoo-ovro, Pai't. f^vdo- 



^ 



- 664 — 

luvog: Iterat. iivü-ax-fio Od. 20. 290)**). — (•ftv-iv-w) nv£('F)-ia 
f. Erinnerung, OedächtniBH (^ fioiait Flut, Syinp. 9. 14. l). — 
yflVtj-fivo-s (b. unten a/ffip-jit^-tij-g) ein tiricehe (II. 11. 303). 

(ivri**). — Ml-MVrj-CK-uj, äol, fu-iiva-i-exta (Ahreng aeol. p. 96; 
vgL &vtt4-axa, «w-Z-oxm | ( f(vtJ-ffK-o-|iioi Atiakr. Antb. 16), Äotiv: 
erinnern, mahnen; Med. aich erinnerii, gedenken, eingedenk »ein, 
mOndUeh gedenken, ei-wähnen, in Erinnerung bringen (Hom. vom 
Präs. Act. nur Imperat. (ilfivtiOii Od, 14. 169, Fut. py^-au; Med. 
fUfiv^en'O-Htit, dafür Hom. jUi/n'-o-fieri t>. {mg. ti63, Fiit. fttf^-eo-fun, 
Fut. 3. lU'iitvij-eo-iiirt werde eingedenk bleiben, Fut. Pose, ^i^- 
ff-9-)]-00fitti, Aor. Paas. Inf. nvrjaQrjvai Od. 4. 118; Aor. i-ix,vr\-9i- 
ftiiv, dazu Iter. ^vtifftf-ox-ETo IL 11. 565; Perf. fii-uvri-f/ttu mit 
PrSsensbed., memJni, erinnere mich, bin eingedenk, 2. Sg. fU-nvif 
etit und ^-fivti-Mi, Opt. iw-fivp'-fitjv II. Att., selten ^-^v9>-fti]v statt 
des ion. fwpvt^fiijv, dazu (icfiviiaTo 11. 23. 3G1, daneben fU-^Lvol- 
fifjv, S. Sg. fii-fivoiD Xen. An. 1. 7. 5, Coiy. fii-fivat-jtttt, Iin|ier. /U- 
fiMi'Oo, ion. auch ixi-nve-o Herod., Plusqn. 3. PI. i-nt-nvi-tno ion. 
attttt i-fJ-fitftj-vxo Herod.). ■ — MVii-c-Ti-c (ri-os) f. das Gedenkeit, 
das sich Erinnern (Hom. nur Od. 13. 280). ^ pVTi-C-TUtp (lOf-oj) 
eingedenk (Aeech. Öept 163), — MVr|-t"l 1- Erinnerung, Ged&cht- 
nisB, Erwähnung, Andenken. — nvri-nad) n. Andtnken, Erinne- 
rungszeichen, Denkmal, Demin. fti^^urt-io-i' n. (Ath. II. 472. e), 
fivtjfifKt'l'Trj-g iöyog Gedächtnissrede (Suid. Eust); (* (ivtiiuvio) iivt)- 
fui/^-io-v, ion. poet. ^vi]^^'-tb-v, n. = fivijua; auch: Erinnerung 
in Bezug auf die Zukimft. — ^VT|-)iLUV (-fiov-os) eingedenk, sieb 
erinnernd, (ivjjfiov-tJiö-; ein gutes Oedttcbtniss habend (Ggs. in^' 
il^'<l|iMov); )iVn)JO-CÜvr| (poet.) f. Eingedenksoin, Erinnerung (in Prosa 
erst 8p.), MvfjjM'Ovvij f. Tochter des Uranos, Mutter der Husen 
Tfom ZeuB (Hes. Theog.), ntn^fiöavvo-g das Andenken erhaltend, 
in'a Gedächtniss rufeud; nvilnov-eü-uJ sich erinnern, eingedenk sein, 
erwKfanen, erzBhlen, n>t](iovev-t6-i dessen man sich erinnert, er- 
wähnt (Aristot.), (iifJi(iovcvT-ixö-s •= fivr]fu>vixög , zum Krinnem geb^ 
fivtjiiövtV'iia{t) n. Erinnerung (Aristot. Luc). ^ ^Vl^-Cl: nvijoi-xaxia 
eingedenk sein des erlittenen Bösen oder Unrechtes, bes. bei poli- 
tischen Streitigkeiten, fivt)ai-mifut)v gedenkend des Unglücks, finjffi- 
X«et) ^ ^Jov^ (HeB.^; Mvria-ayögas, -«efTjj. iWvjjV-«pj;o5, -mnoii 
Mvji^l'ßovkos, -ärifiag, &tog-, Mvijei-xi^g u. s. w. — aieu-nvi^-Ti]-c 
(_> qÄio-, V äol. statt o) der itha, des gleichen Antheils g«- 
denkend, Unparteiischer, Kampfrichter, Kampfordner (Od. 8. 258J, 
atav-fivui'T^g (tiJQ-og) id., Herrscher (IL 24, 317)''^). — fi-uvti-c-TO-C 
vergessen (Theokr. IG. 42), öfivijOT^-O) vergessen, -ofwti in Ver- 
gessenheit gerathen, auvriax-la f. das Vergessen, besi des erlittenen 
Unrechts, AmnestJe. — Zu fivä-o-nai freieu, werben: nv>l-C-TiS-C 
lunworben, gefreit Ifivijffi^ üXoxog Hom. eheliche Gattin; ftvtf-<rr^ 
Ap. Sh, 1. 780 = (ivriaxci^ Agath. 5 Braut); ^V^-C-Ttip (nj^os) 



— 679 — 

liyetv, Eust.), fAV^sv-fia(x) bu = (ivdrjfia (Sp.); (AV^-C^-tOj -Ofiat 
(Stxat. 23), (ivciddca lakon. = fiv&sva); fiv^l-xrj-g m. (ftvöiyrif^, 
(Stacimrig Lex.); (Avd'iaiofiai = fAvd-l^ofiat (Babr. praef. 2. 13). — 
-jUiuGo: a-^iv^og ohne Mythen, a-HQito-fivd'og (6 (irj x^/vcov S XiyBi) 
unüberlegt schwatzend, unbesonnener Schwätzer (von Thersites IL 
2. 246, Ameis-Hentze: maassloser Schwftteer, in Bezug auf a-fter^o- 
BTcrjg 212; ovhqoi nicht Unterscheidbares verkündende = nicht zu 
deutende Träume, Od. 19. 360, Ameis: maasslos schwatzend), äXi^^o- 
fiv^og wahr redend (Demokr.), äixo-fiv^og doppelte Rede führend, 
zweizüngig, doXo-fAv^og listig redend, iy-yuctqi'^kv^og Bauchredner 
u. 8. w.; iLiuOo-: itv9o'yqiq>og Fabeln schreibend, fabelhaft be- 
schreibend; yLv^O'Xoyog Fabeln, Götter-, Sagen-geschichten erzäh- 
lend, ^kv^O'XoyUt f. das Erzählen von Fabeln u. s. w., Mythologie, 
Götterlehre, überhaupt: Gespräch, Fabel, ^kv^oXiyyi'ia Fabeln u. s. w. 
erzählen, überhaupt: ausführlich erzählen (mit dem Nebenbegriffe 
des fabelhaften Ausdruckes oder der schwatzhaften Breite); ^iv^o- 
nXttCtrig Fabeln erdichtend, ^nv^o-noiog id. 

ma. 

ma-n. — mOll-6-düla (Plaut. 5. 4. 5, in den Handschr. 
monendd) f. Dohle, Saatkrähe^). 
mi. 

mt-n. — mln-ür-ire (^urrire) ((uv-vQ-Ofiai) zwitschern, girren 
(minurritiones appdlantur avium mmarum cantus, Paul. D. p. 122. 9); 
min-trä-re, min-tri-re pfeifen, quitschen vom Naturlaut der 
Maus (murrire Gloss. Isid.), 

mn. 

mu. — mu = fivj fiv (pag. 678); vgl. non laudare homU 
nem quemguem nee mu facere audet (Lucil. ap. Charis. p. 213); 
mü-tu-m (muitum) n. Muck, Mucks {ygv Gloss. vet.), {*mü-tä-re, 
*mut4a-re) mus-SS-re mucken, mucksen, murmeln, munkeln, leise 
reden (mussare dictum, quod muH non amplius quam mu dicunt 
Enn. ap. Varr. 1. 1. 7. 5. 100), simimen, von den Bienen (fit so- 
nitus mussantque oras et limina circum Verg. G. 4. 188), übertr.: 
in Furcht sein (mussat rcx ipse Latinus^ id. A. 12. 657); Intens. 
mussi'tä-re^ mussitä-tor m. Murmler (Vulg.), mussitä-ti-ö{n) f. das 
Murmeln, mussitä-hundu-s murmelnd (Vet. Gloss.); {*mU'ti-s) mutl-ro 
(mtäiire) = mussare {palam mtitire plebeio piacxdum est Enn. frg. 
376 V.); meckern (von ZiegQU, auct. carm. Philom. 58); = loqui 
(nach Fest. p. 145. 26), muti-ti-ö(n) f. das Mucken, Mucksen (Plaut. 
Amph.). 

mü-g, — müg-lre = fivx-aofiat (pag. 678), mugl-turs {tüs) 
m. das Brüllen, Getöse, mughtor m. Brüller, e-mugcnto {convocanio) 
Paul. D.; Müg-iö(n) m. röm. Bein. 

B. Gl. 298b. — C. E. 337 f. — F. W. 143. 151. 155. 386. 479 f.; 
KZ. XIX. 251 f.; F. Spr. 102. 104. 356. — Fritzsche St VI. 286. — 



— 674 — 

Fest. p. 147. 30: mtldU dinintw- in rr wiliUiri qi4asi 
AceiBB Ann. XX VU; calonrs famuliqtir metrlliqur caculatque. a quo 
gntere liominum C'aecäiaf familiac coptunnen ptifatur dalum); Me- 
UlUt-s, JUeleUa rBm. Männer- und Frauenname in der gens Cofcäia, 
MdcB-itms einen M. betreffend. 

C. E. 323. — F, W, 385. 479; F. Spr. SGt (»gl. ahd. wt^a«, mam, 
ligs. mävan mäJien, mhd. mat, mad-a n. Mabd. uhd. mnil-nri in. MSher). 
- L. Meyür KZ. VIII. 2fi2. — OrthoffKZ. XXlil. 86; W. avt. Korn ein- 
sainmelii. — 1) F. W. 1, c. — C. F. 360: mä niesaen; vgl. mrt-i-ri. 



4) Ml, MI mindern. — Skr. ml l) mindern, aufheben, 
2J verfehlen (die Iticlitung), 3) übertreten, verletzen; vereiteln, 
verändern (PW. V. 764). 

lua. 

ma. — ^e-iuJV, ne-iov {lov-og), fnj-rav der. (Ahrens p, ^63), 
(.'omii., kleiner, geringer (Adv. juiov, jutöv-uig gerin^ifer, weniger); 
poet liftö-xifo-g (Diosc. 17 und einzeln apat. Dichter), Superl. 
futato-g (llicin. 5. 10; (letaroV ikäxiOiov Hes.); peiä-UJ kleiner 
machen, verringern, verkleinem; Med. geringer, aoblechter werden, 
abnehmen'); lutmTo-g verkleinernd, zu verkleinern (Sp,), ä-iultoiog 
unverringert (Sp.), luiiot-im-s zum Verkl. geh., verkleinernd, fulu- 
ffi-C f., iuia-(ia(j) n. das Verringern, Verkleinern. 

ma-fi, — {matt-va-s, fxov-J^o-g) (JÖVO-C, ion. poet. fioGvo-C (so 
nur Homer; vgl. yovfaia, yovvtna), der. ftürog, einzeln, allein, 
einsam, verlasBen^) (Adv. fiövov allein, bloss), iMf6-9cv einzeln, 
allein (Schot. Arat. Pbaen, 7), itovaäijv, futva-Söv id. (Apoll., Nie. 
Th.). — {vmnva-ffha) )iova-xö-c einzeln, bes. allein lebend (daher: 
o itovax6-g MOach, EccI.), Adv. novo-j;j, -joO, 'läg auf Eine Weise, 
allein, nur, iwvaxö-^iv von Einer Seite her, jMvaj^-mö-s den ft. 
betreflend, mönchisch. — ^ov6-u), ion. ep. ftovvo-fa, einzeln machen, 
allein lassen, vereinzeln (Hora, in der Od. die ion., in der II. die 
gewGhnl. Form: Aor. Act. novva-ut, Pass. fiova-&ei-g, fMvvm&ivTit), 
fiovia-t-i)t6-s = |iova^(flS^ i^ovm^ij-g m. der Vereinsamte, fiötita-at-i 
f. das Allein- lassen, -sein, Verlassenheit, Adv. ^lovcD-r^ einzeln, allein; 
(lOlflj'-tij-s (njT-og) f. die Einheit {8p.), das Alleinsein, die Ehe- 
losigkeit (Eccl.); fioM-ftd^? einfürmig, einfach, iinvermiücbt; futv-lu 
f. Einsamkeit, einsames Leben, futv-ia-g m. einsam, juip-iö-g, Ina 
fuivv-to-g, einsam lel>end (über den Accent vgl. Arcad. p. 40). — 
^OV-ä-C (äd-og) Adj. =' fuivos; Subst. f. Einheit, dos Einfache, 
Untheilbaro; das As oder die Eins auf den Würfeln; als L&ngen- 
maasB = Säitnilosi futvaä-ia-tl in Einheiten (Nikom. ar. 2. 81; 
ftovod-iMÖ-g uinfarh, einzeln, einsam; povä-t^m einzeln sein (ff (tavtiq 
favnjv uovüeaaa die mit sich selbst multipticirtn Eins, lainbl.), 



- 681 — 

ohne zu sterben, versetzt wurden (Hes. 0. 173; bei Her. 3. 26 M. 
v^iSog eine Oase in den Sandwüsten Libyens). 

ILiTiK. — )lii)k-oc, dor. ftax-o^, n. Länge, hoher, schlanker Wuchs; 
iurp^o-rq-g f. id. (Galen.); (n^n-taxo-g (Superl. zu ficcK-Qo-g) der 
Iftngste (Adv. (iriKiora aufs Längste, endlich); Mrixiöt-ev-g m. Sohn 
des Talaos (II. 2. 566); Sohn des Echios, Gefährte des Teukros; 
Mtpu^wiri-g m. Sohn des M., Euryalos (II. 6. 28); Mri%iaxov n. 
Stadt in Triphylia; -|litik-€C: ovQavO'^ii/ri%rig himmelhoch, in den 
Himmel ragend (Hom. nur Od. 5. 239 IAoty}); 7t€Qi'nri7irjg sehr 
lang, sehr hoch; (jüeKS<s-xr}Q langgedehnt (wohl richtiger als (Acixi' 
(fr^^, Aesch. Pers. 698 D. (irj xi fiaMaxrJQa (ivd'ov, ikXcc avvxo(Wv 
liyav)', firpiS'davO'g = ^Tuövog (Nonn.); ^t^k-uvu) lang machen, 
ausdehnen, verzögern, verschieben; weitschweifig reden, sein (erg. 
koyov)^ (AtlKvv'X-iKO'g gern verlängernd (Ap. Dysk.), ^tjxv-ö-fAO-g m. 
das Langmachen, Langaussprecheu der Vocale (Eust.). — ^rJK-uJV, 
dor. fAax-mv (jov-og) m. Mohn (von den langen Stengeln), ^lohn- 
kopf (sonst XQ)d£ta)*); (itjudv-io-v (-blov Sex. Emp.) n. Mohnsaft, 
Opium (auch fir^xcov), firiK(ov-t7w-g zum Mohn geh., jut^xcovr-ti^-g m.. 
mohnähnlich, fem. fitiKtovi-xi-g (xiö-og), fLi^xav-t-g (lö-og) f. Mohn- 
lattich ((ütwovlSsg Sqxoi Mohnbrode Alkm. ap. Ath. 3. 41a.); /lii}- 
Tuovo-Hdi^g mohnähnlich (Suid.). 

magh ^). 

juioX. — iLiox-Xö-c m, Hebel, Hebebaum; lange Stange, Pfahl; 
Querbalken^); Demin. (loxX-lo-v n., fioxk-lcxo-g m.; fioxl-tTw-g zum 
Hebel, bes. zum Einrenken geh., fto^Ai-w weghebeln, mit Hebeln 
umwerfen (nur IL 12. 259: axriXag xe TtQoßXrjxctg ifioxXeov)-^ H'^%^' 
ev-cD id., medic: mit der Hebemaschine einrenken, /ttoxilfu-TiJ-g m. 
der mit dem Hebel schwere Lasten fortbewegende, (iox^Bv-öi-g f., 
|[iOxA£(/)-/a f. das Hebeln, Einrenken; (lOxXoca mit einem Riegel 
verschliessen, verriegeln (Ar. frg. 331). 

jLiTiX. — jLiilx-civri (av-lri Or. Sib.) f. Hilfsmittel, Erfindung, 
Anschlag; Vorrichtung, Werkzeug, Maschine, bes. Kriegs- und Be- 
lagenmgsmaschinen , auch Theatermaschinen; übcrh. Mittel, Kunst- 
griff^); (itixciv-ixo-g erfinderisch, kunstreich (ij ft. erg. xixvt} Mechanik, 
Maschinenkunst), fir^xav-o-eL-g id. (Soph. Ant. 362); |HTixcivd-U) künst- 
lich verfertigen, bauen (xelx^a ü. 8. 177); meist: ersinnen, ausdenken, 
vorhaben und ausüben (meist im schlinunen Sinne) (Activ bei Homer 
nur Od. 18. 148 (irixavotovxag) , firixavi]-x-ix6-g List, Klugheit ge- 
brauchend, gewandt, schlau, fifixccvrj-xfj-g (iiy}xc(vici-xri-g h. Merc. 436) 
m. id., fem. firjxovfj'Xi-g (xiS-og)^ fir]x<xvr]-Oi-g das Anwenden einer 
Maschine, fifixtxv}]-(ia(x) n. das künstlich Ersonnene, Kunstgriff, Be- 
lagerungsmaschinen (Pol. 1. 48. 2); ((ir^xccvOGi) ^rjx(iv(o-^(x) n. id. 
(Theophr.); (t^rixav-ev-G) = jui^xava« (Sp.), firixavsv-öt-g f. Einrich- 
tung, Zubereitung (Hippokr.); d-jLirjxcivo-c ohne Mittel: a) act. hilf- 
los, rathlos, unglücklich; b) Pass. wogegen es kein Mittel gibt: von 



— 090 — 

j^liei] ^) Kinnbacken, Kjniüailti (i/uod rilios depsil ac suhigil), Z&hn- 
knocheti, Ubortr. Wange, Backe; {mar-stt-la, mir-su-ht-la, tntic-si-l-ia) 
iliAxilla f. ^ nuda, maxäl-äri-s zur Kinnhacke geh. (äentrs m. 
Bockenx&line) , mfu-Ulä-re laxoiimionä GIobb. gr. Lat.)'). 

Lehnwort: massa ^ fiü!;« f. Teig, MaHse, Klumpen^), Massa 
rfim. Beinam«, Demin. mnssüAa f. (Col.), massäU-s (Adv. -Iir) 
massenhaft (Eeel.), mnssä-re (= fiäuaat) zu einem Teig kneten, 
daher: kauen (Tbeod. Prise). 

Bngge St, IV. S36. — Corssen I. 305. 841 f. — C. E. 326. 605. 607. 
— F. W. 143. 382. 477; F. Spr, 108. 861. — GraeBmann KZ. XI. 29. — 
Schmidt KZ. XIX. 87*. — 1) C. V. I. 312. 10). — 2) Anders Legerlot» 
KZ. Vli. 488: fucy-av (ovi-Of), davOD Modification und W eiterbildnng /itt'y- 
rg-o-t, dann itaytifO-s einem nicht mehr n ach wei «baren fem. iiäyttfa nach- 
gebildet, - 3) F. W.; V. Spr. 1. c. — 4} C. E. «33. ~ 6} Coraaen I. 639 f.: 
magh schwer, IBatig sein. — G) C. V. T. 34T. — 7) B. Gl. 267b! bhaki 
rdrrf.; maxiUa t liaxitla cxpUcari posset, tnulala mtdia in naitalem «in- 
dem orgimi. — Bnpfeld KZ. VIII. 3J'4 erklUi-t mala aus magüa {wie äJa 
ans agila), uud IHset das zugleich erwähnte maailla unerklärt. — 8) VgL 
Ilebn p. 481. 



4) MAE verspotten (durch Nachfiffung). 

]iäx. — (*fiRX-o-s) fJÖKO-ä-ui einfitltig aein (äesipere, Vobb), 
[durch doppelte Bchreibtmg des xj fMixNotfu (Ariijt. Equ. 62 fUficnt- 
xoijKo'iB, ibd. "396 fiaKxo^); Muxum [und Aiiiiiä\ Name alter t&uli- 
stummer und atiimpl'sinniger Frauen. 

IIVJK. — mLK-o-c m. Spott, Hohn (hea, durch Nacb&ffang\ 
fiMx-o-g TR. Spi'itter, fiiax-ia f. ^ fiüxog. t'*')ia-ia (meist med. 
•ofiai), fUHK-cv-u (Zonar.) spotten, TerhÖbnen, (uäxtj-iiMx) n. ^ 
fiäxog, fitan-lia (ifinaiia Suid.J. — [Vgl. franz. ge moqutr dt q, 
oder dt qc; se fairr tnoqucr eich lächerlich machen; ital, mocM;» 
Kinfalt, Dummheit, mocviame Lalfe; engl, mock Gespött, Nach- 
Bffung, mockage, «wck'mg Spötterei u. 8. w.]. 

m&h. — {*nMcu-s) mfircn-S m. die stehende Person in den 
At«llanen (Hanswurst, nrlequin, pagliarcio, buff&ne), Maec-m-s röm. 
Gentilname (bea. T. Macnus Plauius, rQm. Komiker ans Sareinft 
in Ümbrieu). 



Pauli KZ. XVni. 14. 24). — C. E. 



L 



ist in anderer Weise /uä- 
rnnkh-arat spöttisch, [pi 
Bchwütiig. Am Ende eint 

S'eflHCnd in, erhallend von. 
aul, Ituchen ab.) ~ F. 
sein. — DieMe Etymologie hl 
•elbe verantworten. 



a pvta, mnlw: vielleicht 



c Spott verwandt. Auch im Skr. bedentet 
ip Bedeutung nicht im PW. V. 805 f.: ge- 
Comp. beredt, eich auslassend in, sich ec- 
Üos PW. leitet nukhard von iHiutAa Hnnd, 



— 691 — 

MAT rühren, drehen, quirlen; europ.: werfen; Garn 
werfen, aufziehen. — Skr. math^ nianth mit Kraft umdrehen, 
umrühren: l) Feuer erzeugen durch Reibung eines Holzes am 
andern, reiben (das Reibholz), 2) quirlen, rühren (Milch zu Butter), 
vermengen, 3) schütteln = zerzausen, hart mitnehmen, aufreiben, 
klein machen; abreissen, ablösen (PW. V. 462). 

mat. 

jLiiT. — |LiiT-o-c m. Faden des Aufzugs, Aufzug, Kette, stamen 
(II. 23. 762); die Saiten der Cyther (Sp.); Demin. ^ux-iqiO'V n. 
(Schol. Eur. Hek. 905); furo-co Fäden, Saiten anspannen, (|Lur-<fty- 
a^ai) fUöttC&at' fuxtoöaa^ai (Hes.), (jUrw-iJLa(r) n. das Gesponnene, 
der Faden (Eust.) ; i(Mpl-nLtog mit doppeltem Aufzug gewebt (PoU.), 
inxi'^xoq sieben-fUdig , -saitig {Xvqa Luc. astr. 10). 

jLiOT. — |LiÖT-o-c m., ftoT-o-v, fiOT-o-v n., fioT-tJ f., zerzupfte 
Leinwand, Charpie (ftota' xci nlriQovvxa ti}v %olXriv tcov xqctv^xiav 
^xri Hes.), Demin« fiox-agio-v n.; ^xo-oa Charpie auflegen, ftotco- 
öi-g f. das Auflegen von Gh., ^oTO)-fia(r) n. aufgelegte Ch. (Hippokr.) ; 
Ifi-fiOTO-T mit Ch. belegt (übertr. dcifjutaiv IfAfioxov Heilmittel, Bal- 
sam, Aesch. Choe. 471 D.). 

math (die Aspiration späteren Ursprungs). 

|uia9> — npo-|Liii9-€u-c (vgl. Skr. pra-mantha der Stab, durch 
dessen Drehung Feuer aus dem Holz gerieben wird PW. IV. 1047) 
m. Sohn des Titanen lapetos und der Klymene (Hes. Th. 508) 
oder Sohn der Themis (t^g oi^oß'ovXov Sifuöog alnvfAtjxa jutl Aesch. 
Prom. 18) oder der Asia (Apoll. 1. 2. 3), Bruder des Epimetheus 
und Vater des Deukalion*). — 'Pabd-|Lia-v-9-i)-c m. Sohn des Zeus 
und der Europa, Bruder des Minos (nach Od. 4. 564 als Götter- 
sohn von Zeus nach Elysion versetzt, nach späterer Sage ward er 
Richter in der Unterwelt) == Gertenschwinger (J^da^ ^Saft^vog 
Gerte [vgl. ahd. ruota] + manth schütteln, schwingen), passende 
Bezeichnung f^Lr den richtenden König, der die Schaaren der Ab- 
geschiedenen lenkt (vgl. vom Mercur Hör. c. 1. 10. 17 f. tu pias 
Inetis animas reponis sedibus virgaque levem co^ces aurea tfArham, 
nach Od. 24. 1 ff.: S%b öh ^ßdov luxie xegalvy xaXriv %Qvcslriv u. s. w.^). 

|Lii9. — |Lii-v-9-a, -r\ f., |lii-v-9-o-c f. Quirlkraut, Münze, menta^ 
meniha (oder fux und t zu -O" durch Einfiuss des vorhergehenden 
Nasals? vgl^ öTtivd^Q^ xav^agl^eiv, xoAoxvvOv; C. E. 495). 

|Lio9^). — |Liö9-o-c m. Getümmel, Schlachtgetümmel, Schlacht 
(IL 7, 117. 18, 159, iTtTtiov Getümmel der Streitwagen II. 7. 240); 
^Ö9-U)V {cav-og) m. ein unanständiger, plumper lakonischer Tanz 
(Poll. 4. 101 q>o^iii6v oQxriiicc xal vavxiKov, Hes. elöog r* oQxq- 
oetog)^ ohne Zweifel unter Flötenbegleitung (vgl. Athen. 14. 618 c 
aikiljaeiog yhog)-^ |Li69-oupa f. Drehholz am Ruder (Hes.). 

44* 



^ 



tnat. 

mal. — nint-ta r. Matte, Decke*), matt-MW-B der aof Hatten 

BcUttft (AugUBt.). 

«1(7. — mit-t-6re (vgl, flec-f-crt, nn-l-tre, pec-t-ere, pUc- 
t-ere; Perf. *mit-si, *nmsi, mi-si; misti statt tnisisli CatuU. 14. 14) 
in Bewegung setzen, schicken, senden; fahren lassen, weglassen, 
loslassen, entlassen, werfen, schlendern^); co-3-mitlcre I, vgl. *ob- 
s-lendfrc o-sletutcrc, * sabs-täiere su-s-tmere) pro com-müterc (PauL 
D. p. 67. 8)*); Part, {*mit4u-s, *mis-tu^) mis su-s; missas (äs) m. 
das Schicken, Absenden, Werfen, Schiessen (Gang, bei Wettspielen 
und bei der TafelJ, missi-ö(n) f. ^ miesus; Dienstentlassung, Ab- 
schied, Unterlassung, iniss-or (ör-ü) m. SchHtjce, ntiss-ör-iu-m n. 
SohUsüel zum Auftragen der Speisen fVenant). missi-U^ werfbar, 
schiessbar, Siibät. n. Geschoss, PI. die von den Kaisem unter ds6 
Volk geworfenen Geschenke (Sui't.), missi-t-iu-S verabschiedet (id.); 
Prequ. missi-lä-re; {*m>ssi-cu-s, *mis3icu-lu-s) missiculä-rc (Viani. 
Ep. 1. 2. aö); mittenä-äriu-s m. Sendung, fllrstl. ConunisBlr (Cod. 
Theod-). 

C. E. 387. — F. W. 116. 382 f. 479; F. Spr. 19ß. 352. 419; KZ. 
XX. 13ti. — 1) C. E. l. c. — Kuhn in aeinem Buche „von der Heiwb- 
holimg des Feuers" u, s. w.: maitlh schütteln, encbQttem, reiben; ab- 
reiitBcn, an aicb reisHen, rauben; dann: „Betrachten wir nun den Namen 
des Prometheus in dieaem Zusammeuhang, ao wird wohl die Annahme, 
dass sich aus dem feuere ntziindendea Räuber der vorbedäuhtige Titane 
erst auf griech. Boden entwickelt habe, hinlänglich gerechtfertigt er- 
scheinen und zugleich klar werden, dasü diese Abstraction erst ans der 
sinnlichen Voratellung des Feacrrcibors hervorgegangen sein kOnne". 
Vgl. noch Kuhn KZ. II. 395. IV. 124: pramätha Raub [das PW. 
l(i&0 jedoch nur: das Zerren, das gewaltsame Entfübren eines Weibes; 
ibd. 1046: pranatiM Zerrer]. — Vgl. eQdli(;h Schwartz: zur Prometheus- 
aago KZ. XX. 301 If. — üegen diese Deutung Pott KZ. VI. 104. IX. 
189 ff; den, siebt den Namen EU man, iia^ [pag. G6ö] u. s. w., Tliyt^tf- 
Qt^t (fliiaiiä^ivt Aescbyl.) der Alles, was er thnt, voraus bedenkt und 
erkennt; Ggs. 'E-xiatfirvt der erst hinten nach lernt, darch Scbadeo klug 
wird. — 2) Kuhn KZ. IV. 123 f. — Anders Pott KZ. V. 267 ff.: vollere 
Form Bfaiäjtavlhis (Ahrens dial. oeol. p. 34) gleich^iam sera ttWicfa 
(vgl, ö^i^ff^'s und öiiiivoos). — Wieder ander* Sonne KZ. Xu. 367*): 
mrail, Nebenform vTad in der Bedeutung der Biegsamkeit, Nachgiebig- 
keit; daher also wohl SfaSä^av^v ^ nachgiebigen, milden Sinnea, 
cxorabüis. — S) Vgl. noch Grasamann KZ. XII. 9S. 15). Ludwig KZ. X. 
144. Amei»-Hent*o ad 11. 7. U7. — 4) F. Spr. I. c. — Pauli KZ. XVIll. 
4. Ö): Nur noch im Deutschen: ahd. malia. mhd. matte, ntat^t, aga. 
meatla. Semitisch? Das Wort den Rdmern wohl eher von den Kar- 
thagern, als von Asien aas Qber Griechenland zugefdhrt. — G) CorBseii 
B. 431. — Ebel KZ. VII. 327 f. — Fick KZ. 1. c. — Pauli KZ. XVUi. 
30. — VkI. noch Miklosich Lei. pg. 308: mati, nwta (iacen). — 6) cotiHÜ- 
tere theilt Mikl. co-»mttere = goth. gmeitan, ahd.' «mitan. Aach Bbel 
KZ. 1. c. Batst eine „organischere" Form »ntalh an (dagegen Pauli KZ, 
1. c. mit Billigung der Ansicht Corssen's B. 431; o-s-tetuU>, tu-g-tinea). — 
F. W. 3S3 ganx nnbestimnit: „Festus' co-antitttre mag auf sich bemhen". 



IS der 

f. IV. ] 
.;vgl. J 
Jieus- 



— G93 - 

1) MAD wallen, scliwellen, triefen; übertr. schwelgen, 
sich berauschen, froh, brünstig sein. — Skr. mad^ mand 
l) sich freuen, fröhlich sein, sich ergötzen, schwelgen, sich güt- 
lich thun, sich berauschen, 2) selig sein (namentlich vom Freuden- 
leben der Götter und der Seligen), 3) das Wallen des Wassers, 
als Lustigkeit bezeichnet; transit. erfreuen, ergötzen, erheitern, 
berauschen .(PW. V. 467). 

mad. 

juiab. — (fiad-o-ff, vgl. [Aadov Xstov Hes.) juabd-iü zerfliessen, 
zergehen, ausgehen (vom Haare), daher kahlköpfig sein (vgl. de- 
fluentes, dcflui capilli ausgehende Haare), [idöri-ai-g f. das Aus- 
gehen der Haare (Hippokr.); ^ab-iZuj kahl machen, intr. ausgehen 
(von H.), fici8iac-g f. = fAceörjaig; auch: das sich Auflösen von 
Pflanzen, fjunöt-a-xT^Q-io-v n. ein Werkzeug die Haare auszuraufen, 
Haarzange ^); )Liab-ap6-c zerfliessend, zerflossen, bes. dem die H. 
ausgefallen sind, kahl (agaio^Qi^ Hes.), fuxöaQO-xri'g f. Kahlheit 
(Hippokr.), fiaSciQO'to = (ictdl^ca (LXX); fiaöa-io-g poet. = fiaöa- 
Qog; (* fjutö-aXoj *fiaSaX'jia) fAaöaXX<o = fiaöC^oi (Hes.); imö-o-v 
(Plin. h. n. 25. 7) n., fiaö-ayv-la (Theoph.) f. die Wasserlilie, nym- 
phaea. — {(laö-vo) |Lia-v6-c dünn, locker, lose, spärlich ((laval 
xql%tg die Folge des fiadav)*), (lavo-xri-g (xrix-og) f. das Dünnsein 
u. s. w., iiav6-(o dünn, locker machen,' zerstreuen, ikivta-a-g f. das 
Dünnmachen u. s. w.; lunvo-BiSr^g^ fiav-oidrig von dünner, lockerer 
Art; iiavo-CTtOQO-g dünn gesäet (Theophr.), fiavo-öxtifiog feinftldig, 
fittv6'q>vkX<y-g mit dünnstehenden Blättern. — ((lad-jo) |LiaZ6-c m. 
(die schwellende) Brustwarze (des Mannes), (die flüssige, weiche) 
Mutter brüst; auch von Thieren: Euter, Zitze, Demin. fia^-lo-v n., 
(forf-ovr-io) (uxtov6io-g brustförmig (Lykophr. 534)*). — {fiaS-xo) juiac- 
t6-c, dor. fiaa-^o-g, m. Mutterbrust, (seltener) Männerbrust; übertr. 
alles rund Erhabene, busenförmig Gewölbte; Trinkbecher (Ath. 
11. 487 c), Demin. (jutcx-löio-v^ -aQio-v; fiaaxo-ei8i]g^ (laaxcidrig brüst-, 
zitzen-förmig; ^axo-ösxo-v n. Brustbinde der Frauen; a-^cxo-g ohne 
Brüste, ßaQv-fiaöxo-g mit starken Brüsten, yvvai%6'(ucaxo-g mit Weiber- 
brüsten, elaQO'^aCxo-g mit jugendfrischen Brüsten u. s.w. — (firjd-eg) 
^r|b-€a n. PI. = alSoia (Od. 6. 129 mit tpmog, 18, 67. 87. 22, 
476; bei Opp. Kyn. 4. 441 ürinblase); (fud-jeg) ytilea = fir^de« 
(Hes. 0. 513, von Thieren)^). 

|Liab-Ta, -TG. — (|itaJ-Tiy, f*ad-<Tiy, (la-Cti; vgl. aö-Cri = a-ati 
Ueberdruss) ^acd-o-|Liai feucht machen, zerfliessen machen = 
kauen ^) (den Mund höhnisch verziehen Philostr. v. Ap. 7. 21), 
fiaöri-X'MO-g zum Kauen geh. (Sp.) , (taörj-xiJQ (xrJQ-og) m. der E[auende 
(fiveg fi, Kaumuskeln), fiaari-a-g f. das Kauen, (Mi6ri-iia(x) n. das 
Gekaute; {fiaa-xo) fjux6xd'^(o = (lacaoiuu (Nik. Th. 916. Lex.); 
(fiaaxa'%) ^dcTaE (ftatfrox-o^) f. das womit man kaut, der 0^ 
Mund (Od. 4, 287. 23, 76); (ein MundvoU) Speise, I 



- 604 — 

Abung (II. 9. 324, xijv fiftumatjfiivtjv t^ifu'iv Hes. ); futffrapv^u 
(auch -^w) von allen Leuten, Jie nicht mehr recht kauen kOnnen: 
mit den Kinnbacken wackeln (Kaxcög itttawfiai xnt ßlaxixtä^ L^"'); 
>iacT-ixn f- Iläfz des Baimies ojrvog, Mtuttix (weil man das Uant, 
wie noch heut« im Orient, seines Wohlgeruciia wegen kaut«; anch 
wurden ivns dem Baume beliebte Zahnstocher gemacht*^, futaniäm 
'^ lioCTugvta, futoxS-fa-ioi' n. ein Über Mastix abgezogener Trank 
(Medic), na<nlx-ivo-s von M. (Diosc.). 

a zu u: pücTOE (ox-o;) m. Schnurrbart [vgl. franz. la maus- 
lacbc^ {al inl tä ävu xülfi TQiiii Hes.), ßvami id. yToiig ßvoratutg 
fiil xaiatp^övti iit)3' ertg iitti^iti xaXä Antipb. ap. Athen, p. 143a); 
ßvaiaya (üchreibe pvmaxay näymva (Hea,); JMvöioxo-5, Mvaxäti-tiv, 
Bmaxo-g (Personennamen). 

madllU Sßsstrank, Honig, Meth. — Skr. viiidhit (von maä) 
l) Adj. sttss, lieblich schmeckend; Subst. n. Süssigkeit, sUsser 
Trank und Speise, Meth; insbesondere: Soma, MUcb, Honig, Blumen- 
saft, ein sUssea berauschendes GetrUnk (PW. V. 463). 

M^8u (v-oe) n. jedes starke berauschende GetrSnk, inabeg, 
Wein (Hom, nur Nom. Ace.j'); ntöü-m, äol. iii&v-la (Herod. I. 
456) weintrunken, trunken, berauscht, bethört seiu-^ durchane 
durcbnässt oder getrankt sein (ikoi^^ IL 17. 390; das Verb, nur 
im PrUs. und Impf., bei Hom. mur das Part, Prüs.), .lu&v-at-a 
trunken machen, berauschen, Med. sich betrinken, trunken sein, 
stark zechen (Fut. fit&v-aa, iit&v-a-9<q-ao(iai, Aor. ^-/«#«-<j-&i)-v, 
äol. Inf. fHÖiStffrfjv), (M&w-a-t-wö-e zum Berauschen gehörig, geneigt, 
jii&v-a-t^-g m. Trunkenbold, fem. dazu nt&va-t^-ia, fä&v-ai-g f. du 
Berauschen (TheogiL 846), ^>u.0-^a(i) n. ein berauschender Trank 
(Philo); iU9v-ao-s trunken, berauscht (bes. von Weibern, ffav» 
Ii49vist)v Ärist Nub. 565 Kock). — ^^9-ti f. übermässiges Trinken, 
Trunkenheit, Rausch (Begeisterung Eraped. 46). 

mad. 

mad-^re (vgl. unää-o», Perf. tuadui) nasa, feucht sein, triefen, 
ierfliessen, /ergehen; überflieesen, trunken sein*), mailf-sc-ere UMb, 
feucht werden u. s. w.; ei-weichen, weich werden; wadi-du-s von 
Feuchtigkeit durchdrungen, feucht, nass, eingeweicht; von Wein 
Uberüiessend , trunken, nitiflidä-re nass, feucht machen n. s. w,, 
mad-OT (ör-is) m. Nasse, Feuchtigkeit; [^tnadn-s, • »iarf«-(ii-», 
* madt4l-tH-s) maditl-xa betrunken, angetrunken (Plaut. Ps. 5. 1. 7; 
vgL Paul. D. p. 126. 6 madutsa cbrius a Oracco itaSäv dfdticfum 
t'tl quia mnäidus satis a I'/mo)"); madt-facrrc = matlidare, Frequ, 
made-fac-tä-rr. — (wadlus) mal-lii-s. malus vulgfii- = maäidua 
betruuken {^iilunc inalltis svm Pelron. 41)"'). — ('»irtrf-««-«, »gl. 
fänö-s pag. 693) mS-nA-re fliessen, rinnen, strlimen, Ubersträmen, 
triefen, sich ergiessen, sich verbreiten, manä-(i-ö{n) f. das Ao»- 



^ 



l-is) D 



(AuHon.), ) 



hili-s Btrömenrf, eindringlicli; tmm-äli-n tüeBseTid, unausgesetzt Wasser 
gebend (fotts = jiateiis percnnis Paul. D, p. 128. 3). — (*»Mad-»»a) 
inam-ma f. (vgl. («vfiJe, nöatog pag. 693) f. Brust, Mutterbrust, 
Brustwarüe, übertr. Erhöhung"), Demin. rnnrnmü-la f., (inamnM-re) 
tnanunä-lU'S mit der Mutterbrust oder Shnl. Bildung vereehen, 
tnommc-ätit-s (Plaut), niainm-osu-s stark-, volIbrUatig, »uimm-älis 
zur Mutterbrust geh. 

ma-n-d. ■ — tnaud-^re ^ fiuaäofuit pag. 693") (Perf. mand-i, 
nach Änderen matid-iii, vtarididi s. Prise. 6. p. 817), Part, (^mand- 
tus) maDsu-s, als Subst, n. = näaijfMt. ma>id-ö{n) m. Fresser, 
Schlemmer; mattdi-bäla f. Kinnbacken (nur im PL); mand-ütu-s 
(rgl. cad-ücus pag. 106) m. Kaoer, Presser (eine komische Maske, 
vergleichbar unseren Nussknackern) , mandu(ä-re, -ri ■= tnandcrc, 
manducätor m. -=■ manduats (August.), tnanducä-ti-Ö{n) f. das 
Kauen (id.); manduc-Ö{n) m. ^ mnndarator (App. Met. p. 186. 41). 

Äufrocit KZ. G. 232. — Corsaen B. 346 f. — C. E. 326. — Döntzer 
KZ. XVI. 2B. - F. W. U5. 883. 477. — Pictet KZ. V. 323 f. — 11 C. 
V. I. 347. — 3) F. Spr. 104. 355: lua mindera. — 3) Vgl. L, Mejer KZ. 
VII. 417. — 1) C. E. 615. — ¥. W. 1. c. — ö) Coragen B. 1. c. (na6, 
'liai-Bi, 'fin-cii, wie von ipfaS tpga-iu, davon ein denomin. Verbum 
fio-a-a.o-fiai). — F. W. 1, c; mail kauen. Vgl. goth maii- Speise? 
oder lu mnd schwellen, triefen Vielleicht sniad, vgl. Hchmalzen, achmun- 



zeln u. B. w. — ßoscher St. III, 133 (naSaäaiiai; vgl. 

gäa). — 6) Vgl. Hehn p. 366. — 7) Ascoli KZ. XVII, 862. 

S84b. "--"•■" . . „ ^ 



r. g1 



260; die Formen von iitOva C. V. I, 370 f. 277. 12). 369. 

- F. W. 146; F. Spr. 196. — Hehn p. 136i als ainrthiflche» Ge- 

Ir&nk bezeichnet, d&a die Skythen aus dem Hooig der wilden in PeUeh 
und Eichen wohnenden Bienen bereiteten (vgl. luliTiOv nöfia u ^iivfrtNov 
ßiUtot fVio(iivov cvv viazi nai «6a ttvi Hea.) Maxim. Tyr, .27. 6; in 
Pannouien liiSog (Priscus). — Miklosich W. s. v. medü pag. Sofie — Pott 
E. F, 1. 346. - PW. B. V. - Zeyss KZ, XVI. 384 (diipegen din Redac- 
tion: ^egen die Ableitung von mad sprechen die Aspiraten vo ntadAu 
und fiC'&D, ebenso weisen ags. und ahd. auf indogenn, Aspiraten znrQck. 
— Vgl. dtigegeu PW. s. v. und besonders Ascoli KZ. 1. c). — Vgl. zu 
Iii9v: ahd, metu, milo, mhd. mite, altnd. tni*orfAr, ags. nieodu, ksi. lurdti, 
niss, iiiMu, poln, intüd, Mhni. med, lit, medtis, lett, meiUIua, mittell. 
tiKdo u. s. w, — 8) B, Gl. Ö4b: vad. cum v facile traneeat m .m. — 
9) F. W. 1. c; Part, Perf, Paaa. von 'madullo_= finflailm triefe lua- 
duim eleichsam itadalTi}. — Walter £Z. X. 205: urspr. Form des Suff. 
■la-a, dann ta (mit Abfall des s. vgl. altion. litnoxä): »taduH-ta, madai-ta, 
niadulaa (vgl. ml-su-s st. 'B,a-tu-t). — 10) Pauli KZ, XVIII. 36, 6fl): 
Particip zu viadco und verhält sich zu madidu* wie elvlfug zu stolidag. 
~ 11) F. Spr. 350. — Als Naturlaut fasst das Wort Lottner KZ. VII. 
176. 62). XI. 167 (vgl. ota pag. 648). — 13) Vgl. Anm. 5, — Corssen B, 
1, c. — B. Gl. a89br «lard cotitfrei-e, tiiutala Uquida rm «, — Ebel 
KZ. IV. 418: Skr. mard, nirdnämi =■ lat. *marndo {Versetenng des «), 
mando (um die unaiiBaprechlicfaen Consonantenverbindungen EU beeeitjgen). 



)■ 

I 



am 



mittlere. — Skr. mddhja 1) Subit 
Dittlei-B (PW. V. 498). 



lliadhja millen, de 

Mitte, '2) ÄUj. mitten, der 

(fuSjo-s) fiecco-c horo. Hol., ^tco-c utl. (abgeschwächt), niUten, 
in der Mitt«, in der Mitt« stehend, tniltelmfissig; aU Subst. n. die 
Mitte (Adv. fUaov, («WsV); ej'- '^"f- (iiaa-nro-g der mittelst« {tv 
[uaaäi^ ganz in der Mitte, nur II. 8, 223. 11, 6. Theogn. 998), 
davon fitaactT-io-i (Kallim.); Comp. Sil]). luaai-rtifo-Q, ttno-g (Uerpd. 
Plut. u.a..); Locol: ^^ccoi inmitten (Alk. 9 )' (lesb. aol. auch fi^ffvt) 
{vgl. Skr. mmihß), dazu Loc. fem. >ifcai- in: fuecti-nökio-g unter- 
mischt grau, balbgrai), halbergraut, Beiw. des Idomeneue 11. 13. 
3Ü1 (noch Alkipbr. 3. 25. Long. 4. 13)*), fttattl-YCiog mittellUndisch 
(Skymn, 363); fiia^~ii-g m der Mitte, mittclmSssig (nur II. 12. 
269)'); fuaö-n-s id. (Maneth. 4. (55. I. d); fuaö-&cv aus der Mitte, 
fiftfö-Ot in der Mitte, poet, i^eeaä-etv, -öt. — wec-, ^ecc-Tl•fO(e) [wohl 
X lu y, vgl. Suff, -mug] (ioa ep. Adv.) in der Mitte, 'dazwischen, 
zeitlich: inzwischen, unterdessen |in dieser Bed. Hom. nur Od. 7. 
196; V in arsi Od. 14. 845, sonst v); Subst lö fuatstiyv das 
Dazwisf henliegende , der Zwischemaimi (li. Ap. 108. Theokr. 25. 
216)*), — {(ttoo-ipa) ^l^C-Cpa {-tpa =■ Skr. -blijas; oder zu f*rr«?] 
Adv. bis (Hom. nur iilatp' riovg IL B. 508, hBufig bei ep. Dichti'rn); 

— necö-w in der Mitte sein, halb sein, die Mitte halten, fuaa-fto, 
Hca-iv-a id.; fie<s6-trj'^ {yrjt-og) f. Mitte, MittelmKEsigkeit ; fi^cr)'C 
m. der Wind zwischen dem ßoftag und natulog N. N. Ostwind 
(Aristot. Met. 2. 6). — ^itc^■v^\■z m. Vermittler, Unterhäudler, Frie- 
donestifter (ftieaio-r^g id., Hes. fuaixfvav xaxä xav äyüva), fem. 
fMai-n-s (Sp.), f«u/-rp-(c< (Lex.), fuaiT-tv-ta Vermittler «ein, ver- 
mitteln, (leetTtiS^-le f. Vermittelung, fittsitevx^Q-io-g vermittelnd 
(Eust. I; |J€d-biO-C id., fictsiSiö-o-iuu ^ (itaittva; \itc-, ^£cc-i^c in 
der Mitte stehend, mitten, fiiotn/cv-o) neutral sein (Philist ap. Hw.). 

— Mecc-r|VTi, dor. Mtaa-äva, f. (Mitt*lland), bei Hom. ein kleiner 
Landstrich um PherU (Od. 21. 15) im spSteren Messenien; Haupt- 
stadt des späteren Messeniens; Stadt in SicÜien an der Meerenge, 
das frühere Zankle [Zäyidtiv rjji- ig Mtaai'jviiv lUTeßaiovaav rö 
ovivfui Her. 7. lt>4; so nannte Anaulaos die Stadt Zankle nach 
seinem Heimathlande), Meaeriv-iu f. Landschaft des Peloponn^e 
zvrischen Elis imd Lakunien. — -jjtco-c: ä-iunog ohne etwas mitt- 
leres (in der Dialektik tö rtfuaa die unvermittelten (iegensStKe), 
avü-fuaog, ßiä-fuaog, !(i-(itaoq, int-fnaog in der Mitte {^^net i. 
vrrlmm meiiiiim Gramm.); jjeco- : fttao-yaios, yeiog, ycug mittel- 
ISndisch, litaä-ygatpog in der M. geschrieben, fitoo-xoiio; in der M. 
hohl u. 8. w.; /MÖ-: (ita-iyyvoi Btlrgschaft fllr einen Dritten leistend, 
(ua-Tifißfla f. Mittag, luo-^mt^og mit teil lindisch u. s. w. 

medio. 

mSdlu-s = läao-g Adj., Subst. n. Mitte, Hälfte (Varro r. r. 



L 



- 697 — 

2. 7. 10), Oeffentlichkeit, Publicum (Adv. tnedie); medi-ämhs, -alis 
= medius (Sp.), medie-täs f. = fuco-vri-g] mediä-re theilen, hal- 
biren, Part, medians halb {Junio mediatUe Mitte Juni, Fall. Mart 
10. 32), mediä'tor m. = (uolxtig, fem. -trix (ßp,)y mediä''ti-ö(n) f. 
= (uanela (Alcim.); medi-oc-ri-s (vgL fer-ox, vel-ox u. s. w.) die 
Mitte haltend, mittelmftssig, massig, leidlich, ziemlich (Adv. -(€r\ 
Demin. mediacri-ctUu-s (Cato ap. Fest. p. 154. 2), mediocri-ta^ {iäii-s) 
f. Mittelstrasse , Mitte, Maass, Mittelmässigkeit, Wenigkeit; {n^di- 
oC'ttmo) medi-oosimu-s = meäiocris (Fest p. 123. Non. p. 141. 7), 
Adv. medioxime^y^ {*m€dW'lU'm) Mcdiol-änthm (Mittelstadt) Mai- 
land, jetzt Milano^)'^ (dis-mediu-s) di-mtd-iu-s in der Mitte ge- 
theilt, halb, Subst. n. die Hälfte, dimidiä-re in zwei Hälften theilen, 
halbiren, dimidiä-ti-ö^n) f. Halbirung (Fest.), dimidie-tä-s f. Hälfte 
(Pomp. gr. 4. n. 8). — medi-: mcn-dies (s. pag. 357); medi-lünia 
f. das erste Viertel vom Monde (Mart. Cap. 7. 241); medi-terr- 
än-eti-s mittelländisch, als Subst. n. Binnenland, medi-terr'CU'S id. 
(Sisenna ap. Paul. D. p. 123); medi-tuUlu-m (s. pag. 295), {medio- 
villia) Medullia f. eine albanische Colonie nordöstlich von Rom 
(Liv. 1. 33. 4). — {^nicd-a, *niedü-la, *medü-lü'la) mSdu-l-la f. 
das Innerste »= Mark; tibertr. das Beste, Vortrefflichste^), medulR- 
ius aus dem Marke heraus, im Innersten, meduU-ari-s im Mark, 
im Innersten befindlich, medtdl-ösu-s voll M., medullä-re mit M. er- 
füUen (August., Vulg.); Demin. medullü-la f. (CatuU. 25. 2). 

Ascoli KZ. XVII. 337. 72). — B. Gl. 284b. — Corssen I. 151. — 
C. E. 334. 609 ; KZ. II. 324. 333. — F. W. 146. 481 ; F. Spr. 196. — Gerth 
St. Ib. 246: 140). — Grassmann KZ. XI. 25. — Meister St. IV. 409. 6). 

— Miklosich Lex. s. v. meidü pg. 365. — Pott I. 106. — Renner St. la. 
160. — 1) B. Gl. 1. c: pro {ibSjo g. -- Pictet KZ. V. 46: zend mädh, 
metiri, Skr. madhja, mediu-s; (isaog, wie ir. tneM mensura, stimmt besser 
zimi Skr. tnas nietiri, als zu niadhja [dazu Kuhn: aber [liaaogl]. — 
2) Clerom St. VII. 31. — G. Meyer St. VI. 384: ^taai-noXiog ist zu ver- 
stehen wie iixAv noQq)VQOvg iieao-levxog (Xen. Kyr. 8. 9. 13) in der Mitte, 
dazwischen weiss, mit weiss gemischt und bedeutet (in der Mitte) zwischen 
den dunklen Haaren grau, grau mdlirt. iisaai ist Local zu (learj, das 
auch in ft.s<nisvt- M. 269 vorliegt. — Anders Düntzer KZ. XII. 4: « ist 
Bindevocal, ja auch ä, das ai ist Verstärkung des a. Derselbe ibd. 
pg. 18: xsXr^-Big; das sg von xsXog schwindet vor riBig. Vgl. (leai^sigf 
j4iiq>iyvTi8ig. — Goebcl Epith. «p. 4*2 verwirft iitai^Big und will (learjyvg 
lesen. — 3) Nach Gerland KZ. IX. 66: (ifaa-iia-J^avx, fiBaa-n-J-avx ^ fieaa- 
y-J-avXy (lioa-y-J^vx , fieaTi-y-vx, iiiati-y-vg. Das Ganze ist neutruni; als 
man später die Form nicht mebr durchschaute, ward das g beweglich. 

— 4) Corssen KZ. III. 248. — Merguet lat. Formenb.: aus vicdiacrissi- 
mu8 mit Ausfall des r. Dazu Pauli KZ. XIX. 307: „ich glaube richtig". 

— 6) Corssen KZ. II. 27. — 6) V^I. Paucker KZ. XXIIL 176. — Kuhn 
KZ. III. 69: Skr. madgan Mark (gg an der Stelle von älterem dg\ viel- 
leicht stammverwandt medulla. — B. Gl. 302 a: mid pinguem, adiposum 
esse vel fieri, Skr. med-as n. medulla; medtdla fartasse per assimih e me- 
diMla vel medufda (cf. medura (uiiposus, unctus). 



— 698 — 

MAN ragen. 

men. — men-ta f. (das Ragende) männliches Glied (Cic. 
fam. 9. 22: rutn ci mcnta, rede utrunique. Voh mentam inisdlam 
ita appellmre^ ut rutidam: non licet); Demin. mentü-la f. (Catull.) 
(das Wort wohl urspr. ein scherzhafter Ausdruck gewesen], {*mcn- 
tulä-re) fnenttilü-tu-s mit einem m. G. versehen (Auct. Priap. 37) *). 

— men-tu-m n. (Hervorragendes) Kinn, Bart^); nvcfit-o^n) m. 
Langkinn, Mento röm. Bein. (C, Jul. M,, Liv. 4. 26); mentagra f. 
Ausschlag oder Flechten am Kinn (Plin. 26. 1. 2). 

min^). — m¥n-@re hervorragen (Lucr. 6. 561); sonst nur 
in den Compos.: e-, /»»-, pro-minerej prae-^ super-emine^x hervor-, 
über-ragen, bevorstehen; niinae f. die hervorragenden Zinnen der 
Mauern, übertr. Drohung; ininä-ri emporragen, übertr. drohen; 
prahlend verheissen, versprechen (&7teikHv)] (Adv. vom Part.) mi- 
nanier drohend (Ov. a. a. 3. 582), minä-ti'ö(n) f. Drohung, minä- 
tor m. Antreiber (durch Drohen), Viehtreiber, minutor-iu-s drohend 
(Amm. 17. 7); minO'biU'ter {aneikriux^g Gloss. Philox.); min-ax 
(äcl-s) überragend, übertr. drohend, Adv. minaci-ter, minaci-ae f. 
Drohungen (Plaut.); Intens, mini-tä-ri {-re Plaut.), mimtä-hundu^s 
drohend, Adv. minita-hili-tcr (Pacuv. ap. Non. p. 139. 22). 

mon^). — mon-S {mon-ü-s) m. (der Hervorragende) Berg*); 
metonym. Berg-, Feld-gestein, Stein, Demin. monti-culti'S (Gloss. 
Philox.) monticel-lU'S (Agrimens. p. 231. G.); mont-änu-s (-ani-ösu-s 
ibd.) zum Berg geh., gebirgig; Subst. m. Gebirgsbewohner, n. 
Gebirgsgegenden; Montanus röm. Familienname, Mantan-tnu-s Bein, 
des M. Varius, MantanUla f. röm. Bein.; mont-cfisi-s = niontamis 
(Gruter, inscr.); mont-u-ösu-s (weniger richtig mont-ösi^s) = monta- 
nus; Septi-montium = septeni niontium^ erg. locus [als die Wörter 
zum Compositum verwuchsen, stumpfte sich das Zahlwort ab und 
die Bedeutung des Gen. PI. wurde vergessen, das Wort dann als 
neutr. Singularform gefasst und flectirt wie sestertiüm] n. Umkreis 
der sieben Hügel {8. dies Siebenhügelfest im December, zum An- 
denken an die Aufnahme der sieben, Hügel in den Umkreis der 
Stadt) ^); pro-mun-tür-iu-m n. Hochgebirge, Vorgebirge, Kap^). 

Zeyss KZ. XVII. 431 f. XIX. 188 f. — Aufrecht KZ. IX. 232: mantU 
rütteln, schütteln: agüatrix, Mivovaa. Auch C. E. 337: wahrscheinlich. — 
Schweizer-Sidler KZ. XVII. 148. 328: mem-hro : mcn-tula = palp-e-hro : palp- 
etula, — 2) Pott E. F. II. p. 660. — 3) Bechstein St. VIII. 363. — Bugge St. 
IV. 343. — Corssen N. 77 ff. — G. Meyer St. V. 62. — Walter KZ. XII. 418. 

— 4) C. E. 303: Berg verhält sich zu Burg wie mo»»-(t)-8 zu mun-io. Dagegen 
Bechstein 1. c: cU restafit diffiadtates, — L. Meyer KZ. V. 381: vielleicht 
=3 Skr. mahafU, gross, eig. wachsend (mit Anführung von Bopp's Deutung: 
SB Skr. him-avatU m. schneebegabt, das als Bergname vorkommt). — 
Dazu Schweizer-Sidler KZ. XIV. 160: „mindestens nicht zweifellos". — 
Richtig Klotz W. s. v.: von min in minari und eminere, vielleicht eig. 
der Hervorragende. — 6) Corssen ü. 179. — Anders KZ. III. 262 : » um- 
friedigte Berggegend, da Born in den ersten Jahrhunderten sicher nicht 



— fi>9 — 

'*^'*^* ^ <«gg» bcatawL — ^ Bnu&l»ch HoUIfK : »ackt 
(Rhem. Mm. XXIT. &» f. . — Aelmüeh Kulm iLZ. 11. :»?>: sx^; wf^ 
momlmimm, wmdk dnrcii die ErrmoUväe tqü ftMmmmift pirs^tsl. 



n^, com. MmoM^ (mtmltHS, fre*fHens\ 

[momopO'S altitalisefa: mci/4>(|(>>.< , iiMi/5iiiK<« wn«/jiw->\ mmsf^-rr 
Termehren, TervielfUtigen, Part. Perf. Pa^s. mMhhht^] MiaMll^ 
(TgL fmlcitus fMus) ursprünglich: venrielfidtigt = viel, vielen an- 
gehörig, allgemein {muUi die Menge, der grosse Haufen\ aUiuvieP^; 
(Aeens. ab Adv.) ihm//m-in viel, vielfach, vielmals, ot\, sehr lang^; 
(AhL als Adv.) 'muUo am Vieles, weit, bei Weitem; rnnftht^Hf-o 
itn-is) 1 Menge, Masse, grosse Anzahl, Haufen i^gramm. Mehrheit^' 
Plnral); per-multu-s sehr viel; mult-estmH'S (^gleichsam ein Viel- 
theilchen =) klein, gering {:roXloCT6g; quam sit jntn'^Ia fHWS ri 
quam muUesima consiet Lucr. 6. 651 ^; multi-: multi-hihus viel- 
trinkend, -colar vielfarbig, -farius vielftltig i^vgl. (ri-fanus |vag. 3U>\ 
'jugus viel-spSnnig, -fällig u« s. w. — pro-uiulgft-re i^ui^spr. etwas 
vor vielen oder fOr die Menge bringen =) ötfentlioh bekannt 
machen, permulgiren*), promulgä-tor m. der öfTentlich Bekannt- 
machende, protnuJgä'ti-öiti) f. offen tL Bekanntmachung. 

Bugge KZ. XLX. 444 ff. XX. 44. — 1) B. Gl. 278 a: bhüri muHus, 
nUi pertinet ad purü, radix par implere. — Corssen B. 383: mul-tH-^a 
= {tvQ-£o'9 (Meyer Vgl, Gr. 72) sehr wohl möglich, indessen nicht jn>- 
sichert; jedenfalls eine Participialform. Benloew von molcre „/ci mause 
molue^\ — F. W. 478: malo tüchtig, stark, in hohem Grade: mHltu-^, 

— Klotz W. 8. V.: archaist moUas von molere, vermehren, oder Kines 
Stammes mit melior und fiaXa. — Toblcr KZ. IX. 261. 4): mulius lu 
moles? Dazu Corssen 1. c. : „was mir am wenigsten einleuchten will**. — 
2) Bickel KZ. XIV. 427: pramtUgare von vulgare {v in m). — Corssen 
II. 162 : far * promtd-c-are (c zu g) „hervor bewegen**, daher prottndgare 
legetn, rogatiofiefn einen Gesetzantrag „vortragen, vorbringen*' vor die 
Oeffentlichkeit. — (promulcuvi, reniulcum 1. 77.) — Klotz W. s. v.: wohl 
mit Unrecht mit provulgare in Verbindung gebracht von Paul. D. p. 224. 

— Schweizer -Sidler KZ. XII. 309: (Ucbergang des v in m:) promellerti 
und promulgare, was freilich nach Pott =» in-oinvuhjare , dürfte mit 
einigem Rechte hieher gestellt werden. — Derselbe zu Corssen'« Deutung 
KZ. XVUI. 297: wir denken, C. fasse reniulcum und promulctwt als Ab- 
leitung von meliere (in promellere) und wolle promulgare als „hervor- 
ziehen** deuten. An dieser Deutung wird der Verfasser gewiss durch 
Wilbrandt's Bemerkungen KZ. XVIIl. 108 [reviulcum «— Jv/üovAxfiV, pro- 
mellere causativ von mcare, vgl. atiXXBiv bei Hom. neben axr^at und 
unser „stellen*'] nicht irre werden. — Nach dem nun VorgcDrachten 
bleibt die DeutcCng von mtdtus und promulgare ziemlich unsicher. ~ Zu 
managha vgl. noch F. W. 535, Miklosich Lex. pag. 377. 



— 700 — 

MAND schmücken. — Skr. mand schmücken, hekleiden, 
vertheüen (PW. V. 446). 

mund, — miind-U-S rein, sauber, nett, zierlich (Adv. munde^ 
mundi4er)'^ Subst. m. (n. Lucil. ap. Gell. 4. 1. 3 und ap. Non. 
214. 17) der weibliche Putz, Schmuck; übertr. Geräth (daher in 
mundo essCy habere in Bereitschaft sein, haben, Enn. Plaut.); speciell: 
die Welt als Inbegriff der Ordnung (vgl. x6(S(iog), Weltall, Welt- 
ordnung; dann übertr. auf' die Welt als Wohnsitz der Menschen: 
Erdkreis, Erde; Demin. des Adj, mundü-lu-s (Adv. -le); mundi-ti-a^ 
-es f. Reinlichkeit, Sauberkeit, Nettigkeit, Putz, Schmuck, Zier- 
lichkeit, Feinheit; (* nrnnäX-cu-s) fnundic-ina f. Reinigungsmittel 
(App. mag. p. 277. 4); mundi-äH-s (Adv. -ter) weltlich, irdisch 
(Tert); mundä-re rein machen, sÄubem, Part. mwidä-turS geläu- 
tert, rein (August.), mundä-ti-ö^n) f. Reinigung, mundä-tor (tor-is) 
m. Reiniger (Firmic), mundatör-iu-s zur Reinigung dienend. — 
Zu mundU'8 Welt: mund-änu-s zur Welt gehörig, Subst. m. Welt- 
bürger (Cic. Tusc. 5. 37. 108), tnundani (im Ggs. zu clerici) Laien 
(Cassiod. 8. var. 24). 

B. Gl. 283a. 299a. — F. W. 148. 166; Spr. 147 (ahd. muzz-an, 
mhd. mutz-en schmücken, putzen). Derselbe hat für das Subst. mundtis 
bloss die Bedeutung Schmuck, doch die andere kann davon wohl nicht 
getrennt werden und ergiebt sich ungezwungen. ^- Klotz W. s. v. ent- 
wickelt beide Bedeutungen (vermuthet jedoch : vielleicht von (ivSäv be- 
netzen s. Döderlein 6. 227). — Vgl. noch Krebs Antibarb. s. v. 3. Aufl. 
pg. 610: mundus Schmuck in der bessern Prosa nur vom weibl. Putz 
und Schmuck, nicht für das allgem. ornatu8. Die gewöhnlichste Bcd. 
ist Welt, aber nur vom Weltall, bes. vom Himmel u. s. w. 



MAMP höhnen, schmähen. — Got. mamp-jan in M-mamp- 
Jan verspotten, verhöhnen (bei Lukas XVI, 14). 

^€^q). — \xi^(p-0'\xai tadeln, schelten, schmähen, vorwerfen 
(Fut. (ii(i'il;0fjuict^ Aor. i'fAe(i'if;d(iriv^ i-fiifjup-^-^v; nicht bei Hom.; 
Batr. 70. 146. 150); Verbaladj. fteiiTC-to-g getadelt, zu tadeln, tadel- 
haft, fUfiTtx-iKo-g zum T. geh., geneigt; (fUfixp-vi^ fiSfiTt-Tt) ^i\x\^i'C 
f. das Tadeln, Tadel u. s. w., (Ufjup-CDki^ f. id. (Hes., Suid.), ^^up- 
ELQa f. id. (Teleklid. bei Phot), fU(Mp'löio-g tadelnd oder tadelhaft 
(Arkad. p. 39); fUfi^i-: (iffi'ilft-ßoki(o (fii(iq)0fjuiii Suid.), fUfiif/l'twiQog 
klagend über das Schicksal. — ^o^qp: ^o^qp-ii f. (poet), fiofuf-o-g 
m. (Eurip. bei B. A. 107), fi6fiq>-i'g f. (Telekl. ibd.) «= (Ufirffig. 

P. W. 383; P. Spr. 363. — L. Meyer KZ. VII. 281. — W. Stokes 
K. B. VIII. 3162 theilt: (is-fi-tp-ofiai (=a (itiistpoiiai accarding to Pott) 0. 
Ir. mebiU „«Äawj«". Z. 711, W. meflu ^^to disgrace^^ Vgl. dazu Windisch 
St. VII. 379. — Das Verbum (ii(iq>o(iai. s. C. V. I. 207 (bis); über das 
Suffix in fiBfitp-toXi] Düntzer KZ. XII. 6. 



— 701 — 

1) MAR reiben, zerreiben; sich aufreiben, sterben; 
eoropSlBch mal mahlen, malmen. — Skr. mar zermalmen, zer- 
schlagen, zerdrücken; sterben, caus. tödten, sterben lassen (PW. 
V. 564 t) •). 

mar. 

mar «= ^(xp sich aufreiben, sterben^). 

^ap. — {iiaQHxv'jm) ^apraivul activ: aufreiben, verzehren, 
entkr&ften, hinschwinden lassen, auslöschen; Pass. aufgerieben, Ter- 
zehrt werden, hinschwinden, absterben, verwelken, (vom Flusse) 
versiegen (Fut (uxQava, Aor. i-^QÜva [k Merc 140, Cobet XL 
311 l-^^ip^e], Pass. i-f*apav-^-v, Perf. fU-^Qa-^iiat^ (U-itagaii- 
fioi Plut Pomp. 31); ^^ov-r-ixo-^ welk, schwach machend, (luQav' 
0i'g L^ (utifa-iS'itO'g m. das Welk-, Schwach-werden, bes. das Ab- 
nehmen der Lebenskraft im Greisenalter oder durch abzehrende 
Krankheit, Marasmus, franz. marasme (Med.), liai^iMraSrig mit dem 
Marasmus behaftet (Med.); a-iutoav-xo-g unverwelklich (N. T.), daher 
eine nicht welkende Blume, Amarante; ^AfiuQavtog*). — ^dp-va- 
\iai sich gegenseitig aufreiben = k&mpfen, streiten, ringen, fechten 
(poet. seit Homer nur im PrSs. und Imperf. ; Homer. Inf. liaQvac^ah 
Opt. fLa^voliu^a, Imperf. l-fia^Ma-tf^i}v , Conj. Prfts. liaf^vdiuö^^ 
Hee. Sc 110; das Activ iMQ-vtiiu SchoL Opp. HaL 1. 16); Nbf. 
ftOQ-va-fuuj wohl fiol. (Hes.); ßa^^fuvov (Kerkyr. Grabschr., ß 
statt ^)'). — ä-^ap-a, i-iuiQ-ri (IL 21. 269), a-pe^-^ (Lex.) L 
todtes Wasser =s Graben, Kloake (stimmt mehr zum deutschen 
„Moor*'), «fio^id-v, «f*a^Mr4b-v vim(^ Kanalwasser TNonn., Theophr.), 
ifut^ti-m abfliessen lassen, bewässern, aiiaQ€V'iui(x) n. abgeleitete» 
Schmutzwasser (Hes.)^). 

^op, MPO. — {(iOQ-^)' «-^^-^-«-v* ijti^aviv (Hes.); fio^o- 
Pmo-g oder '߀eti^g {vitvg Hes., Charontis Unter) von Todten be- 
treten. — (fi^-To) ßpo-TiS-c sterblich, menschlich, Subst. der Sterb- 
liche, Mensch^) (^ ßqaiog Od. 5. 334), ßgotio-g id. (Hom. npr 
Od. 19. 546, h. Ven. 47. Find. Aesch. Eunu 171 D.), pQox'iiog 
id. (Trag.), (fiffot-rn-io) ßqav-iiö'io-g id.; afupi-ßQowi iaidg (Hom.) 
a» ifUfi ßqotvov ovtfer den Mann umgebend, deckend; (a-fi^o-ro) 
i*^ßpO*TO*C unsterblich, göttlich, (a-iißgor-io) i-fAßQoöHfhg id., fem. 
als Sahst, ä^ßpocia, ion. -/i} (erg. iSmörj, ^(foqnl) Ambrosia, gött- 
liches und Göttlichkeit bewirkendes Mittel, besonders Speise ftlr 
Götter und Futter fOr Götterpferde; dient aber den Göttern auch 
zu anderen Verrichtungen: der Here als eiDe Art Seife IL 14. 170 
(daher Od. 18. 192 naXXog aiißQoaiov göttliches Schönheitsmittel 
goianni), dem Apollon als Salböl D. 16. 670, der Thetis als Ein 
halsaminingseesenz IL 19. 38, der Eidothea als Parfüm Od. 4. 445 
(Ameis-Hentze ad L c. extr.)^). 

mara stumpfsinnig, dumm^). — puip6-c, att. pu»po-c, stumpf, 
trige, rtompÜBinnig, blöde, dumm, nftrrisch, ^Lmq4a f., umf^o-xj^-g 



- 702 - 

(r»/i-oe) f, StiimpiTieit, Trägheit ii. s, w,, ficiß-io-i- n. eiue Art Man- 
dragoras, deren ClemiBg verrückt machte; iaioqÖ-w Htuiupf u. s. w. 
inacben, betünben ( ^ftupcofiivos Arist. Ii. a. 9, 3); (fiaf-ovjta) 
fuai/ttlvio ein Thor sein, einfältig, dtmim sein, reden, Uandela; dumm 
u. e. w. machen (N. T.) (Fiit. ptoifavä, Aor. i'fitäfäva, iiuafüvOtjv 
Math. 6. 13), fiäeav-ai-g {. = /uai/la (Schol. Aeauh. Sepi 741J; 
jra(ia-papO'f last, etwas nllrriach (Hes.). 

mar = naX'). 

1) tia\ aufreiben ^ schw&chen; aufgerieben sein — > 
schwach, weich, üart sein. 

d-MoX-ö-c (ä protheth) achwach, weich, aart*) (IL 22, 310 
äfvo. Od, 20. 146 axvktixe;, Eur. HerakL 75 ^igav) = ÖTtolo^, 
eta&ivi'ig (Lex,), äfialö-m' äfutlävvia (Hee.). — jiaV-a-KÖ-c weich, 
ttanft, zart, gelind, mild; tadelnd: weichlich, zärtlich, schlaff (rä 
ji. SinnengentlBse , üppiges WohllebenJ ' J , Ädv. futltxxmg; (uiixäv ' 
ftalaxöv (HeB.); fiaWvi;' noQ&ivog. Kgifttg (id.); fuihilm' xoKtS; 
lia (id.); naiUtx-Cu f. Weicbheit, Weichlichkeit, fialtnua-m weich, 
weichlich sein; futlux-to-v n. (meist PI.) Weichthiere, Mollusken 
(auch luxlux-K', -tut Suid.), iMtlÜK-uo-v n. id. (Opp. Hai. 1. 688); 
fiaiUnH>-n]-$ (r»fr-off) f. = luilmiüi-, fiakax-luv {imv-og) m. Wekäi- 
ling (Arist. Eccl. 1058); (futlux-ja) jjaXäccw, neuatt. fuiXinn, 
weiiih machen, verweichlichen, entkräften (Fnt. ftakü^to, Aor. i-fittiltij- 
0ij-v)^), (laXax-t-ini-g erweichend, lindernd, {futXttx-n) ^Xa^i-s f. 
das E., L., fttjlmt-nj'p {zr\g-og) m. der Erweichende (ft. i^vböv der 
Oold-schmelziT, -schmied (Flut. Perikl. 12); fiälay-iia(z) n. dae Er- 
weichende, bes. Pflaster, Umschlag, fitcXuy^LUT-^to erweichende Um- 
schläge machen, fiaXuyfuii-aSrig von der Art eines erw. D.; futlcni- 
i^a weichlich , zierlich machen (Act. erst SpKt.) ; Med. verweich- 
licht, weichlich, schlaff werden, ^luXmu-a-^ö-g m. Verweichlichung' 
(8p.); fuilttK-vva = ^läaaw, iiaXaxo-uirig, fuiiliix-(o^t;e von weicher 
Art. Beschaffenheit — (/»«i-x, fUc-x) ßXä-K'"): ßXä£ ((JlSx-öe) 
schlaff, l&asig, IrSge, kraftlos; bes. geistig: matt, dumm (Comp. 
pXax-ä-uijaq Xen. An. 4. 2. 40, Sup. ^Xax-la-zcaog Xen.)"); vreich- 
lich, schwelgerisch (Sp,); ßXax-la' yaXaxla (Hes.), jSAex-txö-; ^= 
ßXäi\ ßXttx-tv-m schlaff u. s. w. sein (^ ^gvoiofiat Sp.), ßXtr}u{J^)-lti 
i. Schlafflieit u. s. w. (■= (laXuxla Sp.), ßXäxtv-iiei{z) n. dummer 
Streich (Euat); ßXax-aSiii einem ß}A% ahnlich, schlaff ii. s. w. — 
(j3päx-po) ßXriX'pi^'C sp.hwacli , hinschleichend , eanft hinlliesaend, 
äßX^ix^i {u proth.) weich, kraftlos, haltlos, schwach, xart, eonft'V- 
— {mal-va, mal-u) ^tI)X-u-c (Gen. v-os) entkr&ftet, matt, trSge, 
stumpf") {ßi/a6v{t vwÖpoV Lex., ifia&t)s Heg.); fuoXv-i/ö-s und 
ftoilv-po-s (id.); fiäXvi' aiioliStvcog (id.); fuaXv-ui/ov ' »nßXvrtfOv 
(id.); fuoXvyiQ (lakon. = luaXvJ^ig)' ji Stroia ^vXu (id.); ttaXv-Kta, 
fHilv-vm entkräften, erschöpfen (fimXvvtiV nifovfciv E. M.), xtna- 
^IvvtaQai hinschwinden (eines Geschvnilstes), fuaXv-t ixö-g ent- 



— 703 — 

krlLftend, schwächend (Hes.), fuaXv-Tfi-g = fimkvg (Tiraon. ep. ap. 
Diog. L. 7. 170). — (c-ftAv, a prothet.) d-fißXii-c stumpf, stumpf- 
sinnig, i(ißXv-rt]-g (x'tiT'Og) f. Stumpfheit, Stumpfsinn (Plut.) ; afißkv-vto 
abstumpfen, schwächen, Med. stumpf, schwach sein, aiißXvU'XHKo-g 
zum Abstumpfen u. s. w. geschickt, afißXvV'XiqQ (rrJQ-og) m. der Ab- 
stumpfende (sp. Dichter); afißXv'mro) stumpf-, blöd-sichtig sein. 

Weich, zart sein: a) Malve, b) Flocke; weich sein = mild 
sein: c) Honig. 

a) (mal-va-ka) ^aX-d-XT] f. Malve {(uiXßaxa Acc. Sg. oder Plur., 
Luc. Alex, 25] (von ihren weichen, wolligen Stengehi oder von 
ihrer die Eingeweide erweichenden Kraft; von den Armen bes. als 
wohlfeiles Nahrungsmittel gegessen)^*). — b^ (mal-ja, fiaX-jo) ^aX- 
X6-C m. Flocke, Wollflocke, Vliess; Haarlocke ^^); (fiaXXo'Co) fucXX(o To-g 
mit Wolle versehen (fi. iixdv^ iXafivg, öoga Schaafpelz), (laXXoD-öi-g 
f. das Besetzen mit W.; öaöv-iucXXog dichtwollig (nur Od. 9. 426 
und Eiir. Kykl. 360), mriyeal-iuicXXO'g (vgl. iXKioi-nEnXog ^ xafisal- 
XQovg) = das Vliess festmachend oder zusammenfügend {Tt^y-vv-fu 
pag. 457) d. i. mit dickwolligem Vliess (nur II. 3. 197). — c) (mäli-ta, 
fiiXi-tij fi^Xi'x) \xi\i {(liXiX'Og) n. Honig *^; olv6'(ieXi Weinhonig (Mel., 
Pol. u. a.), v6q6-iuXi Honigwasser (Emp., Geop.); fuXlx-ivo-g^ fieXn- 
riQo-g^ fuXtxriQ-io-g honigsüss, f^Xuio-ei-g honig-artig, -süss, überh. 
angenehm, aus Honig bereitet (^ fuXixoBCöa^ att. fuXnoikxa, erg. 
fia^a Honigkuchen); fuX^-iQO-g honigsüss, (iBXtxQO'Xfi-g (xrix-og) f. 
Süssigkeit (Schol. Theokr. 7. 82), fiehxQ-<o<5rig honiggelb von An- 
sehen; iuXix-6'G} mit H. vermischen, süssen, fuXixG}'iia(x) n. Honig- 
gebäck; (fuXiX'l^G}) fuXixi-a-fiO'g m. das Einilchmieren mit H. (Paul. 
Aeg.); fuXtxo-Bldrig ^ luXix-dSrig honig-artig, -farbig; fuXix-l'Xtj-g olvog 
mit Honig bereiteter Wein (vinum mulsum)] ^uXit-o-v ottiglov rj xo 
itpd'ov yXevxog (Hes.); fuXlx-euc f. Melisse (Theokr. 4. 25); fuUx- 
Ho-v ('lo-v Hes.) lu ein gegorener Trank aus Honig und Wasser; 
(luXiX'ja) fi^Xicca, att. (UXixxa (Nbf. fi§Xlai' (liXusöcct Hes.) f. Biene, 
Imme (poet. auch Honig), Demin. fiiXlaö-io-v n. (Bienenzelle Sp.), 
(leXicca-to-g die B. betreffend, von den B., fuXiaß'ia f., fuXüsa-eio-v 
TL, fuXiaß-oiv (ßv-og) m. Bienenstock, (uXtaarj-Sov nach Bienenart, 
(uXiaatj'H-g bienenreich (Hymettos, Helikon), fuXusa-ev-g m. Bienen- 
wärter, -wirth, fuXixX'ddfig bienenartig; Frauennamen: MiXiaaa^ 
MeXiöß-aQiO'V^ MeXiaa-ui-g {ad-og)^ MeXlöö-io-v ^ (fuXix-xo) MeXuf- 
xliri^ MeXh-Tj^ -sux, MeXix-wva («= tyja); Mannsnamen: MiXicc-o-g^ 
MiXiöo-Ev-g^ Mshx'ldrig^ MeXh-wv; Städtenamen: MiXioaa, MeUx-ala^ 
MeXlxovdda; (luX^x-jm^ fiX^x-jm^ ßXix-jta) ßXiTTU) zeideln, Honig aus- 
schneiden (Fut. ßXlöm^ Aor. e-ßXiaa)^'*); BXl-xaoQ (xoQ-og) [richtiger 
wäre BXlxxcüQ oder: ßXi-jco = BXl-xodq?] Makedonier unter Anti- 
gonos, (ßXiT'Xo) BXiü'X'lxvi^ BX^ö-x-ix-i-g maked. Frauenname. 

2) ^aX zerreiben, malmen = mahlen. (Nur europäisch.)^**) 

fioX: MoX'tmv (tov-o^), im Dual MoXiove = Eurytos und 



L 



704 — 

Kteatos, Kwei gewaltige Helden aus Elis, die sogar den Herakles 
besriegten, aber siiüter von ihm getüJtet wurden '"J, — (f*oi) MuX 
(»gl. nop, Jitip, nvl pag. 479): WÜX-ii f. Mühle (Hom. nur Od. 
7. 104. 20, 106. 111}*'); Plur. auch (= ftvkoKQot) Backomahne; 
|iüX'0-C m. =^ fiviii (sprichw. oitri Qeäv äUovai fivloi, ällovOi äi 
ktnrä Paroeni. App. 4, 48 von später, aber sicher eintretender 
Strafe); Mühlstein (Sp.); liaoken/ahn (Artem. I, 31); tid^^vlo-f 
m. Wassermühle (He».); nvka-to-g, (ivl-la-g, nvk-mö-s, livk-i-nis 
nur M. geh. (A/9os Mühlstein, öSovg Backenzahn); (ftvittx) fivka\ 
{<t*-og) m, Mühlstein, grosser runder Stein, fivka*-^ö-g m. id. (Alex. 
Aet. 5. 31), Qi-g f. Müllerin (PoU. 7. 180), fivkoK-i/ot m. die Baoken- 
zBhne (denlfs vtolares); nvk-äv {äv-og) m. MUhlenhaus, Demin. 
fivk<äv-io-v n.; iivk-ia&-tfö-g (auch iivkia&gog) m. Müller, Mühlmeister 
(6 fivläva KCMiinivog K«i t^atöjuvog Siud.), (ivkatQ^-i-g (iä-og) f., 
fivko>&eö-v n. >= (xtili) (Phot.l, (ivkm&Q-ixö-s den M. betreffend, 
fivk<o^ei-<a auf der M. mahlen (Suid.); iivkö-n-g, fivko-etdrjg, fivk- 
ääijS mühlen-, mühlsteinartig; fivk-ööovg m. Backenzahn; (fitil-jn) 
pO\Xuj zermalmen, mahlen (nur Theokr. 4. 58), ühertr. = molere 
beschlafen (fivklti' niTjiiMif» Hes.)-'); nvkko-g m. stdliscb: weib- 
liche Scham (Athen. 14. 647a), (ivklä-g (0^-03) f. Hure (Snid.); 
Mvk-a-g (ovi-o;) ein Teichine zu Rhodus, verehrt als Erfinder des 
Mühlsteins, der au Kameiros HeiligthUmer der MahlgOtter errichtt-t 
haben soll (ftpö MvkavTiimv); Mvk-t-ü-g Beiname des Zeus als 
Mahlgottheit (Lykophr, 435)"'). — fii\: \ie\'ivr] f. Hirse (panicum 
miHaceumY'); Mtkivo-ipäyot ein thrakischer Volkastamni {ätpixvovv- 
TM 6tä täv Mektvixpayiav xakovnivtov &</aKÜv flg röv £ak[ivScis<söv 
Xen. An. 7. 5, 12; dazu Rehdantz; Hirseaser sind <lie Bewohner 
dort, wie damals jDem. 8. 45] so noch heute; zu dem Namen 
vgl. die Amtoipäyoi bei Hom., 'Jx^votfäyot Her. 3. 19). 

3) jiaX zerreiben ^ sudeln, seh würzen**). 

jjaX. — päX-t-c, MJ^X-i-c ü-oj) f. Rots, eine Krankheit der 
Pferde und Esel (Suid. und and. Sp.); (uH-iff (l&kon. statt fiäk-t-s) 
eine Erdart, kimolische Erde. 

MsX. — (ttu*/-rtfi«) txi\-a-c, (fukav-ia) M^aiva, ixiXav (Gen. 
m. n. läkavog. f. ^Wi-^s "• s. w.. Dat. fulkavi aövta II. 24. 79**); 
Comp. Slip, fuläf-ugog, -toto;) dunkelfarbig, dunkel, dUster, trüb, 
schwarz, Knater, schrecklich (Stibat. 10 (Ukav äfvog Od. 14, 12 
das Schwoi-ze d. i. die dunkelfarbige Binde des Eichbauma; Tint« 
Leon. AI. 25. Plut.); spSte Nebenl'orm: itikovo-g, luhtiv-g (dazu 
Superl. nfkaveixmog Stmb. 16. 772), lukaivato-g (Oroc. Sib. 5. 328); 
lukov-iit f. Schwfirze, schwarzer Fleck, schw. Wolke; (ukuvö-ni-g 
(i»iT-üj) f. Schwarze (Galen.J; fuXtitv-a-g (äd-og) f. ein Fisch; fu- 
kaiv-l-s (Mos) f- die Schwarze, Nttchtliehe, Beiwort der Aphrodite 
in Korintb (Athen. 13. 588b 1; fifkaiv-iötg f. eine scliwürzlichc 
Muschel- oder Schneckenart; fulavo-iidt'ig , fuktrv-täöijg schwarz aus- 



- 705 — 

^sehend; {fukav-joa) ^eXaivu) schwUrzen, häufiger Med. schwarz 
werden (Fut. (ukavia, Aor. i-fieXav-^-v)] Nebenform (uXavta (ntr 
(uXavet 11. 7. 64 es dunkelt, vgl. Kvöavco D. 20. 42)*^); tuXav- 
X'ix6-g schwärzend (Sp.), (Ukav-öi-g f. das Schwarz werden, (ula-a- 
(w-g m. das Schwärzen, fiiXa-a-fia{T) n. das GeschwUi*zte, Schwärze; 
(lekav-licD schwärzlich sein; (leXav-o-Gi = fiBkalvm^ (leXavtS-di-g f. =^ 
fuXa0fi6g, fiBkavm'fia(x) n. = fiikaß(uic. — -|i€\ac: aiKpi-fiiXa-g 
herumschwarz, Homer stets €i(iq>, (pQivtg^ eig. das rings umdunkelte 
Zwerchfell oder (nach unserem Ausdruck) Herz, dann überir. das 
leidenschaftlich bewegte Herz^^), sonst nur noch ofig). xovi^ Theodorid. 
7. 738; ini-fäXa-g schwärzlich (Theophr.). — |i€\av-: fulafjirßmXog 
schwarzschollig, (ukay-yaiog^ y^^ogy yimg schwarzerdig, (uXctv-slfuiov 
schwarz gekleidet, fuXay-xokla f. Schwarzgalligkeit, Melancholie, 
Tief sinn (durch die in's Blut sich ergiessende Galle entstehend) 
u. s. w.; (uXavo-: fuXavo-^Qi^ schwarzhaarig, (uXavo-fiaXkog schwarz- 
wollig , luXuvO'TtTSQog schwarzflügelig u. s. w. 

jicX. — (fioX-vv-jm) ^o\-uvuj besudeln, beflecken, entehren, 
beschimpfen (Fut. /xoAvvca, Perf. (u-fioXv-ö-fum Sp.); (wXw-Ct-g f., 
(loXv-a-fjLO-g m. das Besudeln u. s. w., (i6kv'(S-fia(t) n. Schmutz, Fleck, 
fiokvaficn'(odr}g voll Schmutz; fu>kvv4i]' Ttvyrj (Hes.). — |io\-oßp6-C 
Schmutzferkel (Od. 17, 219. 18, 20-), vgl. (wk-oßg-h-v n. (Ael. 
h. a. 7. 47), fwk-oßQ-lxfi-g m. (Hippon. ap. Ael. ibd.) Ferkel*®); siehe 
oßQta^ oßglKctka pag. 35. — (mar-m[ar]?) fäg-fuc' inl xov x«rxo- 
TCivovg^ xai ^xmaQOv^ Tutl novtjQOv^). 

mar-d aufreiben, schwächen^^). — Skr. mard l) zer- 
drücken, hart mitnehmen, aufreiben, 2) reiben, 3) wegreiben, ab- 
wischen, vernichten (PW. V. 583). 

|iapb. — (f^o^<^) ßpcxb-ü-c langsam, träge, stumpfsinnig; (zeit- 
lich) spät (Comp. Superl. ßgadv-ugo-g, Tcrrq-^; ßgad-ltov Hes. 0. 
526. Plut. Fab. 12; ßgad-tcro-g E. M., ßagö-iato-g D. 23. 310. 530); 
ßQadv'Xi^-g (xijx-og) f. Langsamkeit u. s. w. (Hom. nur IL 19. 411), 
ßOad'Og n. id. (Xen. Equ. 11. 12); ßQuöi-voa (Put. ßgadifvöi} lang- 
sam machen, verzögern; intrans. zögern, säumen (ebenso Med. Aesch. 
Sept. 604); ßQaöv-: ßgadv-ßctfimv langsam gehend, ßgadv^kcDCöog 
von langsamer Zunge, ßgadv-voog von 1. Geiste, stumpfsinnig u. s. w. 

fiaXb. — d-^iaXb-uviü (a prothet.) schwächen, zerstören (xetxog 
ifutkdvvtixai, IL 7. 463, t. ifuckövvag IL 12. 32; ifutköw^öofum 
ich werde zermalmt Arist. Pax 380 B.); vertilgen, unkenntlich 
machen; verhehlen (afuxkdvvovßa g>6vov xikog Apoll. Bhod. 1. 834, 
dazu SchoL änoKQwvtovaccy^), — (fikaö) ßXab: ßXab-apö-c schlaff, 
träge {ßkadagov iKk€kv(iivov Hes.). ßkado-V idvvaxov (id.). a-ßkaö- 
iiog' fiöiag (id.)»«). 

mar-dh weich, schlaff, überdrüssig werden*»). — 
Skr. mardh überdrüssig werden, vernachlässigen, vergessen, miss- 
achten (PW. V. 586). 

Vaniiek, etym. WOrterbuoh. 45 



l 



— im — 

HaX6. — näX6-a, -tj I'. Wachs mit Pech vermischt (womit 
m&n 2. B. den Schiffskiel überzog, um ihn wasserdicht xn machen); 
weiches Wa«hs (jt^pos fUfialaytUvog Hes.); ein grosBeB weiches 
Seethier (fittiöij &' if ^ailaxgtftv Inävvnoe ndpov/jjtfiv Opp. Hai. 
1. 371); MaXe-aKÖ-C = ptioxog s. pag. 702 (Hom. nur IL 17. 
588 |U. o^ifiijt^f fe'g)i Itok^un-lu f. = futkaxia, fMrA#«xo-nf-s {tijz-og) 

f. ^ (UtkäxÖTIjg, flolöoK-lVO-S, fMtiÖöX-IfpÖ e ^ floAdoXOl,-; (fMHiöOM^) 

fMil&tioam = juaAaOmii, fiak9ax-t-MÖ-i ^ finioMixdf, (fiaiSttK-w) 
ftail&a|ig f, = fiiikttiig, fuiA9t<>i-r^'p-io-s = ^alöcxrixog, piildiint-Sta 
K= furilax^ca; ^ailüax-vvtd =^ |iaj,axvv(a; jucldtixu-u = jiuiilaoaai; 
fial&ano-titSrlg, lUxl&aK-iäö jjs = nakaKoeiSfisi furilOax-cv-ofu» = fwlcr- 
)(/£op»; fuiit.#-ö-(i}, ^X^-a'^u, fiak&aCviü = fial&äaaBti px^ft-uv (uv-of ) 
^ (iuktmlav. — 'A-MÖXö-eia (n jiroth.) f. die Ziege, welche den 
Zeua sBugte, auB deren Hiiniera Nektar imd Ambrosia gefloaaetl 
Bein Boil (davon '^^;i9f/or; Kt'po; das Hörn des Ueberflusses, sprich- 
wjlrtlich vom gr^ssteii Uoberfliisae) ; nach Anderen eine Nymphe, 
die Jupiter fichUbst« und nährte^). 

inar-p aufreiben, mürbe machen = schädigen*''). 

^aXiT. — ä-fiak-ä-nta' pkänxio (Lykophr. Alei. v. 34. Sopfa. 
fr. 413 D.). ~ {^an, ßkax; fd anhLutend = ßk^ vgl. fmk ßkiöatm; 
n erweicht nu jS) ßXaß: ßXdß-n f., (ßktm-u) ßkäifpt-g f., (jSioftfMtt) 
ßkäfi-fia n., ßkäß-og n. Schade, Nachtheil, Verderben; ßkaß-tfö-g 
BchSdlich, oachtheilig, verderblich, ßkaßö-ei-g (Nik. AI. 18Ü id.); 
d-ßXaß-^c unversehrt, unbeschädigt; nicht vertetaend, unEch&dlich, 
unschuldig, Adv. äßlaßiag h. Märe. 83 {aßkojtig kret., oßkaßls 
HeB.); «^in(J([ffJ-iÄ {äßluß-lti h. Merc 393) f. Unversehrtheit, üu- 
HchSdlicbkeit, Unschuld {itinoi^aitia , quae apud Graeeos usUatum 
nomen nullum habet, srd habere jiotcsl äßkäßtiav, nam est imiocaUi^ 
nffrclio talis animi, quae noccat nfmini Cic, Tubc. 3. 8. 16)**)} 
ßXdn-T-iu schwKchen, hemmen, hindern; sch&digen, verletzen; ver- 
wirren, bethüren, betäuben (ßkäß-i-rai nur U. 19, 82. 166. Od. 
13. 384 und Änakr. 31. 26 1)., ^-ßkoß-i-v Quint. Smjrn. 5. 609, 
Fiit ßXö^frofiui, in pasa, Bedeutung Thuk. 1, 81. Ö, IJ4, Pass. ßiaßif- 
aofifti Plut. Isokr., Perf. ßi-ßkaip-a. ßißkait-iia, , Hum. nur ßt-ßluit- 
fiivo-g, Aor. Paas. t-ßkäfp-Sii-v, Hom. nur ißkätpdTjaav IL 23. 387, 
l-ßküß-ti-v, 3. PI. Hol. und dor. i-ßkaß-i-v II. 23. 461, ßküßoi ilid. 
546, Find. N. 7. 18); ßkaßvcaciy ßkänteaSat (HeB.); S-ßlu-a^o-e 
iinaebBdliöb {Nik. TLer. 488), ßlan-^-txö-g schädlich (Arr. Epikt 
und Sp.), ßkan-T^f-to-g id. (Opp. HaL 2. 45C). 

iiiar-1 auflösen ^ mild, sanft machen, sänftigen, er- 
fieuen*^). — Skr. mnrd (statt muri) gnädig sein, verzeihen, ver- 
schonen, gnädig behandeln, erfreuen, beglücken (PW. V. 581). 

(fitifl, litkX) ion. fi£iX (durch Ersatzdehnung). — ^ciX-ta t). 
PI. .illes Erfreuende, bes. erfreuliche Gaben, Litibes gaben, SUbn- 
Xeschenk; M€iX-ix-a-c läol. ftikkixo-^) mild, sanft, treundlicli, lieb- 



— 707 — 

reich, a-fulhxo-g hart, unerweichlich , unerbittlich (3mal D.: ^Aldrig 
9. 158, ^xoQ 9. 572, crva| 24. 734), ^dix^ia, ep. -/17, f. Sanft- 
math, Milde (nolifwio Lauheit des Kampfes IL 15. 741). fUiUx-to-g 
= (uihxog^ Zeig M. der Beschützer der ihn mit Opfern Ver- 
söhnenden, fuikixi''^i'f)'t^o-v n. Tempel des Z. M,; fuiUx-rj f. sanfter 
weicher Faustriemen (Paus. 8. 40. 3); (ftedix-ua) ^eiXiccu) be- 
sänftigen, beruhigen, mild, angenehm machen (Som. nur fuikiaa' 
ifuv, (uillöö'So^ (UiUdö-sro)^ a-fuÜux-to-g = i{uikixog (oif; B. 11, 
137. 21, 98, Zxvyog vömQ h. Cer. 260), fudM-t-ifw-g zum Besänf- 
tigen u. s. w. geeignet, (ludw-u) (ulh^i-g f. das Besänftigen u. s. w., 
fiilXiTi'TQo-v n. Mittel zur Besänftigung u. s. w. (Ap. Rh. 4. 712), 
(uikix-xi^Q-iO'g = fuiXtuTtKog (ro (i. Sühnopfer), (teÜity'fjuic(x) n. = 
(lilXixxQOv (Hom. nur Od. 10. 217 (UiUytJuna dvftov erfreuende 
Leckerbissen), bes. Sühnopfer; ft^d-siv' a^iöxeiv (Hes.). — \XT{\ 
(dorisch): Ev-fitiko-g Dichter, Schriftsteller, Maler, KaXXl-firilog 
Thebaner,* Oiko-firlkri Tochter des Königs Pandion in Attika, die, 
von ihrem Schwager Tereus entehrt, in eine Nachtigall (nach 
ApoUod. 3. 14. 8 in eine Schwalbe) verwandelt wurde*®). 

|i€X (statt iiekk?): ^dX-oc n. Lied, Singweise, Melodie [eine 
Spur von fäkkog scheint vorzidiegen: h. Merc. 502 ^ibg d' wto 
(likog aeidev und Echembrotos bei Paus. 10. 7. 4, dessen Penta- 
meter schliesst: (äkea xcrl ikiyovg] d. L das Sänftigende*^) (vgl. 
Schiller's Macht des Gesanges : „es schwinden jedes Kummers Falten, 
so lang des Liedes Zauber walten*'); Demin. fuX-vSQio-v (Arist. 
Eccl. 883. Theokr. 7. 51); (uk-ipöCa f. Melodie (s. vad singen); 
fuk-eal-TvreQog Beiw. der Cicade (mit den Flügeln singend A. P. 
7. 194); Ki&ocQri'XsixO'li^krjg (ibd. 9. 216. 4) von Amphion^s Leier: 
Mauern singend d. h. durch Singen errichtend*^). — |i€X-7T, )lioX-7t: 
fi^X-ir-U) durch Spiel feiern (Hom. nur ^kstovxeg D. 1. 474), Med. 
spielen, einen Chorreigen aufführen; (St. (uk7te{) fukmq-xa}(f {xoQ-og) 
m. Sänger (avögeg Maneth. 4. 153), fäkTtri-^go-v n. Ergötzlichkeit, 
Lust, Spiel; Mskno-fävti die Singende, eine der neun Musen (Hes. 
Th. 77), später die Muse des Trauerspiels; ^oXir-ö-c m. «= (uk- 
mqxfüQ (Hes.), ^oXtt-ii (poei) f. Gesang mit Spiel und Tanz ver- 
bunden, überh. Spiel, Ergöizlichkeit, Gesang, Saitenspiel, fiokTtti- 
dov gesangartig (Aesch. Pers. 389 D.), tnokTta-io-g sangreich (aoida 
Erinn. 7. 712); (St. fwkns^) (iok7ti^'XG}(f (xoQ-og) m. = fiek7ti^x(0(f^ (wkmj- 
xi-g (xiö-og) f. singend, tanzend; fiokn-atci) ^= fäknai, fiokncc ö-xi^-g 
m. Sänger, Tänzer (avfmaUxrig Hes.), fem. ftoX^rcr-tf-r^-i}, (lokTta- 
a-xQ-uc {avfiTtalTngia Hes.); EC'(jLok'jto-g Sohn des Poseidon und der 
Chione, ein Thrakier, als Sänger berühmt, soll mit den Eleusi- 
niem den Erechtheus bekriegt und die eleusinischen Mysterien 
gestiftet haben (nach h. Cer. 154 selbst ein Fürst der Eleusinier). 
— fiiX (* statt £5 vgl. de ta^t): Mlk-xa-g Thessaler, Schüler des 
Plato; Mikxia-dri-g Sohn des Kypselos, Sohn des Kimon (Sieger 

45* 



— 708 — 

bei Maratlion) u. a. w.; Miltä (toüe) eigentl, Name der jffi _ ^^ 
Aspasia, der beliebten des jüngeren KyroB, Mü-tav (I?) Athl 
ans Krotim; Feldherr des Perseua; MWij-io-f. leeb. MÜläto-t, I 
Stadt der Insel Kreta fll. 2. 647), davon erhielt Kolonisten un 
Namen die berUhmte und reicht- Handelsstadt der loner in Karis 
fn. 2. 868, if<iwa Theokr. 28. 21; vgl. Strabo X. p. 734. Xn 
11. 941); (Mtlr)T'io) Mikria-ioi dii- Einwohner (sprichw. naXia t 
i]aav aJxifioi M., von vergangener GrJIsse). 

mar. 

mar '). 

mar. — [tnar-i:) niar-e n. Meer; übertr. Meer-wasser, -farV 
(vgl. '^(iqp^fwipo-; Sohn des Poseidpn Paus. 9. 29. 6) =^ das ün 
fnichtbare (lOast im Gegensatz gegen daa Leben der Vegetatio 
Pflanzen ersterben und Geschöpfe duraten; vgl. Skr. morti m. WQat 
Sandöde PW. V. 568)") (Abi. Sing, marc Lucr. 1. 161. Ov. 1 
5. 2. 20. id. Pont 4, 6, 46. 198, Gen. PI. mar-wn Naev. »^ 
Prise. [>. 700 P.J; maritinut-n im M. befindlich, am M. gelegu 
:«uni M. geh., MarUima f. Stadt an der Küate des mittell&nd. Meerai^ 
mnr-mu-s zum M. geh. — miir*ia (Nbf. murks) f. Salzlake, 
brllhe*'), muria-li-cus in 8. eingemacht (Plaut.). 

inor. — 8t. itt&r-li: nior-H (mor-tis) f. Tod, Plur. Tod« 
falle, arten; übertr. Vernichtung, Hinachwinden; meton. der Todti 
Leichnam"); personlf. Mws die Todesgöttin fCic. n. d, 3, 17. 4 
u. a,); tHortäli-s = ß^otö-e (pag. 701), aiorlali-ta-s (täiis) f. Sted 
lichkeit, das Sterben, Sterblichsein, (*»«ort(-CM-s) utoriic-inu^ ^ 
sterben, verreckt, nnr von-Thieren**); tnör-i, möri-or sterben, t4 
gehen, erlöschen, absterben (Ttif. nwx-w-i PUut. und Ov. M. 14. Slf 
morimw Eun. ap. Prise, p. 880); (mort-vo mit dem Tode behaftfll 
atatt einea verloren gegangenen Particips von »ton) mort-uu-s toCil 
gestorben, abgestorben, Subst. m. der Todtc, Leichnam^^); t 
hii-a n, PL Trauer-, Leichen-k leider, Todtenlieder, mortu-äriu^ « 
Todte bezüglich (m. glossaria Tod ten Wörterbücher, Spottname d 
todte und nichtige Dinge behandelnden Philosophen; vgl. vos p 
sophi titera cstis. ui M. Cato ait, tnortuaria glossaria Gell. 18. 7. I 
ttiortK-om-s leichenhaft, tödtlieh (Cael. Aur.); Desid. nwr^iri-re; m 
fer. -ßcus fTert.) todtbringend, tödtlieh, — tuOr-bU'S m. (K 
thnm, Ursache des Verfalls) Krankheit'^; »torbi-ttu-s krank, ' 
baß, siech Ikrank machend, ungesund Lucr.); tnorh-ösus >« t 
biiius; morb-ön-ia f. Krankheits-, Peattand (in der vulg. ^ 
schungsformel : abire nwrbimiam zum Henker gelten); fttorbt-fit 
■ßeus (Sp.) Krankheit bringend. — mOrQ.B = pofw-; (pag- 701 
nlrriach, albeni, Subst. Narr, NSnin (Plaut). mor-i-ö{n) m. £i] 
narr, mörä-ri ^ (uafalvm (Suet. Ner. 33); jHo-mar (stuUus i 
Sicutos Paul D. p. 140)'). 



'— 709 - 

a) Auf reiben: mar-c (vgl. fuel-K pag. 702; vgl. ja-c-ere, fa- 
c-ere u. s. w.), (*rnarC'U-8) marc-öre (vgl. albus, älhe-re) = ßkce- 
Tuvta ibd. *'), Inchoat. marce-sc-ere ; marcX-du-s = ßla^ (ibd.), 
Demin. marcidü-lu-s etwas schlaff u. s. w. ; marc-or (är-is) m. Schlaff- 
heit u. 8. w. — b) Zermalmen: mar-C-U-S m. Hammer, Stössel 
(Isid. or. 19. 7. 2), Demin. mar(Ä4urS m.; Marcus^ Marcu-lu-s^ 
Marcel4U'S , MarceU-lnu^s , Marc-m-s, Marci-änM'S^)\ (^mar-iu-s) 
martü'lU'S m, id. (vgl. franz. nharieau, Karl Martel d.i. der Hammer, 
gest. 741 zu Quiercy an der Oise); mor-t-äriu-m n. Mörser (in 
quo teruntur quae solvcnda sufUy Non. p. 643. 22), Demin. mortärio- 
lu-tn^^), — c) Weich, sanft sein: (maralo) luSrulu-S m., rmrula 
f. Amsel, Meeramsel (ein Fisch), Menda m. xöm. Beiname^). 

mar = mal. 

1) mal weich, zart, mild sein: a) Malve, b) Honig (pg. 703). 

mal-ya f. = ^l'i%ri (pag. 703)*^), mdlV'äC'm'8 malven- 
förmig (caulis Plin. 21. 4. 10). — (*maU4a, *fheli4i, *incU4, 
*mel't) mel {Gen. meUirS st. meltirs) n. = ^äh (ibd.)*®), Demin. 
mdli-culu-fn n., meU-eu-s honig-artig, -süss, lieblich, meü-äriu-s zum 
H. geh., Subst m. Honig- Wärter, -bauer, n. Bienenstock (Plin. 
Varr. r. r.), MeU-Ön-a, -ia f. Göttin der Bienen und des H., mell- 
o$u-8 voll Honig, honigartig, tnell-a f. Honigwasser (Col. 12. 11. 47); 
meUi'fer H. tragend, -ftcus H. machend, -fluus H. fliessend, lieb- 
lich, -genus honigartig; mell-äre H. einsammeln (Pallad. 7. 7. 1)« 
mellä-ti'ö{n) f. Honiglese (Col., Plin.); {^meUi-re mit H. versehen, 
davon) Part. melU-iu-s = melleus (meUto-m Paul. D. p. 122. 3 = 
meUitum, mellosum)^ Demin. mdlitmtis (Subst. f. -la Honigpüpp- 
chen App. Met.), davon (meUUu-la, *meUU'la) meUü-la f. Honig- 
püppchen (mea vita, mea meUilla Plaut. Gas. 1. 47); mdH-g-o (%n-is) 
f. Bienenharz; der noch nicht reife Traubensaft (Plin.). — (Anderes 
Part, von *m€Ui^re) mul-SU-S (vgl. saUre, sälstis) mit Honig an- 
gemacht, honigsüss (mit vinum^ acetum, lac, aqua u. s. w.); Subst. 
f. mulsa Süsse, Liebchen (Plaut.)**), n. mulsiMn Honiggemisch, 
Meth; muls-eu-s = mulsu8 (Plin. Col.); (promuha f., davon weiter 
gebildet) promuls-i-s (id-is) f. ein mit Honig angemachtes Vor- 
gericht, dann Vorgericht überhaupt, Vorspeise, promulaid-äre n. 
Schüsselbrett, auf dem das V. aufge^agen wurde. — Griech. Wörter: 
melüite-s (Plin.) = (uXithrig^ melUo-n (Vitr. 8. 3) ■= (uhtov, 
meliiinu-s (Plin.) = (ukluvog^ Melüinus röm. Name (inscr.). 

2) mal zermalmen, malmen = mahlen ^^). 

mol. — mSl-a f. = (ivX^; Molae Mortis (in röm. Priester- 
büchem) Mahlgöttinen, Töchter oder Begleiterinen des Gottes, der 
das Getraide gross wachsen und gut gedeihen lässt*^); tnöl-ire 
(-ui, -t'tU'tn) = fivkko}; mott-tor (för-ü) m. = fwlco^Qogj moli-tür-a 
f. das Mahlen, das Gemahlene (Plin. 15. 23. 25); md'ma f. (Amm. 



— 710 — 

IB. 8. 11), mol-Uia-m n. (CaHsiod.) = mok Irina (Calo ap. Non. 
p. 63. 26} ^ wola: mollrt-ariu-s m. WaaBermüUer (v6q-ti)iinis 
GloBS. Philox.J; mol-äri-s = (ivX-iKÖ-g (lapis, dcns, vgl. Xl9og, ödov;). 
m<i2-äriu-5 id. (Cato r. r. 11. 1. usinus), mol-üe n. das /iehseU 
deG KeelB in der MUhle, MOhlenseil (Cato r. r. 10. 11); (Stamm 
mol-u, TgL ac-u-ere, oder i» Bindevocal in:) mol-u-cru-m n. in d«r 
aUi'öm. Priestersprache ein DJng oder Werkzeug, das beim Mahlen 
des Getraides in Anwendung kommt (auch Festus p. 140 F.: a) quo 
molac verimilur, fivÜKx^ov, b) Monkalb s. mola, c) Usmtm guodt- 
dum qutidratum, ubi hiunolaliir)'*); (* mol-en-dU'S mahlend) Coft- 
molenda die zermalmende, eine Göttin, die die Baiune zerhani, 
zerschlägt oder zeracbmettert (Orell. inscr. I. p. 390), molmdä-re 
(irUictim Pomp, gramm. p. 473), molend-inu-m n. Mahlort, MUhlen- 
haus (August.), molend-ärät-s, -in-ärius = tMlarius'*); e-niol*fi> 
inentn-m ((-) n. das Ermahlene, Gewonnene, ErFolg, Vortbeil'^, 
cmoluwad'ic-tu-s auf den V. bezüglich (CasHiod.); molii siifstt Opler- 
atebl {far tosUtm et sah sparsum, quod co mdilu hostiae adsper- 
gantur Paiü. D. p. 141); Im-tltolft-re mit Opfermelil bestreuen 
(die dem Schlachten des Opferthiers vorangehende Handlung) = 
das Opferthier achlachten, das Opfer darbringen, opfern, immolö- 
lor m. Opi'erer, imtnolä-ti-öln) f. Opferung, tmnutlät-iciU'S zum Opfern 
,geh. (August). — mit; Itin-iD-lQ n. = lullvii**}, mili-äf-eu-S 
H. Quls, Paul, D. p. 83). 

3) mal zerreiben ^ sudeln, schwSrEea**). 

mati-eu-8 m. = fiÄAij (pag. 704). — niftl-n-8 hSsslich, 
Bcbftdlicb, verderblich, schlimm, schlecht, böse (vgl. iiiltii pag. 704 
xaid niff er pag. 424); aU Subat. n. malu-m Böses, üehel, Unglück, 
Unheil, Verderben, Schaden, Strafe^'), Adv. male; Mali-ti-n l 
schlechte Beschaffenheit, Schlechtigkeit, Bosheit, malUi-Ösus (Adv. 
-Öse) bosbalt, arglistig, suhlaii, maliliosi-Uis £ JJosheit (Tert.)t 
mnliJn-s f. da« Uebel (Dig.); mäk-: -lUai-s (pag. 330)i -yta« 
(pag. 384), -volua (b. W. var); mali-gnu-s (pag. 190). 

tnar-d aufreiben; weich machen = schmeicheln*'). 

mal-ll. — ßtmaldu: {*maldu-is,*moldt}-i-s,*motv-is)mO\\'i-li 
=- futltaiö-g (pag, 702)**), Adv. molli-tcr, Demin. »wIII-cvIk-s, Hol- 
licuiu-s rSm. Bein., moükcl-ht-s ; t»olU-ti-ii, -c-s, molll-lü-il-o (tn-is) 
f. ^ lUtXoit-la, -oiije; »w(ft-re = fialüeaa, molli-moHtit-m a. Lin- 
derungsmittel (Sen. tranqu. 10); Inchoat moUc-sc-ere weich werdcoi, 
verweichlichen; »toUc-rc weich sein (Theod. Priac. 1. 28); (•moIH- 
cHs) moüicma f. das weiche Kleid (Nov. ap. Non. p. 540. 22); 
moU-u-sca f. (auch mit nux) eine Art weichi-r Nuss mit sehr dttnner 
Schale; moUusru-m (erg. (über) n. Ähombaiam; moUü-if-o (»»-w) f. 
eine Pflanze, die weiche Art von der Gattung lappa;to (Pün. 26. 
10. 65); (moU-ta-a) mil-/a-5 = tnollvs I Lucü. ap. Non. p, 25 G.)*"), 



— 711 — 

— mül-ier (= CoiuiJ. moUior, vgl. &tjlvti^ai &enl, ywaixcs 
pag. 387j (Gen. mul-ier-is) i, Weib, Frau, (tadelnd) Weib, Memiiio 
{non me arbitratttr miiiiem^ aeä mutierem Plaut. Bacch. 4. 8. 4}"*), 
muUer-arius zum W. geh., vom W. kommend, Subst. m. Weiber- 
Ireund; mulitr-ösus weiberaüohtig, mulieröm-läs (tälis) t. Weiber- 
sticht (mitliirosilas, ut ita aiipdlem eam, quae Gratce tptioyvveia 
dicäur Cie, Tust. 4, 11. 25); mulier-äre weibisch machen (Varro 
ap, Non. p. 140. 16); Demin. fiiulier-cäa f., nndiercul-ärM-s m. 
= Subat. mulieräriits; {* tnuiier-bri) mulie-bris (Adv. -ter) weibißch, 
Kum W. geh., (tadelnd) unmännlich, maliebri-täs f. Weiblichkeit 
(Tert). — (*malii, *mlad, *mla-n-d) l)la-li-d-u-8 schmeichelnd, 
einechmeichelnd, gefBUig, annehmlich"^'), Adv. blande, hlamlikr; 
Demin. blandü-lu-s, blandi-ciÜit-s , Uaitdicel-lu-s; b1andi~ti^ {e-s App. 
Met. 9. 28) f. Bchmeichelndeö Wesen, Schönthiin, PI. Schmeiche- 
leien, Schmeichelrede, Liebkotiungen; blaH(R-ri Bchmeicheln, Kich 
anschmiegen, annehmlich erscheinen, bUiniü-tu-s (tüs) m. == blan- 
dUia (Lucr. 2. 173); blandi-tncntur-m n. Schmeiuhel-, Reiz-mittel, 
Annehmlichkeit, Plur. = blanditiae. 

*) M. M. Vorl. U, 344 ff. ordnet die weitverzweigte WnrBBl in fol- 
f^nder Weise: 1) mar zerreiben, zermalmen: mal, «tri; mra, mit; 
griech. (u^po, lißlo =) ppo, ßXo. h.) transitiv: mahlen; "mahlen = wal- 
ken, schlagen, fechten; b) intrane.: abgenutzt werden, gleichsam zu Staub 
zerrieben werden, zerbröckeln; HinschwindcD ^ Auflösung. 8) tiiar-g 
reiben ■= abwischen; mal-g daa Euter der Kuh reiben, streichen = 
molken; mar-c streichen. 3) tnar-p ürandbedentnng zerreiben, mQrbi- 
machen; dann fassen; mal-p, mla-p, ßXon. 4) tnar-d, vial-ä, viall 
zerreiben, weichlich machen, schmelzen, versöhnen, boa&nftigen. — 

1) B. Ol. 288 f. — C. E. 326 f. 333. 686. — F. W. 148 f. (mit smar 
identisch). 160. 384 f. 478. 1065; F. Spr. 248. 363 f. — Kuhn KZ. I. 134. 

— Siegismund St. V. 160. 46). 166, 69}. — 2) Vgl. Pott KZ. VII. 847. 

— 3) C. V. 1. 171. n). 11. 6«. — M. M. Vorl. 1. et mahlen = walken, 
Bchlagcii, fechten; ^pvafwti. — 4) F. W. 15a. 478. — Anders Osthoff 
KZ. XXIll. S6: am sammeln (von fiassigen Gegenstfuicten); vgl altbulg. 
j~ama Gmbe. — S. W. i. v.: vielleicht von iiafuEva, «iftTm», Lob. I'ath. 
Prol. p. 265. — 6) Vgl noch Benfey KZ. VIII. 5 f. Biokell KZ. XIV. 426. 
GraMmann KZ. Xll. 122, M. M. Vorl. I. 336: „Skr. marta, ßvordc, wor- 
tolü, engl, mortal bezeichnet einen Sterblichen, und es ist merkwürdie, 
dasB da, wo Alles wechselt, welkt und stirbt, dieser Ausdruck gerade 
für den Menschen auserwählt wurde". — 6) Nach Buttm. Loxil. l. pg. 133 
ist ttfißf- Substantiv und heisst „Unsterblichkeit". Aehnlich Seh. W. 
B. T. — Bkr. amita 1) Adj. nicht gestorben, nnsterblich, unver^oglich, 

2) Subst. m. Gott, f. ein berauKcbondes Getrilnk und Name verseil iedener 
Pflanzen, n, das Unsterbliche, der Trank der Unsterblichkeit, äiiBQoaitt 
(PW. I. 378 f.). — 7) PW. V. 850: mürä Btumpfsinnig. blüde, dumm. 
Wird EU 2) mar [zermalmen, zerschlagen, zerdrücken] gehQren: „geistig 
gebroohen, geintig stumpf". Vgl. a-müro, das hiemach „scharfsinnig" be- 
deutet. ^ umgman St. IV. 160. 5: nalum tsse vidttwr ex iiaf-fo-s. — 
B. Gl. 300a: muh animo eonturbari eic. Pottiia bue traliü iiiöfos mdrm. 

— Bugge KZ. XIX. 446r mar, war gorinoen. Part, mür-la; vgl. altbktr. 
nirüra hart. dick. -- C. K. 3*0: Vielleicht zu mu ((iv«g schliesse Äugen, 
Mund u. 8. w.), HO ilass der alberne Mensch a mutii(andu genannt wa^rc. 




— 712 — 

ni wohl für D^ wie in ^ä-fio-c — F. W. 156. 10e&; ^mpof für ßtrffoi^ 
mörus scheint entlefant (diigegen C. E. l. c: walirKcbeinUrb kein Lehn- 
wort); dagegen KZ. XX. 170: vn ^(lX feblgebilren , lit. mda Lüge, müi-H 
sich Terfehlen, aicb irren; (iäfos, äfiUftäva, — Pictet KZ. V. 330: 
Bcheint von mu Haare abzuEtomnien. — 8) Tgl. ooch Dnntxer KZ. XIT, 
196. Kick KZ. XX. 176. — 9) C. V. I. 2311. 368. — 10) V. W. 149 wd 
8pr. 103: mar^k versebren, verkümmern. — 11) Breitenbach ad l. c.: 
Buitmann g. GG. 4. Ann», verlangt 6la*tinei/ovs (vgl. 3. 13. 4) oder lll«- 
»txmtitovs. - 12) Vgl. Clemm St. VIll. 48. - Schenkt W. g. v. awei- 
feltjfliijxsiis (|SlaS?)- — 13) Vgl. Froehde KZ. XXIl. 260. — H) Vel. 
F. W. 160. 479; KZ. XVIII. 414. — 15) C. E. 579: „höchit wahwohein- 
lieh" ixallös für J^aUot, dauu riß««, vtUut. Aehnlich KZ. III. *U, IS); 
vgl. liiXiav, ijii9viuäv •= lUav, Sfldaiv. Ebenso Legerloti KZ. VIL 
68 und Scb. W. e. v. — Dagegen Fick KZ. XX. 176: ilaiu keine Nöthi- 
guDg vorbanden; vgl. Üt. m^n-a Woihtoff, teU. miia f. grobes (woUeDM) 
Bauer^ewand, altprens». mila-n (Acc. Sing.) Gewand, Zeug. fioUö-e vbt- 
muthlich för ftatjo-s, W. mal reiben, woher viele Wörh^r in der Be- 
deutung „weich" boratammen. — IG) Conacn B. 326 f. — C. E. 331. 683. 

— F, W. 385. - G. Meyer St. V. 66. - Pott E. F. I. 1*3. 11. 446. - 
Schweizer KZ. XrX, 235. — Zejss KZ. XVI. 384. — Aufrecht KZ. IL 
150: etTinologisch noch dunkel. — B. Gl. 284b: rnddhu, fiiU, mutato 9 
vel i in l; md, tntUig fortaate per asiiniüationtm e «ttlvis pro mtdvii. 

— Zu madhu neben 6iu Wort auch Gragemaun KZ. XI. 48, L. Mejw 
KZ, V. 379: yieUeicbt, uHi = uiiJ-'.i, mein — melvt. - 17) C. V. I. 
.168. - Ebel KZ. I. 802. - Fiek KZ. XXII. 226, — Pott KZ. VI. 3ST. 

— 18) C. E. 339. — F. W- 384 f, 481 f.; F. Spr. 248. 3S3 f.; KZ. XX. 
169 f. - Lottner KZ. VII. 23. - 19) M. M. Vorl II. 362: = Zertnalmer 
Chatten einen Leib, aber iwci Kflpfe, vier Fiisse und KSade). JtaM 
fabelte nachher von ibnen, dasB nie die Söhne der Moliövij (der HfiUe) 
und dea Aktor (des Kornmannea) gewesen seien. Vgl. dazu den Nunen 
fttr Thoi'a Donnerkeil miölnir, alav. molnija Blitz, bQhin. min, »ilwi BUtl, 
woraa« mtuno Eloktricitüt; in serbischen Liedern Munja als Schweiter 
dee öniiii, des Donners. — Vgl. noch Angermann St, I. 67. — 20) Dio 
Mühlen der Alten waren Handmüblen, zwei runde über einander ge- 
Bctxt« Steine, von denen der oberate vermittelst Hebel (bei Homer Ton 
Mieden) gedreht wurde. (VgL Weicker Kl. Sehr. U. 103 ff. Amei«- 
HenUe ad L) — 21) C. V. I. 301. 10). — 22) Corssen KZ. IL 38*). — 

23) VgL noch Fick KZ. XVIII. 414. Lottner KZ. VII. 175. M). — 

24) B Ol. 291a — C. E, 372. — Dfintier KZ. XIV. 196 f. - F. W. 161; 
F. Spr. 248. 863 f. — Pott E. F. I. 113, 253. — Scb. W. und S. W. s. ». 

— FW. V. 696: mala [nuthi) n, Subroutz, Unrath (in der phyaiBcben and 
in der moralischen Welt). Vielleicht von mlä (932: welken, eracbl&ffen, 
BChvrach werden, dahinschwinden); ibd. 907: metä f. ScbwUr» sum 
Schreiben, Diäte. Nach Benfey aus fii'la;. — Legerlotz KZ. VU. 184 ff. i 
Itrl-SapT , utl-J^av 'S ii(l-av; iiel-farj-jai , lioX-fay-ju, iivl-vv-j<», ftol- 
vv-o>. ~ SaveUberg KZ. XVI. 60*): W. aiiat/. ofirl; tinl-ar, lufl-tr» 
(wie xviqiaf aus avfipos) ficl-av. — 25) Leskien St II. 72: ErUÄniOg 
im Hetmm; nicht als ob die Dichter sich erlaubt hätten, ein t in r* " 
verwandeln und der Sjjrache Gewalt anzntbon, sie haben gewiaa fi. 

Saprochen, so gut wie in den or/joi äxf<paloi nicht tlitii, soadetn 
li d. b. sie haben tribrachyscbc, trocbHische , jambische Formen au- 
weilen im Hexameter lugelasaen. — 26) C. V. 1. 200. 26). 384. — S7) 8. 
W. s. V.: also nicht von einer habituellen Eigenscbun, sondern von einem 
temporären Zustande, ao dass daa Wort proleptisch zu nebmeu ist (Vgl. 
ibd. Weiterea Ober das Wort) - 28) Vgl. C. E. 872 f. - 29) Brognun 
St VIL 361. 62). — 80) Corssen B, 333 ff. — C. E, 118 f. 229. 327. 714. — 



— 713 — 

Düntzer KZ. XIV. 196. — F. W. 160. 416. 1065. 1076; Spr. 248 f. 353 ff. 

— Schweizer KZ. III. 347. — 31) Ebel KZ. VII. 227: smard; ags. smel- 
tnn, ahd. smelzan, tt{a)iJkaXd-vvoi}j vgl. Dhd. ausmerzen (zunächst: aus- 
reiben, auskratzen). Dies billigt C. E. 327. — 32) Siegismund St. V. 
165. 71). — 33) C. E. 326 f. 511. — F. W.; F. Spr. 1. c. (Anm. 29). — 
34) F. W. 150. — Anders Ahrens KZ. III. 103: zu ^^crat säugen gehört 
'Jlidl^sta^ die den Zetis säugende Ziege oder Nymphe, mit dem zweiten 
Bcstandtheile des Namens. — 35) C. £. 372. 526 f. 665. — Kuhn KZ. 
XIV. 158 f. (Skr. mlapajami Cansalform zu tnlai, ifiarcescerc , languescere). 

— M. M. Vorl. II. 359. — Siegismund St. V. 165. 70). — Anders Bugge 
St. IV. 325 f. und F. Spr. 318 f.: grabh packen; glabh hemmen, stören, 
schädigen , bethören , verblenden. — Die Formen des Verbums s. C. V. 
I. 206. 227 f.^ 237. 1). 240. II. 15. 323. 328. 338. — 36) Fischer ad Cic. 
Tnsc. 1. c: aßXdßsia und dfilaßrig haben auch wirklich diese Bedeutung. 
Cicero thut beim Loben seiner Muttersprache den Griechen fortwährend 
Unrecht. — 37) Brugman St. IV. 118. — C. E. 330. — M. M. Vorl. 1. c. 

— F. W. 155. 1065: mir, mil verkehren, gesellt sein, lieben „wenn es 
überhaupt zu halten ist". — Kuhn KZ. II. 264: smi; smi-d uBiÖ-am 
n. 8. w., (^ in l) fisCl'ixog u. s. w. — Tobler KZ. IX. 261. 1) ziemlich 
verworren: celt. gweU; beUus, veUe; ßsliz-imv, -ego-g); iiil{ei), fikSÜ-ixoS' 

— 38) C. E. l. c. (Anm. 37): „welche Namen musischen Angedenkens 
Welcker (Ep. Cyclus I.* 257) gewiss richtiger vom Lied als von den 
Schafen ableitet". — 39) C. E. 1. c. — 40) G. Meyer St. V. 97. — 41) C. 
JE. 333; KZ. L 33. — F. W. 384. — Lottner KZ. VII. 186. 93). — Miklo- 
sich Lex. p. 381. — Corssen I. 405. 410 f.: mar glänzen, funkeln, schim- 

' mern; dagegen B. 238 nach Curtius. — mare »= Skr. väri: Bickell KZ. 
XIV. 427. Bopp Accent. 231. Schweizer- Sidler KZ. IV. 298 (auch zu 
fiagfiaiga neigend). Dagegen Pott KZ. VI. 263: „wie ich glaube, ord- 
nungswidrig". — 42) F. W. 478. — 43) Vgl. noch Corssen KZ, II. 2. 
Lottner KZ. V. 380. — 44) F. W. 481; vgl. Skr. mrtaka (ein Verstor- 
bener, Leichnam; Todesfall. PW. V. 879). — 45) Corssen KZ. XIII. 191. 

— 46) C. E. 1. c. (Anm. 41). — Corssen I. 163: W. bhu; -bu-s „Wesen, 
Ding": tnor-bu-s Seh winde wesen, Siechwesen, Schwindsucht, Siechthum, 
dann allgemein jede Krankheit. — 47) Vgl. Anm. 10. — Vgl noch Ascoli 
KZ. XII. 425. B. Gl. 304a. Corssen B. 39. Curtius KZ. L 33. ü. 400. 

— Froehde KZ. XXII. 257. — 48) Vgl. Eschmann KZ. XIII. 112. — 
49) F. W. 384; Spr. 353. — 50) F. W. 149. — 51) Vgl. Anm. 14. — 
Fick KZ. XVIII. 414. 4): lässt sich als .allgemein indogerm. nachweisen; 
Skr. maruva, maruvaka m. verschiedene Pflanzen; futlccxri für fiaXfa-ari. 
Bedeutung: die weiche Pflanze. — AscoU KZ. XVII. 270: fiaXdxri ^motihva 
malva. — Anders Lottner KZ. VII. 164*): malva ist dem griech. [lalaxri 
entlehnt, sonst würde es etwa malga lauten müssen. — 52) Anders EHiotz 
W. 8. V.: muhvs Partie. Perfecti Passiv, von mulcere. — 53) Corssen 
KZ. II. 3M. — 54) Corssen B. 343. — Froehde KZ. XVIIL 259. — 
55) Corssen B. 126. — 56) Düntzer KZ. XI. 69*). — Klotz W. s. v. 
dagegen von etnoUor =» das Herausbringen, das Auswirken [dann müsste 
das Wort lauten: emoUmentum; nicht w. t]. — 57) Vgl. Anm. 23. — 
Anders F. Spr. 1. c: besser zu dfiBlvg^ afißUe-Kto. — 58) Vgl. Anm. 30. 

— B. Gl. 301b und Froehde KZ. aXII. 260: «— mar-va (ahd. maro, ags. 
mearu). — 59) Corssen N. 324. 420. — 60) C. E. 327. — Düntzer KZ. 
XIV. 196. — Corssen B. 357. 394. N. 191: in mütiebri-s ist r vor b ge- 
schwunden. — Ebel KZ. XrV. 78: zu vermuthen, dass mtdiebris für mu- 
lies-bris steht, also r =i urspr. 8, wie in major, honor u. s. w. — 61) B. 
Gl. 289 b: mard {cf. mai^d, eochüarare) blandM. — Vgl. dazu C. E. 381. 



2) MAB leuchten, glänzen, Buhimmern. — Bkr. märd'< 
ui. r. Lichtatom, Lichtstiahl (PW. V. 567; W, »wir im Skr. nicht 
mehr vorhanden, ibd. pag. 570). 

mar. 

Map, — (fiag-ut) fiaipa 1". (der l'unkelndc) Hundsstern, Mond; 
auuh die Ijuntscheckige Kiege (fiai^ xvav lö «iJipov »j ixfutwTtnoi 
xavjut, ol 6t ir)v aiX'^vr]v Hes.; xv^la^ 6i futi^ kiyctrn ij Jlnmo- 
fUlaiva Kil Schol. Lykophr. v. 334); Maipa f. eine Nereide (IL 
18. 48); Tochter des Proetos und der Anteia, Begleit«rin der 
Ärtemia, als Mutter des Lokros von Zeus dann von ihr getSdtet 
(Od. 11. 326); Tochter des Atlas (Paus. 8. 12. 7). — ^dp-' 
Jungfrau bei den Kretern (Ans Jugendalter vom Iriechen (itanxe 
mehrfa<;h Ijenannt). — BplTÖ-|4ap-Ti-C 1'. Beiname der Artemis; kr«' 
tische Nymphe, Tochter des Zeus und der Karme (Bgizöpaifiis Ir 
K^tfl fi "A^Cfug. ßgtxv' ykvxv. Kg^ttg Hes.; Creics Dtartatn rtlt- 
giosissimc vencrantur, BrUomartm gcn^aiUcr n&miniintfs, rpiod Ber- 
Monc noatro sonat virffmaii dulcem. SoUn. cap. 17)'). — fiöp-l 
Fieber, (ut^i-ta Fieberhitae haben (Hes.); (iapi-Xii f. OluthkoMe, 
fflUhemle Äg<;he, Kohlenstaub, luti/d-iv-m Gluthkohle machen CPolL 
7. 110), lut^tltv-nj-s m. Köhler (Soph, fr. 008); M((P<-CÜ-C (fuiifUtt, 
V. 1. jux^t&äv) Arietot. bei Booitx, pa^i&iv-g (Hes.) ein Itrennbarer 
Stein"). — ((lOQ-fo) jioöpo-c dunkel (schimmernd = schimimrig?), 
(utvgöio verdimkoln; d-Maupö-c nicht funkelnd, dunkel, undeutlicbt 
nebolhat'l, Bchattenhaft (Od. 4. 8'2i. 835)"), blind, trUb, aitavgö- 
vij-S f. Schwäche (Euaeb.), ü)iavi/ö-o> dunkel machen, blenden, 
Überhaupt: verderben, schwachen, ttiittvQio-(ut{T) n. Verdanket iing, 
Schwächung. — ä-(iap-ÜTi^ f. da« Flimmom, Schimmern, OlilEeni, 
Blinken, Funkeln (von den Augen: a[ dt tt divij9iäaiv an iip^l- 
ficäv äfutfvyal h. Merc. 3. 45), daher: schnelle Bewegung (monsv 
Ar. Av. 025; vgl. mkare), (ofutffvy-jat) äiutpvaam schimmeni, fun- 
keln lassen, äfiäfvy-iittir) n. Glanz, (^i/ov Ap. Rh. 4. 847), leicilta 
Hnmuthige Bewegung (xaghui' Hes. frg. 160), Zucken (x^ii^tos 
Theokr. 33. 7); 'jiimQvyxtvg m. der Funkelnde, Sohn des Alelltor, 
Herrscher der Epeier in MeBsene, Bundesgenosse des Augeias im 
Kampfe gegen Herakles (U. 23. 630 IT.)*). — m^P- (ö-fuff-jn^ 
a-fup-öja) ä-fiip-biu blenden, blind machen, entstellen (Od. 19. 16)^J. 
— MOp: tiop-6-i\-C glänzend. Funkelnd (nur c^jurta t^yltuva fio^fvm 
H. 14. 183. Od. 18. 298)*}. 

naX'). — (ftdi'jo, fiaXko) txä\6-Q weiss, licht; Malö-ti-s, 
MttUiö-tt-i (evT-og) m. Ort und Hafen in Lesbos, mit einem Tempel 
dett Apollo, auch ein Bein, des Apollo (Thuk. 3. 3); Mf)Xo-c, dor. 
Mäio-g, f. (insula lucida, aplenditla) Insel im ägiüschen Meaie 
(Jtfi-H«!-/-;- ij vvv Mifkos. Me-ußk-lg' M^log rj vijaog Hes.); tltiK-l 
glOnxcnd aussehend (nur Od. 7. 104 fitjJoÄ« xapjfoV) "). — tH]\oXöv6ri 



f. Goldkäfer (satrabaeus auralun), Demin. (ii}loX6v9-io-v n. (SchoL 
Ar. Vesp. 1341). 

mar -|- mar. 

((iUQ-futif-jo) Map-jaaipuj flimnujm, Hcbinunem, glihem, blinken, 
funkeln (poet., einxeln auch spät Prosa; Hom. nur Pai-t. Präe. 
Act.); fia^-futp'^m id. (Pind. fr. 88); itagfutQ-vy^ f. = afto^y^ 
(pag. 714) (Od. 8. 2G5,, h.,Ap. 203); ^ffia^v-ti», -OOia (Sp.) = 
liufftaiffa, fiaf^Qvy-äSfjs flimmernd u. g. w. (Hippokr.). — ^löp- 
pap-o-c flimmernd, Bchimmemd a. s. w. (fMi'pfjoe«' ittjurep« Hes.); 
Subut, m. fselten n.) (acbimmernder) Stein, Felsblock (II. 12. 380. 
Od. 9. 499); (üp&ter be^ond.) eine vomUglich harte, weiGsglSnzende 
Steinart, Marmor; fittfiiäg-co-St -e'o-g, (ux^iia^-ö-ti-g flimmemd u. s. w., 
fiaQiiAg-ivo-s aus M., fmpficp-rn-s (irtip«) f. Marmorstein (Sp.); /uiq- 
jxtcfo-a KU Stein, M. mat^ben; fiKpfwp-wdi;; marmorartig (E. G. 
499. 21)^'). 

mar. 

mar: Mär-iu s (glänzend, liorübmt, vgl. Lvc-hi-s) röm. de- 
Hchlechtename (der berObmteate 6'. Marms, der Besioger des 
Jugurtiia und der Cimbern), Mariu-s, Mari-änu-s dem M. geh.; 
Mär-ö(n) m. Familienname des Dichtera Vergiliua; Mar-ica f. See 
bei Mintumä und die Göttin desselben; (_Mar-ti-s) Har-8 m. der 
Glanz bringende Gott; Mars-paler (keine Znsammenziehung, eondern 
Zusammenscbreifaung, YgL jusjurandam, resjiublica), Mars-pÜtr (ent- 
weder Schreibfehler oder Zwitterbildung; Varro 1. 1. 8. 33. Gell. 
5. 12. 5. Orelli inecr. 1350); Mns-pUir (Varro 1. 1. 8. 26, 9. 46. 
10. 65); Mart-iu-s zum Mars geh. (mcnsis'), Übertr. kriegerisch, 
MttrU-äli-s ^ Marlius (PI. Marapriester); M. Valerms M. Epi- 
gram mendicbter aus BilbUis in Spanien Kur Zeit des Domitian, 
Nerva, Trajan; (mart-ius) Marsu-s (PI. Slarsi VölkerBchaft in 
Latium am tacws Fucmus), Marsi-cu-s raarsisch; (marsu-s) Marrus 
m. Gründer von Marr-üv-Ut-m , der Hauptstadt der Marser, Marr- 
U-c-tni VSlkerRcbaft an der Küste Latinma, mit der Hauptstadt 
Teate'"). — mer: mgr-ll-S hell, klar, rein, lauter, Buht, im- 
verftUcht, als Subst. mem-in n. reiner, iin vermischt er Wein; jueri-ta 
(erg. vüis) f. eine Rebeorte; mer-Öctts, mer-öii-s = mtrus, Demin. 
meräc-iäu-s ; Mer-ö(t>) ni. WeinaBufer, Spottname des Hero (Buet 
Ner. 42)»). 

mar -4- mar. 

Mar-mar, Marmor (carm. arv. Ü. I. L. 4. 28) (= glän- 
zender Gott d. L) Mars; Ma[r]-mur-iu-s FcfMr-fu-s (Cann. Sat. Fest 
p. 131) (Vocafiv Mamuri Veturi) (ßiz-oq amus, also Veturius ^ 
annuve jährlieh wiederkehrend) ^ Marlius annuus, Mamur-älia die 
Festfeier des Mars am 14. März; Ma[r]-mer-s (osk., sabin.) = Mars, 
3£amert'inu-s, Plur. Einwohner von Messana; Ma-wer-cu-a 
(Fest p. 131) osk. Vorname, später auch röm. Beiname der Aomilier, 



k. 



3 



Mamtrc-inus röm. Bein. (Liv. 7. 1), — iiiar-nior {-imr-u) n. 
Marmor, poet, die (weiss seh Sutn ende) MeereatlSche (m. Flin. Taler. 
3. 14; Nbf. mar-mur; vgl. Qnitit. 1. 6. 23 Antonius Gnij^, qui 
robur ipüdem et ebur alqtie dtam marmur faldur esse, verum fieri 
vtilt ex his robura, elmru, mannura)- marmor-FU-s aus M., marmor- 
artig, Tnarmor-ärm-s den M. betreffend, Siibst. m. Marmorarbeiter, 
innrmor-Ösu-s mormor-artig, -hart, marmorö-Te mit M. überziehen, 
marmoriren, mnrtnorn-li-Ö(n) f, das Ueherziehen init M., Marmorirnng. 

CorsBon I. 401 ff; H. 404; KZ, II, i ff, - C. E, 853, — F. W, 3B4. 
«34; F. Spr. 3M; KZ. XXII. 382 f, - ünwaiaann KZ. XVI. 1«1 ff - 
Ugerloti KZ. VIII. 127 f. - 1) Legerlola 1. c. — F. W. 384: mar (ect- 
reibon), ntar-ti jimges Weib. Jungfrau. — 2) C, V. I 36B. ~ 3) F. W. 
384; F. Spr. 363: mar «erreibeu: schwach, »tumpf, blind, — i) Vgl. 
Pott KZ. IX. aOO f- — 6) C. E, 634, — 6) Clemm St. VIII, 111. — 
Döderlein nr. 848&. — Faen ad Od. 1. c, - Goebel rbilol. XtX. 484. 

— Seh. W. s, V.: unter den neueren Erklärungen ist die Voaseua und 
Riemers „glanzreicb , hellecbimmemd" die wahre cb ein liefaste. — Anden 
Ameia-Hentse: von jtöfa „voll ÄbtheÜnngen , voll Tbeilchen d. j. '«chOn 
zuaiun menge setzt«', indem die Perlen kunstvoll gereiht und dann su drei 
symmetrischen GehUnocn vereinigt waren". — Aebnlich Lob, Path. Kl. 
p. 5T3; ZQiyiTjva liofoitrta, hoc est ylijvas Tgii^Cfris fjovrof. u«o rwl« 
Iribaeeae. — Andere wieder: Oehftnge von mäbevoller Arbeil (noch der 
Erklilrung der Alten: nfnoviiftft'a rji ytaraaniv^, fttiä noUa« fioffov Nol 
iiaxoiiii9c('(iE yinöuivit-, dftxu Seh. W. 1. c: „unsinnige Ableitung"). — 
7) Brngman St IV, 123. — Frihwche St VI. aS6. — 8) Vgl. S. W. «. y. 

— Amcis-Uentte: ijuitteu&rbig d, i. goldgelb oder vollreif, — 9) C. V, 
I, 806. 84), 360. II. IfiB. 8). 872. — 10) Corasen I. 406 ff,: „(Jlan»- 
scbaffeuder" Uott, Dies beweist die enge Beziehung, in welcher er in 
Gottosdienst und Safte lum italischen Frühling erscheint (ter =• Gläa- 
);endpr). Aber mit dem Frühling- muaste der Mann nicht nur *n Vieh- 
y.iicht nnd Ackerbau, sondern auch zu Kriegazügen in's Feld. So war^ 
er auch vor Alten schon der KriegHgott und je mehr aich Hom inm 
Kriegerst&ate ausbildete, desto mehr trat in der Hauptstadt diese Be- 
deutung in di^n Vordergrund. Die rOm, gelehrte Dichtung Qbertrug dann 
auf Mars d^e Eigenschaften und Benennungen dea grieoh, Ares und ver- 
wiachte die uraprAngl, nnd volkstbüml. Züge ihrer ächtitalischen Gottheit. 
(Siehe daseibat die ganze vortrefFliche Abhandlung.) — Anders: Benf«jr 
Wurzeil. II, 36: man denken. L. Mejer KZ. V. 387: vielleieht au Skr. 
marsh benetaen, bcfeucbt4:n, eraeugen; varsh stark sein. Also vielleicht 
nrspr. ein Gott dri ^tnrma und identiach mit Skr. marut. Dazu Kuhn: 
„Dieselbe Vermulhung hatte ich bereits in Haupts Zeitschrift V. 491 
aUBgesprochen". — Zu inarül {to. PI. Götter der Winde, meist India'a 
Gefährten . Sg. Gott dea Windes) bemerkt jedoch das FW, V. 670: eine 
im Skr, nicht mehr vorkommende Wurael iiiav schiromeru würde 

SüHseu und wären die in Kaigh. 1, 2. 3. 7 für iiianit aufgestellten 
eutungen Gold und Schönheit oder Schmuck be merke nswerth. — M. M. 
Vorl. II. 364 f,: mar zermalmen, tOdten: Zermahner, Zerstoaeer, v^ 



) gut 
3 Be- 



■ Veda 
lettongeu bespricht Corssen KZ, 
no.ÄEbel KZ. VI. 417. 



(sterben u, s. w.) tat unvereinbar tmt 
den Marut gibt). — Weitere Äl>- 

. 1 ff. — Ztt Maria =■ Marai vgl. 
- II) Anders Ebel KZ, VII. 271: vielleicht n 
1 jualitm bellum ein ordentlicher echter Krieg? 



MOp. 

MOp + liOp. — (iöp-fiop-o-c ^ößog (Hes. ); (fioe-fivp-wjyoi) 
(fiop-fMiß-iifföw) iioQ-iioQ-vrtHv, iiog-fiol-VTittv i fioenolvTUi' rpoßc^CiH 
id.); fiop-ftol-uK-ij (Strtiho 1. 2. 8) f., -vn-io-v (Hophron ap. Stob.), 
-v%-tio-v (Ar. Th. 417. Plato Phued. 77 e ii. a. w.) n. Schreckbild, 
Pop&tu {xa t(öv rgayiääüv n^ogtoncta Res.); (utQ-fto^vitiv' hapoßciv 
rPliot); fio^fio^-oiTiö-s schrecklich von Anseheti (Aiist. Ran. 926), 
fiopftwp-WTios id. (Suid.), 

MOp + n[oi/]. — fiÖp-ji-0-C" ipößog (Hea.); fufpfwt' ipößot tuvol 
|id.); ftoVft-^' X**''"!» Eiwtiijxux^ ('^Oi MOp"M"iÄi (o{ps), fio^ii-av 
(ov-os^ üv-og) f. ein in weiblicher Gestalt gedachtes Spukbild (wie 
Aüfuu lind "E^ovea Strab. 1. 19. Arist. fr. 293), beB. als Schreck- 
bild für kleine Kinder gebraucht; fiofi-ß-g-<ä (Metathesia)' ^ ftoi/fitä 
xal <poßt]tifov (^Hes.); (uifi-fitö (Assimil.)' o i^fui; fMip^iö <fiafiev, to 
tpößip^ov lor? itatSlotq Hes. (vgl. Schol, ad Ariet, Pai 466 zu 
(Mijfuov' ovTu; lUyov to ix-cpößrjxpov xal m ngoatantüt, tä ata^gu 
ftoQuolvxeia); als blosse Interjectioa: fio^ftü roü dpKffovg (/m, /lu, 
der Wuth Ariet. Equ. 693), jiopfwä. doxj-« Muiog (Theokr. 15. 40); 
(fu)(i|iM-ci) fio^fuu-tö-s gefürchtet, schrecklich (Lykophr. 342); ^09- 
ft-v'vEi' Scivmioiei (Hes.); ^^-/i-vatFo^ui (Eallim. Dian. 70. ixipo- 
ßiiv Scliol.), fioQfivaaia&ai' iftßQtfuia&at (Hes.). 

}X0\. — (t(oi-ii»rixii ' ipoße^ö (Hes.). (?) 

mor. 

mor -f- jn[orJ. — i*mor-m-i, * nuir-mi-re , *for-mi-re DissimiL) 
for-ini-d-o {in-is; vgL aipido, Miido) f. Oransen, Entsetzen, 
Schrecken, Schreckbild, Scheuche, Popanz; i^formlä^-s) fomädä-re 
(irausen u. s. w. empfinden, haben, sich ftlrchten, forrtüdä-men 
(min-is) n. ^ formkh (App. mag. p. 315), formidäbili-s furchtbar, 
schrecklich; [* formidü-ltt-s) foriitidiil-ösu-s') (Adv, -Öse) granenvoll, 
grausenbaft, schrecklich; Grauen empfindend, furchtsam, schreck- 
Uaft; re-fnnnidäre aus Furcht oder Scheu zu rUckn eichen, fürchten, 
scheuen, reformidä-ti-ö{n) f. Scheu, Furcht (Cic. part. or, 4. 11). 

Brugman St. VU. 333. 35). — Fritzsche St, VI, 294. 3*3. - Bugge 
KZ. XX. 4. 17 f. zieht iiOfftrö u. a. w., ebeoBO formido zu ved. vdrpia a. 
Bild, Oeutalt: •J^opu-fifä, '^o^ip-^tÖ, fiop-^iai, *vormido, formido. — Zu 
Skr. hlwam (in Verwirrung aein, irren) ziehen formido: Benfey KZ. II, 
S31. Kuhn KZ. X, 314. Schweizer - Sidler XII. 304. XUl. 309. Walter 
KZ. XII. 410. — Anders wieder CorsBen I. 14S. 476. B. 170; dhar fest- 
halten: for-m-ido Erstarrung vor Furcht (die festhaltende, unbeweglich 
fesBelude) von *forui-ire oder -ere fest, .starr machen; formid-are starr 
sein von Furcht. — Oegea Corsucn ist Aacoli KZ. XVII. 336, 63). Froehde 
KZ. XXII. 3S9. — Gegen Corsaen aU auch gegen die Deutung aus bhram 
ist Bugge I. c. ~ I) Brambach HQIfsb.: „beBser alB fonnidolosa» ; formi 
duleguB ist altlat., aber in späterer Zeit ist foniiidotoeut , vielleicht ii 
Folge des Oleichklangs mit formido, allem Anschein nach ebenfalls fl^" 




— 718 — 

4) MAR gerinnen. — Skr. mur-ta ziisunmengeroimeii, fest- 
geworden u. s.w. (PW. V. 854); altbaktr. mrürn hart, dick {Yom 
Sobnee). 

\lOp. — (fio^-to-^, uffo-n-g) ßpö-TO-c m. das auE einer Wnndi 
strömende oder schon geronnene Blut, iTiwr (tö iti to« fövov 
it5#pov, lö (iiri Kovtogrov alfut Lex.; in der 11. viermal ^(Wiov alfia- 
TÖtvxa ala VerascblusB , ansserdem mit fUiag Od. '2i. 189); ^porö-ca 
mit Blut besudeln (nur ßißi/orafiivti tcv^ea Od. 1 1. 4 1 und Quint. 
Sm. 1. 717); ßi/orö-u-s blutig, mit Blut bespritzt (Hora. öfter Ivaifti, 
auch Hea. Sc. 367, und äväpay^ia 11. 14, 509; Lei. TjuayiUvu). 

Bugge KZ. XIX. 146 f. — Siegismund St V. 16ü. 47). — Ander« 
F. W. 160. 1066: mar Hterbcn, Mordblnt, Bhit. — S. W. b. v.: natflr- 
licher nimmt man mit DOdettein □. 8G ^^ro; in argprCngl. imd eigentl. 
Redentung f3r „Strom", also ^geroq mV. „ Blutstrom ", .,aaBg«Btri)mta 
oder auaetrömendea Blut"; oder mit Anieia (nach briefl. Mittheilnng] fOr 
„blutigen Plusa" (vgl. unaer „geflossenes Blut") und ist das Wort 
Ameia nahrsch. auf eine W. wer oder mur fliesaen lurückzuführen. 
Ganz eigenthümlich Seh. W, s. v. : ä-fiave<>£? 



HARK berühren, fassen, packen. — Skr. mar«; l) mul- 
ccrr, anfassen, berühren, 2) mit dem geistigen Organ berUhren, 
betrachten; intens, packen, fassen (PW. V, 590). — l) mar + k 
(M. Müller Vorl. H. 357 f.). 

mark. 

(iOpK. — (fipax) ßpaK: ßpoK-tiv- avviivm {animo compretol- 
dirc, Hes.); ßfäitti' avlkußBlv, doMtv, »tncatuiv (id.); Svg-ßftM- 
avov schwer begreiflich {ävaxiQig, dvairpnov, 3va*cnitv6iftov id.). 
— ^Xqk: d'H-ß-XaK-i-CKiu dor. Prtta. (Theages und Phint.ja in Stob. 
Horjl. 1. 67. 68 und 74. 61, änTtiaxlaiM ixt nicht belegt) nidit 
greifen => verfehlen, fehlen, irren (Aor. ^jtwiax-ov Pind. Trag., 
Inf. üfutlmutv, Nbf. ^^ßkaxov Archil. fr. 73 B.^ Perf. '^imlm-^ 
xai Aesch. SuppL 916 D.)'); Verbaladj. nfinlox-ij-io-c voll Ver- 
gehen, sündhaft, sehuldbeladen (Aesch. Agam. 330, jedoch O. 345 
iv-atmXäxrpos); äv-opwioKijtos ( Soph. Trach. 120 = Snrtutttits, 
äatpali^g) nicht fehlend, nicht irrend, öv-txnläniirog (deb Versmaassee 
wegen statt öp-ttftKläxtpos) id. (ibd. O. T. 472 Kil^tg avmtXüxntot 
= ueip((ltig, ävopäqTtjTOi), äntrlan-la f., äfiTtlBÄij-jinfr) n. Vergehen, 
Fehler. — {fia^tutfx, pop-jiorxj MdpuaE (futK-og) Freier der Hi|q)0- 
dameia (Paus. 6. 21. 7); Mäp-^aK-o-c Vat«r dea Pythagoras. 

marp. 

jiapit. — ^äpTt-T-uJ packen, lassen, ergreifen, halten, 
rühren, erreichen (B'ut. jue'pifjtij. Aor, l-fiagijra, fii-fui^-o-v Hes. 
245, Part. Perl', [u fui fn-iog ibd. 20C; vom Stamme fuin nach Ans- 
fall den p: Aor. Inl'. ^an-hiv, Opt. fuiiän-ottv ibd. 231. 304, 262; 



— 719 — 

xafi'fiaQ^ai [st. Hcna-] TiaraXaßeiv Hes.)'); (la^-u-g m. Bftuber (Aesch. 
Suppl. 826 D.); Mag^-la-g athen. Volksredner (Ar. Ach. 702); 
Mä^-riaaa Tochter des Euenos, Gemalin des Idas, von Apollon 
entführt, dem sie Idas wieder abnahm (IL 9. 557); Kafi^fia^L-g 
(«s xoT-fia^TT-Ti) f. das Fassen, die Fassung (mit der Hand) im 
Sinne des Maasses {^lixQov öitmov^ tb fifu^iidtfAvov. Aloliig Hes.). 
— ^aTT (s. pag. 718 ficathtv^ (UfioTCOuv): ifirficat-icag' iöTtovÖcmoTCDg 
(Hes.); (xccT-fuieTt-u^ Kccr-ijuxn'öi^^ xccT-fuxTi'Cxiy vgl. (pv-Ci-g, (pv-öu-g 
Aesch. Pers. 926 D.) luntr^au-g maked., geschr. TucfiaiTtlg (fiixQov 
Ti. ^AfUQlag). Tucfuiavqv' (litgov w (Hes.)^). — (f*^<3f7c) ßpair: ßQciTt- 
t-ziv' iö^UtVj KQVTtTStVj iffavl^BtVj t^ öToiutTt ekK€tv. M-ßoctrcxB-V 
?9iQV7VTev. ißoa'tjfev' lx^vtf;ev. ßQai\>at' övlkaßsiVj ival^cciy kqv- 
'^ai (id.). 

McpTT. — )Li6p-o-7r: iLi^poip (on-og) m. (poet) Greifer, Begreifer 
:= der begreifende, geistig aufnehmende Mensch; überh. Mensch, 
Adj. sterblich, hinfällig*); Migo^ Urmensch, Herrscher und be- 
rühmter Seher in der Stadt Perkote am Hellespont, Vater des 
Adrastos und Ampjiios, MiQoneg „Urmenschen'^, alter Name der Be- 
wohner der Insel Kos (h. Ap. 42). 

)Liop7r. — ^opcp-/j f. Fassung = Form, Gestalt, (übertr.) An- 
muth, Schmuck^), (WQgxo (pvg) f. id. (Archyt. bei Stob. ekL p. 81), 
MoQfpd (= Formosa) Bein, der Aphrodite (Paus. 3. 15. 11); Moggh 
£v.g = Gestaltenbildner, Gott der Träume, Sohn des Schlafes 
{exdtut artificem simulatoremque figarae Morphec^ also a. s. f. eine 
Uebertragung des Namens Ov. M. 11. 635); (ioQg>ri-ei-g wohlgebildet, 
schön gestaltet, fioQg)0'etdi^g gestaltartig , formell (von den Bildern 
des Epikur, Plat. Symp. 8. 10. 2); |Liop(pd-UJ abbilden, gestalten, 
darstellen (Nossis 6. 354); |Liop(pd-2[(jü id., bes. Geberden machen, 
gesticuliren, iwQg>a'ö'iw-g m. Abbildung, Darstellung, bes. durch 
Geberden, Gesticulation, fi6Q(pa-a'fuc(x) n. das Abgebildete (Niket.); 
)Ltopq)ö-UJ = fAOQg>ao)^ (WQgxoX'txo-g zum Abbilden u. s. w. geh., ge- 
schickt, iwQgxa-öi-g f. das Abbilden, Gestalten, (itta-fioQfpmCi'g das 
Umgestalten, Umwandeln (niäamorphoses das bekannte Gedicht 
Ovids: in nova fert aninrns mutatas dicere formas corpora; auch eine 
Schrift des Appulejus), {fioQ(po)'TriQ) fioggxa-tQ-ia f. Bildnerin (Eur. 
Troad. 437), fi6Qq>m'fui(x) n. Gestalt, Bildung; fioQ<p^(o zieren, 
schmücken (Hes.); -|Liopq)o-c: S-fioQg>og ohne Gestalt, formlos, 
ayXcc6-fioQ(pog von herrlicher G., ayQi6'(iOQg>og von wilder G., aloko- 
(iOQ(pog vielgestaltet, aXloi6'fioQ(pog vcrschiedengestaltet, avdQo-iWQ- 
q>og Menschengestalt habend, av&Qa)n6'(ioQg>og id., iwl-fWQipog nach- 
geformt, nachgebildet u. s. w.; -Mopq)-ia: a-iAOQ(pla f. Missgestalt, 
HSsslichkeit , övg-fioQ(pla id., ti-^MqfpUi schöne Gestalt, Schön- 
heit u. 8. w. 

mark. 

mulc^), — mulc-dre («hmZ-^*, vMd'SU'S^ selten mulc-tu-s) 



— 720 — 

atreioheu, atreicheln, leicht berOiren, bewegen; 
lindem, beruhigen, ergötaen, schmeicheln; tnulcc-tra t. 
wende, Heliotrop (Appul. herb, tl; entweder von der sSnftigendon 
Kraft der Pflanze, oder: die von der Sonne ges&nftigte oder ge- 
wandte Pfi.)^); mul<x-<l-o (in-is) F. Anmuth (Üell. 19. 9J; (nwfe*-, 
muloe) Mulci'ber (Gen. her-Ls, -i und br-is, -i) m. der Gott, der 
die Erweichung und Schmekung der Metalle durch Feuersgluth 
bewirkt, Erweicher, Scbmeker, Ueiname des Yulcanua (a tnoBiftido 
ferro dictus PauL D. p. 144J; übertr. das Feuer"*); mutcA-re hwrt 
berühren = misBhandeln, übel zurichten, schlagen (mulcassUili ^^ 
malmverUia Plaut mil. 2. 2. 8). 

C. E. 456; KZ, 111. 410. 13). — F, W. 149; F. Spr. 135; KZ. XS. 
171 f. - FritMche St, VI, -298 f. - Kuhn KZ. VIII. 6». — Eoth KZ. 
XIX. 22a f. — Siegismnnd St V. IGl. 49). — Schweizer KZ. XIV. 141. 
- 1) C. V. I- 278. 3). IL 14. 10). — 2) C. V, I. 235. 18). — 3) Fick 
KZ. XXII. 209. — 4) Fick KZ. I. e. — Nach der Rrklüreug der Alten: 
Tiiv Sntr jUfiioms die Stimme theilend, articulirend, daber „redoid, 
sprechend". Dagegen C. E. 109; „an sich schon unwEihrBcheinlicb genug, 
aber deuDOch von Dederlein (GIdbs. 2479) festgehalten". Seh. W. s. v.: 
„auu der jedenfuUa nnauliLijUgeii Gtjmotogie aiieoiiai, iiigiim and ef 
entstanden". S. W. b. v, — An der Erklärung der Alten halten noch fert 
auaser DCderlein: G. Meyer St. V. 107 (die Stirame gliedernd, oder 
bahuvrihi mit gegliederter Stimme, wie He«;cb. iiä ro utjitQigitiwtir 
(tun ifl» öxs; Tgl. Pott E. F. I.' 196. Wiwtb. II. 1, 627. Benfey iL 8». 
Clemm pag. 13 Anm. 3Ö) und Paue W. b. v. — Zu W. mar Bterl>cu (=- ßfo- 
lOc) liehen das Wort: Ijeoary KZ. IV. 53*. Ddotter in Euter a Ztochr. 
11. p. 188, homer. Beiw. p. 30ff. Seh. W. b. v. Uif-atu = „sterh-ljch". 
indem oti, vgl. hfäia, aich ganz gut dem Dentacnen, mhd, JicÄ ftnaaere 
GcEtalt, Körper vergleich en^läsat). Sonne KZ. XV. 1-25 (Thema fu^o«, 
verkürzt bub fif^oicD; aluo ^Uos iii^aiir Helios der sterbliche, wcU er 
atirbt im Sonnennntergaug , oder wallen wir das Bild anfa Jahr benehen: 
weil er i«tirbt «ur Zeit der zwölften u. b. wX Walter KZ. X. 204 (ebenu: 
pittnli auB a4(/o-no-s). — Noch anders Goebel Ztschr. f. Gjmu. XXI. 
p. 808 ff. : W. tiiiar, aiug ^ die denk blickenden , sinnig blickenden (im 
(tegensati lu den Thieren). — 6) Bugge: vdrp-as n. Bild, Qeatalt (vgl. 
Anm. pag. 717). - 6) Vgl. noch CorBsen II, 15«; B. 382. — 7) CorBsen 
B, 371. — 8) Corsaen I. 16G. IL 41. 151. 314. B. 35H. 35B: (W. hhar « 
-her) = Schmelz- bringer, — Anders Düutier KZ. XIV. 196: au mtileärt 
Bt^hädigen. 



I ^ 



HAKG reiben, wiEcbeu, streichen, ütreifen; europ. 
Ilialg melken. — Skr. niarg abreiben, abwischen, reinigen, 
putzen, blank oder glatt machen; herausputzen ^ zurecbtnucbeQ 
iPW. V. 575). — Weiterbildung aus l) mar + g (M. M. Voiles. 
U. a57 f.). 

luarg. 

MCpTi MOPT- — d'^^pfu) abstreifen ^ abpflücken, abbrechen 
(von Blumen, Früchten). — d-nopT-ö-c auspressend; djiöpx-il f. 

Itiidenüatx der ausgepressten Olive, Oliventrester (eine Pflanze 



— 721 — 

Rothf&rben), Sfio^-i-g f. id. (Arkad. 29),- afiogy-ev^ m. Oliven- 
presser (Poll. 1. 222); d-^iopT-i-c (lö-og) f. feiner Flachs (tov 
TiaXdiwv tijg avdi^Xrig ro XeTtvorarov, iotM de ßvCö^ B. A. 210), 
Demin. ifio^iö-io-v n,, ifiogy-tvo-g von feinem Flachs; "Afio^o-g f. 
eine der sporad. Inseln, durch Leinwand ausgezeichnet, jetzt Morgo 
(auch ^A(i6^yri^ ^Afiogyiov); afioQy-(ia(t) n. cvXXeyfutj aqi:vfui (Hes.). 
— ö-^öpY-vu-^i (nur vereinzelt bei Attikern) abwischen, abtrocknen 
(Fut. ofiOQ^o); meist Med.; Hom. Act. nur in Tmesi: an i%m xst^og 
ofioQyvv II. 5. 416)^); Nebenf. ofio^a^oo (h. Merc. 361 nach Ilgens 
Verb.); ofioQy'^{x) n. Fleck (was man abwischt) (pfwqyfuna ta 
inliuxQa Xiyexai B. A. 432, etwa: Streichmaass). 

nialg. 

jueXy, }i&Kf. — d-^^Xy-u) melken (Fut ifUX^cüf, Theokr. 23. 
25), av-i^iuXü-zo-g ungemelkt (nur Od. 9. 439), (afuAx-w) a^ieX^i-g 
f. das Melken (Find. frg. 73). — d-|ioXT-aiö-c zu melken, milch- 
reich {^axog afi, Leon. T. 7. 657); i(ioXy-sv-g m. Melkeimer (Theokr. 
8. 87), äfi6Xy-io-v n. id. (id. 25. 106); *l7r7rri-^oXToi m. = Stuten- 
melker*), skyth. Nomaden, welche von Stutenmilch lebten (IL 13. 6 
ayavav ' iTCrcrifioXymv yXaKto(p(iymv'^ vgl. Strabo VII. 296 fiF., der sie 
nach Poseidonios in den Norden von Europa versetzt). 

marg. 

margy merg. — marg-O (tn-is) m. f. Streifen, Band, margm- 
äre einfassen, mit einem Bande versehen. — merg-ae f. (das 
Abkehrende, Abstreichende) Mäh-, Getraidegabel (furculae quibus 
acervi frugum fiunt Paul. D. p. 124); merge-s (merg-i4i-s) f. Ab- 
streichung, dann das Abgestrichene = Garbe. 

Lehnwort: ä-murc-a = i-^iLoqy'ri f. Oeldrüsen, Oelhefen, der 
wässerige Abgang bei der Oelbereitung (gesprochen: amurga Verg. 
G. 1. 194, wie auch Ladewig schreibt)^), amurc-ärius zum Oel- 
abgang geh. (dolia, Cato r. r. 10. 4). 

malg. 

mulg. — mulg-6re = a-jxiJLy-w (nml-^i^ fmd-su-s und mtUc- 
tu-s)^ mulC'tu-s m. das M. (nur Abi. Sing.: lactis sunt discrimina 
guaedam et a pastionibus et a pccudum natura et a mulciu Varr. 
r. r. 2. 11. 2); mulc-ira f., mulciru-m n., mulctr-äriu-m n. «= 
i'lwXy-Bv-g; mulsüra f. das Gemolkene, die Milch (Calpum. 5. 35); 
capri-mulg-u-s m. Ziegenmelker: der Hirt (Catull. 22. 10), der Vogel 
(Plin. 10. 40. 56). 

B. Gl. 288 f — Corssen IL 164. 162; N. 271. — C. E. 183. 645. — 
F. W. 149. 386. 478 f. ; F. Spr. 248. 864. — M. Müller KZ. XII. 80. — 
Walter KZ. X. 198. — Ueber die Prothesis des a, o in d-fisgym, d-iUXymy 
o-fLOQyvvfii siehe C. E. 710 ff. — 1) C. V. L 161. 13). — 2) C. E. 466: 
die besondere Femininform (ütitrj) bewahren die Griechen nur im Eigenn. 
* Inrni'^LoXyol. — G. Meyer St. VL 898 (der noch auf den Frauennamen 
"initri aufinerksam macht, Grimm Kl. Sehr. III. 384) [vgl. Athen. 13. 683 a; 

Vaniöek, etjin. WOrterbnoh. 46 



- 722 - 

Antp. Sid. 36], — Aoders; Fick W. I. c.: fjijt-ijfioiyoä; r]fioi.yo =r äfiolyO 
Tgl. hom. «v-iJfirliiTOf. SoDue E2. XUI. 41 Ü: die WaJil zwischm o nnd 
-ij in der Compositton wftr durch den Daktylus bestimmt (äyeoreiios, 
tnjtijuöXyoq, llaiftfiiXoi); nnd in der Aatn.; ein aXiet Fetniniu länu idi 

in djeaem Worte nicht linden. ^ 3) Corssen 11. 162t c ans der Zeit, wo 
noch c Eur Beteichnung der guttnr. Media verwandt wurde, bis niBi 
Zeitalter der DecemTiralgesetigebunp. Daher ist das Wort frühHitig 
nach Latium eingewanderte, wahrscheinlich aus dem Munde grieeh. Wein- 
bauer der rebenreichen Gefilde CampanieoH. — Vgl. noch Dietricb KZ. 



L 



marinara Gemurmel. — Skr. marnMTa (onomatop.) l) A4j< 
raiiBchenJ, 2) m. das Rautchen; tnur»tura m. Hülsenfeuer, brennende 
HoUen; miirmurü nomen proprium eines Flusses (PW. V. 688. 836), 

( ItOQ'fivQ-ja) fiop-MUp-u) (vgl. ahd. mur-mid-ön) mnnneln, 
summen, rauschen, brausen (Hom. nur Part, ^opftv^-tof. -ovta von 
Strome, II. 5, 59ft. 21, 325, vom Okeanos 18. 403J, ^ejivp-ftm ü 
(Phot mg im vSäitav), fioffivg-lai' (^nach Phot.} m. ein rauschender 

FIUBB. 

mar-mar (-mür-is) a. (m. Varro ap. Non, p. 214, 14) dat 
Murmeln u, a. w., {*murmuru-s) murmurä-re = fio^fiiipw, murtmurä' 
li-ö(n) f. -= murmur, mvrmurä-lor (lör-is) m. Murmler, Mnrrer 
(ÄuguBt.), murtnurä-bundu-s murmelnd u. b. w. (App. Met. 2. p. 123. 
32); (*fmtrmurü-lu-s) munnuril-lus m. Gemurmel (nur Plant. Kad. 
5. 3. 49 Fleck, pdlam age, tiolo tyo miirmuriUum »cgue susttrmm- 
ßeri), murttmriüä-re (Plaut ap. Non. p. 143. 2: quid nuirmunOiu 
Iccum?). 

B. Gl. 2901. __^._ ___ ., __._..._ 

flieMenJ. II. 166. - C. E. 337. 704. 708; C. V, I. 307. 26). 366. Ü. IM; 

- DeSner St. IV. 884. — P. W. löO. 480. — Fritaiche St. VL S81. "' 

- Siegismund St. V. 176. 

tuarska tliöricht, UbermUthig. — Skr. mürkhti Adj. BtntDpf- 
Hinnig, dumm, unverstandig; m. Dummkopf, Tbor; von tnürXk 
(murlch) gerinnen, erstarren, fest werden; ohnmächtig (stajrj, b^ 
täubt werden u. e. w. (PW. V. 853). — Inchoativ zu 1) mar? 

inurc-a-8, murci-du-n tr&g, feig; der Trüge, Feigling, dec 
sich -den Daumen abschnitt, um vom Kriegsdienst frei eu 
(Anmi. 1&. 12. 3), Murcu-s Wim. Bein., Murc-ia, iturci-da GQttia 
der Trägheit (August). 

F-W. 161. - Pictet KZ. V. 337. — Diese vergleicheu: got maiak-i^ 

thOricht, as. malik Btolz, Qbermüthig; lett muik-i-» Dummkopf; irisch 

Betrilbnias, murcaeh traurig, amior. moTChi betrüben, MOrcA, 

Mt/rched Betäubung, Trauer u. 



- 723 — 

MAL(?) sich bewegen; trans. bewegen, ziehen. — Skr. 
■ttlO-ll niedergehen, znr Ra^t gehen; anu-mluH aufgehen, upa-mi»U 
sich zurückziehen, eich verbergen, ni-tnivli untergehen (PW. V. 934). 

MOX. 

H0\, tiXo'). — (fiXai-ax-ia) ß\iü-CK-uu gehen, kommen (Simplex 
als Präs. nur bei spSt. Dichtem; >tttTa-ßiäa%'Ovta Satv OU. 16. 4tJ6; 
Tt^O'ßXtümt-ifiiv Od. 19, 25. 21, 239. 385); Fut. MoXoÖMai (Trag.); 
Aor. i-noX-o-V |)oet.; (f-^Aw itpavij, ä^CTO, farij Hee.); Perf. 
\lUfi)ia-tter] n^-jj-ß-Xuj-Ka (Od. 17. 190 läfißXiane ist vorgeschritten, 
Kiir.-RheB. G29; fti^fSltaxf TttJeiort, lUfiöltpiiv, IXt'jlvQe, nai/Byiveto, 
ivivyx^vii, ioxrjxt Hes.); äyxi-("i^o-g nahe kommend (Hom. und 
Theokr. 25. 2.1), äj-[(-f*o-lHV (Nonn. D. 25. 6G6), äyxi-ßktis- ößTi 
nafäv (Hes.). 

(fiol-x, erweicht) ^oX-T*)- — iä-(JOXT-<S-C m. Dunkel (bei 
Rom. stets am VerBende: vvxxog öftoiy» D. 15, 324. 22, 28. 317. 
Od. 4. 841; h inixtag afiolyä 11. 11. 173. h. Mere. 7 = im Dunkel 
der Nacht; vvxiog aiiolyöv Aeech. Heliad, frg. 59 bei Ath. 11. 
41)9. e und Eur. Phafth. frg. 2. 6, öfioiyo'v Orph. h. 34. 13). 

mel. 

mel^). — prO-lUUl-CU-lll n. Schlepptau zum Vorwärtätiiehen 
des Schiffes (promulco agi Paul. D. p, 224); re-mnl-CU-m n. 
Schlepptau zum RUckwärt »ziehen des Schiffes {remukum fUnis, quo 
deligata navis maffna traiiilur vice rcmi Isid. 19. 4. 8), remiücä-re 
(dichun quasi mölli et leni Iractu ad progressum mtücere Non. p. 4l); 
(*re-meli-re) re-mell-g-in-es (et remorae a remorundo äictae sunt a 
PlatUo in Casina [4, 3. 6]: nam quid iUaec nunc tarn diu intus re- 
monmtur remvligines. Ab Afranio in Prodito: remeltgo a Laribus 
näastt sum haec, guac cursum proliibeam Fest. p. 277. 30); re-meli- 
c-ines (remoratriccs Paul. D. p, 402). — {'mel-jcre, *meUere) pro- 
mellSre {lituum prtwoverc Fest. p. 253) nach vom biubewegen. 

l) Brugmaa St. IV. 112, 47). — C. E. 64; C, V. I. 191. 49). 870. 
275. i). II. 1&9. SlO. — RoBcher St IlL 136. 11), — SiegiBmund St V. 
IM. 13). — 2) Erbe Correapondeniblatt für die Gelehrten- und R«aUchulen 
WürtemberKS 1876 pag. 188. 140: „die richtige Ableitung, die wir_ Prof. 
Roth verdanken, ist die, daee ofiolyös von einer Wurzel 'mluU sich 
verbergen, niedergehen' stammt und ebfach Dunkel bedeutet". — F. W. 
837; fflHrArj'a, mirkja (germtiniBch) finaler, an. myrkr, ntyrk, myrkt finster, 
myrkr n. Finatemias, alts. viirki, agg. wyrte, inirce finster, dualer, un- 
heimlich. Vgl. iv vvrLjhi Bfioly^ Homer. — Vgl. noch kirchenel, mtofrü, 
niTakota ctdigo , tentbrae, poln. mraJc, bOhra. tnrat Dunkel, Wolke u. a, w. 
— Aehnlich Lettner KZ. XI. 161, L. Meyer KZ. VIII. 362; vgl Gramm. 
1861 (vgl. Schweizer-Sidler KZ. XI. 76: „scharfsinnig"). — Nach der 
gewObnI. Ableitung vou äjuttym melken iat äfiolyäg „das Melken, die 
Melkzeit", d. i. bald das letzt« Drittel der Nacht vor Tagesanbrucb , bald 
das erste, die hereinbrechende Nacht, also „Morgen- und Abenddämme- 
rung". An dieser Deutung halten noch feat; Faesi ad Od. I. c. (äfiolyot 
~ BNfii] der Höhepunkt der gri)eet«n Fälle und Vollendung, eigentUcL 



1 stnffen, Btrotsendeu Enter, da« seine änfiq errncU hat aal. 

nun gemotlien werden masa) „in der Tiefe der Navlituit". — Bbcai 
Pape W, «. y,, ScL. W. b. t. und aelbst Pott E. F, II. 1. pg. S91 f. - 
Döderlein Gl. n. 378: „Ehinkel von ftoliicfiv, uräpr. ^ itilaivuf scltwEf- 
zeo. — Dagegen hiUt Scbenkl (Werth der Sprachver^l. 1864 pag. 13 vai 
Zeltschr. für Osten. Gjtaa. 1S6& pag. 342) üfiolyoe identisch mit äfwv- 
Oo'e (^o^ afia^j^ö-g), WOB S. W. a. t. „sehr wahracheinlich", dagegOB 
Kuhn EZ. XV. 229 „nicht ganz einleucht«Dd" nennt. — C. E. 133 uemit 
das Wort „ veraweifelt" uod sagt „aiiolyöe hat eicberlioh niehtB mit 
änHya gemein". ^ Ueber die Erweichung dea x ea y in äfMilyöc tfL 
C. E. 622 ff. - 3) CorBsen II. 161 f. - Vgl. noch Änm. 3 pag. fiäS. 



mala tüchtig, stark, in hohem Qrade. 

^äXa stark, heftig, sehr, gar sehr, gar, g&nx; vereichenid: 
traun, fürwahr (u u, doch zuweilen bei Hom. ^i - in arsi); (Jompu. 
{ntcl-jov) fiäXXov mehr, stärker, heftiger, lieber, eher; SuperL 
^dX-tCTa zumeist, am meisten, ganz beGondeTB, voi-zQgUoh, gar 
sehr; fioX-cpö-c (poet.) heftig, gewaJUg, stark (Hom. Beiwort def 
Feuers IL 9, 242. 20, 316. 21, 376)'). 

ni£]-ior, -IMS besser faltl. melios C. SaL Varro 1. 1. 7. 26, 
7ne.lios-t^n ibd. 27, melios-ibus Pest. p. 264)*); mtUor-äre verbeeSMiw. 
in besseren Zustand versetzen (Cod.), mdiorä-ti-ö(n) f. Verbeeaemng 
(ibd.), mWwr-e-5Cö (ßckjtoviuti Gloss. Philoi.). 

F. W. 478. — Ahrena KZ, VIII, 368: goth. taila, ags. rrf (ftewj,- 
lat. veratHrkend vcl, valro. valittua, valde, Skr, bala (vig); mttior, pfhf- 
eoi. ~ Gbenao Bicbell EZ. XIV. 426. — Corssen B. 239: mal teHtn: 
fuil-ci haltbar, fest, sehr, fiällov melius fester, stärker = mehr, beowri 
susleich nennt er die Zuatanunenatellung von Ährens und Christ ngaol 
willkührlicb". — L. Meyer vergL Gramm I. G5 und Schweizer KZ, XI. 
76 stellen mtlior zu äiiitvav =• äfievjcav. Diese Zusammen stcllnng nennt 
Comen 1. c. „ebenso unbegründet" und der Uebergang eines n in ) ist 
nirgends erwiesen. — Die von Corssen berbeigeKogene Wnrxel mal halten 
ist jedoch nicht belegt (vgl. PW. V. 596. 601). — C. E. 689 ist oneot- 
schieden, ob näla zu Sb, vara-i eximiitt oder in caitre. Skr, bola-m 
Eraft, ksL vel-lj, vel-ikü wagtM» txy stellen sei. „Wir begnügen un«, dM 
Compor. fwUo* d. i. jualiov als Corielat von utdiW zu fH.Bsen." — Sek. 
W. s. V.: aälxt offenbar verwandt mit fi«yas, ^lyäla, — S. W. s. V. 
unentBchieJen wie Curtiua. — I) Ander«: Christ p. 267: sear lenohtan, 
f = li\ Düntser EZ. XIV. 19& und Seh. W. g. v.: xu luxlofaMi, fittl- 
DKOc, äfioUvvM: BcliwB^ben, erweiche» •— sclunelsen, verxehien. — 
S) C'orssen I. SS!. 236. II. 83, 88. 



inalo grBkoitalisch: Apfel. 

Mf|Xo-v n. Apfel, Uberh. Kernfrucht, Kernobst (Hom. XL 9. 648. 
Od. 7. 120, Schol. navra xa äx^ddpvaj; ^tjUa, fUfl-^i) f. Apfel- 
haum (Od. 7, 115. 11, 589. 24, 340 hier zweisilbigj, ii^jl^to-s 
vom Apfelbaum, fiijlfii)-^ von Aepfeln Lereilot (oZi'o; Aepfelwein), 



k-k. 



— 725 — 

fiijA-ivo-5, ntikiv6-ei-s iil., auch quittengell» , (it}l-töv (äv-o?) m. Obst- 
garten (Kallim. E. M. 130. 29), firjio-tii'^g, fHji-mdijs, (trihvo-ud^e 
apfel-fSrmig, -artig, quittengelb, j«ijA-^m dem Ä. ähnlich, quitten- 
gelb sein (DioBc), 

nifilll-lll B. ^ fäila-v; »täju-s f. ■= fttjl-ia, mäVinu-s ^ (nji- 
ivo-si '/Min Apfelbaum geh. (Plin. 15. 13. 12), lignum (C'olimi, 
7. 8. 7). 

F. W. 178. — Hehn p. SU7. 210, 373. h'il: (LäXov dio gröBaere 
ßaumfrucht fibeTbaupi, dann: Apfel, Quitten, GruDite; inaluni hat den 
Schein einoB Lehnwortes aus dem Uriech. — Lottner KZ. VII. 176. 61). ■ 
— Weber KZ. V. 236: W. man blähen, nähren, fettigen (iiuu-U-b — 

MASß tauchen; eintauchen. — Skr. nmgg |Gramma- 
tiker: ttiasff] unterHinken, verüinken; caus. untertauchen, eintauchen, 
versenken (PW. V. 430J. 

merg-fire (mer-si) tauchen, eintauchen, versenken; Ühertr. ver- 
bergen, Part. {*merij-ht-s) nxT-sw-s; tnerff-u-s m. Taucher (Vogel), 
Dentin, mer^-lu-s m. (Valg,); {* merg-ti-ön) tnersi-ö(n) f. Ein- 
taucfaung (ßv&uug OloBS. Philox.); Intens, vier-tä-re (Acc. ap. Non. 
p. 133), mcr-m-re mit allei- Gewalt eintauchen, Ubertr. versenken, 
verderben; Frequ. mergi-lä-re (Tert.), mersi-tärc (SoHn. 45). 

B. Gl. a83b {magg per ammü. e marg m-lum esse vüktur). — F. 
W. ]5t (vgt. tit. rmugilju ^-^ lott, masgoju ich tauche ein, wasche; ksl. 
mitga f, Saft). — Kuhn EZ. III. 69 (wahrach. lat. rg, akr. gij = älte- 
rem dg). XTIl. 231. 



l) Hl in den Boden einsenken, errichten, bauen. — 
Skr. Dil in den Boden einsenken, befestigen; gründen, aufrichten, 
errichten, bauen (PW. V. 763). 

(»tai-ta Aufgerichtetes, SSule, Pfosten) mS-ta f. aUes Auf- 
gerichtete, Schober, Haufe, Meiler (Kohlen), Dieme; apeciell: die 
SSule ain Endpunkt der Rennbahn; dann; Wendepunkt, Endpunkt, 
Zielpunkt, Demin. metü-la (Plin. ep. 5. 6. 35|; md-äiis (Adv. -ler) 
in eine stumpfe Spitze auslaufend (forma, Tert. p. 356), md-ariii-s 
zum Gränzstein geh. (Amob. 2. 70); meta-re (sehr selten), victä-ri 
messen, abmessen, abstecken; Ubertr. durchschreitend abmessen ^ 
durchwandern, metä-ti-o{») f. Absteckung durch Gr&nzzeichen (Col. 
3. 15. 1), Qiiartiergebung (Nov. Theod.}, melä-tor (tor-ii) m. Ab- 
stecker, Abmeaser, Quartierraeister (Nov. Th.), v\et<Uor-ius xum 
Quartiermacher geh. (Sidon. ep. 8. 11), »icfofür-a f. ^ metalw 
(Lactant 4. 11. 13). 

F. W. 169 (wi ans mö); P. Spr. 365; HZ. XXI. 8 {mai-ta • 
pHiach; vgl. Skr. tiielhi Pfeiler, Pfosten; altnord.mcidA-r m. Baum, B 




i 



— 726 — 

Stange, lett me-ia-^ m. ZaiuipfahL — Corssen I. 431: ma memoL — 
FW. L c: mi 1) in den Boden einsenken n. s. w. (s. oben), 2) «■ m 
messen, 3) ennessen, erkennen, wahrnehmen. 



2) MI gehen. — Skr. maj *gehen, sich bewegen (nnbel^) 
(PW. V. 660); Zend mi führen. 

mL — (*mi-u-5, ^miä-re) meft-re (vgL i, e-o pag. 80) gehen, 
mea4u^8 (tüs) m. Gehen, Laof, Gang, Bahn, Weg, meä-^ulu-m n. 
id. (Mari Gap. 8. 274), meä-tar {tär-is) m. der Wanderer, Bei- 
sende, meä^i'S gangbar, zugänglich; durchdringend (Plin. 2. 5. 4); 
H^-mV-ta f. Fuss-pfad, -steig (als abseits gehender), (übertr.) Bahn, 
Lauf, semii-ä^i-m fusspfad weise, stets auf F. (Titin. ap. Chans, 
p. 194), semii-äli-s zu dem F. geh. (Verg. Cat 8. 21 vota senu^ 
talüms deis, ivoSioi)^ semU-äriu-s auf dem F. befindlich (CatolL 
37. 16); {^me-nu-s, *mena-re) pro-minä-re vorwärts treiben (App. 
Met 9. p. 229. 24); (^mi-g-ru-s) ml-g-rft-re wandern, weggehen, 
fiberschreiten, sich verwandeln; trans. (etwas beim Weggehen) 
fortnehmen, fortschaffen, übertragen; migrä-ti-ö{n) f. das Weggehen 
u. s. w., migrä-tor m. {^xaviiSir^g Gloss. Gr. Lat.). 

B. Gl. 297 a. — F. W. 153: meare, minore^ daher franz. niener, mbd. 
menen treiben, lit. minü, ksl vnna treten, zertreten. — Corssen II. 21S. 
N. 252. Walter KZ. X. 199. XI. 429 f.: se: *8e'mu-8 » seorsus, separa- 
twt, dazu aemuta; W. mi wechseln (Skr. apa-maje muto); meare, migrare 
den Ort wechseln =» gehen. — Dangen vgl. Corssen 1. c. und C. E. 
324: Die skr. W. mä {me) ist vielleicht mit meare zu vergleichen, die 
man auch für migrare angenommen hat. Hier ist vieles noch unerledigt 



3) Ml verletzen, zerstören; zu Grunde gehen; Illl-S 
kämpfen, ankämpfen. — Skr. mi {mi) übertreten, verletzen; 
vereiteln, verändern; niish wetteifern (unbelegt) (PW. V. 764. 
787. 790). 

m%'8. — |LiT-c-oc n. Hass, Feindschaft; juic-^-iü hassen, ver- 
abscheuen (Hom. nur II. 17. 272 (äörjaev d' aga ^iv es war ihm 
ein Gräuel, dazu SchoL ^örirbv i/yij<yofro, ovx '^MkrjCev^' fuöi^-ö0(juxi 
als Put. Pass. Eur. Ion 597. Troad. 659); fuarj-To-g gehasst, hassens- 
werth, luörjT'txo-g zum Hassen geneigt (Sp.), (iiöi]-Ti^-g m. Hasser, 
luCritCtto = luaito (Hes.), (äörj-xQO'V (Paul. Sil. 74. 63), -^qov 
(Luc. D. Mer. 4) n. Mittel, Hass gegen Jemand zu erwecken, fiüst}- 
fjui(x) n. das Gehasste, Gegenstand des Hasses. — fiia-: ^ia-dvd'Q<0' 
nog den Menschen hassend, Menschenfeind, fäa-eQyog Arbeit hassend, 
(ua-iQmg Liebe hassend u. s. w.; ^ico-: fuaoßaQßaQog Barbaren, 
Ausländer hassend, fuco-ßaciXevg Königshasser, fuco-yvvrigy fuco- 
yvvog Weiberfeind u. s. w. 



— 727 — 

»ii.s. — inis-Pr (crti, ciil-fn) elend, unglücklicli , jammerlioli, 
klSgUch, misalich, Ädv. miscre, misen-ler, Demin. miserv-lit-s, misA- 
lu-s; miscr-ia t Elend, Unglück, Noth, Plar. Leiden, MtlhseUg- 
keiten, Beschwerden, miserilü-d-o (ht-is) f. id. (Acc. ap. Non. p. 13ß. 
18. 20), mistri-mSn-iM-H. n. id. (Laber. ap. Non. p. 214. 20); miserä-ri 
(act. miserarent AcciuB ap. Non. p. 470. 23) bemitleiden, b^jammeni, 
beklagen, Verbaladj. miserandus bejammernawerth , jämmerlich, 
klSgLch (Adv. mtseranter Gell. 10. 3. 4), miserä-tor (Juvenc. 2. 
295), miaer-ior (Venant) m. Bemitleider, miserä-ti-o(n) f. das Be- 
mitleiden, Mitleid, miserä-bUis (Adv. -(er) = miserandus; misere-re 
(mieer-ui), -ri {mistr-^-lu-s; miser-lu-s Scip. ap. Kacr. sat. 2. 10. 
Hygin, fab. 58) bemitleiden, sich erbarmen; Inchoat miscre-sc-ere 
Hitleid empfiiiden; elend werden (Plaut, Ep. 4. 1. l). 

mais. — niaes-tll-S betrübt, traurig, schwermüfhig, (übertr.) 
ÖDEter, traurig, unheÜToll, unglücklich, Adv. macste (macsti4cr 
Plaut. Rud. 1. 5. 6), tnaesti-tia, -(ii-d-o (tnis) f. BetrUbniss, Traurig- 
keit u. B. w., macsfä-re betrflbt machen (Laber, ap. Non. 137. 27); 
iiiafire-re jammern, klagen, bejammern, beklagen, mtier-or {ör-is) 
\n. Jammer, Klage. 

Curasen I. 32g. 377. (tili, tni xeratSreti, EU Qnmdc gehen, mi-ät 
hUmpfen, Weiitcrg. Rad. 1. Sajiskr. Benfey Chresi; doch andere PW. 1. c.) 
— C. E. 682; dazu Bcbweixor-Sidler KZ. XU. 31U: „es mag immerhin 
fu^ffog mit miaer n. s. f. derselben W. acin; aber dann mflaacn die *Äb- 
leituDgen von dem Qnmdbcgritfo etwa einer gewiesen Ucwegung der 
Augen nach xwei vernchiedenen Seiten «ich entwickelt haben. Bei der 
Traurigkeit Hinkt mit dem Mathe das Auge, wie das ho schön im (jot. 
gaurt, im deutschen traurig- (von driusan fallen) sich ansspriuht." Vgl. 
noch den», ihd. 228. XIS. 303. - Derselbe loht (XVIII. 303) Corssen'B 
Üentung! inüerel als causat. Denomin. „es macLt unglflcklich". — Grase- 
mann KZ. XI. 90: v'iteret unzweifelhaft für vtiMerat. Dazu Bchweizer- 
Sidier KZ. XIV. l&: mistret, pacnitet me alicuiu« rn finden ihre tref- 
fendste Analogie im ahd. mih ist wunder, mA ist firwU u. S.. (Grimm 
Gramm. IV. 242 ff.). Vgl. noch Proebde KZ. XXU. 868. — B. Gl. 197b: 
dvish odüse. Sicaldiu» kuc trahit lucda, ahiecto d, t/iutoto t> in m; n 
rc Vera hvc yertinet, nitttur forma causat. dvethäjämi; tdrieelo priori di- 
phthongi i eJemento el produclo posteriore. Dagegen C. E. 1. c. : „wir 
lehnen jede Verwandtschaft von dvith mit ^ao«, (uela (Chriat 261) ab". 



MIK mischen. — Skr. nii^ mischen in: tnif-m vermischt, 
vermengt, gemischt, mif-la id.; Uliksh (wohl eine desiderat. Bil- 
dung von der in mi{rä, mi^la erhaltenen W, mif) mischen, ;eu- 
sammenrühren; causativ: umrühren, mengen (PW. V. 766. 783). 

mlk. 

((im) liif (it KU y wohl zuerst znisohen V<V ' vor dem 

Naeal); ((wx-ffst, nty-ax) Mi-Cf'). — piCT-lU n, und 

Herod. im Präs. Imperf.), |Jif-vu-Mi, fiiT-VlJ" dann 



— 728 — 

Att.) oÜBchen, vermiBchen, verbinden, vereinigen, verknüpfen; fass. 
sich miachen, r.uBammenkommen , sieb gesellen, Verkehr bftb«n; 
eich in Liebe vereinigen, der Liebe pflegen (Fut. ^ca, Aor. F-fii^ 
Inf. fM|(i(, Perf. Pasa. ni-iuy-(tai, Aor. ep. synk. 3. Sg. i-fux-To, pik-vt, 
Aor. PaBB. l-fi(x-&riv, i-^y-ri-v, Fut, Paas. ^X-^-aofutt IL 10, 3«5, 
sonst fäiofLut mit paas. Bedeutung, Fut. IIL fu-fil^-ofitei Hes. 0, 
177. Aeach. Pers. 1052; Iterat. fudy-i-isx-txo Od. 18. 325, ^fuoy*- 
WOito Od. 20. 7 )-, Verbfiladj. ^ux-to-^ gemiijclit, la miaclLen; Adr. 
fUy-a^, iuyä-äf]v, fily-äa^ fUy-Stiv, fd^ gemischt, vermischt; (füy-ti) 
^iEi-C f. Miacbung, Verzniacbung, fa^i-a-g m. Mischer iö fUTtWif 
Hea,), Mtiiä-dif-i e'm Athener {Ktitpusuvs ^^- 6- 10); M'T-^-c (ä6-0i) 
gemischt, vermischt, ( fuyai-jojuit) fayätofuit = iilyvviuu (Od. & 
271. Orph. Arg. 341 ), (uy-pJ-s m, (D. L.). läy-ptid) n. Mischung; 
lilydoXoi ( eiiiaiitfuyfüvot Hes.). — ä-jux-To-s nicht zu vermuchen, 
Obertr. ungesellig, unvereinbar, wild; unvernÜBclit, rein; (ä-fUK-T- 
ulo-^Fifi) a-fii];ö-'"lö-et-ä (nur A^(ivov afui&alöiaaa» 11. 24, 753) 
unzugänglich, uDwirthÜch, unbequem für den Verkehr; vgL äfU];do- 
löiaaav' ^rot ttTcgöafuxxov , g ^adltog »v (Uyvvxtti o önö r^; &aiaff> 
arii, «a&ö iXlfitvöq iaziv SchoL)'). — {fuy-r-i«) -jiiEia f.: üü-if^ 
fii|^ Ehe des Bruders mit der Schwester (Tzetz.), üfintla-fu^ 
Begattimg mit Weinstdcken (Luc. v. h. 1. 9), iovko-fu^ ehel. 
Gemeinschaft mit Sklavinen (Tieta.) u. b. w.; -niT-ee: öepo-jMj^f 
mit. Luft vermischt (Sp.), «^(-fuj'ffs allseitig gemengt (Lex.), 
Kpyvpo-jujTi; mit i3ilber gemischt (Str&bo) u. s. w.; m£-: fu^v^fa- 
Ttoq Halbmonsch, fu|-ViAi]v Miachgrieche, Ralbgriecho, fu^-oila 
Miachweg, Kreuzweg u. s. w.; niEo-: fMlo-jSctpfJtfgos halbbarbartsoh, 
fu£ä-&i]p halb Thier, halb Mensch, thiergeraischt , fiilo-ncip^cvof 
halb Jungfran (von der Sphinx); Mi^T'^ niay-äyttcia [IL 4. 463) 
Bergtbal Vermischung d.i. Thalkessel (Ameis) 'j^io^'-oj^ ^ p^ 
oSla (Hes.), iitayo-voiiog Land mit gemischter Weide, Gem''"- 
weide (id.). 

raik. 

(mk-sc) mi-BC-ere ^ fUaya [sc hängt sich dem ganzen Stanim, 
anj (Perf. misc-ui), Part, vtis-tus und {^mlc-sc-tits, mic-s-tus) ma- 
(m-s*) ^ (umög, mut-(tHisl-)lc-ius gemischter Abstammung, Misch- 
ling (tfiSft^MJiros), mix-{mis-)H-ot = (Uyu u. a. w. ( Lucr. 3. 666), 
mix-{mis-)ti-ö(n) f. >« f^i^tg, mix-(mis-)türa f. id., mistitr-a-tu-a °— 
mtstus (Pelagon. a. v. 6); nKct-(mist-)ärtu-s m. Miechgeftsa für 
Wasser und Wein (Lucil. ap, Non. p. 546. 30); ('»Msc-tt-s, 'mtfeii- 
tii^) misccl-lus (miscülus Marc, Cap. 9. 309) ^ misfus, migetU' 
än-eu^ id.; als Subst. PI. n. Speisengemengsel (Juv. 11. 19), 
Schriften vermischten Inhaltes (Tert. ), misceU-wn-cs die welche 
schwankender, unentschiedener Meinung sind (nach Paul. D. p. 123); 
promisctts (Liv. 5. 13), pro-mlsc-UD-S vermischt, nicht ver- 
schieden, ungesondert (grammat. promiscua, qaae cpicoena diamtvr 



— T20 - 

Quint. 1. 4, 24); (übertr.) gemein, gewöhnlich, Adv. pro-misce, 
-miscue, jwo-misc-a-m {ut m4a laetiHa laettts promisaim stet Plant. 
Peeud. 4. 5. 11; ctttra promiscam vohil communia haberi Varr. aji. 
Non. p. 361. 25). 

B. Gl. 396a. — CocsBen II. Sgü. — C. E. 336. 623. 63S. 651; C. V. 
1. 160. 10). 189. 38). 868. 27» f. 281. 3), II, 62. 324. 338. 397. — F. W. 
163. 386. 479; F. Spr. 135. 366 (nii-tl. — FritMoho St VII. 389. — 
1) Vgl. beBOnders C. V. 1. 381. 3): mik ^Skr. HiiV-ra-s), wii-e (Skr. mik-gJt), 
mik-sk (lat. müc-eo). 3. Schmidt Voc*l, I. 123 venuutbet anaprecheml, 
dasa die für fi^ayto , (li^at , firHTO wohl bezeugte NatarlUnge auf der Nach- 
wirkung eines Nasals beruhe, so dasi piyy-axo) als Orundform anxusetxL-n 
wäre. Dai imiäre y Bei aus der iu fi/ywfu enthaltenen Sylbe vv ent- 
standen. — Schleicher KZ, XI. 319: jraoioj : *«a*-aKiq ^ nitjyia : * (iiy- 
«xa> d. h. vor -OHO) schwand der Warzellaut, dessen QuaUtAt sich aber 
auf das X von ma fiberlrug, nach geschwnnd. Aspir. ward k zu x, nach 
geschwund. Media y ward k zv. y. — 2) Kiasling KZ. XVII. 200: /ilya 
gehSrt mit seinen CampoaiÜB äufuya und eüfiiuya wohl ohne Zweifel 
ztttn St. aiysa-, Wz, tiiiiy- (vgl. a^iyijs, aofifiiyqe)- — 3) Koscher St, Ib. 
106. — So auch Pap'e W. g. v. : am besten ^ oriEpoOfiixioc d. i. aX(itt- 
v«C uningllnglicb , als verlagerte Form von äfiixioi. Verbinduig der 
BnfSxe akos und ofic- — Anders: Döderlein n. 1064: afLvyStilotaativ 
mandelreicb (doch die Mandel erst bei Hippokr, erwähnt). Seh. W. s. v.: 
vermuthlich von einer W. fui mit eingeschobenem 9 ^ ö[nxltidtK trUb, 
dSster, wegen des aus der WerkatEtte des Hephästus aufeteigenden 
Baachee (Goebel de epith. Hom. in ns p. 30 f.). Aehnlich Fafisi: wahr- 
scheinlich nach einem Schol. afmiäSq iTiii tu ioyaatrjfia 'Htpaürov d. i. 
wegen des feuerspeienden Berges. — 4) SchSnberg griech. Comp. 1868: 
„mischende Schlucht". Dagegen Clemm EZ, XIX, 77: „Misch -Schlucht". 
— 5) Brambach Hülfab.: mixtus besser als miita«. 



HIGH netzen, trSufeln, reichen. — Skr. niih 1) min- 
gere Beieben, 2) Samen entlasBen (PW. V. 780). 

mX. — i-|itX-^-iü pissen (Hee. 0. 729. D. L. 8. 17; Aor. 
(äfulfv Hippon. fr. 55 B.^; a-füiat Hea.), o^x-^iy) n. Piase, Urin 
(Aeach. frg. 427). — ö-(iix-\n, ion- ep' fi-iUiM- f- Nebel, Nebel- 
gewölk, dicke Luft, öfMj;i^-£(-5 neblig, wolkig, 5fM);io-«tfi)j, o^tjl- 
wdjjs nebelartig, wolkig, trüb. 

)iOlX- — MOiy-ö-c m. Ehebrecher, Buhler {moechus Plaut, 
Ter., Her.), fem. (mix-ü-g (ärf-of), fißix-l-g (IS-og) Sp., iu>lx~aivti 
(Tzetz.), noix-ai.-i-s (W-og) Sp.; fioij;-io-;, iwix-txö-g, (wiX'iito-S, 
-^kia-g ehebrecherisch; fioixo-OvvT] f. Ehebruch; lioix-äca, -ä^to Ehe- 
bruch treiben, fioiX'"-^1-S tn. = fiotxög (Maneth. 4. 305. 1. d); 
{iu>ix'(v-g) (ioi);-tv-ti) = iioixam , ^(Mixtv-zo-g = (lolpos, noixiv-n','g, 
-rijp {ttjo-og) ^ l^oixög, iioixtv-iQ-ttt f. ^ ßOixag, itoixc{J^)-ltt f. 
-= fto(];o0vvt]; ftoix-^yQ'^ b. pag. 15. 

miffh. — mi-n-g-Sre (Perf. minxi) ^ öfwiiw, Part, minc- 
tu-s; mic-tu-s (tüs) m. das Pissen, miclu-äli-s, mk-iör ~ P. 

fördernd, mic-ti-U-3 bepisaenswerth (Lucil. ap. Noa ', 



Deeiil. miciuri-re. — (*tHi'ig-jo, *nicif-jo) möj-ßrc ^ mingere'); 
sub-m^Jü-lii-s der unter sich pisst (Marc Empir. 26). 

A«coli KZ. XVII. 272. 10). 327. - B. Gl. aSfln. 302a. — CotBeen I. 
81. 90. SOG. U. 396. — C. E. 194. 715; C. V. l 288. 874. 877. U). - 
F. W. 16*. 397. 179; F. Spr. 358. - Goetae St. Ib. 179. — L. Meyet 
KZ. VI. 13. — Miklosich Lei. p. 888 a. v, »iiij?a. — 1) C. V. I. 288. 
374; gebilligt von Goetce St I. c, Ebenso F. Spr. 1. c. — ArcdU I. <:.: 
meiho, iiieijo, mejo. — Aufrecht KZ. I. S31. ConsoD 1, c. Grawiniuin KZ, 
XI. 48; mig-io, vii-io, mejo. — P. W. 1. c: iiitli-jcre tur-jere. 



MIL sich gesellen, verkehren. — Skr. mil 
einigen, sich geBeilen, sich eintttellon, 
zusammenfinden (PW. V. 782)*). 

meil, mU. ~ (St. wi^j-i) *nyHl-c alt!. Nom. SLi^., danti 
lllille geschrieben; Flur. altl. nmii-a (Mil. Pop. Pol. Ritachl, Prise 
liat. moD. ep. 1. LXI. B. ), daraus nult-a (minder richtig fnitlt-ti) 
n. ZuBammenhSufung, Masse, Menge, daher die runde Zahl „Tau- 
send" (ale Masse oder Summe von Einheiten), (Ibertr. filr eine 
ungeheuer grosee Zahl; mU-, miU-isimu~s der tauEendste, mU-, 
mill-änje 1000 (/u -esittMs, -eni vgl. pag. 339), m« , tniU-en-äriiM 
1000 enthaltend, mÜ-, niiU-icns, -ies tausendmal, uneig. imzlhlige- 
mal; mlti-, milli-äriu-s zum T. geh., ein T. in sieb enthaltend, ab 
Subst. n. Meilenstein feine Entfernung von 1000 Schritten ^^ rflm. 
Meile anzeigend) (miRiarü eine cbristl. Secte, welche an das 
lOOOjShrige Reich gliiuhte, jiiliaaTnf', August.), miliar-, milliar- 
ensi-s 1000 (Schritte oder Säulen) enthaltend. — (St. meüU) 
meih-s altl., ltllle-8 (mili-l-is) m, PI. (zusammengezogene, zusammen- 
kommende) Wehrleule, WalTengenossen, Sing. Wehrmann, WaSen- 
genoBse, Krieger, Soldat; mtlil-iit f. Kriegsdienst, Felddiensl, Feld- 
zug, (concret) Krieger- oder Soldatenötand, Demin. militiö-la f. ge- 
ringer Kriegsdienst f.Suet.), milU-äris (Ädv. -Icr) den Kriegsdienst 
U.S.W, betreifend, kriegerisch, soldatisch, militftrisch; {*mUil-»-i) 
niilitä'Te Kriegsdienste thun, Soldat sein; com-mUii-m-m n. Kriegs- 
genas senecbatl, Kanieradsohaft, commli(-ö(p) m. Kriegsgenosse, Ka- 
merad. 

*) Diese im Epos und auch bei Ealidäsa, wie es scheint, aeoh 
nicht vorkommende Wurtel (im Dhütnp. kann »ie apHter eingcfOgt 
worden sein) iit wobi aus iniüi hervorgegangen [mith «cb gesellen, luüt 
an einander kommen, xanken. Vorwürfe machen, allTrcari PW. V. TTfij 
PW. L c. — Cornsen I, 383. II. S09; B. .tlO f.; N. 259. - F. W. 186. 
10G5. — Schweizer KZ. II, S99: inilra aus mitte „der in, mit Tausenden 
geht". — Aehnlicb Klotz W. s. v,: wSrtlich der „TanaendgElnger", wie 
ate» der Klflgel^lnger. i-omt» der MitgftngeT u. ■. w. (Varro L 1. fi. 89: 

miliUi, iptott triuin milium jinnio Irgio ßebat. ac '' '-' '-*'■- "■-'■- — 

man, ÜomwutH, Ijvcerttm iinlia aingula mitilum 
Vfali*r KZ, X, 201; fitoÄö-e: ' iiiis-du-is , *ml-du-s. 






— 7J1 — 

K-t; anders winAr S2L HL 4U*r W. »«r. m«/: mi r wa Ttf K^umfietz 
redupIicieTt) . miaUt» SoUift. äe- wmSm g m ßS . chuaIk Euk{>£, mi^tmm^ 
kämpfen. — üeber dbs Srflx s mS^^^ «A-h i^ G. Merw St V. 5ct 



1) Mü 1) binden, feitigcn. sckliessen. ^ d^n Mund. 
die Augen sehliessen. — Skr. ■!, BJIT binden ^PW. V. 
604. 847). 

l) Bindern« fettigen, icklie^sen. 

)Vü. — (i'fg^-wjmi d-tfuw I aojscliliessen =' abwekrea« ab- 
wenden, abhalten: Med. rem arii abwehren. Üir sich abwehren = 
sich wehrem, kfnqifen i FuL mprwm^ Aor. iiairv«, Inf. cr^rm« Med. 
Hom. nur O^ ifonmlmmw Od. ^, 62. 12. 114i. daneben: raiW- 



m. Vertheidiger. a yurri ff u h^ Tertheidigend; amw-n^ iro^o^'i m. 
Abwehrer y Helfer, Befand. Beschfitier: ^Amw-ia-^^ U^tV-nr^ 
makedon. König (560 — 498 r. Chr.), nach ihm mindestens 12 
Makedomer genannt ider Name kaum in Tormaked. Zeit fiblich\ 
'^fivy-Tfl» ein tiiesprotischer Yolksstamm, Waivv-T»^ (ro^-o^) Sohn 
des OrmenoB, Vater des Phönix (IL), Name eines Athenern und 
zweier Makedonier. ^A^vw-mv (art-og) ein Athener. — (fiv-^^ MU-vq 
f. Yorwandy Ausflucht, Zogerung*; Tnur Od. 21. 111 |m^ fAvv^ 
TCaQilxeu, dazu SchoL xifofpaöici); ^vv-u-c^t Alk. fr. 86. B. {yt^- 
q>aaitf6&ai Eust). 

2) Den Mund, die Augen schliessen. 

MU. — Muui sich schliessen, sich zuschliessen (von Mund und 
Augen) (Put fiv-tfo, Aor. i-fAvöa, Hom. nur IL 24. 637 fivöav ootfc, 
Perf. lu-iifh-na, Hom. in tmesi: cvv d' Sbua nivxa (äfivxti» IL 24. 
420; V im Prils. Fut Aor., erst bei Sp. auch lang")*); ivtx-fivitv' 
ivaßXhuiv (Lex.); {iv-ci-g f. das Schliessen des Mundes, der Augen 
(Sp.). — m}-un|i (oM-og) die Augen schliessend, blinzekd, kun- 
sichtig (der um Entfernteres zu sehen, die Augen schliessen muss), 
livcm-at(o kurzsichtig sein, (iwon-Uc f. Kurzsichtigkeit, fiimnla-g 
= (ivayilß, (ivamia-im = (ivama^mj (uomia-Ci-g f. = fivwtia, — 
MU-tvba MCtsiv Blinzeins spielen, ein Kinderspiel mit verschlossenen 
Augen, wie unser Blindekuh. — ^u-d-Ul blinzehi, den Mund lu- 
sammenkneifen (tc jrfÄiy TtQog aXkrila cwayeiv SchoL Ar. Lys. 126); 
iwi-tiv-a-a id. (Hes.). — ^ü-^:ul (Xen.) neben fivtim, (ivtam (AeL) 
saugen (ix-(iviricag U. 4. 218); (ivter ^Aa'fe*, X^xh, itUtn Hes.*). 
— {(iv'kjo) MuXXo-c m. (Lex.), müXXo-v n. (PoU. 2. 90) Lippe 
(t« yag iiLkr\ (ivXka TtgocayoQivovöi Phot.), ^uXX-Ul die Lippen 
zusammendrücken, bei geschlossenen Lippen einen Laut von sich 
geben, mucksen; MuXX-iZui, MuXX-äivu) die Lippen verziehen, höhnisch 



i: 



— 732 — 

lachen, verspotten (Lex.); noi-MÜ^Kiu (ßoiii-ükkiiv- Öijiäfav. iaQUiv. 
»ai ttt xci^*i npoffttJTT«!' tfiUiJiijis Hes.)*), — ftv-xä-j, ftti-rtj-f, (tw- 
tl-gt (ivi-TTj-g, ftvz-iö'S, fiv-JSo-g, nv-v-äö-g stumm (Sfpmvog Hes.); 
fiovK-^Ei' aiyü, fUfiipitai rotj xtHeei (id.)"). — MU"^"UJ (niit Rfick- 
sicht auf gewigee symboliecbe Gebräuche und Ceremonien bei den 
Myaterien) in die Mysterien einweihen (ol (xtiivTjuivot die Ein- 
geweihten), üherbaupt: unterrichten, lehien; fivtj-T^-g m- der Ein- 
weihende, ^i!i]-ai-£ f. das Einweihen, (ivij'jtad') n. das Eingeweihte, 
die Einweihung; (iü-c-Tii-c m. der Eingeweihte, ftv-ati-g {ji6-og) f., 
ftwff-T-ttto-e die GeheimniBBlehren betreffend, geh eimniaK voll, mjBtischi 
liva-tT)!/ fr^p-o;)? = ftvöitjs; mJCTr|p-iO-V n. Oeheimniaa (S^^riru 
*al ävt^yijTtt UeB.), ta /t. Mysterien, religiös -politiaohe Geheim- 
lehren, von den aamotbrski sehen M. (Her. 2. 51), beaondera aber 
die eleusinischen der Demeter, von denen la jiuKpti im Monate 
Antbestherion, rö fuyäla im M. Boc'dromion zu Athen gefeiert 
wurden; die heiligen Lehren und Sakramente (N. T.); alles na- 
verlet2l)fir Heilige (aiiiva axififiiätiav iivOTtj^ia Eur. Siippl. 470), 
Itvatif^-xo-g, ~axo-; = [ivotixog, livatijgi-ä^m = ftvito, /tvanji/ui- 
O-fia-g m. = fivrjatg, ("^vOTijpto-w, * ttv(ftijifui-Ttj-g j ftvottifttt-ri-g 
(it6-og) i. m den M. geh, {fi. anovStti der Waffenstillstand wKbrend 
der Feier der eleitsin. M., Aescb. 3. 133), fivaxiji/i^märig mygterien- 
artig (Plnt.); nvor-aytayög in die M, einführend, einweihend. 

HoF'). — (fioZ-fto) iJiü-MO-c m, (vgl. pg. 731 fLvkl-i^m, -aJvn) 
Spott, Hohn, Tadel (Hom, nur Od. 2. SG fMÜfiov ävöf(>tci einen 
•Schandfleck aiibUngen), fuofui-o(iat , Ion. (uoiU-o^i (fMrt^rjOpvrai D. 
3. 412), (ua^L-tv-a [fiafuvj] Od. 6. 274), fuan-ali'a (Hdn. Epiner.J 
verapotten, höhnen, tadeln, fi«fitj-io'-s {-lö-g id.) tadelnswerth, fuonij- 
Ti]'-£ m. Spötler, Tadler, fuöittj-ai-g (. das Spotten u. s. w., luifuj- 
110(1) n. das Verspottet«, Gegenstand des Spottes u. s. w.; ^tll-^(Ip 
n. poet. = fiäftog (Lykophr. 1134. Lex.). — (mov, muv) HüF; 
jiV'fui-g m. (Gramm.), (lö-fierp n. (Hes.) = pföjMts, fimftaf, fivfucif-l(» 
(Gramm.) = fuoii^oiuti; d-Mu-MUiV (fiov-og), ä-ftv-fui-g (Hes.J un- 
tadelig, tadellos, lobesam, trefflich, herrlich (poet.; auch Plut. Niun. 80 
ßCos')**); 'Anvfitov, 'AjiviMv-Tf (Danaide, Quell und Bach der Lernä). 

1) Binden, festigen, achliessen. 

mö, moi, moe')- — tnü-iii-s verbindend = gefällig, dienet- 
fertig; COm-tnUtll-S (co-iMoi-tie-tn SC de h.) mitverbunden ■== ge- 
meinsam, gemeinschaftlich, allgemein, öffentlich; Ubertr. eich gleich- 
stellend, herablassend; als Subst. n. daa Gemeinsame'"), Adv. com- 
tnüniUr (-(ms Varr. ap. Non. p. 510. 5), commüni-la-s (tatis) f. 
Gemeinschaft, Geselligkeit, Herablassung, ccimmüni-a(n) f. gemeinach. 
Antbeil. Besitz (die christUcbe Gemeinschaft Eccl., r. sacri aitaris 
von der Communion, Angnst.); (*>NÜ«f-cu-9) mütitcä-rf (Paul. Diac. 
p. 162. 6), cotn-municäre gemeinsam machen, mittheilen, theil- 
nehmen (emledrigeB Tert; intr. verkehren, eich gemein machra 



— 733 — 

) Deponens nur Llv. 4. 24. 3 (cum qudms spem intet, 
cotHtutinicali non sint), commiinicA4i-ö(tt) £. Theihaftigmachung, 
gegenaeitige Mittbeilung {-ius m. App.), communwä-litr m. Theil 
nehmen lasHend (Amob.), Theil nehmend (Tert.J, comm'uniiM-lnlis 
(Adr. -ter) mittheilbar (Bo(!th.), communica-t-imt-s zur Hittbeilung 
dienend (id.); commtmUSriu-s {dies: in quo omnibus diis commu- 
mter sacrificabalur Paul. D. p. 220. 19 M.); tm-niüni-s nicht ver- 
bunden =^ frei von Dienst, Verpflichtung, Abgabe, nichts bei- 
tragend {äavfißokog) , untheilbaftig, befreit, ledig, rein, imnatni- 
täs {läti-s) f. Freiheit von Dienst u. s, w.; muni^ep-s, -cip-iM-r« s. 
pag. 112; man-ns (er-is) n. (alü. momus Lucr. 1. 30) Verpflich- 
tung, Dienst, Geschfift, Amt, Verrichtung, Leistung, Geschenk, 
Gabe"); Demin. mümusdilu-m n. (Cic. fam, 9. 12), muner-ätis, 
-om-s zum Geschenk geh. (Subst. Geber der Gladiatorenspiele'); 
(*iuwner-u-5) munerä-rc schenken, beschenken, erweisen, muncra- 
tor m. Scheuker, Geber der Glad. , munerä-H-o(n) f. das Schenken 
(Dig.), munerä-butulu-s beschenkend (App. Met.); muni-ficu-s s. 
pag. 384; re-muneräri wieder vergelten, wieder vergeltend be- 
schenken, rcvMnerä-lor m. Wlederv ergelter {virhUvm Or. inscr. 1140, 
Tert), renmnerä-ti-ö{'n) f. Wiedervergeltung, rcmitnerä-büi-s ver- 
geltbar (J. Saresb. ep. 143). — St. moe-ni: ältl. Sing, moe-ne, PI. 
moe-ni-a n. (Gen. moefti-aruiu Cledon. p. 1898; Abi. tnoeni-is Inscr.) 
verbundenes Mauerwerk, Schutzmauem, Stadtmauern, poet. Mauern 
überhaupt; ad-nwenire Mauern anbauen (Plaut. Ps. 1. 3. 149), ante- 
moenire mit Vormauern versehen (id. Mil. gl. 2. 2. 66); {moeni-re =) 
mdnl-re eine Mauer auß'Uhren, einen Ort ummauern, befestigen; 
übertr. schütaen, wahren; specielh (einen Platu oder Weg) sicher, 
fest, gangbar machen, bahnen; Part, tnum-tu-a verwahrt, gesichert, 
fest (Ubertr. manita viai der Damm der Zähne Lucr. 3. 497, vgl. 
cpxog ö^övroiv); Intens. mum4ä-ri (Cic. Rose. Am. 48. 140); mwtl- 
tor {iör-is) m. Befestiger, Ingenieur, Minirer, muni-Iwra f. Um- 
zBunnng, Einfriedigung; mimi-H-ö(n) f. Befestigung, Verschanzung, 
Schanze, Pestungswerk ; (speciell) Strassenarbeit , Wegebahnung, 
Demin. muniliun-cula f. (Vulg.); mmärmen (tniti-w), -ntenh*»» n. 
Befestigungs-, Schuta-mittel, Schutz-mauer, -wehr, StUtae. — niM- 
m-s (Varro 1. 1. 5. 32. 41), moi-i-us (Or. inscr. 566), mö-rU-S 
m. Mauer, bes. Stadtmauer; Ubertr, Wall, Damm, Umhegung, 
Schutzmauer, Schute"*), mür-äii-s zur M. gehörig (txirona Ehren- 
preis fUr die Ersteigung der Mauer), muraU-ti-m n. eine Pflanze 
(sonst auch murölis herba, parüteniutn, pcrdicium genannt), nturä-re 
mit M. versehen (Cassiod,, Veget.); (pos-tner-iu-m, \g\. post-merium 
Paul. D. p. 248 M., post-moerium Varro 1. 1. 5, 143 nach Ana- 
logie des damals üblichen post) pO-nier-iu-m n. der längs der 
Stadtmauer innerhalb und ausserhalb freigelassene, abgegr&nzte 
und die st&dtischen Auspicien begränzende Raum: Maueranger, 




734 



'. GHüx», Mark" 



. bee. Livius 1 



ringer; dbertr. 

ri fossia rl muro rircumdat vrhem: ita pomfrium profert. pome- 
rtwn, vcrbi vim aolam iiUuemles. postmoerium hUerpretantur fsst: 
est auient magis ärcamoerium, locut. quem ht etmdmdis urhUus 
gwmdam EIrvsd, qua mumm ducturi front, cerlis circa lermmit 
inaugurato consccrahant de. Hoc fpativm, quod ntque habilari tu- 
que arari fas erat, non nioffig ijtMd post tnurum essel. quam quod 
murus post id, pmtteriuttt Romant appeUantnl : et m urbis incre- 
metüo setnper. quantum moenia processura erata, lantum termini W 
cmwixraii i/roferebaniMr). 

2) Den Mund schlieasen. 

niD-ta-8 (^ ligatus) geschlossen oder gebunden an der Zunge 
= etomro, nicht redend, schweigend '*), uutti-lä-s (/«/w) F. Stumm- 
heit (Glose. Gr. Lat), mviescere verBtummen, iiH-mutfscerc (-tnuf-w), 
ob-tnutescere {•mul-ui} verstummen, sprachlos werden, schweigen. 

Corsaen I. 37ä. 703. 708. II. 87. — C. E. 3äl 338. — F. W. I&e 
480; KZ. XXII. 218, — 1) C. V. 11. 311. — 2) Misteli-KZ. XIX. 128. — 
8; Tgl. Mi«telt L c. and Lobeck Path. El, t. p. 19. — Andtta DOderiün 
n. 143: = Warten, Zögern, von pivta. - 4) C. V. 1. Sil. 303. 11. 406. 

— 6) C, V. I. 332. fi6). 386. 16). 391. — RoBcher St. 111. 138. - 6) Deffioer 
St. IV, 283, - 7) Brugntan St, IV. 160. 6). — 81 Dflntiet KZ. XH. lOf. 

— Andere H. Weber Pbjlol. XVI. 712: „stark". — 9) Vgl. noch Döntaer 
KZ, XI 260. Lottnec KZ. VII. 166. Weber KZ. VI. 319. — 10) Ander«! 
Abreo« KZ. VIII. 336: moivo-e eom-inüni-s [an« cotn-tnoini») , gotii. öo- 
maint; d, i. iJ^oiv, ^oi», lat, mocn, mün, goth. inutn. Ebeneo kühn ibd. 
Anm.: oder münü, ladin» von sam (Veretümmelnng dei StammeB in m). 

— Fick Spr, 366; wii wechieln: matna, eom-münis; Tgl. niunta, Diimw. 

— Schweizet KZ. II. 362: ma messen, Nebenform vii: co-moinü. — W^- 
hald Oiamm. II, §. :!3I. n. 14: die älteate Form dea Präfiies gam iat 
erhalten in gamrini >— com-unü. Aehnlich Walter Quaest. etfm. Pn>- 
(framm 1884 (dagegen vgl. SchweiEer-Sidler EZ. XIV. 4S9). — ii) Ander« 
Kuhn KZ. II. 147; »loe-niw,- iiioe gesteigerte Form der W. mi. einer 
Nebeiifonn von niä. Aehnlich Schweizer L c. — 12) B, Ol. S99b; mkh 
cireuitidart, vmtire. — 13) Vgl. noch Corsaen 1. 184. 338. 644. 707, 
(ioetse St. Ib. 164. — Brambach Hül&b,: pomeriuiu, nicht pomoerium. 
~ Vgl noch B. Gl. 300b; ut vidttur a r. niü ligare ^ Skr. uiiitä Kffo- 
tw. M. Maller Vorl. II. 100. Fielet KZ, V. 330, 



'l) MD schieben, drSngen, bewegen, wechseln, wan- 
deln. — 8kr. niTT movere; Part, müia in käma-tnüta [von Lieb« 
gedrungen B. V. 10. 10. 11]; ä-miv schieben, drSngen, aufdrUckoi, 
ni-tniv xudrängeQ, niederdrücken, pramlv hinschieben, dr&ng«fl, 
bewegen, prati-tniv isurQck-schieben, -drängen (FW. V. 795). 

mu. 

MoF. — (ä-fuJ^^ja) d-Meü-O-MOli (dor.) Übertreffen {aiuvaaa^' 
aitünif Find. P. 1. 45; ancb im frg. bei Eust.; dazu Schol. naptl- 
9tiv Kttl vnttjaai. Hcs. änclßea&Oi, äifWcIv, nti/aiäaaa9ai), ä-fifv- 



— 735 — 

• gangbar (Ap. Rh. 4, 297; E. M. no^tvai(iov); iiuvai-atofog 
wo aioh die Wege kreuzen (xar ijKveinÖQo'vg x^iöÖovg Pind. P. 
11, 38; xet#' tji' äjulßeTtu ^oQiitx Enst.). — (jioJ^-po) -piu-po-C 
drllngend, GtUrmiscb: ij'jcaf-iiud^D-; ^ mit Lanzen andrKngend, 
LanzenstUrmer (II. 2, (592. 840, '^pxädis 7. 134, MvpfuSöves Od. 
3. 188); lö-noyi/o-g mit Pfeilen andrängend (IL 4, 242. 14, 479), 
aivä-f»agos mit Verderben amlrangead, vlcaiö-fuoQo-g mit Bellen 
andrängend ("Od. 14, 29. IG, 4)'). 

HiF. — (ö-fiet/va») "i-H^iß-UJ (vgl. vad, ä-tlSa, hn, lilna; 
ß Blatt ^j wechseln, auGwechseln, vertauschen; Med. unter sich 
wechseln, tauschen, eintauBcheu, daher abwechseln, mit Wort«n 
abwechseln = erwiedern, antworten; vom Orte vertausuhen d.h. 
von einem Orte weggehen; erwiedern, vergelten*) (Fat. aful^i-a, 
-Ofurt, Aor. ij^siifi«'-;*!;!'; Fiit Med. in passiver Bedeutung ^ einem 
afuup&Tlaoitai Äesch. C'hoe. 780); iä-fUiß-Ti) Sfiiiil>i-s f. Erwiederung 
= Vergeltung, Lohn, Ersatz, Veränderung, cfifti/ii-^^afiA; f, Ver- 
änderung der Gestalt (Demokr. bei Diog. L, 9. 47; das Verbum 
ttfUt^i^fviSfUta bei fiuid.). 

noiF. — d-|ioiß-r| (vgl. i(«, JoOT-o'-e) = Sfitiiiiie, ä/ioiß'ö-s 
abwechselnd, wechselseitig, ablösend (II. 13. 793; Apoll, ot i* 
äiadoxiis ^Kovtis avfifiajpi), als Ersatz gebend (vhtvv vi-xfiäv öfioi- 
ßov övitdovg Soph, Ant. 1054), fem. a/wiß-ä-g (ud-og) zum Wechsel 
dienend (jtlaiva Od. 14. 521), aiiotßa-to-g, ifioißäS-io-g = ö^oi^og, 
Adv. äiioiß^-StjV , äiioißfj-ööv , tt^oißu-Söv, tt(Uiißi\-6lq , äfioißa-ä(g 
abwechselnd, wechselseitig. — (/lotJ^-io) ^oT-TO-c mutuus (fiotiov 
avii (iobov Hes. = Gleiches mit Gleichem)*), ' 

mu, 

(mal--) möv. — mÖV-ere (Perf. *mÖ-mm'-i, *im-ov-i, ttiöo-t) 
bewegen, fortbringen, fortschaffen, entfernen; hervorbringen, ver- 
ursachen; übertr. erschüttern, beunruhigen, plagen, erregen, auf- 
reizen*) (altl. ntov-ere in: re-moeanl[ur] 1. agr. C. I. 198. 49); 
Part, (mov-to) mö-tu-s bewegt, bewogen, gerührt; mö^u-s (tüs) m. 
Bewegung u. s, w.; (speciell) politische Bewegung, Aufst&nd, Staats- 
verändening, ümwttlznng; mö-ii-ö{n) f. == motits; fspeciell) Ent- 
fernung vom Range, Degradation; (medic.) Fieberschauer, Demin. 
moliun-ciila f.; inö-lor (lor-is) m. Beweger (Mari 11. 40), molor- 
iu-s bewegend; mö-meti {min-is) n., mö-men-tu-m n. Bewegung, 
Veränderung, bes. der den Ausschlag gebende Theil = Theilohen, 
Punkt, Wendepunkt; (übertr.) Beweggrund, Ursache; Beförderungs- 
mittel, Einfluss, Bedeutung, Gewicht, Werth, inonienl-äna f. kleine 
Münzwaage (Isid. or.J, mofnent-än-eu-s momentan, augenblicklich, 
kurzdauernd (Tert.), mometif-ärm-s, -ösu-s id.; mö-bili-s (Adv. -/er) 
beweglich, schnell, gewandt; veränderlich, unbeständig, wankel- 
mUtbig, mobUi-lä-s {tält-s) f. Beweglichkeit u. s. w. ; tnohÜita-re in 
Bewegung bringen (Caec. ap. Non. p. 346. 14. Lucr. 3. 248); 




— 73e — 

Intens, mö-tä-re hin und her bewegen, {* wolä-cuiü-Ui) molä-cilla 
L vteiaae Bachstelze (^guod semper nwvel caudam Varro 1. L 5. 11}')) 
motä-lio f. = molio (Tert,), motä-lor m. ■= molur (id.), mota-mm 
n. ^ mötnm (Paulin.), nwlä-bUi^ — moMis (Viilg.); Preqo. tnofi- 
lä-rc oft hin und hec bewegen (Gell. 9. 6); cotn-Jiwt-iae (Ij/mphae) 
ad lacum Caiüiensntt a contmatu, ijuod ihi insiila m aqua commo- 
vctur (Varro 1. 1. 5. 71).. — (•»wou/ä-re) lUO-ta-re (vgl 'bw-biu. 
bö-bus, bü-bus pag. 229) von der Stelle bewegen, fortbringen, ver- 
setzen; ilndem, verändern, wechseln, tauschen, verwecbselii, ver- 
tauschen*!, niutä-lor (lör-is) m. Veränderer h. s. w., muialor-w-$ 
zum V. u. B. w. geb.; Subet n. Wechselkleid , muta-lüra f. Geld- 
wechsel, Wecheehaiilung (Nov. Maior.); naitä-ti-ö(tt) f. VerBndemng 
U.S.W. (»iu(ffl-/« Abi., Tert.), mutä-bili-s (Adv. -(er) ver&nderliob, 
unbestSndig, nmtahUi-la-s (tätis) f. VerBnderliohkeit (Cio. Tuec 4, 
36. 76); muli-lä-rc (Intens.) oft vertauschen (namentlich: conrivia 
abwechselnd ti-actiren, Kränzchen halten, Gell.) mutUä4i-S(n) f. das 
abw. Tractiren, Kr. H. (VeiT. Flacc); lunt^au-S (vgl mor-MM-t 
pag. 708) auf Tausch gegeben, geborgt, geliehen; wechael-, gegen-, 
beiderseitig, Adv. mutu-e, -o, -Her (Varr. ap. Non. p. 513. 16), 
mulu-äiiu'S = muluus (App.), mutua-re borgen, leiben (von Jmd.}, 
zum Gebrauch nehmen, entlehnen, muttiä-ti-ö{n) f. das B. L., mufNÖ- 
ti-cu-s geborgt, geliehen (Gell. :20. 1); {*mutu-i-tH-s, *muluiiä-r«) 
mutuüim-s Desid. (^^ inuluat%inü borgen wollend, Plaut. Merc. prol. 
58 E.)'). — IUQt>ö(n) m. daa männl. Glied (Hör. Sat. U 2. 68)"), 
muton-M-m n. id., {*mutoniä-re) muloniä4u-s mit starkem »mIo ver- 
Bohen (Mart. 3. 73). 

C. E. 323. 332. 576; C. V. I. 218. 4). — F. W. 155 f. 479. — Pot* 
E. F. I. 126. — Bavelaberg KZ. XXI. 141. — 1) PW. V. 861: mürd (von 
III« — mtv) Adj. drängend, atarmiBch (B. V. 3, 43. 6). — Brugmas 8L 
IV. 161. 14). — C, E. 332. — F. W. 1S6: „vielleicht". — Bamwy KZ. 
IV. 46 ff.: «mar gedenken. -fintpa-E liebend, gedenkend {air-äjuaeos zweifol- 
bafl). — Düntier KZ. Sil. 3: tna streben, -fimpo-s gierig; speer-, pftil-, 
icbad-, bell-gierig; in aiV'ä-fiiofos ist a Bindevocal {vgl. »oväuvta, «•- 
tdvixti/a, iltttl.äipiian' u. s. w.), — Qoebel Ztachr. f. Gym. 1862 pg. 6ST, 
Phil. XIX. pg. 4ieff., ebenso OOderlein ad 11.2. i>92: W. mar gUnseni 
mit Lanzen gl&nzend, speerberübnit u. s. w. Ebenso Ameia - Hentoe. — 
Faesi; mar lu Theil werden: Speerkämprer, dem der Speer, der Pfeil 
aU Loos zugefallen ist u s. w. — Scfa. W. b. v.; mit dem Speer wflthend, 
gierig im Sneerkampf (vgl. lyitai^asfot bei E. M. ond Uee.); (wahnofa.) 
gierig im Manlkampf, Maulhelden (wofür bea. II. 14. 479 aurtilniair mä- 
(ifTOt ZU Sprechen scheint). — 8) Zu Skr. me tauschen, Caua, map^fÖMH 
ziehen dun Wort: Benfey Wil, II. U; KZ. II, 227. VII. 6U f. B(^p Ot 
30a a. L. Meyer KZ. VI. 892. Vlll. 263. Walter KZ. XI. 429 !. — 
3) F. W. 166; nia, mi wechseln; mit verkehren, wohnen mit; weehaaln, 
taaacbeu; f-oCt-o-t, tiiüf-Hu-s, tnüt-ün. — 4) Vgl. Corssen B. 688. — 
Benfe; KZ. 11. 227. VII. 63: Skr. map-ajümi (vtojifjo gehen maclien^ 
Ebenso L. Meyer KZ. Vit. 282. - Grassmann KZ. XI, 87: Causala dar 
W, imre (iu tneo). — Pott KZ. VL 107* vermuthet: rit-fia-mc. WO-v-m; 
vgl. bha fo-v-to; oder e aus ö (statt Skr. ä) entwickelt — Webw KZ» 



— 737 — 

VI. 319: mü flechten; }noveo causativ: bewegen, im Sinne des eine Ver- 
bindung Hervorrufens? — 6) C. E. 146 und Fritzeche St. VI. 316: Skr. 
Jcira beweglich (ohne mota- zu erklären). — 6) C. E. 324: mü-tä-re weist 
wohl auf movita/re (vgl. prü-dens, bü-hus). Ebenso Weber KZ. (Anm. 4). 
— L. Meyer KZ. VIII. 253: me tauschen: moi-tare =» mü-tare. Ebenso 
Walter KZ. XI. 430. — 7) Vgl. Bechstein St. VIII. 363. — 8) F. W. 156. 



3) MÜ netzen, beflecken, versehren. — Skr. mutra n. 
Harn; minv (netzen), mlv fett werden (unbelegt) (PW. V. 781. 
796. 849); Zend: mu versehren, miv fett sein. 

mu. — |Li\j-eXö-c m. (fivsXo'V n. Phrjn. 136) Mark, übertr. 
von nahrhafter Speise (y Homer, t; meist Att.)^), fiyelo-d-ev aus 
dem M. (Lex.), ^ivik-ivo-g (Diosc), ^velo-ei^g markig, voll M. (Hom. 
nur Od. 9. 293 daria)^ fiveXo-o} mit M. anfüllen, ftveX-dörig mark- 
ähnlich, markartig (Sp.). 

miy« — (fuJ^-av-iG)) ^laivlü bestreichen, benetzen, färben; 
beflecken, besudeln, beschmutzen^) (Fut. fiuxväy Aor. i-^i^va, i-^däva^ 
Pass. i-fuav-^-v, Perf. (U-fday-xa^ (le-fila-o-fiai^ iu-(iia(i-(iai Jos. 2. 
8. 9); a-ßlctv-to-g unbefleckt, rein, a-xHQo-fdavTog nicht mit Händen 
befleckt (Isid.); filav-ct-g f. das Beflecken u. s. w. (Sp.); fiia-c-tcDQ 
{xo^og) m. Beflecker, (ua-ö-fw-g m. (N. T.), fjUa-0'(Aa(x) n. Be- 
fleckung u. s. w.; Schandfleck, Schandthat, Greuelthat; (^(uato^ 
*(iucl-m) fuai-g>6vO'g mit Mordblüt befleckend^). — {(uJ^-aoo) m- 
apö-c befleckt, besudelt, verunreinigt (Hom. nur IL 24. 420), (uaQ-Ux 
f. Verbrechen, bes. Mord, Blutschuld, (uaQO-rri'g (riyr-oj) f. id. (Sp.); 
(^fua-xQo) fua-xQO-g = luaQog (Hes.). 

F. W. 166; KZ. XX. 366. — 1) Anders B. Gl. 302a: mid pinguem 
e8sej adiposum esse vel fieri, fortasse liiteris tran^xfsitis e fisdvlogy eiecto 
d, producta antecedente vocali, Aehnlich Seh. W. s. v.: medulla{?), — 
2) Benfey KZ. VII. 119: Skr. mih, fuhFaivm, (uhFago. — Walter KZ. 
XII. 386: sma schmieren? Aehnlich Seh. W. s. v.: yiCv^og^ p^Cv^a Men 
Hchenkoth; goth. sn\eitan (W. smit) «■ iUinere? — 3) Curtius St. III. 192. 
— Schaper KZ. XXII. 626: wohl »» (ufaei-tpovo-g. 



1) MUK loslassen, auslassen, auswerfen (bes. leiblich); 
gräkoitalisch: schnauzen. — Skr. rnuK losmachen, freimachen; 
loslassen, fahren lassen; aus sich entlassen, von sich geben (PW. 
V. 810). 

fLlUK. 

fLiUK-o-c m. Auswurf, Schleim, Rotz; ((ivk-jcd) muccui, neuatt. 
^vvtüüj schnauzen (als Simplex nur bei Gramm.); ano-fivööm aus- 
schnäuzen, (übertr.) witzigen (i^cntaxav, yotitivuv Lex., iino-^Lv^iiuvog 
Arist. Equ. 910, a7t-B-fii'(iv%-xo Men. bei Ammon p. 68); ix-^iVTrofiai 
sich sehn. (Galen.); (^vx-ra) \ivia f. =» fiwiog (att. 7t6(^ia)] Nüster, 
Nase (Soph. fr. 110); Dille, Schnauze der Lampe für den Docht 

Yaniöek, otym. WOrterbnch. 



— 738 — 

(Kallim.); Demin. fiv^-ccQio-v n.; fiv^a-CD^ ftvlcf-^co scbleimig, rotzig 
sein; fiv^-cSSrjg schleim-, rotzartig; (*|itv|o-(ö) ftv^a-ri^Q (riJQ'Og) m. 
Nüster, Nase (Her. 2. 86 und Sp.); |liu^-o-c, ftv^-ivo-g^ fiv^-ivihg^ 
fiv^-iov (üDv-og) m. Schleimfisch, ein glatter schlüpfriger Meerfisch; 
^u^a n. PI. eine Pflaumenart, Sebesten; Demin. fAv^-uQiO'v; ^uK-T)-c 
(tlT'Og) f. Pilz (der schleimige, verunreinigende), pilzähnliche Dinge, 
die Schnuppe am Lampendocht u. s. w. (to alöolov rov av&^dnov 
Choerob., t6 avÖQeiov fiogiov Hes., dazu Gen. fivxfco ans ArchiL), 
(ivKtZ'ivo-g von Pilzen gemacht (Luc. v. h. 1. 16); (ftvx-w) lAwrl-g' 
TO fUXav xrjg criniccg onBQ iv xa Ct6(uicu i^^vöa IxxqIvh (Hes.); 
fivTTog' ivveog nal xo yvvaixetov [fiOQiov] (Hes.); ßvxxog (fi == ^j* 
yvvaixog aldoiov (id.); |LiuK-Tipo-c , lakon. fiovx-, m. Nuss, Mandel 
(= schleimige, weiche Frucht; vgl. mj/xa eine Art Pflaumenbäume 
Plin. 13. 5. 10, die Frucht myxU'tn), — |LiUK-Tr)p (xiJQ-og^ m. Nase, 
Nüstern (meist Plur.) ; Elephantenrüssel (Arist. h. an. 2. 16)'; Lampen- 
dille; übertr. Spott, Hohn, Verachtung (durch Naserümpfen sich 
kundgebend), ftv^xriQ-o-d^ev aus der N. (Pallad. 123), fivxn^^/^» 
naserümpf en, verspotten, verhöhnen, iivxxtiQi-ö-xfj-g m. Naserümpfer, 
Spötter, fivTiXfiQi-C'iw-g m., fAv%xriQi-a-fjLa(x) n. == Naserümpfen, Hohn, 
Spott. — MuK-dXii f. (= Schnäuzchen?) Gebirg in lonien, Samos 
gegenüber, in ein gleichnamiges Gap auslaufend (jetzt Gapo S. Maria); 
Mv7uikri6a6g f. Stadt in Böotien bei Tanagra. 

muk. 

muh, — müC-U-S m. == fitJx-o-g, nmct-du-s^ muc-dsus^ mucu- 
Untu-s rotzig, schleimig, schimmelig, kahmig; müc-or (ör-w) m. 
Schimmel, Kahm; (*mucu-lu-s,*muci4u-s, mucilä-re) mucilä-g-o (tn-is) 
f. schimmeliger Saft (Theod. Prise. 4. 1); muc-in-iu-ni n. Schnupf- 
tuch (Arnob. 2. 23); muce-re (-w/) kahmig oder schimmelig sein 
(Cato r. r. 148), muce-d-o (tn-is) f. = mucus; Inchoat. mucesc-cre 
(Plin. 14. 20. 26); Müc-iu-s Name eines urspr. plebej. Geschlechtes 
(bes. C. Muc. Cordus Scaevola^ Q, M. Scaevola Ä^gur^ Q, M. Sc<i€' 
vola Pcmtifex), Müc-ia dritte Gemalin des Pompejus. 

mug. — mu-n-gerc (= ^vacco) Gloss. Phil, [muh: mu-n-g-tre 
= pik: jH-n-g-cre]^ e-niung-ere {-murixi, 'munc-tu-s) = aTto-ftvöCaa; 
wunc-ti-ö(fi) f. das Sehn. (Arnob. 3. 13. 107), e-munctio f. id. (Quint 
11. 3. 80), c-niunC'tör-iu-m n. Lichtscheere (Vulg.); müg-il und 
'tl'is m. == fiv^og^ Mugill-änu-s röm. Bein. (z. B. des L. Papirius). 

B. Gl. 298a. — CorHsen I. 542 f.; ß. 26. — C. E. 161; C. V. I. 
312. 11). — F. W. 155. 480; F. Spr. 104. — Hehn p. 527. — Kuhn KZ. 
XV. 452: vgl. deutsch: muchen, muchig, müchcn, muchlich; malTen, 
muffeln. — Lettner KZ. VII. 175. 65). 66). — Pauli KZ. XVIII. 19 f. — 
Koscher 8t. 111. 134. 7). — Windisch St. VI. 261. — Anders L. Mejer 
KZ. VI. 222: Skr. mug abwischen, das mit Skr. marg wischen, reibeu, 
abreiben eng zusammenhängt. [FW. V. 820 bietet bloss die unbelegte 
W. mug, mutig' Dhätnp. 7. 76. 77 = einen bestimmten Ton von sich 
geben. J 



— 739 — 

2) MUK ritzen, stechen. 

|iUK. 

(a'fivx-jcai) ä-)iuccuj, neuatt. a-fivTta^ ritzen, zerkratzen (Fut. 
afiv|Q), (rTT^-O"«« xBQolv 11. 19. 284, xofT-a|iit;|cn:o x^tga ib. 5. 425); 
übertr. verwunden (dvfiov ifiv^etg II. 1. 243), afivTi-X'itio-g ritzend 
(Plut. Symp. 2. 9), (a/ttvx-w) S(iv^t-g f. das Ritzen, (medic.) das 
Schröpfen; äpiVX-T] f. Riss, Schramme (ro vito noklo^v %vlc^iunct 
TutXovfUva B. A. 21), a(iv%ri'd6vj äfiv%-C ritzend, a^iviucto-g (eig. 
geritzt =) oberflächlich (Plat. Ax. 366 a), afivx-iw-g m. (J^ig>i€ov 
Schwertwunde Theokr. 24. 124), afivx'oiötig mit Ritzen (Hippokr.); 
afivx-aXal' at anlöeg tcov ßeköiv naga xo ifivööeiv (Hes.). (ivT^gotV 
o^g, ^EQv&Qaioi id. 

VUK (fl ZU v). 

(wX'j(o) vuccuj, neuatt. vvttco, stechen, verwunden^) (Aor. 
i-vv^Oy Pass. i'vvy-rjv erst bei Plut.); wxxdöag' vv^ag (Hes.); vvy- 
6i]v stichweis (Apoll. Dysk.); (vvx-it) vv^i-g^ wy-fin} f., wy^iw-g m., 
vvy-fia{z)j vvx-(icc{x) n. das Stechen, der Stich, wyfuxT'oidrig stich- 
artig, stechend; (vvoc-ja) vucca f. Prellstein (auf der Rennbahn); 
der durch ihn bezeichnete Ablaufsstand = Schranken, Ziel, Scheide- 
wand (Bion. lö. 31). 

muk. 

lllllC-r-o(«) m. (vgl. fivTiQODv) Spitze, Schneide, Schärfe, tnucron- 
ä-ti4-s spitzig, mit einer Spitze versehen {folia, rostrwn Plin.). 

' C. E. 535; C. V. I. 312. 12). 316. 51). — P. W. 481. — 1) F. W. 
107: nagh stechen, kratzen, bohren. 



mükha Skr. n. Mund, Maul, Rachen; Oeffhung, Eingang, 
Ausgang, Mündung (PW. V. 802). 

^uxö-c m. (PI. auch vcc (ivxci n.) [vgl. Bocche di Cattaro] 
urspr. Mund, Oeffhung = Bucht, Hiüfen, Meerbusen, dann: das 
Innere, Abgelegene; Mvxo-g m. Hafen in Phokis, am Fusse des 
Helikon (Strabo 9. 409. 423); fivxov-öe in's Innerste (nur Od. 22. 
270), (ivxo-^sv aus dem I. (Aesch. Ag. 96, Choe. 35 D.), (ivxo-t 
im I.; fivx't^o-g innerlich, im Innersten gelegen (Superl. (lix-cezo-g^ 
fivxai'Vcetog j fivjr-icr-Taro-^, jüv^oZ-toto-^ Od. 21. 146, (ivxci-xccto-g nur 
Gramm.); (ivx-(oörig winkelartig. 

Ascoli KZ. XIII. 461 f. — Aufrecht KZ. II. 148. — Benfey WzU. 
II. 43 f. — Christ p. 102. — Seh. W. s. v. — Fick KZ. XX. 866: „zum 
slavo-deutschen *8muk gleiten, schmiegen, schlfipfen' könnte man ver- 
Bucht sein fivx6-g (für cFftvxo) zu stellen, wenn nur sonstige Spuren unseres 
smuk in den südeuropäischen Sprachen nachzuweisen wären'S 



47* 



— 740 — 

MUGH verwirren, bethören, betrügen. — Skr. mub 
irre werden, die Richtung, den Faden, die Besinnung verlieren 
u. s. w.; caus. irre machen, verwirren, bethören, in Unordnung 
bringen (PW. V. 841). 

müg. — müg-er m. fiedscher Spieler {qui tulis male ludil, 
Paul. D. p. 158. 27)5 (*miig-in-U'S) muginä-ri tändeln, Thor- 
heiten treiben, säumen, zögern (nugari et quasi iarde canari Paul. 
D. p. 147. 1). 

F. W. 166. — Corasen I. 78: zu fiv%dofiai^ mugio. — Klotz W. 
8. V.: vgl. fiot%d( und schmuggeln (Döderl. 6. 226). 



MÜD frisch, froh, geweckt, „munter" sein. — Skr. 
mild lustig, fröhlich sein, sich freuen; caus. erfreuen (PW. V. 824). 

mud, — {mud-to) mus-tu-S jung, frisch, neu {aqua, vinum, 
Cato ap. Prise. 76. p. 711, r. r. 115); als Subst. n. der junge 
unabgegorene Wein, Most^); must-eu-s zum Most geh. (=«= tmuhis 
Plin.), must-äriu-s zum M. geh. (Cato r. r. 11), must-M-eus m., 
-eu-m n. Most-, Hochzeitskuchen, mustu-lentU'S mostreich; Must-iu^ 
röm. Eigenn. — must-ela f. Wiesel (von der Behendigkeit?)*), 
Mustcla röm. Bein.^), mustelrmur-s zum W. geh., fimstel-ä4u^ wiesel- 
farbig, mustel-ä-g-o (tn-is) f. eine Pflanze (App. herb. 58). 

F. W. 156. — Weber KZ. V. 234: mas blähen, nähren, fettigeD. 
— 1) Bugge St. IV. 347 zweifelt („wenn es zu Skr. niud gehört^). — 
2) Anders Förstemann KZ. I. 494 : mit mus (Maus) mag vielleicht mutida 
zusammengesetzt sein. — 3) Vgl. Angermann St. V. 381. 



MUR wimmeln. 

mur. 

^up. — ^üp-io-c unendlich viel, sehr viel, unzählig; unend- 
lich gross, unermesslich; fivQioi als bestimmte Zahl: zehn Tausend 
(nicht bei Homer, zuerst Hes. 0. 254)^), (ivQio-a-To-g der 10000-ste, 
(ivQio-<S'TV-g f. eine Zahl, Menge von 10000, fivQi-axig {fAVQioviaiug 
Hes.) lOOOOmal, unzähligemal, fivQia-xov an 10000, an unzähligen 
Stellen, fivQuxxo-^Bv von unzähligen Stellen her; fivQUh^jiXdüM'g 
lOOOOfältig, unzählig vielmal mehr; fivQia-g (aÖ-og) f. unzählbare, 
grosse Menge, Myriade; eine Zahl von 10000 (dixa (ivgiaSig = 
100000). 

mur + mur. 

jLiup + m[v(»J. — ^üp-^-o-c m. (Lykophr. 176), ^üp-^-1l£ 
(i/x-og), dor. -äH (äx-0-5, Theokr.) Ameise*) (über die Benennung 
„Ameise'^ von den Indern des Tieflandes auf das ihnen unbekannte 
Thier des Hochlandes „Murmelthier" übertragen siehe H. Stein »1 
Her. 3. 102), MvQfiri^ f. eine Klippe zwischen der Insel Skiathus 



— 741 — 

und Magnesia an der thessal. Küste (Her. 7. 183); ßvQ(JuxKag* fivQ- 
(Afljuxg. ßoQfux^' fivQiiti^. oQfUKag' (ivQfiri^ THes.); (ivQ(ii^x-BLO-g von 
der A., (kVQfitiH'ia f. Ameisenhaufe, (übertr.) Menge, Versammlung, 
fjiVQ(ifi%-lxfi-g m. ein Stein, der wie Bernstein A. eingeschlossen hat 
(Plin. h. n. 37. 11. 72), fivQfitiKö-Bidi^g ^ (iv^fitin-ciitig ameisenartig, 
YoU A.; fivQ(M/jK-iO'V j 'Bio-v n. eine giftige Spinnenart; (ivQ(ir^7i-Uiii. f., 
(ivQfM^x-ut n. (PI.) Warzen an der flachen Hand oder an der Fuss- 
sohle; fivQfir^i^ui'g m. ein Edelstein mit erhabenen schwarzen Stellen, 
wie Warzen (Plin. h. n. 37. 10); fjLvgiitiH'l^cD ein Jucken empfinden, 
wie wenn Ameisen herumkriechen {isqwy^g (ivgii/ipilicDv Med., 
ameisenförmiger Puls); fivQinpiid-ca an Warzen leiden, fivQiitiTUa- 
ai-g f., fivQfiYinuc'a-^'g m. das Hervorbrechen der W.; (ivg-fiti-ömv 
(SoV'Og) m. Ameisenhaufe (|vvoix/a twv fiv^fiijxcov Hes.); Mup-|i-i- 
böv-€C ein achäischer Yolksstamm in Thessalia Phthiotis unter 
Achilleus' Herrschaft (über die Verwandlung der Ameisen auf der 
Insel Aegina in Menschen vgl. Ovid. Met. 7. 453 ff. Das älteste 
Zeugniss dieser Fabel gewährt ein Bruchstück zu dem hesiodischen 
Katalogos: 17 6^ vnoKvaafUvri tinev Alaxov [Sohn des Zeus und der 
Aegina] [TtnioxccQfLtiv. avxccQ iTtsl ^' rißfig TtoXvi^Qcaov ikezo fiitQov, 
(lodvog iäv i]öxcckkB' TtcetfiQ d' avÖQcSv tb ^BÖiv re, oCöoi iöav (ivg- 
(iflTug inriQazov ivSo^i vr^iSov^ xovg avÖftag nolriöB ßa^^mvovg xb 
yvvaixag. vgl. M. Haupt ad 1. c). 

mur + mur. 

mor -{- m[or], — (*mor-ni-lca, durch Dissimil.) for-m-lca 
f. = fiv(ffiti^j Demin. fortnicu-la f., formic-lnti-s ameisenartig krib- 
belnd (Plaut. Men. ö. 3. 12), formic-osti-s = (ivgfii^xtcötig; formicä-re 
= fivQ^riKlimy formica-ti-öin) f. das heftige Kribbeln der Haut, 
formicä-Vilis = fomiicosus. 

C. E. 339 f. — 1) Seh. W. 8. v.: „die Accentunterscheidung in den 
beiden Bedeutungen ist nur eine Erfindung der Grammatiker, da dem 
Griechen urspr. itvg^t eine unendlich grosse Zahl, die grösste, für die 
er ein eigenes Wort hat, bezeichnet, das eigentl. Zahlensystem aber nur 
bis 1000 ausgebildet war". — B. Gl. 278a: hhüri mtfUus; huc traxerim 
liVQiog, mukUo bh in nasalem eiwdefn organi^ huc etiofti trahi posset mul- 
iu8. ~ 2) C. E. 1. c: In fünf Sprachen führt das Thier einen Namen, 
der sich mit Leichtigkeit auf eme W. mur zurückführen lässt. Eine 
solche liegt uns freilich in einem Verbum nirgend vor, man möchte aber 
„winmieln" als Bedeutung und fivQtoi für verwandt halten. ßvQfiri^ und 
fomiica sind daraus vielleicht durch eine Art von Dissimil. entstanden. — 
Gegen diese Deutung sind Bugge KZ. XX. 15 f. und Froehde KZ. XVIII. 
261. — Zu W. t7am ausspeien, also den Ameisensaft ai:^pritzen (Skr. 
vcUmika &» "^vamrlka, ved. vamra, vamraka) ziehen das Wort: Bugge 
KZ. XX. 16 f. 24. Kuhn KZ. III. 66 f. Legerlotz KZ. X. 382. Pictet 
KZ. V. 349. Savelsberg KZ. XXI. 142. 3). PW. VI. 693: „vermuthlich". 
T>Bkgegen 0. E. 1. c: „in keiner der übrigen Sprachen stinmien die Laute 
zu dieser Annahme**. — Brugman St. VII. 332. 26): Grundform inar- 
inar-(a), Zend maviri für *tnavri, altnord. maurr für *niavra'8. — F. W. 
157: indogerm. Grundform mauti: \ivg\ii{%\ 473 f.: hhat^ bhur wallen: 



— 742 — 

form-tca von f erver e wimmeln; ibd. 1081 werden fiv^ftf?! nnd fonmiea la- 
sammengestellt — Fritzsche St. VI. 343: fiv^-^-i^l, iivQ-(i'Ogy fiv^fi-i2-^0ir, 
8% sunt radicis cuitisdam fivQj quod siMdent linguae zend., pälaeascamd., 
palaeoslov., kymr, Cf, fivQ-ioi^ iivg-ioi {Mv^-fi-idoveg i. q. AioXtig?). — 
Bchweizer EZ. XII. 304: bhram sich unruhig bewegen. Dagegen C. £. 
1. c: „ßvQfiai, ßoQfuci bleibt unerklärt und noch weniger stimmen die 
übrigen Sprachen ^^ — Vgl. noch Förstemann EZ. III. 50. 14). Grimm 
W. I. 277 (nl. mier, altn. maur, schwed. myra, dän. myre, pissemyre, 
engl, pismire, isl. nngamaur, ir. moirb, welsch mor^ armor. merienen, 
finn. migrainen, altsl. mrav', russ. muravei, poln. mrowka, böbm. mra- 
venec, nvgfirii ,, reicht nach Asien, folglich ins höchste Alterthnm**). 
Miklosich Lex. 382 s. v.: mravij. — Die Etymologie des Wortes bleibt 
demnach zweifelhaft, doch scheint die Deutung von Curtius die annehm- 
barste. 



MUS stehlen. — Skr. mush^ mUsh rauben, berauben, plün- 
dern; an -sich reissen, stehlen, bestehlen u. s. w. (PW. V. 836. 866). 

mu8, — ^uc: ^u-c (Gen. (iv-og^ Acc. /ttv-v, Voc. (kv; v in 
den zwei- und dreisjlb. Casus und in den Compos.) m. Maus; Muskel 
(Ueberti*agung des Thiemamens auf Körpertheile); Miesmuschel 
((iva^)'^ eine grosse Wallfischart (muscultis)', Demin. fAv-taxo-^ m., 
■tdTia f. die kleine Miesmuschel {mytuhts)\ (iv-ivo-g von Mäusen; 
(kv-civ (civ-og) m. die Stelle am Körper, wo mehrere Muskeln in 
einander laufen, Muskelknoten (IL 16. 315. 324 und sp. Dicht), 
(ivfov'la f. Mauseloch (auch Schimpfwort auf ein geiles Weib); 
(^fivooo) (ivco-To-g mit Muskeln versehen; fiv-dÖrig mäuseartig, voll 
Muskeln; ^u-aE (ax-og) m. = ^vg; Miesmuschel (Diosc); Demin. 
(ivccK'io-v n.; (mus-ku) )liuc-XO-V to avSgnov xal ywainBtov (i6(ftov 
Hes. (eigentlich: Mäuschen, !Muskel); Mv-tano-g ein Makedone 
(Demin., vgl. uieovr-Cano-g ^ TccvQ-lcno-g^ Tgay-iano-g) ^\ — (fiva-ta) 
HV'Xa f. Fliege: Stuben-, Stech-, Schmciss- oder Aasfiiege (als 
dreistes begehrliches Insekt geschildert IL 2, 469. 4, 131. 17, 
570. 21, 394), Demin. [ivi-töio-v n., [ivi-'ixo-g von der FL, fivio- 
siö'qg^ ^vi-dörig fliegenartig, ^vt-xYig^ f. ^vl-xi-g (Diosc.) id.; Mvia 
f. Tochter des Pythagoras, Frau des Krotoniaten Milon u. s. w. — 
jucu-ta f. Made (Hes.). ' 

mus, — niÜS (fnür-is) m. = ^vg {nms marinus eine Art 
Seefisch, Schaalthier); Demin. mus-culu-s m. Mäuschen, Muskel, 
Miesmuschel, eine Wallfischart (techn.: Schutzdach, vgl. Caes. b. 
c. 2. 10; ein Kahn, curtum navigium Isid. or. 19. 1), nwsetd-östi-s 
fleischig, muskulös; (muscu-lu-s y * muscel-lu-s) mnsccU'äriU'm n. 
Mäusefalle (Gloss. Philox.); mur-imi-s von Mäusen kommend, den 
M. angehörig, mur-irc (Naturlaut der Mäuse) pfeifen, quitschen') 
(Gloss. Isid.); mus-cipula (s. pag. 113). — lllUS-ca f. = fivia^ 
Demin. nmscu-la f., musc-äriu-s die Fl. betreffend, -äriu-m n. Fliegen- 
wedel; übertr. die Dolde an Pflauzen (Plin. 12. 26. 57); Miisca 
m. röm. Eigenname. 



— 743 — 

Aufrecht KZ. VIII. 71 f. — B. Gl. 301a. — C. E. 338. 340. — F. 
W. 156 f. 386 f. 480; F. Spr. 168. 356. — Förstemann KZ. 1. 493. 7)! 
III. 47. 9). — Hehn p. 399. — Kuhn KZ. II. 187. — L. ^eyer KZ. V. 
375. — Verner KZ. XXIII. 113. — B. Gl. 282a: mak89nkä,,ut videtur, a 
r. tnaksh coacervare: musca, fivia. — Corssen B. 31; N. 68: mak, luix^, 
mac-ellum u. 8. w.: muk-sca stechendes Insect =» mt^s-ca. — Savelsberg 
KZ. XVI. 365*): mu8 schliessen (Augen, Mund), blinzeln. Dagegen C. £. 
1. c: „aber wie kann eine Fliege blinzeln?" — Weber kS. V. 234: 
Sollte nicht in fivg, viusculus, Muskel, die Beziehung auf „Maus" etwa 
vielleicht nur eine alte Volksetymologie, der Grundbegriff dagegen der 
des schwellenden, fleischigen, kräftigen sein? — Vgl. noch Hehn 1. c: 
,,Als Hausdiebin kennt die Maus schon die Yoreuropäische Sprache. Dieser 
Name findet sich in Griechenland und Italien und an der Elbe wie am 
Indus" (vgl. Skr. müsh, müsha m., ahd. mhd. ags. and. mü5, ksl. tnyst, 
russ. mysi, poln. mysz, böhm. mya u. s. w.). — C. E. 1. c: „die Fliege 
unter den Insccten, was die Maus unter den Säugethieren ". — 1) Fick 
KZ. XXII. 232. — 2) F. W. 480: „das Recept zu den Tonwörtem dieser 
Art ist: man hänge -Ire an den Stamm des Thiernamens: gru-8 gru-it, 
mu3 mür-it, felis fd-ü, hinnus hinn-it. 



miisa Weiches, Junges, Zartes; Moos. 

)Liöc-XO-c m. junger Schoss, Sprössling, Z^reig, Ruthe; tibertr. 
von Sprösslingen der Menschen und Thiere; bei Sp. auch der stark- 
riechende Moschus; Demin. (ioax-CSto-v n. junger Ableger, Wurzel- 
schösslein; ^ocx-€U-uJ einen Ableger machen, anpflanzen, aufziehen, 
lAoaxBV'T'ixo-g zum Ablegen geschickt, (wöiev-öi-g f. das Fortpflanzen 
durch Ableger (Geopon.), ii6ax£V'fia(r) n. Ableger (auch übertr. 
von Menschen), (io6xB(/)'Uit f. das Pflanzen eines Ablegers; (loax- 
lo'Vy fwax-ixQiO'V n. junges Kalb, (waxti-^ov nach Eälberart, iw<sx' 
lo-g, 'Bio-g vom Kalbe, (Aoöx-ittj contr. (wöxfj (erg. Öoga) f. Kalb- 
fell, lioöX'icc'g m. einem Kalbe ähnlich (TQutrig TiQiog Eust.); auch 
von anderen jimgen Thieren; iao<Sxuc-(o kälbern, vitulari^ ifröhlich 
oder muth willig sein, fioax-tv-ctio-g muth willig wie ein Kalb {ö^uq- 
Ttixixog Hes.), (loöx-a-g (aÖ-og) f. junge Kuh; Moaxo-g Personn, 
(bes. ein Idyllendichter aus Syrakus), Moax-lfov {oav-og)^ Moax-do-g 
m., MoöX'tva f. Dichterin aus Athen (Ath. 7. 297 b). 

mus-CU-S m. Moos; Moschus (Hieron.), musct-dH-s (Sidon.), 
musc-ösu-s moosig, bemoost. 

F. W. 386; F. Spr. 356; KZ. XX. 177: fioaxo-g liesse sich zu muscus, 
Moos stellen, wenn in diesen Wörtern u aus urspr. a hervorging, was 
noch zweifelhaft, oder zu lit. mazga-8 Keim, Auge, Spross. — Düntzer 
KZ. XVI. 2Ö: mad flüssig, weich sein. — Weber KZ. V. 234: mas 
blähen, nähren, fettigen. — Vgl. ahd. mios, mhd. mies n. Moos, ahd. 
mhd. mos n. Moos, Sumpf; ksl. muchu, poln. böhm. serb. mech. — Vgl. 
noch Miklosich Lex. p. 386. 

niratana Name einer Pflanze. — Skr. mrätana n. Cypcrus 
rotundus (PW. V. 932). 



- 744 — 

d-ßpÖTOVO-v n. (auch -g f.) eine Pflanze, Ärtemisia äbrotamtm 
Linn., gew. Stabwurz, Eberraute, aßgorov-ivorg von Abr. bereitet 
(ihtiov, (ivQpVj Diosk.), aßgatov-tri^-g olvog mit Abrotontim ab- 
gezogener Wein (id.). 

F. W. 157. 

mluTa Blei. 

(jiiAo/o, fi^'XoJ^o) ^-ö-Xußo-c, ^öXißo-c (II. 11. 237), (fioXvß-jo) 
)LXÖXuß-bO'C m. Blei, fwliß-Bo-g^ ^kvßi-iO'g (contr. fwJÜß-j fiolv/M- 
ov-g^ ^XißÖ'^ Hokvßd'iKO'gy fwUßS-^ (wkvßi-ivo-g) bleiern, iMXvßi4vfi 
f. Bleimasse; fAoXvßÖHO-v n. bleierne Röhre; ^Xvßi-aiva f. Blei- 
kugel, zur Beschwerung an die Angel über dem Köder gebunden 
(IL 24. 80), zum Werfen; Bleiplatte, Bleigelb (Diosc), Bleiwnrz 
(phüiibago)^ fjLoXvßö'kr^'g m., -nii-g f. blei-ähnlich, -haltend; ftoXvßi-l^ 
i^Cö'Og) f. Blei-kugel, -masse, fwXvßdtiaG) bleifarbig, bleich aussehen 
(B. A. 52), floXvß-Qo-g bleifarbig (Hee.); fioXvßSo-m {(wXißom) zu 
Blei machen, verbleien, fioXvßöco-xo-g verbleit, (jLoXvßim-öi'g f. Ver- 
bleiung, Löthung, (ioXvß6o)'fia(x) n. Blei-arbeit, -platte, (AoXvßdiy- 
HÖi]g^ IwXvßS'ciörjg blei-artig, -farbig. 

(nUuvo, tnlu-m'VOy plu-m-vo [vgl. exem-p-hi-m, tem'p4U'm], 
plu-rn-ho, <; zu & wohl wegen des vorhergeh. Nasals) plumbu-m 
n. Blei(-kugel, -röhre); übertr. ein Augenfehler {pUimbumy quod 
est gmus vitU, ex oado toUitur Plin. 25. 13. 97), pl/umb-eus bleiern, 
(übertr.) stumpf, gefühllos, schwer drückend (Plaut. Hör.), plumb- 
äriU'S zum Blei geh., Subst. m. Bleigiesser, n. Aufbewahrungsort 
für Bleigefässe, jf)/i/wi)-öi>w-5 voll Blei, mit Blei vermischt; plumbä-re 
= fioXvßöoa^ plumbä-titra f. = [loXvßScoaign plrnnbä-g-o (tn-is) f. 
Blei-erz, -glänz, -würz (pl. FjUropaca Linn.), -färbe (an Edelsteinen). 

C. E. 373. 638; KZ. XIII. 397: „wir müssen, wie es scheint, eine 
Stammform mlma postuliren **. — Vgl. Clemm St. III. 827 f. -- P. W. 
482: ^äkoital. tnlubo, inohibo, zu europ. maiu matt, stampf (vgl. 
d-jißlv-q für d fiXv-g). — Pictet KZ. V. 323: Skr. mala Schmutz, ftoXvv»^ 
fLoX-ißog, vßog^ Blei als Unreines; vgl. Skr. hahutnaJa Blei = sehr 
schmntzig. — Kbenso Duntzer KZ. XIV. 197. - Walter KZ. XII. 404: 
W. plag: mlag, ^LoXvy, ftoXvß^ ahd. pluc; pla-m-ba das „bleiche" Me- 
tall. Corssen I. 88; N. 174 f. (Grundfonn plagva) hält diese Deutung 
„nach Laut und Bedeiitimg'^ gerechtfertigt und ist gegen die Deutung 
von Curtius. — Vgl. noch Grimm W. IL 88 f., wo sämmtlichc Formen 
der verschied. Sprachen zusammengestellt werden {uoXvßog^ fioXißog läset 
sich einigen mit einem vermuthlichen noXtyßogy ßoXvßog, das sich dem 
plumbum näherte und vom slav. olovo, volovo untern läge). — Vgl. Mikl. 
Lex. p. 601. 



— 745 — 



J. 



ja Pronominalstamm der 3. Person: der, dieser; welcher 
(urspr. demonstr., besonders auf Bekanntes zeigend). — Skr. ja 
(Nom. m. ja-s, t ja, n. ja-d) wer, welcher (FW. VI. 1 flf.). — 
Siehe i pag. 77. 

8-c, f\, 6 (Gen. ov, ^5, ov, ep. auch oov^ fem. ?tig II. 16. 
208, Dat. PL olg^ alg, auch olat st. olg Hom. Her. Trag., fem. 
bei Hom. stets r^g und jfii) a) urspr. demonstr;: „dieser, diese, 
dieses", „der, die, das", „er, sie, es^* (betont); als demonstr. bei 
Homer noch in sehr ausgedehntem Gebrauche , da bei ihm das 
Fron, relat. erst in der Entwickelung begriffen ist; im späteren 
Griechisch als demonstr. nur in: xal og^ xai 17, Kai oi „und der*^ 
u. s. w., ^ d' Off, ^ (J' ^ (sagte er, sagte sie), og ftiv — og Si (der 
Eine — der Andere), og xccl og (dieser und jener, der und der) 
(Her. 4. 68). b) relativ: „welcher, welche, welches", „der, die 
das^^ (die Eigenthümlichkeiten im Gebrauch s. Gramm. Lexika); 
absoluter Gebrauch: ou als Adv.: (des Ortes, wo); fj (wohin; wie, 
auf welche Weise, inwiefern); Acc. ö = ort (Hom.), xal (wes- 
halb auch); S dij = are (pla) Soph. Ai. 1043. — öc-iT€p der (die, 
das) da eben (pag. 486). — öc-Ti-c, tj-vi-g, o,w welcher (-e, -es) nur 
immer, jeder der, wer auch nur; solcher welcher (Od. 2. 124); 
in der indirecten Frage: welcher (-e, -es), wer, was, (daher) o^u 
warum, weshalb (eig. „was"); (bes. homer. Formen: Sing. N. m. 
OTiff, n. o,rrf, G. orevj orreo, ovcsv, D. oreco, Acc. oxiva'j Flur. G. 
OT£(oi/, D. oxioiöij n. oztva^ gew. aööa); vgl. pag. 151. — Adv. 
(ßi-t Abl.)^) (joa-g) oi-c (a»-c) (vgL xoig pag. 267) demonstr.: auf 
diese Art, so, also (Hom. Herod. Trag.); in att. Frosa nur: ovS^ 
äg, xal äg; d)C relat.: wie, als, als ob; bei Zahlw.: etwa, ungefähr, 
gegen, fast; als Fräp.: zu (nur bei Personen und persönl. gedachten 
Gegenständen); als Conjunction: (temporal) wie, da, als, während; 
(causal) da, weil; (declarativ) =ovij (final) dass, damit; (consecutiv) 
80 dass, dass, daher. — (;a Instrumental? ja, ijä^ da) brj (affir- 
mative, das Gegenwärtige mit Rücksicht auf die Vergangenheit 
scharf hervorhebende Bedeutung) eben, nun, gerade, gar; (bekräf- 
tigend) also, so nun, so denn*) (vvv öri jetzt eben, jetzt nun, 
jetzt erst; xai irj auch eben, so eben, schon); fj-bt] [St. a pag. 2 

"f" ^^] (ßv • ^'^V "^ M^ • V C'V'^) ®^®^ jetzt, bereits, schon, so- 
gleich, nun*). — (ja-smat Abi.*) i^-|iOC (vgL rij-^g pag. 268) 
(ion. ep. Adv.) zur Zeit als, als, da, nachdem, sobald als (stets am 
Versanfang bei Hom., ausser Od. 12. 439). — (jä-vat^) {fj-J^og) 
f)-OC ältere bei Hom. anzunehmende Form, (a-J^og, daher dor. ag) 
^-uüc Conj. so lange als, während; bis, bis dass; (final) dass, auf 
dass, damit (nur mit Opt. Od.); Adv. (statt ziag) eine Zeit lang. 



— 746 — 

indessen« — (ja-i«) St. b-io: oto-c, o\r\, olo-v wie beschaffen, wag 
für einer, welch ein (demonstr. roto-g pag. 268); (mit Inf.) von 
der Art sein d. i. fähig, im Stande sein, dass; (Neutr. als Adv.) 
olov^ ota wie, ota te sowie, gleichwie, dergleichen, olov dff wie 
doch, weil ja, da ja. — (J(isjo) St. o-aio: 6-cco-c ep., 8-co-c wie 
gross, wie weit, wie lange, wie viel, wie sehr, PL wie viele, so 
viele als, alle welche (vgl. xoao-g pag. 268); (Neutr. als Adv.) wie 
sehr, wie viel, wie weit; so sehi', so weit; unge^lhr, etwa, oCöa- 
uo-g (mir II. 5. 758 wie viel, kaog)^ oö-a^ug, ep. bcödfu, wie viel- 
mal, wie oft, oöU'Xy stuf wie viel Arten, auf so viel Arten als 
(PI. Tim. 43 e), oaa-%ov an wie viel Orten, an so viel Orten als 
(Dem. 23. 184). — (ja = i) i-va Instr. (relat. Bedeutung) 
a) örtlich: wo, woselbst, wobei, wohin, b) modal: wie (daraus 
Coiy.) damit, dass, um zu**). — (o-fpiaQa^ o-tpi-Qa; <pi Suffix, vgl 
^BO'ffiVj v6a-q>t) ö-q)-pa (vgl. hom. tI Ttoie, rC-TCti) ep. und Ijr. 
Coi\junct. a) temporal: so lange als, während; bis, bis dass; final: 
dass, damit, auf dass^) (dazu das Demonsti*. TÖ-(ppa, ep. Adv. der 
Zeit: so lange, indessen, während; so lange bis, bis dahin, in- 
zwischen, indessen). 

(ja-sfnin Locativ) ja-m (bei den älteren Dichtem bisweilen 
auch zweisylbig) nun, nunmehr, bereits, schon®) {jam non nicht 
mehr, nonjam noch nicht); bald, sogleich, sofort; (als Verbindungs- 
partikel) ferner, nun, also, demnach; (verstärkt) jam jam schon, 
recht schon, schon bereits; (versichernd) schon in der That, schon 
wahrlich; jam jamque von Augenblick zu Augenblick, im nächsten 
Moment; ct-iam (s. St. a pag. 2) und schon = auch, sogar, noch; 
(besondere Anwendung, steigernd) ja auch, sogar, selbst, vielmehr; 
(bejahend) ja, eben, allerdings, wirklich; (zeitlich) noch, noch jetzt, 
noch immer; diam aiquc ctiani: aber und aber, wieder und wieder, 
wiederholentlich , angelegentlich; nunc-iam (3sylbig stets Plaut. 
Terent.); quoft-iam (s. cum pag. 96) da mm, da doch, lyeil, indem, 
nachdem (quofiiam nofi solum significat id, quod qtda, scd ciiam id, 
qitod postquam, hac scilicet de causa, quod Gracci inel, utriusfjuc 
sifjnificationcm öbi'met Fest. p. 261); (quis-pc-iam', vgl. -pc pag. 07) 
quis-p'iam irgend Jemand (schon), irgend einer (schon), us-p-iam 
(pag. 97). 

ß. Gl. 42 ff. — C. E. 398. 682. 595. 620. — F. W. 157. 160. 222. 
344 |a) relat., b) demonstr.]; F. Spr. 303. — Sonne KZ. XII. 273. — 
Windisch St. 11. 203 ff. — Anders: Lottner KZ. IX. 320: sva. Savelsberg 
KZ. VIII. 401 ff.: kxi, kva, J=a. — 1) Vgl. Skr. j«^ (Abi. von ja) Adv. in 
soweit als, so viel als; so lange als seit (PW. VI. 119). — mg schreiben 
Bekker II. und Ameis 2. Aufl. (die Alton schrieben so nur noch ovSi 
und %ai; vgl. Lehrs Qu. ep. p. 63. Anna.). — 2) C. E. 620. — Zu dir 
(pag. 353) stellen Srj: Ahrens KZ. VIII. 357. Bäumlein Unters, p. 98. 
Benfcy II. 210. Corssen B. 499. Härtung Partikeil. I. 223 ff. Legerlotx 
KZ. VII. 301. Pott E. F. I. 97. Seh. W. s. v.: (vielleicht) d. i. SlF 



— 747 — 

div-a-m Accus. ,, diesen Tag, heute, jetzt" (Legerlotz: ^i/, dtJ^-i; Dativ? 
= am Tage, an diesem Tage; jetzt, schon). — Dagegen zum Demon- 
strativstamm ta: Bopp Gr.^ IL 147 (dessen deutende und belebende Kraft 
sich im Gebrauch der Particel Sri auch deutlich genug zu erkennen gibt). 

— 3) Das a = Demonstratiypron. auch Pott E. F. I. 97. — Härtung, 
Legerlotz 1. c. (Anm. 2) zu div. — 4) Vgl. Skr. jasmät (Abi. von ja) 
Conj., weil, da; da = dass (FW. VI. 96). — Vgl. Anm. 1. pag. 269. — 
5) Vgl. Skr. jävat (indecl.) a) wie weit, wie sehr, wie viel, in welcher 
Menge, b) wie lange, während, c) mittlerweile, inzwischen, d) sobald 
als, im Augenblick als, e) bis dass u. s. w. (PW. VI. 133 ff.). — L. Meyer 
KZ. IX. 5. 388 will überall slog statt ttoig schreiben. Dagegen verwerfen 
fiag ganz und schreiben ^og: Bergk Philol. XIV. p. 180. C. E. 399 und 
Rhein. M. 1845 pag. 242 ff. Nauck Bull. VI. 19. Savelsberg Dig. p. 17 

— 6) Curtius KZ. VI. 93. -- Savelsberg KZ. VIII. 411: %fi, fiva, urspr. 
Acc. pl., gleichwie tCva, mit eingeschobenem v. — Seh. W. s. v.: schemt 
eine plural. Accusativbildung vom Pron.atamme l, vgl. is, idefu. — Zeyss 
KZ. XIX. 164: Pron. t + Suffix na; urspr. demoustr. Bedeutung, vgl. 
II. 10. 127 (iva ydg acpiv inffpgaSov ijyfQSsad'at). Vgl. ibd. XX. 191. — 
7) C. E. 675. — Vgl. Kissling KZ. XVII. 204. - 8) C. E. 620; KZ. 1. c. 
(Anm. 6). — Zu div (pag. 353) stellen tarn (vgl. Anm. 2): Corssen I. 213 
(gegen Curtius polemisirend). 307. II. 850; B. 502 f. Grassmann KZ. XI. 
2 ff Legerlotz 1. c. (Anm. 2). L. Meyer KZ. VIII. 216. 



JA gehen, kommen. — Skr. j& l) fahren (im weiteren 
Sinne), gehen, ziehen u, s. w., 2) verstreichen, vergehen, verlaufen 
u. 8. w., 3) gehen = reichen, sich erstrecken, 4) gehen = von 
Statten gehen, zu Stande konmien, 5) verfahren, sich benehmen, 
6) gehen, kommen, sich begeben, fahren, reiten, gelangen u. s. w. 
(PW. VI. 97). — Siehe i pag. 79. 

jft. 

ja-ra (vgl. Skr. ja-tu Zeit; jama m. Fahrt, Lauf, Bahn, Fort- 
gang PW. VL 120. 126): üi-pa, ion. w-piy, f. jede bestimmte Zeit, 
Zeitabschnitt: Jahreszeit, Tageszeit, rechte Zeit, Bliithezeit, Reife; 
übei-tr. Blüthe, Anmuth, Liebreiz*); person. 'Qpai, Horae^ die 
Hören (bei Homer Thürhüteidnen des Olympos H. 5. 749 ff. 8. 393, 
dessen Wolkenthor sie öffnen und verschliessen, das heisst Vor- 
steherinen der Witterung, daher Göttinen der Jahreszeiten und 
ihres Wechsels Od. 10. 469; nach Hes. Th. 901 Töchter des Zeus 
und der Themis, drei an der Zahl: Eunomia, Dike, Eirene); ibpo-c 
m. Zeit, Jahreszeit, PI. Jahrbücher (Sp.); Z^-^iiv) zur rechten 
Zeit; ^Qd-io-g zeitig, blühend (Ji tagala^ erg. Squ^ die Jahreszeit 
der Keife, die Zeit der Ernte), zur rechten Zeit geschehend, (vom 
Lebensalter) in der Blüthe der Jahre, in voller Kraft, moato-vri-g 
(tiyt-og) f. die Reife der Früchte (Ggs. a(ioQq)Uii), Jugendblüthe; 
(bpä-t2!uj ((agialvca Hes.) schön machen, putzen, schmücken, Pass. 
schön sein, blühen, Med. sich schmücken u. s. w., fopöi-tf-r^-^ m. 
Zierling, Stutzer, atgäi-ö-iAO-g m. Schmuck, Putz, cjQa'i'6'fjux{r) n. 
id.; Sq-io-s zu bestimmten Zeiten, Jahreszeiten geschehend, wieder- 



N 



- 748 — 

kehrend; zeitig, reif; ziir rechten Zeit (überhaupt poet, = iv^tüof); 
poet. fem. üpi-ft'-; («d-oj) Orph. h. 9. 19; wp-ixö-s reif, zeitig, 
j\igendlich schön, zur rechten Zeit, am rechten Orte; ägi-tih-e eine 
Stunde lang (iiäanjjut Ptoleiii.); SQ-tfio-s poet, = ü^ios (auch in 
spät. Prosa), w^ifiä-tri'S (nji-os) f. Reife, Zeitigkeit (Scjiol. IL 9. 
119), ra^ifw-tu reifen (Schol. Od. 2. 126). — ivve-oppo-c neun. 
jSbrig, ak runde Zahl: alt (ältuptt^), dann: völlig auegeTraohsen, 
groBS, stark*) (jSoü; Od. 10. 19; Honi. stets Ssj-lbig); f£-ujpO-c 
ausser der Zeit: un/eitig; aus der Zeit der JugendblUthe berau« 
(»«Itttog, na^xfiaxtig Lex.). — ön-dipa, ion. on-äpt}, f. SpStsominer, 
Frühherbst*) (von Rnde Julius bis zum Eintritt der sttlnuiBchen 
JahreEzeit, xclitav; eig. vom Aufgange des Seirios. des äaiiip Öna- 
(fivös n. 5. 5, bis zum Fillhunter gange der Pleiaden, vgl. oaiife 
iSi xal i/vv t^fiog Qi^ovg to nlivraiov, f«&' o tö lurönaffo» Eust.', 
anwQtvö-g spätsommerlich, frflhherbstlich , zur Herbatzeit (ö. öort]'; 
der Hundsstern), ÖTtatftttio-s (Theophr.), oTia^-txö-g ^Oaleo.), ^- 
tififto-s .(Suid.) id., 6xiog-C^a herbsten, Obst oder Früchte einsam- 
meln, ernten, ömoQi-S'fiö-g m, das Einernten, Einsammeln (LXX). — 
iiav-a-i()pio-c ganz unzeitig, früh hinsterbend (vom Achilleus IL 24. 
540, indem er nicht zu hohem Alter gelangen, nicht das Menschen- 
leben voll ausleben soll, :tavtek^s Stogav oTio&avoviuvo» Soliol.)*). 
(ja, 6jö, ftiti) lr\ gehen, gelangen, streben. — (dt-^n^^Mu) 
bi-Cri-nai, Uol. äl-adri-nm. (?»ftw Hes.) (PerfectprÄsens wie tifucu, 
xetfwi) aufsuchen, suchen, sich zu verschafTen oder zu erlangen 
snchen, erstreben*) [Hom., Her., Aesch. Suppl. 821 D., sonst nor 
3p.] (Fut. dif))-ao^(M, d(fij-iiofMfl&« Od. 16. 239, sonst Hom, nur 
2. P. rf/fi)-«( und Part, ätt'^-iuvog, .\o\: i-SiSti-aäi*tiv HerakliL bei 
Plut. adv. CoL 20)*)'; ilitj-ai-g (. das Suchen, die Untersuchung 
(Parmen, bei Plat. Soph. 237a), diS^-fuov aufsuchend (Nonn. par, 
8, 21); bi-iÜU] zweifelhaft, ungewiss sein (Hom. nur Imperf. 8^ 
IL 16. 713); tltonot = Hiijfitrt (ft(T«. ieiiijatt- ^fijtijoo Hes.). — 
{St. fjj-io) lr]-ji-w (vgL ßa, «ppia-^ij-t^M pag. 183) suchen, auf- 
suchen, aufspüren; nachforschen, prUfen, untersuchen; traohtetli 
I begehren, fordern, verlangen"") (Hom. nur IL 14. 258 ji/tei! ßöme 
h. Merc. 2. 22; yivog Bfttr. 2. 5); dor. j = ä: Smtv' £j^«v (Hei.1; 
Srft-tv-io (h. Ap. 215. h. Merc. 392. Hes. 0. 402), dor. («ntm 
?Alkm. Ath. 10. 416d); Adv. iritov-fiivag durch Suchen (Chrya.); 
Verbaladj. £ijnj-ro-s gesucht, erwünscht (Soph, 0. K. 389), irfttit- 
io-g (Soph. Plat. u. a.), EijrjfT-ixö-g zum untersuchen geneigt (oi t- 
Philosophen, bes. Skeptiker); f»jn)-nj-s m. Aufseber, in Athen 
Richter; ir\rrj-oi-g f. das Suchen, Untersuchung, ErwBgung, {i^nfA- 
futg au&nsuchen, aufzuspüren (Xen. Kyn. 6. 6); £ifnj-fi(i(t) b. <— 
tiJnj-«*-s; Gegenstand der Untersuchung (Soph. 0. R, 278); Dobüb. 
i7iT7ifim-*o-v n. (Liban.). 
(ji-ja-mi) 'i'-ii-m (caus.) gehen machen, in Bewegung setxen. 



— 749 — 

senden, schicken, absenden, entlassen; werfen, schleudern; er- 
giessen, strömen lassen; herablassen, fallen lassen; Med. sich in 
Bewegung setzen; Übertr. von der Richtung des Sinnes: trachten, 
streben, verlangen, begehren') (Acüv: Präsens Hom. T-ei-g, Tct, 
att. t-a-cij Hom. l-Hat{y)^ Conj. fco, Hom. i-rfii^v)^ Opt. l-d-riv^ 
Nbf. t-ot-fu^ Inf. Hom. t-i^uvm^ att. [-ivai; Imperf. T-tj-v^ T-si-g, i-eij 
Hom. 1. Sg. tetv in .TCQO'teiv Od. 9, 88. 10, 100 [wie zu erklären? 
wohl richtig jt^o-riyv]. Her. av-Ue, Hom. 3. P. PI. Tev; Fut. ^-tfw, 
Hom. aV'i-CH Od. 18. 266; Aor. ^-xa, Dual bI-tov^ ei-xriVj Plur. 
el'fUVj bI-xb^ Bl-aav; Hom. w-x«, ?-i^-xf, ij-xa-v, xcr-^-e-fi^v, av-B-öavj 
Conj. CO, Hom. «rw, 3. Sg. iy-a«(v), ?-^, ^--jy, Opt. l-Zij-v, Imp. [F-d*] 
?-g, Inf. £f-va*, Hom. S-^uv^ Paxt. [l-vr-^] ef-g; Perf. bI-juh; Medium: 
Präs. i-B'futi^ Coiy. [-m(iccLy Opt. 4-e/-|itijv, Nbf. f-oA-|iiiyv, Impt. T-e-tfo, 
Tov, Inf. r-£-tf'&a&, Part. i-i-fiBvo-gy Impf, t-i-firivy Aor. BZ-ftriv^ 3. PL 
?-vro bei Hom. nur: ixcel noötog xai iÖi^vog i^ Iqov bvto = i^lfKu^ 
seltenere Nebenf. fj-xa-fitiv^ Conj. co-jüai, Opt. BT-fir^v, ot-lir^v^ Imper. 
ov, Inf. ?-(rdai, Part. F-jucvo-^; Fut. ^-<ro-|i«at; Perf. ef-fuy^, Plusqu. 
Bi'firiv, Herod. 6. 1. Part. Perf. Med. fu-futi-fiivo-g von fuz-Crifii = 
(AB&'lriiu wie von fii^T/co mit unregelm. BedupL, Aor. Pass. bT-^-v^ 
Conj. 1-^(0 ; Put. l-^i/-<Tofe«4 [Activ t Hom., doch bisweilen in arsi 
verlängert, bei Attik. T; im Med. l stets bei Hom.; im Pass. bisw. 
X bei Trag, und öfter im daktyl. Versmaasse]) ; Verbala<y. l-to-g, eir- 
io-g. — (e-w) ?-ci-c f. das Streben (nur Plat. Krat. 41 Id. 420a); 
B-cC-a' TtQBaßBia (Suid.); (iJ-ti-) ^(Jt-: fiöi-Bn-'qg Worte entsendend, 
beredt (E. M. 669. 7); *Hci-oboc (= klg odifv d. i. ^riv) Dichter 
aus Eumä in AetoHen, in Askra in Böotien erzogen^); äV'T]ci- 
buipa Gaben aussendend (yri , Jt^m^i^q) (ji yij iui xo nd^jtovg avUvai 
Hes.)^); dv-e-Trj f. Spange, Nadel = nBQovri (IL 14. 180. Kallim. 
fr. 149); dv-e-Trjp-io-v n. lokr. (vgL iö-t-xi^Q-io-g pag. 79) Einlass- 
geld, Einzugsgeld (Hyper. 8. 9), xa imo xov ircoinov XBXov(ji£va 
fCQog Blöayayfiv xal slgdoxriv avxov Big xiiv %oiQCcv (Oeconom.) ^^), 

ja-p (vgl. Skr. caus. ßpc^i PW. VI. 100). 

Iqtt^^). — id-TT-T-ui senden, schicken, werfen, schwingen 
(Hom. nur: atg av /tt^ TiXalovüa xccxa xQoa tuxXov lanxin Od. 2. 376 
= herabstossen, herunterbringen d. i. verderben, 4. 749 &g av (i. 
xA. X. %. X. lanxyg^ Fut. TCQo-uitlfBtj Inf. -Mxtf;£iv, Aor. 7tQ0-täif)B weg-, 
ent-, hin-senden; Aor. Pass. Ui-tp-^ Theokr. 2. 82); bei sp. Dich- 
tem: verletzen, beschädigen, kränken. — (laßj ia-fi-ß) Ta-M-ß-o-c m. 
lambus (v^^), Wurf = Wurfvers, Spottvers (vgl. UxfißBiüv naJiBi- 
xaij otf iv xa fäxQto xovxm Iccfißi^ov aXlrjXovg Aristot. Poet. 4); 
Schmäh-, Spottgedicht, iafiß-sto-g, -tno-g iambisch, lafißBio-v jl 
iambischer Vers, ia^ß-liioa {kcfißla^o} Philipp. 83^ lamben schreiben, 
in lamben reden, schmähen, lafißi-c-vq-g m. (%o^g) der lamben 
vorträgt, lufiß-rjko-g {XoiSoQtjxiKog Hes.), lafißo-Biirigy iafiß-mStig 
iambenartig; %(ok-Uic(Aßo-g m. Hinkiambus (ein Senar, der im letzten 



— 750 — 
Fusse statt des lambus einen Spondeus oder Trochäus hat, sonst 

jft-nu-a f. (Durchgang «=») Thüre; übertr. Zugang, Einleitung; 
^jan-i'tor (tör-iSy alter Nom. ianitos^^) Varro L L VII. 27) m« Thür- 
hüter, Pförtner {jan-eu-s Paul. D. p. 102), jani-tr-ix (ic-is) f. (Plaut. 
Cure. 1. 1. 76). — J&-I1U-8 m., älterer Abi. -e {a Jano vd Jane, 
ut Salii volunty Härtung Rel. d. Rom. U. 218) = Pförtner (vgl 
Preller röm. Mythol. 148 ff.), altitaL Gott, mit einem Tempel aaf 
dein Forum, dessen zwei einander gegenüberstehende Thttren im 
Kriege offen, im Frieden geschlossen waren**) (vgl. Ov. F. 1. 276 ff.); 
Schwibbogen oder überwölbter Durchgang (bes. Jani, vier solcher 
Schwibbogen auf dem Forum) (j>rincipem m sacrificando Janum 
esse voluenmt: quod ah eundo nomen est ductmn: ex quo transitianes 
perviae Jani, foresque \in liminUms profanarum aedium januae fuh 
tnifianiur Cic. n. d. 2. 27. 67); Jan-äli-s, Janu-äH-s dem Janas 
angehörend; janti-äl (äH-s) n. libi genus^ quod Jano taniummodo 
libatur (Paul. D. p. 104); Janu-driurS nach dem Janus benannt 
(^nicnsis^ und J, ohne Beisatz) m. der erste Monat im Jahre; 
*Jani-cU'S dem Janus geweiht, Janus-stätte, -bürg, davon Janicü- 
lu-m n. Klein- Janusburg (einer der sieben Hügel Roms, am rechten 
Tiberufer gelegen; ein Aussenwerk, eine Warte Roms gegen die 
Ktrusker, der befestigte Brückenkopf des pons sublidus^^) (vgl. 
Janiculum quoque adiectumy non inopia looi^ sed ne quando ea arx 
liostium esset j Liv. 1. 33. 6), Jankuträri-s zum Janiculum gehörig. 

ja-k. 

jä.c-«re (vgl. fä-c^ere pag. 882) = T-i^-fu*^) (Perf. ^je-ficA, 
*je-iC'if jec-i) [Compos. mit einsylb. Prfip. -jic-ere, -iic-ere, weitaus 
vorherrschend -tc-ere geschrieben: ab-, ad-, in-, oh-, sub-icere; 
ebenso ist nach einer auf einen Yocal auslaut. Präp. einfaches i 
sicherer und besser: co-, de-, e-, pro-, rc-, tra-kio Brambach Hülfsb. 
p. 19 f.], Part, jac-tu-s (in Comp, -jcc-iu-s)] jac-tu-s (tüs) m. das 
Werfen, der Wurf; beim Fischen: Zug, Fang (hingeworfenes Wort, 
Aeusserung Val. Max. 1. 5); jac-türa f. das Wegwerfen, Preis- 
geben; übertr. Verlust, Schaden, Nachtheil, Einbusse, Versäumniss, 
jactur-äli-s {imti]Hiog Gloss. Philox.), jactur-äriurs (qui frequenier 
jacturam patitur Gloss. Isid.); jac-ulxi-s werfbar, was geworfen wird, 
jacülu-m n. Wurfspiess *^ , Jacuiä-ri werfen, schleudern, (übertr.) 
nach etwas zielen, jagen, jactdä-U-öin) f. das W., Schi. (-Ä4-5 m. 
Tert.), jaculä-tor m. Schleuderer, Wurfschütze, fem. -trix Jttgerin 
{Diana Ov. M. 5. 375), jacidator-iu-s zum Schi, dienlich, jaculä- 
mcntu-ni n. Geschoss (Non. p. 556. 24), jacidä-hili-s was zu werfen, 
zu schleudern ist; Frequ. jac-tÄ-re hin und her werfen, wegwerfen, 
preisgeben; (übertr.) beunruhigen, plagen; (im Geiste oder in der 
Itede bewegen ==) bedenken, besprechen, prahlerisch reden; Pari 



— 751 — 

jacta-ns (Adv. -ter) prahlerisch, ruhmredig (Demin. jactanii-ctdu-s 
August.), jactant-ia f. Prahlerei, Ruhmredigkeit, jaciä-tu-s {-(ü-s) 
m. das Hin- und Herwerfen, Schütteln, jactä-ti-ö(n) f. = jadä- 
tuSy -ntiaf jactä-tor m. Prahler, Grosssprecher, fem. -trix (Sidon.), 
jaclä'bundU'S hin- und herwerfend, prahlerisch (Gell.), jactä-btli-s 
was man werfen kann (Cassiod.); jac-ti-tä-re laut oder öffentlich 
vorbringen, jacfitä-ior m. = jactafar (Alcim.), jaditä-hutidu-s = 
jactahmulus (Sidon.). — am-IcSre (-ic-ui oder -ic-si^ Put. amicp- 
hör Plaut. Pers. 2. 5. 6, Perf. amicisse Front, fer. Als. p. 188) 
umwerfen, umhüllen; Part, am-ic-iu-s; amic-tu-s (tüs) m. das Um- 
werfen (vgl. mihi amictui est ScytMcum tegimen Cic. Tusc. 5. 32. 90 ; 
amictui diciumy quod ambjectum est, id est circur^jectum Varro 1. 1. 
5. 131. p. 51 M.); concret: ümwurf, Oberkleid, Umhüllung; amic- 
ü-ltirm n.^') = amictus (amiculum est genas vestimentif a circum- 
jectu dictum Paul. D. p. 28. 14. M.), amiculrä-turS mit einem Üm- 
wurf u. 8. w. versehen (Solin.); amici-men {mtn-is) n. = amictus 
(nur Appul. Met. 11. 9. 13); mnic4dr-iu-s zum Umwerfen geeignet; 
als Subst. n. Umwerfetuch (bes. der Frauen); oh-icere vorwerfen, 
vorhalten, vorrücken u. s. w.; dazu oh -ex (tc-is und ßc-is) m. (f.) 
das Vorgeschobene = Riegel, Wall, Damm; (übertr.) Hindemiss ^*) ; 
suh-icire unterwerfen, dazu suh-ex (tc-is) m. (Enn. ap. GelL 4. 17), 
suh-iC'ürlu-m n. (Plaut. Pers. 3. 3. 14) Unterlage. — jäc-öre (-tii, 
-i-tu-m) niedergeworfen sein = liegen; (übertr.) niedergeschlagen 
sein, muthlos sein, unterliegen; unthätig, schlaff, werthlos, gering 
sein^^); Compos. ad-^ circum-, inter-^ oh-y prae-y sub-jacere. 

Lehnwoiij: hora (= 5(»a) f. Stunde; (poet.) Zeit, Tages-, Jahres- 
zeit^^) (Gen. hora-i Lucr. 1. 1015, Abi. horaAnis Or. inscr. nr. 4601), 
Itör-äli-s zur St. geh. (Venant.), hor-ärm-m n. Uhr (Censor. 23). 

B. Gl. 308b. — C. E. 367. 403. 602. 607. — F. W. 160. — 1) Vgl. 
F. W. 1. c. und 1065: Zend jare Jahreszeit, Zeit von etwa 2 Monaten; 
ksl. jaru m. , jara f. Frühling; ffoth. jera- n., ahd. jdr n. Jahr; vgl. noch 
Mikl. Lex. p. 1146. — Kuhn KZ. II. 269. — Lettner KZ. VII. 169. — 
Mannhardt KZ. V. 174. — Dagegen Savelsberg KZ. VII. 384 (vgl. XIX. 
1 ff.): vas, fsa-ag, J-oa-ccQa es schöne Jahreszeit, dann: Jahreszeit, 
rechte Zeit, überhaupt: Zeit. — 2) Vgl. Ameis-Hentze ad 1. c, S. W. 
8. V., Seh. W. 8. V. — Classen Jahrb. f. Philol. 1869 p. 309: dsigto = her- 
vorgehoben d. i. hervorragend, ausgezeichnet. — Düntzer KZ. XV. 53 ff.: 
*v8-caQ7i (=» via mgri), iV'vitoQO-g (vgl. iy-noCktog) in der Jugendzeit 
stehend, jugendlich. — H. Weber Philol. 1861. I. pg. 163 ff.: vfo-g, vi- 
(OQo-g (Suffix wie in nil'OSQogy 'tpod^-mgog) =« jugendlich, neu, frisch, 
kräftig, iv-vioiQog {iv besonders hervorhebend). — 3) C. E. 368: o«- 
vielleicht zu oniatOy omcd^ev. — Dagegen Savelsberg KZ. VII. 386 und 
ders. deutet: ött kochen: onmQrj (vgl. d^aXiciüQri mit abweichendem Accent) 
=» das Kochen oder die Reife. Ders. KZ. XIX. 6: der Herbst, tpd^ivontoQov 
oder ti6T6n(OQov , tritt erst bei Hippokrates selbständig in die Reihe der 
Jahreszeiten ein (Ideler, Handb. der ChronoL I. pgj^250). — Wie Savels- 
berg auch Seh. W. s. v.: vielleicht St. in una mga die Reifezeit. — 
4) B. Gl. 304 b. — C. E. 610. 619. — Fritzsche St. VI. 327. — Benfey 



■ — 752 — 

^H WtU. 11. 230: bFi swi-i; ..zweifeln" (nicht wissfn), „Sachen" (' 

■ wollen). — Dagegen L. Me^er KZ. VU. 213 (du dieae Begriffe doch nicht 
^M BQ sehr nah liegen): Skc. jüit' bitten, begehren; daza f]"!"- — Anden 
^M wieder F. \Y, 94: di «cbeinen, blicken ^ Si-itjj-pat eehc ai 

■ etwas, encbe. — 6) C. V. T. 153. 4), — 6) B. OL 301a: jat 
^M dare, niti, studert. Ebeoao F. W. 15S: jat worauf holten, siutrebeni 
^1 von jam. — DogegeJi C. E. 610: „Auffallend bleibt die Länge des To- 
^H caln, fQr die lijfia keine anareichende Analogie bietet. 8o werden wir 
^H m der Yonnuthitog geführt, dass Skr. Ja-I so gut wie jäli suchen, el«Q 
^H nur ab eine Fortbildung derselben Wurzel zu betrachten ist {jat vgL 
H PW, VI. B4)", — 7) Vgl. B. Gl. 308b. - Brugman St. VIL 3*7. 43). — 

■ C. E. 103. 607; KZ. U. 400. G); C. V. 1. 116. II). 124. 7). lf>3. t). 184. 

■ 8). lt. sei. 5); Schnlgr. fi. 313. — Eljel EZ. IV. 165, V. 67. — Ftitzsche 

■ St. VI. 328 f. — Kraushaar St. H. 433, — Meister St. IV. 433. — Beoner 

■ St. Ib. 19 f. — Windiacli St. II. Sil und G), - A-ndero PW. I. 8S0: i*i 
^1 Etwas in (rasche) Bewegung setzen; entspricht bin in die einzelnen Ver- 
^1 Eweignngen der Bedeutung dem griecb. Äjfu, 7i\itn. — Ahrens Fotmenl. 

■ §. 7fi. c und L. Heyer K6. VIII. 949: M-en-ft =° T-q-fn. — 8) a«nin 

■ Comp. 38. Dazu C. B. 848: „ansprechend". - Pott KZ. VI. »8 f. nn- 
^H entschieden; wohl: „Mittel und Wege zum Handeln angebend, mit uf 
V den Weg sendend". — 9) Fick KZ. XXI. 16B ('gl Pott KZ. VI. 31J). — 

■ 10) Allen St. ill. 227. 274. — Curtius St 11. 447. — 11) B. Ol. S08b 
(jö ire, PoltiM aple eonfeH läntia). — C. E, 527; C. V. 1. 838. 6). — 
Vgl. noch ChalkiopuloB St. V. 315. Dantzer KZ, XII. 7. 13. Lettse« 
KZ. VII. 174. 47). Pictet KZ. V. 42. ~ Anders Coniaen I. 453: di eUsn, 
Kehlendem, Si-ta9ai, di-a-*-i-m. — Fritische St. VI. 331: ik (iit : j<nt — 

^ ie-o -. jac-io). — Pott KZ. VHI. 106: zu läXlta. - IB) Pott KZ. TllL 18«: 

^M SofBz -tor mit ungewOhnl. Anfügung des Nominativ -t, wovor dai t 

^P wich TOD ianitor (wie ninilor, olitor), oder durch Kürzung {ianuae lulorf). 

H^ — Knhn KZ. XI. 316: Wenn Varro'a Angabe zuverlässig ist, müaat« tön 

ianitors vorausg^angen sein. — 13) C. E. 602: ,,Jä-nu-t scheint wegen 

seiner Bedeutung als AppeUativeni nnd wegen des verwandten j'ä-N«-«, 

jän-i-tor zu W. i, ja za gehören, womit es schon die Alten verbanden 

(vgl. PoH W. I. 964); vgl. Skr. jö-na-a gehend, Bahn; »a »ä-mt-». ft 

/tt-nu-m, dö dö-nu-m". — Gegen die Deutung von Curtius jedoch ud 

«a W. die glänzen; Corssen I. 213 381 f. (dwegen Curtius: die Polemik 

Corssena verfehlt ihr Ziel). Grasamann KZ. XI. 2 ff, XVI, 161 l*ditm^ 

'div-anu»). Kuhn KZ. VII. 80 {div djäm: Janu-a; m zu n). LegertoU KZ. 

VII. 300 (Zbv Jän-ttK, vgl. Zfvt Jü-päer). — Corssen 1. c, deutet femei 

ja-ni-ttt-oe von tu, (u-t, tu-eri; das Nomen -tit-os urspr, eine Bildung ■ 

i'en-oa, vet-us, deren s in Jani-tor zu r gcRunkeu ist. — VgL aoe 

ISchoemanii ad Cic. n. d, 1. c: der Stamm des Verbi ist allerdingt 
und weil janua die Thür. der Eingang beisat, so liegt ea nahe, de 
Jantu als Gott des Eingangea, der Thdren und Thore zu fassen. U 
Aber dieti wirklich der wahre ursprUngl. HegrifF des Gottea gewesen, und 
ob nicht auch der Name urspr. vielmehr Dianit» gelautet habe, ist 
Bine andere hier freilich nur anzudeutende Frage. — 14} Consen II. 
S8f. — 16) B. Ol. 308b — Corssen B. 46 (dagegen 1. 463 noch: di 
«i-ca&Bi; di'ja, di-a, i-a-e). ~~ C. E. 103; KZ. II. 100. 6). — LotÜMr 
KZ. VII. 171. 17). " Za Skr. Sju fallen, causat. Hjavujämi: Benfa; K2. 
II, aai. VU. 118, Bndenz KZ. Vlll. 288. Schweizer KZ. VI. 44&. — 
16) Bopp Gr. III. 413: jac-vlmn; d^egen Corssen B. 316, Schweiier KZ. 
III. 381: j'a-culNm (Werkzeug zum Werfen). Vgl, Bugge KZ. XX. IST: 
wenn alatt joc-tWM-m, ibd. 143: wohl statt jac-culum. — 17) Co 
B. .147! •= 'amici culum, vgl. amktu-s st, amici-tu-t. — 18) Vgl. Co 
I, 2511. 30». 4f.3. II. 395. 113, - 19) Vgl. Froehde KZ. XXII. 



- 753 — 

— 20) Vgl. Kuhn KZ. IV. 442. Lotfcner KZ. VIT. 169. Savekberg 
ibd. 393. 



jak-an^ -ar, -ar-t Leber. — Skr. jährt, jakan (neben 
jakri in einigen Casus) Leber (PW. VL 4). 

(St. f|TT-ap-T) fi7T-ap (Gen. r^n-ca-og^ fiTtaQx : fiTun = kret. 
TtoQtl : notl) n. Leber; oft als Sitz der Leidenschaften, besonders 
der Liebe und des Zornes; Demin. t]7tccz-iö-v n.; ^Trar-txo-g, -rigo-g^ 
'Uxto-g (Med.) die Leber betreffend, iinca-ia-g zur L. geh., t/Trar- 
L-xri-g leberähnlich, = tiTtazinog^ rjnccT'l^ü) der L. ähnlich sein 
(Dio^c); rinoa-i-u-g f., -toQio-v n. eine Pflanze; ri7taio-sidi]gj ^Trorr- 
ciÖrjg leberähnlich; rfTtca-o-g m. Leberfisch. 

j8c-ur (statt *jec-us, Nom. joc-tn-us Charis. L p. 48) (Gen. 
jec-or-is^ jec-tn-er-is, jec-in-or-is , joc-in-er-is , joc-'m-or-is ; vgl. it-in- 
er-is pag. 81) n. = fiTtag, Demin. jecus-ctilu-m n., jecor-äti-s (i^Tca- 
Ttxo-g Gloss. Philox.), jecor-i-ticu-s (Marc. Empir. 22), jecor-ösu-Sy 
jeciner-ösu-s ^ jocinor-ösu-s leberkrank. . 

Ascoli KZ. XVII. 405. — Aufrecht KZ. II. 147 (in jecmculu-m die 
altere Gestalt erhalten). — B. Gl. 304 a. — CorBsen II. 202. — C. E. 
454; KZ. III. 411; Schulgramm. §. 176. — F. W. 158. 483; Spr. 104. — 
Gelbke St. II. 81. — Savelsberg KZ. VII. 380»). XVI. 56. — Schweizer 
KZ. II. 381. — Sonne KZ. XII. 294 (das Sufßx scheint auf einer Urform 
-ar-at zu* beruhen). - Walter KZ. Xll. 384. 387. — Windisch St. II. 215. 



jakas^ jakä Heilung, Heil (südeuropäisch). 

äK-oc (ea-og = ovg) n. Heilmittel, Linderungsmittel (ausser 
Herod. 4. 187 und Medic. selten in Prosa); (a7iEa-jo-(icci,) dK^-o- 
jLiai (hom.-pindar. Nbf. aTislo-futi) heilen, stillen, wieder herstellen, 
gut machen, ausbessere, flicken (Put. äxi-ao^i^ Aor. tjKe-aa-iiriv^ 
Imper. ep. axea-öat II. 16. 523, Opt. axia-aaio Eur. Hek. 1067; 
Aor. Pass. axeö-d'ivTCDv nur Paus. 2, 27. 3. 3, 19. 7; das Activ 
nur Hippokr.); Verbaladj. aKsö-zo-g (vgL Venus ^ vcnus-tu-s) heilbar, 
leicht zu heilen, gut zu machen, aaeö-T-LKo-g zum Heilen, Aus- 
bessem geh. (Ji ax. zixvri Schneiderkunst); ccTiiö-io-g der Heilende, 
Bein, des Apollo (Pausan. 6, 24. 5); (axfö-rt, axsö-6i) ÖKe-ci-c f. 
Heilung, aüiai-fio-g heilsam; dKec-rrj-c m. Heiler, Arzt, ax€<r-TiJ^ 
heilend (die Wildheit bändigend: tov axeözrJQa %aUv6v Soph. 0. K. 
714 D.), aKea-xr^Q-LO'V n. Schneiderwerkstatt (Liban.); a%la-xoiQ 
(xoQ-og) m. Arzt, Retter, axeaxoQ-la f. Heilkunst (Anthol.), aTieörog-l-g 
(iS'Og) f. die Heilende (Hippokr.); fiK€C-Tpa f. Nadel zum Flicken, 
ayUaxq-Lcc f. Näherin, Flickerin, a^iaiQ-l-g (lö-ög) f. Hebanune 
Hippokr. (= Aerztin); aocea-zgo-v n. Heilmittel^) (Soph. fr. 427); 
axia-fw-g m. = Sxeaig (Lex.), uTiiafi-io-g (laaiiiog Hes.); axea-fjLa(T) 
n. Heilmittel (stets Plur.; Sing, nur Said.; üövi^aoiv IL 15. 394 

YAniiek, etym. Wörterbuch. 48 



— 754 — 

seit Spitzner nach Aristaxch, früher Sxri'(ia wie von *aK€-J€^ wofür 
sich Lobeck Paral. p. 399 zu erklären scheint); dtKeci-: a%&si' 
(ißQorog Menschen heilend (Orph. Lith. 8)^, axeal-voaog Krankheit 
heilend (Sp.), axsal-novog schmerzstillend (Nonn. D. 12. 369), 
aTisa-toSvvog id. (Hippolfr.). — dK-dKrj-xa (äoL und ep. statt ax- 
aKrj-rri-g) m. Beiw. des Hermes (nur IL 16. 185. Od. 24. 10), Heil- 
bringer, Heiland, Retter aus der Noth (d'SQanevzixov SchoL ad 11. 
1. c; vgl. (0 Ootß' axiaxoQ Eur. Andr. 900)^). 

F. W. 1076; Spr. 136. 357; KZ. XX. 173 f.: Reflex in den celtischen 
Sprachen: irisch ic, icc f. Heil, Heilung, davon icc-the sdlvatuSy sematutt, 
aus jacca entstanden, cambr. jach sanus, jech-yt sanitas, aremor. jachel 
sanatus. Man darf demnach, falls man die Gelten den Gräkoitalem za- 
gesellt, ein südeuropäisches jdkas, jakü Heilung, Heil ansetzen. — C. E. 
668: ti'KSiad'ai heilen, jj-aa milde, ayisoav still u. s. w. Verwandtschaft 
mit W. ex d. i. J^cx (Skr. voq wollen, begehren) wäre nicht unmöglich. 
— üeber das denominative inioftai (St. dntg) vgl. Curtius St. HI. 192; 

V. I. 343. II. 370. 2). Kuhn KZ. II. 268. Leskien St. II. 94 f. Recens, 
in der AUgem. (Wiener) Lit. Zeitung X. p. 385. — 1) Die Zurückfahnmg 
von ä%Bö'TQO'V auf den Nominalstamm ausg- findet Osthoff KZ. XXIII. 
314 „verwerflich" (?). — 2) Vgl. G. Meyer St. V. 97. — 3) Fritzsche St 

VI. 287. — Nach der gewöhnl. Ableitung von xaxo; d. b. a-xaxo g der 
kein Böses stiftet (6 firjSsvbg xanov neQi7toi7jTL%6g Apoll.) d. i. nur Gntefi 
erweisend, gutig, gnädig (axaxi^roc statt duan^ra ist äol. AccentoiniDg, 
vf?l* Lehrs Aristarch p. 259). Aehnlich Düntzer KZ. XV. 350: von na- 
xov, JAtotes, gleichbedeutend mit iQiovviogy SrnronQ idmv. 



JAG verehren (einen Gott). — Skr. jag einen Gott ver- 
ehren, huldigen; auch mit Gebet und Darbringung, daher: weihen, 
opfern (PW. VI. 8). 

(ay-jo-fiat^ aS-jo-fiai) ä2!o-|aai verehren, die Götter scheuen: 
sich scheuen, fürchten (nur PrUs. und Imperf.; Act. nur Soph. 
(}. K. 134 afov'O''). — ix^-io-c heilig, geweiht; scheuerregend, rein 
(sehr häufig N. T.), ayio-rrj-g (rt/r-og), aytco-avvt] f. Heiligkeit 
(N. T.); ayid-^a) heiligen, weihen, reinigen (ror i^yiaCfiiva Opfer 
Dion. h. 7. 2), ayta-ö-xiJQ-io-v n. geweihter Oi*t (LXX), ayia-a- 
fw-g m. Heiligung (N. T.), ayCa-(S-{ia{x) n. = ayiaöxriQiov (Eccl.j; 
aY-i2!tü weihen (poet.), iv-ayl^(o Todtenopfer darbringen, den Heroen 
opfern; ayi-a-T-£v-(o die heil. Gebräuche beobachten; rein, keusch 
leben, ayiaxe(/)-ia f. Tempelgebräuche, Gottesfurcht; ayt'O-fAovg 
Tcouiv Opfer bringen (Diod. 4. 39). — ctT-vö-c heilig, ehrwürdig; 
den Göttern geweiht; rein, keusch, gereinigt, gesühnt {uövov' Icyvov, 
K()f}r£g Hes.); 'Api-dbvr| (Nbf. ^AQi-ftyvri auf einer Vase, vgl. Welcker 
kl. Sehr. III. 239 j = die Hochheilige, Tochter des Minos und der 
Pasipliae; half dem Theseus aus dem Labyrinthe und folgte ihm; 
auf der Insel Dia von der Artemis getüdtet^j; ayvt-r7]-g reinigend 
(Ofü/ Poll. 1. 24); ayv-i^(o roinigen, sühnen, durch Feuer ver- 



— 755 — 

brennen (^acSfuc fiyvla^rj tcvqI Eiu\ Suppl. 1217), ayv^-tf-fio-g m. 
Beinigung, c[yvL-a-iicc{x) n. Reinigungsmittel; ayv-ev-to rein, keusch 
sein; reinigen, sühnen, ayi/fv-r-ixo-g keusch, ayvs(f)-la f. Reinheit, 
Keuschheit, (im PL) Reinigungen, Sühnungen, ayv€v-ti]Q'to-v n. 
Reinigungs-ort, -mittel, ayvsv-fia(y) n. Keuschheit (Eur.). — St-oc 
n. Verehrung, heilige Scheu; Weihe, Opfer, Sühnopfer {Syvi<5(ia d^- 
ciccg Hes.); av-ctyr^g = avayvoq (Hippokr.); Ev-ayr^q rein, schuldlos, 
heilig; (von Dingen) rein, klar; nav-ctyiiq von allen verehrt, ge- 
scheut; ganz geweiht, ganz heilig. — ' statt ': Sy-ea* te^vri. 
ayhaair' n^ävtai (Hes.); öt-vo-c m. f. Keuschlamm, ein hoch- 
wachsender, weidenartiger Baum, vitcx castus Linn. {öiic ro xaq iv 
totq SeaiJUxpogloLq ayvevovßaq yvvaixaq elq xmoatQtOfia iQ^^^^^ avti] 
Diosk.)^). 

Aufrecht KZ. V. 362. — B. Gl. 304. — C. E. 170. 604. 675; C. V. 
I. 319. 20). — F. W. 168; F. Spr. 149. — Kuhn KZ. II. 269. III. 156. 
— Maurophrydes KZ. VII. 137. — Savelsberg KZ. XIX. 2. — 1) C. E. 
695. Vgl. Preller gr. Mythol. I. 532. — Zu adeiv, ridvq „die sehr Wohl- 
geföllige, die gar Liebliche" Pott K2. VI. 276. Welcker Götterl. II. 
590. — Christ 256: „die Wohlgefällige", oder „die mit reichen Braut- 
geschenken" (ßSpa). — üeber den Mythos vgl. noch Härtung Rel. u. 
Myth. der Griech. III. p. 56 ff. — 2) Nach Anderen: statt ayovog (naga 
ro Tovq iad'^ovtag ayovovg zfKfsiv Schol. II. 11. 105). So auch Lob. . 
Parerg. p. 346. 



jailtar« — Vgl. Skr. jatar die Frau des Bniders des Gatten 
(PW. VL 120). 

(J€v-a-UQ^ isv-a-reo) €iv-ä-T€p-€C (övvvvfi(poi Gramm.) f. die 
Frauen der Brüder, die Schwägerinen (IL 6, 378. 383. 22, 473. 
24, 769; Sing. sivarriQ bei Herod, negl ftov. k. p. 16. 22; elvd- 
TSiQeg PoU. 3. 32; vgl. d-vy-a-xeo). 

jail-i-tr-IC-es an Brüder vermählte Frauen, Frauen zweier 
Brüder (duorum fratrum uxores janitrices dlcunturj apud Graecos 
dvaxBQBg Modest. Dig. 38. 10. 4. §. 6). 

Bugge KZ. XIX. 424. — Corssen j3. 265. — C. E. 308. — Vgl. 
Miklosich Lex. 1168 {jetry f., jetruve, avvvviiq>og, cdias elvdtriQ fratria 
sire tixor fratris mariti; nsl. serb. jetrva leviri uxor, lit. gente, gentei'e, 
skr. jatr, quod e jarUr natutn videtur). — Ascoli KZ. XII. 239 f.: Skr. 
anjatarä die eine von zweien, die andere von zweien, anjaträ, anjatr, 
PI. anjataras = slvdttQBgy lat. ania-trices oder anii-, anji-trices. — 
F. W. 158: jam halten: jantar verschwägerte Frau. Ebenso Miklosich 
1. c: rad. forte im, cf. nsvd-iQog a handfi. — Zu Skr. jämätar (« ga- 
mätar Tochtermann PW. VI. 128) mit Verwandlung des m zu n ziehen 
das Wort Benfey KZ. VHI. 88 und L. Meyer KZ. XVI. 8. — Dagegen 
Miklosich I. c: „rZe jämäir ne cogites^^. — Döderlein n. 8232: lo ipwaim. 



- 758 — 

dor. ^a-ko-g m. ardor^ heftige, leidenschaftliche Bewegung, Eifer, 
Eifersucht (öl irci^viUctv fUfitjötg yi^yvo^Uvri 8o%ovvx6g xivog makov 
Ammon.); ^rjko-avvri f. id. (nur h. Ap. 100); fi^^o-co nacheifern, eifer- 
süchtig, neidisch sein (vgl. xa/rot ravra o fihv angayficav ^^vpaix 
Svy b öh 'ögav xi ßovXofisvog xal avxog ^rjXfoaei^ ei öi xtg ^ai) x6xti}- 
xaty q>d^ovifJ6€i Thuk. 2. 64, d. i. wird es gleichfalls zum Ziel 
seines Strebens machen), ^rikto-xo-g Nacheiferung verdienend, glück- 
lich, ^rjXcDx-ixo-g eifrig, nacheifernd, ^tikto-xri-g m. Nacheiferer, Be- 
wunderer; Anhänger (Sp.), fijAw-tft-g f. Wetteifer, Bestrebung, irjkcn' 
(i€i{x) n. (id.); ir}ki-(o (Grammat.) beneiden, ^ijktj-fuov (fiov-og) nei- 
disch, eifersüchtig, ^fjkrifio{v)-(Svvri f. = ^rjkog (Plur. Qu. Sm. 13. 
388); Sr}k-ev-o} == fi^Aoco (selten), ^rjkev-xi^'g m. = ^fjkcox'ng (Eust.);- 
^rjk-ato-g der heftig brausende, leidenschaftliche {/liowöog^ Anth.). 

toc. — lö'Y] f. Gischt, Schaum (xo eWvco xov fiihxog Hes.). 
— 2IiJü-p6-c fervidus, glühend, feurig, kröftig, lauter (^(oqoxbqov 
öh xigais IL 9. 203 eine feurigere, kräftigere Mischung bereite, 
axQctxoxsQov Apoll. Lex.), ev-^(OQO-g id. (olvog^ fii^, xvki^), 

C. E. 380; C. V. I. 164. 35). 210. II. 368. 8). — Delbrück KZ. 
XVI. 271. ^ F. W. 169; F. Spr. 196. — Grassmann KZ. XI. 33. — Kuhn 
KZ. II. 137. IV. 46. XVII. 77. — Leskien St. II. 86. 2). - Sonne KZ. 
X. 365 f. — Seh. W. s. V. — Ganz anders Christ p. 151 und Dünizer 
KZ. XV. 56. XVI. 281: W. fa, fo; wovon faco, tcoog, idnvgog; Ccopdg 
=a belebend, kräftig, stark. — Vgl. ahd. jesan, gesan, mhd. jesen, gern 
gilhrcn, schäumen, Jcs-t m. Gest, Bischt, jcr-we, ger-we f. Hefe; ags. gist, 
engl, yeast. 



2) JAS gürten. — Zend jäohh,, jäh anlegen, gürten, jäi-to 
gegürtet; ksl. 2J0-jas-ü m. Gürtel = böhm. ^)rt5, po-jas-a-ti gürten; 
lit. juS'ti gürten (Miklos. Lex. 654). 

(jäs) lujQ. — (^(oa-vv-^i) 2!u)V-vü-)ii gürten; Med. sich gürtt^n, 
sich rüsten (fco-i/v-w Sp. und N. T.) (Fut. fw-tfw, Aor. f-fw-act; 
Hom. vom Activ nur ^ci-öavxsg^ Pei*f. f-fw-x«; Med. Hom. Iterat. 
^cDvvv-aK-exo II. 5. 857, Aor. i-tco-ad-fir}v; Pass. Perf. ^-^coa-fiat^ in-i- 
^aa-iiivai Her. 2. 85, Aor. i-^(6a-^r}-v ; Imperat. Präs. * fotf-e-o^w, 
*fo-£-(yOw, fovaOcö* ^mvvva&o) Hes.); Verbaladj. ^ma-xo-g gegürtet 
(Sp.); (fcötf-n, tcoa-öL) ^co-ai-g f. das Güi'ten (Sp.). — liX}Q'ir\p 
(xrlg-og) m. Gürtel, Leibgurt (Od. nur 14. 72); Med. ein Hautaus- 
schlag rings um den Lei!) (eine Art Meei-tang, Theophr.), ^(oaxtjQ-iog 
zum G. geb., gürtend, (^(oO'xeQ-ja) ^ciaxetQa f. Gürterin (Beiw. der 
Athene bei den Bciotiern); ^^c-xqo-v n. Gürtel (nur Od. 6. 38). — 
(t(oa-v7j) Ziui-vri f. Gurt, Gürtel, Leibgürtel, bes. der Frauen; übertr. 
die Weichen (die (Jegend des Leibes, wo der Gurt getragen wurde, 
o Ttegl xov ydöxigct xonog Apoll.); überhaupt alles Gürtelartige (in 
der Baukunst: Fries: in der Geographie: Erd- und Himmelsgürtel, 
Zone; medicin. = fwarr^'^^), Demin. fcor-Zo-v, ^(ov-aQio-v m; ^cDva-io-g 



— 759 ^ 

in einer Zone (Sp.), ^aviaio-g von der Grösse einer Zone, fcoiz-t- 
rt-g (xLÖ-og) f. gtirtelähnlich (Diosc), fcovo-ftdijg id.; Sdia-fia{t\ 
fco-fta(T) n. Schurz; Panzerrock (= %i>x(6v Od. 14. 482); Scham- 
gürtel des Bingers, suhligacülum (IL 23. 683). — a-^mvog ohne 
G. (Sp.), ak£-^(ovog meerumgttrtet {KoQivd'og)^ ßadv-^cjvog tief- 
gegürtet (d. h. nicht unter der Brust, sondern über den Hüften 
gegürtet), iTrva-^cDvog mit sieben Gürteln u. s. w. 

C. E. 611; C. V. 1. 165. 37). II. 368. 8). 380. — F. W. 160. 387. 

— Zu W,ju binden: B. Gl. 310a (ju, conjungere; { = j, © = skr, au 
(ibjecto tt). Bnigman St. IV. 160. 3): ju, tofj fco. Auch noch C. E. 64. 
338. Sonne KZ. XIII. 410 (du, dam binden; dju,djam; Skr. jUy jam; 
dju, dJav-aSf djäs, djoDg-vvfii; das Suff, -as über die Specialform hinaus- 
greifend). — Seh. W. s. v.: stammverwandt mit ffvyvv/*t. — „Gewagte 
Vermuthungen*^ macht nach eigenem Geständniss Grassmann KZ..XI. 14. 

— lieber das Suffix in ^cog ttjq siehe Clemm St. III. 290. 3). 



ju Stamm des Personalpron. 2. Pers. Plural, und Dual. — Skr. 
ju (PI. ßljam ihr, Thema der übrigen Casus ^Äwa, Dual -Thema 
juva) (PW. VI. 137). 

ju-sma (Pluralthema) ihr, euer, euch: äol. ö-jLi|ae-c, ion. 
öja^-€C Her. (wofür jetzt vielfach viutg)^ ion. att. ujueTc, dor. ü|a^-c, 
böot. oviiig; Gen. v(icSvj ion. vfii-av. Dat. vfitv^ äol. auch vfiftt. 
Trag. (bes. Soph.) auch vfiiv und vfiiv (jedoch herrscht in den 
verschiedenen Ausgaben grosses Schwanken), Acc. vftag, ion. vfii-ag^ 
äol. vfifis^ dor. vfii (Homer. Formen: Gen. stets v^-cdv [zweisylb.] 
oder ep. vfie/wi/, Dat. vfiiv^ enkl. vfiiv und v(uv^ Acc. stets vfii-ag; 
ausserdem noch die äol. Formen: Nom. v-fifiB-g^ Dat. v-fifii(y)j Acc. 
v-(ifiB), — ü)Lie-T€po-c euer, eurig, dor. ep. vfw-g (Hom. nur fem. 
vfifj und PL n. vfta); vfi6-g = aog (Sol. bei Plut. Sol. 26). 

Ascoli KZ. XVII. 404. — B. Gl. 314a; vgl. Gramm. II. 110. — 
Brugman St. IV. 101. — Cauer St. VII. 107 ff. — C. E. 399. 675; Schulgr. 
§. 205 f. — F. W. 161. — Fritsch St. VI. 111. 118 ff. — Kuhn KZ. II. 
269. — Maurophrydes KZ. VII. 137. — Meister St. IV. 399. 5). — Win- 
disch St. II. 249. 350. 



JU, JU-W binden, verbinden, vermengen. — Skr. ju 
1) anziehen, anspannen; anbinden, festhalten; verbinden, veimengen; 
jug l). schirren, anspannen, 2) anspannen = in Thätigkeit setzen, 
zurüsten u. s. w., 3) auflegen, befestigen, fügen, 4) zuwenden, 
verbinden, anreihen, 6) mit sich verbinden, theilhaftig werden, 
zu Theil werden lassen, verleihen, 8) sich vergegenwärtigen, 
9) auftragen, befehlen, ifijungere^ 10) passen, sich schicken, ge- 
mäss sein u. s. w. (PW. VI. 138. 149). 



7) z 



-^ 760 - 

l\), — Z[u-|ar| f. Sauerteig*), ^vfi-i-xri-g (a^og) m. gesäuertes 
Brot, ^vfiri-H-g id. (Hes.), fvft/-?ö) (r^v otffiijv) sauer riechen (Pio8c.\ 
ivfi-ciörjg gesäuert, gegohron; (fvfto) fvfto-a> mit S. mischen, in 
Gährung bringen, (Med.) gähren, säuern, ^v^-x6-g gesäuert (LXX), 
^vfuO'X-iKO-g aufblähend (ot igißw^ov f. xi\g cagnog Ath. 2. 55. b), 
IvfuO'Ci-g f. das Säuern, in Gährung Bringen (Geschwulst, Med.), 
fvfta)-fia(r) n. = fvft»/. 

(Jau, jau-ma^ u schwand und hinterliess die Länge) Zw. — 
2Iuj-|a6-c m. Brühe (= Gemenge, Gemische), bes. von gekochtem 
Fleisch'^), Demin. ^(Ofi-ldio-v n.; Jto/ti-fiJ-co mit einer Brühe bereiten, 
kochen, ^co(i£v-fia(x) n. = ^oftog. 

Wt. — 2UT-6-V n. (selten ^vy-o-g m., h. Ger. 217, PL, N.T., 
böot. [lak.V dvyo-v'j j = d\) Joch (am Wagengeschirr); Steg oder 
Querholz, transfillum (beide Arme der Phorminx verbindend), Plur. 
Jochbalken, Ruderbänke, Wagebalken (xa fvya Wage'); Band; 
Glied, Reihe fin der Schlachtordnung; xoror ?vya vom Chor in der 
Tragödie, der in 5 Reihen zu 3 Mann aufzog. Ggs. iutxce ctoixovg): 
ep. Gen. fvyo-qptv (IL 24. 576); t^y-io-g zum Joche geh. (iTOtog 
Joch-, Zug-pferd), als Subst. n. kleine Wage (Sp.), ^vy-ato-g (Chrys. I, 
füy-tfto-g (Ath.) id., ^vy-i^xo-g zur Wage geh., tvyutvo-g im Zeichen 
der Wage geboren (Sp.); fvy-t-n^-g m. Ruderer auf der mittleren 
der drei Ruderbänke; ^vyt-xt-g (xid-og) f. (^AtpQodixf]^ als Beschützerin 
der Ehen); ivyo-HÖr^g jochähnlich (Galen.). — Z[uy-Ö-uj zusammen- 
jochen, verbinden (fvycoda) Aesch. fr. 106 = öaitaaco)^ Verbaladj. 
^vyco-xa (aQfiaxa angespannt oder zweispännig Soph. EL 692), fvyco- 
öL-g f. Verbindung, Gleichgewicht; ^vyco-d^Qo-v n. Querbalken Über 
beiden Thorflügeln (Eust.), fv^co^^-Zfco unter Schloss und Riegel 
legen, ^vy(o-fia(x) n. = ^vyco^^QOv (xcc ^vkcc xa ano xov xoljipv xi^g 
vEiag TtQog xov exsqov xot^ov öicaelvovxa Schol. Thuk. 1. 29); Schlüssel- 
bein CMed.); ^vyi-co im Joche sein; wägen (E. M.); Ivf-Y] f. das 
Paar (Sp.), ^vyrjöov^ ^vycc-6r}v paarweis; ^vy-d-g (aö-og) f. = fvyij; 
ivycc-a-xQo-v n. Bretterkasten (^vXlvtj (SoQog^ xißcoxog Lex.), Demin. 
SvydaxQ'io-v n.; 2!uT-ici f. Bergrüste (Theophr.), ^vy-ivo-g von der 
B. (id.); Z[uT-i-c (^ö-og) f. serpillum sHvestre (Diosc); 2IuT-aiva f. 
eine Haifischart, Hammerfisch (Arist. h. a. 2. 16). — a-?v| i^vy-oq) 
unverbunden, unvemiählt (poet.), a-?vyo-g, ct^vy-rig id., a^Qo-^vy- 
lo-v XL der obere Theil des Joches (PolL 1. 253), icQi^cxiQo-^vy^g 
(erg. iTXTtog^ das linke Leinpferd neben dem Joche, t'^yiog asi^- 
(poQog B. A. p. 10), ccQXL-^vy-la f. eben erst geschlossene Verbin- 
dung (Aesch. Pers. 534), ßto-^vy-ijg {v(X£vaiog) Leben verbindend 
(Nonn. D. 33. 179), öevxsQo-^vyo-g von der 2. Conjugation (Gramm.); 
dZ-fvJ zweispännig {mitoi IL 5, 195. 10, 473), iKaxo-^vyo-g eig. 
mit 100 Jochbalken = lOOrudrig (vfjvg IL 20. 247) u. s. w. 



— 761 — 

le,\}f, — 2€i/T-vü-)Lii, ffvy-vv-a), zusammenjochen , anjocben, 
anspannen (das uralte indoeuropäische Verbum für das Anschirren 
und Anspannen der Pferde), verbinden, vereinigen (Präs. Inf. ep. 
^evyvv'fuvj -fievaij ^evyvv-fjLSv IL 16. 145, Fut. ?cv|a>, Aor. f-ftv^a, 
Perf. Pass. i-^svy-fuxij Aor. i-ffvjj-^r^-v, doch gew. i-^vy-rj-v)^)'^ 
^evK-TTf-g (tov) m. der Verbindende (Hes.); ^svk-ti^q (rrJQ'Og) m. 
Jochriemen (id.), ^svxtrJQ'to-g anjochend, anbindend, ^svxtetQa f. 
die Verbinderin (Aphrodite, Orph. h. 54. 3); (ffvx-w) 2!eu£i-c f. 
das Anspannen, Gespann, üeberbrückimg (toi; ^EkXrianoinov Her. 
7. 35); 2l€UT-i-Tr|-c m. (l-ri-g f.) angejocht, zusammengejocht, paar- 
weise verbunden (nach Solon's Eintheilung die athen. Bürger der 
3. Klasse vom Halten Eines Ackergespanns), (ffvy*T-to-v) ^evyCa-to-v 
n. die Schatzimg, das Vermögen eines ^svyltrjg in Athen; le\j^'ixa{x) 
n. Zusammenjochung, Joch; das Zusammengejochte , Sperre (tov 
Itfiivog Thuk. 7. 70), grammat.: eine Redefigur (wenn nämlich 
ein Prädicat zu mehreren Subjecten -construirt wird, welches sich 
eigentlich nur auf eines derselben bezieht, so dass aus demselben 
fün die anderen ein allgemeiner Begriff ergänzt werden muss); 
2[tuT-X>l {^svy-ka) f. Jochgeräth, in welches jedes der zusammen- 
gespannten Thiere den Hals streckte (das ^vyov hatte also zwei 
^ivyXaij die die Stelle der heutigen „Kummte" vertraten); Riemen 
zum Festbinden des Steuers (Eur. Hei. 1552), ^svyXri-^sv aus dem 
Joch (Ap. Rh. 3. 1319); 2IeÖT-oc n. Joch, Gespann (Hom. nur II. 
18. 543); Paar (xorror ^evyog paarweis); Demin. ^avy-dgio-v n. kleines 
schlechtes Gespann (Arist. Av. 582). 

ju-dh = mantis conscrere; avvdntead'ai (fiajji^v). — Skr. jlldh 
kämpfen, bekämpfen (PW. VI. 171). 

(Skr. judh-mä streitbar, Kämpfer; Schlacht PW. VI. 174) 
uc-^iv-n f- Treffen, Schlacht, Kampfgetümmel (metaplast. Locativ 
vöfuvt, IL 2, 863. 8, 56 in der Schlacht, va^lvY\v-8B iivai IL 2. 
477; das Wort öfter in der Rias, in der Od. nur 11. 417: ivl 
HQccre^ vafUvrj und 612: ixsvuval xe fidxctL xs tpovoi x ivÖQOKxa- 
ölat Tc)*). 

(*jflfM-5, *Jou-s) jtt-S (ßi-r-is) n. = fwjwJg (pag. 760)*); 
Flüssigkeit, Saft, Demin. ^5-CM/M-m, juscel-lu-tn n. (Cato. Venant.); 
jür-eu-s aus Brühe (Plaut. Pers. 1. 3. 15), jür-ü-lentu-s mit Br. ver- 
sehen, jttrulent-ia f. = ßis (Teri); jussulentti-s = jurnlcnttis (App.). 

(*jau-s) altl. joU'Sj JU-S (ßl-r-is) n. das Bindende = Recht, 
Gesetz; Gerechtsame, Vollmacht [etwa: „Fug" F. W. 1. c] (jure 
mit Recht, rechtmässig); übertr. Gericht, Gerichtsplatz; jus-tu-S 
gerecht, rechtmässig, recht, gesetzlich; (PL ^w^a das Gebührende, 
die herkömmlichen Rechte, üblichen Gebräuche); gehörig, ordentlich; 
= aequus (pag. 83); als Subst. n. Recht, Gerechtigkeit; Adv. 
jtiste; justi-tia f. Gerechtigkeit (qime animi aßfecHo s\ium cidque 



- 762 — 

iribuens atque hanc^ quam dico, societatem cof^uncHanis humanae 
munifice et aeque tuens justüia didtur Cic. fin. 5. 23. 65); Just-vm-s 
m. lat. Geschicbtschreiber im 2. christl. Jahrb.; 7. IL römische 
Kaiser im 6. Jahrb.; JusUlna f. Gemalin des röm. Kaisers Yalen- 
t^iian; Justini-änurS röm. Kaiser im 6. Jahrb., von dem die Samm- 
lung des Corpus juris civilis herrührt (d. L die yereinten Bücher 
der Institutionen, der Pandekten und des ConstitutionencodeXy dem 
seit 535 Novellen folgten), gest. 14. Nov. 565 acht Monate nach 
dem Tode Belisar's. — *jünhs (vgL in-ßim-s, per-jüni-s) jürS-re, 
-ri sich eidlich verbinden, schwören; selten = canjurare sich ver- 
schwören; Part. Perf. jurä-tu-s beim Schwören angerufen, vereidet; 
activ: der geschworen hat; ^a-fo Adv. eidlich (Dig.); jus juruHfidM-m 
der bürgerl. Eid (Gegensatz: sacrmnenhim Fahneneid) (Jwranäum 
jus Plaut. Ps. 1. 2. 63, Plur. jura juranda Pacuv. ap. Fest. p. 133. 
28), jurat'tvu-s zum Eidschwur geb., jurä-tor (för-is) m. Schwörer, 
der geschworene Zeuge, Censor, juraför-m-s eidlich, jurä-ti-^n) t 
das Schwören, jurä-mcntu-m n. Eidschwur, Eid; ah-jurare^ e-jurare 
ab-schwören, canjurare mit schwören, sich verschwören, de-jürare^ 
-jerare = jurare, eoc-jurare stark beschwören (Plaut, ap. Non. 
p. 105. 22); in-jüru-s wortbrüchig, ungerecht, injür-ia f. Unrecht, 
Gewaltthat, Ungerechtigkeit, Beleidigung, Kränkung, Injurie, m- 
juri-ösu-s ungerecht, verletzend; p er -^'wru- 5 meineidig (pe-juri Verg. 
A. 2. 195 Medic), per-jür-iu-m n. Meineid, (per-jurare) pe-jürare, 
per-ßrare (Plaut. Truc. 1. 1. 9, per jer ante Min. Fei. 30. 20. Halm), 
pe-ßrare falsch schwören, meineidig sein^). — *jur'tg-U'S (vgL pg. 17) 
jur-tgä-rc (Plaut.) jlirgä-re streiten, Wortwechsel führen, zanken, 
jurga-ti-ö{n) f. {juris actio, Paul. D. p. 103. 16), jurga-tör-iu-s zän- 
kisch (Amm.), jurgä-tr-ix f. Zänkerin (Hieron.); jurg-iu-m n. Wort- 
wechsel, Hader, Zank, jurgi-ösu-s zänkisch (Gell.); ob-jurigä-re 
(Plaut.), oh-jurgare schelten, tadeln, Vorwürfe machen, züchtigen, 
Intens, öbjurgi-tä-re (Plaut.). — (ßis-dlc) jn-dex, jü-dic-in-m, jüri- 
diat-s^ jü-dicä-ro (s. pag. 330). 

ju-g. 

jüg. — jüg-u-lll n. (= ivy-6-v). Joch, Gespann, Querholz, 
Wage, Weberbaum, Ruderbank, Anhöhe, Gipfel, Morgen Landeti:, 
Juchart (Jugum vocant, quod juncti hovcs uno die cxarare possmt 
Varro r. r. 1. 10); übertr. Joch, Knechtschaft, Drangsal; jug-ali-s 
zum Joch geh., ins Joch zu spannen; (bildlich) ehelich; Subst. PL 
Gespann; yM^«//-^ä-.9 f. Verbindung (Fulgent.) ; .7?//7-ärm-5 zusammen- 
gejocht, Subst. m. Ochsenhirt (Col. 1. 6); jug-osu-s gebirgig (Ov. 
am. 1. 1. ^)'^ jüg-u-s (s. pg. l^i), jugä-rc binden, poet. vermählen, 
jugä-tor m. Anspanner (Arnob.), jugä-ti-ö{fi) f. das Anbinden (der 
Reben an Querlatten), ein Ackermaass (Dig.), Jugät-lnu-s m. Ehegott 
(August.), jwjä-hxli'S vereinbar (Macrob.). — ju[g]-inentu-1Il n. 
(= Zusammen-gejochtes) Zugvieh, Lastvieh, Lastthier,yvwi^«/-ärt«->* 



- 763 -- 

zum Zugvieh u. s. w. geh. — jfig-u-lu-m u. Jochbein, Schlüssel- 
bein (Schulter und Brust verbindend), daher: Höhlung darüber 
an der Kehle und die „Kehle" selbst'); Jugula (und PL) f. Ge- 
stirn, den Gürtel des Orion bildend d. h. das Oriongestirn; jugulä-re 
die Kehle zudrücken, erwürgen, ermorden, erstechen; (übertr.) das 
Messer an die Kehle setzen = zu Grunde richten, fangen, über- 
führen, jugtdä-tor m. Ermorder (Salvian.), jugula4i-ö{n) f. Er- 
würgung, Erstechung. -— -jug: {con-jiig-s) COll-jux (alt con-jun-x, 
co-jux, -jug-i Grabinschr.) (Gen. con-jug-is) = zusammengespannt, 
comnL der, die Verbundene; meist nur: der oder die ehelich Ver- 
bundene, m. Gemal (seltener), f. Gemalin, von Thieren: Weibchen; 
conjug-iu-m n. Vereinigung, eheliche Verbindung; übertr. Gatte, 
Gattin, conjug-äli-s , i-äli-s zur Ehe geh., ehelich, crnjugcUi-ter auf 
ehel. Art (August.). — -jugo: jügu-s (jug4-s) zusammengefügt, ver- 
bunden; hi'ßig-U'S, 4-s zweigespannt, als Subst. m. (Verg.), n. (Lucr.) 
Zweigespann, Ingu-s = hijugus (Manil. 5. 3), als Subst. f. liiga, 
meist PI. blgae^ Zweigespann, hig-ärius m. Führer, des Zwei- 
gespannes (Murat. inscr. 621. 2), big-ä-tu-s mit einem Zw. (als Münz- 
zeichen) versehen; tri-jug-us, 4-s dreispännig, drei-f&ltig, -fach, 
triga f. Dreigespann (Dig.); übertr. eine Anzahl von drei Dingen 
(Amob.), trig-äriii-s zum Dr. geh., -äriu-m n. Pferdeplatz (Plin. 
37. 13. 77); quadri-jfig-u-s, 4-s vierspännig {(juadn-juga Gell. 19. 
8. 11), qiiadriga f. (regelm. PL) Viergespann, Demin. quadrigu-la 
f., quadrig-äli-Sf -äriu-s zum V. geh., -äriu-s m. Lenker des V., 
Wettfahrer, quadrig-ä-iu-s mit einem V. (als Münzzeichen) ver- 
sehen; se-jug4-s sechsspännig, sejug-es (ium) m. Sechsgespann; 
{*arvi4-s Renner = avQo-g pag. 41, aiiri-jug-a) aurlga m. Rosse- 
anschirrer, dann Rosselenker, Wagenführer, Fuhrmann (fem. velut 
auriga rectrixque niembrorum anhna Colum. r. r. 11. 2. 9), aurig- 
äriu-s m. Besorger von Gespannlenkern gegen Lohn (Suet. Ner. 5), 
aurigä-rc {-ri) den Wagenlenker machen, (übertr.) Lenker, Leiter 
sein (quo natura aurigaiur, non necessiias Varro ap. Non. p. 70. 
.17)®); multi-jug-u-s ^ -is vielspännig, vielfältig, mannigfach; con- 
jugu-s verbunden (Prise. 17. p. 1065), Demin. eotijugü-lu-s zur eheL 
Verb, geh., con-juga f. Gattin (Inscr.), conjugä-re zusammeiyochen, 
verbinden, conßtgä4or m. Verbinder (honi anwris hynienaeus Catull. 
61. 44), conjugä-ti-ö(n) f. Zusammenjochung, Verbindung (Gramm. 
Conjugation, Beugung des Verbums); in-jug-i-s nicht in's Joch ge- 
spannt (versus ohne Verbindungsparticel); se-ßig-i-s abgesondert, 
getrennt (gcfites, Solin. 4. 2). 

jüg, — jüg-i-S beständig, fortwährend, Adv. ßge (juge 
durans dispares casuß subit Prudent. negl (Sx, 10. 472), jügi4er^)'^ 
jugi-ta-s (iäti-s) f. Beständigkeit, Dauer (Marc. Emp., Cod.); (Comp. 
*jüg-iurSy *jüg-iSy vgl. *tnag4u-s^ mag-is, Superl. ^jug-is-tu-Sy davon 
Abi. fem. *jug-is-tä^ *jug'S4a) jnxtfi Adv. am verbundensten , nahe 



— 764 - 

bei, daneben, neben; ebenso/ gleich; Präp. neben, bei, nficbst, 
gleich darauf, nahe an hin, beinahe bis zu, gewiss; jux-ti^m (sel- 
tener) id. — jug-ßr-U-m, PI. (nach der conson. DecL) ßtger-a n. 
Morgen Landes, Juchart (240 Fuss in der Länge, 120 Foss in 
der Breite), juger-äli-s zum M. L. geh., (*jugerä^e) jugera^-m 
juchertweise (Col. 3. 3. 3), jugerä-ti-ö{n) f. Eintheilung der Aecker 
nach jugera, ein Ackermaass (Cod.). 

ju-n-g. — jung-ßre (Jiinxi) [mit durchgreifender aus dem 
Präsensstamm eingedrungener Nasalirung] = ^avy-w-fu , anspannen, 
verknüpfen, verbinden, an einander reihen; Part, junohhs bespannt, 
verbunden, zusammengesetzt u. s. w., junc-ti-tn vereinigt, beisammeo, 
JunC'tu-s (iüs) m. Verbindung (Varro 1. 1. 5. 8), unmittelbar nach 
einander, junc-tor (tör-is) m. Anspanner (Dig.)> junc-türa f. Ver- 
bindung, Zusammenfügung, Fuge (grammat. Verbindung, ZusammeD- 
Setzung), junc-ti-ö{n) f. id. (Cic. Tusc. 1. 29. 71), junct-ivu^ »ur 
V. geeignet (modus, Prob.). — (co-ßinc-iu-s , co-undu-s) canc-tll-S, 
häufiger PI. cuncti, alle zu einem Ganzen verbunden, alle ins- 
gesammt (canctos Carm. Arv. = cojiinctos; cimcü significat guidem 
omnes , sed conjuncti et congrcgati Fest. p. 50. 15. M.; cuncti usu 
Uletn significat quod otnncs, Cicero saepe ait cuncti atque omnes; quia 
omnes non statim sunt cuncti^ nisi Odern sinvid sint juncti, Serv. ad 
Verg. A. 1. 522)*^). 

ju-dh. 

jub (vgl. rudh ruher)^^), — {*jub-u-s bindend) jubC-re ver- 
bindlich machen (jov-bere tit. Mumm.) etwas zu thun befehlen, 
anordnen, heissen, verfügen, genehmigen; Pass. jiibe-ri gebunden 
sein etwas zu thun (vgl. obligor ut tayigam lat'vi fera lUora Potiti 
Ov. tr. 1. 2. 83; Pei*f. ^jnb-si = ji4ssi; ßtsso = jussero Verg. A. 
11. 467. Sil. 12. 175; jussitur = jubcbitur Cato r. r. 14: villam 
aedifwandam si locabis novam ab solo, fahrr haec faciat oportvi: 
jKirietcs omnes ^ uti jussifur, calce et caementis)-, Part, ßis-su-s; als 
Snbst. n. (meist PI.) Geheiss, Gebot, Gesetz, Befehl, Abi. Jfissn 
m. id., Jnssiö(n) f. id. TDig.), jussor {Kskevrillg Gloss. Philox.); ftdc- 
jnbcre Bürgschaft leisten, fidc-jiissor m. Bürge, fide-jussör-iu-s zur 
Bürgschaft geh., fidejussiöin) f. Bürgschaft (Dig. und -JHSsor Donat 
ad Ter. Eun. 1. 2. 59). 

13. Gl. 310 f. 3l4a. — Corssen I. 866 f 369. 639. 813; B. 241. 287; 
KZ. 111. 285. — C. E. 181. 610. 619. — F. \V. 161 f. 387. 482. 498. — 
lliibschmann KZ. XXIII. 20. — 1) F. W. 161: kaum zu Uc. — Zu ftf 
jedoch ziehen das Wort: Benfey WzU. I. p. 680 ff. Goebel KZ. XI. 69. 
— 2) Vpl. noch Bnigman St. IV. 159. 2). aemm St. 11. 48 f. — G. Meyer 
St. V. 60. — Mikl. Lex. pg. 1141 s. v. : jocha, lit juka Blutsuppe; bötm. 
jicha Brühe, jt's-ka die Einbrenne. — FW. VI. 180: JUaliay Jus Fleisch- 
brühe, Brühe überh., jus. Der Comm. zu H. führt den Nom. jus auf 
jü zurück. — F. \V. 159: jas wallen, kochen, jähren. — 3) PW. IIF. 
128: (juka (aus dem gr. ^vyov) die Wage im Thierkreise. — 4) C. V. I. 



-^ 765 - 

160. 7). II. 97 f. 338. — 6) Vgl. noch B. Gl. 313a. Brugman St. IV. 
101. F. W. 162. Kuhn KZ. VI. 391. XIV. 453. G. Meyer St. V. 83. 
L. Meyer KZ. VI. 163. Pott KZ. IX. 200. Schweizer-Sidler KZ.^ II. 303. 

— Gajiz eigenthümlich Döderlein nr. 145: aus *vnoitovirj =» vnoiiovi], 
^pugna stataria, Ggs. velitatio Scharm ützeL — 6) Vgl. noch Corssen 1. 

648. Goetze St. Ib. 155. — 7) Corssen KZ. II. 18 kaum richtig: j^jugu- 
lum für gu(ju1um'\ — 8) Ebel KZ. V. 391. — Anders Corssen I. 660. N. 
60 f.: zu Ö8, öreae (pag. 75), aureax Zügelfuhrer (Fest p. 8), daneben 
*aure'iga =» auriga {aurea Zügel). — 9) Vgl. Corssen I. 369. — Davon 
ist wohl yjügis lebendig, immer fliessend*' gänzlich zu trennen (vgl. 
pag. 227). -- 10) Corssen N. 297 f. — C. E. 698*. — Goetze St. Ib. 167. 

— 11) Froehde KZ. XIV. 452 f. XVllI. 160. — Benfey Gott. gel. Anz. 
1869 p. 456 fl'.: ju-dha setzen (dagegen Corssen IL 1027: kein sicherer 
Beleg dafür, dass dh dieser Wurzel im Lat. ausser zu d noch zu h 
wurde und ohne Beispiel, dass das- Verbalsuffix e aus ata im Lat. an 
Yocal. anhiut. Wurzeln gefQgt wurde). — Corssen selbst deutet (IL 60. 
684. 1027; B. 420 f.): jotts-habere, jous-htbere, iou-bere für Recht halten, 
vgl. ratutn lujhere für vernünftig halten. Gegen diese Erklärung ist 
Froehde 1. c. und Grassmann KZ. XL 19; und dieser wendet wohl mit 
Recht ein, dass dann jubui, julntus herv^or^ehen müsste, wie praebui, 
praebitus. Froehde wendet femer KZ. XaIL 258 ein, dass das von 
Corssen B. 422 construirte Denomin. *ju8eo, auch abgesehen von der 
Bedeutung, schon deshalb unmöglich sei, weil von 8 -Stämmen Verba 
auf 'CO überhaupt nicht gebildet werden. Savelsber^ dagegen hält KZ. 
XXI. 171. 3) Corssen's Deutung „für die wahrscheinlichste von allen Er- 
klärungen'S — Kuhn KZ. VII. 60: ju + poja, ein Causale. — Schweizer- 
Sidler KZ. IL 368. X. 144: ju-hh. — Wilbrandt KZ. XVIIL 106 fr.: div, 
jur-are gut sein, jub-ere gut heissen (dagegen Corssen I. 125: v wird 
im Lat. nicht zu b). 



R. 

1) RA verderben. — Identisch mit 2) ar (pag. 45). 

Xa. — fi-Xa-c-TO-c (« prothetisch) Hom. Trag., verderblich, 
daraus: schrecklich, abscheulich, verrucht; arg, unerträglich; dXa- 
CT^-UJ für arg halten, indignari, unwillig sein (nur rjkaateov IL 
15. 21, akaaii^-aag IL 12. 163, tTC-akaarijaciaa Od. 1. 252 und 
Man. 2. 183); aXä-c-Tlüp (xoQ-og) m. der schuldige Verbrecher, 
Missethäter; die die Schuld rächende Gottheit; Nebenform (selten 
akciaioQQ-g Aosch. fr. 87. 286, Soph. Ant. 972 akaazoQOiaiv oiifid- 
xav xvTikoig^) und Pherekydes; Zsvg ^AkccoxoQog ^ vgL Gramer Anekd. 
Oxon. L p. 62. 15); akctöioQ-la f. Ruchlosigkeit (Joseph.). 

DOntzer KZ. XII. 12. — Zu ka^sCv ziehen das Wort: Pape W., 
8. W., Seh. W. (dagegen Düntzer 1. c: kad^ erscheint^ in Ableitungen 
nur in kd^ga, sonst tritt überall krjd^ ein, woher man akTjavos erwarten 
würde, und auch die Bedeutung würde nicht recht passen). — Döderlein 
nr. 101 (mit Bekker II dkaazog nach E. M.): Intensiv dkditiv zu dkd- 
öfrai „rasend, schwermüthig , in Schwermuth versinkend", dkaatsiv 



— 766 — 

traurig sein bis zum Trübsinn. — Härtung zu Eur. Phoen. 883 : alaofua, 
dlvoa. — 1)' Nauck ad 1. c. : „wie Rachegeister um Vergebung schreieB"; 
Seh. W.: „den um Rache schreienden Augenringen'*, indem die blutigen 
Augenhöhlen der unschuldigen Kinder zu Itachegeistem für die FreTlerin 
werden; Pape W.: „fluchwürdig, gottlos geblendete**. 



2) RA fügen; meinen, rechnen, schätzen. — Identisch 
mit 3) ar (pag. 46). 

{ra-jors) (^^a-lo-q) gefügig, füglich, fügsam = leicht, mühe- 
los; dazu Comp. (ßaj-i(ov) ^(jituv, Superl. (§ctj-iCTO-g) ^ql-CTO-C (Adv. 
(laov, ^aata)] ep. pr|t-T€po-c (^(veQov Theogn. 1370), ^r|t-TaTO-c 
(Adv. -TOT«), ^f|i-CTO-c (Od. 4. 565); {^aj-L-öio-^^ Qa-t-öio-g) ion. ep. 
pn-t-bio-c, att. p(jt-bio-C (Adv. ^aöltog^ ion. ep. ^rj'Cölmg), fioL ßgut' 
öiog'^ Compar. ^adici-rsQO'g (nur Hyper. fr. 89 bei Poll. 5. 107; 
Andere ^aötiaiegog^ vgl. Athen. 10. p. 424 D.); (Neutr. PL als) 
Adv. (*^tj-ia) p€-ia (mit verkürztem Vocal, vgl. At/irog, A««off), 
(ii-a (i verloren; bei Hom. oft einsylbig), äol. ßga; Qa-tä f. Er- 
holung, Genesung (Hes.), ^ä-t^o) leichter werden, sich erholen, 
ion. ^t^G) id. (Hippokr.) *). — ^^-9oc n. (poet.) Glied (Hom. nur 
11. 16, 856. 22, 68. 362); überh. Leib, AntUtz*). 

rä-tu-S^) berechnet (pro rata parte, portione), beschlossen, 
endgültig bestimmt, feststehend (auch mit facere, habere, ducert 
in llechtsformeln, z. B. jus ratumqiie esto, lex Rubria, ed. Ritschi 
p. 5. 7), Adv. rato (Tert.), ra^e (Cassiod.); (* in-rä-tu-s) ir-rx-tu-s 
ungtiltig, vergeblich, erfolglos, Irriiä-re ungültig machen (Cod. 
Theod. 3. 12. 2); rä-ti-Ö(«) f. Berechnung, Ueberlegung, Plan, 
Vernunftgrund, Vernunft, Maassregel, Verfahren; Demin. ratiun-ciUa 
f. (Plaut.), kleiner, spitzfindiger Schluss (Cic. Tuse. 2, 12. 29. 
4, 19. 73), ration-äli-s (Adv. -frr) zur Rechnung geh., auf Ver- 
nunttgrund beruhend, rational i-fa-s f. Vernünftigkeit (Tert.), ration- 
äri-u-m n. Register (Suet., Tac.), ration-äAnli-s (Adv. -/er) ver- 
nünftig, vemunftgemäss (Sp.), rationabüi-tas f. = rationalitas (App.); 
('*ratio\n\c-tn-U'S) rätioctn-iu-m n. Berechnung, das Berechnen 
(vgl. th'o\n]cinhnn pag. 291), ratiocinä-ri berechnet werden; (häufig 
Dopon.) sich berechnen, überlegen, einen Schluss machen, ratio- 
rivät-ltnt-s einen Schluss bewirkend, schliessend, syllogistisch, ratio- 
cifiä'tor m. Berechner, Ueberdenker, ratiocinä-ti-ö(fi) f. Berechnung, 
Ueberlegung, VemunftschlubS, Syllogismus, ratiocwä-Ijili'ter nach 
richtiger Berechnung (Macrob.). — r€-ri rechnen, berechnen; 
glauben, meinen. — rC-U-S beschuldigt, angeklagt, schuldig, 
{*reä-rr) rcä-tu-s (tus) m. Beschuldigung, Anklage, Schuld, Vor- 
wuri'; Anklagezustand (nach Quint. 8. 3. 23 zuerst von Messala 
gebraucht; Messala prmus reatum^ munrrarium Angtistus primus 
dijteriwt). — ri-tu-8 (tüs; -tu-is Varro aj). Non. p. 494. 30) m. 



— 767 — 

Satzung, Sitte, Gewohnheit, Gebrauch, Herkommen, bes. religiöser 
Gebrauch, ritu-cUi-s (Adv. -ier) den relig. Gebrauch anlangend; 
(St. *ri'ti, vgl. cursus, cursi-m) Abi. rite (vgl. rite nefasto Stat. 
Th. 11. 285) nach rechtem Gebrauch, auf die rechte Art, auf her- 
kömmliche Weise. 

1) Walter KZ. XIV. 104 ff. — Benfev KZ. IX. 97 ff.: ragh eilen: 
*raghu, rahu eilend =» *Qav in gatoav, fjdXatog (vgl. r^Sv, r^dicavy rjSt- 
OTog); giBcCf contr. feicc, gia nach Einbusse des a (vgl. ra;i;a st. taxBcc). 

— Bühler Or. und Occ. II. 536 ff. : = Skr. vrithä. Dazu L. Meyer KZ. 
Xy._13: „die beste Zusammenstellung**. [Doch das PW. VI. 1325 leitet 
rfthä von var (sich erwählen, erziehen, wünschen, lieber wollen) ab; 
auch stimmen die dort angeführten Bedeutungen nicht recht: 1) zumllig, 
nach Belieben; ohne Weiteres, wie sich's mgt, lustig, 2) vergebens, 
umsonst, 3) verkehrt, falsch, unrichtig, unwahr.] — Die Bedenken gegen 
das „völlig gesicherte P* in J^gsCa und in den zugehörigen Bildungen, äol. 
ßgä, ßgaUtog (L. Meyer 1. c. 13 ff., Savelsberg Dig. p. 16) behebt wohl 
richtig Benfey 1. c: „das äol. J- ist bekanntlich nicht selten unorganischer 
Anlaut** (Ahrens de dial. Dor. p. 44) und dann ist das hom. fgeia u. s. w. 
ein Aeolismus. Auch die Bedaction von KZ. (XIV. 104**) nennt die 
Bedenken gegen das Digamma „nicht zwingend**. — Fritsch St. VI. 111: 
siirpes vocum td rjna, QSia nondum ad liquidum perductae sunt. — Vgl. 
über die Formen selbst noch Hager St. III. 113. Renner St. Ib. 16. — 
Goebel KZ. XI. 61: ra bewegen, Qa-id-io-gj vgl. Q(o-ofiai sich heftig, 
schnell bewegen. — 2) Walter KZ. XIV. 107. — Skr. ratha (Wagen, 
Fuss, Glied) vergleichen: Benfey Wzll. I. 55. Düntzer KZ. XVI. 22 {qf 
gehen: (i-^og das Gehende). Goebel KZ. 1. c. {ßi-d-og die in Bewegung 
Setzung, das in B. Gesetzte == Glied). Schweizer KZ. I. 563 (rtu, ar- 
tu8). — 3) B. Gl. 62a. — Corssen I. 477 f 517; B. 626. — F. W. 13 f. 
388; F. Spr. 357. — Lefmann KZ. XIX. 397. — Lettner KZ. XL 162. 

— Siegismund St. V. 209. — Walter KZ. 1. c. — VgL PW. I. 1045: 
rnd 1) schuldig, 2) Verschuldung, Schuld; vielleicht in etym. Zusammen- 
hang mit reus; 1046: rtd, ratus, von einer W. ar in derselben Richtung 
der Bedeutung wie dram zurecht, recht, passend, entsprechend; 1048: 
rtena Instr. als Adv., nach der Ordnung, gehörig, richtig, regelmässig, 
rite; 1062: rti f. (von ar) (desselben Ursprungs wie Hd), ratio, Art, 
Weise. — Kuhn KZ. VIII. 64 ff.: rä sich (gegenseitig) geben (lat. re, re). 

— Ganz anders Froehde KZ. XXII. 261: ghar nehmen, fassen, greifen: 
res = %Qfiii.a^ xifr^a^ai^ XQ^og Schuld, die zu entrichten ist, dann die 
abzubüssende Schuld; ähnHch: reus zahlungspflichtig, Schuldner; schuldig. 



3) RA verleihen. — Skr. rä, räS verleihen, gewähren, 
tiberlassen; übergeben, geben (PW. VI. 303. 339). 

Skr. (*ra-i) ra-j-i m. (selten f.) Habe, Besitz; Werthgegen- 
stand, Kleinod, Stoff; (*rä-i durch Steigerung) Nom. ra^s m. (selten 
f.) Besitz, Habe, Gut (PW. VI. 283): rß-S (Sing. Gen. rU, Dat. 
re-i, Acc. re-m, Abi. re, PL res, re-rum, re-hus; Gen. rei Lucr. 

2, 111. 6, 919, Dat. rei id. 1, 689. 2, 236, Gen. einsylb. id. 

3. 931) f. Gegenstand, Sache, Ding; Angelegenheit, Begebenheit, 
Umstand, Zustand, Verhültniss, Lage, That; Handlung, Verrieb- 



— 768 — 

tung, Grund, Ursache; (besond.) Besitzthum, Vermögen, Gut; 6e- 
öchäftssache , Geschäft; res publica (vgl. pag. 507) Gemeinwesen, 
Staatswesen, Staat, Staatsgewalt; Demin. re-cula f. Sächelchen, 
Gütchen; rcapse pag. 448; quäre pag. 96. 

F. W. 174. — Vgl. Ahrens KZ. III. 86. Ebel KZ. V. 192. Schweizer 
KZ. VI. 445. VII. 150. — Corssen I. 477 ff: zu 2) ra (pag. 766): Ge- 
richtssache, Recbtshandel , Absicht, Endzweck, Ursache, Grand, Wesen, 
Ding, Sache, That, Handlung. — Zu W. ar, ar-dh (pag. 60) =» rädhi, 
rühi: Benfey WzU. II. 209. B. Gl. 328 a. Beistinimend L. Meyer KZ. 
V. 367 („80 fällt Licht auf goth. un-leda arm, eig. ohne Vennogen**). 
Schweizer 1. c: „scharfsinnig". Dagegen Corssen 1. c: „unhaltbar**. — 
Anders Froehde (vgl. Anm. 3 pag. 767). 



4) RA anhalten: Halt machen, ruhen; gern verweilen, 
sich ergötzen. Gefallen finden, seine Lust haben, lieben. 
— Skr. ran (ratjL) 1) sich gtttlich thun, sich behagen lassen, 
sich vergnügen^ 2) ergötzen (PW. VI. 264). 

d-pa (vgl. rüg i-QSvy-o)^ rudh i-Qvd'-Qo-g)] auf griech. Boden 
nur: lieben. 

f-pä-|aai (leidenschaftlich, zärtlich) lieben, begehren (Aor. 
i}^a-<ya-fi?/v; s. unten iQaa)^ iQa-xo-g geliebt, lieblich, anmuthig; 
iQccT-C^o) heftig verlangen (xQsiiov H. 11, 551. 17, 660, h. Merc 
64. 287); (iQcir-eO'Vo) igar-et-vo-g lieblich, anmuthig, reizend, er- 
wünscht, willkommen; ^Egar-ci (ovg) eine der 9 Musen, der lyr., 
l)esonders erotischen Dichtkunst; eine Nereide, eine Nymphe; {iga-xi) 
iQa-6t-g f. das Lieben (Sp.), igaol-fiokTto-g gesangliebend (Pind. 0. 
14. 6), iQaGi'XQij^aTog geldliebend. - fpo-C m. poet. (vgl. tcta 
stellen, LöTO-g) = ^Q(o-g (k^o-g II. 14. 315, igw Od. 18. 212, f^-v 
oft), igo-et-g lieblich, liebenswürdig. — igco-r (junge, speciell griech. 
Bildung, vgl. [6qo^ lögco-x) fpuj-c {iQ(ot-og) m. Liebe, Lust, Ver- 
langen, Begierde (Hom. Nom. k'Q(o-g nur II. 3, 442. 14, 294; Acc. 
k'QCDv Alex. Aetol. 12. Plat. ep. 30); ''Egco-g Gott der Liebe; Manns- 
narae; Demin. iQtor-aQio-v n., -vko-g m. kleiner Liebesgott, i^wr- 
lÖEv-g junger Liebesgott, Liebesgottheit ; ^Egcir-io-g^ ^Eqcdt-Iodv {l(av-og) 
(Mannsname), ^Egcir-io-v f. (Frauenname); igcor-LTw-g zur Liebe geh., 
die L. betreffend, erotisch; zur L. geneigt, verliebt, i()(ot'Cöia (sc. 
ugd) das Fest des Eros bei den Thespiem; igar-i-g {l6-og) f. Lieb- 
chen, Liebesgöttin; igcDT-Lcia) liebeskrank sein (Sp.). — dpa-c (zu 
iga-^ai; Aor. Pass. iigda-d^rj-Vj Fut. iQaa'&t}-aO'}iai; Perf. igaa-fiai): 
Verbaladj. dpac-TÖ-c = igcaog; zur Liebe geneigt, verliebt; (^igaö-o) 
€pa-UJ in att. Prosa (nur Präs. und Imperf.) = sga-fiai (Hom. Impf. 
2. PI. igctaa^e IL 16. 207); igaa-i/ig m. Liebhaber, Verehrer, An- 
hün^'er, fem. igdo-rg-ia die Liebende; igaüT-eva) = igdw (Aeseb. 



— 769 — 

Prom. 895); naiö-SQaatij'g m. Knaben-liebhaber , -Schänder; (iQaa-vo) 
iqav'v6-g lieblich, reizend; iqcta-^Lo^g m. Liebe (B. A. 412), igaöiirto-g 
= iquvvog {Erasmus, d. i. Desiderius^ von Rotterdam, 1467 — 
1536). — (ra-vä, i-QtO'J^t}) dpuüri f. Rast, Ruhe, das Aufhören (noXi- 
fAov IL 16, 302. 17, 761 und spÄt. Dichter)*). 

ra-m*), — Skr. ram 1) zum Stillstehen bringen, festmachen, 
2) ergötzen, 3) Med. still stehen, ruhen; bleiben, gern bleiben, 
4) Med. stehen bleiben bei «» sich genügen lassen, sich ergötzen, 
Gefallen finden, 5) vergnügt sein (PW. VI. 272). 

d-pfijLi-o-c , att. l-prm-o-c, einsam, verlassen, öde, wüste 
(fl i^^JiH]^ erg. ötmjy ölmxa^ seltener Sgr^iog^ ein Contumacial- 
bescheid), i^fi-ato-g id., fem. iq-q^a-g^ -Lct-g (ad-og)] igrui-la f. ein- 
samer Ort. Oede, Wüstenei, iQtifw-avvri f. Einsamkeit, igtifi-ixo-g 
zur E. geh. (LXX); iQrjfi-l'Xti-g m. Einsiedler, Eremit (EccL); 
l^ficr-^o in der Eins, leben, einsam sein (i^fia^-s-öK-o-v Theokr. 
22. 35); i(^fi6'(o einsam u. s. w. machen, veröden, verwüsten, 
i^fUö-TtJ-g m. der Verwüstende, iorffUD-at-g f. Verwüstung. — 
i^-p^)Li-a(g) Adv. ruhig, still, sanft, sacht, riQSfi-sC id. (Ar. Ran. 
315), "qQifia-tö-g id. (Adv. ij^cfia/wg), dazu Comp, '^gafi-ic-tego-g 
(Xen. Kyr. 7. 5. 63), riQSfji-£a f. Ruhe, Gelassenheit, '^QS^io-rrj-g 
(riyr-off) f. id. (Euklid, barm.), riQe^Lo-rtj-g f. id. (Hippokr.); 1)^6^-0 
ruhig u. 8. w. sein, tigifirj-at-g f. das Ruhigsein u. s. w.; rJQefi-a^o) 
still sein, vor Trauer (LXX), fjQSfi'l^io beruhigen, Med, ruhen; 
a'Qa(i'6vat' fiavxa^siv (Hes.). — *ksfi-o Ruhe, Aufhören (Skr. nä 
= vri, v(o): vuj-X€jLi-€C Adv. (eig. Neutr. eines A(^j. *v(okstifjg) 
unablässig, unaufhörlich, in Einem fort (Hom. stets vcoksfjiig cctt^ 
ohne «5/ nur IL 14. 58), vooiUfii-wg id.; fest, (übertr.) standhaft*) 
(ausser Hom. nur einzeln bei spät. Dichtern). 

la^ la-8^). — Skr. lash Begehren, Verlangen haben; las 
spielen, sich vergnügen, sich der Freude hingeben (PW. VI. 521 f.). 

XcL — Xä-^upö-c lüstern, keck, schnippisch {pt &Qxaloi tov 
irafMV xal ivaidrj^ ot vvv xov ircl'iccQi.v reo ovofuert ötifiatvovöiv Phrjn. 
291), Adv. Xttfivgd-teQov (Xen. Conv. 8. 24). — (kt-Xa-v) Xi-ä-v, 
ion. ep. Xi-r|-v, gewaltig, sehr, allzusehr (statt des späteren ayav)] 
seltener: sehr, stark; nal Utjv (= xcrJ fuika) und gewiss, und 
allerdings, ja gewiss^) (klriv 42mal bei Hom., 32mal i und lOmal 
4, bei den folgenden Dichtem f; a erst bei sehr späten Dichtem). 
— Xa-l: Xai* iitl t% alaxQov^lag (Hes.); (kai-KO-g) \a\Ka-liJJ 
(Aristoph.), Attixa-ö) (Hes.) huren, kuina-a-n^-g m. Hurer, fem. kaiwi- 
a-XQ-uc^ kmK'ci-g (-a^-og); Xai-b-pÖ-C = kafivQog (d'QaOvg Hes.). 

Xa-c. — (kaa-o)) Xd-uj wollen (dorisch) (nur erhalten: A«, 
k^g^ k^j Plur. kci'^egj k^-vri Aristoph. und Part, rw kcjvn Epich.); 
kä-ad'ar Ttat^etv, kd-a^co* xkeva^irco (Hes.); Xäc-in = noQvrj (Hes.); 
XacT-aupo-c (tilvaiöog Theop.), kaar-gi-g m. id. (E. M. 159. 30). — 
{ki-kaa-jo'^t) Xi-Xa-io-juai heftig begehren, streben, verlangen, 

V an i& ok, etym. Wörterbuch. 40 



- 770 — 

wünschen, sich sehnen (Hom., Hes. Sc. 113 und sp. Dicht.); dazu 
ep. Perf. (ke-h-Xfi-fuet) ks-kt-ti-fiaL {k geschwunden zur Vermeidung 
des Lambdakismus) (Hom. nur Part. kekirj'fiivO'g strebend, begierig, 
eifrig, ungestüm, Plusqu. ke-kltj-to Orph. Arg. 1259. Ap. Bb. 3. 
1158). — (kaa =) Xä: Aä-i-c (-Id-og) f. Name zweier berühmter 
Hetftren in Korinth; Xa-jnaxo-c kam'pfbegierig (Hes.), Aufioxog 
Sohn des Xenophanes, Feldherr im peloponn. Kriege; Xä-p6-c lecker; 
wünschenswerth = angenehm, wohlschmeckend, labend (Comp. 
kago-rego-g Simon. 48, Superl. kago-xato-g Od. 2. 250). — (iirtf =) 
\r\: Ar|-T-üü (Gen. -ov?, Voc. -ot) f. = Geliebte (des Himmels- 
gottes), Leto, Latona, Tochter des Titanen Koeos und der Pböbe, 
Mutter des ApoUon und der Artemis von Zeus'). — (ii^-xo-^) Xt]- 
K^-Uj s=r kuvKa^fo {nctlism^ nkriaiaaai Phot.), k^jx-akio-g hurerisch 
(Luc. Lex. 12). — (kaa-xt^ hj-n) Xfi-ci-c f. (ßovkriötg Hes.). — (kac- 
Iiuxt) Xfl-^a(T) n. Wille, Begehren, heftige Gemüthsbewegung, Ent- 
schlossenheit, Muth, ki]^ccr4a-g willenskräftig (Lex.), ktifuexia-a den 
Muth zeigen wollen^) (Ar. Ran. 494), ktiftcer-o-w Muth machen 
(Hes.). — (krj = ks) keJ^o^o Xe-ujpTÖ-c m. Frevler «= der nach 
seinem Belieben handelt (im Ggs. zur d'ifug oder ölxrf), vgl. Acoi^ 
xad^ifiiaxa (Archil. 6), ixöixcitoccoi xal kscDgyoxatoi (Ael. b. a. 16. 5); 
kaoQyog' avociog (Hes.). 

la-s. 

Q^s) liir urspr. die heimatliche Wohnstätte, Wohnung, Hans 
als Ort des Begehrens, des Behagens, der Lust (vgl. ad larem 
suum rcverti Oic. Att. IG. 4 u. s. w.); Lar (Lär^is) Schutzgott des 
Hauses; meist PI. Lär-es (alt Las-cs, Carm. fr. Ai-v. cl. Varr. 
1. 1. 6. 1. 51, Lasibus Fest. p. 264) die Laren, Schutzgötter, Lar- 
äli-a n. PI. Fest der Laren (Fest. p. 253), lar-äriu-m n. Capelle 
der Hausgötter (Lamprid.); Lär-a, (^iMr-an^ vgl. etrusk. Lar-an^ 
Lal-at\) Lär-un-da f. Mutter der Laren; /.(ir, Lars (t-is) etrusk. 
«Vorname der Könige Porsenna und Tolumnius; dann aus Etrurien 
nach Rom (Lars Tohwmhis Liv. 4. 58. 7, Lar Herminius Dion.); 
davon der Geschlechtsname: Larf-ii (seit Porsenna's Zeit in Rom)^). 
— (* laS'Cii-s) laS(*-I VU-s (vgl. frsiu-s fesf-lm-s) muth willig, schäcker- 
haft, ausgelassen, übermttthig, zügellos, unzüchtig, Adv. lasdv-e 
(t-/(r), Demin. la.^clt^lu-s^ lasciv-ia f. Muthwille u. s. w., lascin- 
tä-s f. id. (Firmle. Cael.); {*Iascivi-s) lascivl-re muth willig sein 
u. s. w., lascifl-humbi-s = lascivus (Plaut. Stich. 2. 1. 16). 

1) F. W. 162. KU f. 1005; KZ. XIX. 247 ff. XXII. 375 f. — C. V. 
I. 173. 4): „Die Ansicht Fick's hat viel anaprochendes" (möglicherweise 
^ga-ftai für igccv-fiai). Vgl. noch 11. 368. 5). — Ueber die Stämme iga^ 
igaa vgl. Leskien St. 11.^ 114. 8). -- Brugman St. IV. 173. 12): iga-fag; 
igoD't (vgl. dvdQO-ßgmty a-yvcoi, u-7tt<6ty ki^o-9'vr]T). — Kuhn-Ebel KZ. 
VI. 59: tgaa-J-OT, igccc-ot. ~ Zu W. rar wählen, lieber wollen: B. Gl. 
3431». Schweizer KZ. 111. 372 (Subj^t. igag n. = Skr. *varas). Seh. W 
8. V. 2) Fick KZ. 1. c. — :{) B. Gl. 37b. 318b. - C. E. 325. — F. \\ 



- 771 — 

166. 388; KZ. 1. c. — Lottner KZ. VII. 20. ~ Savclnborg KZ. XVT. 62: 
du = tq: i^'Qifiag. - Kissling KZ. XVII. 197: TJgefi-ag, ag Abi. = urspr. 
-at. — Eigenthümlich deutet Seh. W. s. v.r igrjfiog eigentlich ausgeleert, 
verödet von iguto {(alva)?) ausgiesscn, auswerfen, ausleeren {i^-, avv- 
fgam). — 4) F. W. 1. c. — L. Meyer KZ. VI. 19 f. — Clemm St. VIII. 
89: si quidetn cum adverhio rjgiiia cohaeret nondum explicaUi cd vocali, 
a vrj negativo incipit. — C. E. 326: „Das o) befremdet". — Anders 
Duntzer in Höfer's Zeitscbr. II. 111 und KZ. XII. 25: *6Xsfi6g Verderben 
(vgl. ccvffiogy ovlafiog, yiodlffiog) = nicht zu verderben, unvergänglich. 
Aehnlich Faesi zu Od. 4. 288: vielleicht eigentl. unvertilgbar, nicht zu 
vertreiben, unvergänglich {olco). — Dagegen Nitzsch zu Od. 9. 435: olica^ 
verwandt mit alolloD, umtreiben, regen, bewegen, also eig. „fest, ohne 
Wanken". — 5) B. Gl. 332b. — Brugman St. IV. 102. — Clemm St. 
III. 323. — C. E. 363; C. V. I. 210. 5). 298. 12). — F. W. 175. 487. 
1066; F. Spr. 219. 363. — Fritzsche St. VI. 326. — Kuhn KZ. II. 268. 
— 6) Vgl. noch Kissling KZ. XVII. 223. Seh. W. s. v. — 7) Schweizer 
KZ.. IL 68 (vgl. Skr. rati voluptas, amor: Arftta = mati: firjrig). — Anders 
Döderlein n. 97: dldad-ai, aXrirrjg „die Irrende". — Eigenthümlich Pott 
KZ. IX. 210: AriT<Dy Latana wahrsch. „Nacht", welche aus ihrem Schoosse 
die beiden grossen Hauptlichter des Himmels gebiert. Das Hesse fast 
auf Herleitung von einer Parallele zu lat. lata (die weite) rathen, sei es 
nun „die weite Oede der Nacht", die Alles ohne Begrenzung erscheinen 
lässt (vgl. svgvKocoaa als Epitheton von ihr), oder „der weite, unendliche 
Weltraum" überhaupt. Doch warum stlata? — 8) Ueber die Verba 
desiderativa auf dto vgl. Kock zu Arist. Equ. 61 {aißvXXiav, nangäv, 
nXavöidv Aristoph. ; tofiav, d'avatdv^ atgazriyiäv, Xovtidv u. s. w.). — 
9) Corssen I. 229. IL 309. B. 127. N. 145; KZ. IL 13. — Grassmann 
KZ. XVI. 173 f. — Anders B. Gl. 353b: vas haJbitare; cum l pro v: 
Loses, Lares. 



5) RA tönen. — Skr. rä (rai) bellen, anbeUen (PW. VL 304). 

ra^). 

ra. — (Skr. rorja-ti er bellt) ^d-Ciu vom Hundelaut: knurren, 
bellen (ßd^stv' rgaysiv. xvgCoDg inl rwv xvvcSv [etwa „knabbern"], 
fufiijuxco^ inl Tov i]%ov Hes.); d-pd^Iui id. (Poll. 5. 86), d^^dZu) 
(AeL h. a. 5. 51) 2). 

la, — Xd-po-c {laru.^ Linn.) m. Möve (Hom. nur Od. 5. 51; 
vgl. Skr. ra-lä f. ein bestimmter Vogel PW. VI. 284; böhm. racekY\ 
XaQo-Blör^g mövenartig (SchoL Lykophr. 76). — Xfi-po-c m. Ge- 
schwätz, albernes G., Possen, Irjgi-oi schwatzen, albern reden {hjg- 
aivfü Sp.), lfjQrj'<Si-g f. = kiJQog^ kr^Qlj'fux(^;) n. id.; kfjQ-cidtjg schwatz- 
haft, läppisch. — Xal-BLv' q>Myys<S^ai Hes.; (loi-a^ koi^j-a^ loiSj-a^ 
koid'o) Xoib-0-po-c scheltend, schimpfend, lästernd*), koidog-iTio-g 
id. (Schol. Heph. p. 81), koidog-la f. das Schelten u. s. w.; Xotöogi-G} 
schelten u. s. w., Xoi8oQi]-X'LY,6-g schmäh-, zank-sttchtig (Arist. eth.), 
XoiöoQYi-ai-g f., loidoQrj-a-ii6-g m. (Ar. Ran. 757), kotöogri-fiayr) n. 
= lotSogla^ Demin. XoiöoQrj(juix-to-v n. (Ar. fr. 64); loiSog-i-C-rr.'g 
m. der Schmähende (Hes.). 

la -^- la^), — Xd-Xo-c geschwätzig, plauderhaft (Comp. Sup. 
Xal-la-rego-g ^ -tcno-g), poet. XdX-io-g^ XaX-io-g (Arkad. p. 41. 3), 

49* 



— 772 — 

lakö-ti-s (Euen. 13); Mko-g Mannstmine (Qu. Sm. II, 90), Inlij 
(Luc. LeK. 14), Xaliä t. Geschwätz, ScIinatxliLifUgkeit; lEede, ()«■ 
sprach (Sp.)i XaX^-iu schwatzen, viel reden; (poet.) epreclien; (tooi 
Kinde) lallea (von Instrumenten: avi^ Theokr. 30. '29; äagm 
Mosch. 3.. 113; vom Wiederhall D. cäss. 74. 21); le,lj,-i6-s der 
sprechen kann (fwov Eust.), laktj-T-ixö-g schwatzhaft (Ar, Eqii. 1381), 
Xöijj-ai-g f., Xülti'iuc(y) Q. Geschwftt«, luXij-r^-g m. in: avXitißo-mWftr 
ktiltj-T^-S ein sjlbenklaubender SchwUtzer (Athen. 4. p, 162A)'\ 
lalf}-te-i-g (id-os) f. Schwätzerin, kühj-^go-s = lo'ioe') {Jiälog m1 
Sti lov kaXtiv xaxov^yäv B. Ä. 50). — In -\- l[a]: (Xa-l-ja) XdXX)} 
f. murmelnder Bachkiesel (aC ö' imevc^cv käkkai K[>v<rr<iUai ^ 
ä^vi/a IvdäkXovTO ix ßv9ov Theokr. 22. 39; vgl. lag nttgaÖalai- 
ahvg xdl naQtmoia(äove ^g>ovg Hes.). — {kal-m) kttl-ay: XöX-oE 
(ay-og) m. Schwätzer, Schreier; der quakende grllne WasserfroBcli 
(käieyte ' xlmQol ßaiQa'j^ot negi roiig klftvitg , ovg ivioi Kffi^ifott 
Hes.), Jittkuy'ij t = küktjaig, Aakuy^ f. Fraaenname ") ( Arcad. 
105. 7; vgl. liitice riticntfm Lalugen aniuho, iltiler loipicntem Hof. 
c. 1. 22. 23); (kalay-jto) \a\6lai (von den plKtschernden Well«. 
(iTlS' mati KÜfia növTiov läkaiB Anakr. IV. 90 B.^), käkatf ßöm. 
Itikäiavxtg' ßtnjuavug (Hes.)"); XaXayi-ta ^ XaXiai, ilaiajTj-nj-y mi 
Schwätzer {fiarcuoXäyog HeB.), XaXäyii-^(T) n. Gescbwätn (von 
Pauke DioBU, 11). 

la, ata, alala (Halloh, Hurrah; Interj. des Ausrufs; mjt 
Anklang an la tönen)'"): CiXaXä Ausruf der KfimpFenden, Schlftdit' 
geechrei (auch ausserhalb der kriegerischen Sphäre; vgl. «iUnUt 
Ar. Av. 952, akakai, 0] reaiwy ib 1. 1763. Ly». 1291); (Ubei-tr.) der 
Kampf selbst (Find.); Jauchzen (Trag.); äXaXii-tÖ-g m. K&mpfv 
Sieges-, W eh-ge schrei , aXaXij-rv-s f. id.; äkaXmä- jE&ofvßiifJpai 
(lies.). — dXaXa-T-n f- Kriegsgeachrei, Jauchzen (Trag.), (üLuluy^^' 
äkstkäita das Kr. erheben [vIkijv äXixXälat Soph. Ant. 133 den Sitf 
jubelnd verküitden; iXttXäioiiai Eur. Bakch. 585); auch vom KUg»^ 
Angst-geschrei; (aXaXay-T-to-g) äXaXä^io-g Bein, des Mars, dem du 
Kr. ertfint (Cornut n. d. 21), akakay-fW-^ m., aXäkay-fut(r') IL -^ 
ttXttXay^. — i\iXtü, IktXtktv (Ar. Äv. 304) = äXfXä; ^eXiZuj — 
äXaXäiio (tw 'EwaXla dem Schlachte ugotte Xen. An. 1. 8. 18)">, 

ra-k (europäisch); iB-k (grakoitalisch) '*). 

rak. — Schallverba (C. E. 511): (ßon-jo) fdccUJ (Prta. ersl 
Dien. Haltk. 8. 18 ov^^öjxovai,) , int-^^äeaa zuschlagen (in-i^^cifft 
App. b. c. 2. 59, ijtt^^iada Soph. 0. K. 1503, iTti^^x&ÜVM IX 
Hai. 8. 18). — f»*!«!!) stampfen {^'^aaovrcg äfiuffty 11. 18. 571, «gi' 
tÖ niSov, simul tttTam 2iifsimles h. Ap. Ölti, vgl. Ap. Rh. 539; 
ntiov ^'joamai nüätaaiv); d-päccuj (poet.j achlagen, klopfen, sto&SM 
(Homer: ä^aaOiv schlug zusammen Od. 5. 248, aiiv ä' öati' igäJ9^ 
ibd. 426, ai'i' r' 0«^ lipftSw 11. 23. 673; tiQniS6«S)tov önkttig j9itm 
Pind. P. 4, 226). 



— 773 — 

lak. — (Xcm-ax-oi) Xd-CK-U) tönen, schreien, iSrmen; ertönen 
lassen, laut reden, verkünden; (von Dingen) dröhnen, krachen, knacken 
(Aor. i-Xcrx-o-v Hom. 3. P. ilax-6, Med. Xe-Xax-o-vro h. Merc. 145; 
Perf. ki-Xan-a^ Hom. lelax-via mit Präsensbed.; att. Dichter Ai- 
Aäx-a, ion. Ai-Aijx-or, Hom. Ae-Aijx-cog; Stamm Xans: Fut. XccKi]'Co(jLai 
Ar. Pax 381. 384; Aor. i-Xanri-aa Aesch. Ag. 868. Arist. Ach. 
1046, auch N. T.); Nebenf. Xtik-c-uü (in: iTt-s-Xjjxe-ov nur Od. 8. 
379 klatschten dazu tactmässig); dor. A«jc-f-ö> (jag avxoc Xaxei (Uya 
KcmnvqlcctCa Theokr. 2. 24; ÖLct-XctuiCd-aa Arist. Nub. 410); Xqk- 
äZuj = Aaxico (avsiv^ Aaxafftv Aesch. Sept. 186 D.; Tv^e xal Aa- 
xaf£ xaJ xcrAft ^eovg id. Suppl. 872 D.); XatU-ta-g (xixu^ die tönende 
Cicade Ael. h. a. 10. 44); Xccxri-ai-g f. (xXayyiiog Hes.); Xccn-eQo-g 
lärmend, geschwätzig; bellend, krächzend. — [^Aaxf^-vyi^'^^), XaxeQ- 
vy-io-g] XaKcp-uZo-c = Aax£^o^, davon nur fem. XaxiQvia (so 
accent., Arcad. 96. 13) (XaKigv^a nogcivri Arist. Av. 609; dazu: 
1^ (uydXa KQcc^ovCa Phot. ; KQccxxQia^ XoCöogog^ q)XvaQog^ fuya x^a- 
iovCcc KOQcivi] Hes.; vgl. Lobeck: XaxiQvtcc epiiheion canis et cornicis 
a verho Xar^itv occulio quodam iramiic dcducium opinor); Xanegvita 
lärmen, Geschrei machen (XoyoTtoutc^ai^ XoiöoQsto^av Phot. Hes.). 
— XäKeSdv (Sov-og) dor. f. Stimme (Timon bei Sext. Emp. adv. 
eth. 171); Ai/xij-fia(r) n. Geräusch (Epikur. bei Kleomed. 2. l). 

X€T (x zu y). — ?-X€Y-o-c m. Klageweise, Klagegesang (Eur. 
Iph. T. 146. Hei. 185, nicht bei Ae&ch. Soph., bei Arist oph. nur Av. 
218); iX€T-€(F)-ia f. Elegie, jedes in Distichen (iv iXeyslotg) ge- 
schriebene Gedicht, ohne Rücksicht auf den Inhalt („die kriege- 
rische Elegie ermahnt zum tapferen Kampfe, die politische fordert 
zu politischem Handeln auf, die sympotische empfiehlt den hohen 
Genuss des Mahles, die erotische den der Liebe, die gnomische 
legt Lebensregeln und Tugenden an's Herz")^*); iXEysto-g zur Elegie 
geh., iXayeto-v n. (eig. Adj., erg. fiirgov) die Verbindung eines 
Hexameters mit einem Pentameter, ein Distichon, als Versart der 
Elegie {i^afiixQov ngog jtevraiiSTQov noivtovla Hephaest.), PI. mehrere 
zu einem Ganzen verbundene Disticha, daher = iXeyeUi f., = iXsyog 
m.; tiberh. poetische Inschrift (Dem. 59. 98), iXayeia-Tio-g elegisch; 
iXsy-alvcDj -elvm (Suid.)* fuxvijvai^ naqciq>qovHv E. M. (vgl. nhd. 
rasen zu ras), 

XiT. — XiY-O-c, A/y-fMJf, Xiy-v hell-, laut-tönend, -klingend, 
-singend*^), Adv. Atyi-cog, Xlya (Hom. und spät. Dicht.); Xly-Eio-g^ 
ion. Xiy-rfio-g (Sp.) id.; Xtyv-a-^uiix) n. das helle Tönen u. s. w. 
(Sp.); XiTU-pÖ-C = Xiyvg^ XtyvQ-l^ta hell singen (w^ifv Luc. Lex. 2); 
Uy-to (ifivcS E. M. p. 565. 11); {Xiy'j(o) A/fco; A/yyw, dazu Xi^Ee 
ßtog ertönte, erklang ^^) [nur IL 4. 125, vgl. sonat iina fatifer 
arcus Verg. A. 9. 631; dazu Nikand. indC^oviag oicxovg Herodian. 
ed. Lentz IL 802]; (Xiy-av-j(o) XiTCiivui hell schreien, durchdringend 
rufen, hell tönen (Hom.: nur xij^vxeg d' iXlyaivov IL 11. 685). — 



— 774 — 

Xiyix-i hyv-aoLÖog hell singend, Xiyv-rjxrjg hell tönend, hyv-%i}oxo; 
laut rauschend u. s. w.; kiyvQO-qxovog mit heller Stimme (Sp.). 

ra-t^^. — Skr. raf (Inf) heulen, brüllen, schreien, krächzen, 
laut wehklagen; rauschen, rauschend reden u. s. w. (PW. VI. 
241. 491). 

lat, — Xdr-aE (ay-og) f. Geklatsch, Geräusch (Phot), üaroy-rj 
f. id., XcerdaacD ^ kccrayi-oa ein Geräusch hervorbringen (vfufg ii 
tatag äea^s (iri Xccrccyetv rovg xorraßovg Luc. Lex. 3); (Xcct-qo) Xaipa- 
2IeiV, (Xcetga-J^o) Xarga-ßd^siv^ 'ßl^iiv schwatzen {ßaQßagi^a) Hes.). 

ra-n*'). — Skr. ran (ran) klingen, tönen (PW. VL 264). 

Xiv-o-c m. Lied, Klagelied, Trauergesang, urspr. wohl nur 
bei gewissen Cultusfeierlichkeiten gesungen, das dann in's Volk 
tiberging und als Volkslied gang und gäbe wurde (Xlvov d^ vxi 
xaXov audev II. 18. 570); ^i/i/o-g; at-Xivo-c (vgL Weh-Klage), 
Subst. m. Klagelied (Trag.); Adj. jammernd, kläglich; oIt6-Xivo-c 
ra. Todtenklage, Gesang vom Tode des Linos (Paus. 9. 29. 8)**). 

ra-p ^^)« — Skr. rap schwatzen, flüstern; lap id.; web- 
klagen; caus. zum Reden veranlassen (PW. VL 266. 494). 

lap, — St. o-Xo(p-v: 6X09-U-C m. (or^Tog, IXeog^ 9^vog Hes.); 
6Xoq>V'dv6-g wehklagend, jammernd, kläglich (Hom. und sp. Dicht)**); 
(dXoq>V'Qo; 6Xoq)VQ-jo-fiat) öXo9upo-)Liai klagen, wehklagen, jam- 
mern, trans. beklagen, bejammern, beweinen, bemitleiden^*) (Fnt 
6Xoq)VQOVfiai^ Hom. Aor. 6Xoq)VQd-^riv), oXofpvg-r-iKO-g klagend, kUg- 
lich, dXoq>vQ-fi6-g m., oX6q)VQ-ai-g f. das Klagen u. s. w. 

ra-bh^^). — Skr. ramhh, lamhh brüllen; upa-ramhh mit 
Schall erfüllen, erschallen lassen (PW. VL 281. 511). 

paß. — ct-paß-o-c m. Gerassel, Geklapper (nur 11. 10, 375 
odovxcot'), ciQaßi-(o (poet.) rasseln, klirren (Od. nur 24. 525); klap- 
pern (ciQaßtjCav döovtsg Theokr. 22. 126); dpäß-aE (ax-og) m. 
Lärmer, Tänzer; dazu (^aßaK-j(o) agaßdööco^ gaßdaa^o lärmen, stam- 
pfen (Lex.) (vgl. niederd. rabastern); 'Aß^aßa-To-c CA^Qißaio-; 
Thuk. 4. 70. 83) [= agt-gaßato-g oder agt-agaßato-g] der ältesU 
ist ein Lynkestenfürst und Sohn des BQo^uQog^^). 

ra-S^'*). — Skr. ras brüllen, wiehern, heulen, schreien, 
(IriJhnen, ertönen; ras beulen, schreien; las erschallen, ertönen 
(PW. VL 289. 339. 522). 

Xac. — Xdc-9r| f. LUsterun«,', Schmähung, Spott (Her. 6. 67»; 
(Xaa^-av-j(o) XacGaivui lästern, schmähen, spotten (Lex.). 

ra. 

raL — (*rai'rc) ill-rl-re (vgl. ais-iumo, aes-tuma-re, ex-is- 
tuma-re pag. 89) anknurren, in-ri-tu-s (füs) m. das Anknurren, 
Knurren; * in-ri-tu-s (depon. Bedeutung oder r'ire = aufhetzen) 
(m-)ir-rl-tä-re anhetzen, anreizen, antreiben, bewegen**), 'Part 
irritä-tu-s aufgereizt u. s. w. (Adv. -Uns Amm.), irrit€hti-ö(n) f. 



— 775 — 

(Abi. irrUä4ü m« PauL sent. 1. 11. 3) Anreizung u. s. w., irritä-ior 
m., 4rix f. Anreizer, -in (Sen., Viilg.), irritä-num (min-is)^ -mentti-m 
n. Reizmittel, irritä-hUi-s reizbar (leicht reizend, Lactant), irrita- 
büi-tä-s f. Reizbarkeit (App. dogm. Fiat.). 

la -{- la*). — lallU'S m., -m n. das Ti-fiUem (Auson. ep. 
16. 91), lällä-re lallen, lal^la singen, trällern. 

ra-k^«> 

rak, — (rac-na) rft-na f. (Schreier) Frosch*^*) (räpia marina 
ein Fisch, der einige Aehnlichkeit mit einem Frosch hat; jetzt 
Lonchus piscaiorius; Cic. n. d. 2. 49. 125); Demin. rami-la f., 
ran-ufhCtUu-s m. (vgl. av-un-cutu-s pag. 67); Heilkraut, Hahnen- 
fuss (sonst hatrachion, Plin. 25. 13. 109). — (^ra-n-cu-s) rancä-rc, 
raccä-re brüllen (vom Tiger); ric-täre brüllen (vom Leoparden). 

lak. — ISqu-l sprechen^^ (loquier Naev. ap. Gell. 1. 24; 
act. tu, (jui potes loquere, non loquis Petron. 46); Part, hcn-ta-s, 
Demin. {*locütihIU'S) locuiul-cu-s schwatzhaft (Alcim. 5. 160), -^ju-s 
m. Schwätzer (GelL 1. 15); Ajt^s Locut-iu-s (pag. 20); locü-tor 
m. der Redende (App.), Schwätzer (Gell. 1. 15), locü-fi-ö^n) f. das 
Reden, die Rede, (speciell) Redensart, (übertr.) Aussprache {qtiid tarn 
necessarmm quam recta locufio? Quint. 1. 6. 20); Abi. locü-tü m. 
(soluio, App. flor.); hqu£nt-ia f. Redefertigkeit (Plin. ep. 5. 20); 
e-loquentia f. Beredtsamkeit, Wohlredenheit; Frequ. loqui-iäre (Plaut. 
Bacch. 4. 7. 5); loqu-ax (ac-is) redselig, geschwätzig (Adv. loquaci- 
t€r)j Demin. logtiäc-tUu-s (Lucr. 4. 1162), loquaci-iäs {täti-s) f. Ge- 
schwätzigkeit; loqu-ela (vgL suad-ela) f. das Reden, die Rede; 
(übertr.) Wort, Sprache, loqnel-äri'S zur Rede geh. (pracpositioncs l. 
die untrennbaren: 5C-, rc- u. s. w., vgl. am pracpositio loquelaris 
significat ckcum Paul. D. p. 4); e-loqti-iu-m n. in der Kaiserzeit 
=a eloguentia; Mittheilung (Sp.); veri-loquium n. = das Wahr- 
heitreden, Etymologie, vgl. pag. 74 {multa eüam ex notaiionc sumun- 
tur. Ea est autem^ quum ex vi notninis argumentum clicitur; quam 
Graeci itvfioloytav vocant, id est^ verhitn ex verho^ verUoquium: 
no8 atUem nopitutem verbi non satis apti fugientcs genus hoc nota- 
tionem appeUamtis, quia sunt verha rerum nofac^ Cic. top. 8. 35). 
— lOC-US-ta (vgl. ang-us-tu-s, aug-us-tu-s; locusta Juvenc. in Matth. 
3. 1. 339) f. Heuschrecke*^) (ein Meerkrebs Plin. 9. 30. 50); I.o- 
custa Giftmischerin zur Zeit des Claudius uud Nero, dessen Hel- 
ferin sie war (Tac. a. 12, 66. 13, 15), von Galba getödtet. 

lag. — ö-lög-iu-m (vgl. vicies, viginii u. s. w. pag. 338, 
dak digüus pag. 335 u. s. w.) n. Ausspinich, Lobspruch (franz. 
eloffe)f Denkspruch, Sentenz, Inschrift; der richterl. Ausspruch, 
Protokoll*^), elogiä-re kurz beschreiben (Cael. Aur. tard.). 

lat. — (lat-tu-s) les-SU-s (vgl. fat-tu-s, fcs-su-s pag. 238) 
[neben Nom, lessu-s und Acc. lessu-m kommen andere Casus nicht 



vorj m. Geheul, Wehklage, Todtenklage (Icssum quasi lugiihrcm 
(julalionemy uf vox ipsa significat), — (^lat-^o) lat-rÄ-re bellen, 
anbellen; schelten, schreien; (übertr.) rauschen; Jairä-tu-s (tü-s) m. 
(las Bellen n. s. w., latvä-tor m. Beller, Schreier, Rabulist, lafrä- 
bili-s bellend^). 

ra-p*^). 

lap. — lÄ-meu-tu-m (nur PL) n. Wehklagen, Jammern, 
klägliches Geschrei^*), lamcn-tac f. id. (Paciiv. ap. Non, p. 132. 38), 
lamcntä-ri {-re) wehklagen, jammern, lamcntä-tor {pqrivrivrig Gloss. 
l^hil.), lamentä-tria: (in der Tmesis: lanien color fatricl muM^ lacri- 
mis sc faUis lavitat, Pomp. ap. Sulp. Pis. ap. Mer. ad Enn. fr. 
p. 308\ 1amcnfä-ti-ö{7i) f. = lametüum; lament-ärm-s Klagen er- 
regend ' (Plaut. Capt. 1. 1. 28). 

1) C. E. 642. — F. W. 167. 175. 393. 486. 1066; F. Spr. 214. — 
Froehde KZ. XXII. 645 ff. — 2) C. V. I. 322. 48). 323. 59). — 3) Anders 
Savelsberg Dig. p. 30: XaF rauben, laf-qo-g. — 4) C. E. 642: „möglicher- 
weise. Doch verkenne ich nicht, dass Schwierigkeiten übrig bleiben". 

— H. Weber KZ. X. 245: *Xf{-(o, *Uid'(o, loiö-oQ-o-g. — Anders Pott 
II.» 164: nind tadeln; Walter KZ. XII. 383*): laed-ere, loidogtCv (welche 
beide Erklärungen C. E. 1. c. „unbefriedigend'* nennt). — 5) C. E. 523, 

— Fick 1. c. (Anni. 1). — Fritzsche St. VI. 286. 337. — Osthoff St VIII. 
462 ff. — B. Gl. 330 b: lap loqui; per redupJ., abjecta radicis litterä 
finah. — 6) G. Meyer St. V. 113. — 7) Vgl. Bugge KZ. XX. 144: Suffix 
-tra; Skr. göhü-tra laut rufend , j>ari-fra reinigend, Xalri-^QO-g. — 8) Pott 
KZ. VIII. 427: „Geschwätz", nämlich verliebtes; liebesgekose als das 
Umgekehrte von einer anderen Hf-tftre Ziy^. — 9) C. V. I. 324. 69). — 

10) F. Spr. 1. c. (^Anm. 1). — Fritzsche St. VI. 287 f.: ar-ar-ä, indogerm. 
llurrah, Halloh. Vgl. noch Benfey KZ. IX. 126; C. V. I. 324. 337. — 

11) Vgl. Pott KZ. IX. 180: 'ElFXevg Beiname des Apollo (Macrob. 1. 17). 
Warum des Apollo? wüsste ich nicht zu sagen. Begreiflicher ist EU^- 
leti;!ique parcfis vom Bakchus Ov. M. 4. 15 und daraus EMeides Bacchae 
Her. 4. 47. — Froehde KZ. 1. c: iXeliian s zu *; vgl. x^ig z^itog^ idog 
liofiat. -■ 12) Corssen I. 636 f. — C. E. 159. 511. 544; KZ. III. 168. 
407; C. V. I. 313. 22). 315. 44). 316. 52). 389. (Gegen die Zusammen- 
stellung von agdaaca mit Qt',6am Duntzer KZ. XVI. 19*.) — F. Spr. 106. 

— Froehde KZ I. c. — Grassmann KZ. IX. 20. 36V — Miklosich Lex. 
798. — 13) Ueber das Suffix -ry»} = Skr. -mAyi vgl. E. Kuhn KZ. XX. 
80. — 14^ Froehde KZ. 1. c. — Seh. W. 1. c: wahjrsch. eine umnittel- 
l^re Nachahmung des als Refrain bei Klageliedern dienenden Ansmfes 
? f Xiyt. — 16) üeber die unregelm. Betonung li'yeia st. liyeca s. Battm. 
§. 62. Anm. 3 , Thiersch Gramm. §. 201c. — Legerlotx KZ. VIII. 45. 123: 
lif-Sag o-g liy-vQ-o-g. — Xiya deutet Kissling KZ. XVII. 200: liy-gj^-a; 
dagegen spricht Fritsch St. VI. 109 ff.: *Xty-va 1/y-a, vgL ^ray-v-ttfro-ff 
= tax tcrog. — 16) Vgl. C. V. I. 320 30>. — 17) Froehde KZ. 1. c. — 
1S> Ueber die Beschaffenheit dieses Gesanges, sowie über den in ihm 
besungenen Lines siehe S. W. s. v. — Seh. W. s. v.: „eine AUegorie 
des blühenden Jahres, die man in dem Linosgesange feierte; später als 
Sohn der Muse Urania und als Sünger genannt". ar-2«vo$ dentet Preller 
criech. Mvtb. 1. 361 und Faesi zu II 18. 570 aus dem helnräiBchttn (wehe 
nns\ — Vcl. noch Pott KZ. IX. 418. — 19^ F. W. 165; F. Spr. 217. — 
Froehde KZ. L c. — 20> Ueber -dro (=- >o) vgl. C. E. 636. — Dmiiier 
KZ. XIV. 213 : Suffixe rd + r. — 21^ Vgl C. E. 596. — 22) F. W. 166; 



— 777 — 

KZ. XXII. 222. — Froehde KZ. 1. c. („doch kann ß auch aus n oder y 
entstanden sein"). — Vgl. C. E. 459. — 23) Fick KZ. (Anm. 22). — 
24) F. W. 392; F. Spr. 214. 360 (W.: lasdha oder lastha; dagegen Spr.: 
lasta; ^ scheint phonetisch für t). — Zu las (pag. 769): C. E. 363 („auch 
wohl**), Düntzer KZ. XII. 13. — 25) Aufrecht KZ. IX. 233. — 26) Vgl. 
Corssen I. 636. Pictet KZ. VI. 183. — 27) B. Gl. 330b: lap, mutato p 
in qu. — Brugman St. VII. 288. 6): krak, lan-eQog^ loquor, rekq, — 
28) Düntzer KZ. XVII. 276. — 29) C. E. 362. — Düntzer KZ. XVII. 
275 ff. — F. W. 489: rag sammeln, lesen; Ausspruch, Sentenz. — 
30) Vgl. Lottner KZ. V. 399. VII. 20. L. Meyer KZ. VIII. 276. — B. 
Gl. 338a: vakträ 08, vuUus; fortasse latrare e vactrarc. — Corssen B. 
•24. 371. 378: Nominalstamm Ja-tro oder -tra (vgl. ros-tru-m, mulc-tra) 
Werkzeug znm Bellen, bellendes Ding; davon la-tr-are (vgl. manstrum, 
fftonstfi^re) die Thätigkeit des bellenden Wesens ^ bellen. — 31) Froehde 
1. c: „ebenso gut zu rä oder rak^'. — B. Gl. 139a: dev queri, lamen- 
tari; fortassc e dai-mentutu, mutato d in l; dagegen 330b: lap loqüi. — 
Zu rä: Lottner KZ. VII. 20. — Zu lak: Ebel KZ. IV. 320 (statt laci- 
mentum, wie lu-men st. luci-men). — Zu kla (pag. 143): Corssen B. 2; 
KZ. V. 97. Goetze St. Ib. 173. Pauli KZ. XVIII. 23. — Zu kXqF 
(pag. 175): Curtius KZ. IL 400. Pott E. F. II. 200 (dagegen Corssen 
1. c: „man hätte [c]7aw-mfw<w-m erwartet"). 



1) RAG recken, richten. — Skr. arg 1) sich strecken, 
ausgreifen (im Laufe, vgl. oQii.cet l(ov)'^ 2) erstreben, verlangen 
nach (PW. I. 428). 

^€T. — ö-p^T"^ recken, strecken; reichen, darreichen, geben; 
Med. sich strecken, wonach reichen, langen; in Prosa: verlangen, 
streben (Fut. o^i^o, Aor. ai^c^or; Perf. o^-co^^fy-ftofi, 3. P. PI. oq- 
to^ix-arai II. 16. 384, Plusqn. 6Q'(OQi%-cao IL 11. 26; Aor. Pass. 
dQix-&ti-y)'^ Nbf. 6-p€Y-vü-)LAi (nur xsiQag oQey-vv-g IL 1, 351. 22, 
37); ö-piT-vd-o-)Liai sich strecken, langen, eireichen (Hes. Eurip. 
Theokr.); ö-p€X-6-^iü = oQiyco (spät. Dicht.)*); Verbaladj, o^fjc- 
to-g aus^, vor-gestreckt (fiekCai IL 2. 543); verlangt, begehrt (Sp.); 
ogexT-iKo-g die Begierde betreffend, sie erregend (Plut. und and. 
Sp.); o^ix-rrj-g m. ein in der Nähe Kämpfender (Eust.), oQSxri-io 
= oQiyofiai (Suid.); i^dQey-xi) oge^i-g f. das Streben, Trachten, 
oQ€7iu-a(o Desid. zu oQiyofiai (Sp.); oQ€y-(icc(T) n. das Ausgestreckte, 
Strecke, Raum, das Ausstrecken; ein Längenmaa^s (tab. Her.). 

^OT. — (St. 6-Qoy-Vj 6-Qoyv-ia) ö-pÖT-u-ia (poet., Pind. P. 
4. 228), d-pY-uia (synkop.), später 6-pT-uid, f. Klafter, der Raum 
zwischen den ausgestreckten Armen; als bestimmtes Längenmaass 
(= 4 m^xeig oder 6 Fuss)*); oQyvai-o-g^ ogyvo-ei-g eine Orgyie 
gross, lang, ogyvio-G) die Hände ausstrecken (mit ausgestreckten 
Händen binden, Lyk. 1077). — ^ot-6-c m. (sikeL) Kornschober, 
Scheune, Getraidemagazin, xaika 6h (erg. aizoßoXia) ^oyovg £L%e- 
Ximai (ovo^aiov (PolL 9. 45). ^oyoi' oQOi Cixi%oi' ötxoßokciveg 
(Hes.)»). 



— 778 — 

reg, — r?g-8re {regst = rcxi) richten, leiten, lenken*); 
Compoöita: -rtgere; {* per-rigere) per-gerc (pcr-rcxi), {* sub-rigcre) 
surgerc (sur-rexi; sortus plebejisch = siirrcciuSy Liv. Andr. nach 
Pest. p. 297 M.); Part, rec-tu-s gerade gerichtet, gerade, aufrecht; 
recht, richtig, gehörig; brav, bieder, redlich; Adv. rede (rccfo ge- 
i*adeä Weges, direct, Dig.)? rec-ior (tor-is) m. Leiter, Lenker, Re- 
gierer, Herrscher (recti-tä-for , Po(;t. ap. Mar. Victor, p. 2551), 
fem. rcc-ty-ix (}c-is)] rec-türa f. Lenkeramt, gerade Beschaflfenheit; 
rec4i-d(n) f. Leitung u. s. w., redi'iü-d'O (tn-is) f. Geradheit, Redlich- 
keit (Hieron., Justin.); reg-t-men ^mtn-is), -nmihi-m (selten) n. Len- 
kung, Leitung u. s.w., rcg-i-Vtli-s lenkbar; regcnd-ärhi-s Staatssecretär 
(Cassiod.). — rgg-i-ö(n) f. Richtung (vgl. Lucr. 2. 240. 269\ 
Gegend, Gebiet; Landschaft, Bereich*) (e rcgionc aus der Rich- 
tung her; dann: in gerader Richtung, Linie, gerade gegen hin, 
gerade gegenüber), region-äll-s die Gegend u. s. w. betreifend, Adv. 
'ter gegend weise, rcgum-ä-U-fn id. — {^con-rcg-o) co-rg-ö mit der 
Richtung = mit Recht, fürwahr, wahrlich {corgo apud antiquos 
pro adverhio quod est profecto ponebaiur, Paul. D. p. 37. 6); 
{*€'reg-o) e-rg-ö {ergo erst im j-ilbernen Zeitalter) aus der Rich- 
tung = aus dem Rechte, aus dem Grunde: daher, deshalb, folg- 
lich, also; {*e-reg'a) ergä aus der Richtung her; dann: in der 
Richtimg auf, gegen hin, gegenüber^). 

reg'^. — (reg-s) rex (reg-is; Gen. PI. reg-er-um Gell. ap. 
Chans. 1. p. 40) m. Leiter, König (vereinigte in sich die Befug- 
nisse des obersten Leiters der Staatsverwaltung, des Oberrichters, 
des Oberfeldherm und des Oberpriesters), bes. der Perserkönig 
(= ßaaikevg)'^ Dem. reg-ülu-s, (libertr.) Königssohn, Prinz; Bienen- 
könig (Varro r. r. 3. 16. 18), Zaunkönig (eine Schlangenart Hieron.); 
Brgnht-s röm. Beiname (bes. M. AUilins 1L)\ {^ rcguhi-hi-s) rcgil- 
lii'S königlich, prächtig (Plaut. Epid. 2. 2. 39); Bcgil-Ju-s (lacits) 
m. =^ Königssee, in Latium; Ecgil-hi-m n. = Königsberg, Stadt 
der Sabiner, Eegill-änu-Sf -cfisi-s = Königsberger; reg-iu-s könig- 
lich {regia als Subst. f. Königsburg, Burg, Palast, königl. Hof, 
kön. Iferrschaft); übertr. prächtig, ausgezeichnet; Adv. regk; reg- 
ali-s zum K. geh., nach Königsart, eines K. würdig, prächtig (als 
Subst. n. -alia Königssitz Sp.), Adv. rcgali-ier; Demin. rcgaU-olu-s 
m. Zaunkönig, Goldhähnchen (Suet. Caes. 81); reg -Ina f. Königin, 
Hvghm-s röm. Bein. (Cic. Att. 10. 12. 1); reg-nu-m n. königl. 
Herrschaft, Herrschaft, Regierung; (übertr.) Besitz, Eigenthum, 
rrgnä-re kr>nigl. Gewalt haben, herrschen, regieren, rcgnä-ior {iör-iit) 
m. Regierer, Herrscher, Regent, regna-trlx f. (Adj.) gebietend, herr- 
schend (Tac. a. 1. 4). — ri^g-ula f. Richt-scheit, -stab, Lineal; 
Stab, Scheit, Schiene; übertr. Richtschnur, Regel ^), regtü-äri-s zur 
Schiene geh. (aes, Plin. 34. 8. 20), Adv. -fcr regebnässig, äti-m 
id.; regulä-re regeln, ordnen (Cael. Aur. tard. 3. 4. G2). 



- 779 - 

rog, — rög-U-8 m. (-w u. Afran. ap. Non. p. 221. 23) das Auf- 
gerichtete = Scheiterhaufen'**), rog-cUirS zum Seh. geh. — rogft-r6 
(Fut rogass'int Cic. de legg. III. §. 9) aufgerichtet machen = an- 
regen, beantragen {popxdum rogarc das Volk anregen, legem rogare 
einen Gesetzvorschlag anregen); daraus: heischen, fordern, bitten; 
fragen (die Frage regt geistig an)^^); rogä-tu-s m. (nur Abi. -tu) 
Bitte, Ansuchen, rogäii-ö{n) f. id.; Bewerbung; Gesetz- Vorschlag, 
-antrag, Bill; Frage; Demin. rogatiun-ciila f.; rogation-cUi-s zum 
Bitten geh. (Alcim.); rogä-for (tör-ts) m. Antragsteller, Stimmen- 
sammler, Frager (Bettler Mart. 10. 5. 4), rogä-wcfiiu-m n. Frage 
(App. dogm.), Frequ. und Intens, rog-i-ta-rc oft oder eifrig fragen, 
eifrig bitten (Ter. Eun. 2. 2. 35), rogi(ä'ti'd{n) f. Antrag, Gesetz- 
vorschlag (Plaut. Cure. 4. 2. 23). 

rtg, — rtg-Cro aufrechtstehend, steif, starr sein, starren 
(rw/- Ennod. 1. cami. 1. H)^^); Part, rige-ns starrend, starr, steif, 
gefühllos; rig^-du-s = rigens; rauh, ungeschmeidig 7 streng, hart, 
wild, Adv. rigide^ rigidi-tä-s (jäti-s) f. Steife, Hürte, rigidä-re steif 
u. 8. w. machen; rlg-or (-Ör-is) m. Starrheit, Härte, Steifheit, Un- 
geschmeidigkeit; Erstarrung; (meton.) die Kälte selbst; {*ngör'U-s) 
rigorä-re steif machen, gerade richten (traduces rigor aÜ Plin. 17. 
23. 35); Inchoat. rige-sc-ere {rig-ui) erstarren, starr u. s. w. werden; 
emporstarren; hart werden, erstarken (Claudian.); rigc-^acere er- 
starren machen (Frontin.). 

B. Gl. 21a. — Cornsen 1. 448 ff. B. 93. N. 169 f. — C. E. 184. — 
F. W. 16. 163. 167. 388. 484; F. Spr. 196. — Kuhn KZ. V. 390. — PW. 
I. c: „arg vgl. optycö, opy»i(?)". — 1^ Vgl. C. V. 1. 161. 14). 261. II. 
343. 346. Fritzßche St. VII. 388. — 2) Vgl. Walter KZ. XI. 431 f. — 
Grassmann ibd. 39: "^-va-ja = ma(?). — 3) Vgl. Meister St. IV. 442. 

— 4) B. Gl. 320 b: rüg splemicre. — 5) Vgl. Walter KZ. XII. 420. — 
6) Corssen 1. c. — Vgl. Wilbrandt KZ. X VI. 238 f. — Anders Klotz W. : 
verwandt mit vergo, hingewandt zu etwas. — 7) Skr. rag walten, herr- 
schen: Fürst, König, überhaupt: (1er Erste sein, gebieten, regieren, lenken; 
rüg Fürst, König (PW. VI. 310. 313). — Bugge St. IV. 362 (urspr. ä 
= e; altir. ri). — Ebel KZ. VI. 217 (got. reiks). — F. W. 167: räga, 
rag König, Herrscher; scheint aus rag = arg „recken und glänzen" 
hervorgegangen zu sein. — Kuhn KZ. VIII. 69 (vielleicht urspr. rdgin, 
vgl. nömin, nttnan, später rUgi, dann reg, ä =» e durch den folgenden 
I -Laut); vgl. Ind. St. I. 332 tf. — Lottner KZ. VII. 26. — G. Meyer 8t. 
V. 66 (reg scheint für regi zu stehen, vgl. regi-cida). — L Meyer KZ. 
V. 374. — Schleicher KZ. VII. 223. 6). — Schweizer KZ. III. 370. -- 
Gegen die Zusammenstellung mit rag prangen, glänzen (PW. 1. ^.) wie 
Fick und Kuhn dies thun , vgl. C. E. 1. c. — 8) Vgl. Sonne KZ. XV. 86. 

— 9) Meister 1. c. (Anm. 3^. — F. W. 488: rag sammeln, lesen; vgl. 
got. rikan, rak sammeln, häufen. — 10) Corssen 1. c. — Aehnlich Klots 
W. 8. V.: sich nach etwas strecken, langen, etwas holen (vgl. aquam 
hinc de proacumo Plaut Rud. 2. 3. 73). — Walter quaest. ei^m. 1864: 
Cansat. zu rag darreichen = geben machen, sich geben lassen (dazu 
Schweizer KZ. XIV. 437: „scharfsinnig und lautlich wie begrifflich un- 
anfechtbar**). — C. E. 1. c. nennt sowohl Corssen's als Walter's Deutung 



„«ehr unBicLor". 
Dictionarv p. 51 
billigt von Sehn 
dagegen F. Spr. 
Kloto W. ». V. u; 
behauptet als erwiesen")- 



— 780 - 

- 7.n W. park (pag. 6171; ßcnfey Sanatrit EnglUh 
i (doch zweifelnd). Kuhn KZ. II. 47Q. VIII. 08 (ge- 
liiOT KZ. XIII. 307). — 11) CorBBen 1. o. ^ F. W. 888; 
68: ragh rigere. — Zu {lyim, frigeo ateUen (las Wort: 
i Lettner KZ. VU. 177, 73 (dagegea C. E. 363: „leichter 



2) RA6 fSrben. — Skr, rag, raiij; 1) sich t'itrben, Bich 
rSthen, roth eein; caua. ffirben, Witheu U'W. VI. 230). 

^T^ (^ey-./m, ßfd-joi) *^i^a ftlrbon; nur im Acr. pHax (ßä- 
^t); ^ty-iv-g m. FRrbpr (Lei.), {*^ty-lSa) ^eyt-a-xi^-g. -tijp (r^p-og) 
m. id.; ^fj^fio(r) n, das Gefllrbte (^yiutra' ßäfijima Lei.); fiy-ag 
n. gefärbter Teppich, bunte Decke; PI. Decken, Tücher CAnakr. 
im E. M, 703. 28; ßü/tfia Leu.). — ^^^: ß^'fio = ^tf« (Lex,): 
^jjy-tv-s m. = §ty-tv-£ (Schol. II. lü. 657); ^i]"f"OC n. = $iyos 
(bei Homer von den tifwijiEs unterschieden, vgl. Od. 7. 336 f.). — 
XgvCO'i}uy-is' ];pti(io(S«q5^5 (Hea.) '). 

rag-as (Skr. rdg-as von rnfl = «rj Dunstkreis, Luftkreis, 
Bofern darin Nebel, Wolken u. s. w. sich bewegen; Dunat, Nebel, 
Düsterheit, Dunkel; Diinst, Staub, das Staubige, d. i das aaf- 
geriesene imd bebaute Land, FW. VI. 236; vgl. goth. riqis, altn. 
rf>kr ^ *falcvls, *ral:us). — ^-peß-oc n. unterweltlicher Duiut, 
FinatefnisB , finsterer Erdengrund als Todtenbehauaung, das finstere 
Todesthal; auch von der dunklen M eeres tiefe *} (ep. Gen. ifiß-evg, 
ißJß-M'tpt), {gcßös-dc hinab in das Dunkel (Od. 20. 356), Iftßö- 
9iv aus dem Dunkel lEur. Or. 17ß); (i<}ißea-vo) ii/cßev-vö-s dunkel, 
ßneter (Hom., Hes. imd ap. Dicht); (i^iß-vo) ipcfi-vö-g id. (poet-)l 
igtß-äSiig id. {9tt)Lt(aaa Plut. nuperat. 7). — 'Apy-oc n. l) im 
I'eloponnes: a) Hauptstadt in Argolis CA%atutöv, innd^orov. nolv- 
Tueoi"), h) das von Agamemnon behen-schte Gebiet {nolvöiifruiv 
II. i. 171, vgl. pag. 82), c) der ganze Peloponnes, 2) Tlekuaynwvy 
wahrsch. die thessal. Ebene am Pencios oder ganz Thessalien*); 
Afyl-d-s Ahn des Argeadengeachlechtes , davon 'A^tädttt Name 
des makedon. Königshauees , 'J^tä-Stis patronvm. (schon IL 16. 
417 'jf^(äSriv JTolv/njilov); ^Agya-to-g Niime des 2. Mak^on«ii- 
kSnigs (_von 'Aif/ia-g, 'A^yü-g)^). 

1) B. Gl. 316b. — C. E, 185. ßOl; St. IV. 491; V. I. 330*« 
DiintKCT KZ. XII. 13, — F. W. 183. — Zu /(iny (/(nvTOiM): L. Hejar 
KZ. XV. 17- Sl. Scbönbcrg KZ. XVIll. 313. - 8ch W. b. t.; fvVS' 
i/tim dor. statt ßäxxm tUrben. — 2) Aocoli p. t>9 (vgl. Srhweüer KZ. 
XXI. 263). — F. W. 1. c. - Grait»Diaiin KZ. IX. 28. - Habsohmana 
KZ. XXIU. aa. - Kuhn KZ. XIV. 320. ~ Lottner KZ. VIL SO. — 
L. Mejer KZ. VI. 19 (»gl. die Note der Red. ibd. VII. 136*). VIII. 
- Schmidt KZ. XXHI. 3ft8. — Sonne KZ. X. 12a »). XV. 124. — C. K. 
473 und I'ott KZ. VIU. 101 nehen das Wort kh ithi» ("■ W. rap bo- 
üeoken). — 3) F. W. l, c. (vgl. Skr. ragan stuubigea Land, bebmt«« 
Feld; da« Hervortreten der Ütereu Gmppe a^y hat kein Bedenken; vgL 



— 781 — 

Skr. ragata Silber mit argentum u. a.). — Unger Philol. XXI. 8: ^jiQyog 
=a das Ausgestreckte; dann: Anger, Aue, Flur (rag pag. 777). Vgl. C. 
E. 184. — Das Sachliche siehe besonders in S. W. s. v. — 4) Fick KZ. 
XXII. 220 f. 



3) RAG sammeln, lesen (europäisch; vgl. got. rikan, rdk 
sammeln, häufen); griech. später: reden (nie auf italischem Ge- 
biete). 

X€T. — X^Y-iAJ a) sammeln, lesen, dazu zählen, aufzählen, 
herzählen (vgl. Od. 14. 197: ov u öiaTtQrj^atfii. Xiyov 'ifioc x'^ösa 
^ftov); b) erzählen, schildern, reden (zu a: Fut. i^loo, Aor. e-ks^a, 
Perf. ef-Ao^-a = Af-Ao%-a, xctr-elkexs' xccxike^e Hes., Af-Af%-cr Galen.; 
bei Hom. nur Präs. und Imperf.; Med. ki^o-fiai,^ Aor. i-kB^ä-firiv^ 
Hom. in pass. Bedeutung i-kiy-firiv Od. 9. 335, Aix-ro ibd. 4. 451; 
Pass. Bf-key-fiai^ ki-ksy-fuci; Aor. i-kiy-ri'V^ i-kix-d'7}-v', zu b: Fut. 
li^a, Aor. i-ke^a^ Perf. P. ki-ksy-fiai^ Aor. i-kix-^rj-v, Fut. kex- 
^'CO(iai [Ai|ofiat Soph. Eur.], Fut. 3. ke-ki^oficct, ; Perf. Act. ki- 
k,ex-ct Sp., gut attisch dafür fi^Jt^xcr) *) ; Verbaladj. kex-ro-g ge- 
sammelt, auserlesen; sagbar, zu sagen; keKZ-tno-g zum Reden, zum 
Ausdruck geh., sich für die Rede eignend; kiK-u}-g m. Sprecher; 
(kiy-xi) ki^i-g f. -das Sprechen, der Ausdruck der Rede, Redeweise, 
Stil; auch: ein einzelnes Wort; Demin. ke^-ldio-v^ -elöio-v^ -vöqio-v 
n.; kzl^i-m-g ein Wort oder eine Redensart betreffend (bes. xo kel^t- 
xov, erg. ßißUov^ das Wörterbuch, B. A. 1094); Desid. ks^elto, — 
X€ + Xex^ ke-kiy-ta' xo^Aaxe^, ij xoxkcideig tonot Hes. {conchae 
coaccrvataef)\ A^-X€Y-€C = auserlesene Schaaren {ksksy^aivoi^ UhtoI^ 
selecti vel coUecti, Aiokstg), ein alter weitverbreiteter Vplksstamm^. 
— X^cxn ^' Sprechhalle, Versammlung, Rede, Gerede*); kiaxri-g 
m. Sprecher, Schwätzer, kecxce-to-g id. (Hes.), Af(r%cf-fa> schwatzen, 
plaudern (Theogn. 613); (kBCxi-to) kiaxfj-(icc{T) n. Geschwätz, Rede 
(ffippokr.); (ksax-cev^co) keaxceivto id. (öi.akiyBa^ai Phryn.); (ksax-rjv) 
k£6xflV'Bv-a) {-ia Hes.) = kBCxdi^^ kBaxrjv-evn^g {-itrjg Suid. vßQUSttjg) 
= ki6%rig (Ath. 14. 649 c), kBaxriv-B(f)-ia f. das Schwatzen, Plau- 
dern; (kBCx^vO'fo) ksaxrivd-xri-g m. Schüler (D. L. 1, 43. 2, 4); 
XiOX'aQa f. Schule (Lex.). 

XoT. — - X6x-o-c m. „das Sammeln, Zusammenlesen": A) Spre- 
chen: I) Wort, als Ausdruck des Gedachten (nicht im grammat 
Sinne); PL Worte, Rede (so nur Homer II. 15. 393. Od. 1. 56), 
l) Bede (als Thätigkeit), 2) Gespräch, Unterredung, 3) prägnant: 
Spruch, Ausspruch, Verabredung, Beschluss; (im Ggs. zu igyov, 
alfq^euc) leeres Gerede, Vorwand; Hj das in den Worten Ent- 
haltene: l) Rede, Gerede, Gerücht, Sage, Erzählung, 2) prosaische 
Darstellung, Prosa, 3) Rede (als künstlich geordnetes Ganze), 
4) Lehrsatz, Behauptung; IH) das wovon die Rede ist: Sache, 



fiegenstand, IteJeetoff. B) liechuen: I) Rechnung, Bcreclinung: 
tlaher: Zahl, Klasse, Rang, Rechenschaft, VerUSit.niBB, Proportioil; 
II) übertr. l) Rücksicht, Achtung, Aneehen, Werth; Ueberle^ing, 
ErwSgung; 2) (aua der Ueberlegiing hervorgegangen;) Wille, Will- 
kür, Lust, Belieben; 3) das Vermögen des UeberlegenB, Denkens 
= Vernunft. — Demin. l6y-io-v {Schal. Ar. Han. 973), kay-ldio-v, 
loy-äfio-v, Xoy~vdQio-v (B. B. 1396) n. — Desiderativ zu Uyttt: 

kayü-m (»( ylüoav ioj-n Luc. Lex. 15) gern reden wollen, Xot-t|: 

ix-loy^ f. Auswahl, Anshebung; das Ausgewählte = das Vorzüg- 
Uchste, Beste, Ovi-loyij i'. das Zusammenlosen, Sammeln, Veretunm' 

Inng U.S.W. \oT-0-c; uvä-Xoyo-g dem löyog entsii rechend, ver- 

hUltniesmilsaig , übereinstimmend, analog; »arä-loyo-i m. Aufz&fa- 
lung, (bes.) Liste, Verzeichniss , Register, Katalog (k. vtwv Titel 
des Schlusses des 2. Buches der Uiae, 484~^78&); itagä-loyo-^ 
wider oder gegen die Rechnung d. i. unerwartet , unTermiibhet; 
über die gewöhnliche Rechnung hinaus, n. s. w. — loy-ia f. Samm- 
lung, OoUecte für Arme (Eed.), — Xoy-io-c der Bede kundig, 
beredt; gelehrt, wissenschaftlich gebildet; (im Ugs. von äotdös) 
der der Prosa sich Bedienende; (spiLter bes.) die Dialektiker; n, ala 
Subst. Spruch, Ausspruch, (bes.) Oracelspruch, loyto-tij-s (■nji-oj) 
f. Redegafae, Beredsamkeit. — Xoy-iKÖ-c a) das Sprechen betreffend, 
daxu gehürig {X. (U^ri Sprachorgane); die Rede, den Ausdnieb be- 
treffend (^ XoytK<^ als term. techn. der Stoiker, ca pars pbilosopUae, 
gvae fst qvaeretidi ac disserenäi Cic. de fin. 1. 7. 22), b) die Ver- 
nunft betreffend, vernünftig (daher ^ Xoyia^ die Wissenschaft des 
Denkens, Logik, Xoyixös die Logik betr., logisch), XoyMO-Tyi-s 
(rriT'Og) f. das TemunftgemSsssein (Eust. ), Xoytx-iv-o-itat einen 
logischen Scbluas machen (Sp.); Xoyö-ta der Vernunft ähnlich maohea, 
-ofuii vernünftig sein (EccI.). — XÖT-IMO-C der Rede werth, an- 
gesehen, berühmt (gehrKuchlichsr ist iXXöyifios)- — XoT-ö-C (-tfi-oj) 
auserlesen, urwKblt {Xl9oi XoyäÖcg aufgelesene Feldsteine Pana- 
7. 22. 5), Xoyaä-MÖ-g id. (Eust ); Xayä-äijv zusammengelesen, 
-gesucht, auserwflhlt, erlesen, — Xo-f-itOMCtl (Fut. -/«djüm, att, 
-luvfM») rechnen, berechnen; erwägen, überlegen; vtotu rechnen, 
wählen; anrechnen, in Rechnung bringen; Verbaladj. loyi-ax-^O-^ 
/u bedenken, in Anschlag zu bringen, Xoytar iitä-s imni Rechnen 
geh., darin geschickt; als Subst. ö X. Rechner, y X. (r/jfij) Rechen- 
kunst d.i. die gemeine, praktische, ^ äpt&^>fiixrj die theor6tiB<^a, 
rö L das Denkvermögen, die Vernunft, Xoyi-aTTj-g m, Heohner, 
of iU in Athen: Oberrechnungsbehöi-de ; überhaupt: Beurtlieiler; 
(Xoyi-a-ti, loyt-aai) X6yi<si-s f. das Zusammenrechnen, Erwähnen 
(Phryn. B. A. 36), Xoyia-itjf/to-v a. Versammlungsort der Xoyuntd, 
llecbenschule (at^axuoTuiöv L Kriegskanzlei Strab. 16. 7&2|; Xoyt- 
a-itö-s m. das Rechnen, Berechnung; Erwägung, tleberlegung; 
Schtuss, Folgerung, evX-Xoyiafiög m. (id.), bes. in der Dialektik 



— 783 — 

(daher bei den Rhett, die syllogistische Ausdrucksweise oder Be- 
weiBfÜhrang); l6yi'<s-(Ui(t) n. das Berechnen, Rechnung (Antiphan.); 
loyutX'SV'to ein Xoyitsxrlg sein, prüfen, untersuchen, koyi6T-6(J-)-la 
{'la Suid.) f. das Amt des Xoyiavijg, — Xoy-€u-c, Xoy-t-sv-g m. Red- 
ner, iloy«(/)-M)-v n. Redeplatz; im athen. Theater der vor dem 
Prosceniam gelegene Theil der Seene, auf welchem die Schauspieler, 
die eben zn sprechen hatten, standen, pidpitum. — koyo-etdi^g der 
Prosa ähnlich, der Vernunft ähnlich. 

lag. 

leg. — 18g-öre {*le-l€g-i, Ug-i) zusammenlesen, sammeln, 
auslesen, erwählen; lesen, vorlesen, vortragen, recitiren; Compo- 
sita: 'tigere: ad-y jntcr-^ i?^-> prae-, suh-tegere; -Ugere: ccm-, de-, 
cR-, e-, se- (Perf. -lexi: inter-); Part lec-tu-s auserlesen, erwählt, 
vorzüglich (Adv. lecte)] lec-fm- (Jör-i^) m. Leser, Vorleser, leC'ti-ö{n) 
f. das Zusammenlesen, Sammeln u. s. w., Demin. Icctiun-cula f.; 
Intens, oder Frequ. Iec4i-iäre; Desid. ledür-lre (Sidon.); Ug-t-büi-s 
leserlich, lesbar (Dig.); -legu-s: flori-lcgu-s Blumen sammelnd (apes 
Ov. M. 15. 366), ossi-legu-s Sammler der Gebeine {ocxoloyog 
Gloss. Philox.), sacri-legu-s Geweihtes herauslesend, wegnehmend, 
Tempelräuber, (übertr.) gottesschänderisch , gottlos, ruchlos; legü- 
lU'S m. Sammler, Aufleser {ah legendo leguli, qui oleam aut qai 
uvas legvmt Varro 1. 1. 6. 7. 69); -leg-ium: ossi-legium n. das Zu- 
sammenlesen der Gebeine (pöroXoyLov Gloss. Philox.); sacri-legiu-m 
n. Tempelraub, Religions-schändung, -entweihung; spici-legium n. 
Aehrenlese, Nachlese (VaiTo); Ißg-iö(w) f. (Sammlung, Aus- 
hebung =) ausgehobene Mannschaft {quod leguniur mildes in de- 
lectu Varro 1. 1. 5. 16. 25); die röm. Legion (im 'Ganzen 4200 bis 
6000 Mann), (überh.) Kriegsschaar, Armee, legion-äriu-s zur Legion 
geh., Demin. legnin-cula (Liv. 35. 49); Ißg-n-nien {mhi-is) (j-mentu-m 
Gell. 4. 11) n. gelesene Htilsenf nicht (Bohnen, Erbsen u. s. w.)*), 
legumin-äria f. Hülsenfruchthändlerin (Or. inscr. 3093); db-leg-min-a 
n. PI. {partes estorum, quae diis immölantur Paul. D. p. 21. 7. M.); 
{* super-lec-tu-s , * super-lec-H-li-s) supcl-lecli-li-s (Nom. Sing. Neue 
I. 188), regelm. Nom. {* stipel'lec4[i]s) Slipel-lex (Gen. 'lecti-li-s, 
Abi. -i, -e) f. Hausrath, Hausgeräth, Geräth, Vorrath, Kleinod 
{mulkbris s, est darus clamor sine modo Plaut. Poen. 5. 3. 27)''*), 
sttpellecti-c-äriu-s zum Hausrath geh. (Dig.). — {* ex-Ieg-u-Sj ^e-Teg-u-Sj 
*e-legä-re) e-lßga-n-8 (= qtn sölet eligere)^) wählerisch, geziert 
(Plaut. Ter.); in der besten Sprachperiode: auswählend = ge- 
schmackvoll, fein, artig (Adv. -/<t), elegant-ia f. geschmackvolle 
Wahl, Feinheit, Artigkeit. 

lig. — lig-nu-Ill {lag: lig-nu-m = tak: tig-nu-m pag. 278) 
n. eig. Sammelholz, Reisig (vgl. im öi ^vXa noXXa Xiyoino II. 8. 
547), Holz, Brennholz (materia^ Bauholz, Nutzholz)'), lign-eu-s höl- 
zern, holzartig, holzig, Demin. ligneö-lu-s fein aus Holz gearbeite 



— 784 — 

ligfp-äriU'S zum Holze geh., Subst. m. Holz-arbeiter, -ti*Sger, lign- 
östi-s holzreich, holzartig; ligncHri Holz holen, lignä-tor m. Holz- 
spalter, -holer, lignä4i-ö(n) f. das Holzfällen, (concret) Holzschlag. 

Coresen I. 447 f. — C. E. 366. — F. W. 488. — Lottner KZ. VII. 
174. 52). — M. Müller Vorl. II. 71 f. — Ganz anders L. Meyer KZ. XXIII: 
409 ff.: gar, gal (W. 4 gar pag. 207): gdl-gcU, gla-gal, gla-g, yXa-y, Act 
<» zusammenzählen, zählen, aufzählen, berechnen (zu einer Beihe ver- 
binden; für etwas ansehen, halten; auf etwas Rücksicht nehmen). — 
1) C. V. I. 189. 36): 208. II. 130. 188. 201. — 2) Fritzsche St. VI. 330. 

— Hehn p. 54. — C. E. 1. c. : „wenn überhaupt griechischer Herkunll". 

— Sonne KZ. XV. 138: W. Xcx liegen {XileyBs Tcitpioi, trjXfßoai ^igonsg 
al^CoTtsq „die da im Grabe ruhen, weitrufende verstorbene verklärte")» 
Vgl. S. W. s. V. und H. Stein zu Her. 1. 171: Stammcharakter, Her- 
kunft und Verbleib der Leleger ist in sagenhaftes Dunkel gehüllt. Als 
vorhellenische Landesbewohuer werden sie, bis auf Attika, in fast allen 
Gauen des Mutterlandes, bis nach Leukas, Akamanien und Thessalien 
hinauf, auf den Inseln und auf der asiat. Küste von Ljkien und Karien 
nordwärts bis zum Idagebirge erwähnt (Strabo 321 f. u. A.). — 3) C. E. 
1. c: in seinem Suffix noch nicht völlig aufgehellt. — Crain Philol. X. 
581: Xii'G%ri (vgl. C. V. I. 272). — Röscher St. III. 132: = *XB-G%ti von 
W. Xiy oder Xax (Aaaxo)). — Savelsberg KZ. XVI. 364: X^y-jq. — 
4) Vgl. Lottner KZ. VII. 164*). — 5) Vgl. Corssen II. 691 und G. Meyer 
St V. 55. — 6) Vgl. Bechstein St. Vlll. 362. — 7) C. E. 367. — Zu 
Skr. dah brennen: B. Gl. {mutato d in 1). Legerlotz KZ. VII. 293. Pott 
E. F. I. 3. 282. II. 570. — Lottner KZ. VII. 174. 56): von einer W. etwa 
„brennen" (lig-nu-m, liy-vo-g Rauch) (beistimmend Goebel KZ. XL 395). 

— Sonne KZ. XV. 92: lag, lig, anhangen, haften, sich schmiegen und 
fügen; goth. leik; Holz und Fleisch im Ggs. zum Saft, nach der haf- 
tenden Faser. 



ragja Roche. — Vgl. schwed. rocka, dän. rokke, engl, roach. 
Cragja) räja f. Roche (Plin. 9, 24. 9, 42). 

Froehde KZ. XXII. 263. 



RAGH rinnen, rennen; eilen, springen; sich hinweg- 
setzen; beleidigen. — Skr. ramh rinnen machen; Med. rinnen, 
rennen; rangh eilen, rennen; langh 1) springen, überschreiten, 
2) besteigen, 3) tibertreten, verletzen, zuwiderhandeln, 4) hintiber- 
kommen, 5) sich hinwegsetzen = sich vergehen, beleidigen, ver- 
letzen u. s. w. (PW. VL 205. 227. 486). 

(laghu) d-Xaxu-c [iXax-6-g Kall. fr. 349] leicht (= d. h. un, 
bedeutend, geringfügig) = gering, kurz, klein (nur iXaxeux [vgL 
Ify-sta pag. 773] h. Ap. 197 und bei sp. Epik., das m. nur bei 
Gramm.); Comp. {iXaX'jcov) dXdccuüV, neuatt. iXcimav (Hom. nur 
iXaaöov IL 10, 357. 22, 284), Adv. iXaaaov-ojg (Hippokr.); iXaca-o-m 
geringer u. s. w. machen, verringern, beeinträchtigen; Med. geringer 
werden, nachgeben, iXccvrco-x-tno-g nachgebend, zum Verringern 



- 785 ^ 

geneigt; ilamo-öi-g f., ilaa6a)-fia(r) n, Verringerung, Verlust, 
Niederlage; ikfutrov-axig wenigermal, seltener, ikcmov-6-xri-g (n/r-og) 
f. das Kleiner-, Weniger-sein (lambl.), iXcevtov-i-ca weniger haben 
(LXX); Superl. dXdx-iCTO-c (nicht bei Hom., nur h. Merc. 375), 
ilaxicr-oKig sehr selten (Hippokr.). — ^-Xa9-pö-c (Schwanken der 
Aspirata; vgl. ikct^ga' ika(pQä Hes.) leicht, flink, schnell, geschwind, 
behend; leicht = nicht beschwerlich (Adv. ilaq>Q€Sg Od. 5. 240), 
ikafp^-rri-g (rtit-og) f. Leichtigkeit, Behendigkeit (Plat. legg. 7. 
795e), ikag>Q-ia f. Leichtigkeit (des Gewichtes, der Gesinnung), 
Geringfügigkeit (Suid.); (iXag>Q6'(o) ikdtpQca-ct-g f. Erleichterung, 
Verringerung (Sp.); iXag>Q'licD leicht machen, erleichtem (intr. 
leicht sein); ikaffQ-vvco id.; iXa^pQo-yeiog von leichter Erde, -voog 
leichtsinnig, -Ttovg leichtftissig. — (lay-ofo) ion. ep. Xax-iwö-c, 
contr. att, Xcrfui-c, ion. Xayo-g m, (= der Springer) Hase (Gen. 
Xayoi, Acc. kayd-v, Acryw)*); ein rauchftissiger Vogel, etwa die 
Banchschwalbe ; Demin. kayd-Sto-Vj kaytod-dgio-v n.; kayd-sto-g^ ka- 
y&o-g vom Hasen, kayto-Mo-g (xvcov) zur Hasenjagd geeignet (Sp.); 
Xuyfav-tiu n. PL Hasenfleisch (Hes.); hnytadUi-g ein rauchftissiger 
Vogel (sonst drog), 

d-X^-X-X-uj verschmähen, verachten, Schande machen; tiber- 
führen, widerlegen (und dadurch beschämen); zurechtweisen, tadeln, 
rfchelten; untersuchen, erforschen, prüfen (Fut. lUyi^oa^ Aor. r^Uyl^a^ 
Perf. ik-r^key-^utry Pass. Aor. i}il^y%-^-v, Fut. ik^yx-^-co^uii^ Hom. 
nur = Schande machen, beschimpfen II. 9. 522 iklyl'^g ^^^^'^ Od. 
21. 424 lklyxti)\ iksyn-r-Mo-g zum Ueberftihren u. s. w. geschickt, 
ikeyK-xrJQ (TiJQ-og) m. Ueberftihrer, (ikeyx-ti) Iksy^i-g f. {ikzy-fw-g 
m. Eccl.) Beweis (N. T.), Ueberführung , iksy^-tvo-g m. Tadler 
(D. L. 2. 109); ikiyx-og n. Schimpf, Schande (Hom. Sing, nur H. 
11. 314; PI. ikiyxsa auch: Schandbuben, feige Memmen); Wider- 
legung, Beweis, Prüfung, Untersuchung (Verzeichniss, Register 
Sp.), ik€yx-B[6]-Cri f. Schimpf, Schande (Hom. und Ap. Rh. 3. 1115); 
Iksyi-i^g beschimpft, schändlich, schandbar (dazu Superl. ikiyx-i6to-g 
Rom.), ik6yxri-£i.-g id. (Sp.); iksyxo-siöi^g den Schein einer Wider- 
legung habend. 

(lagU'iy legu-i, legv-i) lövi-S (vgl. ten-u-i-s pag. 272) leicht, 
beweglich, rasch, flüchtig; leicht = klein, unbedeutend, gering; 
leichtsinnig, unbeständig, nichtig (Adv. levi-ter), Demin. levi-cülurs; 
levi-tä-s (tätis) f. Leichtigkeit u. s. w.; {*levu-s) levä-re erleichtem; 
aufrichten, fördern, trösten, losmachen, befreien; vermindern, ver- 
kleinem, schmälern, schwächen; levä-tor m. Erleichterer, levä-ti-ö^n) 
f. Erleichterung, Linderung, Verminderung, Abnahme, levä-men 
(min-is) n. Erleichterungsmittel, Erleichterung, Linderung, Labsal, 
levamcn-t-äriu-s zur Erl. dienend (Cod. Th.), Uvä-Vtli-s was sich er- 
leichtem lässt(Cael. Aur.); lev-ig-are (pag. 17) erleichtem (Cassiod.); 
Lcv-äna f. die Göttin als Beschützerin der neugeborenen Kinder, 

Vftni&«k, et/m. WOrterbnch. 50 



— 78G - 

die linrch Aiifliebung von der Erde vom Vater anpi'kannt und xur 
Entlefaung übernoiumon wurden (Au^uEstin.); Ifv-cmta I eich t<i innig, 
niclitanutzig (^T.ithtriws kominem tevennam pro levi dixil UelL 16. 7. 
U). — {lev'ius-tu-s, kv-is-tv-s, le-is-fus, Hs-tus) 8ob-lestii-8 leiclit, 
schwach, gering {sublcstum est leve friboUttn Non. ji. 120; subirsln 
tmuia infirina Fest p. 294) (vgl. linffua facliosi, ivertrs opera, 
subleata fitU Plant. Bacch. 3. 3, 13); dazu ein neuer Comp. stA- 
lentior fÜes, iJ. &p. Fest, p, 294) und Snperl. vinuni stiblestis3mum 
(id. ibd.J *). 

lo-n-g'll-H (lanffum C. I. 1073) ian^^, weit, geräumig; lang- 
ilam-md, langwierig*), Adv. longe {longi-fer liiicr. 3. 676); Demin. 
tonffw-iu^s (Adv. -le), LongiÜa f. Stadt der Volacer (Liv. 2. 33)j 
hng-hts-culus (Adv. c); longi-fia (Veget.), hnffi-tü-d-o (in-is) f. Lsnge^ 
lange Dauer; Long-vnu-s röm. Bein.; Itwgi-tur-na-s (vgl. lacit u r mu 
))ag. 28l) lange dauernd, longitumi-IÜ-s f. lange Dauer (Vulg.); 
{*lotig-us-io) long-iir-iH-!* m. lange Stange oder Latte, Imt^uri^n) 
m. Bohnenstange, langer Mensch. — (*long-iin von weitem her, tm 
Localendung, * tong^ta-cus) loilg-in-qun>S weit, lang, weit ent- 
iemt; lange dauernd, langwierig'} (Adv. -quc; -quo Dig,), lonffin- 
gui-tä-s {täH-s) f. Weite, LSnge, Langwierigkeit, lonpäiquä-re ent- 
fernen (Claud. Mam.). 



Aicoli KZ. SVn. 260. 273. — Benarj liim. Lautl. ] 






I ( 



- i» s 

. IX. 99 (•lt-l»yxo = lUyia). — Bew.enberger KZ. XXIT. 367. - 

Bop]) Ol. 329a (foTtaSee luytö, ncut »er. fofa, nosfruin Heise a ttditnda 

dictum, «de Pott I, 232); KZ. Ili. 5. — Bragman St. IV. 161. 16). - 

— Corssen L 85 f. 796; B. 55. — C. E. 191. ilb. <86. 712. 716. ~- ( 

V. [. 206 f. — F. W. 16*. 391. «B; F. Spr. 210. ~ Goetio St Ib, 18K 

— Graasmann KZ. XII. 92. 10). - Kuhn KZ. lU. 432, - L. Meyer KZ. 

VI. 20. — Miklosich Lei. 347 s. v. Rg&kü. — SaveUberg KZ. XXI. 121. 

— Schleicher KZ. VII. 222. — G. Schmidt KZ. XXUI. 339. 341 (= 'tltnivt, 
was im Hinblick auf lit. lingvas, vorgerm. *lettlU» nicht unmOglien u>- 
scheint). — SchweiiPr-Sidler KZ. I. 659. III. 378. VII. 153. — Wall«r I 
KZ. XU. 404. — 1) C. E. 515: der Hase kann iw&t, musq aber nidit | 
vom Sprii^n benannt sein. Auch von W. XaT (schlafT, ddnn sein) ll 
sich das Wort ohne Schwierigkeit ableiten. [Die Bedentnng der W. 1 
pa«st jedoch nicht recht] — S) Corsaen KZ, III. 286 f. — Anderi Lottoer 
KZ. VII. 185. 78): lad „matt, achwaoh sein": taa-su-s, iMb-leg-tu-t; «yl. 
lats, ohd. lo-', nhd. lats. — 3) F. Spr. 216. 363: ragh springen, ejua. 1 
vorwärts kommen; tanglta lang (F. W. S91: aus äUmgha?). — B. OL , 
189 f.; darh cmcere: dirghä longui; forUuse longus, abjeeta syUtiba Am- 
tiali {darh bedeutet aber nach PW. III. 542: festmachen, befbitigcn, 1 
füBtatellen, dauerhaft machen; Med. festatehen, fentaein}. — Zn drägh , 
(PW. 111. 808: vermügen, lang machen; sich anstrengen, müde werden, 
iju^llen), dirgha, altpers. dran^a.- Cnrtius KZ. III. 324. 400. Kuhn EK. 

VII. 63 i'dhrangh. Skr. drägh. diongus). Beistimmend Ascoli KZ. XVI. I 
192 (..«charftinnig"). XVII. 280. XVIII, 442. 3). — Dagefren Corsaen II. ' 
189. B. 148 and C. E. 182: Inyyufm, luyyaCm zaudern; goth. laggt (gegen i 
die Zusammenstellung mit SoXuos ibd. 191). — 4) Corsaen KZ. V. 19%, 



— 787 — 

BAD kratzen, ritzen, hacken, nagen. — Skr. nd id. 
(PW. VI. 262). 

räd. — rJld-^re (^radsi rä-si) kratzen, schaben, glStten. 
rasiren; flbertr. (poet.) streifen, berühren, bestreichen; Part {*rad- 
tu-s) rä-sii-s; rasura f. das Schaben, Kratzen, (concret) das Ab- 
geschabte, Abgekratzte; rasi-ö{n) f. das Schaben, Kratzen (AbL 
auch räm Varro L L 5. 31. 38), (*rad'Mi) räsili-s geglättet, zum 
Olfttten geeignet; rasöres {fidicmes didi, qui videniur chordas iehi 
rädere PaoL D. p. 275. 2); {^rad-tä-re^ *rasäre) räsä-men (mm-is) 
n. das Abgeschabte, Abgekratzte (Marc. Empir.); Frequ. rasi-iä-re 
(Säet GelL). — {^rad-tru-m) ras-tru-m (alter ras-ter hl) n. Hacke, 
Karst (Plur. meist rasiri von rasier)^ Demin. rastclAu-s (ab rasu 
rasMU dieti Yarro L c.) nu, rastr-äriu-s zur Hacke, d. i. zum Land- 
baa geb. (Hffpöbolwiaea, Titel einer Komödie des Cäciüus). — räd- 
üla f. Schabeisen, Kratzeisen (CoL 12. 18. 5). — (*rad'lU'm) ral- 
lu-m n. Pflugscharre (Plin. 18. 19. 49). — (rad-) rfi-men-tu-ni n., 
meist PL (Nbf. ramenta f. Plaut) das beim Kratzen Ab&llende, 
Abfall, Splitter, Sp&ne, ramefii-dsu-s voll kleiner Stücke (Cael.). 

röd. — röd-ere (rösi) nagen, benagen, abreiben, übertr. 
verkleinem, herabsetzen, (rod-ti-ön) rösio f. das Nagen u. s. w. — 
(*rad-fn«-iit) ros-tm-m n. Nage Werkzeug = Schnabel, Bussel, 
Schnauze; Schiffsschnabel; PL rostra n. die mit den Schiffsschnä- 
beln der von den Antiaten 416 u. c. erbeuteten Schiffe geschmückte 
Bednerbühne und der dieselbe umgebende Platz am Forum Roma- 
num; Demin. rostel-lu-fn n.; rostr-aH-s zu den Kostra geh. (Sidon.); 
(^ rostrote)* rostra-ns die Spitze einschlagend, eindringend^) (ro- 
strafUe vomere Plin. h. n. 18. 49. 4); rosträ-tu-s mit einem Schnabel 
n. s. w. versehen, geschnäbelt, vom gekrümmt (cölumna rostrata 
eine mit erbeuteten Schiffsschnäbeln gezierte Marmorsäule, z. B. 
die dem Duilius zu Ehren für seinen im 1. punischen Kriege er- 
fochtenen Seesieg gesetzte, deren noch erhaltene Inschrifk das älteste 
Denkmal der röm. Sprache ist). 

B. GL 318a. — Corssen I. 646. — F. W. 164; F. Spr. 147. — 
Osthoff KZ. XXIII. 314. — Pott E. F. I. 280. — Anders Bugge KZ. XIX. 
434: Skr. ghrOj germ. vrö, aga. wrötan, altnd. rata wühlen, ags. tcröt 
Schnauze, Rüssel, nhd. Bfissel; ^^rodere scheint mit wrötan zusammen- 
gestellt werden zu müssen". — 1) Vgl. Bechstein St. VIII. 359. 



BADU verlassen. — Skr. rah verlassen, aufgeben (PW. 
VI. 301). 

ladh. 

Xo6, Xi]6. — Xa-v-6-dv-ui, XrjO-ui, dor. AaOw (von Homer 
an häufig neben Xav^ava>) (verlassen sein =) verl>orgen sein, un- 
bemerkt bleiben (das Part. Aor. oft mit „geheim, heimlich, un- 

öO* 



— 788 — 

vermerkt" zu übersetzen, z. B. aXro Icc^civ II. 12. 390); gew. mit 
dem Acc. der bezüglichen Person {Xav^avHv xivi = latere äli- 
quevn)] Med. vergessen (selten in Prosa , wo ini-kavd'avofuiei^ seltener 
ix- gebraucht wird) (Act. iter. Imperf. Xri^-€-aK-e IL 24. 13, Fut. 
kri-ato^ Aor. i-Xa^-o-v^ Conj. ep. kB-ka^-7[j mit caiisat. Bedeutung 
=* vergessen machen II. 15. 60, Perf. ki-lti^-a; Med. Fut. Iif- 
ao'fuciy Aor. ^-la^-d-fiiyv, ep. ks-ka^-o-vto H. 4. 127, Imper. ke- 
ka-^i-ad-fo IL 16. 200, Perf. ki-kria-ficti; Fut. 3. ke-kii-ao-(iai Eur. 
Alk. 198); Nebenform XTi6-dvui (caus.) vergessen machen, nur: 
(in tmesi) ix di fu navxtav kvi^ivti Z(S(S^ ina&ov Od. 7. 221. 

XaO. — kdd'-QO'g' (ivxog (Hes.), Adv. XdOpcjt, ep. AaO^, heim- 
lich, unvermerkt (ka^Q7i-öa Luc. Calumn. 21, ka^^-dov Anyte 11); 
ka^Q'io-gy ka^Q-ato-g^ ka^^löio-g {ka^Q-ifi-ato-g Lex.) heimlich, 
verborgen; ka^gaio-rti-g {rrjfT-og) f. Heimlichkeit (Sp.); (St. kcc&s) 
kd^-ai-g f. das Verborgensein (Tzetz.), kcedri-r-iKo-g der sich leicht 
verbergen kann, leicht verborgen bleibt (Arist. rhet. 1. 12); kad'i- 
Kfidi^g Sorgen vergessen machend, stillend (II. 22. 83), kad-l-novog 
die Mühen vergessend oder vergessen machend, ka^£-q>d'oyyog die 
Stimme vergessen machend, stumm machend (Hes. Sc. 131). — 
(a-AofO-To) fi-Xac-TO-c nicht zu vergessen, nicht zu verschmerzen, 
unerträglich; dem nicht zu vergessen und zu vergeben ist = ab- 
scheulich, verrucht, fluchbeladen; äkaati-oi nicht vergessen, ver- 
schmerzen können = unwillig sein, zürnen (nur IL 12, 163. 15, 21. 
Man. 2. 183), akaaralvoD id. (Lex.); d-Xäc-Tiüp (roQ-og) m. Misse- 
thäter (an dem eine nie zu vergessende Schuld haftet, 6 Skti<STcc 
SeÖQcnidg Lex.); die die Blutschuld rächende, die Strafe nicht ver- 
gessende Gottheit, Rachegeist (Trag, und spät. Dichter, ag ak'^' 
OTODV xivüov xcrl Ttakaioiv (uaöfioTOiv noivatg ine^Mvteg Plut. Def. 
or. 15)^). 

XtiB. — XiiG-Ti f. das Vergessen, Vergessenheit (Hom. nur II. 
2. 33); Af\Qr] f. ein Fluss in der Unterwelt, aus dem die Ab- 
geschiedenen Vergessenheit des irdischen Daseins tranken (erst in 
nachhom. Zeit und nur: Arid^ig vöchq' später suchte man den- 
selben, vermuthlich weil die Inseln der Seligen im Westen liegen, 
in Spanien)*); (kri&-o-g) krfi'o-rti-g (rrit-og) f. Vergesslichkeit (Lex.); 
kri^-aio-g vergesslich, vergessen lassend; (krj^-ri) kija-u-g f. das 
Vergessen, die Vergessenheit; ktial-fißgorog die Menschen heimlich 
beschleichend = Betrüger, Dieb (nur h. Merc. 339); krj^'B-davo-g 
vergessen machend (Luc); kfj^s-ömv (66v-og) f. == AtJ-O^ (Tüll. 
Laur. 3. Agath. 45); (krj^-fiov) ki^a-fuov {fwv-og) vergesslich (erst 
Sp.), gebräuchlich ini-krjafKov^ kBöfw-avvti f. = krid"!] (Hes. Th. 55. 
Soph. Ant. 151). — Xf^e-oc, dor. ka^-og (Theokr. 23. 24) n. = 
ki^dTf, — d-Xr|G-i^c nicht verhehlend d. i. aufrichtig, wahrhaft, wahr 
(Hom. nur yvvtj IL 12. 433, sonst stets akriQ'icc (iv^aaaO'aiy slnetv, 
iviöTtBiVj ayoQBvstv die Wahrheit sagen), Adv. dkti^mg; (aki^^-sa-ta) 



— 789 — 

a-AiJ^-f-tcf, ion. aki]Mri^ f. Wahrheit (II. 2mal, Od. oft), Wahrhaftig- 
keit, Aufrichtigkeit, Wirklichkeit; (aXti^-o-g) aXti^o-xti-g (Philo), 
ikri^o-avvrj (Theogn. 1224) f. = aki^^sicc; aAi^-tvo-g = «Ai^^; 
(gew.) wirklich, ficht; akrfi'-Ciofjuxi die Wahrheit sagen, wahrhaftig 
sein; aktfi-Bv-m id. (von Aristot. an: wahr sein, das Wahre treflFen), 
akfi^Bv-X'OiO'g wahrhaftig (Aristot), äktid^ev-r'q'g m. die Wahrheit 
sprechend (Max. Tyr.), akij&Bv-ai-g f. = Wahrhaftigkeit (Sext. Emp.). 

ladh. 

(^ladh-, ^lad-, *l(ü-tu-s Pari Perf. Pass., "^lortu-s verborgen; 
vgl. kct^'Xo in a-kaa-xo-g) lä-t€-re (lat-ui) verborgen sein, in Ver- 
borgenheit leben (vgL hene qui latuit, bene vixU Ov. tr. 3. 4. 25)*); 
Part, late-ns verborgen, versteckt, heimlich (Adv. latenter); late-hra 
(vgl. ten-e-brae pag. 285)*) f. Versteck, Sdilupfwinkel; übertr. 
Zuflucht, Ausflucht, latehr-ösu-s = latens (Adv. -Ö5c); lätt-bulu-m 
(vgl. fundi-htUu-m pag. 263) n. = latebra, latünUä-re^ -ri = totere; 
Intens. laU-iärre sich versteckt, verborgen halten, IcUUä-tor m. der 
sich versteckt Haltende (August.), latitä-ti-ö^n) f. das Verstecktsein; 
Inchoat. late-sc-ere (Cic. Arat. 385), de-, öb-Utescere (lü-ui) = 
totere, latUare. 

B. Gl. 319 b. — C. E. 647; KZ. II. 336; V. I. 216. 224. 7). 257. 9). 
269. 12). II. 18. — Delbrück KZ. XXI. 84. — Düntzer KZ. XII. 25. — 
F. W. 146. 486. .— Grassmann KZ. XII. 87 f. — Kuhn KZ. IV. 40. — 
Misteli KZ. XVII. 191*). — Schweizer -Sidler KZ. XI. 74. — 1) Anders 
Düntzer KZ. XII. 12: Wurzel scheint Xa, mit vorgeschlagenem a, in der 
Bedeutung „verderben"; also: verderblich, schrecklich, arg. — Dagegen 
C. E. 1. c: W. dX, ttkri u. s. w. (vgl. pag. 41 f.); dkaa-tcaQ eig. Scheucher, 
Treiber, dann Rachegeist — 2) Vgl. Pott KZ. IX. 346. — 3) Corssen 
B. 79. 378 und F. W. 1. c. -— Corssen: ^lad-t-ere; vgl. ad-gre-tu-8^ e-gre- 
tu-8 (Fest. 78) aus * ad-gred-tu-s , e-gred-tu^, also dh zu d und dann vor 
t geschwunden. — Dazu Grassmann 1. c: Nicht seltene Fälle, wo die 
Ersatzdehnung unterbleibt {sttmtdus, famulus, ntvis, operio, äperio u. s. w.), 
aber immerhin bedenklich. Doch noch immer eher möglich, als Ersatz 
des Skr. dh durch lat. t anzunehmen. — Dagegen C. E. 421: t mit einiger 
Wahrscheinlichkeit Repräsentant des ^, aber auch andere Erklärungen 
möglich. — 4) Savelsberg KZ. XXI. 137: Suffix -vara. 



l) RAP) RUP brechen, reissen; rauben, raufen; be- 
kümmern. — Skr. rdp-as n. Gebrechen, körperlicher Schaden, 
Verletzung; rup reissen, caus. Reissen verursachen, abbrechen; 
lup (= älterem rup) l) zerbrechen, beschädigen, 2) packen, 
3) rauben, plündern, 4) unterdrücken, beseitigen (PW. VI. 266. 
387. 560). — Zend rup rauben (vgl. goth. birraub-ön)*). 

I) RAPi). 

dpTT*). — äpiT-Ti f. ein schnellfliegender Raubvogel, wahr- 
scheinlich eine Falkenart (II. 19. 350 fi ^' S^t^ eUvla xavvnxiqi/yi 



_ 790 — 

hyvqxovo})^ Lämmergeier (Ael. h. a. 2. 47); äpir-uia f., meist PL, 
die Raffenden (IL 16. 150 aQnvicc IIoddQyri die Fussschnelle , in 
der Od. im PL), die als Göttinen personificierten „dahinraffenden" 
Sturmwinde ohne bestimmte Gestalt (erst der spätere Mythus hat 
sie zu Ungethümen herausgebildet, er gab ihnen Vogelgestalt mit 
einem Madchengesicht) ^). — (a^-ax, agn-ay^ x zu y erweicht*)): 
äpTT-aE (ay-og) [S^ay-o-g Sp. SchoL] räuberisch, gierig, Subst. 
Räuber {ri a^a^ Raub Hes. 0. 354, 6 a^na^ ein hakiges Ge- 
schoss; Superl. aq^ay-la-xccxo-g E. M.). — (aQ7tay-j(o) äpirdZ^lü [agncc- 
fiat sp. Dicht.] raffen, reissen, packen; weg-reissen, -raffen, rauben, 
plündern, schnell fassen, ergreifen (käccv IL 12. 445) (Fut. agna^a) 
Hom., Aor. ^^or^or; spät. Aor. fi^ay-ti-v^ Fut. a^ay-i^-aofMct; von 
*ccQ7ta-(o: Fut. a^Tta-öca^ Aor. tj^Tta-aa^ vgl. yska-aofiai^ i-yika-acc^ 
Perf. ^^TTa-ff-jt*«*)*); Verbaladj. agnax-ro-g (Sp. agna-a-to-g) geraubt, 
a^TTox-r-ixo-g 5 ccgTca-a-r-ino-g räuberisch, aQnax-ri^-g^ ccgnaK-xi^Q 
(trJQ'Og) m. Räuber (IL 24. 262), ag7tcexxi]Q-io-g räuberisch, fem. 
agTUcTi-reiQn; a^Trcrx-Tv-g f. Raub (Kallim.). — dpiraY-ii f. das Rau- 
ben,^ Raub, Beute, Plünderung, aQnay-tfw-g ^ ccQTcaytii-ato-g geraubt; 
a^Ttay-fio-g^ aQ7ta-ö-(i6-g m. das Rauben; aQnay-fux(t)^ S^7ra-ff-/iia(T) 
n. das Geraubte , Raub ; aQ7tay-Bv-g m. = aQTta^ (Themist.) ; ccQnay- 
drjv fortreissend , entraffend; a^ay-ri f. Haken, Harke (bes. zum 
Emporziehen der Brunneneimer). — "Apir-aXo-c (der Reissende) 
m. Statthalter Alexanders des Gr. in Makedonien (Arr. An. 3. 6), 
'A(fnak-icDv {uav-og) Sohn des Pylämenes, Königs der Paphlagonen; 
dp7T-aX-^o-c wornach man gierig greift, gierig gesucht {xigdEa 
Od. 8. 164), an sich reissend, anlockend, reizend (Adv. a^akioag 
gierig, hastig), ccQTtak-ttGi an sich reissen, aufnehmen (Koonvroiatv 
aQnakl^exe Aesch. Sept. 243 D.). — St. a^e: dpire-buiV (dov-og), 
aQ7tsö6v-fi f. Seil, Strick (um etwas zu fangen), Bogensehne, ccgne- 
dov-i^a) mit S. fangen. 

XaiT. — kai'kan (Redupl. mit Diphthong, vgl. öai-öak pag. 344): 
XaiXaip {kaikan-og) f. Sturmwind, Orkan, Regensturm®) (ij /luO' 
v€xov avQcc, avarQoqni ivifiov, TuxtafpOQcc (ur^ o(ißQOV, r^ fiez^ ofißgov 
(Sq>odQittig tov itveviuxrog, SchoL), kaikce7t-i(o^ -l^ca stürmen, mit 
Sturm fortreissen (Sp.), kaikano-etdi^gy kadan-mörig stürmisch (Sp.); 
kai,-ka[n]-fjUg (kakafdg' kalkccil/, avzl rov kakaidg kaikccfiig yQa<pov- 
(Siv Hes.). 

II) RUP^J. 

XüTT. — XuTT-ri Leid, Betrübniss, Kränkung; kwti-ia beleidigen, 
betrüben, kränken, beeinträchtigen, kyntj-r-ixo-g , kvnti-TtiQ'io-g^ 
kvnri-QO'g betrübend, kränkend, beschwerlich, lästig; kvn-Qo-g id.; 
elend, bitter, traurig; vom Boden: elend, armselig, unfruchtbar 
(vom St. kvn Hom. nur: Avtt^, von Ithaka, Od, 13. 243: arm- 
selig), kvTtQo-xri-g (xrit-og) f. Armseligkeit (Strabo); kvnfj'(ui(r) n. 



— 791 — 

= kwtri (Soph. Tr. ÖÖl. D. C. 55. 17); kvTCfiaC-koyo-g durch Reden 
kränkend (Phryn., Kratin.). 

I) EAPi). 

raj). — rSp-ßre (rap-ui) = a^ajo; -npere (ab-, ad-,. cor-, 
(fe-, di'j e-, prac-, pro-, sur-ripere)-, Pait. rap-tu-s^ Comp. -rep4u-s; 
rap-ti-m Adv. fortreissend, in hastiger Eile, schnell, eilends; rap- 
iu-s (tü'S)tm.^ rap'iirö{n) f. das gewaltsame Fortreissen, Entführung, 
B&uberei; rap-tor {tör-is) m., raptr-ix (tc-^is) f. Räuber, Entführer (-in); 
raptär-tu-s zum Fortziehen dienlich (Cael. Aur.); rap-ax {äc-i-s) 
= S^Tta^ (ay-og)^ Adv. rapäci-icr, rapäci-ias (täti-ß) f. Raubsucht, 
Räuberei; (*räp-u-s) rapt-dtt-s reissend Tschnell), schnell wegraffend 
(Adv. -efe), Demin. ra2>idü-lu-s, rapidi-ta-s (tatis) f. reissende Schnellig- 
keit (fluminisy, rä2)-ö{n) m. Räuber (Varr. ap. Non. p. 26. 32); 
rap'lnai. Räuberei, Raub, Beute, (rapinä-re) rapinä-ior m. =f= rapo 
(Lucil. Varr. ap. Non.), rapinä-ti-ö(n) f. Räuberei (M. Aurel. ap. 
Front. 2. 15); Frequ. und Intens, rap-tä-re (rap-sä-ta Or. inscr. 
4859); rajy-ti-tä're (Gell. 9. 6). — (rap-ni) Bam-nc-s (vgl. svap 
som-nU'S), Bamn-etisc-s = die reissend Schnellen (vgl. Titiesimg. 154, 
Luccres W. ruk)^). 

II) RUP'). 

rüp, — m-ni-p-öre (^ru-rup-i, *ru-up'i, rüp'i) brechen, zer- 
brechen, zerreissen, zersprengen, zertheilen; (übertr.) verletzen, ver- 
nichten, aufheben, unterbrechen, stören, vereiteln, Part, t^p-iu-s; 
rup-tor (Jör-is) m. Verletzer, Zerbrecher, Zerstörer, rup-Ü-ö{n) f. 
Beschädigung, Verletzung (Dig.). — rÜp-e-S {rup-a App. 6. 12 p. 72 
Hildebr.) f. Fels (als abgerissener, zerklüfteter, vgl. nhd. rilf), 
Klippe, nip'Vna f. Felskluft, Steinkluft (App. Met.); Eupt-l-iu-s 
Name einer röm. gens. — rüp -ex (ic-is), rüptC'ö(n) m. eckiger, 
ungehobelter, roher Mensch, Tölpel, Klotz. 

*) C. E. 2G4: wir müssen eine Doppelwurzel rap, rup von Alters 
her voraussetzen. Corssen B. 155: a zu u geschwächt. — 1) Corssen B. 
154 f. — C. E. 1. 0. 622. — F. W. 483 (Grundform arp?). — Savels- 
berg KZ. XVI. 3G1. — ßenfey KZ. VIT. 54: Skr. har nehmen, arpaja. 

— B. Gl. 122a: grah capere, sumere etc.; rapio et agnaia) e grapio, 
y^anaica mutilata esse possent; id. 335 b: fortasse etiam ad causat. rüpd- 
jätni referendum est, abjecto posteriore diphthongi ö elettiento. — Wieder 
anders Savelsberg 1. c: W. sarp (mit Grimm Gesch. I.* 212) schneiden, 
verschneiden; reissen, zerreissen, pflücken, rupfen. — 2) C. E. 1. c: sjnr. 
aeper unorganisch oder Reminiscenz an (an. — F. W. 1. c: = a-gaTt. 

— Siegismund St. V. 212: gan = lat. rap; *a-Qan, a-gn ijwbcnixis igitur 
in his haud duhie non veram vietathesim, sed prothesim et syncopen quodam- 
modo conjunctas), — 3) Vgl. Preller gr. Myth. I. p. 346. II. p. 226. 
Welcker Götterl. I. p. 708. — 4) Vgl. auch Chalkiopulos St. V. 344. — 
5) C. V. I. 192. 54). II. 270 ff. — 6) Fritzsche St. VI. 307. — Anders 
Düntzer KZ. XII. 12 f.: W. Xa, la-n verderben, vernichten; lailatff der 
vernichtende, zerstörende. — 7) B. Gl. 144^. 335b; KZ. III. 9 f . — 
Bu^e KZ. III. 33. — Corssen I. 152 f. 155. 645. B. 153. — C. E. 267. 

— F. W. 173. 389; F. Spr. 360. — Froehde KZ. XXII. 259. ^ 8) Corssen 



— 792 — 

1. 281. 767. n. 86; KZ. XVI. 296 f. (Eamnes, Tities, Luceres wahrach. 
alte Pluralformen auf -es von den Stämmen Ramno, Tüio, Lucero; daraas 
Ramn-ensea u. s. w.). — Düntzer KZ. XI. 67: rap loben (ved.) == die ge- 
priesenen (das PW. VI. 266 kennt nur: rap schwätzen, flüstern). 



2) RAP bedecken, bedachen (europäisch). 

^eq)*): d-p^q)-ui, (Nebenform von Pindar an) d-p^ir-T-u), 
überdecken, Überdachen, umkränzen, schmücken, zieren (Aor. ^^eiffa, 
ep. lQitlfct)j iit-egifpia unter Dach bringen, erbauen (nur II. 1. 39 
in tmesi: iitl vijov l(p£i/;a); llpetf/i-g f. das üeberdecken u. s. w. (Sp.), 
igi^t-^w-g zum Bedecken geschickt (ßivöga^ ^It}); wp-SQeip'i^gj ep. 
auch inp-fiQStp'iqgy hoch gedeckt, hoch eingedacht. — ^09^): d-poq)-i] 
f. Decke, Dach (Honu nur Od. 22. 298), ogotp-üc-g m. unter dem 
Dache, im Hause befindlich, o^offi-aio-g (Inscr.), oQotp'iKo-g zum 
Dache geh.; ogoffo-m mit einem Dache versehen, oQoqxo-xo-g be- 
dacht (Sp.), 6Qoq>m-xri'g m. der mit einem D. Versehende (Sp.), 
6Q6q>ahfJLa(T) n. = oQoqyi^ (Ath. 5. 205 d); ö-poq)-o-c m. Dachrohr, 
Dach, Decke (HonL nur II. 24. 451), 6Q6g>-ivO'g mit Rohr bedeckt 
(Sp.); VTt-üDQOtp-io-g (D. 9. 640), später v7t-(6Qoq>-o-g = oqofpUtg. — 
ö-p(p-VTi f. Finstemiss, Dunkel, Nacht (als Bedeckendem); auch: 
Unterwelt*); dp(pv-ö-C, -lo-g^ -alo-g^ oqfpv-tvo-g^ OQfpvr^-Bi-g finster, 
dunkel, schwarz; o^fpv-io'V n., oQfpv-l-g (Id-og) f. ein schwarzes 
Kleid (Hes.); OQq>v-66rig schwärzlich (Hippokr.). 

1) F. W. 388. F. Spr. 369. — Vgl. C. V. I. 206. 236. ö). — 2) C. E. 
473 (vgl. 665). — F. W. 341, Spr. 300: arpa (oder ähnlich) dunkel. — 
Pott KZ. Vlll. 104. — Anders Legerlotz KZ. VII. 135: cfiag favt, iiag- 
J-avz^ fioQ-vpv-o-g j 6Q-(pv6-g (das um seinen Kopf gekommen ist gerade 
wie alBVQOv), — Walter KZ. XII. 385 flf. zieht igiqxo und ogtpvog zu W. 
arbh. — Seh. W. s. v.: OQtpvog eig. J-0Q(pv6s, vgl. fi6Q(pvog und furvus. 



rapa Rübe. 

^drr-u-c (später auch Qticpvg) f. Rübe; §an-ritO'V n. ein Kraut, 
wegen der rübenartigen Wurzel (= XeoinonitaXov) Diosc. — (iatp-t] 
f. grosser Rettig; ^aqp-avTi, ^aqp-av-i-c (lö-og) f. Rettig, Demin« 
^q>avi6-iO'V n., ^g>aviö-6-(o rettigen (die gewöhnl. Strafe der Ehe- 
brecher in Athen, vgl. Aristoph. Nub. 1083), §aq)ccvi6ca-(Si-g f. das 
Rettigen; ^dqp-avo-c m. (att.) Kohl, bei den übngen Griechen «= 
^tpavlg (ßcifpavov [Uv ot ^Atzixol kiyovßtv trjv nag* rifiiv x^ofi/?i}v* 
^tpctvlöa dl rriv itaQ* r}(itv qaitavov. Moschop. ed. V. pg. 122. ol 
öl "IcDveg Qinavov zriv §a(paviöa Xiyovaiv. Tliom. Magn. ed. R. 
pg. 323. 2); QCKpiv'ivo-g von Rettig (Diosc), quipav-i-xti-g (fem. 
l-xi-g) rettig-ähnlich, -artig, §a(pav-(iörjg id. 

r&p-U-m n. {hrassica rapa Linn.), Nbf. räp-a, räp-ina f., 
Rübe, Deuiin. rapü-lum; rap-istru-m n. wilde Rübe (Col. 9. 45), 



— 793 - 

rtMP'ic-khS zu den B. geh. (Cato r. r. 35, 2. 134, 1); rajhoc-ia 
('iarum) n. PL Rübenstengel (Plin. 18. 13. 34). 
Lehnwort: raph-änu-s m. Bettig. 

Corssen 1. 401. — C. E. 362. — F. W. 389. 483 ; F. Spr^ 358. — 
Rbscher St. Ib. 74. — F. W. 1. c. stellt ein europäisches rapa her, 
jedoch Spr. 1. c. : W. rap, repere. Dagegen vermathen Corssen und 
Curtias 1. o*. Zusammenhang mit W. varp werfen. Anders wiedd: Savels- 
berg KZ. XVJ. 360*): W. sarp, 8 rap schneiden. — Vgl. ksl. repa, serb. 
repa, klnus. ripa, böhm. repa, poln. rzepa; lit. ropi (rop-tUe Kartoffel); 
ngr. rtapäm^ alb. rapane; ahd. ruöba, mhd. rt^ebe, nhd. riibe. 



BAB niederhangen, gleiten, fallen. — Skr. ramb schlaff 
herabhängen; lamb l) herabhängen, hängen an, 2) herabsinken, 
sich senken u. s. w. (PW. VI. 281. 505). 

Xoß*). — Xoß-ö-c (das Niederhangende) m. Ohrläppchen (IL 
14. 182, h. h. 5. 8), Leberlappen, Demin. koß-io-v n. (to a%Qov 
Tov ijjtatog Hes.), loßo-m in Lappen zerlegen (bes. die Leber, um 
daraus zu weissagen). 

Xuiß. — X(jüß-r| f. Beschimpfung, Schmähung, Schimpf, Schmach, 
Schaden; Xuißd-o-|iai schmählich, schimpflich handeln, freveln, 
höhnen (Fut. Xmßi^'öo-fuxty Xtoßaaeia&s Theokr. 5. 109, Perf. ^- 
idßri'imi in pass. Bedeutung wie Aor. i-kcüßi]'d^ri-Vy Hom. nur Aor. 
Med. Xmßi^-öa'Cd'e^ Opt. ktoß^-aaio)] kmß-sv-a) (hom. Präs.) == Aco- 
ßaoitaij doch in milderer Bedeutung: verspotten, äffen (Od. 23, 16. 
26, xataiaxvvHVy 'tlfevdeo^ai Hes.); kcaßi-o-fiai, ktoßa-io) (Hippokr.); 
hoßtl-xo-g beschimpft (IL 24. 531), Äo/Jij-TiJ-g, ktoßri-TriQ (t^Q-og)^ 
Xfoßi^-rcoQ (xoQ-og, sp. Dicht.) m. Schmäher, Lästerer, Schandbube 
{imßfitai rixvrig = Verderber Arist. Ban. 93), fem. ka}ßr,'T(iQa 
(Euen. 16),Jl(oj^-<yt-5 f. = kcißri (Sp.), k6ßri-^{x) n. der zugefügte 
Schimpf, Schaden (Sp.); kmßri-Bi-g schimpflich, schmählich, ver- 
derblich. 

limh, — limb-n-S m. Streifen, Besatz, Bordüre, Saum, 
Binde, Gürtel^), limb-ol-äriu-s m. Bordürenmacher (Plaut. Aul. 3. 
5. 46 textores linilolarü)^ (^Ihnbäre) linibä-tti-s verbrämt, bordirt. 

lab. — l&b-i gleiten, dahin gleiten, sinken, fallen; verfallen, 
vergehen, verstreichen (Inf. labier Hör. ep. 2. 1. 93), Part, lap- 
su-s; lap-sU'S {sü-s) m. das Gleiten, Fallen, der Fall; jede schnelle 
Bewegung: Lauf, Flug, Fliegen; übertr. das Fehlen, der Fehler; 
lap-siro(n) f. das Fallen, übertr. Hinneigimg (Cic. Tusc. 4. 12 extr.), 
lap'Si-li-8 {yklcxQog Gloss. Philox.); {^lap-ta-re) lap-sä-re wanken, 
fallen, straucheln. — l&b-e-S f. Fall, Sturz, Einsturz, Untergang, 
Verderben; Schaden, schadhafte Stelle am Kleide = Fleck, Flecken, 
Schmutzflecken; (übertr.) Schandfleck, Schande, Schmach, Demin. 
labe-cula; läb-undti-s gleitend (Att. v. 570. Trag, lat r. Bibb. p. 179); 



- 704 - 

l&>i-du-s schlUpferUcb (ilitiera, Vitr. 6. pr. 2); läb-t-U-s zum Fallen 
geeignet, DchlUpferisoh, hinfällig. 

lab, — (*{äb-u-s) läbft-re xnm Pullen oder Sinken neigen, 
wajiken, Bchwaiikeii')^ Inohoat. laba-sc-ere; täbe-faccre (Voss, lalic- 
fieri) zum Wanken bringen, wankend machen, erschüttern; Intens. 
labc-fac-tä-re mit aller Gowalt und Absicht Kum Wanken zu bringen 
sncbea, labe fadä-ti-ö{tt) f. das Wankcndniaehen , die Er^tihUtterimg. 

B. <J1. 331b. - Bickell KZ. XIV. 429. - CoraBin I. loi f. II. su. 
887. — DBntzer KZ. XIII. 12. — Y. W. 185. 486; F. Spr. 148. 318. 3«3. 

— C. E. 372 stellt lüßri mit laben Fleck, Sclimach eusamnien, tieniit 
aber labe» Fall („Fleck und Fall durch den Bcgrilf Schaden En ver- 
mitteln, halte ich für iluascrtit kaustlich"). Ilie W. der angefOhrtai 
Werter scheint ihm eher \u (Jld-fti] Begeh impfung) tu sein. — Wieder 
auders H. Weber KZ. X. S4Ö: lü Intern {yal. pag. 7761: lä-vä = lü-fi^. 

— 1) F. Spr. I. c. — C. E. 628: %a Xen sohillcn, loß-o-e HüIbc, Schol«}' 
die Bedeutungen „Ohrläppchen, Luberlappan" uiÜBnen für BecundÜr gelten. 
Man verglich die Uhrläppcfacn übd herabhängende d Schoten und nttnnt« 
sie danach [beMcr scheint en wohl, beide Bedeutungen tu trennen und 
loßös Hülse, Schote allein au Xen in stellenj. - 8! i\ W. I. c: „Tgl. üt. 
rumba-s Saum". (Dann gehören hiehcr auch die Mikl. Lex. [«. 815 an- 
geführten Wörter: rafiti panwus, rubacha iiidwiiuin, [«In. Tebt/ Santa, 
r^k Zeug n. a. w.) -^ a) Vgl. C. V. 1. 316: dico, düai. Cäo, lähi neben 



t 



RAUll l'asfjen, paukon, nehmen, gewinnen (fassen = 
unternehmen, beginnen; erfaast werden ^ aufgeregt, wütbeud 
werden). ^ Skr. r»llh, rnnibh fasHen, umfassen; sam- (Ued. 
Pubs.) in Eifer, in Aufregung gemtben (innerlich erfasst werden); 
sitmrahilha aufgeregt, aufgebracht, wUthond; lallh 1) erwiBcheiit 
fassen, antreffen, finden, sich bemeistern, 2) erhalten, bekonunea, in 
Besits gelangen u. s. w. (PW. VI. 267. 270. 497J. — Siehe l) arbli: 



paß' 



62. 



labh. 

Xacp. — Perf. {*li-li\tp-a) u-Xr|(p-a n. b. w. (siehe unten ht^ 
^ttvto). —■ Vdwp-üpo-V n. (meist im Plur.) Cfcwinn, Beuta (di 
lebenden Poinde entrissen, Ggs, <S»vi.ii), Itupv^tv-fo Beute 
(LX\). — d^<pl-Xa(p-^|C umfastiend, weit, ausgedehnt, reiohlkh, 
iy^i-iüifi-t\<s\'ta f. Umfang, Grösse, Reichthum, icfiipt-itKp-ltt id. (Clck 
ad Qu. fr. 2. 4). 

(infi?') Xajjß (fJ wetzen des verhergehen den Nasals:) Xaß. — 
Xa^ß-ävUJ fassen, ergreifen, nehmen; hinnehnien, empfangen, «r- 
halten'l (Fut. Arj^ofiat, Ion. Aci/tVioftat lU'rod., der. lai^oüfiai; Aw. 
|nur dies Tempus bei Homer| ^-kuß-o-v ■= * i-lttfiß-av'f , ep, HJm- 
ßav, Impcr. läßc, att. kaßi. Iteiat, ion. küß-c-an-i Her. 4. 78, Had. 
i'Xaß-ö-fiiiv, ep. Inf. i.c>.aßia9at Od. 4. «88; Perf. fi-Xfi<p-ti a. obe% 
ion. It-läß-tf-iM Herod., Pass. tt-kriit(iat, ion. li-lafi-iuii ~ 



on-iuii HW^ 



— 795 — 

• 

li'Xfili-fuu Aesoh. £ur.; Aor. Pass. l-Ai^^-Otj-v, ion. i-Xafup-^'V 
Her.). — (ion. poet, bes. ep.: laß-jofuci, kad-jo-fiai?) Xd2[o-|iai 
fassen, ergreifen, nehmen (nur Präs. Imperf.; Hom. nur PrSs. 
Opt 3. PI. katoUtto n. 2. 418 und Imperf. (ijkaiixo; Nbf. dazu 
Xd£u-)uiai ergreifen, ertappen (h. Merc. 316, £ur., Arist. und sp. 
Dichter: ka^v-a^aij -tfOf, Ttgoa-ka^v-fievai)*). — Yerbala^j* krin-ro-g; 
Ifim-ino-g zum Nehmen geh., geschickt, ki^Tt-xri-g der Nehmende 
(Zonar.). — {kipt-xi) Xf^ipi-c f. das Annehmen, Empfangen; das Fangen, 
Gefangennehmen; Anfall (Medic); der angenommene Satz, Vorder- 
satz (rhet.); ßQV(Siavo-^Qa(SV(ucxBtO'kfiipi'iUQfjuxToi (Ephipp. bei Athen. 
XI. 509 C. M.) brysonisch-thrasy machische Geldnehmer d. h. ge- 
winnsüchtige Anhänger des Brjson und Thrasjrmachos'). — Xfiji- 
)yia(T) n. Einnahme, Einkommen, Vortheil, Gewinn (rhet. = X^'^^)^ 
Demin. krjfifiaT-to-v n., krifjt(iaT-ui6-g zum Nehmen geneigt, zu er- 
greifen wissend, kri(i(i€n-lici) ^= kccfißavm (Apo]lon. Synt. p. lOl), 
kfi(i(uni-(S'fw-g m. = krjfifia (Sp.). — Xaß-rj f. (womit man fasst) 
Griff, Henkel; das Nehmen, Anfallen; Veranlassung, Gelegenheit, 
Pemin. kaß-to-v n.; kaß-l-g (Cd-og) f. Griff, Schnalle, Haken, Demin. 
kaßld-tO'V n. (Diosc), kußiö-o-ca anheften, feststecken (id.). — Xdß- 
po-c heftig, ungestüm, stark, reissend, gierig, unmässig (Sp.)^); 
kaßQO'Xri-g {Trjr-og)^ -övvri f. Heftigkeit u. s. w.; kaßQ-ev-o-fiai dreist, 
keck, vorschnell schwatzen (IL 23. 474, 478), kaßQe{J^yia f. dreiste 
Schwatzhaftigkeit (Hes.); kußga-^a) «= kußgevo^um; heftig losstürzen 
(Ljkophr. 260); ktUßg-a^ (ÜTi-og) m. der Meerwolf, ein gefrässiger 
Fisch, Demin. küßgan-to-v n.; kußgccn-Tti-g m. dreister Schwätzer. 

rab. 

räl). — räb-Sre rasen, wüthen; räb-ie-s f. (Gen. räbies nur 
Lucr. 4. 1079) das Rasen, Wüthen, Wuth, Aufregung, Leiden- 
schaft; (*räb'ti's) rabirdu-s rasend, wüthend, tobend, wild, räbir 
ösu-s (Adv. -Öse) id., Demin. rahiosu-lii-s (Cic. fam. 7. 16); {^rab-ths) 
rabü4U'S wüthend (anser, Joann. Saresb. 5. 6); räbü-la m. schreien- 
der Advocat, Rechtsanwalt, Zungendrescher, Rabulist, rabtüä-tUrS 
m. Rabulisterei (Marc. Cap. 2. 46); Eah-tr-ht-s röm. Familienn.*). 

röb. — (röb-as) röb-us (Cato r. r. 17. 1. Col. 2. 6. 1. Paul. 
D. p. 264. 12), röb-ur (-Sr-i^) n. Härte, Stärke, Kraft, Festig- 
keit; Kern, Kemmasse; Kernholz, bes. Eiche, Steineiche*); rob- 
US -tu 'S hart, stark, kräftig, fest; aus Kernholz, eichen (Adv. -te)^ 
robust-eu-s aus Steineichen (Vitr. 2. l); i^röbor-u-s) roborä-re stär- 
ken, kräftigen, kernfest machen, Part, roborä-tu-s (Tert.); Inohoat. 
robora-sc-ere (Naev. ap. Non. p. 116. 26); robor-eu-s, (^röbor-n-u-s) 
robur-n-eurS von Eichen, robor-ösu-s starr, starrend wie Holz, röbor- 
äriu-m n. von starkem Holz gebautes Thierbehältniss (= vivartum). 

lab. — lab -OS (älter, vgl. ita ^arbos, labos, vapos' etiam et 
^clamos* aetatis fuerunt, Quint. 1. 4. 13), läb-Or (ör-is) m. An- 
strengung, Arbeit, Beschwerde, Drangsal, Mühe, Noth; personi- 



— 796 — 

ficiert Lab-OS, -or (terribäes visu formae, Letumfjuc, Labosque Verg. 
A. 6. 277); Labör-iae f. die fruchtbarsten Niederungen Campa- 
niens (jetzt Terra di Lavaro) ^ Läbor-lnu-s zu den L. geh. {campus)-^ 
(^labör-u-s) laborä-re sich anstrengen, arbeiten , sich abmtlhen, 
bemttht sein; in Drangsal, Mtthe, Noth sich befinden, gestört, 
getrübt werden, laborä-iar m. (August), laborä-ti-öin) f. = labor 
(Fronto); (^labor-u-s, -iu-s) labgri-ösu-s (Adv. -ose) mühsam, be- 
schwerlich, mühselig; voller Arbeit, arbeitsam, thätig; (^ labor - 
östHf) labösu-s id. (Caecil. ap. Non. p. 489. 12)^). 

B. GL 318b. 830a. — Corssen I. 162. N. 203. — C. E. 260. 293. 

— F. W. 166. 483; F. Spr. 218. — Grassmann KZ. XII. 91. 8). — Grimm 
W. I. 638 f. 8. V. „Arbeit". — Miklosich Lex. 767 8. v. rahu, — Bödiger 
KZ. XVII. 316. — Schweizer-Sidler KZ. XIU. 311. ~ Siegi8mDnd St. V. 
209 fif. — 1) Gans anders Legerlotz KZ. VIII. 60: ved. galb fortetn, auda- 
cem esse (ags. gdp-an superbire): yXaß-fiv^ i-ylritp a => ti-lritpa, 'Dazu 
Schwoizer-Sidler KZ. XIX. 239: „sehr bedenklich''. — 2) C. V. I. 178. 
22). 248. 267. 8). 322. 63). — 3) G. Meyer KZ. XXII. 20. — 4) Lettner 
KZ. VII. 186. 74): zu Xdnxn, lambo. — 6) Vgl. Fick KZ. XXll. 378. ~ 
Froehde KZ. XXII. 661: ra, rabh oder rap brüllen, erschallen lassen. 

— 6) Anders Kuhn KZ. VL 390 ff.: Skr. rädh, rädh-as Fülle, Reich thum, 
Wohlstand. — Beistimmend Corssen I. 170. B. 200. — Ebenso Ascoli 
KZ. XVII. 337. 69); aber in der Anm.r doch fällt es schwer, röbur von 
Skr. räbhas (rabhas-a speed; force; joy; considercUian ; regtet) zu^ trennen. 

— 7) Fick KZ. XXII. 372. 



rava Nebenbuhler. — VgL kirchensL: rivXnü aemulans, 
rtvini, rtvinostt actnulatio, zchis u. s. w. (Miklosich Lex. p. 810 f.), 
böhm. rcvni-ii nacheifern, eifersüchtig sein. 

riv-lnu-S (Plaut. Asin. arg. 6: rivinus anwns ob pracrcptam 
mülierem)j riv-ÄÜ-S m. Nebenbuhler in der Liebe, Kival, rirali- 
tä'S (täti-s) f. Nebenbuhlerschaft in der Liebe (vgl. acmulationc, 
quae rivaliiati sitnUis est Cic. Tusc. 4. 27. 56). 

Fick KZ. XXII. 374 f. („in den Wörterbb. von rivus Bach; Neben- 
buhler =s Canalnachbar , an einem Gerinne Bothciligter? Nun ist ja zu- 
zugeben, dass die Bedeutungen oft in kühner und kühnster Weise über- 
tragen werden; aber dieser Sprung scheint mir denn doch zu stark, das 
hcisst doch aus Allem Alles machen**). — Eine andere Deutung wurde 
nirgends gefunden. 



rav-as n. die Weite, das Freie. — Zend ravatih weit, 
frei, ravan m. Ebene, Thal; ksl. r a vi nü planus; böhm. rovfty, ro- 
vina plamties (vgl. Miklosich Lex. p. 767 f.); got. ru-ma geräumig, 
m. Raum. 

{*rov-os) rns (Gen. *rüS'is = rür-is) n. das freie Land, Land, 
Landgut (Ggs. Stadt) [Acc. rus auf das Land, Local. rur4 auf 
dem Lande, Abi. rur-e vom Lande oder Gute her], Demin. rus- 



— 797 — 

däu-m JU (Gell. 19. 9); (^rus-tu-s) rus-it-cu-s (Adv. -ce) ländlich, 
zum Lande, Landgute, Felde geh.; Subst. m. Landmann, Bauer, 
f. Bftuerin, Landmädchen; (meton.) nach ländlicher Weise, einfach, 
schlicht; (im schlimmen Sinne) bäuerisch, ungebildet, roh, Demin. 
rusHcii4thSf ntsticel4u'S ; rtistic-änu-s das Land oder den Landmann 
betreffend, landmännisch; rustid-tä-s (täti-s) f. Landwesen, Land- 
wirthschaft; ländliche Einfalt, Plumpheit, ünmanierlichkeit ; ru- 
sticä^ sich auf dem Lande oder Landgute aufhalten, Landwirth- 
Schaft treiben; bäurisch, ungeschickt reden, nistica4i-m (Pomp. ap. 
Non. p. 166. 30) = mstice, rtisticä-ti-ö(n) f. Land-leben, -wirth- 
schaft, -bau; {^rür-u-s) rurä-re, -ri auf dem Lande leben, Land- 
wirthschaft treiben (selten), rurä-H-ö^n) f. Land-leben, -wirthschaft 
(App.); rur-äli-s (Adv. -ter), rur-es-tri-s (vgl. terrestris pag. 310) 
ländlich. 

F. W. 166; P. Spr. 147 (man kann auch eine Grundform rogvos 
gtatoiren, welche sich mit Skr. ragas n. „bebautes Land, Feld'* iden- 
tificiren Hesse). — Anders B. Gl. 326a: ruh crescere; fortttöse rus, rur-is 
a crescendo dictum, mutcUo d in r vel in 8, deinde in r). — Anders 
wieder Aufrecht Sprachd. 1. 57: karsh arare; *cru8, rus (vgl. Corssen 
KZ. III. 246 f. L. Meyer KZ. V. 370). 



RAS netzen. — Skr. ras schmecken; ras-a m. Saft, (bild- 
lich) das Beste, Feinste, Kräftigste, flos; Flüssigkeit überhaupt 
(PW. VI. 289 f.); ksl. rosa, böhm. rosa, lit. rasa Thau, ksl. böhm. 
rosi'ti thauen (vgl. Mikl. Lex. 804). 

ras^). — (i-Qa-a-m) d-pd-iu ausgiessen in: ont-sga-cD eine 
Flüssigkeit ableiten, ausspeien (Theophr. Strab.), ccTt-ioä-ci-g f. das 
Ableiten einer Fl., das Aussp. (Plut. Theophr.); i^-SQu-m ausspeien, 
herauswerfen, i^-sQcc-iS'X'q-g m. der Ausspeiende (Eust.), i^-igä-ai-g 
f. = aitigaCig (id.). 

rös^), — rö8 {rör-is) m. Thau, poet. Nass, Feuchtigkeit, 
rör-i-du-s, rör-u-lentu-s , (^ros-cu-s) ros-ct-du-s bethaut, benetzt; 
(^rör-u-s) rörä-re thauen, träufeln, trans. bethauen, beträufeln, be- 
feuchten, rorä-ii-öin) f. das Thauen; ror-ärii (müites) m. Abthei- 
lung junger leichtbewaffneter Soldaten, hinter den triarii stehend, 
die den ersten Angriff zu machen und dann wieder hinter die 
triarii sich zurückzuziehen pflegten^) (rorarii appeUahantur milites, 
qui antequam congressae essent acies prima non muUis iaculis ini- 
hant proclium^ tr actum , quod ante maximas pluvias caelum rorare 
incipiat. Nonius Marc. p. 552). — rös martnu-s Meerthau, vgl.. 
€ilo<s-€i%vj]^ eig. Meerschaum, eine Pflanze (Arist. h. a. 9. 14), Ros- 
marin (auch marinus ros, ros maris oder bloss ros). 

1) Fick KZ. XXII. 376. — 2) B. Gl. 319b (ra« gustare, amare; 
rasa sapor, gustus; sucus» liquidum, aqua: roSy ror-is e ros-is). — F. W. 



i 



„ 798 " 

t07. 388; F. Spr 301. .S&9, — CorgBcn KZ. X. ISf.: ktu fliesseu: («)rti 
oder <ß)roV'ö» ^- flüssig; üogegen B. 60G: Skr. varsh, var»h-as Regen, 
Tröpfeln. - Zu ranh aticfi Pott E. F. 1. 272 und {«wcifrlnd) C. " 
341. — Knfan KZ. VH. 63 f.: dru laufen: {drav-m, drom, dro») rot. 
Die Etymologie vou tox bleibt demnach Eweifelbaft und Knbn's 
denken \\. c) gegen diu Ungleichheit der Yocalu (riu, rüa) vemiag der 
Verf. nicht zu beheben. — 3) Andere Corssen I. 310. N, 143: dra " 
Sfä'BKoi, dazn: idra-de-, drös-) 'rös-äriu-s, ror-firiim, rorarii ^ 
«pofioi. 

RI frei machen, laufen tasaen, giessen, begieeaen, 
bestreichen, betünchea. — Skr. rl, ri l) freilassen, frei 
moL-hen; lanfen )a8§en, 2) losmachen, ablösen, abtrennen, 3) ent- 
laeeen = verleiben, 4) med. in Stürke geben, sich aufläsen: üi'b 
Fliessen gerathen (PW. VI. 342). 

ri'}. 

Xt. — all, «U-ä (vgl. jtn, xn-ä), ä-li-v (vgl. Jti*, xAt-v): 
(ü'iiS-ja) &-\lliX {ri Itvxri läv öMgav. Mantdövig Hcs.) f. äu 
Bestrich enaein, die BetUncbnng der Bfiume, das Fleckig werden; 
al^uv ttXtlipfa9at (Hes.); ä-Xiv-£iV' ältitptiv. ältftit' inaliiilmi. 
aliTvai' to Inalii^iat wl%a. xat-aktivai [xttt-tilivai Pfaot.]* tmu- 
fü^ai rverschriehen statt Mmailci^iriJ. In^altivai' Inaletiiiai {ü ro/jM) 
Hes. [statt äXtivut ist üiLtVai tu sthreihen]; (o-Ui-y) ä-XlC-T-^-Ui 
besudeln fsehr spät und vielleicht maked.), öA/ffyij-fiofr) n. Be- 
sndelung (N. T.); (äli-ja) 6.\\r\' xtin^os [wohl «onpofj. Mmuiövtg 
(Hes.)*). — ('h-ftlinj Part. fem. = flUssig Oeraachtes) Xi-^ivri t 
Sumpf, Teich, See; bei Hoiuer auchr die See, das Meer'); Demin. 
kiftv-lo-v n., kiiiva-to-g im Sumpf, See lebend {o^vi9ts l. Waeser- 
vOgel; liftvttio-v n. ein Kraut Diobc), fem. hiiv-ä-g (äS-os) (Theobr. 
5. 17); ltfivä-^u> zum Sumpf werden, einen S. bilden, hfiva-a-fiö^ 
m., l/fivof-tf-(«i(r) n. =* Xlfiv^ (Sp-)i "Iffi^J-rtj-s (fem, iijuwj-n-s) 
ti(ivatos (Sp.); iLijUi'ö-n zum Sumpf, Teich machen, Pass. werden 
(hftvm^ivTtg tönot Strab. 5. 240); {Uiiv-ev-ia) Uftv-cisyiv, iUfiv- 
iv-ai-g f. das Versumpfen (Zonar.); li^vi]-a/a f., ltfivi}-«to-v iL, 
li/iv^-ff-ii-g {xiä-og) f. ein Sumpfgew&chs (DioBc); hitvo-itS^s, iifii 
mStji Biunpfartig, sumpfig, — XT-jirjv (-fäv-og) m. Hafen, Bnebt 
(Dat. lifiev-iaai 11. 23. 745); Ubertr. Sammelplatz, Zulluchtaort, 
ntlayo-lifi^v Hafen auf hoher See; Demin. Xifitv-laKo-g m., -I4H 
n.; iiiuv-la f. Bein, der Aphrodite, der SchutxgJIttin der HBfen 
(Paus. 2. 34. 11); Itjuv-Zf» einen H. bilden (Polyaen. 4. 7. 7). 
kifiiv-irtts m., -("-n-j (fiS-og) f. im H. befindlich, am H. wohnend; 
{hiuv'tiito) lifirjQÖg mit einem U. versehen; 'Enlöav^g ^ Aifoifi 
in Lakonien am argolischen Meerbusen (mit einem H. und Temi>el 
, des Asklopioa); kiiuvo-eiÖ^g hafenBhnlich (Sp,), — Xei: (in- 
kti-iiav vgl. xtt-fitiv pag. 260) Xei-Miitv (-näv-og) m. Jeder w» 
lind grasreiche Ort., Wiese, Au, Weide, Xcifuov-ö&tv von der Wiese 



— 799 — 

her (II. 24. 451), Ut^Mov-io-g von der W., zur W. geh. (-w-v n. 
Wiesenblume), fem. XeifKov-C-g {Cd-og), -t-d-g {dö-og)j -l-xi-g {l-xid-og)'^ 
Isiiuovo-etörjg wiesenartig, gras-, blumen-reich ; kHiuovid-rri'g m. ein 
grasgrüner Edelstein (Plin. h. n. 37. 10). 

. Xi, Xoi. — Xi-|iö-c (vgl iä^e-s pag. 281) m. (h. Cer. 312 f.) 
Hunger, Hungersnoth, kifi-dörig verhungert, hungrig; hfuicaan^) 
hungrig sein (Sp.). — Xoi-|iö-c m. Pest, Seuche (Hom. nur IL 
1. 61), lolfi-uhg der die Pest Verursachende (Bein, des Apollo), 
loiji'ix6-g pestilenzialisch , verderblich, koifw-^ri-g (rrjT'Og) f. Pest- 
znstand (Sp.), koiii^dörig pestartig, koiii-ev-o-^i verderben (LXX); 
Xonuadöia^) an der Pest leiden (Sp.). 

(i-kaJ^-tä) d-Xa-ia, ion. d-Xa-iTi, (i-ka-ut^ ikä-ä) i-\a-a att., 
f. Oelbaum (oha Europaea)\ ?Xaio-c m. wilder Oelbaum; ?Xaio-v 
n, Olivenöl, Baumöl, Salböl^); Demin. ika-dio-v n. kleiner Oelbaum, 
ein wenig Oel; ikai-d-g (aö-og)^ -l-g (Cd-og) f. Olivenpflanze; ikai-^ 
{-mv-og) m. Olivenhain (Geop. Jos.); ikaio-ca mit Oel salben {ikauo- 
xi-g gesalbt Hes.), Oliven saipmeln (Poll.); ikal-^ta Oliven bauen 
(E. M.), olivenfarbig sein (Hes.), ikai^-c-xr^-g^ njg (rng-og) m. Oliven- 
sammler (Poll.); ikä'i%6'g vom Oelbaum (Sp.); ika-ivo-gy ikatv-so-g 
Oliven, von Oelbaumholz; ikat-rjQO-g ölig, von Oel; ikait^-Bi-g mit 
OelbSumen bepflanzt; ölig, fett; ikaio-eiöi^gj ikai-ciötig oUven-, öl- 
artig; ^Tjt-ikaio-g f. (unter den Oliven) Quelle bei Ephesos (Ath., 
Strab.). 

li-b«). 

Xiß. — {^^ß'S) Xivp (kiß-6g) f. das Ausgegossene, Nass, Quell, 
Tropfen, Trankopfer; XiijJ (kiß-og) m. Südwestwind (weil er Nässe 
bringt; Africus)'); Aiß-u-Ti (vgl. pg. 803 delib-ti'ere) f. Libyen (bei 
Hom. das Land westlich von Aegjpten bis zum Okeanos; dann: 
theils die Nordküste Afrikas, theils ganz Afrika), At^ßv-no-g libysch 
(kißv%i^ eine Pflanze, sonst ayjjovffa, Diosc.); Xiß-u-c m. ein schwarzer 
Wasserkrug, der auf das Grab unverheiratet Gestorbener gestellt 
wurde (auch kovTQO'g)6QO'g)'^ Xiß-o-c m., Xiß-d-c (dö-og) f. Tropfen, 
Nass, Quell; Xißdb-io-v n. kleiner Quell, feuchter Ort, Au, Wiese 
(tfraycov, x^vt/, iwÖQog xoitog Phot.), {ktßad-jfai) kißdita fliessen 
lassen, träufeln; Med. rinnen, fliessen; Xiß-pö-c (kiß-riQo-g Galen.) 
triefend, feucht. — [A]iß: iß-dvii f., Tß-avo-c m. Eimer zum Wasser- 
schöpfen (Res.), Ißavi'io Wasser heraufziehen aus dem Brunnen' 
(id.), Ißava-xQ'l-g (Id-og) f. Brunnenseil (id.); Iß-'^va' xbv olvov X^]- 
xeg (id.); Tß-br|-c m. Zapfen am Schiffsboden, um das dort sich 
sammelnde Wasser abzulassen (vgl. Anm. 9). 

Xeiß®). — Xeiß-uj (kCßer anivöei Hes.) tröpfeln, giessen, aus- 
giessen, vergiessen; bes. (Wein einer Gottheit zu Ehren) als Trank- 
opfer ausgiessen; ep. etßuj (Hom. stets öcik^ov stßeiv; also nur 
da, wo aus metrischen Rücksichten kslßsiv nicht stehen kann, vgl. 
Lob. Path. El. L p. 108; ferner l(H)g ilßBxo Hes. Th. 9'lO; öangv 



k 



tlßofUvi) ßoph. Ant. 527 Scbn.; läi/äg if(3«(« Ap. Rh. 2. GGi)"); 
idp-öfiv tröpfelnd (E. M. 781. 20). — XEiß-q-Opo-v (i»jSi;epov Hes.) 
n. ('anal, WasBergraben; Ceuchle, grasige Au (Eust.J, Ailßtfioa-v 
n. Stadt im pierisc-lien Makedonien (die Einwohner galten als sehr 
proBaiech, daher da» SprUchwort: äfiovaäiz^os tmv AtißTjfffitov), — 
Aeiß-flvo-c Jwwaos (Hes.), Liba-, BakchuB als giessendev, spen- 
deoder Gott. 

Xoiß, — Xoiß-ii f. (poet, einzeln in Prosa) das TrStifeln, 
AnBgieeeen, Sprengen; Trankopfer (Ubath), Tmnk- und Brandopfer, 
ioißa-las zur loißt'i gell, (xwi*!); ioi^-w = lilßa; Xmß-l-i (ISog) 
f. Becber zur Weinspende (^ anovdcTov), lotß-eio-v., -ämo-v n. Ge- 
tUas zum Trankopfer {a rö ikaiov iiuaitivdovifi toi"; tigoig Athen.). 

rP). 

ri. — ri-TU-S m. Gerinne, t'anal, Bacb, Strom, Strömung"!), 
Demin. nnä-lu-s m.; riv-Öli-s zum Gerinne u. b. w. geb.; SnLst. der 
zu einem Waäsercanal Mitberecbtigte, C'analnacbbar (GelL, Dig.) 
[vgl. rata pag, 796]; riv-Ör-a PI. n. BSche, Abzugsgräben (Agri- 
mens.); riuö-re Wasser leiten, ableiten {Pa«]. NoI. carm. 28. 614), 
rhä-Htn bachweise (Macr.); de-rivare ^ rivare (grammat. ein Wort 
ableiten), cor-rivare zusammenleit«n, c-ritiare herausleiten. 

U. — It-n-fire {U-vi. le-vi, li-n-i Prise, p. 898 P.) nebten 
^ bestreichen, beschmieren; Ubertr, überziehen, bedecken, be- 
schmiitzen ") ; Part, H-tvs; U-tus (tüs) m. das Netzen u. s. w., ff- 
lüra f. id., (poet.) Flecken, liturä-rc ausstreichen (Sidon.), Ithr- 
äriu-s zum Ausstreichen geh. {-ärii, erg. libri, Conceptbttcher, 
Auson.); Ji-nire ^ Unere (Perf. lisse Spart, Hadr. 4), Jmt-tus Qäs) 
m. = litvs, litn-li-ö(n) f. id. (Vulg.), linl-men (tuin-is), ^menhhm 
n. Schmiere. 

li. — ll-D-ea f. fÄufgestrichcnes =) Strich, Linie, {Tmri)>s, 
Entwurf; Gränalinie, Ziel, Ende; Demin. Imrö-Ia (Gell. 10. I); 
Ihte-äri-s, -äriu-s, -äli-s zur L. geh., aus Linien bestehend; Imeä-rt 
nach der Linie, dem Perpendicel einrichten, tinfä-ti-m Uulenweisa 
(BoCth.), Utieä-ti-ö(») f. Linienzug, ümriss, linra-rnfnlu-m n. — • 
imea, PI. Gnmdlinien, Züge, Gesicbtezüge. ~ ll<tSra, ll<tMni; 
(/ in der hochbetonten Sjibe geschärft gesprochen, vgl. guattuat 
pag. 109; leiteras C. l. L. 198. 34, lilerni ibd. 207) f. (der auf- 
gestrichene) Buchstabe [das Einkratzen, Eingraben der Schrift iR 
Wachs, Holz, Stein, Er/, wird durch srribere bezeichnet], SchrifUug^ 
(übertr.) die Handschrift; (bes. Plural) das Schreiben, der Brief^' 
die Schrift, der .\ufeatz; die schriftlichen DenkmBIcr, Litteratar( 
wissenschaftliche Bildung, Gelehrsamkeit"); Demin. Iitterü4a, Aat 
f.; liltrr-äli'S zu den Buchstaben geb., auf ein Schreiben sich be^ 
ziehend, brieflich, litler-äriti-n zum Lesen oder Schreiben geh. 
(maffisler Elementarlehrer), liltcr-iiitii-s gelehrt; (Cass. Hem, ^. Non. 
p. 133. Ü), niter-i-i)(ii) m. Sprach nie ister (Amm. 17. 11 verrKihtlicb; 



— 801- — 

appeüanies purpuraiam simiam et Utterionem Chraecum)'^ liäerä-re 
(vgL öb'lUteräre überstreichen, auslöschen, in Vergessenheit bringen), 
davon Part. lUttra-tu-s mit Buchstaben versehen, gezeichnet; wissen- 
schaftlich gebildet, gelehrt (Adv. -te)] Demin. UUeräiü-lfi-s (Hieron.); 
lUterä-türa f. Buchstabenschrift, Alphabet (lUteratura constat ex 
noiis liäerarum et ex eo, in quo imprimuntur ülae noiae Cic. part. 
or. 7. 26); Sprachwissenschaft, Philologie (grammatice, quam in 
Latinum transferentes litter atur am vocavenmt^ Quint. 2. 1. 4); litterä- 
ti'0(n) f. Unterricht im Lesen und Schreiben, litterä-tor (tör-is) m. 
Lehrer im L. und Sehr., Elementarlehrer; Halbwisser (vgl. älter 
litterator fuit, alter litteras sciens Gell. 18. 9); Sprachgelehrte, 
Philolog; litterätar-iti'S grammatisch, zur Sprachkenntniss geh. — 
iT-tus {Yg\.pec-tus pag. 461) (Gen. li-tor-is) n. Ufer, Gestade, Küste, 
Strand^'), Vißr-eu-s, -äli-s, -äriu-s, -ösu-s zum Ufer u. s. w. geh., am 
Ufer u. s. w. gelegen. — Li-ri-s, axLch Lin-ter-nu-s, Ll-ter-nu-s 
{= Sumpffluss) m. Fluss in Campanien, jetzt Garigliano (schleicht 
in der Tiefebene trttge dahin und verpestet im Sommer durch seine 
Ausdünstungen die Luft), Li-ter-nu-m n. Sumpf stadt (Senec. Ep. 
13. 1), Liter-n-inu-m (Liv. 38. 52. l) n. (erg. rus oder praedium) 
wo der grollende P. Scipio 187 v. Chr. sich zurückzog und wo- 
selbst er seine letzten Jahre verlebte; Li-sta (Superlativend.) f. 
die am Sumpf gelegene Stadt. — ll-mu-S m. Schlamm, Unrath**), 
Umä^e mit Koth bespritzen (limmn petam, ut tibi et tili limem 
Caput, Plaut. Poen. 1. 2. 80), lim-äriu-s zum Schlamm geh., Schi, 
absetzend (Frontin.), lim-ösu-s schlammig, reich an Schlamm (n. PL 
Schlammgegenden); Um-ax (äd-s) f. (m.) Wegeschnecke als die 
schleimige (schon nach Varro 1. L 7. 3. 93 von limus, quod ibi 
vivit)'^ Umäc-eU'S aus Koth, Erde (Tert.). — le: lö-tu-m n. Auf- 
lösung (vgl. Wrhe-s pag. 281), Tod, Vernichtung^*), let^i-s (Adv. 
-ter) tödtiich, letcnre vernichten, Idä-hüi-s = letalis^ leti-fer todt- 
bringend, tödtlich. 

po-ll-re anstreichen, abtünchen, abputzen, poliren, feilen, 
gl&tten, ausschmücken (polibant Verg. A. 8. 435)^^); Part. poU- 
iU'8 (Ady, 'te)j übertr. verfeinert, ausgebildet, gebildet, poU-tor 
(tör-is) m. Anstreicher u. s. w., poU-ti-ö^n) ^ poU4üra f. das An- 
streichen u. 8. w., poU-men (mm-is) n. das Blanksein, Putz. — 
(Vgl. Skr. vp-U verschwinden, zu Nichte werden, zergehen, sich 
auflösen machen, caus. verschwinden machen, zu Nichte machen, 
trans. schmelzen PW. VL 552 f.) dö-lö-re (de-le-vi) vernichten, 
vertilgen, zerstören^'); Part. deU-tu-s (deU-tu-s Varro ap. Diom. 1. 
p. 372, Cic. ep. ap. Prise. 9. p. 873 P.); dele-tu-s (tüs) m. (Tert.), 
dele-ti-d(n) f. (Lucil. ap. Non. p. 97. 4) Vernichtung, dele-tr-ix 
(tci-s) f. Vemichterin (imperii Cic. h. resp. 23. 49), dele-t^-lis aus- 
löschend (apangia Varro ap. Non. p. 96. 14), dele-t-tc-iu-s ausgerieben 
(charta, Dig.). 

V»iiii«k,M7m. WOrterbaoh. 61 



— 802 — 

Lehnwort (= iltua^ ilia. Htuav): Ölea L Oelbaum, Oliven- 
banm; Oelbeere, Olire; oleu-m n. Gel, oUaster (tri) m. wilder Oel- 
baum ( Oleaster iy^ukaia Gloss. Philox.) ^>; Demin. oUcLStetAu-s m., 
4a f. die calabriäche Olire; ole4u-m n. OliTeopflansnmg, Oelgarten 
(Cato r. r. 1), olei^as (tätis) L OeUeäe (ibd. 86. 144, 2), ole- 
äris, -ärm-s zum Gele, Oelbaam geh., als Sahst, -äriu-s m. Oel- 
zflehier, -hindler, oleä-g-tm-^u-s = olearis {(Äeag'mea carana, qua 
uti sotent, qui in proeiio non fuenmi, sed trmwftphum procarant 
Gell. 5. 6. 4); der Olire Shnlich, olfarbig; de-äsu-s Glreieh, ölig; 
{^oleä-re) oieä4us mit Gel rersehen oder gemacht, oleä-men, -mentu-m 
IL OeLsalbe (Scrihon.^». — olica f. (ihuai ofica = ^A^cuoi = Achiri) 
Olire: Fracht, Baom, Oelzweig, oünt-m n. poet. = oleum y (pli-'' 
vaster) divastdAu-^ m. Demin. zn Oleaster^ oliceAu-m n. = oUtunk, 
6lkit4aj otwi^a-s (tätis) L = oleiias^)^ ciwi-tar m. = Sahst, olea- 
rius, oHc-änu-s = Adj. olearms; (^oHcä-re) oiivan-^ Oliven lesend 
(Plin. 15. 2. 3).' 

li-k^'j« — VgL Zend ric, caas. raüecaya bespülen, ä-rikh-ti 
Besprengong. 

Itc. — llqn-^re (Perf. Uqu-i, Uc-ui) flOssig sein, fliessen; 
fibertr. klar, deatlich sein, Part liguens; LiguetU-ia L Flass in 
Oberitalien (jetzt Livenea); Itqu-t-du-s (t Lacret) fliessend, hell, 
klar, rein, deatlich CAdy. -de^ -do übertr. bestimmt, sicher); Demin. 
liquid-ius-culu-s (Plaat MiL 3. 1. 70), liquidi-tä-s f. FlOssigkeit 
(App.); liqU'Or (ör-is) [liquar aqua Lacr. 1. 454] m. Flüssigkeit, 
flüssige Substanz; Hqu-^riu-s zur Fl. geh., als Fl. dienend; Kque- 
8C-€re (Uc'Ui) flüssig werden, schmelzen; (übertr.) weich, schlafi" 
werden; Hque-factre flüssig machen, schmelzen; (übertr.) schwftehen, 
entkräften; (*liquu-s) Uquä-re flQssig machen, schmelzen; durch- 
seihen, reinigen, läutern, klären, Uqiiä-ti-ö(^n) f. das Flüssigmachen 
u. 8. w. (Vopisc.), Tiquä-tdr-iu-m n. Seihgeföss, Durchschlag (Cael. 
Aur.), liquä'hUi-s schmelzbar (App., Prud.), liquä-men (miw-ts), 
-mentu-m n. Brühe (Col., Veget.), Uquamin-ä-tus mit Brühe ver- 
sehen (Apic), liquafniti^su-s voll Brühe i^Marc. Empir.). — con- 
UC'iae (-Hqu-iae), de-Uc-ia (-Uqa-ia) f., e-Uc-es m. (PL) Wasser-, 
Dach-rinne, Abzugsgraben {deUcia est lignum, quod a culmine ad 
tcf/ulas angulares infimas versus fastigatum eoUocatur, unde tectum 
delicatum^ et tegulac ^delieiares^ Paul. D. p. 73. 2); pro-Ucere 
{'Ui) hervor-rinnen, -fliessen {Cfftanare, effluere Gloss. Isid.). 

lic. — ll(|U-i flüssig sein, fliessen, schmelzen; lix (tic-is) 
m. Flüssigkeit der Asche, Lauge, (dann allgemein:) Asche (lix 
est cinis vd hunvor emcri admixtus: nam etiam nunc id genas lixi- 
vium roratur, Non. p. 62. 11), lix-ivu-s, lix-lv-iu-s ausgelaugt, Subsi 
'ivia f., -iviu-m n. Lauge; {*lic-ta) Uxa f. Wasser (lixam namque 
aquam r et eres roeaverunt, unde elixxnn dieimus aqua coctum Varro 
ap. Non. 02. 14); e-lixu-s ausgesotten, ganz durchnässt (^elixum 



— 803 — 

e Uquore aquae dictum Varro 1. 1. 5. 109), elixä-re aussieden (Apic), 
eHxä-türa f. AussieduDg (id.); {*pro-ltgu-ere hervorfliessen machen) 
pro-lixu-s hervorfliessen gemacht = tiberflüssig, reichlich, aus- 
gedehnt, weitlttufig; (übertr.) freigebig, gefällig (Adv. prolixe), pro- 
Iktä-re ausdehnen (CoL), prolixi-iä-s, -tü-d-o f. weite Ausdehnung, 
Weitläufigkeit; lixä-bunda-s (iter lihere ac jprolixe faciens Paul. D. 
p. 116). 

IIb«). 

Uh, — (*lib-U'S) llbÄ-re = ite/j^Q); femer: abschöpfen = 
kosten, gemessen, berühren ^^); Uhä-ti-öin) f. = Xoißrj, liba-tor m. 
Opferer, Spendenbringer, libätör-iu-m n. = koißeiov \Yn\g.) , libä- 
tnen (win-is), 'fnen-ttt-m n. = libätio; (bildlich) Probe, der erste 
Versuch; delibä-re abnehmen, abschöpfen, vermindem|; prae-libare 
vorher kosten, pro-libare opfern; Lib-er {eri) = Aeiß-TJvo-g^ 
Xlb8r-a**); {* Leb-a-nt-iu-s) Lehasm-s (quamvis Sabini Cererem Pa- 
nem appeUenty Liberum Lebasium, Serv. Verg. G. 1. 7)*^). — Üb: 
de-Ub'U-ere benetzen, bestreichen (deUbüta Prudent. Psych. 312). 

1) Corssen I. 383. 534 ff. B. 19 f. N. 61 (jedoch I. 536*: W. sU, 
K; nicht zu ri fliessen); KZ. III. 261. 303. — C. E. 366. 361. 368. 663. 

— F. W. 169 f. 393. 1076; F. Spr. 219. 363. — 2) C. V. I. 253. 1). — 
Fick KZ. XXII. 197 ff. — Fritzsche St.- VII. 387. 18). — 8) Vgl. Ebel 
KZ. I. 296. — F. W. 487: — Uß-vrj. — 4) Vgl. pag. 564 Anm. 8. — 
6J Vgl. Brugman St. IV. 145. 13). Goetze St. Ib. 203 f. Hehn p. 87 ff. 
{ilairj Od. 5. 476: der wilde, strauchartige, als ^dfivos bezeichnete 
Oleaster). Lottner KZ. VII. 176. 76). Pott I.* 208. Savelsberg Dig. 
p. 21. — 6) B. Gl. 334 a. — C. E. 368. — F. W. 484. 487. — 7) Vgl. 
noch Pape W. und Seh. W. s. v. (letzterer: oder mit Xatlai/» zusammen- 
hangend?). — 8) V9I. Bickell KZ. XIV. 432. - Lottner KZ. VII. 174. 
54): libo, Isißm. Hierzu auch Liber, Libera; auch wohl liberi Kinder, 
vgl. dgoitog, das junge (?). — Seh. W. s. v. — 9) C. V. I. 220. 12): zu 
ftißai „obgleich sich kein zweiter Fall der Unterdrückung eines anlaut. 
X beibringen lässt" (dazu fuhrt C. E. 1. c. ausser tßdvriy tßavog, Cßdri? 
noch tufiäv XtxfMtv Hes. auf). — 10) Vgl. noch Zeyss KZ. XIX. 180 f. 

— Anders Ascoh KZ. XVII. 279. 14): vragh benetzen: *rthvu-8; vgl. ital. 
rigare, rigagfwlo. — Zu sru fluere: B. Gl. 436b. Corssen KZ. X. 19 
(sru, ru, rou: rov-ivu-s, ro-ivu-s, rlvu-s, vgl. ^cv-jita, qsJ-'S^qo-v; oder 
8rUj ru, reu: rev-ivu-s, dazu Bev-aU, Be-aU). Walter KZ. XII. 413* 
(sru sri-vu-8). — Die Ableitung von sru nennt Zeyss 1. c. „irrig". — 
11) Anders B. Gl. 188b: dih oblinere: li-no, li-tu-m, 7nütato d in l; 
dagegen 334a: tip ungere, oblinere, — 12) Vgl. Pauli KZ. XVIII. 23. 
41): „alle Ableitungen aus lictera und liptera, ersteres anlehnend an Skr. 
likh schreiben, letzteres an Skr. lipi Schrift, halte ich mit Corssen kr. 
N. 61 sq. für nicht genügend". — Zu likh, lipi zieht das Wort auch 
Schweizer -Sidler KZ. III. 375. XIII. 303. — Vgl. noch Klotz W. s. v.: 
wahrscheinlich von linere, also richtiger mit einem t [die üeberlieferung 
ist für Schreibung mit U, s. Orelli inscr. 391. Ebenso Brambach Hülfsb.: 
UUera besser als litera, — 13) Anders Pauli KZ. XVIII. 22 f.: kli sich 
neigen: ^cU-tus, %Xl-zv-g, Abhang, Hügel, nord. hltif Bergabhang, got. 
hlaiv, ahd. hleo Hügel, Grabhügel, got. Mains Hügel; also litus Absen- 
kung, Abdachung am Meere. Suff, -tus zeigt sich noch: Skr. sro-ias 
Fluss, Qrö'tas Ohr, re-tas Same, vielleicht im lat. pec-tus. — Benary 

51* 



- 804 — 

rCro. Lautl. p. 2S6: likh graben. — KloU W. s. v.: toq IiiKrc oder 
legen? vgl. l^io«, Itfiiv, Döderl. 3, 209, 6, 19». — Bnunboch HSIfib.; 
litM, niclit liHus. — Ui Lottaer KZ. VII. 185. 93) stellt Titnu« zu ahd. 
Oim Scblaim, Sclilnmm. - 15) F. W. 1. c. ~ C. E. 1. c: „Kühner wSi» 
es li-fio-c UuDger und U-tu-m Aaxa zu Btellen, obgleich lä-bt-s ab Ana- 
logie dienen kSnnte". — B. Gl. 42b: /brleaae ivm prita moriuu» edhaeret, 
objecto p et r mutato in l. ~ Kloli W. s. v.: nach Einigen voa 1^^, 
daher kthwn tu achraiben , waa jedoch Handachrr. nnd loHchix. nicht be- 
staUgen; vielleicht von einem Stamme leo = Ivta, wovon ddeo, vgl. 
PrtBC. p. 665 und 898 F., aaeserdem DOderlein 6. 19:4, wo er aof laxriv, 
1a»mt, SXf^eos hinweist, während er es 3. 173 <f. auf levare imrücki^hTt. 

— Ifl) 0. E. I. 0. (sonst wurde keine Deutung gefunden). — 17) C. K. 
L c. — F. W. »a 457: dar dikraja zerstören. — Kloti W. s. v.: dfoto. 

— Lottoer KZ. VII. 172. 19): deleo, dijlim. Doch die Bedeutung weicht 
ah und da.f nBchstverwAndte dc'loe, iMiu findet aicb in ahd. lala 'Trog' 
wieder. — 18) C. E. 361: „mit Benfey 11. ISO. Diefenbach Wort. 1. AH, 
Hehn 42! [B. Aufl. 98 f. 601] halte ich jetzt die V^'Örter aller andem 
Sprachen fflr entlehnt ans lXaia'\ — Vgl. Lottner KZ. VU. 176. 70): 
„dasB sich hierzu im Norden kein Analogen findet, int natütlicb- Der 
Baom selbst fehlt. Goth. alev ist trotz semes a entlehnt". — Vgl. HikL 
Lex. p. 502 a, v, : oUJ (nsl. olt^j. oli m., olje a., serb, ol/y, bOhm. pol. 
olej, lit. olcus, goth. aiev, ahd. oli, ahd. <il). -~ Pauli KZ. XX. SW 
zweifelt noch (olica, falls es entlehnt ist; wo nicht, so ist auch goth. 
alev nicht entlehnt und dann das v urspr.). — 19} Coraoen N. Vit: die 
Gesammtbeit der Fülle beseichnet -toi auch in iiei-ta{tys, olim-taffi-» 
Feigenemte, OHvenemte. — 20) B. Gl. 334b. — Corssen I. 502 f. Bu 
42a f. — F. W. 168. — Anders C. E. 466: rik räumen, leeren, »«L 
deutsch: lassen, serlassen, Zend ric ausgiesaen, von Jnsti wohl mit B ed it 
mit ric verlasaen identiflcirt. — Wieder andere Windiach K. B. VI IL. 
44 f.: W. valk, durch Umstellung tUqu; i [Uqyti) wird wohl auftnfasses 
sein vrie in (rini neben lernt, (riui, (rtlum neben tero, cttinen neben txmo 
a, s. w. und i {fiquar, ti^uet) wie in vigor, vtgeo (mit liquor stimmt com. 
glibor sogar im Suffix). — 21) Vgl. C. V. I. 330. Mangold St. TL IfiB. 
Uickell KZ. XrV. 432: It Itiiiif*», lu'ßm, libare causativ (wabrsch. mit 
schliesaeudem bh: ä-Xtiipiij, goth. sa-tbün). — Aehnlich Lottiier KZ. TU. 
98: dtlibvo, alfipia (inlautend media statt aspiiata); vgl. noch Anm. B. 

— 22) Anders Grassmann KZ. XVI. 107 ^Hehn p. TO): einfach der Freie, 
die Freie; Uebersetzung von Avatos oder EXev^mios, für die betreffianden 
Gottheiten sehr bezeichnend. — Vgl. Cic. n. d. 2. 24. 62: hune dieo 
lÄbervm Senitle nalunt, rum evm, guo» nostri majores aaguste ganc ^ 
cum Cerere et Libera conseiraverKtU. Dam Schoemann: bunc lÄbtmm 
iScmefe natmn d. h. den gricch. Dionysua, auf welchen wegen gew 
Aehnlichkeiten der Name des alti talischen Naturgottes Liber übertngen 
wnrde. Aber wllhrend ^ener Dionyaua, wenigutens nach Cicero's Memmig^ 
ein Tetgötterter Sterblicher war, galt I.iber für einen geborenen Oolb 
Libera, ebenfalls altitalische GOtün, wie ihre Mutter Ceres: beide ftber 
nachher mit griech. Gottheiten, der Persephone und Demeter, idea- 
tificirt, — Klotz W. s. V.: lAber, der altital. Gott der Fruchtbarkeit, 
später Bezeichnung des Bacchns (entweder von Über, Ivaios, der sorgen- 
lösende Gott, oder von liberi Kinder, gr. ttogat, als Sohn der Semela 
oder der Ceres, wie Libera, Proserpina als Tochter der Ceres, a, Hmp- 
tungs Itelig. d. Itöm. 1. 135 If.). — 23) Corssen B. 477. 



t 



— 805 — 

1) RIK lassen, räumen, leeren; freilassen, über- 
lassen, preisgeben; hinterlassen; lassen == hingeben, 
feilhaben. — Skr. riK id. (PW. VI. 344). — Speciell lateinisch: 
sich erstrecken, ausdehnen; hinreichen, darreichen, dar- 
bieten (Corssen 1. c). 

Up. 

XtiT. — XeiiT'iu lassen, verlassen, zurücklassen, hinterlassen; 
verlassen =■ im Stiche lassen; daraus intr. ausgehen, schwinden, 
vergehen; Pass. zurückgelassen werden, zurückbleiben, bleiben (Fut. 
ItlifHOj Aor. l-Xm-o-v^ ep. Unovy Med. i-km-o-firiv bei Hom. in pass. 
Bed., Perf. Xi-koiJt-a^ Pass. Xi-keifi-fiai, Aor. P. i-lütp-^-v^ Uiuv 
st iUnviCctv n. 16. 507, Fut. P. Act^-^-tfo-ftai, Fut. 3. Ae-Af/if/o- 
Ikai^ Fut. Ae/tfioftat nur in pass. Bed. Her.); Nbf. Xi-^-TT-dvuj von 
Thukyd. an (wxra-kifmavovoiv 8. 17) vereinzelt im Präsensstamm ^). 
— (Xin-ego vgl. ßkaß-SQO^ Utieq-ivo, kmeQ-vo, kiTtSQv-fiVj vgl. yv/itvo, 
yviiv-ffi) XiTrepv-TJ-c (im ^inne von keijtoiisvog) zurückbleibend = 
verkommen, kümmerlich (6 ^x nkovölov Ttivrig Hes.), fem. kiTteQvij'c-i-g 
(^tö-og) E. M. 566. 50; kifpeQvovvrag' nsvixQovg (Suid.)^); a-km-i^g 
unaufhörlich (Porphyr.). — Xitto-: kmo-ßiog den das Leben ver- 
lassen hat, todt (Hes.), kmo-yainog die Ehe verlassend (Eur. Or. 
1305), hTto-vavtfig die Schiffe verlassend (Theokr. 13. 73) u. s. w.; 
kt!7te(S'i/iva)Q den Mann verlassend (Stesich. bei Schol. Eur. Or. 249). 

XeiTT. — XeiTTiu (siehe oben); (kBrn-xt) Xeivpi-c f. das Verlassen 
(E. M.), Xeivp-avo-v n. Ueberbleibsel, Ueberrest'); X€ijLi-jLia(T) n. 
id. (musik. die kleinste Pause), kei^furc-i-ato-g von der Länge eines 
Acififux; a-keiit-to-g nicht zurückgelassen. — XeiTio- (richtiger kiJto-, 
vgL Bekker ad Apoll. Synt. p. 414): kemo-öeQfjiog ohne Haut, keiTto- 
&viUa f. Ohnmacht, kHTto-axQatog den Kriegsdienst verlassend, kn- 
nvqla s. pag. 542; Xeivp-: -avÖQog den Mann verlassend (Schol. 
Eur. Or. 250}; keLtlfi'q)ai^g (ft^viy, mit abnehmendem Lichte, sp. 
Dicht.), ksi't\f6'bQi^ der die Haare verloren -hat (Ael. h. a. 14. 4) u. s. w. 

XoiTT. — Xoi7T-6-c übrig gelassen, übrig, rückständig (to koi- 
itovj rd koiTtd im übrigen, in Zukunft, xov koiitov fernerhin, fortan); 
kovjt-i-g (ad'Og) f. Best, Etickstand, Schuld (Sp.), Demin. koiTtad- 
iqiO'V n., koiTcd^o-nat im Rest, Rückstand bleiben (Schol. Ar. 
Plut. 227). 

XiK. — Wahrscheinlich erhalten in: (kMrjca) XicciUjLiev iaötofuv 
(Hes.); {kiK-jd) XiCCOUC deofiivovg {ikkiTtetg) Kai xovg riavxfj tpaka- 
xQOvg id. d. h. denen allgemach die Haare ausgehen {kmoxQiing). 

rik. 

r%c% — por-rtc-8re (rcc-i, -rec-tu-s) vgl. pag. 491, dar- 
reichen (von den Eingeweiden des Opferthieres), den Göttern zum 
Opfer hinlegen {exia deis qimm dahanty porricere dicebant Varro 
r. r. 1. 29) [anders Paul. D. p. 219: porriciam porro jaciam]] 
(tibertr.) hervorbringen {dicitur porcüj quod ea seges frumentum 



— 806 — . 

ponricit von dem Ackerbeete VaiTo 1. c); porric-iac f. PL die den 
Göttern geweihten Opf erstticke eines Thieres (Arnob. 2. 231). 

rtc^) ausdehnen. — riC-a f. Ueberwurf, Mantel, Frauen- 
kapuze, Schleier, Demin. ricu4a f., nc-lnu-s beschleiert (Varro ap. 
Non. p. 539. 26), rtcin-vurm n. viereckiger Ueberwurf, Frauen- 
toga, rkini'ä-tU'S ^m\i dem riciniwn bekleidet (Fest p. 277. 1). 

lik. 

Uc, — llc-6re (-wf, -itum) feil sein, zum Verkaufe stehen; 
gelten, werth sein; licet (lic-uU, -i-tu-m est) es ist feil, es steht 
frei, es ist gestattet (licessit st. licuerU Plaut. Asin. 3. 3. 13); in 
der Bedeutung einer Concessivparticel: zugegeben dass, wenn auch, 
gesetzt auch, obschon^); Part, licen-s frei, willkürlich, ungebunden, 
zügellos (Adv. licen-ter), licent-ia f. Freiheit u. s. w. (licentiä-tü 
Laber. ap. Non. 212. 6), licenUrösu-s voll Willkür, ausgelassen, 
muth willig; Ik-t-tu-s frei, gestattet, erlaubt (Adv. -te^ 4o)\ lic-Cri 
(lici4u-s sum) für sich käuflich machen, auf eine Waare als Käufer 
bieten; übertr. den Preis bestimmen, taxiren; Frequ. lici-tä-ri => 
liceri; (übertr.) streiten {IxcUati in mercando sive pugnando conten- 
dentes Paul. D. p. 116), licitä-ti-ö(n) f. das Bieten, das Aufgebot, 
die Versteigenm^; pol-lic6ri (vgL pag. 492) für sich anbieten, 
sich erbieten, zu leisten versprechen, zusagen, verheissen; Part. n. 
pollici'iit-m (als Subst.) das Versprochene, Üas Versprechen; Frequ. 
Intens. poUici-tä-riy pollioitä'ti'ö(n) f. Verheissimg, Versprechung, 
poUicUä-tor m., -trix f. Versprecher (-in) Tert. — {*lic-u^ dar- 
gereicht, dargebracht) delicä-re dargebracht machen = weihen, 
widmen. — pol-lex (Kc-is) m. der „darreichende" Finger, der 
Daumen^) (dann auch: die grosse Fusszehe = al-lex nach Gloss. 
Isid., vgl. Plaut. Poen. 5. 5. 31). — (*liC'ta, lic-sa) lixa f. der 
Feilhabende = Marketender^); Plur. Lagertross (aus Marketendern, 
Dienern, Köchen u. s. w. bestehend), lix4-ö(n) m. Marketender, 
Trossknecht (Gloss. Isid.). . 

liqu. — li-n-qu-öre (Ugui, -lic-tu-s) verlassen, zurücklassen, 
hinterlassen; unterlassen, aufgeben; de-linquere fehlen == deficere; 
verfehlen, sich vergehen; Part, als Subst. n. ddic-ttHU Fehler, Ver- 
gehen, Verbrechen; deUqur^u-s, delic-uu-s fehlend (nü domi ddi- 
cuum'st Plaut. Gas. 2. 2. 33), deKqu-iurm n. das Fehlen, der Mangel 
(deliquio zum Schaden Plaut. Capt. 3. 4. 93), ddic-tür m. Sünder 
(Cyprian.), ddinquent-ia f. = delictum (Tert.); re-linquere zurück- 
lassen, hinterlassen, überlassen, preisgeben, aufgeben, verlassen; 
re'lic4i-ö(n) f. das Verlassen, relic4u-s (tüs) m. id. (Gell. 3. 1. 9), 
re-ltqu-U'S (re-Uc-uu-s Lucr. 1, 561. 4, 977) ==koin;-6-g, reliqua-ri 
im Bückstande sein, schulden (reliquavit Dig. 34. 3. 9), reliquä-tor 
m. der im R. Seiende (Dig.), fem. 4rix (Tert.), reliquä-tt^n) f. 
Rest, Rückstand (Dig., Tert.); rdiquriae f. das Uebriggebliebene, 
Ueberreste, Reste, Rest; de-re4inquere durch gänzliche Trennung 



— 807 - 

verlassen, im Stiche lassen, hinterlassen (Sp.), dereUc-tu-i (habere 
GelL 4. 12) Vernachl&ssigjong, Uintanset-zong, d€rdic-tpö(n) f. id. 
(Cic off. 3. 6. 30). 

ink*). 

lue, — pol-lüC-öre {'Itixi) .darbringen, opfern {sacra offerre; 
vgL Jörn dapcUi culignam vini poUuceto Cato r. r. 132); Part, als 
Sabst. pol'lüC'iU'tn n. dargebrachter Schmaus, Opferschmaus (altl. 
dechna po-Umc-tu der dargebrachte Zehent des Hercules; id dicUur 
poüuctum, quod a porriciendo est fidum; quom enim ex mercibus 
libamenta porrecta sunt Ilerculi in aram, tum poUudum est, Varro 
1. 1. 6. 7. 54), Adv. poUuC'te kostbar, reichlich darbringend, poUuc- 
türa f. köstliches Mahl, Schmaus, polluc-i-Vili-s herrlich, prächtig, 
reich (Adv. -ter), poUudbüi-ta-s f. Pracht (Fulgent.). — (luc-tu-s) 
laxu-S (üs) m. Pracht, Aufwand, Verschwendung, Schwelgerei, 
Ausschweifung; luxür-ia, -ie-s t Ueberfluss, Ueppigkeit, Schwel- 
gerei, Muthwille (Gen. hixurii Gracch. ap. GelL 9. 14), luxuria-re, 
-ri Ueberfluss haben, üppig sein, schwelgen, muth willig sein, luxuri- 
ösu-s (Ady. -Öse) übermässig, schwelgerisch, ausschweifend; luxäri 
schwelgen (Plaut. Ps. 4. 7. 6). 

B. Gl. 321b; KZ. III. 13. — C. E. 456; KZ. IL 336. 339. IIL 408 f. 

— Delbrück KZ. XXI. 75. — F. W. 168. 393. 487; F. Spr. 106. 220. — 
Fritzsche St. VII. 388. 24). — Kuhn KZ. IL 470. — Pott KZ. VI. 104. 

— Vemer KZ. XXIII. 98. — 1) C. V. I. 220. 13). 248. 257. 10). — 
2) Curtius St IIL 198 f. — 3) Curtius Si Ib. 296: vgl leiit>-(^vov mit 
£o-ayo-9, zQccvit-avO'V oder zQav^-avov (W. tQvy) mit dem gleichbedeu- 
tenden tpQvy-ctvo-v; rein formal verschiedene Doppelbildung. — 4) Corssen 
I. 368. 600. II. 208. B. 89; KZ. XVIII. 207. — Curtius KZ. 111. 168: 
porricio = pro-jicio; femer zu Skr. Jap loqui Xwksiv: lic-ert, polliceri = 
ver-sprechen (vgl. dagegen G. E. 456). — Schweizer KZ. IL 365 ist un- 
entschieden. — 6) Vgl. noch C. V. II. 334. Schweizer- Sidler KZ. XII. 
302. Froehde KZ. XXII. 259: licet =» xara-, viro-lsinezcci, Intr. zu lin- 
quere; vgl. pendet zu pendere, jacet zu jacere, candet zu accendere. — 
6) Corssen 1. c. — Anders Froehde KZ. XXII. 257: pa vermögen, poUeo, 
vgL 6 fiiyag Sdnzvlog. — 7) Fick W. und Spr. 1. c. — Angermann St. 
V. 387: „vielleicht" (wie nach Corssen L* 180: noxa für *noC'ta). 



2) RIK ritzen, aufreissen, zerreissen. — Skr. rikh, 
vgl. reMia ein (geritzter) Streifen Linie, Zeichnung, igelaoo^ iqiyfim'j 
likh (= älterem rikh) 1) ritzen, aufreissen, furchen, kratzen, 
2) durch Kitzen u. s. w. hervorbringen, eine Linie ziehen, ein- 
ritzen, einkratzen, reissen, zeichnen, schreiben, niederschreiben, 
malen, 3) glätten, poliren; ri^, li^ rupfen, abreissen, daher ab- 
weiden, iQl7vto(iai (PW. VL 343. 350. 429. 535). 

rik. 

^iK. — d-p€iK-UJ zerreissen, zerschneiden, zerrupfen, zermal- 
men, zerschroten (von Hülsenfrüchten); intr. bersten, brechen (Aor. 



L 



- 808 - 

^^Eilu; intr. ^(jtx* xÖqv; 11. 17. 295; sp. Dichter üuch tmns. Pert'. 
t^ijßiy-fUH), (/ßtiK-») Tp{(|-i-g r. das ZerreiBsen u. b. w. (t) iffjioftivi) 
y^ E. M. 372. 17)')- — *-p^X-9-uJ (^" : ^f« = ^eipWar* : i^M«) 
zerreiegen, bin und her zerren (Od, 5, 83. 157 ffffiov), umfaer- 
schleudem (»^u igix^l'^*^'' üvifioustv 11. 23. 317)'); 'epex6-€iJ-C 
(^ Erderschütterer, ivwslx&uv) m. ein Sohn der Erde, ürheroa 
Athenfi, hatte mit der Athene das Heiligthum auf der Akropolig 
gemeinsam {'Eifix'&ttov), 'EgexQüSat dcBsen Nachkommen, die Athe- 
ner üherhau|>t *). 

piir, — ^-p€tTT-LU niederreifleen , umBtürzen, niederwerfen, »er- 
stören, intranti. Btürzen, niederstürzen, fallen (Fut. t^el^ia, Aor, 
'f}Qet%lia, intr. ijpin-o-i', Perf. xot-e^-iJpmi-e-u U. 14. 55, Paes. l^ 
^QiHlMti, Pliiequ. i^igm-xo 11. 14. 15, i]Qci7t-xo Plut. Brut. 4?, 
Aor. Paaa. ^-pt^g»-Ö7j-v)')i i^iln-io-g einstürzend {otitki. Philo), i^bt- 
«j-v n. (meist PI,) das Eingesttlnite, Trümmer, Ruinen, Uober- 
bleibeel; (ifcm-u) l'pEtifii-; f. das Niedeneissen , Zeretäi-en (Sp.), 
i(fci^i-Ho-s eingestüi-zt (Eur. I. T, 58), Ipnifi/- loijof Mauern nieder- 
reiusend (Aescb. Sept. 863); It/tn-öw (E, M.), it/un-ö-a, -to-u (Lex. 
Eccl.) = ifclna, i^Binla-Ci-g t Einsturz (Zonar.), igiim-iäv (äp-og) 
m. Trilmm erstatte (Inscr. 2554). — i-p4n-t-0-ixai abrupfen, al>- 
reissen, abweiden (Hom. nur Part. iQcmäfuvoi iioiöv, Xff Icvttöv, 
Äveoc, Srifiöv, von Menschen: gemessen, ^cdto'i' Od. 9. 37; igtmi- 
(uvov [ä räv Ixövxmv avl^iov Arist. Equ. 1295), act.: xov/r)f i' 
imiftntc noioiiv 11. 21, 271 = wegi'affi'n, wegapUlen'j; ifima' 
tf)i<pu (Hes.). — ipin-VO, ion. -vi;, f. Absture, abgerissener jSher 
Felsen; (Obertr.) schroffe Höhe. 

XiK. — (k zu y erweicht) o-XiT-O-c (vgl. Skr. icf-a von % 
^ rif Particel, minmuni, ein Bischen PW. VI. 573) wenig, ge- 
ring, klein*J (Comp, öAiytö-Hpo-s erst Sp., Superl. öUy-utro-i bei 
Hom, nur D. 19. 223),- oXtyo-a-t6-s der wenigste Theil (jpövo; 
Soph. Ant. 621); öilt^^Ki; wenigomal, selten, oltyit-xov an wenigen 
Orten, ohyu-iö'&tv von w. 0. her, öJJy-tv^u •= niwvQa (Hes.), 
okty-^lf'^i ^ öklyog (Nie. Tb. 284). — Comp, {oliy-mv, ökid-iup) 6Xi- 
CUJV -poet.; in-oUSiov (am kaol rf' vnoUSqvig tjaav II. 18. Ö19J*j; 
iifoV [schreibe iJ^ov]" ^tcvxov. kitävtg [UtovtsY\- ikÖTtavtg. XtMov 
{= i.ut'Jov'fy ?i,aaaov (Hes.); okttö-re^-g = öl^tov Opp. Nie. AL; 
öili£o'-(o kleiner machen (Enseb.). 

rik. 

ric''^). — (ric^na) ri-nin f. Riss, Bitze, Spalte, Domin. rtmüJa 
f., ntn-ÖMi-s voll Bisse u. s. w. (ritzig ^ nicht verschwiegen, auris 
Hör. 8. 2. 6. 46), ritnä-ri (-rc) aufreissen, aufwühlen, übertr. durch- 
forschen, ausforschen, rimä-fim durch die Ritzen (Marc. Cap.), 
rimä-lor m. Forscher ( Arnob. 5. p. 161 ), rttnä- IiundU'S diircb- 
forschend, betrachtend (App. Met.). — rig (c zu <f erweicht): 
rl-n-g-i sich aufreissen, sich spalten, aufspringen (radices at^ra 



— 809 — 

terram aSre fngidwre ringuntur Varro r. r. 1. 45), auseinanderklaffen 
= den Mund aufsperren, Part, riotu-s; ric-tu-m n., ric-tu-s (tüs) 
m. Aufsperrung, Kluft, Oeffhung des Mundes, Maules, Rachdns. 

— (*ri^-to, *riC'ta) rixa f. (das Maulaufreissen?) Hader, Zank, 
Streit®), rix-Ö8th8 zänkisch, rixä-ri zanken, streiten (-re Varr. ap. 
Non. p. 477. 22), rixä-tor m. ZSnker, rixatör-iihs zum Zank geh. 
(Fronte). 

rlp. — rip-a f. Absturz, Abfall (zum Flusse), Ufer*); Demin. 
fipü-la f.; rip-ensis, -äriu-s, ati-ensi-s am Ufer befindlich. 

B. Gl. 333 b. — C. E. 714. — F. W. 168. Spr. 106 (rik); jedoch 
W. 389. 483, Spr. 359: rikh, rik; rip europäisch; ebenso KZ. XIX. 263 f. 

— Froehde KZ. XXII. 264. — Goetze St. Ib. 172. — 1) C. V. I. 220. 10). 
II. 343. — 2) Vffl. Pott KZ. IX. 404 f.: etwa zu verstehen von der durch 
Erdbeben und Meeresfluth 'zerrissenen' Küste; oder als Beschützer des 
Ackerbaues 'Erdaufreisser' ( ji^fifz'O'ootr) mittelst Pfluges. — Vgl. noch 
Härtung Rel. u. Myth. d. Gr. III. pag. 226 Anm. — 3) C. V. I. 220. 11): 
offenbar verwandt mit (intm; II. 142. 27). — 4) C. V. I. 238. 5): „viel- 
leicht mit rap'to, agncc^, agnaiat verwandt. Im PW. wird es zu W. rig 
gestellt, deren Bedeutung allerdings trefflich stimmt**. — 5) B. Gl. 334a: 
lig parvum, exiguum esse (Benfey huc trahit 6Uyog). — C. E. 373. 605. 

— Chalkiopulos St. V. 344. — L. Meyer KZ. VI. 293. — Tobler KZ. IX 
263 (der auch XBCn-ic^ai, liq-, Unqu- herbeizieht). — Seh. W. s. v. — 
Anders B. Gl. 24a: älpa parvutn, paülum, exiguus; fortasse oXiyog huc 
pertinetf mutata tenui in mediam et inserto i sictU doXixog contra dirgha 
longus. — 6) La Roche: in oX^^ovsg {vno zum Verbum), der zugleich 
leugnet, dass vno bei Homer „ein wenig" bedeute. — 7) Corssen 1. 639 
und F. W. 388, Spr. 368: rag klaffen, Nbf. rig, ring. — 8) Ebel KZ. 
IV. 343. — 9) Zu ri fliessen: Corssen I. 534 und Zeyss KZ. XIX. 180 f. 
(Ufer als benetztes, bespültes, triefendes, tropfendes). — Ganz unrichtig 
Benfey KZ. II. 310: Skr. ap Wasser: ♦«ki-ajp, *ad-ip, {d zu r, vgl. ad, 
unda, arundo) *ar-ip-a, r-lp-a am Wasser =» Ufer. 



RIG Activ: hüpfen machen, beben machen; Med. hüpfen, 
beben, zittern, zucken. — Skr. re^ id. (PW. VI. 430). 

lig (europäisch). 

\iT. — i'Xe-Xiy Intensivform: (i-XB-liy-jm) d-\€-XiZu) (Act.) er- 
schüttern machen, erschüttern, schnell wenden, umkehren; (Med.) 
beben, erzittern, fortschnellen (Fut. iUllloi^ Aor. iXili^t^ Med. 
iUhia^^vo-g II. 2. 316, iXili,%-xo II. 11, 39. 13, 568, Pass. iiU- 
Ux-^^ 3. PL iXiUjfiBv IL 6. 109); iXtUx&-ri-iUi{x) n. Erschütte- 
rung (öHOfMov Hes.); iXsU'öxQotpe' evötgotps^ okoörQOtpe (id.); iXsXl- 
X^tov erderschüttemd (Baxxtog Soph. Ant. 154, TlodBid&v Pind. P. 
6. 50, xitQaoQUt ibd. 2. 4). 

C. V. I. 189. 32). 323. 64). — F. W. 169. 1076; F. Spr. 220; KZ. 
XIX. 262 f. — Froehde KZ. XXII. 550. — Buttmann Lexil. I.* 130 und 
Seh. W. 8. V. zu IXCccfo. — ßrugman St. VII. 334 und Fritzscbe St. VI. 
288: var-var = J^eX-J^sX-^oa. 



— SlO — 

Bl^M leckes. — Skr. rih L^ka. "Mcckot. liebkosen: UM 
leeka, bekekea. kckcvi geneefiCK PW. TL 3S2. 547. 

IiX- — (*uj;^m Xix-ud-«. Iix-^-cD. Icx-^^r-jb* Xixjuaivui 
htkxkoL — äMjwi-ißfw xsfULBTgmw s» €zimm He$->, Xix-vo-< 
Ifisterm. B&scUaft ßHj'^' fii^iwijp Heä.: Adr. -v»-^ ^\ 
hjwi-T^ ^-•»>. ^ Leck««. XSscaerB SAm. Ar. At. 1690\ 
iMjw-ml^ = i^m; ' Soü;: kirv-€v-«i AiC = ä<x."^« ^«i- 
icia, iipr.'^-ic £. = ij^vv*^ t ii^vw* cxi^itfsik Heß.), 
fw^r» ■. lecker» Esioi ' Soflir. afn. Atk. 3. ^d. ,. — kix-ovd-c m. 
Zcigefii^er •■dt dem aua kckt »: kix-<z-c ^'i^-9q L ZwiscbeBiaain 
zwiaciieB dem assgestreckteB Dmibmb t:^ ZeigellBgcr. — Xix-ii-d*c 
<«!-#;; beleckt <toii cÜMm Grsee. \w xm sfoBwi iaaldimp^i He&); 
< ibnKiff», ii2p-i|f-^) li y iif y leckead. iftsgciBd * vie die Sehlaageii, 

TTier- 206». 

JhtJf^-mvi^ Leckmfikle, uiuji-iMtwm^ Tellerlecker (Bfttr. 
29. 305. 219. 233 . — kcnc-ffv < ipr-«>;» m. Fkekte. ui BSornen, HmU 
antefhlag TTcm der leckendeB, kiiedieiideB. flieseeDden Ausbrei- 
tamg)^)^ lEfjfr-i-M Flecluen babca tTheopkr.*. Luf^ m i^ flechten- 
artig rHippokr.iw 

Xoix- — agfaauhlotjp-^ blntleckead \ifmg Aesgck. Ag. 1478 D.). 

li^ri-(or m. Leckennaal. /Änt H-Zm^ n i f. Leckerhaiftigkeit : sftb-iim^ 
i^/n m. Unlerl-elecker der Schüsseln PUuu Ps. 3. 2. 103, — 
ligm^i* If-Dia f. Feile* . Demin. /ij»*ii-^*'i f.. Utma-rt feilen, glätten, 
[■oliren, abftrilen. aiis<?ndem, vermindern, Part. limM-tus ? Adv. -r) 
f»:in, geglättet. Demin. Umatü^HS •Cio. fam. 7. 33. 2 . Umä-fi-öit^) 
f. dai Feilen. 

Lehnwort: liehen i^-is- == if«!»;»'. 

Aecoli KZ. X\1L ili. i^. — B. GL 534 a. — Cors^en I. 81. 86. 
B. ^. - C. E. 194; KZ. IL 3i8. 333: C. V. I. »X 14 . — F. W. 169. 
393. 4>»7; F. S^r. 2^1. — Fritx^<^^he St ML 3ST • . — Lettner KZ. VII. 
i7f. 167. — 1 F. W. 1. c. — Pi'.tet KZ. V. 340. 7 : noch näher steht 
Skr. rähja ».-ine Art von Aussatz \on rsÄ irf . « mt^r^rr' — VgL Miklo- 
a':h Lex. 341: /imi;, i^iyijr, itmp^iffij: hu\s. listj, orch /i.^j. poln. liszßj, 
cnerb. liMi€a: liiacü iwißdinint laborans: Kyajcratiti lichenc JiUfOrare. 
— 2 F. W. L c. 



BIP schmieren, salben, kleben, — Skr. lip 1 > schmieren, 
kleben, 2» anschmieren = betrügen: lip 1' beschmiert'n, be- 
streichen: beeudeln, 2> schmieren, anheften: {>a{^^. kleben, haften 
(PW. \T 348. 543;. 



- 811 — 
Up. 

XTiT. — XlTT-a (Hom. stets Un ikaka aXBiif/ai^ akelifftca^aiy 
;^^£(fai, XQlaaa^ai und ohne ikaUo: U% aXei'^Bv Od. 6. 227) mit 
Oel (salben)*). — Xitt-oc n. Fett, Fettigkeit, Unaq n. id. (sp. Med.), 
XiTt-miriq fettartig, Fett (Theophr.); XiTt-am fett sein; (auch) mit Fett 
bereitet, gesalbt; Xmo-m glänzen, feingesalbt sein (Od. 19. 72); 
fett machen, salben (Nik. Ther. 81); liTtd-^m fett machen, düngen, 
einschmieren, einsalben, hita-a-fw-g m. das Fettmachen u. s. w., 
Xi7ca'ö-fia(t) n. das Fettmachende, Fett; {km-av-ja) kiTtalvcD = 
Xata^cü, kiTtav-t-tTW-g salbend (SchoL Od. 6. 227), Unav-di-g f. = 
hitac^q. — XiTT-apö-c fett, gesalbt, von Oel und Salbe glänzend; 
glänzend, schimmernd, prächtig, schön {nUid\iis)\ übertr. reichlich, 
behaglich; (vom Boden) fett, fruchtbar, kinaQo-xri-q {xr[t-og) f. das 
Fettsein, sp. auch Glanz; kinaq-la f. id. (Diosc). — Xitt: Xitt- 
ap-TJc klebrig = beharrlich, eifrig, anhaltend^), kujiaqi{(i)-(a be- 
harren, ausharren, beharrlich bitten, flehen, hniffti-ci-q f. das in- 
brünstige Flehen (Sp.); kmaq-la^ ion. -/17, f. Beharrlichkeit, Aus- 
dauer {iMtl aQerri Her. 9, 21. 70 und Sp.). — kifuf-o-g' Ov%oq)avt7igy 
(petöcokog (schmieriger Kerl); h(jup-Bv-cD' inaxav (anschmieren). Hes. 

Xem. — d-Xeicp-uj bestreichen, salben, Med. sich salben (Fat 
aAf/tf/Q), Aor. f^kui^>a und Hom. auch aAeitf;a, Pass. ijAe^-^-v, 
Coiy. ilctkixfn^ Plato Phaedr. 258b, Perf. ik^kup-a^ Pass. ik^ki^- 
(iai^ Inf. i^'ifiksig>'&ai Plut. Symp. 8. 7. 4)*); Verbaladj. av-r^ketTt- 
to-g unbestrichen, imgesalbt (falsch nach B. A. 396 av-cckeiTCtog)] 
akeiTt't-MO-g zum Salben geh. (pt ik. in der Bingkunst geübt); akslTC- 
tri-g m. Salber, Ringmeister, überh. Lehrmeister (Plui Perikl. 4); 
akem-ti^Q (jtrJQ-og) m. (id.), akelTt-tg-uic f., akeLTVtrjQ'io-v n. Ort zum 
Salben; (ikem-u) ä\ei\\f\'C f. das Salben; (aAem-funr) äX€i|Li-)Lia n. 
Salbe, Fett, Oel, Demin. akeifuucc-io-v n., äkei^fuct-uidrig salben- 
artig (Hippokr.); aAet^-a, äXeiqp-ap (ar-og) n. = Sksififuc (Pech 
zum Verkleben der Weinkrüge, Theokr. 7. 147); äüupat't'Zri-g 
(S^og) mit Oel oder Fett gebackenes Brot (Epicharm.). — aki- 
q>s(Söi' Oticcn. ikstparicov' aksiiltov (Hes.). 

XoiTT. — d-Xüicp-ii f. Fett, bes. Schweinefett, Salbe (das Salben 
Plut. Thes. 23), akoupa-io-g zum Salben (klTtog Lykophr. 579). 

lip. 

Up. — {*UpU'S) lippa-S trieföugig; dann: schlechtsehend, 
halb blind, Demin. lippu-lu-s (Amob. 7. 34); üppige triefäugig 
sein, an den Augen leiden (übertr. brennen, lechzen Plaut. Cure. 
2. 3. 37); lippi-tihd-o (tn-is) f. Trieföugigkeit, überh. Augenleiden 
(bei den Römern infolge des Klimans sehr gewöhnlich). 

Lehnwort: adep-s (tp-is) comm. (= SikBiq>a^ d statt l, vgl. 
^OdvaaBvg Ulixes u. s. w. pag. 336; Nom. Sing, ad^-e-a Prise. 7, 
8. 41. 5, 8. 42, Neue L 135, spätlat. alipes App. Prob. 199. 2. K.) 
Fett, Schmalz (vom Baumstamm: Splint, aUmmum, Plin.)^); adip-eu-s 



— 812 — 

ans Fett bestehend (Hieron.), adip-äli-s fettig (Amob.^: (^adip-u-s, 
^adipä-re) adipä^us mit Fett versetzt, Fett, als Subst. n. fettes 
Backwerk; übertr. (didio) schwülstig, überladen. 

B. GL 334a. — C. E. 266; C. V. I. 218. 3). U. 338; KZ. IL 336. 
IIL 417. 14). — F. W. 169. 174. 394; F. Spr. 221. — Lottaer KZ. 174. 
55) (der aach ddOmo hieher zieht). — L. Mejer KZ. V. 386. ~ Paoli 
KZ. XVin. 10. 16). — 1) C. E. L c: ^lima alfüpi€fai Thukyd. 1. 6 
und sonst beseitigt jeden Zweifel, wie das homer. lin' zn ergänzen ist, 
was Kiflsling KZ. XYIL 201 verkennt ''. Kissling sagt non l. c: lix' 
alter versteinerter Instnunental; dann ist die Verbindong mit einem 
Dativ, der ja die Functionen des Instr. ererbte, darcluuls natürlich: 
Una aas *linica, wie €aipa ans *€dq)ica, taia aas xaxifa. — Ebenso 
Ameis-Hentze ad Od. 3. 466: 1/xa ein alter erstarrter Instr. als Advi^rb: 
fett, glänzend (vgL noch Döderlein nr. 2428, Scb. W. s. v.V — Herodian 
bei East. zu Od. 6. 215 erklärt lina für einen Dativ (ro liwaz lixa'i, 
l^r^r, verkürzt lina). Ebenso Faesi ad 1. c: => lixa'i ilaim mit Olivenöl, 
eigentl. Olivenfett. — Alz Adv. bussen die Form noch: Ameis-Hentze ad 
Od. 3. 466. Classen ad Thok. L c. Döderlein n. 2428. Seh. W. s. v. 
— Pape: adverb. gebraochter Accas. — L. Meyer 1. c: „Uni? ist übri- 
gens noch nicht völlig klar**. — 2) C. E. L c. — Dagegen Kissling 1. c: 
,«der Bedeatangsüberg&ng sehr bedenklich. Lieber za lf6rof>, goth. leiban, 
intr. übrig bleiben =» beharren". [Jedenfalls ist der Wechsel der Quan- 
tität auffallend.] — ^ 3) Curtius griech. Schulgramm. §. 275. §. 278 Anm. 
trennt richtig: aX-iqUipa; dagegen F. W. 1. c: d Iri-Xup-a. — Bickell 
KZ. XIV. 4M2: /i flSssig, klebrig sein; causat Secundärwurzel mit 
bchliesscndem bh scheint sich hierzu in d-liifpm, vgL mit goth. sa-lbön, 
vorzufinden. — Kissling L c: =» *oa-ltiipm, etwa einölen, goth. sidbön 
aus "^saUbön. — 4) VgL Corssen L 224. N. 276; C. E. 1. c; Hintner 
ctym. Wort; C. Meyer St. V. 54; Müller KZ. V. 152. 2); Savelsberg 
KZ. XXL 206. 1). — Ganz anders F. W. 340: apa Saft, Fülle: ad-ep 
m. f. Fett, Schmalz. 



1) RU tönen; brüllen, schreien, summen. — Skr. ru 
brüllen, beulen, laut schreien, toben, quacken, summen, dröhnen 
(PW. VL 354). 

ru. 

pu. — (rU'ja-mf) lu-puo-jLiai [Vorschlag eines langen Vocals] 
heulen, brüllen; laut rufen, heulen, wehklagen; (übertr.) dumpf 
brausen (von den Meereswogen) ^) , (oqv-öov mit Geheul, Gebrüll 
(Nik. AI. 222), (0Qv-^-(i6-g m. das Heulen, BrüUen (Theokr. 25. 
217), <a^(o-(juc(x) n, id. (LXX); o-Qv-e-tai' vkaxtei Hes. 

{>oF^). — (§oJ-'jo^ §oü-'jo mit epentb. t^ ^ouF-djo mit prothet 
d, ^oü-So) poiß-bo-c m. Geräusch, §otßd-ia) mit Geräusch ein- 
schlUrfen (Od. 12. 106 §oißöriasuv von der Charybdis), mit Ge- 
räusch schwingen (goißdovaa xokTtov alyldog Aesch. p]um. 382), 
^Ißdrj'Ci-g f. das Rauschen, Sausen, Brausen, Qoißötj-dov mit Ge- 
rttusch (Qu. Sm. 5. 381), Qoißd-coötjg geräusch-artig, -voll (Hes.). — 
(fouF-6jo, (oi-6jo) ()0\-LO'C m. Geräusch, Geschwirr, Sausen, Pfeifen, 
f^nH-m rauBchen, schwirren, sausen, pfeifen (Hom. nur IL 10. 502 



- 813 — 

^o/fiytff; Iter. (ott^-öx Hes. Th. 836)^), ^oifo-o) id. (Hes.), ^iJiy-TW^, 
(oi^fo-rriQ m. der ein Rauschen u. s. w. macht (Orph. h. 5, 5. 7, 9), 
j^lSfl-(ia(T) n. = (oi^ogy §oitri-Sd^ -dov unter Rauschen u. s. w., 
^lix^'Bi-q rauschend u. s. w. (Nonn.), ^oi^-^drig = ^ißSciStjg, 

m-g brüllen; rülpsen, sich brechen. 

^irf. — {^y-i^) ^u2[u), Qv^ifü bellen, belfern (Lex.)*). — 
uhQvy (vgL ixh-^oyMi pag. 812): ib-puT-rj f., u)-puf-^6-c nu, ui-pirf- 
^a(T) n. Gebrüll, Geheul^). — {p-^y-iio^ o-Qvy-fiaöo) ö-pu^aybö-c 
(wohl Metath.^) m. Geräusch, Getöse, Brausen, Krachen (nur 
Hom. und Hes. Sc. 401) {oQvyfiadog' 'fffotpog, Kxvnog, OQvyfuxdeg' 
^oqvßoi Hes.). 

i-puT^). — {i-qBvy-tü) Aor. ^puT-O-v brüllte (später, nach 
Aristot. vomere)] {i^vy-fio) iovyii-riXo-g laut brüllend (nur ravQov 
i(fvyfitikov n. 18. 580). — ^peuT-0-jLiai (älter), ^-pUT-T-6v-u) (att. 
Dichter, Hippokr. und sp. Prosa) aufstossen, rülpsen, erbrechen, 
ausbrechen (beide Formen nur im Präs. und Imperf.); dpuT-ii f. 
das Aufstossen u. s. w., iQvya-(o = igevyoiiai (Geopon.); i^y-fio-g 
m. = igvyi]^ igvyfii-G) = iQevyofuei (Hippokr.), i^yf^-riXo-g Auf- 
stossen verursachend (17 ig. R«ttig, Lex.); igvy-fiair) n. = igvyfwg, 
igvyfucT'döfig = igvy^i^jXog {voöog Hippokr.); igswc-tHTto-g id. (Diosc), 
tQBv^i-g f., iQEvy-(i6'g m., lQtvy'fia(T) n. == igvyiq u. s. w., iqevyii' 
dörjg^ iQ£vyfiat-(o6rig (Hippokr.) == igevKUKog; igev^l^olog Galle 
speiend, jähzornig (Nicet.). 

m. 

rü. — (*rü-wu-5 Geräusch, Gerücht) rü-mä-re in ad-rümä- 
Vit (rumor etn fecit, sive communnuratus est, quod verbum quidam a ru- 
mine, id est, parte gutturis, putant deduei Paul. D. p. 9. 14 M.); rü- 
mt-tä-re beschreien, bereden (Naev. ap. Fest. p. 270. 19); (*rutnt- 
ficU'S) rumi-ficäre öfifentlich preisen oder rühmen (Plaut. Amph. 
2. 2. 46); (*rumigerU's) Dem. rumi-gerü-lu-s der neue Gerüchte 
herumträgt, Postenträger (Amm., Hieron.), rumi-gera-re, -ri öffent- 
lich bekannt machen, ausbreiten (Paul. D. 270 f.); rüm-or {ör-is) 
m. (vgl. dä-m-or pag. 143) dumpfes Geräusch, Murmeln, Summen, 
Gerücht (gute Meinung, üble Nachrede)**), Demin. (^rum-os-culu-s) 
rum-i4S'Culu-s m. unbedeutendes Gerede, Geschwätz. 

rau^), — rftv-i-S f. (nur Acc. Sing, rav^-m) Heiserkeit, 
kreischender Klang (ravim dicebatU a raxacUate Fest. p. 279), ram^e 
sich heiser reden (Plaut. Poen. 3. 5. 33, ravi-are Fest. p. 275); 
räv-U'S heiser, kreischend, schnarrend (rava vox rauca et parum 
liquida Paul. D. p. 283), Demin. ravu-lu-s (Sidon.). — rau-CU-S = 
iravus (Adv. rauce)^ Baucu-lu^ röm. Bein. (Gruter inscr. 428. 4); 
(ratm-dus) raucidü-lu-s (Hieron.), raucä-re heiser rufen, kreischen, 
raucä-ri heiser sein, werden (ßgayii& Gloss. Cyrill.); rauci-tä-s 
{täti'S) f. = ravis; (^rauc-i-s) rauci-re (rausürus Lucil. ap. Prise. 
10. p. 907) = raucäri (raucio ßgayi^t^^ raucit ßgccyna Gloss. 



— 814 — 

vet.); in-rauce^e heisser werden (Cic. de or. 1. 61. 259), rauce-d-o 
{tn-is) f. = ravis (Isid. or. 4. 7. 14). 

ru-g. 

rüg. — rög-lr© brüllen (vom Löwen, als Portentum vom 
Esel, Amm.), rugi4U'S (tüs) m. das Brüllen; (übertr.) das Knurren 
in den Gedärmen (Hieron.). 

rüg. — 6-rüg-8re (m = ev in i-Qevy-ofiai; vgl. dico, düco) 
ausbrechen (semel factum significai, quod eructare saepius, Illud 
mim perfecfae formae est, hoc frequentativae Paul. D. p. 83. 1 ; 
vgl. cofUempsit fantes, guibu' sese erügit aguae vis Enn. Ann. 546 
VahL); ruc-tÄ-re {-ri) = iQsvyofuxi^ ruciä-ti-ö{n) f., -men (mtn-is) 
n. = iQvyi^j ructa-tr-ix (mentha Mart. 10. 48. 10) = iQvyfir^Xog^ 
ructä^ndu-s rülpsend (Sen.); ruc-tu-s {tüs) m. = ructatio, ructu- 
äre (August.) = rudäre, ructu-ösu-s voll Rülpsen (spiritus, Cael. 
ap. Quinct. 4. 2. 23). — (*rM^-mw-5, *rü^mu-s) rü-mä-re (Fest. 
p. 270. 28); (rtig-min) rü-men n. Kehle, Gurgel, Schlund (rumen 
est pars colli PauL D. p. 271. 4), rümtn^i-s aufbrechend, wieder- 
käuend; {*rugmin'U'S) rümlnfi-re (-r?) aufbrechen = wieder- 
käuen, übertr. wiederholen, wieder erzählen ^^); ruminä-ti-ö{n) f. 
das Wiederkäuen u. s. w. (ruminatio dida est a rumine eminente 
gutturis parte Serv. Verg. E. 6. 54), ruminä-tor (tör-is) m. = ru- 
minälis (Amob.). 

m-d« — Skr. rud l) jammern, heulen, weinen, 2) bejammern, 
beweinen (PW. VI. 369). 

rüd. — rud-8re (rüdere Pers. 3. 9; Ivi, -Uum) brüllen, 
knarren (prora Verg. A. 3. 561)^*), rüd-or (ör-is) m. das Brüllen 
(App.), rudi-tu-s (tüs) m. das Schreien des Esels (id.); Part, als 
Subst. rüd-e-n-s m. (Plaut.^ud. 4. 3. 1 f.) das knarrende Schiffs- 
tau ^*) (vgl. insequitur clamorque mrum stridorque rudentum Verg. 
A. 1. 87). 

B. Gl. 323 f. — Corssen I. 360. — C. E. 181. 361. 368. — F. \V. 
170. 172. 389. 484; F. Spr. 147. — Froehde KZ. XXII. 546 ff. — M. Müller 
Vorl. I. 317 ff. — 1) Vgl. C. V. I. 113. — 2) C. E. 632. — Vgl. Düntzer 
KZ. XVI. 22. Pott KZ. V. 256 f. — L. Meyer KZ. XV. 27 dagegen: 
,,man darf vielleicht «r als alten Anlaut annehmen". — 3) Vgl. C. V. 
II. 382. — 4) C. V. I. 290. 321. 35): ein Guttural empfiehlt sich als 
Wurzelauslaut durch das wahrscheinlich verwandte Qvyxos{?), — 5) Bopp 
Gl. 1. c: cum PoUio ad ru praefixo ä retuitrim. — - ßrugman St. Vll. 
306: gar-glar], grug, rug{?). — 6) C. E. 1. c. — Seh. W. s. v. — Gegen 
die Metathesis ist Düntzer KZ. XV. 366 und ders. bildet: oqv, oQVfiogj 
OQVfiay {6(fV(iccaasLv)y OQVficcydog (da man ogvfLccyfLog des doppelten fi 
wegen vermeiden wollte); oQv^taydog st. opvfiaxrd^ (vgl. oyöoog). — 
7) C. V. I. 113. 222. 6). 256. 4). II. 16. 37). — Kuhn KZ. IL 470 (und 
tphvyoi tpvyyavfo). — Miklosich Lex. p. 809: ksl. ryg-ati ructare, votnere, 
clamare tUi asinus, serb. rigati, russ. rygnutt, böhm. rihnouii, poln. 
rzygnac, lit. rugti, ahd. it-ruch-an; ksl. ryk-ati rugire, pol. ryczec, ahd. 
rohjan. — Pictet KZ. V. 350: iQvyo)^ igsvyoa zu Skr. rüg aegrotum esse, 
auch frangere, vexare; davon rti^, rugä, roga, mgnatä Krankheit, Ver- 



— 815 — 

derben. — Brugman St. VII. 296: gar schlucken; grcug^ grug, rt$g. — 

8) M. Müller KZ. XIX. 48: möglich von kru: ru-mor neutrales Wort 
(sectmdOy tnalOy claro rumore) ^ nie von Naturgeräuschen , sondern nnr 
von dem, was Menschen sagen und hören [siehe jedoch Klotz W. s. v.: 
vom Geräusch der Ruder ruinore secu/ndo Pacuv. ap. Cic. div. 1. 16. 29; 
vom Murmeln des Wassers Uicito rumore Moaellae Auson. Mos. 21 J. — 

9) Vgl. Kuhn KZ. I. 616. — Anders Weber KZ. V. 233: kru mit dem 
Begpriff des „Rauhen, Rohen", ags. hreov, hreog; etwa ravis^ raucus (für 
raoicus) mit Abfall des Anlauts hieher? — 10) F. W. 174 stellt als 
indogerm. Grundform raumun auf [wohl unrichtig statt raug-man]. — 
11) Vgl. Lottner KZ. VII. 20._— Miklosich Lex. 809: ksl. ryd-ati flere, 
lugere, lit. raudmi, lett. raudat, klrnss. rydaty, ahd. riozan^ ags. reoian. 
— Corssen 1. c: ^ru-dOy '^ru-d, — C. E. 648: ru-j-o, ru-d-o oder deter- 
minat. d, — 12) Corssen 1. c. — Zu Skr. rudh (PW. VI. 376: zurück- 
halten, aufhalten, anhalten u. s. w.): Ascoli KZ. XVII. 338. 77) (der 
jedoch bemerkt: „sehr unsicher") und B. Gl. 342b: rudh (impedire, reti- 
nere, obstmere); Äug. Benary huc trafiit (Rom. Lautl. p. 223). 



2) RUy RU-G brechen, biegen; hart mitnehmen, 
Schmerzen bereiten. — Skr. ru zerschlagen, zerschmettern; 
rüg erbrechen, zerbrechen, zertrümmern (PW. Vf. 356. 36G). 

rüg. 

Xirp. — \üf-o-c f. (m.) Keuschlamm, Müllen (viiex agnus castus 
Linn.), eine Baumart mit sehr biegsamen Zweigen und mit zarten 
lancettförmigen Blättern (Billerb. Fl. cl. p. 237) d. h. Keuschlamm- 
mthe, (überhaupt) Ruthe, Gerte, bes. um etwas zusammenzubinden 
oder zu fesseln (Od. 9, 427. 10, 166)*); Avyo-co biegsam machen, 
biegen, flechten; Xvy-titü biegen, winden, drehen, bes. in der Ringer- 
sprache (dem Gegner durch geschickte Bewegungen und Windungen 
entgehen) {Ivyiliuv^ iXvyl%-^-g Theokr. 1. 97 f.), Ivyi'fS-xo-g zu 
biegen, biegsam, XvyLO'X-ino-g zum Winden, Drehen geschickt (Tänzer 
Poll. 4. 97), Ivyi-C'xr^-q m. der aus Weidenzweigen Flechtende, 
Böttcher, kvyi-6-fi6-g m. das Biegen u. s. w. (bes. von den Ringern), 
Xvyi-c-iia(t) n. das Gebogene u. s. w.; Xvy'ivO'g von Weiden ge- 
flochten; kvy-TjQO'g biegsam (tuxI simafini^g Math.); Xvy0'Hdi]g, Xvy- 
diörig Weidenruthen ähnlich (Diosc. Eust). — Xuf-pö-c (poet., 
einzeln in sp. Prosa) traurig, trübselig, jämmerlich, kläglich, 
elend, unglücklich, unselig (Adv. Xvygag TtXi^aöeiv jämmerlich 11. 
5. 763). 

Xeuy. — Xeirf-oX-^o-c (poet.) = XtyyQog^). 

XoiT. — \oiT-6-c (poet.) m. Verderben, Unheil, Untergang, 
Xoly-io-g verderblich, Unheil bringend, Xoiy-tig (Nik. AI. 256. Th. 
921), Xotyi^-H-g (Nik. AI. 207) = Xofyiog; Xotyl-a schaden (Inscr.); 
i^ijQij-XoLyog m. Hachel-verderber (Orakelausdruck für die Worf- 
schaufel, Od. 11, 128. 23, 275; vgl. ' a^ij^o/J^orov o(fyavov Boph. 
fr. 404); ßqorto-Xoiyo-g Menschen verderbend, vertilgend (Beiw. des 



— 816 — 

Ares, n. 5fUr, Od. nar 8. 115, Aesch. SappL 665; aach if»g 
McL 50;*). 

In«- 

loe-ta f. Verschlingiiiig beim Ringen, Ringen, Ringkampf; 
lueiä-ri (re) ringen, sich anstrengen, abmfihen, luctä-tu-s {Jus) m., 
-ti-^n) f., -men (mm-is) n. das Ringen n. s. w., ludä4or (iär-is) 
nu Ringer; Intens, ludi-tä-re (Prise. 8. p. 797 P.). — Ifig-fre 
(/iizi) trauern, in Trauer sein, (luge-fero, luge-fero, luffu-fero, e zu 
u Tor f) lüg-U'hri'S zur Tr. geh., Tr. erregend, traurig klagend, 
traurig*) (Adv. -bre, -bri-tfr): lüg-iu-m n. Trauer (Commod. 29. 
18); lue -tu 'S {tüs) m. Trauer, Trauerkleidung (personif. Lucius 
Verg. A. 6. 274), luctu-ösu-s (Adv. -äse) Trauer erregend, traurig; 
lucti-fer Tr. bringend, lucti-ficu^ Tr. bereitend, ludificä4nli-^ traurig 
(cor Pacuv. ap. Pers. 1. 78). 

B. Gl. 324 a. — C. E. 182. — F. W. 171. 488; F. Spr. 224. — 
Lottner KZ. VII. 174. 68). — Pott L* 232. — 1) C. E. 183 (der auch 
ligartj lictor hiehenieht; „vielleicht sind zwei verwandte W. lig ood 
lug anzunehmen**). — Brugman St YII. 308: gar, glag, glug krümmen, 
drehen. — Bngge KZ. XX. 3: yf.varg (ags. frrene, urenee Krümmung, 
Winkelzüge n. s. w.). — 2) 6. Meyer KZ. XXII. 490 (al-io, to » ind. ia). 
— 3) Vgl. G. Meyer St VI. 252. Schaper KZ. XXII. 516 (» Bg xmv 
^fotmv loifog iöxip). — 4) Consen B. 356. — Anders Saveldberg KZ. 
XXI. 137: Suffix rara, lugu-bri trauernd. 



1) RÜK scheinen, leuchten. — Skr. ruK l) med. schei- 
nen, leuchten, hell sein, 2) scheinen, leuchten lassen, 3) leuchten 
s= in vollem Glänze frscheinen, prangen, 4^ schön, gut erschei- 
nen, gefallen u. s. w.; lok, lok erblicken, gewahr werden (PW. 
VI. 358. 574. 587J. 

luk. 

XOk. — äjLiqpi-XuKTi (nur ccfKpilvxt} vv^ IL 7. 433) doppelt 
leuchtend, (später) Subst. f. Zwielicht, Dämmerung (rifiog 6' ovx 
Sq TCO) (pdog SfißQOTOv^ ovxe xi Xlijv oQtpvaitj niXtxai^ Xtnxov 6* im- 
SiS^ofie vvTixl fpiyyog^ ox^ afKpiXvxriv fuv avsyQOfUvoi xaXiovoi Apoll. 
Rh. 2. GG9; otovil Xvnoipiag xi ov^ xo firi na^aQov (füg aXXa axv- 
xmöig Schol ); Xvx6-(pfag n. id. (Eusi 449. 12). — XuKa-ßä-c (ßavx-og) 
m. Lichtgang, Sonnenlauf = Jahr (weil der Kreislauf desselben 
auf dem L. oder S. beruht Od. 14, 161. 19,306)*); AvKa-ßtj-xo-g. 
'Xxo-g ein Berg in Attika, unweit Athen; AvK-xo-g^ kret. Aut-to-c, 
f. alte Stadt in Kreta, östlich von Knosos (IL 2, 647. 17, Gll) 
= die weithin Leuchtende, Sichtbare {6ia x6 xeta^ai avxr^v h 
(itreaQü) xona^ xo yuQ avto %al v^yjXov Xvxxov [vielmehr ilvTTor] 
tpaai Steph. Byz.)*). — {Xvx-vo; x zu % wegen v) Xux-vo-c ni. 
(PL auch Xvxvcc n.) Leuchte, Leuchter, Lampe (Od. 19. 34, tragbare 



— 817 — 

Leuchte, verschieden von XafiTnrJQ Leuchtpfanne, Leuchterbecken 
Od. 18. 307); Demin. Xvjrv-Zo-v, kvxv-lduhv n., kviv-löxo-g m.; Ivxv'Ca 
f. id., kvxvuc'to-g zur L. geh.; Xvxv-ixo-v n. die Tageszeit, wo man 
Licht ansteckt (Sp.); Xvxvs-civ (cov-o^) m. Leuchter-behttltniss, -fuss, 
-stock; kvxv-Bv-g m. Fackel, Laterne, Xvxve(J-yiO'V n. = Av^vecov, 
IvxyEvm leuchten (Sp.); Xvxv-£-g (Id-og) f. eine Pflanze mit feuer- 
rother Blüthe (Theophr.), auch ein im Dunkel leuchtender Edel- 
stein; Xvxv-ato-gj Xvxv-lu-g^ XvxV'i-tri-g (Xl&og) m, ein leuchtender 
oder durchsichtiger Stein; oßeXiöKo-Xvx^^ov n. ein zugleich als Brat- 
spiess dienender Leuchterstock. — {Xvx-do; x zu ^ wegen d) Xuf- 
bo-C m. weisser Marmor, Xvyö-ivo-gj Xvy8lv-eo-g von w. M.; Xiif-biT 
^ iUvx^, t6 öivÖQov (Hes.). — (Xvx-vo helläugig:) (Avy-jco, Xvy-x) 
XuyE (XvyTt-og) m. Luchs (lat. lynx, lytic-is comm.)^), Demin. Avyx- 
Uhv n.; Xvy%'Bio-gy Xvyi^iiM-g vom L., luchsartig; AufK-eii-c m. 
Sohn des Aphareus, Bruder des Idas, ein wegen seines scharfen 
Gesichts berühmter Argonaut*) (daher o^vtc^ov ßXijteiv rov Avynicog 
Ar. Plut. 210); Sohn des Aegyptos; des Herakles; ein SchtQer 
des Theophrast. — Xuf (x zu-y): Xuf-n f. Dämmerung, Xvya'to-g 
dämmerig, dunkel. 

XeuK. — XeuK-ö-c {-irrig Theokr. 5. 147) leuchtend, blinkend, 
schimmernd, hell, blank; weiss, weisslich^); Aevxo-xf^-g (n/T-og) f. 
die Weisse, weisse Farbe; Xevxo-a} weiss machen, weiss färben, 
übertünchen, Xs^wo-ci-g f. das Weissmachen u. s. w., X£v%(0'(Aa(T) 
n. das Weissgefärbte , bes. eine mit Gyps überzogene Tafel, zu 
öffentl. Bekanntmachungen gebraucht (nlvci^ /vt^oo iXriXi.fA(iivog TtQog 
yQagyqv noXintnäv yQa(ifucx(ov iTtixfjÖBiog B. A. 277); das Weisse, 
der weisse Fleck im Auge, der weisse Staar, XavTccoftax-l^ofiai den 
weissen Staar bekommen, XevwofjuxT'ciörig dem w. St. ähnlich; A£vx-o-g 
{ad'Og) f. zu Xsvxog (Nonn.); als Subst. eine Pflanze; Xevx-fr^oo weiss 
sein (Eust.), XBinuca-fio-g m. das Weissmachen; (XBvx-ntv-jcoi) Xevx- 
etlva (Od. 12. 172) = Xei;xoo), (Med.) weiss werden, weiss sein, 
XMwwv^'txo-g weissmachend, XBvxav-tri'g m. der Weissmachende, 
X&iuMvai-g f. = XtvYMaiiog; X€UK-ii f. Weisspappel, weisser Aus- 
satz, weisser Hautflecken, XBvx-Lvo-g von der W., Xbvx-(6v (civ-og) 
m. Hain von Weisspappeln; Xsvx-ia^ -aUc f. (e rrjg Xevxrig (pXotog 
Euöt); XivX'O-g^ Xevx-laTto-g m. eine Fischart, Weissfisch. — fx- 
iUvxo^ ganz weiss (eig. hervorstechend w^iss), sehr weiss, ifU-Xeviiog 
weisslich, (uao-XBvxog in der Mitte, dazwischen weiss, mit Weiss 
gemischt, TcaQU'Xevxog mit Weiss gemischt, TCSQl-Xevxog rings weiss; 
(aeXa-XBvxo-g glanzhell) QX€UKO-c (altmakedon. Name) m. General 
Alexander des Grossen, Stammvater der Seleukiden^). — (Aetw^'oo) 
Xeuccu) sehen, blicken, poet. (im Präsens bei Hom., Lnperf. i-XBvCöBg 
Aesch. Pers. 710, erst bei Dichtem der Anihologie u. s. w. zum 
Theil wenig sichere andere Formen: XbvOo^ XBvCag u. s. w.)'). — 
{Xovx-jihv) Xoöcco-V n. der weisse Kern des Tannenholzes (Theophr.). 

Vaniiek, etym. Wörterbaoh. 52 



lok. 

lue. — (UK-f^-na) l&C-er-na f. Lenctte, Lampe, DemiB.' 
laCffrftü-la F. (Hieroo.); lucwn-äriu-S (iv^voizoi GIobb. Pliilox.), fiM»rn- 
äria f. Kemenkraut (Marc. Empir.), lucem-qrm-tn n. •= huxnkt 
(Cassiod.J; lucem-ä-tu-s mit, einer L. verseilen (Tert.J. 

Ipuc, loue. — {Lntc-etU-io, Lew-d-iö) Leuc-fs-ius Bein, det 
Jupiter. (C. Sal.) Leacesie (vgl. Ter. Scauriis p. 2261); Lour^im 
{('.. 1. L. 171), iMtC'fl'io-s (Mar. Vict. p. 2459); Loucer-ia aiÜ. 
= Lüc-er-ia u. b. w. s. unten. 

(touc -=) lue. — (täc-s) Inx (fiic-t.i) f, Licht, Schimmer, 
Glan::; Ubertr. Tag, Lebenslicht, Leben, Retttini;, Hilfe (Abi. lue^ 
ktci, tucit bei Tage, am Tage); lüe-ere (Ine^) hell sein, lettdlton, 
herYoiieucht«n; Inchoat lüee-se-«re (hteiscere Ter.); (*l^cu~a} ISHf- 
dv-a lichtvoll, glänzend, hell, klar, deutlich (Adv. -de), Uieidä-rt 
aafhellen, erklären (Caasiod.), lMeiM-li-ö(n) f. Aufklärung (id.); KW- 
Mti-s (ipioTtivoi Q\t}ss. Philos.); (•/ün»-tol di-lücü-lu-m n. Morgen- 
dllmmerung^), dihimJa-t ea dämmert, es tagt (Gell.); tücül-entu-s 
•=! huHdus, (fliiertr.) auBge7eichnet, aoBehnlich, glauliwürdig (Adr. 
-enle, ■«•/«■), luculetU-ia, -i-la-s T. Cilanz, Vortreffliehkeit (Amob,, 
Laber,). — lüc-in-iu-m n. JohanniswUrmchen , ririndrla (OIobb. 
?et.), — lüci-ffr Licht bringend, Snbst, Morgenstern, Venus, luci- 
ficus Licht bringend (sol, Osel. Anr.l, luii-fluus Licht strahlend, taii- 
fiig-v-s, (W lichtacbeu. — {luc-»un) iQ-men n, = hii; Ubertr. Zierd«, 
Sclunuck, lumm-ar (äri-s) n. PenBter(laden) , Leuchter (Hieron-X 
Iwmin-ösu-s voll Licht, ausgezeichnet; {*Uimin-u-s) lumtnä-re (e-, 
Ö-) erleuchten, erhellen, luminä-tas male kurzaiebtig (App.). — 
{tüc-tta) In-na f. Mond*^, peraon. MondgSttin, Oemin. l ünäla f., 
Ijünu-s m, Mondgott (Spartitin. Car. G. 7), Iwn-ari-s xum Mond 
geh., mond -ähnlich , -njrmig; Umä-rr mond-, sichelförmig krOmmen, 
funo-fM-s balbmond-, sichel-fSrmig; hmä-li-cu-s mondsüchtig; inter- 
Hui-iwm n. Neumond, pleni-lvn-iu-m n. Vollmond. — lucu-bru-m 
(vocalum, quotl Ivceal in umbra. Est enim motliais ignis, gm solft 
ftc tcnui !itu]>}ia ccraque formari laiA. or. 20. 10. 8), InrobriTft 
(■ri) des Nacht.e, bei Licht arbeiten, Irumbrä-fi-ödi) f. dae Arbeiten 
■lee Nachts, bei Licht, Dbertr. Nachtarbeit (HSnke, TSuschnngen 
Amm.), Demin. lucubratiun-cHla f., lucubrä-tör-M-s zum Nachtarbeit«& 
dienlich {ledicula Suet Äug. 78). — lOc-a-S m. (= Ausblick) 
Lichtung, freier Kaum, lichtes Gehöb! ■= Hain'") (demnach lueia 
a Uuenda!), Demin. läcii-lu-s m. (Suet.), iM-ar (äri-s) n. Porst- 
ateuer (zum Unterhalt der Schauspieler), lue-äri-s znm Hwn geh-j 
fd-, mler-, sub-lucä-re auslichten, stutzten, abhauen; ob-htem>iaa»e 
(dkfbanl antiqui mepte errasse, quasi in luco deortim alicui oecur- 
rissc Paul. D. p. 187. 11, also = ob hieum viare). — LSr-iu-g 
m, rflm. Vorname (>= am Tage geboren), Luci-por (vgl. pag. SJIO}» 
jAtcM'iu-ä, Lüc-vliu-a, (^ Ltic-enl-ius , altlat. Louc-et-io, Ltw-^t-io 



— 819 — 

pag. 818 oben) Lüc-et-iu-s, -ia m. f. Lichtbringer, -in (Beiname des 
Jupiter und der Junoj; Lüc-lna f. Göttin der Geburt; übertr. Geburt, 
Gebären, lucinu-s zur Geburt geh. (horae, Prudent); Lüc-äm m. 
Volk in ünteritalien, Lucän-ia f. das Land; Lüc-ir-ense-s, abgekürzt 
lÄic-er-es (ygL TUies pag. 154, Bamnes pag. 791), Lücer-ia f. 
Stadt in Apulien, Lucer-ini die Einwohner; Luc-u-m-on-es die Fflr- 
st-engesch] echter der etruskischen Städte, principes Etrt/riae, eine 
kriegerische Kaste, ähnlich den Patriciem; etruskiäch: Laudtme^^), 

lue 'S, — {^luc-s-tru-s) lustrfi-re besehen, mustern, durch- 
i^andem, lusträ4or m. Durch wanderer (App.), lusträ-(i-ö(n) f. das 
Durchwandern, lusträ-bili-s (niQlßUnxoq Gloss. Philox.) ; circum-lustrare 
nmleuchten Tnur Lucr. 5. 1433), col-lustrare beleuchten, in's Licht 
setzen, mustern, i7-/u^/rarf erleuchtend , einleuchtend machen, offen- 
l)aren; übertr. glänzend, berühmt machen, rühmen, verherrlichen; 
i1-lU8-tri-8 (illuster Valer. Max. 4, 1, 6. 3, 11) erleuchtet, licht- 
voll, strahlend, klar, glänzend, ausgezeichnet, herrlich, berühmt^) 
(Ady. -ire, -tn-ter). — (*luC'S-co) In-S-CH-S blod-äug^. -sichtig, 
schlecht sehend am Tage, nicht sehend in der Dämmerung, ein- 
äugig (ygL Av)T|»'*j, lusc-imi'8, luscin-m-s fLamprid,), lusci-ii-u-s, 
JuscitirösU'S , (*lusci-ai-s, lusci-ci-om s ) lusci-ösu-s id. (lusciosi q^ä 
ad lucemam non videtü ei myopes voranfur a Graecis Non. p. 92 G.^, 
lusci'ti'ö{n) f. ein Augenübel (vitium ocul&rum, quod clarius vesperi 
quam meridie cernit Fest. p. 120 M.); Luscu-8, Lusc-lnu-s röm. 
Beiname. 

B. Gl. 323. — Corasen I. 367. B. 471 f. — C. E. 159 f. 371. 623. 

— F. W. 171. 174. 176. 395. A**H. 1076; F. Spr. 107. 222 f. 364. — Graiw- 
mann KZ. XIl. 103. — Kuhn KZ. II. 272. — I»ttner KZ. VII. 19. — 
Miklosich Lex. p. 344 ä. v. luca radius ^nel. lukati »pectare, oserb. luiro 
kien, böhm. loui t€^eda, lett. lüköt gpectare u. », w.). — Walter KZ. XIL 
377. — WindiBch K. B. VIII. 35. — Zur Wurzel vark glänzen ^Skr. 
var£ nnbelei^; vart-a» Leben.«kraft, Lebhaftigkeit; in der späteren 
Sprache: Licht, Glanz PW. VI. 731,: Bogge KZ. XX. 3. GraĻmann KZ. 
XVI. IM ff. — Aäcoli KZ. XVII. 263^: ark , tark, ruk. — 1, Nach Bekk. 
An. p. 1095 ein arkadiüche.^ Wort. — 2. Vgl. H. Weber Jahrb. fnr PhiloL 
TL Paed. 1865 pag. 546. — 3; F. Spr. 1. c. j= Itm-ro, wie irrtfi aiu 
flrvx'M»). — C. £. 57 f.: ,. sollte jemand zweifeln, der scharfblickeiuie 
Luchs iryS und sein meD.s>chlicher Nebenbuhler Avpuvs sei von der 
Wurzel XuK benannt, die in Itvggm vorliegt?** Dagegen id. p. 371: 
„ wahrscheinlich^ von hjK i^eLen. — Fritzitche St. VI. 334. 1«,. — Seh. 
W. 8. T. — Dagegen .Spiegel KZ. XIII. 367. 2 : lunl: zerreLaen Tjrl. 
Bngge KZ. XX. lO,-. — 4. Vgl. Pott KZ IX. 1^2. - 5 Vgl. PW. ^1. 
388: rurani Skdi, pflegt aU Part, von r«/: betrachtet zu werden, licht, 
lichtfarbig. heU. weis» vj?l. itvxog . — 6 Fick KZ. XXII 99. 2^4. — 
7) C. V. L 2**. 290. 311. 9 . 364. — h, Pott KZ. VI. 267: .XichtAcheide'". 

— 9> Vgl. Ebel KZ. VII. 267. — Kahn KZ. VI. 157. — Lottner KZ. 
VII. 37. 186. ii7,. — Biigge KZ. XX. 13: = luc-*-na, ital. loujma. Tgl. 
Lotna C. L L. I. 56. addit. 554. Dagegen Cors*^ I. 362*: lyj^na 
kein lateinische« Wort. — ScLweizer KZ. III. 369: vielleicht aaf W. 
rudh {fudhira, i^v^gog^ zurGckzoffibren , wezm nur die ac^f eiikem alt^m 

52* 



— 820 — 

Spiegel sich findende Form ^Josna^^ nicht täuscht. Aehnlich KZ. VIII. 
302. — Froehde KZ. XVIII. 259 führt da« auf einem präneatiniachen 
Spiegel vorkommende losna aus *loiisna auf W. lue leuchten zurück; 
vgl. altn. lysa, lies, lat. illustris. — 10) Vgl. Lettner KZ. VII. 186. 89). 
— 11) Corssen KZ. II. 13. V. 118. XVI. 296. — Grassmann KZ. XVI. 
175. — 12) Bugge KZ. XX. 14 f. — C. E. 160. — Lottner KZ. VII. 186. 
88). — PottE. F. I.« 246 1^ „in Glanz". — Anders Corssen I. 362. B. 411: 
lu spülen, lü'S'trum; il'lü'S-tri'S im Reinigungsopfer begriflFen = gerei- 
nigt, rein, licht, heU, erlaucht, berühmt. — Ebenso F. W. 1082: viel- 
leicht auch iUustris^ collttstrare; vgl. lat. lau-tu-s blank. — 13) Corssen 
N. 37 f.: Iah biegen: der vielfach schiefe, verquere, seitwärts schielende 
Blick eines blöden, matten oder kurzsichtigen Auges. 



2) RUK raufen, ausraufen, graben. — Skr. lunk raufen, 
ausraufen, rupfen, bempfen; enthülsen (PW. VI. 566). 

^UK. — (o-(wx-;;w) ö-puccuj, neuatt. o-Qvvtta {^oQvxvi Arat. 
Dies. 354), graben, auf-, aus-graben (Fut. o(»v^(o, ncn-o^X'-ri-coiuc^a 
Arist. Av. 934, Aor. (o^lor, Hom. stets o^^or, Pass. oo^;|r-0^-v, 
Perf. d^-io(w%-a, Pass. oQ-df^vy-^uii) ^); Verbaladj. o(wx-to-5 ge- 
graben; o^nx-ino-g zum Graben geh. (Suid.); o^vx-tij f. == oQvyfuc 
(Ael. V. h. 13. 16); ©(»vx-rij-g, -tif^ {'f^Q-og) m. der Grabende; 
Werkzeug zum Graben: Spaten, Pflugschaar; oQvx-riaQ (roQ-og) m. 
= oQVKTi^g (Greg. Naz.), fem. o^vxxQ-l-g (iö-og) Tzetz.; (o^x-t*) 
oQv^i-g f. das Graben; o^K-t-l-g {l6-og) f. ein Werkzeug zum Minen- 
graben (Sp.); dpu£ {oQvy-og) und o^y^ (oQvyy-og) f. Spitzeisen zum 
Graben oder Bohren, Demin. oQvy-io-v n. (Hes.); Teine Gazellenart 
wegen ihrer geraden spitzigen Homer); öpux-il (minder gut att. 
o^y-7/ Lob. ad PhryiL p. 230) f. das Graben, der Graben; öpuf- 
fia(T) n. das Gegrabene, Grube, Graben, Demin. o^yfiar-io-v n. 

ruc, — (*rw-w-cw-5) ru-n-CÄ-re gäten, ausgäten, glatt rupfen 
(mähen August.), nmcä-tor m. Ausgäter (Col.), runcä-ti-ö^n) f. das 
Gftten u. s. w.; runC'ö(n) m. Reut-, Gftt-hacke (Pallad. 1. 43. 3); 
Bunc-ma f. die dem Mfthen vorstehende Gottheit (Augusi); runc-lna 
f. Hobel (Lehnwort des spätgriech. Qvxdvri^), runcinä^e abhobeln. 
— rüg (c zu g, vgl. pik pingere pag. 535): ar-rug-ia f., cor- 
rüg-u-s m. Stollen und Gänge im Goldbergwerke (Plin. 33. 4. 21)'). 

Bezzenberger KZ. XXII. 369. — C. V. I. 317. 68). — F. W. 173. 
484; F. Spr. 106. 369. — Grassmann KZ. IX. 17. 21). — B. Gl. 323: 
rüg frangere, — 1) C. E. 618. 661; C. V. 1. c. - 2) Definer St. IV. 292: 
neugr. rukäna^ rukdni, — 3) Corssen I. 643: varg krumm sein. 



3) RUK zürnen, — Skr. ruj, rush 1) unwirsch, miss- 
muthig sein, zürnen, 2) übel aufnehmen, 3) missfallen, zum Ueber- 
druss sein (PW. VI. 388 f.). 

XuK. — (XvK-ja) Xucca, neuatt. XuTxa, f. Wuth, Baserei (Hom. 



— 821 — 

stets von Kriegswuth und nur IL 9, 239. 305. 21, 542); dann: 
Raserei (von jeder heftigen Leidenschaft, bes. Hundswuth), Xvaari- 
&0V auf rasende Weise (Opp. Hai. 2. 573); Ivaaa-o} wüthend sein 
(von tollen Hunden, Wölfen), oft von Menschen (Xvcarj-d'el'g rasend 
gemacht Nik. AI. 283), kvactj-r-tKo-g wüthend, rasend, Xvaqtj-T^-g^ 
-rif^ (fnjff-os) m. der Wüthende, Tolle (xvtov II. 8. 299), kvacfi- 
fia{'t) n. das Rasen (£ur. Or. 270); XvaaiGi {nolXa XciXbIv Hes.); 
Iv^oo-m wttthend machen, Pass. rasen {Xvcccn-^Bl-g Phokyl. 114); 
kvac^lvia nHlthen, grimmig zürnen (Soph. Ant. 633 D.); Xvcaexat' 
ftalvtvai (Hes.^ ganz vereinzelte und deshalb angezweifelte Glosse*); 
lv60'a-g (aS-og) f. die Wüthende, Rasende; Xvca-aX-io-g^ Xvaa'tJQ-fjg^ 
IvWif'Bi'g = XvC0tixix6g^ Xvaa-aiöi^g wie rasend (vom Hektor IL 
13. 53); i'Xiaaog nriyyj eine die Hunds wnth stillende Quelle in Ar- 
kadien (Pausan. 8. 19. 2). 

B. GL 326b. — F. W. 171. C. E. 643: wenn zu W. rush, dann 
Ivößa => Ivüja, aber das r von IvTza bliebe unerklärt. Auch ein Zu- 
sammenhang mit Ivnog möglich (vgl. Koscher St. IV. 189. 2). - Misteli 
KZ. XIX. 121: „etymologisch verdunkeltes Wort**. — Pictot KZ. V. 326: 
luf, ruf, Grundform von /o/, raut {VW. VI. 456. 589 unbelegt); dazu 
ksl. Ijutu (Miklosich pg. 366: acerbws, saevus u. s. w. ohne Deutung). — 
Seh. W. 8. v.: „stammverwandt mit Aiiwi^". - 1) G. V. 1. 315. 42). 



BUDH roth sein. — Skr. rndfi-ird roth, blutig, Subst. m. 
der blutrothe Planet d. i. Mars, n. Blut, Saffran; rodh-ra m. sym- 
plocos racemosa, aus dessen Rinde ein rothes Pulver bereitet wird ; 
r6h4ta roth, röthlich (PW. VI. 386. 445. 452). 

Tudh. 

fiu6. — d-pu0-p6-c roth, röthlich, iqv^Qo-xri-g {xrjft-og) f. Röthe, 
(Sp.), iifvd'QO-o} roth färben, röthen (Sp.); igvd'Q-alva} id.; {*Jqv^q- 
lo^) dpu6pid-U) erröthen, schamroth werden^), igv^glä-ci-g f. das 
Erröthen; i^v^Q-io-v n. eine rothe Salbe (Paul. Aeg.); i^v&g-aio-g 
röthlich; poet. ^= iQvd'Qog; iQvd'Q-la-g m. der roth Aussehende; 
igv^Q-tvo-g m. eine rothe Meerbarbe; igv^Qo-eldrig^ igv&Q'dörjg von 
röthlichem Ansehen; igv^-aivca «= igt^^galvot (Pass. aüfiatt IL 10, 
484. 21, 21); {*iQvd'i-(o) igv^-fiair) n. Röthe; igv^-lvo-g = iQv- 
^Qivog; iqv^QO'öcivo-v ^ igv&Q^öio-v n. Pftrberröthe, Krapp (Diese), 
i(fv^Qo6ctv6'(o mit F., K. förben. — {iov^-xt-^ iQv^-ai') ^puci-ßri f. 
Mehlthau, Brand, robigo, am Kom^j, igv^tß-aa^ -oofiai am M. 
leiden, igvciß-dörig mit Mehlthau bedeckt; igvöL-TteXag pag. 502. 
— ^Egv^Qai f. (= Rothenburg) alte böot Stadt am Kithäron, galt 
als Mutterstadt von ^Eqv&qccI in lonien (U. 2. 499, jetzt noch 
.iuinen östlich vom Dorfe Katzula); ^Egv^-tvot m. Stadt in Paphla- 
gonien, die von der rothen Erde ihren Namen hat (IL 2. 855, 
YgL a(fyiv6evTa Avxaciov ibd. 647); 'E^vO-pa ^nXacccf, marc Ery- 



- 822 - , 

thiraeufn, bei Herodot überhaupt das Meer südlich von Asien und 
Libyen, davon ist das heutige „rothe Meer" ein Ausläufer (bei 
Her. bald ^AQaßiog Köknog^ bald auch weniger bestimmt ^£^t;^^ ^.). 
^€u9. — d-p€u6-UJ = iQv^Qom (Hom. Inf. Aor. i^svaai, yceiav 
aTfiuni II. 11, 394. 18, 329); igev^i-m roth sein (Luc. Ner. 7), 
iift'v^'(jux{x) n. =s i^^fia (Galen.); igevd'O'ia = i^ev^'G) (Sp.); 
iQni)^iato «= iQiv^co'j igsv^-aX-io-g roth (Nonn. D. 12. 359); igev^i- 
davov n. = igvd'QoSecvov ; SgBvd'-og n. Röthe, das Erröthen; i^fvO-r'g 
roth; l^v6^-«-g id. 

rudli. 

rud. — {rud-to) rU8-SU-8 roth, Demin. rtissü4U'S röthlich; 
rt/iS8-eu-8 id., Demin. russeo-his etwas röthlich; (*ru$sär-re) rtissä- 
tU'S rothgekleidet; (pid-tü-lo) Rü-tü-li die Rutuler (= die Roth- 
haarigen, vgL Roth-russen, Roth-häute u. s. w.), Völkerstadt im 
alten Latium mit der Hauptstadt Ardea; rfi-tl-lu-S röthlich, gelb- 
roth, goldgelb, schinmiemd, glänzend, rutüä-re röthlich sein, 
schimmern, (trans.) röthlich machen, färben^); Inchoat. rutile-sc-ere ; 
Rutü'iti-8 Name einer röm. gens. — raud: raud-US^ roud-us, 
röd-us, rüd'US {'€r4s) n. ein Stück von braunrothef Metallfarbe, 
rohes Stück (Erz, Blei, Stein) (aes raudus dictum Yarro 1. 1. 5. 
163; olim aera raudera dicebatUur Val. Max. 5. 6. 3)*), Demin. 
rauduS'däu-m n.; liaudus-cula, -ctU-äna porta (Thor zu Rom zwischen 
der p. Naevia und p. Lavematis; Varro 1. c: quod aeratn fuit), 

Üritalisch: rubh = rub, ruf (vgl. urital. tibhi = lat. tibi, 
umbr. tefe; ruflru), 

rüb, — (rtib-ro) rüb-ru-s (Solin. 40. 23), rüb-er = i-Qv^- 
Qo-g (speciell: mare Rübrum, Rubra saxa ein etrur. Flecken); 
Demin. rubd-lu-s röthlich, davon Demin. rubellur-lurS etwas röth- 
lich, rubeU-i-ä/nu-s röthlich; rub^i-öin) m. ein röthl. Fisch; Ruhr- 
hi-s, Rubri-ärm-s; rubr-lcu-s, b18 Subst. f. ruJbrtca (erg. terra) rothe 
Erde, rother Thon, Röthel; Rubrik = Name für Titel und Ueber- 
Schrift von Gesetzen und Büchern, weil sie mit rother Farbe ge- 
malt waren, um sie von dem Schwarz der übrigen Schrift zu 
unterscheiden, {*fvbricä^e) rvbricä-tu-s roth gemalt, roth an- 
gestrichen, rfä>riodsu-s voll rother Erde, roth. — (^rub-u-s) rub-öre 
(yy/äy-ui) roth sein, vor Scham erröthen, Part, rub-ens roth, röth- 
lich, Schamroth; rube-ta f. eine Froschart; rube-d-^ (in-is) f. RöÜie 
(Firmic); Inchoat. rube-sc-ire (rwd-wt); rube-facere roth machen, 
röthen; rub-ia f. = igv&QOÖavov; rib-eu-s roth; {*rube-, *ruhi- 
cu-s) rubic^un-du-s roth, bes. hochroth, glühendroth; röthlich, falb, 
Demin. rubicundu-lu-s ; RubiC'ö(n) m. kleiner Gränzfluss in Ober- 
italien gegen Gallia Cisalpina bei Ravenna, berühmt durch Cäsars 
üebergang beim Beginne des Bürgerkrieges (jetzt PisateUo)-^ rubt- 
du 'S roth, röthlich, bes. dunkelroth; rub-or (är-is) m. Röthe, (spe- 
ciell) Schamröthe ,\^(metonym.) Schamhaftigkeit, Schamgefühl. — 



— 823 - 

(raub) roh: röb-us (altl.) roth (Paul. D. ^, 264. 10); {*röbi^e) 
röbl-g-O (tn-is) f. der fehlerhafte rothe Ansatz am Metall, Rost; 
Best als Krankheit des Getraides »= i^clßri^ robigiti-östi-s rostig, 
Terrostet, röbistin^-re rosten (App.); Bobig -tA-s m., Bolng-o {tn-is) 
f. Oottheit, die man um Abwendung des Mehlthaus anrief, robig- 
äUra n. PL das zu Ehren dieser Gottheit am 25. April gefeierte Fest. 
(rouf) ruf. — rttf-U-S roth (und zwar:) lichtroth, feuerroth; 
rothhaarig; Bufu-s als Bein, häufig (z. B. Q. Curtius Bufus, der 
Historiker), Demin. rufu-lu-s; Bufuli (vgl Ascon. ad Cic. Yerr. I. 
§. 30: iribunormn müUum duo geyiera: primum eorum, qui Bufuli 
[nach ButiUus Bufus, der ein Gesetz zu ihren • Gunsten in Vor- 
schlag gebracht hatte] dicuniur; hi in cxcrcitu creari solent; cdii 
mht comitiati, qid Bomae conüiiis designaniur); rufä-rc röthlich 
machen; rufe-sc-ere röthlich werden (Plin.); Buf-inu-s m. Name 
eines Consols; Buf'i-ö(fi) m.; Buf-rae f. caoipan. Stadt (jetzt wahrsch. 
Lacosta Bufaria)-^ Bufr-iu^n n. Stadt der Hirpiner (Liv. 8. 25. 9, 
jatit JKuvo); Bufr-enu-s. 

Aacoli KZ. XVII. 337. 66). 72). XVIII. 443. 4). — B. Gl. 326 b; 
▼gl Gramm. I. 123. U. 104. III. 404**); KZ. III. 6. — Bugge KZ. VI. 
20. YTT 441. XX. 6 ff. - Corasen I. 369. B. 20. 80 f. 128. 198. 374. N. 
194. — C. E. 261. 326. 421. 440. 669. 714; KZ. II. 384 f. XIIL 397; V. 
I. 22«. 6). — Ebel KZ. XIV. 77. — F. W. 172. 389. 484; F. Spr. 360. 
— Froehde KZ. XIV. 463. XVIU. 268. — Graasmann KZ. XII. 88. 91. 
XVI. 191. — Kern KZ. XXI. 241. — Kuhn KZ. XIV. 215. — Lottner 
KZ. Vn. 20. 48. 177. 92). 188. 117). XL 178. — Mikloaich Lex. p. 808 
«. T.: rudeii sc, — Misteli KZ. XVII. 191 •). - Pott W. III. 1017; KZ. 
VL 369. — Savelsberg KZ. XXI. 127. 1). — Schweizer -Sidler KZ. VI. 
449. Vn. 162. — Sonne KZ. XIIL 414*). — Zeyss KZ. XVI. 382. — 
1) Cuciiai St. VI. 433: ,,die Verba auf -caco bezeichnen bald mehr den 
Hang in etwa« (yav^tav, «v^mxv, IXliyyiav^ iov^giav), bald den krank- 
haften Hang, die Sucht oder die Krankheit {otp^alfuävj vSsqmv, ßxQa- 
ti^yiav) und bisweilen die Nachahmung (aotpiaxiav). — 2) Pott KZ. 1. c. 
itält sehr yerBchiedene Vermuthungen über den ,, desto dunkleren Zu- 
wAaf* 'firi auf. [Dessen Erklärung wurde sonst nirgends gefunden. — -Stj 
ist wohl ^ urspr. Suffix va; vgl. rvgßri turba und dazu Kraushaar Bt. 
IL 481 ff., Pictet KZ. V. 323 *J. — 3) Anders F. W. 446: ghar gelb, 
grün sein; ghar-ta =* diru-tOy ru-t-ilu-s. Aehnlich Bugge KZ. 1. c: zu 
Xfvtfog; Tgl. artna rutilmU, rutilantior auro; also vom roth^elben Glanz 
wie das Gold. — 4) Anders Corasen I. 369: kru hart sein: rau-d-us, 
fiothd-U8^ rö'd-us. — Diefenbach KZ. XVI. 224: die Grundbedeutung un- 
gewiM. 



L. 

l) Li.K biegen, beugen; vertiefen*). 

lak. 

XaK. — a-Aa|, aJl|* n^xvg, ^A^afiicveg (Heß.); Kanag' (ptiifayyag 
(id.). — AttK-^-c (Stiabo), Aöik-iliiüv (jiKov-og) (Herod.) m. der nörd- 



— 824 — 

liehe Theil des Pindus* (bildet eine grossartige Einsenkung); AaK- 
IVIO-V n. Vorgebirge in Bruttinm; (Xayie-öafio ^ Xaxe-dafi-iov) AaK€- 
baifiUüv (fwv-og) f. die Landschaft und deren Hauptstadt (vgl. II. 
2. 581, Od. 4. 1 xolXfiv Aaneöalfiova xritdeocav; schlundreich, reich 
an Klüften, nämlich in den zwei parallelen Gebirgszügen Tajgetos 
und Pamon, welche die Landschaft AaKidalfuov durchisogen; Ameis- 
Hentze ad 1. c). — (Xok-J^o) XdK-KO-c m. Vertiefung, Grube, Cisteme, 
kccKX-tciO'g aus der Cisteme {vöcdq), Xaxx-/^o) graben (Suid.), Xaxx- 
dörj-g grubenartig (Geopon.)^). — (Xax-va, Xa^-va^ k zu % vor v) 
Xdx-VTi f. (die gebogene, gewundene, verschlungene) Wollfaser, 
Wolle*), woUigeö Haar, Flaum, Xax-vo-g m. id. (nur Od. 9. 445); 
Xaxva-to-g, Xajivfi-Et-g wollig, zottig, haarig; Xaxv6-o-iuci wollig 
u. 8. w. werden, Xdivca-ai-g f. das Behaartsein (Sp.); Xaxv-dörig = 
Xaxvi^eig {Xaxvciöri' Syx^oa Schol. Nik. Ther. 762). — (XccK-vog, Xax- 
vog^ Xcty-vog, Xctfi-vog) Xa-vog dor., Xfi-voc n. = Xdxvri (Aesch. 
Eum. 44. Ap. Bh. 4. 173. 177. Nik. AI. 452)^). 

XcK. — XeK-dvTi f. Schüssel, Becken, Mulde, Demin. Xexav-l-g 
{lö'Og)y 'Icxri f., Xexdv-io-Vj XeKav-löio-Vj -a^to-v n.; Xi%-og n. (auch 
XsK-o-g m.) id. (Lex.). — Xbk-qoI^ Xm-qoI' o^oi xcSv iXatptlmv Tugd- 
xfov (Hes.); XinQ-avcc Arm, Ellbogen (xvßcaXa Hes.); ö- und üü-X^Kp- 
avo-v n. id., AXexQav'lia} mit dem Ellbogen stossen. — (Xex-Qo-) 

X^XP'^O'C quer, schräg; Adv. XixQ-ig (XixQig inixQi'f^^^S ^P* ^^* 
1. 1235, XixQtg eataaav id. 3. 238)*). 

XlK. — Xly^j Xl^' nXdyLÖg (Hes.); hx-gol s. Xe%Qol; XiKpi-qpic 
von der Seite, seitwärts, quer (nur alaaetv II. 14. 463. Od. 19. 
451) '^). 

XoK. — (Aox-To) XoHö-c schräg, schief, quer, krumm,- seit- 
wärts gebogen, verrenkt; (von der Rede) Umschweife machend, 
dunkel ^J, Xo^6-tri-g (rrix-og) f. schräge Richtung (jQri0fimv Zwei- 
deutigkeit Plut.); Xolo-co schräg u. s. w. machen oder sein, Xe^oD- 
ai-g f. das SQhrägmachen u. s. w., schräge Richtung; Xo^-sv-^ = 
Xo^ocO) X6^Bv-fia(x) n. = Xo^mötg; Xo^L-d-g (dö-og) f. die schräge 
Bahn der Ekliptik; Xo^o-eldrig schief. 

lak. 

lac. — läc-U-S (üs) m. = Xdxtwg {locus lacuna magna, uhi 
aqua contineri potesi Varro 1. 1. 5. 26); Lache, Teich ^); Demin. 
lacuS'CtäU'S m. kleine Vertiefung; lac-üna f. Vertiefung, Graben, 
Abzug, (übertr.) hohle Stelle, Lücke, Verlust, lacimä-re vertiefen, 
täfeln (d. h. vertiefte, getäfelte Arbeit in der Decke anbringen), 
lacun-äriu-s m. Grabenmacher (XccKxoTCotog Gloss. Philox.), lactm- 
ösu-s voll von Vertiefungen, Gräben, Lücken; lacun-ar (ärUs) n. 
getäfelte Decke, Plafond (Plur. auch ari-a, örum)] (*lacuru-s, *lacur 
äre) lacuärtu-s getäfelt (Enn. ap. Cic. Tusc. 1. 35. 85 Bibb.); 
(*lacu-^) laque-ar (äris) n. = lacimar, laque-ana-s = lacimarias 
(Cod. Theod.). — (lac-ma) Ift-nia f. = lactma; Sumpf, Pfütze. — 



- 825 — 

(fa-f»-c) lanx (lanC'is) f. (XeTucvrj) Schale, Schüssel; bes. Wag- 
sohale^; Demin. lanc-iUa, lanci-ctda f. — (^lac-ero) lac-er-tu-8 
m. Oberarm, oberes Vorderbug von Thieren*); lacert-ösu-s mit 
starkem Oberarm oder Vorderbug , muskelkr&ftig. — (lac-nd) lü-na 
f. ■» l&ivfi^), Demin. länü-la f. ein wenig Wolle; lanä-re (igto- 
ipo^lm OI088. Philox.), lanä'tu-s mit Wolle versehen, wollig, lan- 
eu-8 wollen, woU-icht, -ig; (*lnnU's) lam-cu-s woUhSutig (Laber.), 
lameAus wollig, lanic-ia, -ie-s f., -iu-m n. Wolle; lan-äri-s wollig, 
WolL (pecus Varro r. r. 2. 9. 1), lanäri-u-s zur W. geh., Subst. 
m. Wollarbeiter, Walker, f. Wollspinnerei, Lanäriu-s Bein, des 
Calpnmius Piso; lan-es-iri-s (vgl. terrestris pag. 310) aus W. ge- 
macht (jHÜUum, Vopisc. Aur. 29); lan-östt-s wollig, voller W., lanosi* 
t€h8 f. wollige Beschaffenheit (Tert); lan-ü-go (tn-is) f. Wolle, 
das Wollige, Flaum, Milchbart, lanugiti-eu-s , -Ösu-s woll-ig, -icht, 
woUartig; lanerum (vestimenti genus ex lana sucida confectum Paul. 
D. p. 118. 11); lanoculus (qui lana tegit oculi Vitium id. p. 118. 9); 
lam-ficu-s wollarbeitend (laniftc-ia f. Wollarbeiterin, Dig.); lani-ger 
woUtragend, Subst. m. Widder; l^milütar m. Wollwäscher (igio- 
nlvxrig Gloss. Philox.). 

lic, — l¥c-lnu-S aufwärts gebogen, Licinu-s, JAcin-iu-s; re- 
^tctmi-« rückwärts gebogen; (^lic-ius, lic-su-s) lixü-la f. (sabin.) 
gebogenes, verschränktes Backwerk, Kringel, circu^i • (Varro 1. 1. 
6. 22. 31), semi-lixula f. halbes Backwerk (id. 5. 22. 107). — 
SUb-ltC-a f. unten verschränkter Balken, Querbalken, Pfahl, Palli- 
sade, bes. Brückenpfahl, subliciu-s (pons) aus Querbalken be- 
stehend, auf Pfählen ruhend (die von Ancus Martins gebaute höl- 
zerne Tiberbrücke, etwas nördlich vom Aventin, noch innerhalb 
der Mauer; vgl. Becker I. 693). 

llc. — llC-iu-m n. Weberfaden, Faden, Gurt, Gürtel, Schurz 
(altlat. inUcium vocare, zusammengeschrieben statt in-liclum vgl. 
eX'femplo, ü-lico u. s. w. = vocare in proeinctum den Heerbann in 
Ourt oder Aufschürzung rufen = in Waffenrüstimg rufen), liciä-re 
das Gewebe anzetteln, Uciu-tör-iu-m n. Webebaum, Gambaum (Vulg.), 
Iic4n-iu-m n. Fadenwerk, Charpie; bi-lix (Uc-is) zweif&dig, zwei- 
drätig (loricam Verg. A. 12. 375), tri-lix dreifädig, dreidrätig 
(loricam id. 3. 467, tunicae Mart. 14, 143, 1). — (^Uc-u-u^) ob- 
llqau-S (Adv. -c) verschränkt, quer, schräg, schief; (übertr.) ver- 
steckt, verblümt, ohliqui-tä-s (täti-s) f. schiefe Richtung, Krümmung, 
öbliquä-re verschränken, quer u. s. w. machen (linqu-ier = obli- 
quari Attius, Ribb. trag.* p. 284), öbliqüä4i-ö{n) f. =. öbliguitas 
(Macrob.). — {Uc-mu-s) ll-mu-8 quer, schief, schräg, schielend, 
Demin. Umü-lu-s ein wenig schielend (Plaut. Bacch. 5. 2. 12); 
ll-mu-S m. Gurt, Schurz (um den Unterleib der Opferpriester, 
benannt von einem Purpurstreifen, der in der Quere auf den Schurz 
geheftet war; vgl. licio transversa, quod liimum appeUalur, qui 



s praeminislrahant, dticti erant, Tiro ap. GelL 12. 3. 

— (Rc-mo, Uc-mi-t) ll-me-8 (li-wÜ-t-i») m. Querweg, Rain, Uberh. 
Weg, Bahn, (Qbertr.) GrSnze, Markacheide , Ziet^) (limites in agris 
ntMC lermini, nutic viae Irnnseersae Paul. D. p, 116. M.), Htnit- 
äri-s, -än-eus an der GrKnze befindlich;- (*limi-lu-s) limitä-re ab- 
grSnzan, FestBetzen, beBtimmen, Un»ta-li-ö(f') f. Abgrenzung u. b. w. 

— (Uc-men) Il-men (iiMn-is) n. Querholz der Thür, Ober-, Ünter- 
sohwölle, Schwelle; (metonym.) ThÜr, Eingang; (bildl.) 'Anfangs-, 
Endpimct, limin-ari-s zur Schwelle geh., Limen-t-mus m. Schwellen- 
gott; (limm-us) e-Umina-re über die SchweUe, aus dem Hause ent- 
fernen, se sich fortbegeben; posl-ltjntn-iu-m n. Edckkehr hinter 
die eigene ThUrechwelle = Rückkehr in don alt«n Stand und das 
alte Kecht, Rttckkehrsrecht; (altl. sublimtat d. i. suli limcn) sub- 
(im-it'S (Enn., Lucr. 1. 340), sub-limi-8 unter der oberen Thür- 
schwelle = emporragend, hoch, erhaben'") (Adv. sub-limc, -/toM- 
ter), s»blimi-las (tälis) f. Erhebung, Höhe, Erhabenheit, sublimä-re 
hoch machen, erhöhen, emporheben, sublimä-lor ni. Erheber, Er- 
höher (Salv.), swblimä-li-a{n) f. Erhebung, Erhöhung (Alcim.); e%A- 
limi-fus Adv. hoch hinan (Fronto). 

lue. — {*lw>-ta-s) luxu-8 = io^o-s; luxw-s (««) m. Ver- 
renkung; luxä^c verrenken, aus seiner Lage bringen, luxä-ti-ö(ft), 
'Iura f. ^ luxus {ar^fifut GIoss. Philox.). — (luc-u-nt; Tgl. iwl- 
unt-as, ärüt-s) loc-lt-n-X {4-is) f. (gcnus opcris ptatorii PauL D. 
p. 119. 18) Backwerk"), Demm. (M«i«[(]-cMi«-s m. 

*} Vgl ksl. lek-a, Ui-ti ftcctere, böhm. Uk-ali lerrtre, let. lUct fUc- 
tcre; mhd. lenken ^biegen; kal. laJca, Üt. let, lanka pcäus, Stratum,- 
laka sinus: lak-ii arats, poln. tuk, aerb. böhm, tuk (Hiklosich Lex. 357 f,). 

— C, B. 367.' — DüQtzer KZ. XIII. 8. XVI. 377. — F. W, 390. 486. 
489. 631; l\ Spr, 106. 814. MO f.; KZ. XIX. 80. — Froehde KZ. XXII. 
653, — Walter KZ. XII. 413 Aiim. — Brugman St. VII. 280: kar krumm 
sein: [k]rak. — CorBsen !. 493 ff.: elak, slik Hchliugen, flechten, atricken. 
Vgl. B. 433. — 1) C. E. 159: lak reisBen. — 3) F. W. 1. c. - Aecoli 
KZ. XVII. 880! aiobt von jeder Deutung^ ab. — Brugman 8t. VII, 880: 
roOgtieherweiae kar sich krämmen; uläu-vti. ~ Corseen |. 634: slat 
winden, schlingen. — C. E. 306: gtebt keine Deutung; ebenso wenig 
Lettner KZ. VII. 174. 60}, — Seh. W. s. y.: vgL iXaiva, ila*ls, lat. 
io(A>»a, ;a(*)nu,70. VkI. dagegen C. E. L c. — Walter KZ. XII. 37fl: 
ort (aik, lak, rak) Bpionen, vgl. deutBch: Rock-en. — 3) Vgl. Bmgniui 
ßt. IV. 104 und Lob, Path. El. 1. p. III. — 4) Gerland KZ. TS. 66; 
äfupie, «Z9*c> M^IP^T cüffts. ^fZO^Si X^'f't ^hid Ablattvformen des Sing, 
mit Ueborgang de» r zu o und Äbacnwächung des e in i. — 6) Ueber 
i ala Vertreter des t vgl. C. E. 702. — Als Instr. Plur, (bhi, tpi, nii-s) 
fassen die Form: Kisaling KZ. SV II. 204 und Seh. W. a. v. — 0«« 
anders Düderlein n. 2054: lij (Hei.) + $ixaa „mit einem SeiteoBprung". 

— 6) Vgl. Lettner KZ. VII. 175, 60) und Walter KZ. 1. c. - 7) CoraaBr 
1. 114. B. 14<i: par achlagen, plak (statt planx). — Aohnlich L. Hejer 
KZ. V. 384: it^aK, nläi Flache, Ehono — lat. lanc. — 8) Vgl. Steffensen 
Tidskr, f. Fil. N. K. II. 71 (KZ, XSni. «4. 1.), - Brugman St 1, c.: 
kai' krflmmen; urindogerm. kar-kar-ta ^ citt-cer-t«-r „In welchem Ver- 



— 827 — 

hältniss lacertus Eidechse (y^l. pag. 136) su dem unstreitig verwandten 
l(»certu8 Muskel steht, ist nicht ganz klar/* -^ 0) Vgl. Gorssen N. 267 
und Walter KZ. X. 197. — 10) Schweizer-Sidler KZ. fil. 374. XIV. 155. 
— 11) Curtius: Iticuns part. imperf. von einem urspr. lat. Verbalstamme 
starker Flexion lue (KZ. XIV. 439). Vgl. noch Bechstein St. VIII. 849. 



2) LAK erlangen, erhalten*). 

Xax. — Xa-fX-civuj durch das Loos, Schicksal- oder durch 
den Götterwillen erhalten; theilhaftig machen; (intr.) durch's Loos 
herauskommen; (absolut:) loosen (Ftit. Xi^^ofiaij ion. Xaioiiai Herod. 
7. 144, Aor. S-Xccx-o-v, Hom. nur redupl. Coiy. Islax-tizs, -mat 
mit causat. Bedeutung, Perf. et-lrix-ci, ion. poet. und Sp. ki-koyx-a^ 
keX6y%-a-Ci Od. 11. 304, Xilaxaai EmpedoÜ. 6, Pass. eWijy-^»); 
Verbala^. Xr\ii-xio'V (Isokr. 7. 23). — >t«X"^ f- (Lex.), lux-^M-g m. 
(Sp.), lix-oq n.^ Xax-ri-aig (Schol. Lykophr. 1141), {Ux-xi) Xiiii-g^ 
ioyxv (Lex.) f. das Loosen, Loos, Schicksal, der durch das Loos 
bestimmte Antheil. — Adx-€-ci-c f. eine der di*ei Parcen, die das 
Lebensloos bestimmt (Hes. Th. 218), als Appellat. Bakis bei Herod. 
9. 43 (intlQ lix^fiiv xb (wqov te)^). 

*) VgL ksl. po-lac-üi, besser po-luc-iti obHnen, lue-iti nancisci, 
luC'Cfti cofUingere, luca-j casus (Miklosich Lex.); ]ii. per 4enk-%-s m. GebÜr; 
deutsch: er-langen, ge-lingen (vffl. Curtius KZ, I. 263). — F. W. 390 
(lak, lank erlangen, erhalten verhält sich zu 1) lak wie nam erhalten zu 
nam beugen); F. Spr. 106. 215. 360 (vgl. C. E. 496; C. V. I. 256. 7). 
II. 18. 62). — Anders Benfey KZ. IX. 99*): lagh ereilen. — .Wieder 
anders Kuhn KZ. II. 272 und Legerlotz KZ. VIIl. 399: W. na^, nan^ 
(vgL pag. 421); n zu l (vgL afijd ällog aliuSy dhenü ^Xvg^ PanormiM 
ital. Palermo). — 1) VgL Curtius KZ. XIII. 399. 



3) LAK belisten, bestricken*). 

läc. 

lax Betrug (Paul. D. p. 116. 16); läc-ere {ladt, decipiendo 
induoU. Lax enim fr aus est ibd.); -Ilc-Äre: ad4icere {-lexi, sehr 
selten -Uc-dti, -lec-tu-s) anlocken, de-Ucere ablocken, e-Ucere (-fic-Mt, 
'lexi, liC'i'turs) heraus-, hervor-locken, -rufen, in-, üA/kere {Aexi, 
■lec-tu-Sy ülexe Dichterstelle bei Cic. n. d. 8. 27. 66) an-, herbei- 
locken, verführen, verstricken, per-, pd-Ucere (-lexi^ -lec-tu-Sj pd- 
Uc-ui Liv. Andr. ap. Prise, p. 877), pro-licere (-lixi) hervorlocken, 
anreizen; il-lex (lic-is) anlockend, verfdhrerisch, Subst. Lockvogel, 
Verführer, -ia; pel-lax betrügerisch, rÄnkevoll (peUäcis Vlixi Verg. 
A. 2. 90); -Uc'iaj -io: de-lic-ia f. lockende Ergötzlichkeit, Last, 
Freude, Wollust, Demin. deliciö-lae f. Liebling {TuUiola Cic. Att 
1. 8), 'lu-m n. (Sen. ep. 12), ddid-ösu-s weichlich (Sp.); E-Uc-iu-s 
m. Bein, des Jupiter, von dem man durch Gebete imsdiädliche 



— 828 — 

Blitze entlockte (sein Altar war von Numa auf dem Aventin er- 
richtet, vgl die ausführliche Erzählung Ov. Fast. 3. 285 flf.)\); 
nquae- oder aqui-lic-iu-m n. ein Opfer, um Regen herbeizuführen 
(Paul. D. p. 2. 12 M.); -lac-e-bra: e-lecebra f. Entlock erin (Plant.), 
in-lecehra f. Anlockung, Verführung, per-lecehrae f. id. (Plaut.); 
(*lae'tu-s) 'lactä-re: ad-lectare mit Eifer anlocken, dc-Jectarc ab- 
locken, verleiten, (metonjm.) locken, ergötzen, unterhalten, (Med.) 
sich ergötzen, c-?(?c^c auslocken (Plaut.), oh-lcctare ergötzen, unter- 
halten, (Med.) sich erg., unterh., pro-lectare hervorlocken, reizen; 
lac-e-ss-ere {-ttHy 'ii, -i-fw-s) herauszulocken suchen, herausfordern, 
reizen, beunruhigen, necken*), lacessi-tor m. Herausforderer (Isid.), 
lac€ssi-ti-ö(n) f. Herausforderung (Amm.). — läqil-eu-8 m. Strick, 
Band, Schlinge, Fallstrick^), lagueä-rc verstricken, Icujueä-ior m. 
ümstricker. 

*) Vgl. ksl. /ec-G|, lec-ati illaqueare, böhm. läk-ati locken, reizen 
lic-eti eine Schlinge aufstellen, ksl. po-Zöct laqaeus (v^. Mikl. Lex. s. v); 
lett. lenk-t auflauern. — F. W. 390 (la)c belisten, bestricken zu 1 lak , 
wie vag betrügen zu vag krumm gehen); F. Spr. 106. 215. 361. 
Anders Benfey KZ. VTI. 118: Ink reissen, zerren, locken. — Corssen I. 
493: slakf slik schlingen, flechten, stricken; dagegen B. 46: vark, vlak, 
lak ziehen (vel. C. E. 136). - 1) Vgl. Pott KZ. VIII. 96. - 2) Vgl. 
Düntzer Wortbildungslehro pg. 136 f.: Desiderativa {-asj-ami, -esj-o): ca- 
pesso, incipisso, facesso, lacesso , petesso. Vgl. Savelsbcrg KZ. XVI. 362 ff. 
und C. V. I. 289. IL 387. — 3) Anders Brugman St. VII, 281: kar krumm 
sein: krakar, krak, raky lak. 



l) LAG sich kümmern, sorgen. 

Xef. — d-X^f^ (poet. von Homer an, nur Präs. und Imperf.) 
sich kümmern, achtsam sein (gewöhnl. mit Negation: ov% iliyG}\ 
a-Xsy-lito id., a-ksy-vvoa id. (Od. stets daira oder daixag sich um ein 
Mahl bekümmern, das M. pflegen = es gemessen) *). — (a-lBy-eg) 
.ä-Xf-oc n. Kummer, Leid, Mühsal, Schmerz, aXyi[a]-ci} Kummer 
u. 8. w. empfinden, sich grftmen^), äXyri-ai-g f. =• SXyog (Soph. 
PhU. 781. Ar. Th. 147), SXyri-fuc(t) n. id., aXyti-Sdv (66v-og) f. 
Schmerzgefühl, aXyri'QO'g schmerzhaft (Hippokr.), (aXy-ivo) äXy-ivo-Si-g 
schmerzlich. — (i-Xsy-ea-vo) d-XcT-Ci-vö-c, d-Xf-€i-vö-c schmerz- 
haft, kränkend, mühsam^), dazu unregelm. Comp. SuperL aX/y-Uov 
(Hom. nur Nentr. SXy-tov)^ SXy-iato-g. — (i-Xsy-eg) dTT-Ti-Xef-ilc 
(Hom. nur Adv. an-^-Xey-icag) Rücksicht fem habend, lilcksichtslos, 
unverhohlen ((wd'ov ccTtoBiiuiv IL 9. 309. Od. 1. 373); buc-Ti-XeT-rjc 
schlimme Sorge, Angst bringend, schwerbekümmemd {TtoXsfiog^ 
OavoTQ^ II. 20. 154. Od. 22. 325; öeaiiog^ noXhai, Theogn. 652. 
793)*). 

leg. 

nec4eg^e, n6g-l6g-$re sich nicht kümmern, nicht beachten, 
yemachlfissigen, hintansetzen, geringschätzen (-Zesrt, jedoch negle^ 



— 829 — 

gisifet Sali. Jug. 40), Pai*t. neglegens nachlässig, lässig, unacht- 
sam (Adv. 't€r\ neglegent-M f. Nachlässigkeit, Nichtbeachtung u. s. w.; 
ne^ee4u^ yenuLchlässigt, nicht beachtet (Adv. 46^ -ti-tn Sp.), neglec- 
fti-5 (ftw) m., -4i-ö(n) f. Vernachlässigung, neglec-for m. Vernach- 
lässiger (August); (*re-lig-ere) relig-en-s sich (um die Götter) 
kllmmemd, gottesfürchtig (religentcm esse oportet^ at religiosumst^ 
PoCta ap. Qt^YL 4. 9. l); relig-i-ö(n) f. Gottes- Verehrung, -furcht, 
-dienst (bei spät. Schriftstellern von der christlichen Religion); 
übertr. (aus relig. Gesinnung hervorgehende) Bedächtigkeit, Scheu, 
sberglftnbische Angst, Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit; Gegenstand 
relig. Verehrung, Heiligthum; PL religiones = Religionssatzungen, 
Ceremonien, religiöse (ein relig. Bedenken erregende) Erscheinungen 
(vgL Caes. b. 6. 6. 13. 4)*); religi-lonj-ösfi-s (Adv. Öse) voll Gottes- 
verehrung,. -furcht, gottesfürchtig, fromm, religiös; (übertr.) be- 
dächtig, ängstlich, abergläubisch, gewissenhaft, genau, Demin. 
rdigiosthlu-s (Hieron.), religiosi-tas f. Gottesfurcht, Religiosität 
(8p.). — (^a-leg-ere = a-key-ioa^ ^a-lg-ere) ind-a-lg-Sre {ind- 
u4^, -hnn) eingehend (vgl. pag. 30) sorgsam oder dienstbeflissen 
sein =» dienstbar, willfährig, beflissen, besorgt sein, sich hin- 
geben, nachgeben, gestatten, erlauben^), Part, indulge-n-s nach- 
sichtig, gütig, freundlich (Adv. -/er), indulgent-ia f. Nachsicht, 
Güte, Huld (Straferlass Sp.), indulg-i-ta-s f. id. (Sisenna ap. Non. 
p. 126. 9); Part, indul-tu-s^ als Subst. -tu-m n. Bewilligung, in- 
M-ius (Uis) m. id. (Cod., Sidon.), indul-tor m. Bewilliger (Tert.). 

Clemm St. VIII. 99. 34G. — Corssen B. 382 f. — C. E. 366. — 
P. W. 488. — 1) Anders Ahrens Philol. XXVJI. 2. pg. 261 f.: Xrf häufen. 
— 2) C. E. 719: aX-f-yuv6i neben alyog dunkler Herkunft, da die Ver- 
wandtschaft mit aliym sehr zweifelhaft ist. Vgl. C. V. 11. 261. — 3) Ueber 
das Suffix -vo vgl. Leskien St. IL 101. — Das c erklären für eingeschoben 
(wie auch C. E. 1. c. al-S'yiivO'q) Corssen B. 1. c, Düntzer KZ. XII. 8 
und Lettner KZ. VII. 171. 2). — 4) Vgl. Schaper KZ. XXII. 616 f — 
Düntzer 1. c. und zu Od. 200: dnjiXtyimg eigentl. ,46idlo8*\ ffing aber in 
die Bedeutung „ungescheut, rücksichtslos, firei^* über; dvgriXeyrjg „arg quä- 
lend". — Seh. W. s. V.: Svg-Xiyio schlecht, unsanft niederlegend, bettend 
(wogegen S. W. h. y. mit Recht: dann müsste das Wort 9v6rilsx^i9 [l^zl 
lauten). — 5) Corssen I. 444 f.: lag^ hg anheften, anhaften: ,,gebundenps 
Bewoflstsein, bindender Glaube." Aebnlich Ebcl KZ. IV. 449 und Sonne 
KZ. XV. 92: ,, wahrscheinlich" (natürlich nicht direct vom schwachen 
Caagat. Ugare abzuleiten). — C. E. 1. c. (mit Döderlein Gloss. 109) gc^en 
die ZuBammenstellung von dHyto mit liyoa lesen, sammeln. ,,Dass aber 
d-Xif-m das Gegentheil von lai. nec-leg-o ist, und ^smv omv ov% dXiyov- 
. Tfff (17. 388) das Ebenbild von lat. religens und religio (Gell. IV. 9), liegt 
klar vor**. — Klotz W. s. v.: Nach Cicero von rekgere (s. Gell. 4. 9), 
Andere von religare, wie Serv. Verg. A. 8. 349, Augustin., weil dadurch 
ein Binden des Geistes bezeichnet werde, Lucr. 1. 921 religionum nodis 
aimmoH exscivere. Richtiger ist wohl mit Rücksicht auf religens die Er- 
klärung bei Cic. n. d. 2. 28. 72 (gut auteln omnia, quae ad cultum deo- 
rum pertinererU, dtligenter retraciaretU et tainquam relegererU, sunt dicti 
rdigioei ex relegendo^ nt elegant^f^ ex etigendo, itetnqtte ex diligendo dili- 



- 830 — 

gewUs, ex inUlUgendo intelligentes), — Gegen diese Deutung ist Schoe- 
mann ad 1. c: ^Dass der Ableitung von rdigare keine grammat. Be- 
denken entgegen stehen, ist längst von Einsichtigen anerkannt, zumal 
wenn man erwägt, dass es für ligäre eine ältere Form liger e gegeben 
habe» wird". — Ueber die Quantiiät von religio s. Corssen IL 466: re- 
ligio (Piautas), im daktyl. Yersmaass re-ligio, rel-ligio (Lucr. und spät. 
Dichter), in loschr. regelm. re-lig-. Brambach Hülfsb.: religio, nicht 
reUigio, — 6) Corssen b. 1. c. — C. E. 191 : die Vergleichung mit dhragh 
SüUx^t u. 8. w. scheint sehr zweifelhaft, weil die Bedeutung eine viel 
allgemeinere ist als „auf die lange Bank schieben", und weil ebenso 
gut[?] ind-fdg-eo als in-dulg-eo ^etheilt werden kann. — Fick EZ. XXll. 
373. 3^: europ. W. dhalgh verdienen, schuldig sein; in-dxdgere =* altir. 
dilgua (G. dtlgotho) remissio^ wenn es nicht geradezu daher entlehnt ist. 
— Anders wieder L. Meyer KZ. XXIII. 413 f.: Skr. varg wenden, drehen, 
ablenken, beseitigen. Med. etwas von jemandem abwenden, abspannen, 
vorenthalten: ind-tUgere eigentl. „entsagend sein, verzichtend sein" =» 
nachsichtig sein; dann: „gestatten, erlauben, bewilligen, geben, schenken". 



2) LAG schlaff, weichlich sein. 

lag. 

XttT. — Xa-Y-T-o2iw zaudern, zögern (pxvifo Hes.), Xo-y-y- 
a^n id. (duiiöi,6Qa0KBiv rb ig^ov nQogxiOiioiuvog riva ngoipaciv B. A. 
50); {iay-voj kay-vi^w^ Acmv^co) Xävli(o (layydim Hes.); kayy-dv 
(wv-og) m. das Zaudern, layyov-Bv-ün = layydim (Phot.); Xayy- 
(odrig zaudernd. — Xdf-vo-c (fem. kdyvri nur Schol. Apoll. Bli. 
3. 541) (urspr.) schlaff, (dann, mehr von Männern) geil, üppig, 
wollüstig; Xayv-tti6-g (Clem. AI.), Xdyv-rig (nach Phot. att. Form) 
id.; Xayv-ev-G) geil u. s. w. sein, Xccyv^fyUt f. Geilheit u. s. w., 
Xiyviv-yuiix) n. id. (Hippokr.). — Xaf -apö-c schlaff, schmächtig, dünn 
{Xuy-qo-g Eusi 1464. 63), Xayaqo-xri-g {rr^X'Og) f. Schlaffheit u. s. w., 
Xaya(^-fa^ XayaQ-l^o) schlaff u. s. w. machen. Med. werden, Xaydgo)- 
öi-g f. = XccyecQOzrig (Eust.), XayaQ-ddrig = XayaQog (Schol. Ajt. Ach. ^ 
245). — Xaf-iwv, meist PL Xay-ov-sgj f. (seltener m.) Weichen, 
Dünnen (zwischen Rippen und Hüften). 

Xtit. — XiiY-w intr. ablassen, abstehen, aufhören, ruhen, 
trans. (nur poet.) aufhören lassen, beruhigen, stillen (Fut. Xi^^o), 
Aor. f-Aijla)^), Xrix-x-tno-g das Ende betreffend (B. A. p. 816i 
(Ai^x-n) Xij^L-g f. das Aufhören, das Ende (fio;|r'&Q)v Aesch. Eum. 504), 
Xtix-triQ'iO'g aufhörend, rings umgränzt (Lykophr.); Xrix-ii6-g m. = 
A^lig (Antim. E. M. 371. 22); a-Xi/x-to-g unaufhörlich (Adv. aAi^xov), 
^AXt^m-m (ovg) f. eine der Erinyen (Orph. Arg. 966)*). 

lag. 

lag, la-n-g. — la-n-gu-öre schlaff, matt, müde, kraft- 
los, unthätig ^in, Part, languens schlaff u. s. w.; langm-du-s id., 
Demin. languidü-lu-s; langu-or (ör-is) m. Schlaffheit u. s. w. ; Inchoat. 
Umgt^e^oire (langui), langue-facere schlaff u. s. w. machen; langu-o{n) 
.«= pedibus infirmus (Vet. interp. Verg. G. 2. 93. p. 11. M.). — 



— 831 — 

(iag-tu-i) laXQ-S locker, offen, weit (Ady. laxe), laxi^as (tati-s) 
f. Gerftumigkeit, Ausdehnung; übertr. Schlaffheit (Amob.); laxä-re 
erweitem, ausdehnen, lösen, loslassen, schlaff machen, schwftchen, 
Erholung vergönnen, Part laxüAu-s erweitert u. s. w., laoMxt^wurS 
lindernd, lasM4i-€{n), -men-tu-m n. Erweiterung, Erleichterung. — 
{lac-H) lM-te-8 (H-urn) PI. f. Dünndärme, kleinere Eingeweide ^\ 

leg*). — (^leg-na =r lay-vo-g) liß-na f. Kupplerin, Verführerin 
{guae fmUieres quaestuarias prostitutmt und quae dliemts nomine 
hoc vitae genus exercet, Dig. 23. 2. 43); vttt-lena f. Schandkupplerin 
(mälesuada Plaut Most. 1. 3. 56); lenä-re verkuppeln (Anthol. lat); 
löll-ö(n) m. Kuppler, Verführer, lenon-iu-s kupplerisch (Plaut); 
Demin. {^Unon-lu-s) lentd-lu-s (Plaut Poen. 2. 25), lenun-ctUus 
(ibd. 5. 5. 7); {lenon-c-in-io; vgl. tirocinium pag. 291) lenö-c-tn- 
iu-m n. Kuppelei, Verführung, Lockung, lenocin-äri (eig. Kuppelei 
treiben =) niedrig schmeicheln, fördern, Hilfe leisten, l^nocinä-tor 
m. Erschmeichler (Tert), lenocinä-menfu-m n. Anlockungsmittel 
(Sidon.). 

Clemm St UI. 322 ff. — CoreBen IL 189. — C. E. 182. ölß; C. V. 
L 224. 6). — F.*W. 486 (zu Skr. lag hangen oder engl, slack?). — 
Walter KZ. XI. 434 f. — Anders Brugman St VIT. 299. 23) : möglicher- 
weise: gar «erreiben: grag{ar). — Wieder anders Schönberff KZ. XVIIT. 
311 f.: /^ijy-^wfu, tuya^i u. b. w., J^Xriy-nv ,, schwinden, aS>la88en". — 
1) F. W. 1. (aufhören machen, aufhören?). — Anders Bugge St IV. 334: 
lagh urspr. lege nieder, weg, lasse aufhören, besänftige; i^ zu 7 durch 
Hauchentadehung. — Dazu CT V. 1. c: ,,da8 ?} begünstigt jedenfalls nicht 
Bugge's Zusammenstellung". — 2) Vgl. Pott KZ. V. 270: „ich erblicke 
in der ^Xi^ctm d.i. ^implacata, implacabilis^ die Unversöhnlii^keit und 
Ruhelosigkeit eines bösen Gewissens, nur dieses gleichsam ssnr Person 
(ausser uns) erhoben". — 3) F. W. 217. 501. G26. 681: sparghan MibB(?). 
— 4) Walter 1. c. (beistimmend Brugman St IV. 107): vtH = vetiis 
(alt), ygl^ optis opi'fex; vetus hior im Sinne des Schimpfes gebraucht; 
▼gl. vetu-la^ Vettel. 

LAGH liegen*). 

X6X, Xox. 

XeX- — Verbalßtamm Kcx nur episch : legen, Med. sich legen, sich 
lagern, liegen (Act Aor. i-Xe^a = ixolfAtiöa II. 14. 252, Imper. ki^ov 
U. 24. 635, Schol. Twlfuöov oder elg evvriv rgane fie; Med. Fut Xi^- 
ofM», -erat, Aor. i-Xe^a-firiv ^ Imper. Xi^e-o IL 9. 617; i-Xex-ro Od. 
19. 50, KOT'i-Xe^i'ro IL 9. 662, jra^Hxorr-i-iLfx-To ibd. 664, ngoö-i- 
liK^o Od. 12. 34, Imper. Xi^o II. 24. 650, Kata-Xix-^at^ xma-Uy- 
(uvo-g; sonst nur einzeln bei sp. Dichtem) ^); Xix-s^at' %oi(Metai 
(Hes.); (xar-Xex-) Ka-kixeg' xcirixeico. Tlatpiot (id.). — \^K-Tpo-V n. 
Lager, Bett, Xinxqov'di zu Bette (Od. 23. 254), Xirnq-io-q bett- 
iSgerig (Sp.), Aexr^-Art}-; %^voq bettartiger Lehnstuhl, Ruhebett 
(Hes.). — X^X'OC n. = Xi%x^v\ Xixo<f-Se = kiKXQovSe (II. 3. 447), 
inx-ato-g im B. , im L. , Xex'^^vio nach dem Bett verlangen (atffil/cr/va) 



— 832 — 

E. K); X€X-u> (ov^), lizm-i-a-g (aö-og) (Nonn, D. 48. 848), Xex-oica 
(AeL n. a. 12. 14) f. Kindbetterin, Xc^co-io-g, f. Xexa-l-g (Id-og) die 
K. betreffend. — lexB-TColrig in Gras lagernd, grasreich (^Acomov^ 
nalBov Itimolrpf TL 2, 697. 4, 383)*). 

Xox. — ä-Xox-o-c f. Bettgenossin, Gattin, Kebsweib {et copul.). 
— Xox-ö-c f. = iU^« (Diosc.). — Xöx-o-c m. Niederkunft, Geburt, 
li%-u>-g^ lox-ido-g^ -€io-g zur Geburt geh.; loxiatu' yfwav, ccvl^uv 
(Hes.); lo%'tv-m (-^o Hes.) gebären, entbinden, Xo%i{f)-Ui f. das 
GebSren, die Gebart, loxtv-xQ-ui f. = Xo%6g^ l6xtv-iiM{x) n. das 
Geborene. — Xöx-o-c m. Hinterhalt, Versteck (loiBo-g nur Hes. 
Tb. 178); gewa&ete Heerschaar (Od. 20. 49; Trag.); bes. in 
Prosa (von Herodot an 9. 53 wie Thuk. 5. 68 «= 6 Hauptabthei- 
lungen, ohne noch der ^noqai zu erwähnen) eine Abtheilung gewöhn- 
lich von 100 Mann (= centuria bei Sp.); iLo%a-di|v aus dem Hinter- 
halt, lauernd (Nik. Ther. 126); ioxC-rti-g m. lauernd (Lex.); Mit- 
soldat, Gef&hrte (loxixig ixxXtiöla = comitia centuriata D.. HaL 
4. 20); Xoxa-w {-t^) einen Hinterhalt legen, im H. liegen, auf- 
lauern, laxti-x-ixo-g auflauernd, X6xri-<ft'^ f. das Auflauem (iviÖQcc 
Suid.); ilo%-^o> = loxato; einen Heerhaufen in ^tten abtheilen, 
Xoj^^'lio-^ m. das in Hinterhalt Legen ^ Xox-äyo-g s. pag. 15 f. — 
Xöx-jiTl f. Wildlager, Dickicht, Gebüsch (Hom. nur Od. 19. 439), 
Xoxfi-io-^^ Xaifia-uhg sich im G. aufhaltend, Xaifw-ofiai buschig, 
dicht wachsen (Theophr.), Xoxi^mdtig buschartig. 

Xay-Qo-v iq X^ty-i^o-g' x^ßßaxtov Hes. (maked.?). 

leg. 

lec-tll-S m. (-fn n. Plaut. Amph. 1. 3. 15) = Xintgov^ Xixog^ 
Demin. lecttUu-s m., ledu-äri-s, äriu-s zum B. geh. (Sp.); lect-lca 
f. Sänfte, Tragsessel, Demin. lecficu^a f., lectic-ärms m. Sänften- 
träger; Demin. lecticarioAa f. Sänftenträgerliebste {anciUariolum tun 
ie vocat uxor^ et ipsa Ucticarida est, estis^ Alauda, pares, Mart. 
12. 58). 

l^g^)' — Qäghy lägha Festsetzung, Lage, Bedingung, Gesetz) 
lex (leg-is) f. (oixalfuvoi vofioi^ ^i-fu-g) Gesetz, allg.: Begel, Norm, 
Vorschrift, Art und Weise; ex -lex ausserhalb des Gesetzes stehend, 
gesetzlos, in-lex ungesetzlich, gesetzwidrig (Plaut Pers. 3. 3. 4); 
leg-i'timU'S (im Gesetz, im Recht befindlich) gesetK-, rechtmässig 
(Adv. -time); leg-äli-s (Adv. -ter) das Gesetz betreffend, gesetzlich; 
(^leg-^ula) legul-eju-s m. Gesetzkrämer, der pedantische oder bös- 
willige Anwender von Gesetzesformeln (Cic de or. 1. 55. 236). — 
priTi-l6g-ill-Ill (vgl. pag. 491) n. den Einzelnen bindende Bestim- 
°^u^> gesetzL Bestimmung gegen einen einzelnen Bürger {vetant 
leges sacratae, vetant XII tabuUie leges privatis hominibtis irrogari, id 
est enim privüegmm, Cic de dom. 17. 43); erst im silbernen Zeit- 
alter und später: Vorrecht eines Einzelnen. — (^leg-u-s) l6g&-re 
einen Auftrag geben, beauftragen, mit einem Auftrage absenden, 



— 833 — 

zum Legaten ernennen; (gerichtlich) als Yermächtniss festsetzen, 
als Legat hinterlassen; (Part, als Subst.) Icgä-iu-s m. der Gesandte, 
Abgeordnete, Unterbefehlshaber, Legat (später: der kaiserl. Statt- 
halter); legä-tu-m n. Yermächtniss, Legat; legat-äriu-s durch ein 
Vermach tniss angeordnet; (Subst. m. f.) dem oder der etwas durch 
ein Testament vermacht ist; legat-lvu-s zur Gesandtschaft geh.; 
testamentarisch vermacht (Or. inscr. 3817); legä-tar m. der Erb- 
lasser; Ugä-ti-ö(n) f. Absendung eines Gesandten, Gesandtschaft, 
(collectiv) Gesandtschaftspersonal. — (con-) C0l-l6g-a m. (Mitverord- 
neter, gesetzlich mitgewählter Beamte =) Amtsgenosse, College; 
seltener (von nicht amtlicher Stellung) College, Theilnehmer, Ge- 
nosse, colleg-iu-tn n. Amtsgenossenschaft; (übertr.) Genossenschaft, 
Gilde, Imnmg, Zunft, collegiä-tu-s ein in ein >Collegium Aufgenom- 
mener (Cod. Theod.), coUrgi-äli-s, -ärki-s collegialisch (Gruter inscr. 
322. 4, Tert). 

♦) Ygl. ksl. lel-ati jacere, loze n. lectuSy nsl. loz lustrum ferae, 
böhm. lozey poln. ioze; lozi-nica lectus, cubiciüwn; po-loi-iti deponere 
(Mikl. Lex. b. y.); altn. leggja legen, goth. lag-jan, alts. leggian; ahd. 
leggan; mhd. nhd. legen; altn. lag pl. n. Gesetz, gesetzl. Verband; ag8. 
lagu f. lex, jus u. s. w. (F. W. 861). — C. E. 193. — Düntzer KZ. XV. 
48. — P. W. 391. 393. 488; F. Spr. 216. 361 f. — 1) C. V. L 189. 37). 
— 2) Vgl. G. Meyer St. V. 109. Schaper KZ. XXII. Ö19. — 3) Bugge 
St IV. 206 if. — C. E. 3G7. — F. W. und F. Spr. 1. c. — Lettner KZ. 
Vir. 167. XI. 179. — Anders Ascoli KZ. XVII. 256, Bnijfman St. VII. 
308 und Corsaen I. 444 f.: lag, lig binden, ligare, — Zu legere: Schweizer- 
Sidler KZ. III. 370 und Zeyss KZ. XVII. 431. — Zu legiHmus vgl. L. Meyer 
KZ. VI. 416. — Klotz W. 8. V.: lex von legere oder leyco, wie (ritga von 
friTog; legare entweder von lex, also auf gesetzlichem Wege etwas vor- 
nehmen, wodurch beide Hedeutungen mit einander vereinigt werden, oder 
in der ersten Bedeutung (abordnen) Cansativum von Xiysiv, zum Sprecher 
machen, in der zweiten (als Vermächtniss festsetzen) von dem caasa- 
tiven X^XaiiiVy s. Döderlein 6, 192. 



laghan Hacke, Karst. 

Xaxav. — (laiav'joii) Xaxaivuj behacken, umgraben; Xdxav-o-v 
n. Gartenkraut, Gemüse (in gegrabenem Boden gebaut), PI. Ge- 
müsemarkt (Suid.), Demin. kaiivHO'V^ Xa^av-id-to-v ^ kaxav-ccQio-v n.; 
hriav'ta f. Gemüse-, Küchen- garten, Aa^fav-txo-g, -nfiQo-g die Gemüse 
betr. (Theophr.), XciicivO'H6t]g^ Xaxav-coörig gemüseartig; kaxav-l^ofiai 
Gemüse sammeln (Lex.), Xaxav't-a-fAO'g m. das Sammeln der G. (xal 
Ovllayri fpQvyavmv Thuk. 3. Hl); Xcixav-Bv-g m. GemüsegSrtner 
(Sp.)y Xaxavtv-o^uii. sich G. sammeln, (Pass.) mit G. bebaut werden, 
laxav^Pj'la f. Gemüsebau (LXX), Xcciaviv-^na^x) n. das im Garten 
Gebaute, Gemüse (Prokl.). 

Itgön, — ligö(rj) m. Hacke, Karst; (poet.) Ackerbau (Juv. 
7. 33), Ugön-ä-tti-s mit der H. gearbeitet (lacus, Anonym, de limit 
p. 148. Goes.). 

YftBifr«k, etjrm. Wörterbuch. 53 



— 834 - 

F. W. 485: grakoitulisch lachan (mit?). - Lottoer KZ. VII. 28. — 
W. Stokes K. B. Vlll. 476: vgl. ir. laighe ^,8pade^\ w. liou (gl. liganes) 
Juv. 25. Vgl. Pape W. und Seh. W. 8. v. 



lankfi^ lankja Lanze. 

\ÖTXn ^' Lanze, Speer, Spiess (nicht bei Hom.), Demin. Aoyjr-/-^ 
(iö'Og) f., Xoyxlö'iO'V (Hes.), Xoyj(^-aQio-v n.; Aoyxa-M)-g mit der L., 
durch die L. (Suid.), nXovovg Xoyi-iiiovq Lanzengetümmel (Aesch. 
Ag. 405 D.), XoyX'Ufi-g (f. -m-g), loyx-riQrjg mit einer L. versehen; 
loyx6-(o mit einer eisernen Spitze versehen, Verbaladj. koyx<ox6-g; 
XoyX'BV'fo mit der L. stachen; XoyxO'eiörjg^ Xoyx-ddrig lanzenartig. 

lancea f. = Xoyxri^ Demin. lanceo-la f.; lancea-re die L. 
schwingen (Tert. Vulg.) , (* lanceolä-re) lanceölä-tu-s mit einer kleinen 
L. .versehen (Macer. de plant 5), lance-äriu-s m. LanzentrSger 
(Amm.). : 

F. W. 391; F. Spr. 216. 361. — Düntzer KZ. XV. 58 Jak reissen, 
schneiden; die Lanze =» verwundend [dann wäre das ausser dem Griech. 
auch in anderen Sprachen vorkommende n zu erklären]. — Lettner KZ. 
VJI. 165: Aoyx^« lancea entweder gar nicht verwandt oder letzteres ist 
entlehnt. — Vgl. Miklosich Lex. p. 368: ksl. l(^sta (= lak-ja), nsl. kroat. 
lanca, mag. Idncsa, rum. lande. — Seh. W. s. v. zieht Xoyxrj zu layxavm^ 
womit man nach etwas reicht oder zielt; stammverwandt das aus dem 
Keltischen entlehnte lancea. — Stokes K. B. VIIL 362: io-y-X'?, la-n- 
cea, 0. Ir. laigen (dazu Windisch St. VII. 379: wahrscheinlich richtig). 
— Celtisch auch Oorssen B. 211. 



LAD lassen (europäisch). 

(*hid-tu-s) las-SIl-S lass, mUde, matt, Demin. Jassü-lu-s; Jassi- 
iü'd-o iin-is) f. Lässigkeit, Müdigkeit, Mattigkeit; lassä-re lass u. s. w. 
machen, (abs.) nachlassen, sich senken, lassä-mn} (^mtn-is) n. = /^.v.s*/- 
tudo (Not. Tiron.); Inchoat. lasse-sc-ere. 

F. W. 391. 862 (altn. latr faul, träge, las», k-latr uiila.s8, flink, 
rüstig, goth. lat-a-s träge, faul, alts. lat, ahd. laz, nihd. //ij, nhd. lass, 
lit. leid-vii lasBeu); F. Spr. 216. 362. - - Lettner KZ. VII. 185. 78). 



lana nachgebend, lind. 

d-Xiv-u-UJ ruhen, rasten, zögern, zaudern (Fui. ikivv-a(o^ Aor. 
iklvv-aa)^)'^ iklvv-sg f. die llast-, Feiertage (^^Hppliratio der Römer, 
FüL'21. 1. 1). 

l6lli-8 gelinde, mild, sanft, glatt, weich (Adv. -ter; Ime Ov. 
f. 2. 704 Jone sofiantis aquae)-^ Jent-tä-Sf -fi-c-s, -tü-d-o f. Gelindig- 
keit, Milde u. s. w.; Jeni-rc (Icfübant Verg. A. 4, 52H. 6, 4G«, Fut. 
Inuhtifit Prop. 3. 20. 32) gelinde u. s. w. machen, lindern, besänf- 



— 835 — 

tigen; lem-niefi (witw-is), -men-tu-m n. Linderung6mitt.el, Linderung. 
— (lan-ta) len-tu-S (urspr. nachgebend?) lässig, langsam, träge, 
gelassen, ruhig, biegsam, geschmeidig, zäh, klebrig (Adv. lente), 
Demin. lentü-Iu-s (Cic. Att. 10. 11. 2), Lentulu-s Bein, eines Zweiges 
der gens Cornelia y LenhüUa-s (scherzhaft gebildetes Wort für den 
alten Adel dieser Familie Cic. fam. 3. 7. 5); lentt-ti-a, -tüd-o f., 
lent-or (or-is) m. (Plin.) Lässigkeit u. s. w.; Leni-ö{n) m. Bein. 
(z. B. des Caesefinitis)'^ lentä-re langsam machen, in die Länge 
ziehen, biegsam machen; lenfe-re langsam von Statten gehen (Lucil. 
ap. Prise, p. -800 F.); lente-sc-ere nachlassen, biegsam, zäh, ge- 
schmeidig werden. — lentl-SCU-S f., M-n* n. (pisiacia lentiscus) der 
sogenannte Mastixbaum in Süditalien (der aber keinen Mastix gibt, 
sondern nur ein herbes, höchstens zum Brennen dienliches Oel, 
benannt von der zähen, klebrigen Beschaffenheit des Harzes)^), 
lenli$(A-nu-s aus Mastix (Plin.), lentisei-fer Mastixbäume tragend 
(Ov. M. 15. 713). 

* F. W. 392 f. (lit. Utas blöde, dumm, langsam, träge; alts. tithi, 
ags. lidhey ahd. lind, mhd. linde; got. af-linnan weichen, fortgehen); 
F. Spr. 217. 362 Qan weichen, verborgen sein; vgl. Aa-^€t> = Aa -f ^*i 
la-te-o; läna gelind, oder Grundform laina und zu ?t linere'i). — 1) C. 
V. I. 179: Auch bei IXv (21) könnte man Entstehung aus J^bI-vv ver- 
muthen und sich dafür vielleicht auf kX-i-vv-(o (zaudern) berufen. — 
2) Hehn p. 362. 366. 



landha Lende. 

lumbu-S m. Lende, (übertr.) Schamtheile, Demin. lumburlu-s^ 
lunibel-lu-s m.; de-lumbä-re an der Lende lähmen, übertr. krümmen, 
entnerven; lumba^-o {in4s) f. Lendenlähmung (Paul. D. p, 120); 
lumb-äre n. Lendenschurz (Hieron. Isid.); de-lunibi-s lendenlahm. 

F. W. 392 (ksl. ledvija, alts. kndi, ahd. lendt, lenti f. Lende?). — 
Zu ahd. lendi stellt lumbus auch: Pauli Eörperth. 1867 (wozu E. Kuhn 
KZ. XVII. 233: „neu und beachtenswerth "). — Bickell KZ. XIV. 430: 
wahrscheinlich zu sluby luh herabhängen. — Miklosich. Lex. p. 356 zu: 
lifidey vwllis (nsh ledotje, ledje, böhm. ledvaj ledvina, oserb. ledzha, 
nserb. Ijazva). 



1) LAP leuchten. 
lamp. 

XajiTT. — XdjiTT-uj leuchten, glänzen, schimmern, strahlen, 
blitzen (Put. laiitlfco^ Perf. li-lafm-a^ iterat. Imperf. Xafin-s^x-ov 
Theokr.). — XdjiTT-ri f. Schaum, Schimmel, Kahm (XaTt-ri id. 
Hippokr.), Xafjujtrj'Qo-g schaumig, kahmig (Galen.), XafiTt-ciörig id. 
(Hippokr.). -— XctiiTt-Uc-g m. der Leuchtende (ijAtog, Hes.). — Xa^ir- 
^-TTi-c m. id. (Lykophr. 1068), Xa(i7tEra-to leuchten (nur ep. Part. 
Präs. AafiTTfTo'wvTt tcvqI II. 1. 104, Od. 4. 662), fem. XccfiTts-xi^ 
(xiö-og) (fj(6g Luk. Tragoed. 103); Act^m-xl-ii Tochter des Helios 

53* 



und ()er NeKra (Od. 12, 132. 375). — XanTt-Tiip (x^if-og) m. 
Leuchter, Leuclitpfanne , lafumi^ia n. PI. Fackelfert »ii Ehren dee 
ÜionjsoB (Paus. 7. 27. 3), kanjir^-l-g {iS-og] f. = iäfwittig (Sitid.). 
— liifi.7fij-d(iv (^üv-oe) f. daB Glänzen, Strahlen. — Xanrr-d-c (ä8-os) 
f. Fackel, Lt^ucbt«; Fackellauf; Demin, kofmäd-io-v n.; (itcrftnaj^) 
laftnätta =• Iojmko (Manetb. 4, 318); iaiutaä-la-i m. Fackelträger; 
lafinaS-ixö-g zur Fackel geb., lufinaSö-Hg mit Fackeln; laiatai-Ha 
die Fackel tragen, lUiftnadi-a-irj-g m. ^ Aofina^üt;: iLofinad-Ev-i« !£ur 
Fackel machen, Med, = ktifinaäliia. — \a\m-p6-C leuchtend, glän- 
zend, strahlend, iafui^-rij-; |it)T-os) f- Glan/., Pracht, Uuhin, lann^- 
(»dijs ^ Idfirepo'e (Sp.). — KawTTp-Ovuj leuchtend u. b. v». madien, 
putzen, poliren, (Med.) sich im Glanz Z6i){en, pninken, sich brflsten '), 
Xannfvv-r^-g m. sich im Bilanz zeigend (rnno; Prun]q>ferd, D. L. 
(). 7), Aaftjrpvu-r-«o-s hell machend (Dioec), läfiXfv-a-(Ui{T) n- 
Schmuck (B. A. 47. 71). — Xanirup-l-c (W-os) f. ((Uanzwurni) 
.lohanniBwUrmcben, iloftnvp^io wie ein J. glUn^en (Theoiihr.). — 
'O-XuHTT-o-c, poft. und ion. Ov-kvfin-a-g, [u aoliscbj, m.") ein bi« 
KU 6--7UOO F. Hnhe aufsteigendes Gebirg von gros Bärtigem Au»- 
Heben an der CtrBnze von Thessalien und Makedonien Ijetxt Klimbo 
oder Lacha), nach dem allgemeinen Volksglauben der Wohnsitz der 
Götter [auch Gebirge in Myäien, auf Kypros, in Lykien, Stadt in 
Lykien], 'OjLvftn-io-; olymiiiscb, den 0. bewohnend, Beiw. des Kens 
(der auch allein '0. beieat); 'OXuj^n-!a f. Tenipelort am Alpheus in 
Elis mit dem berühmten Tempel des olymp, Zeus, dem zu Ehren 
die olympischen Spiele gefeiert wurden ('OAvpuu, erg." tfifa); 
'Olviuti-tt-g {äi-og) f. Olympiade, Zeitraum von vier Jahren (die 
Olympiadenrechnung fUngt mit dem J. 776 vor Chr. an und Bchliessl 
nach 293 Olympiaden im J. 394 n. Chr.). 

lap, lanip. 

trp^). — (•iqJM-s) l£pl-dll-S (vgl. luculmlus pug. 816) nrspr. 
glSnzend ■= nett, zierlich, fein, artig, witzig, treffend (Adv.-<ir), 
LepidU'S m. Name eines Zweiges der ncti3 AemUin, Demin. Itpitht- 
lus; Itp-os, -or (ör-is) m. Nettigkeit, Zierlichkeit n, a. w. — lep^Qg 
(Ör-is) m. Hase (^ der Leichte, Graue), Demin. Ici'HS-cülu-s m,f 
ii1ior-inu-s vom H. stammend, Irpor-ärht-s zum H, geh., -äriu-m n. 
Hasengehege (Varro r. r. 3. 3. 12). 

lump, {lemp) limp. — (lump-a) liimpha (C. I. L. 1236), 
lympllft {ph wegen der angenommenen Ableitung von vvfi^, vgl. 
Varro I. I. 7. 67) ■= aqua limpiila, das klare Walser, die Qoelle 
(vgL oskisoh: diumiiit)*), lymph-öc-fus wasserliell (Marc, Cup. 6), 
l^ph-or {vr-is) m. Wasser (Lucil. ap. Non. p. 212. 4). — (*/>Mfw-«) 
limpI-du-8 hell, klar, rein (Adv. -de), lmpi<li-la-s, -tü-tho f. Hellig- 
keit u. s. w., limpidä-rc bell u. s. w. machen, reinigen. — Lehn- 
wort: {'tiimp'tir-n«, * latu-lcr-na) tan-lcr-na f. Laterne, Lampe 
Ifalsch irstrrfiu- vgl. BUcheler und Sihiuit/,. Uhein. Mus. XVIU. 



— 837 — 

393. XIX. 301]^), lanterfhäriu-s m. Latementräger (tibertr. Ge- 
nosse, Catilinaey Cic. Pis. 9. 20). 

Corssen B. 98. — C. E. 266. - F. W. 392. 486 (aus dlap = indo- 
germ. darp leuchten?); F. Spr. 217. 362. — Röscher St. II. 153. — B. 
(x\. 189: dlp fulgere, splctidere, fl^tgrare = XcifjLna}; a = skr, c, i, e. 
a + »> objecto i, miUato d in l: limpidus. — 1) C. V. I. 366 vormuthet 
für die etwa 20 Verba dieser Art, dass v hier eine Schwächung aus oi 
sei. — 2) C. E. 1. c. mit ?. — 3) C. E. 1. c: „lep-or, lep-idu-Sj ja selbst 
lep'US könnte hiehcr gehören". — Budenz KZ. VIII. 288: lepor, lepidus 
höchst wahrscheinlich = Skr. vapas Gestalt, Schönheit {l für v). — F. W. 
392. 486. 489: lepar Feinheit zu lap schälen. — lepus zu Skr. langh 
springen: Kuhn KZ. III. 432. Pott E. F. I. 233 (der Hase als Springender). 
~ 4) Röscher St. 1. c. — 5) Vgl. Corssen I. 256. 



2) LAP schälen. 

lap. 

\€Tr. — X^TT-iü schälen, abschälen, abstreifen (Fut. üitf;», Aor. 
£-Aet/;£-v II. 1. 236); übertr. abgerben, abprügeln {iKÖigeiv (laaTi- 
yovvxa B. A. 61. 5; xiittBiv Schol. Ar. Ach. 689); Ö-Xött-t-U) id. 
(Sp.) *). — (Verbaladj.) Xeir-TÖ-c geschält = dünn, zart, fein (durch- 
gängig von Zeugen aus Flachs gebraucht, Xbiwci v(pcic^iaxa linnene 
Gewebe); schwach, gering, klein (iBitxov n. erg. voiuafuc kleine 
Münze N. T.); XsTWO-tri-g (n^r-og), XeTCto-avvri (Nikarch. 16) f. Dünn- 
heit, Feinheit; ksTVi-aX-io-g zart, lieblich (gxavi^ II. 18. 571); Xem- 
ax-ivo-g (id.), winzig, klein {iiTiQißhg xal inl Xstcvov 7ce(pQovri(5(iivov 
B. A. 49); XiitX'Bnl'Unxo-g dünn über dünn, übermässig dünn*); 
XeicT-l-g (16'Og) f. eine Gerstenart, XeTtt-t-ri-g (xid-og) f. id. (Geopon.). — 
XeTTT-uvuj dünn, fein, mager machen, (Pass.) dünn u. s. w. werden'^) 
(Perf. Part. XB-Xemv-a-^Uvo-g Arist. h. a. 3. 5, Inf. Xe'Xejnvv-^ai 
Ath. 12. 552 e), Xsittw-r-iKo-g dünner, feiner machend, Xirctw-a^g 
f. das Dünnermachen, Xe7trv-6-fi6'g m. id. (bes. von den Beihen der 
Soldaten). — X€7r-d-c (ad-og) f. Schale, Muschel, Napfschnecke, 
(X€7taö-tri) k^Ttaa-Tfi f. ein napfschneckenförmiges Gefäss, XsTtaar-C-g 
(lö'Og) f. id. (Hes.), Xi7tcca*(uc(j) n. Schale, Hülle, XsTtaa-xQo-v n. 
Geräth zum Muschelfang (Hes.). — Xctt-i-c (Id-og) f. Schote, Hülse, 
Schuppe, Binde, Demin. XinlSto-v n.; Xtitid-o-oi mit Schuppen be- 
decken (to: iTttSQCDf^va tj XeXentötoiiiva Sext. Emp.), XeTtidoH'ZO'g mit 
Seh. versehen, schuppig; (XsTCiö-jca) Xsitlf^to schälen, die Binde oder 
Haut abziehen, XsTCia-fio-g m. das Abschälen, Xima-iuxir) n. das 
Abgeschälte, Schale, Schuppe; Xemdo-eidi^g schuppen-förmig , -artig. 
— X^TT-oc n. = XsTcigj Demin. Xin-io-v (Medic), Xsit-dörig schuppig, 
hülsig (E. M.). — XeiT-pö-c schuppig, rauh, bes. von der Haut: 
mit Ausschlag oder Aussatz behaftet, (fem. dazu) XercQ-d-g (aö-og) 
poet., XsTtQO'tfi-g (rrjt-og) f. das Aussätzigsein; Xiit-qa f. Aussatz, 
Xe7CQa-o} am Aussatz leiden, XeTiQ-i-aca id., Xeit^iKo-g den A. be- 
treffend; XsnQo-io, le7tQ'VV(o schuppig, aussätzig machen, XiTt^m- 



at-g f. = U}i(f<* (TieU.), ktTi^-mäiis einem Auäs&Uigen ilbnlicb. — 
\^n-üpo-v (Itn-vifö-v Suid.) n. Schale, HUlse, Demin. kmvg-to-v B-, 
It-nvif-ö-g mit einer Seil., H. versehen, Atwup i'f« mit einer 9ch., 
II. bedeeben, linve-i-öca enthttlsen, ausschulen, kittvQ-, kn%vfi-(oSiji 
hülsenartig, aus Seh., H. bestehend. — X^n-ac n. kahler Fels, 
Klippe, itfri»! ö]-ro-e felsig (Eurip.). 

Xeß. - X^ß-ii-c (ijT-oj) m. Schale, Kcasel, Becken'), Demin. 
Xißilx-io V, Itßrp-ägw-v n., i.ißtp-iiiit einkesseln = in den Kessel 
weifen «nd kochen (Lykophr.). ktßiiTo-tidtjs, kfßijtiäStjg keasel- 
Shnlicb. — Xeß-rip-i-C (Cd-og) f. Schale, Hülse von Frilrhten; ab- 
gestreifte Bchlangenhaiit, 

Xoit. — XoTi-6-c m. = XcTtls (x^o^voio Zwiebelschale Od. 
10. 233); abgezogene Haut (Lex.); iojta-w die Kinde, Schale los- 
lassen, zum Schalen neigen (von den Bttumen)-^), ionij-rif-s die Zeil 
(lieses Loslassens im Frühjahre (Theopbr.), kon-itr f. Abschilbar- 
keit der Bäume im Frühjahre (id.), KÖTt-t/io-s leicht ab^uschlüen; 
lon-l-g (id-os) f. = itwiög, (lomd-j<o) lonl^ei abscb&len, abziehen, 
i,öm-a-Htr{z) n. das AbgeschKlte. Schale (Sp.). — Xon-d-C (äi-og) 
f. Schale, SchUssel, Tiegel, eine Krankheit der Baume (Theophr.), 
Demin. lonäS-io v n. 

Xoß. — Xoß-ö-c m. Schale, Schote, Hülse, Samencapsul (näaet 
Unis •(? Moe iatl to eai^fut Sthol. Nik. Th. 535)^ Lappen, I»elier- 
lappen, Ohrläppchen (B. 14. 182)*), Demin. löß-to-v n. (fö Snfov 
zov (Jnmog Bes. ), loßö-ai in Lappen zerlegen, loß-(6itjg hUlsen- 
Khnlich; Ö-Xoßoc von den Lebern der Opfortbiere, die einen der 
Leberlappen (Xoßög) nicht haben, daher eine nngOnstige Vorbedeu- 
tung haben (Xen. Hell. 3. 4. 15); ?X-Xoi(» schuppig'); il-loßo-g mit 
Sehnten, Schoten tragend, l'l. rö iXkoßa Schotengewächse (Tbeophr.), 
Ikloß-l^a Sehnten ansetzen (,Sp.), ikloß-iödtig wie SchotengewKchse 
(Tbeopbr.). 

\um. — XiiJn) (Hes.), XuJir-n f. (poet., Iwn-og n. Theokr. 14. 
65) Hülle, Peberwurf, Mant«l, Oewand fOd. 13. 224), ItoK-«-^ 
(ää-og) f. id., Demin. kian-io-v n. (tÖ tvtiüs fjutritov Siiid.), Imf-titB 
enthüllen, Acörnffro; vom Palamedes {Ix r^g tiüv Ipatltav irn^^- 
(fjEu; Hes.). 

Up. 

läp. — tSp-l-l« [iii-isj m. (= linai;) feig, kahler Fels, Fels 
gOBtein) Stein') (ÄbL Utji.i Enn. ap. Frisc. 708 P., Uen. PI. lapid- 
irum Gell. ap. Chans, p, 40. 1), Demin. {*laj>id-h) lapH-lit-s Stein- 
chen, kostbare Steine (Marmor, Edelstein, Perlen}, IjjpiUu-lu 
tapis-cutti-s (Marc. Emp.) ra. (Solin.); lapUi-nis aus Stein, von 8t. 
tapid-äri-s, -ärius steinern, aus St., /um St geh. {latoiniae Stein- 
brOche, liUerae in St. geschrieben, opi/ices Steinmetzen, lapid^sus 
steinig, voll St., stein-hart, -artig, lapidosi-tas f. Steinhärte (Tert.l; 
(*I«p(rf-H-s) tapidä-re Steine werfen, steinigen, mit 8t. bedecken, 




- 839 - 

lapidä-tor m. Steiniger (Cic. dorn. 5. 13), l^pidä-ti-ö{n) f. Stein- 
werfen, -regen; Inchoat. lapid-e-sc-ere versteinern (Plin.), lapilli- 
sc-ere id. (straff werden Teri); lapi-re versteinern, härten (lapit 
cor cura Pacuv. ap. Non. p. 23. 7); lupidi-caesor (Xd-TO(iog Gloss. 
Philox.), lapt[di]'Cid'a m. Steinmetz, Lap-scid-ius , -scid-io, -sdä-iac 
(I. R. Neapol. M. n. 3753); lapidd-lnae f. PI. Steinbrüche, lapicidin- 
äriu-s m. Aufseher über die Steinbrüche (lapidicinarius kid^o^oog 
Gloss. Phüox.)^). 

Itb, — (St. lib-ro) Itb-er (n) Bast, Rinde; das bei den Alten 
zu Schreibtafeln benutzte Material; (ül^ertr.) die Schrift, (insofern sie 
aus Blättern besteht) Buch, Schrift, Verzeichniss *^) , Demin. libel- 
lu-s, libellü'lu-s m.; libr-äriu-s zu den Büchern geh.; (als Subst.) 
-ariu-s m. Bücherabschreiber, Buchhändler, -aria f. Abschreiberin, 
Buchhandlung (Gell.), -ariu-fn n. Bücher-behfiltniss, -kästen; Demin. 
librariö-lus m. Bücherabschreiber, -olu-m n. kleines Bücherbehältniss ; 
lihell-iö[n) m. Notar, ein armer Buchhändler; libelUensi-s m. Bitt- 
schriftensammler, ein kaiserl. Beamter, der sie annahm und regi- 
strirte (Cod.), UheH-äri-s zu Büchern geh. (Sidon.), libell-äriu-s m. 
Besitzer auf Widerruf (Cassiod.) , libellä-ti-ci m. PL die Christen, 
die zur Zeit der Verfolgungen durch ein erkauftes falsches Zeug- 
niss sich auswiesen, dass sie heidnisch geopfert hatten (tpiae in- 
dementia est et quam acerba duriiia, libellaticos cum iis, qui sacri" 
ficarint, jüngere? Cyprian. ep. 55). 

C. E. 373. 528. — F. W. 392. 486. 489; F. Spr. 217. 362. — Hehn 
p. 610. 580. — B. Gl. 336a: lup findere, rumper e, — Miklosich Lex. 
p. 346: lup-iti detrahere (nsl. li*piti pulsare, putamen detrahere, deglubere, 
lit let. lup, ahd. louft, löft „äusserste Nuasschale**) : Skr. Zw secare, lup 
perturbare. — 1) Vgl. Walter KZ. XIL 381*). — 2) G. Mever KZ. XXII. 
16: inl gehört entschieden zum zweiten Theile (ebenso: all-sn-dllrilog, 
(pavX'fni'tpavlog^ at8vo-tni-fJLTi%7jg). — 3) Vgl. pg. 887 Anm. 1. — 4) AnderH 
Kbel KZ. I. 298: wohl statt Xt^ßriZ- zu Isißca „der giessende". — 6) Vgl. 
C. V. IL 388. — 6) Vgl. Deflftier St. IV. 305 (neugr. luvt; cutis, puta- 
men). — 7) Vgl. G. Meyer St. VI. 378. — 8) F. W. 1. c: lapid Stein 
verhält sich zu Xsnid Schale wie ksl. skala Stein, skoltka Schale, Hülle 
zum deutschen Schale, goth. skal-ja Ziegel. -— Corssen I. 546. B. 15». 
377: rup brechen: gebrochener, geschnittener, behauener Stein (im Ggs. 
zu »ao-uw). — 9) Corssen I. 376. 545. IL 582. N. 265. — 10) Vgl. auch 
Klotz W. 8. V.: Stamm von Xsßrjqig, s. Döderlcin 6. 194. - Anders 
Corssen I. 533 f.: li anfügen, anhaften; Bast, Itber^ nach seinem wesent- 
lichsten Merkmal genannt (eine Bildung wie fa-ber, cre-ber, Mulci-ber). 



3) LAP lecken, schlürfen; ausleeren, erschöpfen. 

lap. 

XttTT. — XdtTT-T-uj (t^ yX(6rTjj niHv Lex.) lecken, schltlrfen, 
schlappen (Präsensstamm erst seit Aristot., Fut. Aat/;a>, Hom. nur 
Part, Xat\fOvxBg II. 16. 161, Perf. Ai-Aag>-a) ^) ; Xin-xri-g ™* ^^^ 



- 840 - 

Schlürfende (Hes.), A«7i-wiio-e uiisleerend, abfübrend (Eiisl. U13. Ü), 
ikaa-u) Ittif/i-g f. das Schlappen (Ärist, h. a. H. 6). — (ktm-tgm) 
Xan-aiCLU, (lan-ttx-ja) Xan-äccui auBleeren, abrabren (Put. JuTm^a», 
Aor. kanrt%&iivar Kvgiag f*iw tÖ mva&ijvai, diu rovto Ji xaI ti 
fwAax^^''* Oalen.); (ubertr.) plUndem {kanä^etv Sstv Äeäch. Sept. 
47. 531 D-)*)i il«?ta''-i-"'ö-e abführend, den Leib erweichend (Sp.), 
(Akmoi-w) ii(7to|»-f f., kttnuy-tiö-g m. Abführung, Ausleerung (8p.), 
länoj'-(ia{v) n. daa Abgeführte (Hee.). — Xön-aeo-c m., Xän-t^-v n., 
kan-uQ-i] f. eine Ainpferart, lajtatliium, die den Leib öffiiet und er- 
weicht (loTMiei Thoophr, Diosc; vgl. Scbol U. L. ad U. 5. 166 
alanä^mTa ' ^ yttf i.a-!ta9os xf vUTtxff lori räv xiita ynetlga nKÖüv 
xnt (letä Tov ^TCituTiNot; a R;i«nR'^ot^c(; vgl. E. M, &3ä. 49. EiibL 838. 
61). — ä-XaiTÖZiui ausleeren, erschöpfen; l>ezwingen, tndten; plUn- 
dem, zerstören (Fut. aXa-aä^io, Aor. Uom. äAojtnS«)*). — {äXanaj-vo) 
, dXanaö-vö-c (cxhauslus) leicht lu eruchöpfen, zu bezwingen «. s. w., 
kraftlos, schwach, unkriegerisch, älanaävo-avvii f. SebwSche (Qu. 
Smym. 7. 12). — Xair-apÖ-C sehwach, schmächtig, dünn, Suüt. 
f. ItinuQtt, ion. ep. loTtögtij die Weichen (unter den Hippen bis an 
die Hüften), Aa««po-itj-s (tt^r-os) f. Weichheit'j. 

\a(p. — (la(p-vx-JKi) Xaq)-üccuj, neuatt. kafpvmo, gierig ver- 
schlucken, verschlingen (Hom. nur Präs. kaip-iaan, Imperf. Kaifvaai- 
jov), aehlemmen, prasBen, Xatpvx-xrt-g m. Schlemmer, Prasser (et 
tlg Tag ^i9as xol xag äaioiios nolkä avaklaxovcis Atb. 11. 48öa), 
iäipv^i-i; f., laipvy-i*6-g m. das gierige Essen, Schlemmerei. 

lab (p zu b erweicht). 

la-m-b-öre (latnb-i, -i-lum, lumb-ui Vulg.) lecken, belecken, 
bespülen, lavih-ire fCassiod.), {*limA-eru-s) latttli-crä-re id. (lambtrat 
scitidU ac lanial Paul. D. p. 117; vgl. Plaut. Ps. 3. 4. 53: me 
meo lado lambcrasy), Frequent. lambi-lä-re (8olin.). — ISb-^U 
(spSter tab-ia) f., täb-eu-m (sp&ter läbiu-m) n. Lippe, Leßte, Utbe-, 
labi-ösu-s groBse L. habend, labe-ö{n} ra. id., l.abc-^ln) röm. Bei- 
name; lah-ru-tn n. =■ lahcum u. s. w.; der lippenartig aufgewor- 
fene Rand*), Demin. labcl-lu-m n., (*lubrä-rL-) labrä-lu-s, labrö-^U'S 
mit grossen Lippen oder grossem Itande versehen; Lab-er-iu-s Bein, 
eines pleb. äeachlechtes. 

Benfey 11. pg. 11. — Corsaen B. 352 f. — C. K. 366; C. V. I. 238. 8). 
- P. W. 893, 486; F. Spr. 218. 363. - Lettner KZ. VII. 184. 74). XL 
169. — ZejBH KZ. XVC. *33f. — i) Anders Soh. W, ». v.: lünra. la- 
niive», lambo zu imjStA. - B) Clerani 8t VllI, 50. 0). - F. W. 17. 
105T: arpa, arpaka schwach, ueriDg. Ebeeao Antenr. bei Ameil lU 
U. a. 36T Anh. uud SchOnbet^ XX. 44C: =- Skr. al]ia, alpakii. ~- Zwei- 
fulnd C, V. II. 21i und Siogismund 8L V. 212 (vgl C, E. &'J9. Q36. S4II: 
ttlax-etja, älaxaijm, äXaTtai-v6-s]. — Noch andera OQnticr KZ, Xll. 12: 
Xa (-!■ vorgeschobenes a) verdetben, Aa-n; a-Xa--K-ä%fiv (dagegen Clemm 
St. 1, c: ciTot i>u«ttMnM, juoJ aXanäi^n'* cemtt habere ilelenäi t^t- 
ficationetii. Immo vero exhauriendi Motio otnmbm illit vocabwUiM mmcn 



— 841 — 

videtur. — Christ p. 160 stellt alccndioa zu Skr. glaptAJämi betrüben; 
dagegen Döderlein Gl. nr. 2264: =" nehmen, tödten. — Zu XandQfj Tgl. 
noch S. W. 8. V.: ans aXaxcap?}? Vgl. Hoffmann Qu. hom. I. p. 147. 
Peters Dig. p. 37. — 3) Vgl. Ascoli KZ. XVI. 125. — 4) Corssen B. 1. c: 
lah-rum oder lab-bru-m^ Ding zum Lecken, Ort zum. Lecken, während 
die Zunge das eigentlich handelnde Organ dazu ist (dagegen Zejss 1. c: 
Suffix -ro, nicht -hro). 



4) LAP übermüthig sein. 

XttTT. — XaTT-iJlü sich stolz und übermüthig betragen (aXa- 
tovevofiai Bekk. An. 277. 27; Iccnuigj kanl^eig Phot.; vgl. Cic. ad 
Att. 9. 13. 4 auxiliis GaUorum, quos Matius ikaTti^sv. Sed sU hoc 
kdjtKSfuc)'^ IccTtia'X'q'g m. Prahler, Aufschneider (Tiavxtiti^g^ tffevaxrig 
Lex.), XctTttTiX'qg id. Phot., fem. lanCa-XQ-ux (Lex.); kciiti6-(ia(i) n. 
Prahlerei, Grossthuerei (Cic. ad Att. 1. c). 

Bezzenberger K. B. VIII. 367 (lit. lepduti übermüthig sein, lepavimas 
Uebermuth, lett. lepotees sich hochmüthig zeigen, lepns stolz, hoch- 
mnthig, lepnums Stolz, Pracht). — Vgl. Pott KZ. VII. 89*: weil durch 
die Lapithen die KeniEiuren ihren Untergang fanden, galt AanC^ai in 
späterer Zeit durch Uebertragung für Grossprahler, Eisenfresser. Viel- 
leicht nun Xan^ito (Ahrens Dor. p. 93) daraus in der Art, dass d" in -{im 
untergieng. ' 



larda schief. 

Xopöö-c vorwärts oder einwärts gebogen (Ggs. Tivtpog)^ concav 
(Ggs. xv^og); kogöo-ca vorwärts, einwärts biegen, kogö-celvoi id. 
(Hippokr.), loQÖtoai'g f. fehlerhafte Bildung des Halses und Rück- 
grates nach vom oder einwärts (id.), XogöcD-iucix) n. der Bug nach 
vorn oder einwärts (id.); XoQÖ-dv (wv-oj) m. ein komisch fingirter 
Dämon (Plat. com. ap. Ath. X. 442 c). 

F. W. 392; F. Spr. 219. 363; KZ. XVIII. 416. 7); vgL ahd. lerz, 
lurZy lifik, mhd. lurz-en betrügen. 



lava Volk. 

XaFo. — Xöiö-c, ion. Xriö-c, att. Xeiii-c, (doch meist nur 
Noni. Acc. Sing, und selten in Prosa, bei Herod. und Trag, beide 
Formen, Xaog auch bei Sp., wie Plut. N. T.) m. Volk (als grosse 
Masse, ö^fiog als polititisches Ganze), Menge, Schaar, Kriegsvolk, 
Heerschaar, Mannen; (allg.) oi XaoC Leute, Volk (Volk als Ganzes, 
Nation N. T.); Xa-ixo-g zum Volke geh., aus dem Volke, gemein 
Sp. (bes. EccL der Ungeweihte, im Ggs. des Priesters, der Laie), 
Xa'ixo'fa gemein machen, entweihen (EccL); Xat^ci ein Laie sein 
(Eccl.); Xa-i-To-g^ Ai]-i*-To-$, Xi-i-to-g^ Xii-xo-g das Volk betreffend, 
öffentlich (X^qixov öi naXiovai x6 TtQvxccvTjiov oVAictiol Her. 7. 197. 5); 
XriiT, XeiT-oupTia s. W. varg; ßaci-Xeü-c s. pag. 183. — Aa-ta-g^ 



— «42 — 

j1aiä-/ia-St Aitt-da-gi Aa-io-g (^ dijfuos) Sohn des Labdakos, Vater 
des Oedipus, König von Theben; {^Aaf-ju, Aaf-^a, Aaf-Öa) Aäß-iv 
Tochter des Amphion, Gem. des Eetion, Muttor des Kypi^eloe (Her. 
5. 92); (AuJ^-jv-no-, Atü^-Sja-ifo, AtiJ^-ia-xo) Aüß-Sa-ito-g Vater des 
Aaiog, Aaß6a%lSi\-i Sohn des Labdakoe; Aä-t-g (li-os) Name xweier 
berühmter Hetären in Korinth; jiao-jvvo-s , Aao-Safia-q, -Safum, 
Aooälxi], Aaö-doxog^ AaS^o-*oJ^-a>v (Prise. I. 22. VI. 63 H.) o. b. w.; 
Aav {f = u): Aavayitxft (lakon.) Prauemtaine (C I. 1466); 
(AaJ^o-y ArjJ-o-, Aijv-, Ariv-') vi£u-TVj;-f-äi;-s (Her. statt Atm-)i Aio>' 
(ion. att. statt Aav-): Aica-ßäTi)g. AemSäiutg, AmSoxog, Ata- 
x»i<I))c u. s. w. 

Brusmou St IV. 153. 34). — C. K. 364. 553. 63R. — Anders Bern- 
liardt gr. Etym. ]i. 11: ida^o{ (xlvm) ^ duftiUs (beiBtimiuuud La Roche 
Ztachr. f. tut. Gymn. 1866 pg. 260). - Müller KZ. V. Jfi! : käöt ti. s. w. 
dialekt. Formeti von Saöt. — Pott K'£. VI. ISO: lütg Stein mit kaoi henUf 
etjraol. verwandt. - Vgl. noch Oerth 8t. Ib. 813 ff. Pott KZ. VII. 381 ff. 

lina Lein. 

Xtvo. — Xivo-v n. feumpaischer, im Orient sich nirgende 
ündender Name; tirspr. etwa [über die Zeit deo Flachses biuaus- 
gebendj Faden, Garn, Zuggavn; Lein, Flachs; Lt'inwand, Linnen; 
Demin. Uv-idiQ-v, -äfio-v n., -Ca%o-s m.; Uv-Bog, (contr.l hv-ov-g, 
)Jv-iio-g (Suid.) leinen, aus Flachs gemacht; Xivs-to (iorn stellen 
fwohl nur in Compos.); (itro-co) il/vw-(W-§ f. das Binden mit einem 
leinenen Faden; ktv-ev-ia = kivae} (Arr.); XtUKÖ-^iVO-V n, weisser, 
bearbeiteter Flachs {Unuia maceratum, Salmasius; Her. 7. 35 und 
34; die Itvxlo, kevxalni stipa letiadssiimt. Spartgras, welche spa- 
nische Pflanze [i^ 'Ißti^lag Athen, ö, 206] die Phönicier zu Xeries 
Zeilen längst kennen und benutzen gelernt haben), kevxoktv-^g von 
weissem Flachs (erst in einer att. Inschr. des J. 349, (.'. L 155. 
11); lü^id-XlVo-v n. roher Flache (lirium crtidartum, Salm.), auch 
die daraus gemachte starke Leinwand. — St. Xiv-t: Hom. Dat. 
Hing. (hvT-t) XiT-i, Acc. (kivi-a) XTi-a suhlichtea Gewebe (urapr. 
wnhl eine Matt« aus Lindenbast), Leinwanddecke, Decke, Uebentug, 
Leichentiith , Hülle der Aschenume') CVixrjfog imi- fftpcofwi'növ %i 
niv tttirdtiija kiva tlvai ipöaxtt, {toi klvH» xal fiti ßtßafijtivtt tj 
jteitotxikiUya , iä ii jitQiOi^nata ^i^yta nokä TCogipvifeti; vgL Thuk. 
2. 97 oua itpavri xttl Icitt, dazu Sihol. leitt, ktxä, n^itg ävftiut- 
arol'^v TÜv {npttviäv wxl 7CE7(otx(il|;iivci>v). 

litio. — linu-m n. -■ klvo-v, Ihi-cu-s = kiv-fo-g. Im-ärM-s 
m. Leinweber (Or. inecr. 42121, ("/(tiö-rc) linä-mmlu-tn n. Leinen- 
Ki'ug, Paserwerk, Charpie. — IIntre««S = lineun (liber, wohl auf 
Bast geschrieben, thörox bei den vojentischen Etruakei-n), Demin. 
UnleÖ-lus: lint-ev-m n. leinenes Tuch, Leinwand, Segeltuch, Dom. 
litUeö-lu-m n., ;(n/f-3(n) ra. Leinweber (Plaut. Aul. 3. 5, 38), Imle- 



Ll 



- 848 — 

"orw-s ziir Leinwand geh., Subst. = Imteo (Dig.); ('iinteä-«) 
linteä-ttt-s in L. gekleidet {tinteaia legio der Samniter Liv. 10. 38. 
12; hier leyio ^ Heeresahtheilung = 4 Legionen vm 4000 Mann, 
nach Nieb. 2. 96; ca Icg'w Unleala äii MegumcrUo cotisaepH, quo 
saerata nobUUas erat, appellala est; vgl. Paul. D. p, 115 legio 
SamnÜämt limteala a/jppdlala est, ipwd Samniles mtrantes singuli ad 
aram velis Imteis circumdafam tum ci-ssuros se Romano tnUüi jura- 
vcruiit); Imlrä-men (tnin-ls) a, = tinteum (9p.). 

C. E. 369. — F. W. 487. 606. B58 (lit. Jina-s Flach Baten gel , ksl. 
Jinä Lein; altn. lin Linnen, goth. leina- Leinwand, alts. ahd, mhd. litt 
Dl. Lein, Flachs; ksl. lit. aJte Eutlehnung aus Uvov, Renn, wohl aus 
liwnm entlohnt Der deuteuhe Name des Flachses ist harea). — Helm 
p. 142 ff. 508 ff, — Corssen I 533 f.: U anhaften, aohangen, aDheflon, 
anfügen. — Vgl. noch Mikloaich Lex p, 348, — 1) Ämeis-Hentzc ad 
Od. 1. 130, Battm. gr. Qrainm. § 56. Anni. 13 fassen liia als Äec. i^ing, 
Dagegen Faesi ad 1. c, S. W. s. v., Wolf Anal. i. pg. 501 als Äcc. PI. 
^ S. W. B. V.: „am nattirlichsten nimmt man mit Posüdw and den 
neuem Erkll. das Neutrum li oder U von Us =• ierog, lioaög als Nora. 
an". — Seh. W. s. v.; ICta, litl einzeln stehender Acc, und Dativ, wozu 
■ vielleicht eia Nom. ^ li; (Stamm llx\ lint-eu-m; vgl. Uvov) „Leinen, 
Tnch" anzunehmen igt. 



LIV graugelb sein. 

XiF. — (iiJ^-s) Xi-C (poet) m. der Leu, Löwe (= der Grau- 
gelbe]') aiom. U-s II. 11, 239. 17, 109 und Acc. Itv II. 11. 480; 
sp. Dichter auch PI. ki-ig oder ll-tg, klteai); (katS-avt, hiJ^-ovt) 
XeE-ujv ion., \i-V)V (ovc-og), m, = Ug [ep. Dat. PI. Xtlovai*), 
llovist nur II. 22. 262]; fem. {lutS-uv-jo) X^-aiva; Deinin. Itöm- 
lo-v n.; ksavi-iSfv-q m. der junge L.; Xtövi-to-g^ -eto-s vom L., 
ktovz-iji, contr, -^ (erg. dop«) Löwenhaut, ktovi-im-g den L. be- 
treffend (Sp.), Itovt-fjdo'i' IBwenartig (Maccab.), Afow-o-fidiJ;, liovt- 
mSt^g id. 

{law-an) le-Ö(M) m. = l^-osv'), leonm^s zum L. geh. (bild- 
lich socielas leonina nach Dig.* 17. 2. 29: ut aller lacrum laniutn, 
alter damraim senäat). 

(lai-m, ti-va) (*ficM-s) llTl-dll-S (Adv. -de) grangelb, blei- 
Tarbig, bläulich; Ubertr. (aus der sprich würtl. Farbe des Neides) 
neidisch, BcheelsUchtig, miBSgUnstig^); Demin. Imdü-lu-s; tivida-re 
graugelb u. b. w. mat^hen; llve-re graugelb u. 8. w. sein, Part, als 
Ac^j. live-'n-s (Adv. -/rr), Uve-d-o (t«-is) f. blauer Pleck (App. Met.); 
Inchoat livc-sc-erc grangelb u. b. w, vrerden; liv-or (ör-is) m. grau- 
gelbe Farbe u. b. w.; Neid, Scheelsucht, Missgunst; Liv-ius Name 
einer plebej. gens (z. B, T. Livius Patavmus, der berühmte röin. Ge- 
schieh tachreib er) ; Liv-ia, (*JAvu-la) I.ivU-la, Lm-ätiu s zu L, geh. 
— ob-llV-i-SC-i verblassen (von alten Erinnerungen) ^ ver- 
gessen') {oh-lt-lus; als Part. Pass. = vergessen, k. B. ohlita cor 



mitM Verg. E. 9. 53), obliv-ius vergessen (Varro 1. 1. 5. l, 10); 
obRv-ht-m n. , oi/iy-i-öfn) f. das Vergeaaen, die Vergesaenheil, ob- 
livilSn]-öms leicht vergesstnd, vergesslich ; Vergessenheit bringead 
(obtivwso levia Masako ciboria exple = ka&tMiSii Hör. c. 2. 7. 21), 
oblivi-älis V. hiingend (jw/mm, Piud. calb. 6, 16J, 

C. E, 3ßO. - Pauli (.tüllj) KZ. XXII. 35a f, — 1) C. E. I. c, Pott 
W. 1. ISHl, Benf. II. 1 sind geneigt diu Wort fSr entlehnt bos dein 
hcbr. Jaiih zu halten, (AehnHcb Kebn p. 61 : lydisoh-phOnidsvb.) [Dann 
□luvst« ed wohl von Griithculand aua weiter gewuiüert und in den 
übrigen Sprsühen nieder aua dem Griech. entlehnt sein, wogegen die 
selbatändige Fomi iu den vt'rachiedenen Sprachfamilien spricht.] — Fttrtte- 
mann KZ. I. t9ö. b): „kt diu deutsche Wort (ohd. leicon) etwa nur ent- 
lehnt, nicht urverwandt? Ich müchtc eher das letztere glauben. Zur 
Entacbeidung dieser Frage kOanen uns nur die Naturhistoriker verhelfen". 

— Zur W. lu reisflou, aerreiaaeu: L. Mejer KZ. V. 386 iUJ'-ovT alle 
Partioipiftlfom), Bavelsbcrg KZ. XVI. 361*). — Zur W. lu gewinnen, 
erbeuten; Fielet I. 423. Windiach HZ. XXJ. 429. Daiu C. E, 1. c.: 
„passend". — Hiklosich Lex. 347 s. v. livü: cf. skr. lu seeare rl i'u ru- 
gire (klruss. lev, oaerb. lav, nserb. Ijav, Ut Jevas, lavag, lulag, abd. teteo, 
mhd. letoe e lat.). — Miatcli KZ. XVII. 191*): Urform lavatU, das latcin. 
leün- entlehnt, denn sonst mSaste es Ihh bieten (vgl. rr», »pUn, b'eM). - 

— 2) Brugman St. IV. Ifl5. 7): l^onai, tU ex nottra ratitme formae Xät- 
nuai loto seribenävm ett, ex 'UJ^ovei. — PW. VI. 573: l^a {ans Jlcmr) 
in. der LSwo im Tbierkrciae. ~ 3) Corsaen I. 114. 633. B. 119. N. Sit. 
238 f.: St. i'H-ro («kr. pfau, lit palii-o-s, abd. falo. xel-ioe. fiW-Jw-a, 
peU-l-idti-»). — Ebenso Curtius KZ. III. 167- 2): ahd. pli, Qeu. pliweg, 
iiverc- Derg. postulirt (E. 373| eine Stammform vilttva (fiöZti|Jo(, ptum- 
&UM), Vgl, pag. 744, und sagt; „auch liv-or, liv-idus, Uv-to bieher au 
«teilen, mit Pott 1. 120, ist verlockend". — Walter KZ, XU. 40* atatoirt 
eine W. plag: pligv-eo, Uv-eo. — 4) L, Meyer KZ. XIV. 81: Hnqwi, Kc. 
/id.- liv-i-teere verlaasen, ob-Uviseor ich werde verlü^aen, ich vergessn 
(gegen Pott E. F. 1. 30S: li fläasig machen, auflCaen: oh-Xi-lo, oblivisd 
beisst entweder: einen Gedanken in «ich „ilbertiincbt" tragen oder ihn 
„verloren" haben). 



lisa, Uisa Aukerbeet, Furche, Geleise, Spur. 

Ilra f. Furche, (nach dem Uel^ergang zum AekerbaiO Aclcer- 
furche, ErdaufwHif xwiachen zwei Furchen,' lirä-re den Samen in 
die Furchen bringen, eini'urchen, eineggen (bildlich statt de-ltrarc 
Auson, ep. 10. 8: si Fierias paiifur Urarc svroreti), lirä-ti-m furchen- 
weise (C'ol. IJ. 3. 20). — dfi-lirU-s eig. von der (Spur) Furche 
abirrend, entgleisend, aus dem Uoleise geratbenj (Obertr.) verrflckt, 
irrsinnig, wahnsinnig, rieiirä-rc von der Furche abweichen, ans der 
richtigen Bahn kommen (nil ul dcliret amussis Auson. 16. 11); 
irre sein, verrückt sein, rasen, dclirä-li-«{H) f. das Abweichen von 
der Furche n. e. w., Albernheit, Faselei (quoil vocanl Urare ajie- 
riente semina, iinde jmmmn appellata lidiraiw est Plin. 18. 20. 49), 
drlwä-mctUu-m n. id. (Plaut.), drliri-tas id. (Laber. ap. Non. p. 490. 
21)5 delir-ttiui n. (medie.) WahnKinn (Cels.), 



— 845 — 

Fick W. 394; F. Spr. 221. 364; KZ. XVIII. 412 f. XXI. 16. — Hehn 
p. 476. — Fick vergleicht: altpr. lyso f. (=■ lisa)^ lit. lyse (== lys-jä); 
ksl. leclui f. Ackerbeet; ahd. leisa, mhd. leise f. Geleise, Furche. -- 
Miklosich W. p. 351: lecha area^ nsl. ZeÄa, lehica, leht Stück Acker über 
einer Mauer; bulg. Uhu, serb. Ijiha lira^ böhm. lichay polt). Ucha^ oserb. 
leska, nserb. Ijecha, alb. leha, — Ueber das Appellativum: lieh = Grund- 
besitzer, dann: machtigerer, vornehmerer Grundbesitzer, verwandt mit 
dem späteren poln. und böhm. slechta {sliachta), sUchta Adel, vgl. Safafik 
Slovansk^ Staroiitnosti 1837 p. 752 ff. und Denkmäler der böhm. Sprache 
pag. 86 ff. — Corssen I. 531 f. stellt lira u. s. w. zu goth. lis-an^ ahd. 
Us-an sammeln, anhäufen u. s. w.: lir-a st. "^Us-a eigentlich: die sich lang 
hinziehende „Erdanhäufung** zwischen zwei Furchen, dann die sich lang 
hinziehende Furche selbst. « 



1) Lü lösen, abtrennen, schneiden. — Skr. In l) schnei- 
den (Gras, Getraide u. s. w.), abschneiden, 2) zerschneiden = zu 
Nichte machen (PW. VI. 567). 

lu. 

'\u. — Qiv-j(o) Xu-uj lösen, los-machen, -geben, -lassen, auf- 
lösen, trennen; schwächen, entkräften, vernichten, zerstören (y im 
Präs. bei Hom., meist v im Att.; Fut. itv-tfo), Aor. i-Xv-öccj Perf. 
ki-Xv-xa, -fMti, Opt. Xe-kv-To st. XsXvtxo Od. 18. 238, Aor. Pass. 
i-Xv-^-v; ep. Aor. Av-to, Xv-vxo in pass. Bedeutung, Xv-xo IL 
24. 1)^). — Xu-a f. Auflösung, Trennung, Zwiespalt (Pind. N. 
9. 14), Xva-Xo-g m. Löser, Sorgenloser, Bein, des Bakchos (Anakr. 
und sp. Dicht.), Ava-fw (SzaOuiiüi (Hes.). — -XuTO-C*): ßov-Xvtog 
m. die Zeit des Stierausspannens, d. i. die Abendzeit (xa^^o^, iv 
0) ßoBg anoXvovxcci x^v iQyoav Schol.; vgl. Hör. 3. 6. 41: sol ubi 
montium mutaret unibras et iuga demcret bobus fafigatis; Hom. nur 
IL 16. 779. Od. 9. 58 rifiog d' rfiXiog fitcBplaano ßovXvxov-Se zum 
Stierabspannen); ^Inno-Xvxo-g m. ein Gigant; Sohn des Aegystus; 
Sohn des Theseus; dann Personenname; ^iTmo-Xvxri f. Gemalki des 
Akastos, E. von lolkos; Tochter des Ares, Königin der Amazonen; 
Xvx-t%6-g zum Lösen u. s. w. geschickt (ot X. Grammatiker, die sich 
mit der Lösung schwieriger Fragen beschäftigen). — (Xv-xi) Xu- 
ci-c f. Lösung, Losgebuifg, Auflösung u. s. w., Xvai-o-g lösend, 
Xvai'fio-g id.; Xuc-, Xuci-: Ava-avdqog ein Troer, von Aias ge- 
tödtet (II. 11. 491); der berühmte Feldherr der Lakedämonier 
u. s. w.; AvO'Ctvlcig ein Athener, Archon, Vater des Aeschines, ein 
Grammatiker u. s. w.; Xvai-i Avcl-ßiog^ Aval-drifiogj Avai-fjux^og 
(streit-lösend) Vater des Aristeides; Sohn des Aristeides u. s. w.*). 
— Xu-Tiip ™* ^6^ Lösende, Entscheider, Schiedsrichter, XvxriQ-uhg 
lösend, befreiend, fem. Xv-xiiQu, XvxtiQ-ici-g (ad-og) Orph. — Xii- 
Tpo-v n. Lösegeld, Sühnung, XvxQo-a} g^g^T^ L. freigeben (erlösen 
N. T.), Med. durch L. loskaufen, Xvxgfo-x-ixo-g loskaufend, erlösend 
(Sp.), X'vxQ(o-x'q-g m. der Loskaufende, Erlöser (EccL), XvxQOD'öi-g 
f. das Loskaufen; die Erlösung (N. T.). 



— S46 — 

XaF. — (XaJ^-io das ku Sclineidende ) Xii-'io-v, dor. JatVv, 
X^O'V n. Saatfeld, Saat, lä-ivog yij id. (RrB.); fdas Schneidende =-) 
Sichel (Ap. Rh. 3. 1335). 

In. 

tu. — lu-fi-re lösen in: di-luere aunSsen (mt/ii diluf Plaat. 
Rud. 4. 4. 64); re-luere wiedei' eiulöBen {aurum el resirm, Caec. 
ap. Fest. p. 281. 29); luela (. BüBSung {sceleris, Lucr, 3. 1016), 
lu-i-li-ö{n) f. Bezahlung (Dig.), Lu-a Salvmi, Lua Mater die SOhne- 
göttin, Gemalin oder Tochter des Saturn (vgl. Liv. 8, I. 45, 33); 
Ip-e-S f. AiiflUsuag -= Seuche, Unglück^) (vgl. ta-bi-s pag. 281). 
— i*se-\u-err) B0-lv-6re (solv-i. solüil Catuli. 2. 13, soliiisse Tib. 
4. 5. IC) •= lvo>; ICBen = abzahlen, bezahlen; Part, aolü-tus 
(Adv. -te); solu-S-li-a lOsbar, locker (tMi<is Suet. Ner. 34 I, solü-ti-tn 
looker (Tert), ,w)te-(i-o(») f. = Ivoig, aolü-lor m. der LOsende, Be- 
Zahler, fem. solu-trix. 

läv schneiden: aeqm-iav-iu-m n. Qleichschnitt [andere PauL 
D. 24. 8: significal rx lolo danidium, dictum a lavatiotir Itmae, 
guae dintwr arquilavio redire, rutn ilmidium decidil sordibu«]. 

Benfey KZ. VII. 118. - B. (!1. 336h, - Bogge KZ. XX. 10. — 
Uoruien I. 358. 371. B. 161. 616, - C, E, 370. - F. W. 175. *e7. 1066. 
1082 (fK, identisch mit ru. ruere); F. Spr. 231; KZ. XXI. 14. — Gnui- 
mann KZ. XVL 182. - Pott W. 1294. — SaTelabetg KZ. X7I. 361. — 
Sohweizer-Sidler KZ. XVI. 137. - Ander» Windiach K. B. Till. 19: tu 
wuMhen: l«-a, lu-o. - 1) C. V. I. 187. 20). 212. — 3) Vgl. Fick KZ. 
XKl, 463. — G. Meyer St. V. 104. - 3) Vgl. Klot^ W, g, v,: verwajidt 



beuten. 



L 



2) LD gewinn 

In.- 

\aF. -~ (icrJ^-a) In-a nur: XÖ-iuv achniausend (Od. 19. 229, 
vgl. Aristarcb inolaveiixäs izav}^); dltO-Xaü-iu geniesseu (Fut, 
äwa-i^tv-iofuu, acL -ato Sp., Perf. äw<i-)kC-Xtiv-)img PUt Pha«dr. 255 d.^; 
einen zum Besten haben (iifog); änokav-a-TÖ-g zu genieasen (Plut.), 
änokavm-MÖ-g dem Genuss ergeben, gedeihlich (Athen. 3. 87e.); 
änökav-Oig f. Genuse (Vergeltung Eur. Hei. 76); Gedeihen (Med.); 
£(«o'jlai;-ff-fiß(i) tt. daB Genossene, der Genuse. — (AitF-t) Xä-t-C 
(li-og) (Aesch. Sept. 313), ion. ep. Xn-t-C (W-of), XT)-in (Herod.), 
dur. Xa-ia, att. \E-ia, f. Beute, Kriegsbeute, kti-t!;o(ua (ltt^O(utt 
Kit. ad. 130) ala Beute fortfuhren, erheuten (Uom. Fut. kritawfua, 
Aor. kiitoamo. Aor. Pass. kjiia&iiuav Ap. Rhod. 4.-40U); Verbalo^. 
kriio-tög erbeutet, zu erbeuten; lijiö-rjjs, -Hje (riip-os)- ifjfii-iwp 
(lop-u;) m. Beutemacher, ßäaber, ktiia-xö-g f. das Beutemacbeu, 
PlOndem (Her. 5. 6); Xii-t-fi-C (0^-05) f. die Kriegsgefangene (D. 
•20. 193), krjtdio-g erbeutet, kriej^sgefaugen ; ktii-Ti-i (jti-os) Beute 
verleihend ('Bein, der Athene, II. 10. 460), erheutet (Ap! Rhod. 



— 847 — 

1. 818). — (contrahirt) A^-?ofta* (Eur., Aor. i-Xi^-acaa Troad. 866, 
XB'Xy-a'(iivrig ibd. 373), krja-x-tno-g räuberisch; Xric-Trj-C, Xtuc-ti^q 
= Xrii<sxrig^ Ai^iVTriJ^, fem. X'fiCxEiQa^ X^ijCTQ-l-g (lö-og)^ X^iaTQ-ino-g = 
XjiCnxogj XrjCtriQ'iO'V n. Räuberbande; A^^tfr-fv-o rauben, plündern, 
Xy6x£{<f)'Ut f. das Räubergewerbe. — Xd-rpi-c (-TQi'Og) m. Söldner, 
Diener (auch f. Eur. Herc. f. 823), XarQi^-o-g den Diener oder Dienst 
betreflfend; Xd-Tpo-v n. Sold, Arbeitslohn; Xarp-eu-c m. = XaxQig 
(Lykophr. 393), XctTQev-o} um Sold, Lohn dienen, XccxQBV'T'iiio-g 
dienend, Aar^e(/)-itt f. Stand des Söldners, Lohnarbeiters, Dienst, 
(bes.) Gottesdienst, Aor^ev-TtJ-j m. = XsccQevg^ XatQfv-iAa{r) n. Dienst 
um Lohn, Dienst. 

(Ao/) XujF (vgL nXoJ^ nXci-to pag. 558). -— (Acd gemessen) 
Xüü-TÖ-c m. Lotosklee, Steinklee (ein kleeartiges Futterkraut, wel- 
ches in den feuchten Niederungen Griechenlands und Troia's wuchs, 
trifolmm melüotus oder lotus comiculattfs Linn.), der Lotosbaum 
und dessen purpurrothe Frucht, die so gross ist wie eine Olive 
und süss wie Feigen und Datteln schmeckt^); Xm-ivo-g von L., 
XoiTOSi-g lotosreich (neölct Xcaromna = Xanoevta H. 12. 283), Xano- 
HÖi^g lotosartig (Theophr.); Xcati-ca blühen (Hes.); Aor-Z^G) die Blüthe 
abbrechen {Xatlcaa^e Aesch. Suppl. 941) > X(Qu-a-iia(x) n. die Blüthe, 
das Höchste, Schönste (a yrjg 'EXXaöog Xcatlafueva Eur. Hei. 1609); 
AuJT09äY0i Lotosesser, ein friedliches gastfreies Volk (Od. 9. 84 ff.)*)« 
* — Xui-tüüv, Xiibuiv (Compar.) einträglicher, lohnender, besser, Aw- 
iaxo-g^ Xacxo-g (Superl.); Xmt-TeQog = XmTmv (nur Od. 1, 376. 

2, 141 und sp. Dichter), Xm-o-teQog id. (Eust.)*). 

lu. 

Qou) lü, — lü-cru-m n. Gewinn, Vortheil*), Itur-m-s zum 
G. geh. (Amob. 4. 132), Lucr-i-s (td-is) = Gewinnmacherin (Elaut. 
Pers. 4. 4. 73), liccr-ird(n) m.^ der Gewinnsüchtige (Paul. Diac. 
p. 86), lucr-ösu-s (Adv. -Öse) gewinnreich, vortheühaft; lucrä-ri 
gewinnen, lucra-t-tvu-s = lucrius {res l. durch Schenkung oder Erb- 
schaft erlangte Dinge, Cod., Dig.), lucrä-ti-ö(n) f. f= Iticrum (Tert.); 
lucri-ßcfUrS Gewinn bringend (Plaut. Pers. 4. 3. 36), lucri-fuga G. 
fliehend (id. Ps. 4. 7. 33), lucri-peta m. der Gewinnsüchtige (id. 
Most. arg. 6). 

(lau) lav, — la-tr-ö(n) m. (altlat.) Söldner (Icdrones dicti^ qui 
eonducebaniur , ea enim merces Graece dicUur XatQov Varro 1. 1. 7.^52; 
latrones eos antiqui dicebant qui conducti müitäbant iith xiig Xcnqtlag 
Fest. p. 118 M.); (allmählich mit verächtlichem Sinne) Räuber, 
Freibeuter^; röm. Bein. M, Porcius Latro (der Redner); Demin. 
atrun-cuLu-s m. Räuber; Stein im Brettspiel, latruncul-äriu-s zum 
Brettspiel geh., latruncul-ä-iar m. Criminalrichter, der über Raub 
zu imtersuchen hat (Dig. 5. 1. 61); latrö[n]-c-tn'iU'm (vgl. tiro- 
ciniurtn pag. 291) n. Kriegsdienst um Sold (Plaut ap. Non. p. 134. 
28); Strassen-, S^e-räuberei, Spitzbüberei; Räuberbande; Brettspiel 



L 



(Ov, a. o. 2. 207), latrocin-älis (Adv. -(«■) rlluberiscli ; litlrocin-äri 
nir Sold dienen, Kriegsdienste leisten (l'lant.), RUuberei treiben, 
lalroi-inä4i-ö{n) f. Straasenraub (Plin. 19. 4. 19). — (*/fl/MW = 
Ufvwn) LäV-er-na f. Göttin des Krwerba, auub der Diebe und 
Betrüger') [cum Meratrio sänul fraudibus praesidd farlma Amob. 
4. 24J, Lavem-älin nur L. geh., lavem-iön-ea Diebe (/Ures. Paol. 
D. p, U7. 16); Lavem-iu-m u. Ort in Campanlen (Cic Att 7. 8, 4). 

BragTuau St. IV. !5.t. 33). — C. E. 3C6. 369; Bt, III- 203. — F. 
W. .S94. i61; F. epr. 23S. »114 (vielleicht an indogerm. tu ICaen u. ■. \r. 
sioh aiiBchlieasend). — Windiicli KK. XXI. 489, — Zu tu scbtieiden, nb- 
Bühiieiden, Kcr^ren: Corssen I. 358. 37t. N. 389. ~ <9riuHmann KZ. 
XVI. 181 r. - Saielaberg KZ. XVI. .nei'), - B. Gl 18ön: das dar«; 
foTtatse Ahc fiertinent Ittii etc., mulato tl in 1, sicut in nkr. lu »umere. — 
1) 8. W. mit Christ p. 273: „packend, fasBend". — 2) Juntiaiin KZ. 
XI. 399 (beiitimroend Brugman St. 1. c; proprit „eteuienltu"). — Hoff- 
Diaon qnocBt. hom. I. p. 143 vermathet aU Anlaut J^l. — Nach Sprengel 
Aotiiiii. botao. u. 61 ist Imrög Jfhamnug latus (Linn.) oder Ziiyphxu Lolut. 
Noch jetzt in Tuuia uad Tripolis unter dem Namen Ji^/uba bekannt. — 
3) Auieia - Hentzc ad 1. c.: in historischer Zeit ein Volk in Libven. — 
Noch Voelcker hom, Geogr. p. 100 an der kleiueii Syrte. Vgl. Her. IV. 
177 (aur einer LaudHpitze nicht weit von den Gindanen). — Kvieala ad 
Her. 1. e. (in seiner bOhmiacUen Uebenietzuug): Bia heute wachst der 
Lot«» an dem Oeatade, wo die Lotophagen wohnten (iu der Leatigen 
Berberei und noch reichlicher auf der Inael Girba), bis heute eaaen die 
Eiuwuhner die Frucht diesex Baiicnea, die aie Sidra nennen; aber sie 
nUhren sich nicht bloss von dieser Frucht, wie die Lotophagen, und 
auchen «ich lieber andere Nahrung; auch hat der Lotos nicht einen so 
xanberbaftlieblichen Geschmack, wie die griechischen Sagen meldeten. 

— Vgl. noch die genaue und anf Antonaie beruhende Beschreibung de« 
I'olyb. 12. 2. ^ 4) Vgl. Tobler KZ. IX. 262: entweder au lag (C. E. 
nr. 533) oder eu Im, lau (C. E. nr. &3ß). — B. Gl. 332b: la»h derndf- 
rare, oplarc, appetere. — buttm. ausf. Gramm. I. pg, 273 Anm.: TOn 
einem Positiv Imig. — 6) Schweizcr-Sidler KZ. XVII. 149: = Skr. lö-tra 
(Bente). Dagegen Bugge KZ. XX. 113: darf nicht mit lolra idenÜficiert 
werden, wenn dies ans loplra entstanden iat. — Corsaen B. 343; 'lottere 
Lohn erwerben, gewinnen, luenim ein Ding, das gewinnen macht, Oe- 
winnit ~ 6) C. B. 1. c: „ich halte latro für ein Lehnwort, das aof 
italischem Boden eine ompliative Endung hiniunahm und allmählich in 
einen vet^chtlichen Sinn Cberging". — F. W. A86: von *la ■=■ skr. lä 

— rä spenden. — 7) Vgl. Graasmann KZ. XVI. 181 f. 



3) LU spülen, waschen, baden; abwasclien, reinigen, 
btiKsen. 

lu. 

Xu. — Xü-Öpo-V n. (auch -5 m., bei Hom. das genus nicht 
/u erkennen) Besudelnng, Befleckung, Mordblut, kvOgöw mit Hord- 
blut besudeln (S]>.), Iv&tfäärig mit M. besudelt (Antipban.). — 
Xu-HT] f. Besudelung (Pol. 5. öa. 11), Beuch imprung, Schmäoli, 
Schaden, Verderben; Xiiia-ai-s f". lAeKdi. Suppl. 877 D.), Ivftä-xn 



— 849 — 

(Hes.) = Xv(iri; Xv^i-dörig schädlich, verderblich THippokr.). — (ivfi- 
av-jo-fuxi) XD^aivo-^ai (selten Act.) sich reinigen (Hes.); beschimpfen, 
schmähen, schädigen, verletzen, verderben, zerstören (Xvfjuxlvti-xov 
Inschr. von Tegea Z. 17^), Fut. Xvfiavov'fiai., Aor. i-Xv(ifiva'(itiv, 
Perf. Xs'Xvfjux-a-iAat in aot. und pass. Bed., Aor. Pass. i-Avftav-^-v) ; 
a7tO'XviAa£vo(Aai sich reinigen (IL 1. 313. 314 und Ap. Rhod. 4. 702); 
iuicTa-Xv(i£c£vofiai beschädigen, verwüsten (Xen. Oec. 2, 13. 6, 5. 
PoL 5. 9. 3)^); Xvfiav-n-Mo-g beschimpfend u. s. w., Xyiiav-r^-g m. 
Zerstörer, Verderber {yäfiov Xvfiavrriv ßlov Soph. Tr. 793 D.), 
XvfMcV'XfJQ (riJQ'Og) m. id. (Xen. Hier. 3. 3), Xvfiav-xiOQ {roQ-og) m. 
id., XvfiavrqQ'io-g = XvfucvriTiog (Aesch.); Xvfi'S'tiv ((5v-off) m. == 
Xvfiavtrjg, Xv^Asrnv-ev-o-tiat == Avfta/voftai (Pol. ö. 5. 8). — Xö-^a(T) 
n. Ünreinigkeit, Schmutz (H. 1, 314. 14, 171); Schmach, Ver- 
derben (Trag.). 

XoF. — (Ao/-G>, XoJ^-e-o}) Xcii-ui, ep. Xo-^-üü, waschen, baden 
(Stamm XoF: XoS-'O-^uni Aov-ftaf, Xof-^uvo Xav-fASvo-g, AoJ--f-<yOat Aotl- 
a&ai, Imperf. i-XoJ^s f-Aov, Ao(/)' Od. 10. 361, PI. Uof-i-fAiv 
i'Xav-iuv, X6(J-)-o-v h. Ap. 120, Fut. Ao/-<ra) Xav-aoa^ Aor. i-Xof-ca 
e-XoV'öa, Perf. Xi-Xov'fjuxi,, Part. Xs-Xov-ijJvo-g; ep. St. XoF-e: Impf. 
Ao(/)-f-ov, Aor. Inf. Ao(/)i-<y<yat, Pari Ao(/)i-(r<ra-ff, Med. Ao(/)l- 
aaa-xoj Part. Ao(J-)f-<y<ra-f4£vo-^, Fut. Xo^J-ji-iSCo-ficcrj St. XoJ-s = 
Xou-e: i-Xov'£'0-v h. Cer. 289; St XüüF: Afl)(i^)-o-rro Kallim.)*); 
a-Xov-^o-g ungewaschen, veo-Xov-xo-g {vso-XXovxog h. Merc. 241) 
frischgewaschen. — (Xov-xi) Xoö-ci-c f. das Waschen, Baden (Sp.), 
Desider. Xovxt^'Oa (Luc. Lexiph. 2); Aov-tf-r^-g m. der sich gern 
badet; Xou-Trjp (xrJQ-og) m. Waschfass, Badewanne, Demin. XavTriQ- 
*o-v, XovxfiQ-ldiO'V n.; auch eine Art Becher; Xou-Tp6-v, ep. Ao(/)e- 
xq6-v n. das Baden, Bad, Bade-, Wasch-wasser (Hom. stets, Prosa 
meist Plural); Taufe (N. T.); XovxQ-io-v n. das gebrauchte, also 
schmutzige ßadewasser (Arist. Equ. 1401, Luc. Lexiph. 4); Aot;r^/-^ 
(Id'Og) f. der Schamgürtel beim Baden (Theopomp.); XovTQ-civ (ßv-og) 
Badegemach, Badehaus. 

lu. 

lü. — Iu-8-re (Perf. lU'i) = Xovto in: a5-, ad-^ circidm-y 
con-^ di-y e-, |)er-, pol- (vgl. pag. 492), praeter-^ pro-, stib-luere^)'^ 
Part, lü-tu-s. — lü-tu-m n. (-s m. Gruter inscr. 903. 1) Schmui^, 
Koth, (übertr.) Lehm, Thonerde, lüt-eu-s aus Koth, Lehm, be- 
schmutzt, kothig, (übertr.) nichtsnutzig, schlecht, lut-äriu-Sj -ensis 
zum Schlamm geh., im Schlanmi sich aufhaltend (Plin.); Itäu-lentths 
(Adv. -e) = luteus; luf-Ösu-s voll Koth oder Lehm; lutä-re be- 
schmutzen, beschmieren, Lutä-t-iu-s röm. Name (Q. Lutatius Ca- 
itdus), ItUä-nientu-m n. Lehmwerk (Cato r. r. 128); (*l%äu-lu'8) 
luitUä-re == luture (Plaut. Trin. 2. 2. 15); Inchoai lute-sc-ere zu 
Koth werden. — l&-tra f. Fischotter (Plin. Varro)^). — lü-s-tru-m 
(vgl. tnan-S'tru^ n. Lache, Pfütze, Morast, schmutziges Haus, 

V»iiiöek,et7m. Wört«rbaoh. 54 



schlechte Kneipe, Bordell n. e, w. (lustra, in qiiiitms robtianlw t 
Varro r. r. 2. 4. 8; btstra sipni/kant lacunas lulosas, quae sunt i 
silvis aprorwH ct^ilia, Paul. D. p. 120. 8), lu^rä-ri hurea (Phutt^ 
Lucll. ap. Non. p. 335. 31), luslrä-menlu-m n. Reizmitt«! ziir Wolln' 
(Dig. 48. 8. 3). — (•iw-M-s, »luä-re) e-luä-cru-s zum AogaplU«! 
Aaawaechen dienend {tabrum, Cato r. r. 10, 4. 11, 3). 

(«11 (vgl. plu-err, plü-v-ia pag. 558_). — -/«t'-i«-wi n., -lÄ 
(ia)-ie-s f., -lüv-i-ö(n) t: oMuvtuiM, -ies, -io das Anspülen, All 
EcbwemmuDg; circum-httnum (Paul. D. p. 64. 14), -iuvio VmechwvU' 
mung; col-luvium (Isid.), -luvies, -Iuvio ZuBammensptllung, Spl 
Unrath, Auswurf, Abeohaum, Hefe; diluviunt, 4m>ies, -Iuvio (Tert,' 
üeberBchwemmuug, SUndfluth; e-luvies, -Iuvio AbspOleo, Ab&UHf 
üeberschwemmung ; {in-)il-luvies angespülter Schmutz, Schmut»- 
waaser, SchmutK, Unflsth, (seltener) Ueberschwemmung; inier-Utviet; 
z wisch enflieasendes üewSaaer (Solin., Amm.); (»«a«u-, n\{m-)tiui: 
luvium n. Waschbecken (dagegen tnaÜuviae, erg. ai/uae, Waa^ 
Wasser); (ped-)pel-luviae f. WoHchwasser, die Füsse zu waschai^ 
(Fest. p. 160 f.); pro-Uteiee, -luviii (App.) liebe räch wemmung, lte( 
flathj svb-lueijim (Marc. Emp.), -ttii'ies ünflath, Koth; sabUr-bi^ 
das üntenbespOIen (Claud. Man).). 

lau. lät: — läv-ere (Enn. Vahl. p. 210) = keva (P« 
*la-lav-i, *la-av-i läv-i")')- Part. {*lai>-tu-s) lau-tu-B gewaschen - 
rein, zierlich, scbOn, herrlich, prächtig (Adv. lau-le), Demin. laut 
MS-culits; Lati-iulae, -tolae f. PI. (^ BadeatelJe, Badeort) Ort i 
Rom mit warmen BSdern (Laultilof locus extra urbem, quo loC 
quia aqua fluebat, lavandi usum cxercebani, Paul. D, p. 116; Lm 
tolof a tavatido, quod tbi ad Janum Genium aguae nüdae fitenm 
Varro L 1. 6. 1B6); ein volskiseher Flecken |Liv. 7. 39. 7); lauti-tii 
f. Pracht, lauli'tas f. {nokmlltw Gloss. Philoi.). — (*'" 
lava-re = lauere (lavä-vi), Part, lavä-lu-s; tavä-lor m. (niveif 
Gloss. Philox.), lavalor-iu-m n. (nlvaiitöv ibd.), lava-lr-itia (Vu 
1. 1. 5. 25. 34), lä-lr-im f. (inu-m n. Laber., LuciL ap. Non. p. 144 
212. 10) Bad, Cloace, Abtritt (Bordell Tert.); latiä'li-ö(n) f. daj 
Waschen, Boden, (Übertr.) Bade-geechirr, .ort; tavär^rwm (lava-') ] 
Bad; ^latyi-fmi-m) la-bru-m n. Beclien, Wanne, Rufe; (poet.) Bai 
(Ov. f. 4. 761); lav-andria n. PI. Wäsche (Laber. ap. Gell. Ifl 
7. 5); läv-er (er-is) n. eine WaaRerpflanne, Merk (Plin. 22. 22. 41)] 
Frequ. lavi-lä-rc. 

(lou) lo, lü. — Part, (m /rtf-w-e); lö-tu-s; lü-lus (tus) n 
-U-ö(n) f. das Waschen, Baden (Celß. 1. 3. Vitr. 7. 9), lö-tor i 
Bader, Wfischer (Fabr. inscr. 6. IS), lolüra f. = lolus; Bt-il^- 
u. Urin, Iolio4entr schmutdg (Titln, ap. Non. p, 131. 32); tö-menlum 
n. WaacU-, K«inigungs-niittel; eine blaue Farbe, Eschel (PUb. i 
13. 67), lomcnl-ärni-s 1 UfiijyfMiiüjrwilijs GIobs. Philox.). — Iö-»( (V«i 
1. 1. 9. 104. M.); Part. iQ-tO-ti: ad-, con-, dt-, ith, pol-liU»^: {«^ 



— 851 — 

m. Wäscher, Walker (Inscr. ap. Gudeiu 17. 2). — lü-S-tru-m n. 
urspr. Werkzeug oder Mittel zum Waschen, Beinigen, (dann:) Rei- 
nigungsopfer, Sühnopfer; (alle fllnf Jahre dargebracht, daher:) ein 
Zeitraum von fünf Jahren^ (im Allg.) ein Zeitraum von mehreren 
Jahren; in der Kaiserzeit: die capitolinischen Spiele {cum ejusdem 
vocabuli prima sylläba producUur^ significat mmc tempus quinquen- 
nal€y mmc populi lustratianem, Paul. D. p. 120)'), lustri-cu-s zur 
Reinigung, Versöhnung geh. (dies Reinigungstag, der 9. nach der 
Geburt des Kindes), lustr-äli-s id.; einen fünfjfthr. Zeitraum be- 
treffend, fünfjährig; lt$strä-ti-ö(n) f. Reinigung, Sühne, Itisträ-men 
(mn-is) n. Reinigungsmittel (Val. FL); lustri-ficurS reinigend (can- 

tus VaL Fl. 3. 448). lü-hru-m: de-lü-hru-m n. eig. ein Ding 

zum Abspülen, ein Ort zum Reinigen, Heiligthum, Tempel®); pol- 
lü-hru-m n. Ding, Werkzeug zum Abspülen, Waschbecken^) {aquam 
manibiis pedihus dato, pöluhrum simstra mami teneto, dextra vasum 
cum aqua Non. p. 373 G.). 

Bugge KZ. XX. 12 f. — Corasen I. 361 f. B. 89. 151. 160. 374. 410 f. 
516. — C. E. 371. — F. W. 487. — Lettner KZ. VII. 174. 51). — Zu 
W. plu: B. GL 269b (objecto n lovca'i luo e pluo? lavo e plavo, nisi, 
quod minus mihi arridet, ad dhav), Kuhn KZ. IV. 13. VIII. 68. — 
Dagegen Schweizer -Sidler KZ. XIV. 146: ob lavare für plavare stehe, 
ist nicht ausgemacht, da auch eine lat. Wurzel clu (spülen) existirt und 
c vor 7 nicht selten geschwunden ist. — H. Weber KZ. a. 246: li, la 
klebrig sein, flüssig sein, anhängen; in einer dritten Wurzelgestalt lu 
wie m;, t€dc, tuk; qpla, qplt, q>Xv. — 1) C. V. I. 87. — 2) Meister St. 
IV. 440: nocere, dekruefe, imprimis alluvie et luto aggestis aJiquid pol- 
luere (%ata-lviiv%6m tab. Her.). — 3) C. V. I. 160. 343. 376. 886. 11). — 
F. W. L c: St XoJ^'Sö: lof-i-a, loJ^sa-tQov u. s. w. — Ebenso Leskien St. 
IL 104. 14): zwei Stämme liegen vor: lo/ und lofsg; ^lofso-jm *Xofs'jm 
loJ^i-a>. — 4) Corssen \. c: lou, luv. — F. W. 1. c: luere wohl statt 
lov-ere. — 6) Mit Pott: schwimmende Fischotter (vgl. Förstemann KZ. 
I. 494. 8). — 6) Vgl. Savelsberg KZ. XXI. 189. — 7) Jurmann KZ. XL 
398: kli$ spülen, clu-d. Dazu G. E. 640: „passend verglichenes dagegen 
371: „vielleicht zu lU spülen". — 8) Ebenso Klotz W. s. v.: wohl von de- 
luo (s. Cinc. ap. Serv. Verg. A. 2. 225), also der Entsühnungs-, Reinigungs- 
ort. — 9) Vgl. Curtius KZ. III. 168: = nQOxoog, 



LUBH, (abgeschwächt) LIBH, begehren. — Skr. lubh 
l) irre werden, in Unordnung gerathen, 2) ein (heftiges) Verlangen 
empfinden (aus der geordneten Ruhe kommen), 3) locken, an sich 
ziehen (PW. VL 664). 

libh. 

Xi9^). — - (ktghg) Xlvp- int^fiia (Hes.); alTi-Xiip (kia) die 
Weide von den Thuriern genannt (nach Hes.) = von Ziegen ge- 
liebt (vgL non, me pascenie, capeUae, fior entern cytisum et saUces 
carpetis ämaras Verg. Ecl. 1. 77)^); Xivp-oup(a f. Harndrang (Aesch. 
Choeph. 756 D.). — Xitt-t-ui (erst bei alex. Dichtem) trachten, be- 

64* 



^ 



gehren (im^vfiä Hea.) (doch ie-i.fi-ft^vo-e Aeecli. Sept. 355. 380 D,] 
— (Xup-ti/o, iU<p-Ep-[»]vo verliebt) Xttp-ep-^^-uj vou verliebter An 
sich nach Art Verliebter benehmen, liebeln [kupiiivovvies' iv ovt 
divS^a lönffl n^oaipilms äiäyavtis Hee.). 

Inbli,' Ifbh. 

lüb, lib. — {lub- ältere Form, Hb- jüngere Form) IQIm)! 
lll)-et i-ttil) es beliebt, gefällt, ist geffiUig; col-Ubel id.; per-lAi 
ee beliebt sehr; Inchoat. al-lubr-sc-ere ; quiilis libd beechaffeD < 
es wolle, wie immer beschaffen, qwrm libd wie sehr es belieb 
wie sehr immer, qttanlus libet beliebig grosB, quilibct jeder i 
will, der erat« Beste, tUra-, ulrö4ibel auf welcher, nach welcher voi 
beiden Seiten es beliebt. — Fart lib-en-s (libs, lubs auf Insdhiv 
vgl. Mommsen unterital. Dial. p. 345 f.) gern, willig, frShlüA 
vergnügt (Plaut. Ter.), Adv. Ubcn-Ier; libenl-ia f. Fröhlichkeit, " 
(Flaut.), Libenl-lna f. GOtün der sinnlichen Luat (a lubendo KbiA 
libidituisus ac Venus Libmtina Varro L 1. 6. 6. 63); Part IiftK 
fti-m est, als Subat. tibiia n. FL Belieben (Lieblings wort des Tu 
tus), libi-lu-s {lüs) m. Begierde {iHrÜes Alcim. 3. 142), — (*tib-m 
ltl)I-d-0 (in-is) f. Lost, Begierde, Verlangen; WillkUr, Lanni 
ZUgellosigkeit; Wollust, ginnliche Begierde, libidithösus (ÄäT. - 
leidenachaftlicfa , zügellos, ausschweifend, unzüchtig, {*libidm-tt-t 
Ubiditii-ta-s f. = tibido (Laber. ap. Non. p. 491. 5), libidinä-ri Ui 
iucht treiben. — prolübiu-m n. Lust, Neigung, Vergnügen, 
lubido = libido (Varr. ap. Non, p. 64. 13). 

(*leub-, *loub- [osk. luvfrets, louf{rud)], *U»b-) loeb: (ta 
ent-iu-m , /ori>-cs-*M-«i ) locb-es-iMn d )odi-er-laiem (aittiqui i 
läientm ei liberlatetn Paul. D. p. 121); leib: iKih-er-eis, leib-er-h 
leib-er-talffn, Irib-rroTei , Leibiri; IIb: llb-er {er-a, ertt-m) 1 
liebend ^ frei, freisinnig, ungebunden, zwangloa; nicht behindanu 
zugänglich, benutzbar (Adv. hbrre)^); Flur. Ilbftri i 
des Hauses (gewiasermaaaaen die Freien, im Ggs. der eervi)*''\ 
liber-lä-s (lati-s) f. Freiheit, Freisinnigkeit u. s. w.; Liber-la-s 1 
QCttin der Freiheit, mit einem Tempel auf dem aventinischa 
Hügel; liber-äli-s (Adv. -ler) der Freiheit angemessen, eines freia 
Mannes würdig, edel, wohlgeainnt; freigebig, groBsmUthig, UberaL 
liberali-tas (lälis) f. die eines Freien würdige Denkart, edle ( 
nung, Freigebigkeit; Ubn-lu-s m. der Freigelasaene (in 
auf seinen Herrn, Ggs. des sen<us), libcr-ta f.; libcrt-tnu-S f 
gelassen, Subat. der Freigelassene (in Beziehung auf seinen 8tE 
Ggs. des civis und htgctttius; vgl. Iiomo liber, qui se vmdidit. m 
tniasus rton ad suunt staium mcrtilur, ^w se ahdicavil, sed effi 
eilur liberlhiae condicionis Dig. 1. ö. 21), libertm» f., HberUm-tm- 
f. der Stand des liberlifms (Big-); tiberä-re frei machen, be&deg 
freisprechen, libera-tor ilor-is) m., -trix (trlc-ix) f. Befreier, ■ 
liberä-ti-ö{n) f. Befreiung, Frei-, Loa -Sprech ung. 



- 853 — 

B. Gl. 336a. — Corssen I. 161. 171. 367. 379. B. 201. 479; KZ. 
XI. 417 f. — C. E. 370. 488; C. St. III. 198; C. V. I. 237. 11). — F. W. 
175. 1066 (ruhh mit ungeregeltem Affect begehren); F. Spr. 244. — 
Kuhn KZ. V. 219. — Misteli KZ. XIX. 120*). — Schweizer -Sidler KZ. 
XI. 79. — Vgl. J. Schmidt KZ. XXIII. 348. — 1) F. W. 1076; F. Spr. 
221. 364: Up begehren. — 2) Düntzer KZ. XIV. 206. — 3) Zu i-lsv^- 
sgo-g ziehen das Wort: Ascoli KZ. XVII. 337 (Voudro, *loe^ero), Benfey 
II. 140, Kuhn KZ. XIV. 215, Savelsberg KZ. XXI. 126 ff. (kar gehen: 
*käludh, *käludhara wandernd, beweglich, frei, *x«>l€v^f pog, [co]luber[u8], 
*loufur, *luiher , *loiber, Itber), — F. W. 485: lu gewinnen: lu + dhä 
(c=s th) lavithero => Über; „das angeblich alte loebesum lassen wir auf 
sich beruhen". Dagegen C. E. 1. c: „dies verwehrt die Form loebesum, 
von deren s zum kriech, r keine Brücke führt. Selbst wenn loebesum 
verschrieben sein sollte, bleiben Schwierigkeiten genug übrig". — 4) Ganz 
anders Lottner KZ. Vit. 174. 54): libo, Isißm, liberiKinder, vgl. dgaoog 
das junge. 



laiya link. 

XaiFo. — Xaiö-c links (Trag., in Prosa erst Sp.); (lauF-öja) 
laC-6to-g^ Xaiö-go-g^ Xalßa aönCg^ Xalßag aöTclöag. K^tsg (Hes.). 

laivo. — laeyn-S = Xaiog; (übertr.) linkisch, ungeschickt, 
albern, unbequem, ungünstig (Adv. lueve); (als Subst. f.) laeva die 
Linke (erg. manus), die linke Seite (erg. pars)^ Abi. laevä zur 
Linken, auf der linken Seite; (als Subst. n.) laevt^m die linke Seite, 
PL die Oerter links; Laevu-s, Laev-iu-s^ {*L(iev-icay vgl. Nas-ica) 
Laeca (vgl. Scaevola)^ Laev-lnurS, (^Laeviliu-s^ vgl. Serviti-s, Ser- 
viliU'S) Laeliu-s röm. Beiname^). 

C. E. 364. 587. — F. W. 395. 484; F. Spr. 220. 363. — Vgl. Miklo- 
sich Lex. p. 349: levu siniater, nsl. lev; böhm. Uvy. — Ascoli KZ. XVI. 
219: indogerm. dava, dav'-ja alienus, aJius; die linke Hand ist germ. 
und griecn. die andere; „das einstimmige europ. l stellt uns freilich eine 
bedeutende Schwierigkeit entgegen" (vgl. mahratt. dävä, dävä, left Jiand 
or side). — 1) Vgl. Angermann St. V. 392 f. 



V. 

1) VA wehen, hauchen. — Skr. TÄ 1) wehen, 2) an- 
wehen, 3) Gerüche aushauchen, ausdünsten, sich verbreiten (von 
einem Gerüche) (PW. VI. 875). — Siehe ST pag. 69. 

Va rufen = aushauchen, vgl. av-w pag. 69. 

Fa-x, Fi-Fa-x. — l-äX-H ^- Geschrei, Kriegsgeschrei, Webe- 
ruf, Klang, Schall, la^x-^i id. (oft Trag., % = x^). — ictx-u) laut 
schreien, aufschreien; laut tönen, tosen, rauschen (nur Präs. Imperf., 
vom Präs. bei Hom. nur Idxtovy doch Part. Perf. afKp-uxxvia II. 
2. 316; iter. Imperf. ^X"^-<Jx-£ Hes. Sc. 732; Hom. Imperf. lax-o-v 



— 854 — 

ausser D. 4, 506. 17, 317); hx-iw, it^x^-'o = i«z<- (Trag., j 
lä%7)ai Eur. Or. 824, auch h. Cer. 20). — 'laKX-O-C, Bdkx-O-C 
^i~J^mi%-o-s) m. a) der festlicbe Eiif, den die Eingewt-ihten währ 
des Zuges in Eleusis erechallen Hessen ("/</«({', co "lax^e); b) 
Tag der FroceesJon, der 20. Bat'droniioD , der glanzvollste 
vieltfigigen FeateB der grossen Eleuainien; c) der Gott selbst, 
Führer des Zuges, eine speciell diesem Culte eigenthUmliche Fi 
des Dionysos (H. Stein ad Herod. 8. 67. 10)'}; imt^-^Soi bakc 
jubeln, jauchzen {tpav^v jubelnd erklingen lassen). — (w-Zj- 
d-ui-axoi (11. 13. 41 T^ätg aßgofios ävlaxai-, mit intens. «-) 
Bohreiend [ayuv ßgojtovmis ««i Syiiv laxovvus Aristarch; 
Homer rUtken die Hellenen, sehweigend, die Troer sohreiend 
die Schlacht]'). — (igi-J^axo) Bpi-axo-c Name eines Satyrs (C, I. 
7465. 8227); ßolaxxoi' &tilixäg ^ ßä^xi' ^ ße^S^S ^«»Itifo 
(E. M. 213. 26). — ßgt-ayxövriV ßäjpaxov. <^ioxtig (Hea.; Tgl. x 
HoxX-i Ktiyx-äSm pag. 100). 

TS. 

(va-nt, erweitert va-nto, Farticip: der Wehende) Te-Iltll<( 
m. Wind*), Demin. ventü-lu-s m., venl-ösu-s (Adv. -Öse) voll Win^ 
windig, (Ubertr.) leicht, sohnell, rasch, vc*ilosi-las (tätis) f. BlKbtuij 
{* vetili-lu-s) venlitäre in der Luft echwenken, schwingen, lüft« 
worfeln, (übertr.) anfachen, erregen, c-velä-lu-m {eventiU^m, 
vel(ü>ra, qnibtis fnimenta venlUurttur Paul. D. p. 77. 15), vai 
m. Worfler, übertr. Taschenspieler (vom Werfen in die HOhl 
ventilä-li-ö(n} f. das Lüften (uvarum, Plin. 23. 1. 6), ventäa-bru^ 
n. Worfscbaufel, ventilä-bwndu-s sich hin und her schwingend, • 
Bchankelnd (Varr. ap. Non. p. 356. 28). — (*m-la Wind, 'val-n 
Tan-no-g f. tietraide- oder Fiitterschwinge'), vantt-ere woiie 
(Lucil. ap. Non. p. 19, 25. 27), e-vannäre Spreu vom Getrudq 
ausschütten (Varro r. r. 1. 52); Demin. (*t«iMM-/M-s, *vaH-lu-9\ 
oallH-s r. 

C. E. 390. 563. 663: C. V. I, 130. 385. 7). II. U8. 151. — DOntM« 
HZ, SV. 362. - Ebel KZ VlI. 78. - F. W. 187. 396; F. .Spr. 197. » 
366. — Frittsche St. VI. 325. — L. Moyer KZ. VIH. a4T. — BOdii 
KZ. XVII. 316. - ßoBcher St Ib. 123. IV. 191. ~ SaveUberg de d 
24. — Lettner KZ. VII. 17S. 117) stellt 6<xai, aviaxoi mit vagio EUMmm 
-- MikloBich Lei. p. 184 a. v.: vrjali ßare, reonnare. — 1) C. E. 46S1 
EU W. vak aagen, sprechen; vielleicbt '/-aiijo-e neben Bä%iQS. — 8)Bekk(i 
bom. B1. p. 136; a privat. = deutsch un- in: Unmensch, Unthier, ÜB> 
wettcr. — C. E, 663: ä negat Pril&i; „elue unbefangeue AoÖ^ 
wird der Bedeutnng lautlos den Vornig geben". Dagegen 8. W. l. 
wohl mit Recht „gecen die Sitte der Troer"; der«, faut das a als eupl 
nisch anf. — Pape W. s. v.: ä copul. (mit digamma aeol.); ebenso e 
W. s. T.: „zusammen, gemeineam schreiend". — 3) Vgl. noch Schw^ 
Sidler KZ. I. 479. II. 301 f.; H, Wober KZ. X. 244. - Corsseo KZ. I 
300: re-n-fM-s wegen des Namens der Welleo- und Windgöttin V~ 
— Saveisberg KZ, XX. 448; Skr. va-ta-t, lat. und got, nasalirt, 



- 855 — 

vin-d-8. — SoDoe epil. 6: W. vä, vai, erweitert vant, — 4) Vgl. 
Lottner KZ. VII. 165 (goth. vxnth-jan worfeln, etwa von *vintiha Worf- 
Bchaufel). 



2) VA weben. — Skr. TÄ weben, flechten, künstlich in 
einander fügen (auch Reden, Lieder u. s. w.) (PW. VI. 878). 

ya. 

{ftl'XQOj J^fi'XQ-io) TJ-Tp-io-v n. Aufzug des Gewebes^) (im 
Ggs. des Einschlags, x^oxi/), Gewebe {iixQuc ßvßXmv feine Papyrus- 
blätter, Leon. AI. 25). 

ra-bh. 

U9 (vabh : vq> = svap : im), — U9-ri f. Gewebe, Weben, 
v(pa-m = vtpalvm (nur Od. 7. 105 vqpooxriv); Demin. itpa-öto-v n. 
(Lob. Phrjn. p. 74); vg>'Og n. = vqnj (Athen. 147 f.); aQaj[V0'Vq>-rig 
fein wie Spinngewebe (Philo). — (y(p-av-j<o) U9aivu) weben; (übertr.) 
anspinnen, aussinnen, ersinnen, anzetteln, schmieden (Iterat. des 
Imperf. wpctlv-^-Cn-o-v^ Fut. ig>avmy Aor. vqpi^vcr, neuatt. vg>ävaj 
Pass. vg>äv^-Vj Perf. vtpccy-Tux Artemid. 4. 40, Pass. vq>a-ö'fiat 
[eine zweifelhafte Form ist vip^ipa-c-fiat bei Herod. ed. Lentz IL 
950: ovdelg ^Avunog jtaQcmBlfUvog inb tov v aQxezai^ ocXXa (lovog 
o v(priq)a<sxat,^ dagegen vfp-vipci'^'Zm E. M.; falls vq>-r^q>a-a'^i ftcht 
ist, dann bietet sich die urspr. Form Fa9j*); Verbala^. vq>av'x6-g 
gewebt, vq>uvx-t%6'g zum Weben geh., das W. verstehend (^ vq>, 
erg. xiivvi Webekunst), vg>av-xri-g m. Weber, vtpiv-xQ-ia f. Weberin 
(M. Ant. 10. 38),* v^a-cr-T^Z-g id. Hes., {yq>ctv-xt) vipav-ci-g^ vqxx- 
aig f. das Weben (Sp.), vq>acl-a f. id. (E. M.), vq>a'6'iia{x) n. das 
Gewebe; vg>ava'0} (Maneth. 6. 433), v^a-fco (E. M.) = vg>alv<o, 
— 'Tß-Xa f. die bienenberühmte Ortschaft unweit Sjrakus = 
Wablingen (^ iu%qa^ zum Unterschiede zweier anderer Städte in 
Sicilien: ^ fuyaXri am Aetna, ^ iXdxxmv im S.O. Siciliens). 

(vg>-(uvo^ vg>'fivo) ö-^vo-c m. == Gewebe (Homer nur Od. 
8. 429 aoiörig vfivov anovoDv in der Grundbedeutung; vgl. noch 
iv veagoig v(ivoig ^'ijfavxeg aoiÖTjv Hesiod. fr. 227. Goettl.; i^vipal- 
veiv niXog Pind. N. 4. 145), Gewebe = Weise, Melodie, Gesang, 
Festgesang, Lobgesang, Lied, Hymne (tov SvöKiXaöov ^^ vfivov 
^EQtvvog Aesch. Sept. 867 D.)^); vfivi-m besingen, preisen, rühmen, 
wiederholt erzählen; (intr.) singen, ertönen lassen (viAvelcn Hes. 0. 2, 
vfivtdo} dor., Ar. Lys. 1305), vftvyj-ro-ff besungen, gepriesen, preis- 
würdig, vfivqa-iog id. (Ael. h. a. 12. 5), vfitnix-^Ttog zum Bes., 
Preisen geh., vfAvti'öi-g f. das Besingen, Preisen (Sp.), vfiviy-TiJ-ff, 
'Xi^Q (xTiQ-og) m. Lobsänger, Lobredner, fem. ifAvi^-xetga, v^vri-xq-l-g 
(Cd'Og)\ vfivri-xriQ-io-g = vfivtixMog, 

yabh. 

Täf-er (-ra, -ru-m) eig. bunt, vielgestaltig (im Ge^vebe tritt 
sowohl das in einander Geschlungene, Mannichf altige, als auch 



— 856 — 

das Bunte heiror) «» verschmitzt, yerschlagen, schlau (Ady. vafre)^); 
vob-ru-m (vduium, fnuUiforme, Oloss. Isid.); Demin. vafel4u-8 (PauL 

D. p. 7. 13); vafr%4ia f. Schlauheit, Pfiffigkeit (Sen. ep. 49. 7); 
(^vafrcHre) vafrä^mefUu-m n. schlauer, pfiffiger Streich (Val. Max.). 

Aufrecht KZ. IV. 274 ff. — B. GL 342b. — C. E. 68. 297. 621. — 
P. W. 180. 1066. 1077 (631 vap); F. Spr. 367; KZ. XXII. 106. 6). — 
Schweizer-Sidler KZ. XI. 74. — Sonne KZ. X. 128*). — Spiegel KZ. 
XIX. 893. — 1) Vri. B. Gl. 372b. — 2) C. V. I. 262. 261. 9). 291. 11. 
27. 184. 89). — 3) Vgl. Seh. W. s. v. — Zu Skr. mmnä n. (Wohlwollen, 
Gunst, Huld, GKlte; vedisch: Ausdruck der Zuneigung, Andacht, Gebet 
u. 8. w., PW. VII. 1102) stellen vfkvogi Benfey gr. WzU. I. 406 (W. s-i-u, 
Stt); Schweizer KZ. HI. 303. Ebenso Kuhn KZ*. IV. 25 (stu, 9u)\ ders. 
schliesst sich jedoch KZ. XFV. 223 der Ansicht von Aufrecht (1. c.) an. 
— Brugmaa St. IX. 266: siv, sju. Skr. stvjatiy goth. nujan u. a. w. 
n&hen; v-ftv-o-s "- Skr. tjü-man Band, Streifen (zu -fiyo ygL ota-ptvo-g^ 
n^ri'di-fLwO'Vf üt^m-mtnjf da-fimu-m, col-u-mna, Vert-u-mnu-s), — Pott 

E. F. II. 287: zu Sdm (dagegen Aufrecht 1. c: ,,vdm für de£dm nicht 
Tor der alexaadrin. Zeit**). — 4) Grassmann KZ. XVI. 194. — Schweiaer- 
Sidler KZ. XVIU. 208. 



. 3) TA mangeln, fehlen. — Skr. u-nd A<^. woran etwas 
fehlt, unter dem Maasse bleibend, unzureichend, zu klein, zu wenig, 
nachstehend (PW. I. 1019). 

(vchm-s, J^t'V^g) €u-vi-c (Gen. -v*-og, -vi-d-og) ermangelnd, be- 
raubt, verlustig (iitiBiffifävog wxl (Ufiovatfävog Lex.) (Hom. nur 
vtwv IL 22. 44, ^(fvxfig Od. 9. 524); verwaist, verwitwet (Aesch. 
Pers. 282 und sp. Dicht.). 

Bugge St. IV. 238. — C. E. 691 ♦♦; C. V. I. 283. - F. W. 25. 1068. 
— Vgl. Zend üna f. Mangel, tijanina mangelnd; got. va-n-s ermangelnd, 
van n. Mangel. 

va^ vai (Ausruf): wehe! 

öd wehe! ach! (Aesch. Pers. 116. 122 und öfter in diesem 
Stück); 0V& pah! ach! Ausruf des Staunens (auch des Abscheues 
N. T.); ouai wehe (Ausruf des Schmerzes und Unwillens). 

vae wehe! (Ausruf des Unwillens, der Drohung und des 
Schmerzes); vahy vaha pah! ach! (Ausdruck der Verwunderung, 
Ueberraschung) (Plaut., Ter.). 

C. E. 660. — F. W. 400; F. Spr. 366. 



1) VAX tönen. 

A) Sprechen, reden, rufen. — Skr. vak 1) sagen, sprechen, 
nennen, hersagen, ansagen, verkünden, erzählen, 2) Jemand Vor- 
würfe machen, seinen Unwillen aussprechen (PW. VI. 619). — 



- 857 - 

B) Schallen, schreien, heulen, jammern. — Skr. Tħ blocken, 
brüllen (von der Kuh), heulen (vom Schakal u. s. w.), auch vom 
Ruf grösserer Vögel, krächzen, ächzen (PW. VI. 958). 
A) Sprechen, reden, rufen^). 

yak. 

FoK. — {J^07^^a) öcca f. Stimme, Laut, Ruf, Gerücht, Ge- 
rede {d'sla Klrjddv Schol. ad D. 2. 93) (ungewissen Ursprungs, 
geheimnissvoller Weise sich verbreitend und darum auf Zeus zurück- 
geführt Od. 1, 282. 2, 216; personificirt als Botin des Zeus II. 
2. 93. Od. 24. 413); die Stinmie der Musen (fles. Th.^10. 43); 
seit Pindar zugleich als weissagende Stimme der Götter^); oöö- 
sv'O'fMci aus einem göttl. Zeichen eine wahrsagende Stinmie ahnen, 
die Zukunft vorhersagen {ocaev-m Ael. h. a. 3. 9), o66i{S)-Ui f. 
Vorhersagung, Ahnung (Lex.); abergläubische Furcht (D. Hai.). 

ßaK. — (ßan-jtOj ßay-jto) ßä2[u) (poet.) schwatzen, reden, sprechen 
(Fut. ßa^cdj iK'ßd^si Aesch. Ag. 498, Aor. i-ßa^a^ Perf. Pass. ETCog 
ßi'ßctK-xai ein Wort ist gesprochen Od. 8. 408)'); (ßctK-xt) ßa^t^g 
= oaaa (Trag.); jJay-^W n. Rede (PL Aesch. Pers. 635 D.). — 
(ansprechen d. h. einen Gegenstand als das, was er ist bezeichnen =) 
kennen, verstehen: ä-ßaK-rjc nicht verstehend, unkimdig (qp^v 
Sappho frg. 23), Adv. aßccxe-ag (acwircag B. A. 323), aßanij'fuov 
{^Qog^ aövverog^ SXaXog ibd.); äßaKe[c]-ui unkundig sein, nichts 
ahnen (nur Od. 4. 249: o£ d' aßaKt^aav nivxig' iy& Si fuv otri 
aviyvtov xoiov iovra; dazu Schol. Ambr. ifiCDQav^riaav, fiyvotiöav)^). 

yap. 

FcTT. — In-oc n. das Gesagte, Gesprochene: Wort, Rede, 
Erzählung; Gerücht, Sage; (specieU) Wort (im Ggs. zur That); das 
gegebene Wort, Versprechen; Rath, Befehl; Ausspruch, Oracel; 
Gesang, Lied; Gedicht (bes. ein heroisches); Vers (bes. der epische 
Hexameter); Zeile; irc-Mo-g episch, heroisch (itolri^ig Gramnu). — 
Feir: sagen, reden, sprechen, nennen, heissen, befehlen: Aorist (l-/e- 
J^en-O'V^ fB'J-Bit-O'v) ep. f-em-o-v und Iterat. ilii-B-^n-E^ att. [auch 
ep.] elTT-o-v (Conj. bIjuo^ Opt. nit-oi-iu, Irop. elit-i^ Part, sln-tovy 
Inf. sln-s^v); elTT-a (bei Herod. häufiger als sItcov; attisch: dTta 
selten, ilTta-g^ Imp. bItz-ov selten, elTt-axca u. s. w. , Opt. Btit-aiyu PL, 
Hit-Buv Dem.; Med. elTta-fir^v in Compos. wie: «tt-, Si-j aw-Bbta- 
öd'aiY), — -B7C-Bg: ä-fiBXQO-BTtrig maasslos, endlos schwatzend (von 
Thersites II. 2. 212), iqti-BTt'qg fertig oder gewandt im Reden (D. 
22. 281), wahrhaft redend (Pind.), fidv-smig süss, lieblich redend 
{NiaxfOQ D. 1. 248), süss singend {iotöog^ Movaai u. s. w.). 

FoTT. — (J^07C-g) övp (oTC-og) f. Stimme, Ausspruch, Rede. — 
€upu-07r-a (äoL und ep. statt BVQv-oTt'ti'g) weitstimmig, weithin 
tönend, weit donnernd^). — KaXXi-ÖTTrT] f. = die Schönstimmige, 
die älteste der neun Musen, später Göttin der epischen Dichtkunst 
(KctlXiOTtBia Agath. prooem. 107)'). -— dv-OTr-rj f. (poet., bes. ep.) 



— 858 — 

fTon, Laut, Stimme, I^lang, Schall; Seh lacht- ruf, -geschrei; Weh- 
I geechrei. — (Skr. apa vgl. pag. 3(5, apa-ra ein anderer ^ mu-po, 
I mit ion. Dehnung ^th-jo) riirep-oir-eu-c m. (= anders redeud im 
' Bchllmmen Sinne d. b. anders als man es süheint) Trugredner, Be- 
schwatzer, Betrüger (Od. 11. 364 ijneifOJi^ä r' IfMv xal inlxkoTtav, 
fraudaior el simvlaiorY), ^nctfoa-ev-to täuachen, betrügen, berücken, 
^reipcwieu-T^-S m, = ^wf^orHwg (II. 3, 39. 13, 769 und ep. Dicht.; 
. TgL IL 9. 313 og X ^wpov [tiv mv&y ivl ipQialv, älXo tJe ttufj), 
^7tt^on-ii-t-g Tixvri Täuächungskunat (Strabo 1. 17. 4), ^nt^ixtv- 
(«(t) n._ Täuschung, Betrug (Krit. ap. Athen. 13. 600 d). — 
(i-H-a-ii) ö-ix-tp-i] (n ^ ip nach dem Nasal) f. Stimme (bei Üomeir 
[ snr Götter-, SuhickEals-Btimme)"), ö^qia-tu-g wahrsagend (Nonii.), 
l nav-oit^aio-g m. AUkllnder, Urheber aller Vorbedeutungen (Beiw. 
I des ZeuB als Geber aller Üracel und Ämeichen, 11. 8, 250 and 
I sp. Dicht.), ö(itpt)-ziJQ (tijQ-oi) ui. Wahrsager (Tryphiod, 132), 
ifufnj-fi-g =^ ourpaiog (Nonn.), oftqj-vva berühmt, geehrt maebflO 
[ (otfivvvto, av^m Hes.). 

B) Schallen, schreien, heulen, jammern'"). 

Fax (mit ÄBpiraüon dos Anslautas). -^ f-f'JI-'l) nX'Hi ^"f- 

I ix-ä, f. Schall, Getön, Gebrauae; r|X-0-c, der. ax-o-g, m. id.; i^x*^ 

(ow;), der. «x-w, f. ^ i)j;tj; Wiederhall, Echo; Gerücht (Her. 9. 

24); '/fj-oi f. als Nymphe Geliebte des Pan (Bion. 1, 38 u. ».); 

i^X't-Tr|-c, ep. ^i-i-ta, dar. ax-i-ia-g, hell tönend, laut singend, ^*t- 

(xo-S {-^i-ixö-Q Welck. syll. epigr. 236. 4) id., ^j^ij-«-? Behaltend, 

dröhnend, bi's.uaend, tosend, ^xe(J^)'io-v n. starkschallende Instm- 

r mente, das Kur Tonverstärkung Dienende, ^X'^^V^ ^ ^Z*!**?- — 

l^X€-iM, der. cut'-w, schallen, tönen, wiederhailen; trans. erechallen 

I laeuen, anstimmen, i)j;>j-Tij-ff '^ VX^IS (Heu.), ^jjij-r-tKÖ-s ^ <iq^t- 

Twiög, i|]<i]-ai-g f. das Schallen, Tönen, der Schall, ^Xfj-fittfv') n. id. 

— (ö prglh. -\- Sfa -\- rjz-tg. ädt-j]xcg} d-ZtiX-'lC durchdringend 

(vom Tone, dann vom Schmerze) = unaufhörlich, unablässig , 

(Hom. oSvvij, ogvfuiyilög), Adv. ett*IX'^? (fiefuoiviai, ö^'xAtov, qpa- 

A) Sprechen, reden, rufen'). 
vak. 

voc. — ['voc-H-s rufend) VÖCfl-re rufen, amufen; laden, ein- 
laden; anregen, reizen, aulTordem; cocä-tti-s (lüs) m. das Hufen ii. s. w., 
vocä-tor (I6r-is) m. Rufer, Einlader, vocator-iu-s zum Rufer geh. 
(Tert), t>ocä-ti-ö{n) f. das Rufen, Vorladung, Kinladimg, voca-l-ims 
2um Rufen geb. (casus, Vooativ), vocä-bülu-m n. Benennung, Be- 
zeichnung, Name, (gramm.) Substantivum, vocä-bäis t&nenA (GelL), 
vocä-tnen {wim-is) n, ^ vocabuhitn (Lucr. Arnob.); voi-äli-s (Ad*. 
-ler) ertönend, tönend, sprechend, redend, singend (Subst. f. Vocftl, 
Selbfltlauter, Fl. m. Sftngor, Musikanten); Frequ. und Intens, voci- 
tä-re; (*m'Voci-tm-e,*in-vici-(äre, *m-vic-lare) lll-TI-tare auffo^ 



k 



— 859 — 

einladen, reizen, locken^*), invUa-turS m. Einladung (nur Abi. -tu 
Cic. fam. 7. ö), invüä-tor {tör-is) m., fem. 4rix (iric-is) Einlader, 
-in, invitator-iu-s die Einladung betreffend (EccL), invitä-ii-ö(n) f. 
= invitattis, Demin. inpitaiiun-^jiäa (Gell. 15. 2), invitä-lnli-s rei- 
zend, lockend (id. 13. 11), invitä-men-tu-m n. Einladung, Reizung, 
Lockung. — (jprae-vdc-ön) prae-C-ö(n) m. Ausrufer, Herold^'), 
praecön-itt-s zum Ausrufer geh., Subst. -iu-ni n. Amt eines Aus- 
rufers, das öffentL Ausrufen, Bekanntmachung, bes. das rühmende 
Ausrufen, Lobeserhebung, praecan-mu-s id., Praeconlnu-s röm. Bein. 
(z. B. L. Aelms Stilo\ praeconi-cUi-s werth gepriesen zu werden 
(Cassiod.); praecon-ä-ri rühmen, ausrufen, pra€Coniä'ti^(n) f. Lobes- 
erhebung (Interpr. Iren.). — {*pra€-voC'ia) prao-C-ia m. Ausrufer, 
der den Handwerker zum Feiern von der Arbeit aufforderte (auch 
praedamüoUores genannt) Fest. p. 224. 249. 

vöc. — TOX (vöc-i$) f. Ruf, Zuruf, Laut, Stimme; Wort, 
Ausspruch, Rede, Sentenz, Spruch, Formel; das Reden, Sprechen; 
Wortaccent, Ton; Demin. vöc-tUay {*voculi/hSy *voculä-re) voctUä- 
ii-ö(n) f. Betonung (Nigid. Fig. ap. Gell. 13. 25. 1); Vöc-önius 
m. röm. Gentilname; {*voci-ßrurs) voci-ferä-ri (-re Varro r. r. 3. 9. 6) 
laut oder heftig rufen, schreien; {* voci-ßco-s) voci-ficä-re id. — 
(*pro-voC'S) prox Vorstimme, Vorherverkündigung (bona vox, vehU 
quidem praesignlficare videtur, ut ait Läbeo de jure pantificis LXI 
Fest. p. 253; prox bona vox, ut aestimo, qimsi proha vox Paul. D. 
p. 252). — (*con-t7Öc-Jw-w od. * con-vec-iu-m, vgL con-leg-iu-m pg. 833^ 
COn-YlC-iu-m n. das Zusammenschreien, Zusammenreden; (allg.) 
Geschrei, Schelten, Schimpfen; Schmähung, Beschimpfung {quum 
in unum plures voces conferuntur, convicium appeUatur quasi can- 
vocium^ ülpian. leg. XV de iiyuriis)^*), Demin. convido-lu-m; con- 
viciä-ri Schmähreden führen, schmähen, lästern, conmciä-tor (tÖr-is) 
m. Schmähredner, Lästerer. 

B) Schallen, schreien, heulen, jammern^^). 

(väk) vag (mit Erweichung). — YÄg-lre schreien, wimmern, 
winseln, vagi-tu-s (tüs) m. das Schreien u. s. w., Elageton Ster- 
bender oder Kranker (Lucr. 2. 579); väg-or (pr-is) m. = vagitus 
Enn. ap. Fest. p. 375 qui damor oppugnantes vagore volanti)-^ 
^vägu-s, "^ vägurl/Urs) öb-vagulä-re laut fordern, beß. vor Gericht 
obvagtUatum üo Fest p. 375. 12), vaguilä'ti-ö{n) (in l. XII signi- 
ficat quaestionem cum convicio ibd.). 

väk (brüllen, vgl. ved. väg<Ui er brüllt). — (*väca) TaCCa 
f. Kuh (die Brüllende, vgl. bos pag. 229)^^), Dem. vaccu-la; vacc- 
InurS zur K. geh., von der K. herrührend; va^xm-iu-m n. der Name 
einer Pflanze {iris germanica oder ddphinium Äiacis Linn., Klotz 
s. V. Rauschbeere: vacclnium myriUlus Linn.) (nach der Kuh be- 
nannt; vgl. leontodon taraxacum Kul^blume, die Arten des mekm- 



pifrum Kuhweizen); Vacc-u-s Beinname des M. Vitraviu«, Va 
Freund des Varro. 

1) B. Gl. 3S8a. — Corssen I. <81 f. B. la f. N, J9. — C. E. 46*. 496; KZ. 
II. 163. III. 406 f. — Bbel K2. II. 46. IV. 163. — F. W. 176 f. 187. 4«; 

F. Spr. 108 f. 365. — Kuhn KZ. II. 132. - L, Meyer KZ. V. 388. XXIIl. 
79. — Müller KZ. IV. 271. - Tobler KZ, IX. 246. — 2) Vgl. Graunnoa 
KZ. XI. 46. — Kuhn KZ. I. 462 f. - Seh. W. 8. v. — Ander» F. W. 
33B: ak sehen: ön-ja Ahnaug, Geröcht; dagegen 422: aifh , öxJa 0»- 
rfleht? — 3) F. W. 395 und Christ p. 223. - C. V. 1. 31'J. 20: ..m» 
guttnrtaem St*min". — Graasmanti KZ. XII. 93. 21). ISS: W. bha. 
Dagegen C. E, 520: „unglanblich, data auch vor einem Vocal bh 
geworden". — 4) F. W. 1. c. lAnm. 3), Spr. 1. c. — Vgl noch P^ia, 
Schenkl. SeUer. — 6) Vgl. C, V, II. 28. 8). 64. 97. 2B4f. 382. — 6) VgL 
Ameis-Hentze ad Od. 2, 146. Autenr. ad. II. 1 498. C. E. 463. Döder- 
lein Gl. 609. Faesi ad Od. 1. c, (vgl. fgiyäovnog, Sfißffutiiie, ßafvtctv- 
«oe n. a. w.). GObel Zeitechr. f. österr. Gymn. IX. 783. Krämer Bei«. S9 

G. Meyer St, V. 102. VL 268. L- Meyer KZ. VI. 162. Scbaper KZ. 
XXn. 618. — Zu ak Behen im (b. pag. 8) =^ weitepilhetid . weitschaaeod: 
DOntaer in Jabn's Jahrb. LXIX. p. 608. Seh. W. u. v. Thienioh g. 108. 
48 Anm. 2. — Schon die Alteu achwonliten; vgl. Apoll. Lex. ^oi ö fu- 
yäliog iipogäv i; ö luyälovg ^lot^' nal Viöipapf äitoiilmv. Ebenso S. W. 
s. V. : für „weitspShend, weitBchanend" spricht der homer. Sprat^bgebraneh, 
nach welchem Sip nur von der Stimme der Menschen und Thier« rar- 
kommt; fSr weibatimmig n. s. w. die Analogie der übrigen BeiwOrter d«i 
Zeus, dje von NaturerBcbeinnngen hergeiicnnmea sind (vgl. auch Kfort- 
Sav ßcmoönav mtgoiiäv xe urgavväiv i* itgviaviv Find. P. G. 24). — 
7) Vgl. Pott KZ. IX. 416. — 8) C. E. 263. — Dazo Seh. W.: „nicM 
unwahrach ein lieh" (vgl. perperam anders als es sein sollte, griech. «^p- 
jueos). - 9) C. E. 496. — Dünteer KZ. XII. 7. — Möller KZ. (Anm. 1). - 
Seh, W. 8. T. — Dagegen L. Meyer KZ. XXIU. 80: „für welehea Wort 
/ bei Homer überall abgelehnt wird", — F. W. 12: ambh tönen. — 

10) F. W. 177. 187. 489; F. Spr. 136; KZ. XX. 177. — Froehdo KZ. 
XXII. 549, — Lottner KZ. VII, 178. 117), — Pauli KZ. XVIII, IS f. 

11) Döderlein hom. Gloas, II, 879. - Clemm St VIII, 46 f. — 12) C. B. 
462 f; KZ, II, 163, — Schweiier-Sidler KZ. Xlll. 203. XVIII. S»7. 
Anders Corssen 1, 482, B, 18. N. 6* f.: vi wänacben: 'pi-fu-s erwflitsdit, 
begehrt, Di-t-are oft wOnschen, begehren, in-vitare hinein wünecheD, ein- 
laden (dagegen Schweizer- SidJer 1. c.: „in gar kfinstlicher Weise"). — 
Wieder anders Fick Spr, 91; KZ, XX. 161. XXI. 461 f.: kaila (red. 
krta) Begehr, Wille, Eisladung, europäisch H'aita ■= lat, 'eveito, vUo, 
in-titä-re. - 13) Vgl. CotsBen I. 316. II. 684. Savelsberg KZ. Sil. 
148, ^ SchweiKer-Sidler KZ. XIV. 162, — 14) Vgl. Corssen II. 717 and 
Savelaberg 1. c. — 15} CorBaen I. 37. 58, 481. II. 360 tf. B. 12 f. N. 4«. 
— C. E. 46S f. findet diese Üentung „wahrscheinlich"; beistiaunend 
Goetie St, Iti. 179. — Vgl. auch Klot« W. b. ».: wörtlich gleictiMKn 
atatt comrocium, von am und vox, a. Dig. 47. 10. 15. §. 4. Paul D. 
p. 41. 20 '— das Erheben der Stimme mehrerer Personen mit- und dnnb- 
einander. ~ Brambach: convieiuvi, nicht conE>((iHM (Rhein. Mus. XXJV, 
S38). -~ Anders Fleckeisen Rhein. Mus. VIII. p. 231 f.: contüitmi =- rm»- 
Pic-t-Üu-Di. BeiBtimmeiid Curtäu« KZ. 11. 153. III. 407, Kahn KZ. Xt 
278; „wahrscheinlich" Aufrecht KZ. VI. 178. - 16) So F. W., F. Spr, 
KZ. 1. c: Froehde KZ, I. c; Pauli KZ, 1. c. (Amn. 10). - Zo W. ' 
fahren, neben (davon ein altes Deaid, vukeh): Bonfoy GIosb. p. 51, Sai _ 
n. 145; Kuhn KZ. V. 71 f.; Pott E, F. I. 85. — Zu W. tit»A betrauftln, 
besprengen: L, M^er KZ. VL 219 f. 317: ukth-än Stier, der Befruchtgodet 



— 861 — 

bei vacca dachte man Dicht mehr an die Grundbedentung des Wortes 
oder es wäre anzunehmen, dass damit urspr. „die Befruchtete" zu be- 
zeichnen wäre. Dazn C. E. 581: „will nicht recht passen". Auch 
Corssen B. 26. N. 63 zweifelt und sagt: wemi überhaupt mit ukhsan zu- 
sammenhängend, dann weist vy-pd-g neben Skr. vaksh darauf hin, dass 
sich vaksh erst ans vag- entwickelt hat, also vag-ca =* vac-ca. Vgl. 
id. I. 38: „wahrsch. vac Verbalwurzel, ca Suffix". — Ascoli KZ. XIII. 
159 f.: W. vak begierig sein; vac-ca „die Liebesbegierige" [scheint vom 
Standpunkte der Kuh doch zu poetisch zu sein]. — Ebel KZ. IV. 451: 
vat-ca die Kalbende; nach Analogie von Skr. vat-sa, lat. vit-ulu-s; be- 
merkt jedoch selbst: „eine sichere Deutung vermag ich nicht zu bieten". 
— Die von Fick, Froehde, Pauli gegebene Deutung scheint nach Laut 
und Begriff doch die richtigste und einfachste zu sein. 



2) VAK wollen, wünschen, begehren. — Skr. va^ 
1^ wollen, gebieten, 2) verlangen, begehren, gern haben, lieben, 
3) behaupten, annehmen, erklSren; Part, willig, gern, freudig, 
folgsam, verlangend (PW. VI. 817). 

vak^. 

FcK. — (Particip. /£x-o-vt) ^k-U)V (-ovr-og) freiwillig, von 
selbst,. von freien Stücken, gern, ohne Zwangt), Adv. Ixovr-/, fxovr- 
i^dov, inovr-i^-g m. der Freiwillige (Sp.); (av-Ax-ovr) d-^K-U)V poet. 
ion., contr. aK-u)v, nicht freiwillig, wider Willen, gezwungen, ab- 
sichtslos. — (ixovX'io) ^KOi3c-io-C = 1x00 V, fxovtfid-Tiy-g {tfix-og) f. 
FreiwiUigkeit (Phot. cod. 224), iKovauc^ofiai freiwillig thun (LXX), 
£Kovaiaa-ii6-g m. das fr. Thun (ibd.), iiwvataa-xl = ixovzl (Sp.); 
U'Exovaio-g ion», axovötog = axov, ccKOvö-la f. das Gezwungensein 
(Soph. frg. 822), ocTcovaio-xti-g (njr-og) f. id. (SchoL Aesch. Sept. 
560), aTiovaia-^ofiai ungern thun (LXX). — (St. /tx-iyr) ?K-iiT-i, 
dor". att. ex-är-i, nach dem Willen, vermöge, kraft, wegen, um- 
willen (Trag.)^), cc'iurjfti wider Willen (Hora., ai^BVy iiuv ain, te, 
me invito), — (St. /fx-i^Ao) ?k-tiXo-c^ ep. äol. (i- proth. + /cx-iyjlo, 
i-fx-riXo) 6UK-r)Xo-c ruhig, sorglos, behaglich, ungestört,, ungehindert, 
müssig (brach, ov^uq aQOVQrig h. Cer. 451)^); r^x£A-/a, Bvxrik-la f. 
Ruhe, Friede (Hes.). — 'ExaXfi f. Frau, die den Theseus freundlich 
aufnahm; att. Demos der leontischen Phyle; yiyxakov' rjav%ov. ys- 
Tia^a' Efiovaa (Hes.). — (/£x-a) f\K-a sachte, sanft, gelind, un- 
merklich, langsam; ^xa-io-g, r.xcr-Ao-g, riwxk'io-g (Lex. Hes.) id. 

FttK. — (*/ax€>cö) Part. dK^-u)V schweigend, still, lautlos, 
ruhig (meist als Adv., doch auch: fem. aTäovöa^ Acc. m. aniovra^ 
Dual aniovre)] dLKr\y Adv. (id.) (mit slvaij iyivovro Hom.); Snaöna 
id. (TtQoßävrsg Kratin. B. A. 371. 1)^). — (/ax-w, /crx-icrjlo, «x- 
icrXo, mit ümspr. des t, vgl. otgaTi-iaXti xQaiTcaXi]) alKaXo-C m. 
Schmeichler (xoX«5 Hes.)^); (alKaX-jca) aiKäXXui schmeicheln (vgl. 
v7ion€6a)v rov öeanoTtiv yKaXX\ l^wnBv^ inoXanEv^ H^tjfjtaxa' Arist. 
Eqir. 48). 



vak. 

vic. — (in-vic-liltu-s) iu-TI-tu-S «ngern, wider Willen'), 
Adv. invi-te. 

vac. — (vgl. Skr. vufä Geliebte, Frau, *t'oc-tor, stt). voxor; 
uxsor Murat. mser. 1313. 7 u. a.) nxor (or-is) f. die Liebende — 
Gattin, Gemalin, Ehefrau*) (allgemeinerer Begriff als mater fc 
lias; ?gl. Cic. top. 3. 14: garus etiim est mror; lyiis duae fonitat; 
utta malram familias, tae stoil, qiiae m »umurn convntavrU; iUt€ra 
earum, quae tanlumtnodo uxorfs habntiiir), Demin. uxor<ula; 
iu-s zur G. geh., der G. ergehen (uxorius amnis Hör. c. 1. 2. 19 
vom Tihergotte, dem Gemal der Ilia). 

1) C. E. 135. 669. 6fl8. — P. W. 177. 39ß; P. Spr. 1S6. — Enlin 
KZ, II. 132. - Vgl. noch Allen St Hl. 218. Goetze St Ib, 178. R«iuier 
St. la. 150. — S) S. W. 8. V.: bat Digatuma nar 3 oder «mal uicht (bei 
Hom.). — 3) Dmpr. wohJ ein alter Dativ (so auch 8. W., Seh. W, 
Fick I. c. und Schaper KZ. XXII. 628 theilon ?x-j]i-i, a-fixiri-t^ 
1. e, F« ij-ii {c-^»-i)-n : Iti = ä-fioj-ij-r/ : /laj;}. — 4) Vgl. Bnttm. Lex. 
I. p. 14Bf. — Chriat p. 837: durch Metatheflia aus J^f%i,log. — 6) KtM- 
litig KZ, XVil. 232 „vermuthet" in Ök^v eine allerdings uugewOhiiliotie 
VeTstümmelung aua dem Part. Flur, tou 'äxia fltillen: * änij-uft-ie, 
*ä%i'avT-fs, *Dvi-avs a. a. w., mit zurQckgezogeneni Accent 'ant'ttrg. 
— 6) C. E. 668; „diese Deutung will ich zwar keineAvega Tür aicher 
aoageben, aber nie wird den Vergleich mit D^ntzer's Herleituns aae eiueia 
augeblicli TeratArk enden ai uud lat, coltre, worauH auch Ho2a£ he^or- 
geben Boll, wohl aushalten" (KZ. XT. 60). — Dagegen Brugmaa St. 
VII. 211: aAiolo-e für *xai-xalo-c (vgl. iit(Salot, SaiSallm), eine Br- 
U&mng, dJL' „sicher ein&cher \ii"{f) als die von Curtius. — 7) C. E. 
136; KZ, II. 16*. — GoetM 8t Ib. 178. — Scbweiwr-Sidler KZ, Vin. 
»OS. Xm. 303. XVin. 297, — PW. I. ia8: o-rofä keinen eigenen WUl«! 
habend, wider Willen Terfahreml, invüu». — Corwen B. 18. N, 68 f.; 
Ol daideran, amarr, 'vi-tU'S erwilnscht, in-vi-lu-e nnerwünscht, tut' 
begehrt; dann der nicht gewünscht oder hegehrt hat, vgl. juratua, eena- 
tNC. — Fick schwankt aebr, denn er giebt eioe dreifache Deutnne: 

a) W. 191: vi lieben — unliehend, ungern, unwillig (=- Coraaen); 

b) W. 493: var wollen; statt in-vittus wie beta Melde statt belta. Tgl. 
pUtof Helde(f); c) W. 1060. Spr. 81. KZ, XX, 161 If. XXI, 461 f.: Aat" 
(vgl. pg, 860, Äimi. 12): in-eveituK (vgl, evapor, rapor) = wider Willi 
ungern. — 8) AbooIi KZ.-XIII, 167. - Coraaen I. 171. 312. — B 
etimmend Brugman St. IX. 394 („was das » von hc-s-ot ist, bleibt frmliefa 
noch dunkel Vielleicht daaaclbe Element, welches in sva-tar BteakL 
deuen Anfangatheil doch wohl mit svn- »uus identiach ist. Aach wii^ 
man an die Fem. 3kr. (wrds, altbktr. tixharö [(rra| und Skr, Kälatrat l{wat- 
Imot] erinnert"). — Andere F. W. 23: «t gewohnt Beiu(?); dagegen ibi 
177. 1066 = vagh: Skr. fodhar {fflr vah-tar) der da rieht, fUttt; vi- 
ro4har m. (Beimfflbrender =) Gatte, vgl. itxor (aua toli-lor) t Oittinj 
X in wjy>r wie in vexart von {vtxo), part => veetu-s. — Vgl. nodi SSoti 
W. s. V.: von den Alten unter Annahme einer Mittelform Hnxor IÜmIi- 
lieh mit tmgo in Verbindung gebracht, i. Donat, ad Ter. Heo. 1. S. 60. 
8erv. ad Yerg. Aen. 4. 4IJ9, Uid. or. 9. 8. cl. Plin. 28. 9 (37), — Heber iSm 
altL Form voxor siebe H. A. Koch in den Jahrb. für Phil, und Paed. 
1870. I. Abth, p. 283—286 imd p. 685-687. 



— 863 — 

3) YAK wanken, wackeln, krumm, schief gehen. — 
Skr. TanM id.; pass. sich schaukeln, sich drehen, volvi, sich tum- 
meln; caus. ausweichen, entgehen u. s. w.; Yak rollen, völvi (PW. 
VI. 610. 637). 

väc. — (*t'ac-M-5, *v<icu-lu-s^ *väcil'lu-s) väcillÄ-re (vacc- 
Lachmann, väc- Lucr. 3. 504) wanken, wackeln, schwanken; (übertr.) 
wanken und schwanken, unsicher sein, unzuverlässig sein, vacill€h 
11-0(91) f. das Wanken u. s. w. — väc-erra f. (krummer?) Pfahl; 
(übertr.) Querkopf, Tölpel (Liv. Andr. ap. Fest. p. 375. 7), Vacerra 
m. röm. Eigenname (Cic. fam. 7. 8. 2), vacerr-ösu-s querköpfisch, 
tölpelhaft. 

B. Gl. 338. — F. W. 178; F. Spr. 109. —- Grasamann KZ. IX. 17. 

— Pauli KZ. XVIII. 26 f. (von *vacere, verb. denom.). — Anders B. Gl. 
134 f.: vi'Cal dimovere; vacillo huc referri possei; esset igitwr va-cilio 
vocalibus trcmspositis ortum e vicallo; syllaba va ettam ad praep. ava 
referri (avaccil) vel e syllaba redupl, explicari posset, ita ut vacillo pro 
vacaXlo mutHakum sit e quacallo. — Delbrück KZ. XXI. 83 : „väciUare ist 
nach Ausweis der Etymologie zu schreiben". [Vgl. jedoch Lucr. crure 
vacülanti 3. 479, fama vacillans 4. 1124, terra vacülat 5. 1236 u. s. w. 
imd ä nur 1. c. oben.] 

1) YAG9 UG stark sein, wachsen; (europSisch auch:) 
rüstig sein, munter sein; wachen. — Skr. ug-rd (von ug == 
vag) gewaltig, heftig, über die Maassen stark, gross, grausig; og-as 
(von i^g == t^a^) n. l) körperliche Kraft, Tüchtigkeit, Lebens- 
frische; Glanz (Lexikogr.); uk-sh heranwachsen, erstarken; Med. 
sich stärken, stark werden; caus. stärken; Tak-sh »= üksh; femer 
causativ: erstarken lassen, wachsen machen (PW. L 865. 867. 
1119. VI. 615). 

Tag. 

{vag-Sf vak-s^ /ß^) [« proth.] d-FeE, d-uE (/c zu v verdünnt). 

— ä-ii'VJ (alt und poet.), dann contr. aöH-ui, auH-dv-Ui (seltener, 
Nbf. spät und selten av^-i-a) mehren, nähren, gedeihen machen 
oder lassen; Med. sich vermehren, wachsen, zunehmen (ai^ca nur 
Präs. und Imperf., Hom. ohne Augment; St. av^Bi Fut. av^iq-öca^ 
Aor. riv^ri'Cay Pass. iJv^iJ-'^-v, Perf. r|i5jiy-xcif, -f*«tj Fut. Pass. av^ri- 
^-aonai neben av^i^-aofiai; St. av^s = Skr. causat. väkshä-ja-wi 
wachsen lassen; zu crv|-av-co: Fut. ov^avcS LXX, Aor. iJvItJv-^-v 
Aesop. 71)^); Verbaladj. avl-i^-ro-g; av^iyt-^xo-g wachsend, ver- 
mehrend. — avl^-ri f. Zuwachs, Vermehrung, Wachsthum; avl^-i-g 
f. id.; av^i'iio-g = ccvi^rftinog (Hippokr.); ovSiy-Ttj-g m. Vermehrer 
(Prise. 5. 4. 20, av^ti^d Orph. 10. 11); av^ti-ai-g f. = «v^i?, ctv^- 
fice(T) n. das Vermehrte, Zuwachs. — ae^l-i ae^l-yvMg glieder- 
stärkend, -voog den Verstand mehrend, -xonog die Leibesfrucht 
nährend, -TQog>og Nahrung mehrend, -(pvXXog laubreich, -(pvtog 
Pflanzen nährend; ov^i-: av^l^Qoq>og^ -(pavog die Stinmie verstär- 



- 864 — 

kend, 'iptaxog das Licht yermehrend; av^o-: av^o-fuCoDift^ f. Ver- 
mehrung und Verminderung des Meerwassers, d. i. Ebbe und Fluth 
(Strabo), av^o-aiXrivov n. das Zunehmen des Mondes , Neumond 
(Maked. 5). 
ug. 

UY. — St. iyy-i [i unerklärlich]: (St. vy-i-eg) UY-l-rjC gesund, 
munter, wohlauf (Hom. nur 11. 8. 524 fiv^og erspriesslich , ver- 
ständig; zu vyl-Bi-g nur Acc. vyl-evx-a oXßov Pind. 0. ö. 23); ^vyua-t-a) 
UTl€-ia, auch vyu-la^ ion. vyie-lri (spät und unatt. vyc/a), f. Gesund- 
heit; nXav^-vylsux f. (Arist. Equ. 1091) Reichthum und Gesund- 
heit (in unzertrennlicher Verbindung, also das höchste menschliche 
Glück); (yyua'vo) \r(ie\'v6-c der Gesundheit zuträglich, förderlich, 
heilsam, gesund, kräftig; vyiri-QO-g id., vyit^^g id. (wohl nur 
vyitigia-xcnoi Her. 2. 77); UTi-aivu) gesund sein (Put. vyiavc^^ Aor. 
iyßcva; vylaive = Xf^i^Q^j salve, vale)^ vyt,avx-i-g geheilt, heilbar, 
vylav-ct-g f. Heilung (Arist.); v'fxa-liu gesund machen, heilen, Pass. 
gesund werden, iyia-iS-x-iiiO'g heilsam, vyia-a-fw-g m. = iyyictvaig^ 
iyyUi'(S'iU)i{t) n. Heilmittel (aKBöfia Suid.); vyio-o) = vyiafw (Hippokr.), 
iyiO'Xri-g (xrix-og) f. Gesundheit (Sext. Emp.). 

aug (Zulaut). 

auT. — auY-T] f. (Kraft, Frische) Glanz, Licht, Strahl, 
Schimmer^), avyd-tfxi Glanz verbreiten, erhellen, (Med.) deutlich 
sehen, wahrnehmen, erkennen (Tiinovg IL 23. 458. Hes. O. 4. '77 
und Anth.); glänzen (N. T.); axyya-<S'(w-g m., avya-a-fux(x) n. Er- 
leuchtung, Glanz (Plut., LXX); avj^-ft-^ glänzend, hellsehend, 
avyo-Eiö^g glänzend; (avy-eg) igi-avy-i^g sehr glänzend (Orph. fr. 
7. 11), avyi[a\(o glänzen, schimmern (LXX); avyrj-xsiQa f. die Er- 
leuchtende (Orph. h. 8). — AuY^t^ci-c (der. und sp. j^iy-ia-g) m. der 
Strahlende, Sohn des Phoebos und der llynnine, oder des Eleios 
oder des Helios, König des nordl. Elis [bekannt durch seine Heerde 
von 3000 Rindern, deren in 30 Jahren nicht gereinigten Stall 
Herakles in Einem Tage reinigte; bei Homer nur erwähnt in einem 
Kampfe mit Neleus IL 11. 701 ff.l^). 

vag. 

veg. — vfig-6re erregen, in Bewegung setzen; veg-e-tu-s leb- 
haft, belebt, rührig, rtlstig, munter, rcgetä-re lebhaft erregen, er- 
muntern, beleben, vegetä-tor m. Beieber, Erreger (Auson.), regetä- 
ti-ö{n) f. Belebung, Erregung (App.), regeiä-men (mhi-is) n. be- 
lebende Kraft, bei. Princip, vegeiä-btU-s belebend. 




^ . . . ^ ^g- 

samkeit, Lebhaftigkeit, (*i'igör'tt-s<, * rigora-rc) rigora-n-s belebend, 

kräftigend, kräftig werdend (Tert.), rigorä-tu-s kräftig, lebhaft (App.). 

•^ Ttg-il {-il-is) wach, wachend, munter^); vigil-ia f. {-iu-tn n. 



— 865 — 

Varro ap. Non. p. 232. 4) Schlaflosigkeit, Nachtwache; Zeit der 
Nachtwache (bei den Römern von 3 Stunden, vgl. nox in quattuor 
vigilias dividitur, Hieron. ep. 140. 8); Wachposten, Posten; nächtl. 
Gottesdienst (Plaut.); übertr. Fürsorge, Wachsamkeit; mgüi-änu-m 
n. Wachthaus (Sen.); (^mgü-u-s) vigilä-re wachen, wachsam sein, 
aorgen, Part, vigilan-s (Adv. 4er) wachsam, sorgsam, vigüantAa f. 
Wachsamkeit, Sorgfalt, Fürsorge, vigüä-ti-öin) f. das Wachen, 
rigilä-htli'S = vigilans (Varr. ap. Non. p. 100. 2); vigü-ax (äcis) 
= vigü (Ov. M. 2. 779. Col. 17. 12. ö); nocti-v^tgülu-s bei Nacht 
wachend {Venus, Plaut. Cure. 1. 3. 40). — {nig + Superlativsuflf. 
iimo) yic-tima f. = grosses, starkes Opferthier, (allgem.) Opfer- 
thier, Schlachtopfer (victitnam Äelius Stilo aii esse vittdum oh ejus 
rigor cm Fest. p. 371; victima major est, hostia minor Com. Fronto; 
vgl. Plaut. Pseud. 329: nolo victumas; minimis me cxtis placari 
volo)^), victimä^c opfern, victimä-tor m. Opferschlächter (Lactant.); 
victim-äriu-s zum Opferthier geh.; Subst. m. Opfer-diener, -thier- 
hündler; har-Ttg-a (pag. 256) f. (starkes) Opferthier, Darmopfer- 
thier d. i. Opferthier zum Zwecke der Darmschau ^). 

aug. 

aug-ere (auxi) = avS©, ai^dvfo (auxiiis Liv. 29. 27. 3); 
Part. auc-tU'S (als Adj.) grossgemacht, vergrössert, angewachsen; 
Äuctu-7n {vocabatur spatium drei, quod super definiium modum 
Victor iae adjungiiur Paul. D. p. 14. 17); {*auc-timo, *auC'Simo) 
Auximu-m n. = die gemehrteste Stadt, Grossstadt, Hauptstadt, 
als die grösste und festeste von Picenum (tab. Peuting. Äusimu-m, 
jetzt Osimo). — auc-tor (tör-is) comm. (fem. auctrix spätere Form 
statt des klass. auctor) Förderer, Urheber, Stifter, Gründer, Schöpfer, 
Vollbringer; Bürge, Vertreter, Gewährsmann, bes. historischer Ge- 
währsmann d. i. Geschichtschreiber, (allg.) Schriftsteller®), auctor-i- 
ta-s (täti-s) f. Gültigkeit, Geltung, Ansehen, Kraft, Macht, Ge- 
wicht, Bedeutung; {* auctor-u-s) auctorä-re zum Vertreter machen 
(nur Pass. -ri = auctorem fieri, Dig.), verbürgen, verhandeln, 
verdingen, auctorä4i'ö(n) f. das Sichverbindlichmachen, Dienstver- 
pflichtung (Gloss.), auctorä'meti4U'm n. = auctor atto; Miethsold, 
Miethgeld, Handgeld. — auc-ti-ö(n) f. Vermehrung, Zunahme; (meist 
speciell) Vermehrung des Kaufgebotes = Versteigerung, Verkauf 
durch Aufstrich, Auction, auction-cUi-s, -äriu-s zur Versteigerung geh., 
auction-ari Versteigerung halten, versteigern. — aug-men {min-is, 
fast nur bei Lucr.) n. das Gemehrte, also eine reichliche und feier- 
lich gespendete Opfergabe {non magmenta, non augmina Am. 7. 24. 
Or.), aug-men-tu-m n. Wachsthum, Zuwachs, Zunahme, augmen- 
tä-re vermehren (Cod.), augmentä4or m. Vermehrer (Cassiod.), 
augni€ntä-ti-ö(n) f. Vermehrung (BoCth.). — aug-US-tu-S {aug-us = 
Skr. og-aSy vgl. roh-us4U'S, ven^us4U'S) mit Mehrung begabt, daraus: 
mit Weihung oder Heiligung begabt == erhaben, hehr, hoch, maje- 

Vaniiek, etym. Wörterbuch. 55 



1 

I 



— 86G — 

atatisch (Adv. -(e), aug»stä^-c verherrlicben, weilien(Sp,); Auffustu-n 
Bein, des C. Julius O&s&i Octavianus, seit der Begrflndun^ seiner 
AUeinherraohal't im J. 737 (spSter erblicher Name in der rSnii- 
scben KalEerfamilie = kaiserl. Holieit, kaiserl. Mm'eet&t; seit Frobiu 
auuh perpetujus Augustus, dann seniper Äuffushis „allzeit Mehrer des 
Reichs"; vgl. Dio CaHB. 36. 116: 'AiJii — Avyovatosj tag tttl TÜtSö» 
ti ^ Ktttä ävd^tänov; mv Intxk^&ij' %avTtt yag %a ivxttwrara xal \ä 
ff^okoTK aÜYovata xaXtixai); Avgusla Titel weibl, Mitglieder der 
Kaitjerfamilie, Benennung räm. StEldbe (A. Bracarum, jetzt Braga. 

A. Emfrila, jutxt Mtrida, A. Julia, sonst Giidcs, A. TremronmH, 
jet/,t Trier u. a. w.); Auffu^-lnus rüm. Kein. (n. B. Ji. Aurclius A., 
latein. ICirchenBchrjftsteller, 354 — 430 n. Chr.). — Frequ. nnd 
Intens, mtc-lä^e, audi-la-rc, Inchoat. augcsc~ere. — (aug4o, äug- 
tÜ-lo, aug-M-lo, augsüi-io, vgl. postiilärc \mg. 518) niiXll*in*II] n. 
(vgl. Varro 1. 1. S. 90) Zuwachs, um etwas durchzuf Uhren — 
UnterstatjEung, Hilfsleistung, Hilfe, Beistand, Flur. Hilfs-mitt«l, 
-«Iiiellen, (milit.) Streitkraft«, Hilf8tni[ipen*), auxUiä-rc, -rt UilTe 
leisten, helfen, imterstUtaen, avxiliä-lit-s {tüs) m. = auxUium (Lact. 
5. 1038), auxaiä-H-ö(n) f. id. (Nonn. p. 385. G), mixilia40r m^ 
-Irix f. Helfer, -in, Beistand, auxUiä-lmnilus hilfreich (AppnL); 
auxäi-äris, -äritt~3 zur Hilfe bestimmt, zur H. dienend, hilfreich, 
helfend, 

{aug ^) ög. — {ög-o, ogo-h, ogol-tto, ogoln-io) Oi/al-n-ht-s 
{^ia, -iu-m) Benennung einer gens zu Rom'"). 

Ascoli KZ. XVU. 404. — B. Gl. Gib. 6Ga. SaSa. — Corsaeii I. SB». 

B. 395 i KZ. m, 2*8 870 f. — C. E. 186. 386; KZ, VI. 80. — F. W. «. 
27. 34ö. 896; F. 8pr. 298. 365; KZ, XX. lüCf. 168 f. — L. Meyer Kit. 
VI. 818. — Sohmidt KZ, XIX. 270. — SuhweiMr-Sidler KZ. HI. am. 
XIII. 806, IIV. llfi. XVI. 1.12. - 1) C. V. 207. 249 f. 858, 2t. 8B0. »). 
»88. 11. S68. — Savelaberg de dig. p. 11. — Anders Kenner St. la. 188: 
av£n altera forma noti ex äcim eontratla est, sed potitm in äJ^-tim e at 
imaüi» auxiliarU, ab Jonibu» commodioris lyronutitiatiotiu eaiua oactte, 
fortaase tantm» a parle quaäam. — 2) Vgl. bocb Cbriiit p. 221. — 3) V^ 
Pott KZ. VII. 99 (IX. 201); „der StrahleDde ". Seinen Kusanunenhang 
mit der Sonne aber würde schon die Menge seiner Heerden verrathen. 
„Ks sind Lämmer [vgl. LUmmor wölken] und Binder, lahlloB wie die 
Wolken am Himmel (mofl viipt] idatötvm Thookr S5. 89), darunter 1S 
dem Helios geweihte Stiere , einer heisat Phaethou u, a. w." — 4) K. Ol. 
871a: vlg ventäare, af/lare. — Grassmann KZ. IX. 26: zu gtvami vivo. 
-- b) CorBsen B. 390: in vigil ist da« ausl. I ans r entstanden; vgL ahd. 
vaeh-at neben tcaeh-ar „wach, wacker" (Graff, ahd. Spraifchf. l. ffn. 
079). — B. Gl. 151a: gägar rigilare -> guigüof mutaio r in I et oft- 
j'eda inifKilt gutturali. ~ 0) Cortuien I. 510. B. 61 f. — Düntzer KZ. XL 
05: vic-luma wohl nicht Ao» Siegsopfer oder daH gebundene oder das 
kräftige, iondem das „geweihte" Thier. — 7) CorsBen I. 509 fr, — 
8) Anden L. Meyer vergl. Gramm. 1861 pag. 368: ^ aurc(orzn.Fffy~o.i>(y], 
— Kbel KZ. IV. 443 f. stiebt axigustut, auctor tu a6x, tCix laut aussprechen, 
yrutiteri; augtutus „angebetet, aubetungs würdig", aiKtoT „der laut (daher 
oft suerst) aussprechende" (Zeuge, Veranlasser). Diese Ueutung ncnut 



b. 



— 867 — 

L. Meyer KZ. 1. c. gewiss mit Recht ,fim allerhöchsten Grade unwahr- 
scheinlich". — 9) Eigene Vermuthuug. Ueber dieses Wort wurde Nichts 
geftinden. — Schweizer- Sidler sagt bloss KZ. XVI. 134: auxilium ist 
auf eine ähnliche Form wie poatulare zurückzufuhren. — 10) Corssen ' 
II. 160. 



2) YAG, ÜG feucht sein, netzen*). — Skr. ük-sh (vak-sh) 
träufeln lassen, sprengen, beträufeln, besprengen; Med. träufeln, 
spritzen; sprühen von Funken (PW, I. 864). 

vag. 

(J^vy =) vy. — uy-pö-c nass, feucht, flüssig; (übertr.) weich, 
gelenkig, biegsam, nachgiebig^); xyyQo-Tri-g (Tfix-og) f. Nässe, Feuchtig- 
keit u. 8. w., vyQovöla f.« Wässerigkeit (nur Chalkid. ad Plat. Tim. 
30. 6; andere aber: vy^cc ova/«)^); ty/Q-alvoa nass, feucht u. s. w. 
machen, bewässem, benetzen (Fut. vy^ava, Aor. Pass. vy^av-O-iy-v), 
vyQav-t-iTw-g zum Nassmachen u. s. w. geschickt, vyQav-aL-g f. das 
Benetzen, Anfeuchten (Sp.); vyQa-^m nass, feucht sein (Hippokr.), 
vyQa-a-iia(x) n. das Benetzte u. s. w.; Feuchtigkeit (Hippokr.); 
vyQoiööto = vyQd^G) (nur Aesch. Ag. 1329 D.: vyQciaafX}v önoyyog^j] 
{öi-vyQo) tvyQa' aXog (Eust. p. 295. 13). 

ng. 

ugv. — {*ugvU'S, *uvus) ÜVC-re feucht oder nass sein (nur 
im Part, uven-s)^), üvt-du-s feucht, nass, Demin, uvidü-ltirS (Cat. 
06. 63), üV'Or (ör-is) m. Feuchtigkeit, Nässe; Inchoat. uve-sc-ere, 

— {*uv-du-s) ü-du-S = uvidus, üdä-re feucht oder nass machen 
(Macr. August.). — (*u<^tre, ttdi-g-in^ d = l) üll-g-0 (in-is) f. = 
uvor; Pflanzensaft; uligm-ösths voll Feuchtigkeit. — (^uv-mo, *ü-mU'S) 
ume-re = uvere^), umt-du-s = uvidus {uvidus pinguis; et umi- 
dum est, quod extrinsecus habet aliguid umoris, uvidum vero quod 
inlrinsecus, Unde et uvae dictae sunt Serv. Verg. Buc. 10. 20); 
Demin. umidü-lu-s; Inchoat. ume-se^e; üm-^)r (ör-is) m, = uvor, 
mnor-ösus = tUiginosus; um-ec-tu-s = twiidus, i4mect€Hre == udare^ 
um€ctä-ti-ö(n) f. Befeuchtung (Cassiod.). — (*!4^t;-a) ÜV-a f. Traube 
(uvae ah uvore Varro 1. 1. ö. 104, cl. Serv. ad Verg. E. 10. 20) 
[die saftigste der Früchte, die von innerer Feuchtigkeit strotzt, 
vgl. poet. spumea, stiUansY); das Zäpfchen am menschlichen Halse; 
üvi-fer traubentragend (Sü.). 

*) Fick KZ. XX. 167: vag, ug nass, feucht sein eigentlich mit 
vag, ug stark sein {augere wachsen) ganz dasselbe; Grundbedeutung 
beider Verba ist: frisch, saftig sein, woraus sich der Begriff des Ge- 
deihens, der Stärke ebenso leicht entwickelt, wie der des Netzens, 
Sprengens, Anfeuchtens. — Bugge KZ. XIX. 426. — Corssen I. 87. 224. 
644 f. II. 1017. B. 67. 98. — C. E. 186. 248. 602. — Deffher St IV. 293. 

- F. W. 23. 1077; F. Spr. 366; KZ. 1. c. (dagegen: F. W. 404: 8uk 
fliessen; vielleicht auch vyQog; dagegen F. W. 344, Spr. 296: ag salben, 
glätten: ag-ä Beere, ug-va Traube; üvo feucht, uveo u. s. w.). — Goetste 

66* 



— 868 — 

St Ib. 175 f. 182. — Schweizer- Sidler KZ. XI. 74: zweifelnd. (Wenn 
umor, umidus, uvidus mit x^f^S zusammenhäDgen , dann ist hier ein h 
Bpurlos abgefallen. Vielleicht aber stellen sich die lat Wörter zu uksh 
benetzen.) -- 1) B. Gl. 140a: cus sugere. — Kuhn KZ. I. 376: vdmg, 
St. vSaz, vSq (vyo) und Adj. vSaQog (mit Ausstossung des Vocals nnd 
Wechsel von d und y) vyQog. — 2) L. Meyer KZ. VII. 417: scheint auf 
*vyQeiv, feucht sein, hinzuweisen. — 3) C. V. I. 369: scheint auf vy^- 
(ot-jm hinzuweisen (vgl. pag. öG4 Anm. 8). — 4) B. OL 64 b: uridus, 
udus cum und, madidum esse, colvaerere videntur, ita ut uvidus ortum sit 
ex udvidus. — 6) Vgl. Froehde KZ. XXII. 267. — Savelsberg KZ. XXI. 
104: in h-umor unorganisches h vorgeschlagen. — Brambach Hülfsb.: 
umidus, umor, nicht humidus, humor. — 6) Corssen 1. o. — Schweizer- 
Sidler KZ. II. 364*). — C. E. 187: zu 1) vag, ug (lit. uga erinnert sehr 
an lat. ü-va, das fdr ug-va stehen kann). Dazu Goetzc St. 1. c: ,^haud 
duhit recte^\ — Noch anders Fick (siehe pag. 867). 



VAGH bewegen: l) fahren zu Lande und Wasser, 2) Wogen 
des Wassers y 3) übertr. auf geistige Verhältnisse. — Skr. YÄh 
1) fuhren, fahren, 2) intrans. fahren, laufen, rollen, 3) Pass. id., 
4) fliessen, mit sich fuhren, 5) wehen (dahinfahren vom Winde), 
6) heimfuhren, heiraten, 7) mit sich, bei sich fuhren, 8) zafUhren, 
9) wegfuhren, 10) tragen, 11) ertragen, 12) an sich tragen, 
13) sich imterziehen, 14) bezahlen, 15) zubringen (eine Zeit) 
(PW. VL 859). 

yagh. 

Fex, Fox- — öx-oc (oxpg Pind. Ol 6. 24) n. Fuhrwerk, 
Wagen (Skr. väh-as; ep. Dat. dxi-BGGi^v^ ox£ö-q)i.v)'^ {öxso-to) öx€-ui 
tragen = fortbewegen, führen; ertragen, dulden; Pass. getrai,'en 
werden, sich tragen lassen, einherfahren (Iterat. des Imperf. ü;^^- 
£-ax-ov Od. 11. 618); oxtj-ai-g f. das Fahren, Reiten; oxtj-fia^T) n. 
Fuhrwerk, Fahrzeug, Schiff (o;^£-rAo-i' Gramm.), Deniin. ux^j^j- 
£0-v, oxrificcT-i7i6-g zum F. geh. — (px-^-eg) öx-B-€-u) bewegt, er- 
regt sein d. h. unwillig, verdriesslich, bekümmert sein (llom. nur 
Aor. üx^hj-Oav ^eol II. 1, 570. 15, 101 und Part, u^thj-aa-g; bei 
Sp. auch in den übr. tempp.: unzufrieden sein, sich beschweren); 
ox^-Zfcö (Opp. h. 5. 540. LXX) id.; ox&i]-Gi-g f. Unwille, Zorn 
{^oQvßog, TccQccxog Hes.). — (o^-f*^) öx-eu-uj bespringen (von münnl. 
Thieren), belegen, beschälen, bespringen lassen, oxev-To-g be- 
sprungen, befruchtet (Sp.), oxsvr-iKO-g zum B. geschickt, brünstig, 
geil, o%£v-TiJ-g m. Bespringer, Beschäler, das männl. Thier, fem. 
oxsv-TQ-ia (Hes.), ox^v-at-g f. das B. (Sp.), oxBv-^a{t) n. id.; ox^- 
to-g = ox^vrixog^ ox^-^ce f. = ox^vCig^ ox^i^o-v n. = oxsvriig; 
Gestüt. — öx-€-TÖ-c m. Wasserleitung, Kinne, (Jraben, Canal, 
Demin. 6xit-io-v n.; 6xBt-£v-(o eine Wasserleitung u. s. w. führen, 
dxi^-iv-(Aa(x) n. = ox^rog^ 6xir£(f)-ia f. das Führen einer Wasser- 
leitung u. s. w. — ßX'^O-C (äol. okxog) m. die sich bewegende 



~ 869 - 

wogende Menge, Volksmenge, der grosse Haufe; (die von ihr aus- 
gehende) Unruhe, Beunruhigung, Belästigung, Lärm*); öxX^-Ui fort- 
bewegen, -wälzen, -rollen (nur: II. 21. 261 im Pass. vtco 'iffrig>tSBg 
SrcccaaL oxXevvraij ion. statt -ovvraty dazu Lex. Tuvovvxaij xvXiv- 
öovvtai)] beunruhigen, belästigen [meist iv-ox^ifo^^)'^ oxlr^x-iiM-g 
den grossen Haufen betreffend, o%Xr^-<Si-g f. Beunruhigung, Be- 
lästigung (rciQa%ri Suid.), o;i^Aiy-|iia(T) n. id. (Sext. Emp.); o^A-txo-g 
= oxkrixi%6q\ für den gr. H. geeignet, populär; oxX-riQo-q be- 
unruhigend, lästig, unruhig, lärmend, aufrührerisch, o%Ai}^-/a f. 
= oy},ri(Si.q (Sp.); o%X-(idrig dem grossen H. ähnlich, imruhig, be- 
unruhigend; oxX-at<ü sich-aufrührerisch zusammenrotten (LXX.EccL); 
o%X-ltfo wegbewegen, wegwälzen (Hom. nur Aor. Opt. oxllaatiav 
IL 12. 448. Od. 9. 242, L Bekker o%XriaHav^ dann sp. Dichter); 
das Volk zusammenrotten (Hes.). — öx^'^ii-c m. (der fortbewegende) 
Hebel (Hes.), oxXbv-üd mit dem Hebel fortbewegen (Lex.). 

d-Fex, <i-^X {^^ z^ '^ verdünnt, vgl. a-i|o> pag. 863). — 
aux-^V (iv-og) (äol. avqyriv^ äfigyriv, / == ^ durch Assim.) m. (der 
Tragende =) Nacken, Genick, Hals (Hom. von Thieren nur H, Ö. 
161); übertr. Enge, Landenge^); aifxiv-M-g zum Nacken geh. (yivov- 
xsg Od. 3. 450), öi-avxiv-io-g durch den Hals gehend (fiveXog Plat. 
Tim. 74 a); av%fv-/fcö den Hals abschneiden (riixivi^s Soph. Ai. 298 
Sehn.; XatfiorofUfä Schol.), avx€vi-a-triQ ßQOxog Strick zum Erhängen 
(Lykophr. 11 00); fucKQo-KafiTivX'avxriv mit lang -krummem Halse 
[iQG)6u)t^' Epich. ap. Athen. 2, 65 b. 9, 398 d.]*). 

Tagh. 

vag (vgl. tragh trag-u-la pag. 305). — Täg-U-8 fahrig, um- 
herfahrend, umherschweifend, unstet, flüchtig; (übertr.) schwankend, 
wankend, unbestimmt^) (Adv. vag-e); Demin. vagu-lu-s {vagida 
animtUay Hadr. ap. Spart. Hadr. 25); vagä-re (selten), -ri umher- 
schweifen, -streichen, -laufen, sich zerstreuen, vagä-ti-ö(n) f. das 
Umherschweifen (App.), vagä-btmdurS dem U. ergeben, umher- 
schweifend; vtdgi-vagus = vagus {Venus Lucr. 4. 1076, mos fcra- 
rum id. 5. 930); su^er-vag-m-ea (dicehaiur ab auguribus avis, quae 
ex sumnw cacumine vocem emisissetj dida ita^ quia super ornnia 
vagatur aut canit^ Fest. p. 304. 305). 

veh, — v8h-8re (vexi) tragen, fahren, führen, ziehen, bringen; 
Pari, vcc-tu-s; Vect-iu-s röm. Eigenname; Frequ. vec-tä-re, vedä4or 
m. Fahrer, Passagier (Coripp. Joann. 3. ^53), vectä'ti^(n) f. das 
Tragen u. s. w. (Sen., Suet.), vectä-ctUu-m (Tert.), -btUu-m (Gell.) 
Fuhrwerk, Wagen, vedä-hÜi-s tragbar (Sen.), ved-äriu-s cguus Zug- 
pferd (Varro r. r. 2. 7. 15); dazu Frequ. vedi-tä-re; (vec-su-s) 
-vexu-s: con-vewu-s von allen Seiten gewölbartig zusammenlaufend, 
convex (von Innen, nicht von Aussen betrachtet; convexitm est ex 
omni parte dcdinatum, qualis est natura cadi, quod ex omni partt 
ad terram versus declinatum est^ Paul. D. p. 58. 18), de-vexurS herab 



— 870 - 

oder vorwärts hangend, gesenkt, abschilBBig, e-vcj^is nach oben 
abgerundet C&Iarc. Cap.), mb-vexus schräg aufwärts gahend (Gga. 
devexiis); VOXS-re heftig bewegen, erBchüttem, (ubertr.) bedrnogeii, 
belastigen, plagen, quSlen (qjti fertiir et rnptatttr atque kuc of^tM 
illiic (HMrahitur, is rcxari proprie dicitur, Getl. 2. 6, 5), vcxa-t^cu-a 
bedrängend u. b.w. (Cael. Aar.), vexä-lor m., -trix f. Plager, Miss- 
handler, -in, vex5-ti-ö{n) f., -men n. (Lucr. 5. 341J heftige Be- 
wegung, Erschütterung, BedrBngung u. s. w., vexä-bili'S belftetigt, 
belMigend (Adv, -ter). — (vrh-i) veh-i-s und veh-e-s f. Fnhrc^ 
Fuder; Teh-i-CÖltl-m n. Fuhre, Fahrzeug, Wagen, Sfinfte, wfciflJ- 
äris, ■ärh^-s tnm Fuhrwesen geh,^. — {*vek-ili-3, ve-Üis, vi-Ui-g) 
Tlli-S (dasjenige, wovon man Fuhren voll zuführt, eine Fohre 
foU ^1 wohlfeil, werthtoa, geringfügig, gemein, niedrig (Adv, 
-/er), väi-la-s {(äti-s) f. Wohlfeilbeit n. s. w., (* vUitat-ure) vilU-äre 
(Turp. ap. Non. p. 185. 31) ermedrigen'); Inchoat. väv-sc-ere (vÜ-Hi)\ 
r/lf-facfre gering achten (Lact), mli-perutere id. (Plaut. Truc, 2. 
G. 58); Veh-i-l-m-s röm. Eigenn. (Jlf. Vch., Cic. Phil. 3. 10. 25). 
— Tec-tor (tor-w) m. Trager, Fahrer, Führer, Reiter, Paseagier, 
fem. veclr-ix (navis, equa), vector-iu-s zum Fahren dienlich (Hanf 
V., Transportschiff), vec-lüra f. das Tragen, Fahren, Transport, 
(übertr.) Fnhrlohn, Prachtgeld, vectvr-äriu-s m. Fuhrmann; vcc-ti-v(n) 
f. = vectura (Cic. n. d. 2. 60. 151). — (veii-ja, veh-ia oder vAa^ 
vfja, veia) vea (Varro r. r. 1. 2. 14), via f. Weg, Straaae"); Reue, 
Marsch; Gang, Weg, Canal, Röhre; (übertr.) Weg, Methode, Art 
und Weise, Verfahren [Gen. via'i Lucr. 1. 467 ti. S., oiaa Ena. 
ap. Prise, p. 679] {qua vehebant viae dhtae Varro 1. 1. 5. 35; a 
rjiio rtislici etiam nunc viam veam appeUant propttr recturas id. 
r. V. 1. 2. 14; reia apud Oscos dicebahtr jüaustrwn Paul. D. p. 368); 
via giraia die steingewölbte Strasse, via calr.a(a Katkstrasse ichau89^«'\\ 
-viu-s: a-f>iu-8 vom Wege ab liegend, avium n. Abweg, Einßde, 
Irrgang;. fcf-WM-s zweiwegig, biviu-*n n. Zweiweg, Scheide-, Ooppel- 
W6g; de-viu-S ■= avius, übertr. vom rechten Wege abijrend, thö- 
richt; in-viu-s unwegsam, ungangbar; ob-riii-s entgegen, begegnend 
(oft CMMH entgegen, ire, venire u. s. w.); pir-viu-s gangbar, wegsam; 
iirae-vius vorausgehend; quadri-iiti-m n. wo 4 Wege zusammeil- 
alflsaeh, Kreuzweg; Iri'fiu-m n. Dreiweg, Scheideweg; (übertr.) SffentL 
Strasse, Öffentl. Platz, Iri-viit-s auf Drei- oder Scheidewegen' bfr 
tindlich oder verehrt, Beiwort der Gottheiten, die an Scheidewegs^ 
Oapellen hatten, locus Triviae Dianensee in Latium bei Anridai 
jetzt I.ttffo d» Nftni; viä-rc gehen, reisen, viä-tor (tör-is) m. der 
Beisende, Wanderer, fem. via-tr-ix, riator-in-s' zur Reise geh., (•HS- 
lu-s) via-fi-cas id., Subst. -atm n. Reisegeld, Zehrpfennig, (ftbertr.) 
Beute-, Zehr-, Fährgeld, Demin. viaticü-lu-tn n., (" viatkä-re) viotio»- 
ht-s mit Reisegeld versehen (Plaut. Men. 2. I. 30); v't-äUs, -äriu-s 
znm Wege geh., tri-vi^i-s auf Dreiwegen, auf Öffentl. Strassa 



- 871 - 

befindlich, (übertr.) allgemein zugänglich, gewöhnlich, gemein (drei- 
fach Arnob. 3. 34). — *Vch-ii (vgl. umbr. VehUo-^ Veianü fratres) 
Veji {örum) m. Stadt in Etmrien^), Vejus vejisch (dux, Tölum- 
nius^ Prop. 4. 10. 31), Ve^a röm. Eigenname (Hör. epod. ö. 29), 
Yej-a/nriu-s m. röm. Eigenn.; (*vej^re = Veßs essej häbitarej Part. 
*vejent') Vejen-s zu Veji geh. ^®), Plur. Vf^enUes die Vejenter, 
Veient-murS , -inu-s vejentisch, Veient^(n) m. röm. Eigenn. — vec- 
ti-8 m. (Beweger, Heber) Hebel, Hebebaum, Brech-stange, -eisen, 
vecti'äriu-s Hebel anwendend, vedi-ctU-äria (vita dicitur ea-um, qui 
vcctibus parietes aliems perfodiunt furandi cau^a, Fest. p. 378; 
veciicidariam vitam vivere^ repente largiter häberey repente nihil, Cato 
ibd.). — (Ablativform: ^väh-ät aus dem Wege, extra = lat. veh-e, 
dann veh-e, vgL inferne, inferne) vßhÖ-men-S (vemens Lucr. 3, 480. 
6, 517 u. ö., Gell. 2. 3. Ter. Scaur. p. 2266 P.) = ex-animis, 
tobend, heftig, hitzig, leidenschaftlich, ungestüm, stürmisch; (übertr.) 
stark, kräftig, wirksam ^^) (Adv. -ter), vehemcnt-ia f. Heftigkeit, 
Leidenschaft, Hitze, Stärke, vehemente-sc-ere heftig u. s. w. werden 
(Cael. Aur.). — (^vec-ti-s Abfuhr, Abgabe, ^vecü-re) Tecti-g-al 
{äli'S) n. Abgabe an den Staat; (von Privatleistungen) Renten, Zinsen, 
Einkünfte, vectig-äli-s zu den Abgaben, Einkünften geh., vectigali' 
äriu-s m. Steuereinnehmer (Firmic. math. 3. 13). — {* veh-s-liMn, 
^vec-s-tu-my ^ve-s-lu-ni) TC-lu-m n. = das Bewegende (vgl. pis 
pl-Iii-m das Stampfende, pag. 538), Segel, (übertr.) Tuch, Decke, 
Hülle, Vorhang^*), velä-re umhüllen, verhüllen, bedecken (Adv. 
velä-to im Verborgenen Tert.), velä-ti'd(n) f. das Verschleiern 
(August.), vela-men, -men-tu-m n. Decke, Hülle; vel-ärirs zum Vor- 
hang geh., vel-äriU'S m. Diener, der den Thürvorhang zurück- 
schlägt, Thürsteher (Grut. inscr.); Seesoldat, der die Segel auf- 
spannte (Or. inscr. 3624); velräriu-my velä-brthm (triMn Teri) n. 
Schutzdecke, Schutzdach über dem Theater; Vela-brti-m [eig. Werk- 
zeug, dann Stätte zum Verhüllen] n. Strasse in Bom am Aventin, 
die bei gewissen Festzügen mit Tüchern überdeckt wurde; veli-fer, 
-ger Segel tragend, führend, velirficu-s segelnd, schiffend, velificorri 
die Segel spannen, segeln, (übertr.) mit vollen Segeln, d. h. eifrig 
wirken, fördern, (auch) Segel machen, vdi-volurS mit Segeln einher- 
fliegend, beflügelt; Demin. (^veh-sulu-m, *vexu-lu^) Texil-lu-m 
n. Fahne, vexül-äriti-s m. Fähnrich, PL die Vexillarier, unter den 
Kaisern die ältesten Veteranen (Tac.), {*vexiUäre) vexülä-ti-ö(n) f. 
Abtheilung der Vexillaner, Reiter abtheilung, Schwadron, vexiUi-fer 
Fahnenträger (Prudent.). — {*veh-na) Tß-na (= ox-e-ro-g Rinne) 
f. Ader, Blut-, Puls-ader, Metallader, (übertr.) das Innere ^^), Demin. 
venü-l<i f., ven-ösU'S voll Adern, adernreich, vena-ü-li-s aus einer 
Ader entspringend (Cassiod.). 

Aacoli KV. XVII. 261 ff. — B. Gl. 365. — Bugge KZ. XX. 28 f. 
~ Corssen I. 41. 98. II. 341. N. 78. 246. — C. E. 192. 476. 680; St. VI. 



- 872 — 

414; V. I. 842. 847. — P. W. 177. 187. 491 f.; P. 8pr. 197. S66. — Hop- 
feld KZ. VIIL 370 flfl — Kuhn KZ. IL 133. — Lottner KZ. VIT. 19a 
148). — Meister Si IV. 874. 16). — L. Meyer KZ. V. 869*). XXIII. 54 

— Mikloddi Lex. p. 61 s. v. vesti, vezq, — 1) B. Ql. 66a: öga, nl wM 
videtur, a rad, uh colligere; ox-log ejecta dipMhongi o parte po§Urion 
et pasito o pro a. — Legerlotz KZ. Vm. 64: krei noXxog — ati. Zx^ 
aoL Slxog, wdgus, Skr. varha (PW. VI. 729: vdrga). — 2) F. Spr. 256: 
296: agh beengen; a^la beftngsldgend. — ü) VgL G. Meyer Sl V. 88. 
Savelsberg Dig. pag. 40; femer KZ. XXL 202. 2). — 8ch. W. a. ▼.: 
„Träger" nänmch des Kopfes? — Anders Döderlein nr. 2490: sn äwifm, 

— 4) VgL G. Meyer KZ. XXII. 21. — 5) Ebel KZ. V. 893. — B. GL 
839b: vag ire; 846a: varg relinquere; fartasse vagor e vargor. — F. W. 
177: vag krumm gehen, wanken; vagus unstet — 6) Bug]ge KZ. XX 
142: aus *vthetlcm o- ox^xlovy Skr. vähüra-m Schiff; -CM/u-ffi ans -Üwm 
entstanden. — 7) Pick KZ. XXIL 871. — 8) F. W. 291: vi gehen, fohzen, 
treiben, jagen. — 9) VgL Aufrecht KZ. I. 230 f. und Ascoli KZ. XVIL 
278 (mit ?). — 10) Bech«tein St VIIL 361. — 11) AscoU KZ. XVIL 
267 f. — Aehnlich Deecke-Sieg^smund St VII. 251: vehi^-, ve- scheint 
,j^u8ser^ ausserhalb** zu bedeuten (fdr vMs wie pote für pcUs), — 12) VgL 
Goetse St Ib. 160. 170. — Klotz W. s. y.: „eigentlich der das Schiff 
fortführende Gegenstand, das Segel". — Max Müller Vorl. II. 807. 56): 
vdwm steht wohl einfacher für vehelum, vMwn und rexäfZum ist eine 
Diminutivform [wie aber erkfobar aus vehdum^ ve1üum?\ — Anders B. 
GL 187b. 140b: eil vestirCj cela vestia, fortasse velum, veiare, quod e 
quelum, guelare eaßplicari potest, nist poUus pertinet ad var; 343b: var 
tegere; fortasse vdum, nisi pertinet ad cela, — Zu t^ar teaere sieht du 
V^ort auch: Gorssen I. 459. B. 60. 358. — 18) Anders Pick KZ. XXII. 
106. 110: «— vee-na^ vgl. l-v-n aus J^ea-v-eg. 



vat Jahr; Adj. bejahrt, alt. — Skr. vatsd, vat-sarä 
Jahr (PW. 646 f.)*). 

Tai, yat-as. 

F€T. — (J^et-ea) ?t-oc n. Jahr, PL Zeit^); (hea-to) ite-to-g 
jährlich, ein Jahr lang (poet, selten in Prosa); eirjcio-c jährig, 
ein Jahr dauernd, jährlich, alle Jahre wiederkehrend, iTTjclai (Gen. 
PL itfiaUov vom St ixrjaio) erg. avefioi (vgL Her. 6. 140 irrjaiimv 
aviiuov) Jahreswinde, zur gewissen Zeit wiederkehrend, Pasi^at- 
winde, bes. der in den Hundstagen auf dem ägäischen und mittel- 
länd. Ikleere wehende Nord- oder Nordwestwind {tlwxQov nvevfta 
BoQiov iv d'iQi^ nviov B. A. 267), htiöt-a-g (dS-og) erg. ctv^^ id. 
(Nonn. D. 12. 286); (x6 Sir-Bg) T-fiT-ec (ion. und vulg. a-ijt-eg) 
Adv. heuer*), wfr-tvo-g, xrjft-tvo-g {arixEio-g Hes.) heurig, diesjährig; 
dg (veO'J^i'ta) V€iüT-a übers Jahr, künftiges Jahr. — -F€T-€c: 
(« copul. -|- J-ix) a-vixf\' xbv avxoixrj, a-ixi-a' xic xm avrco Ire* 
yevvmfuva (Hes.); öia-ß-ixtig (lakon.); ini^-tt-rig (Pol. 3. 55. 1), 
i'jt-ixi\0yiO'g^ ion. in-ixe-o-g^ in-Bxi^a-io-g (dies nur Od. 7. 118, 
Kallim. Apoll. 78) für das ganze Jahr, das Jahr hindurch dauernd; 
(o copuL, vgl, O'pQifAog^ o-övg^ ^-f^X^V "• s- w- ^'- ^« ^^^ ^0 oHr-t^g 
glcichalterig «= ofwixrig (nur IL 2. 765); zQuxKovxcC'fxi^gy xQiaxoinovrvig 



/ 



— 873 — 

dreissigjährig. — {fstBö-Qo, J^srri-Qo) Si-in^-Qo-g zwey ährig, ebenso 
dexa-, jtevra'itriQog u. 8. w.; Svg-etri-Q-ia f. Missjahr (Poll. 1. 52). 

— {ivi. pg. 29, -{- J^et = avx) ^vi-auT-ö-c m. (urspr. A^, die Jahre 
betreffend, jährlich, dann Subst.) Jahresperiode, Jahr^), {ivi-ccvt-io) 
ivi-ava-io-g jährig, ein Jahr alt, ein Jahr lang dauernd, ivavöi-aio-g 
id. (Sp.), iviavr-lionai ein Jahr leben, zubringen (Plat. com. ap. 
Ath. 15. 644 a). 

UT (gekürzt aus /rr, vgl. a-/fja), ofi!|a) pag. 863): (para- 
vat = Skr. par-ut im vergangenen Jahre PW. IV. 564) irep-UT-i, 
-ig (der.), TT^p-uc-l vor'm Jahre, voriges Jahr"*), itBQval-a-g^ nsQvai- 
vo-g vom vorigen Jahre, jährig (negcv-cc-gj negav-vo-g Galen und 
Lex.). 

Fit (geschwächt aus fei): ii-aXö-c = v^U-tUu-s s. unten (Hes.; 
vgl. Hellan. bei D. Hai. 1. 35). 

vat. 

veL — {*vct'U-s) TÖt-ii-lu-S bejahrt, ältlich, Vdulrön-ia f. 
Stadt in Etrurien; v8tÄ-re (vgl. unten inveterarc) veraltem lassen 
= für nichtig, umsonst erklären, abschaffen, verbieten (vet-ui, 
doch vctavU Pers. 5. 90)^); Part, vett-iu-s (votitus Plaut. Asin. 4. 
1. 44 nach Non. p. 45. 4), (als Subst. n.) das Verbotene, das Verbot. 

— v6t-ilS (er-is) bejahrt, alt, ehemalig, vorig, Subst. PL die 
Alten, Ahnen, die alten Schriftsteller (alt *veUos, *veksos, *vetc- 
rus, * veter is, daraus veter: olla veter arhos Varro 1. 1. 7. 8, vgl. 
Enn. und Acc. ap. Prise, p. 607), Demin. vetus-culu-s ; vetus-tu-s 
lange Zeit bestehend, alt (Adv. -^c), vettis-ta-s {tätirs) f. Alter, 
lange Dauer (medic. verwester Zustand), vetustä-re, -ri alt machen, 
werden (Boeth.), vetuste-sc-ire alt werden (Nigid., CoL); (vettis-io) 
Vetür-iu-s m. röm. Gentüname; (*t?e/e5-t*-5, *ve/er-u-s) Dem, veterii-lu-s 
(Ruf. invect. in Hieron. 2. n. 7), in-veterä-re alt werden lassen, 
veraltern lassen, abschaffen, veterä-tu-s^ invetera-tu-s veraltet, alt 
geworden, veter ä-tor (in-, Cassiod.) m. ein Altgeübter, im schlimmen 
Sinne: alter Fuchs, Schlaukopf, veteratör-m-s (Adv. -tc) schlau, 
durchtrieben, veterä'men't-äriU'S zu alten Sachen geh. {sutor Schuh- 
flicker, Suet.); veterä'SC-ere^ in- (ö-vi, ä-turs) alt werden, veralten, 
(übertr.) einwurzeln, zunehmen; {^veter-ere) väere-tu-m n. Brachfeld, 
Brachacker (CoL); veter -nu-s alt, Subst. Alter, Erschlaffung, Schlaf- 
sucht, Lethargie, veterthösu-s alt, erschlafft u. s. w., vctemosi-ta-s 
f. Schlafsucht (Fulgent.); veter-änu-s alt {milites v. alte gediente 
Soldaten, Veteranen); veter-inu-s zum (jährigen) Zugvieh gehörig, 
(absol. Subst.) veter-lna f. Zugvieh (eig. das mindestens ein Jahr 
alte; ars veterina Thierarzneikunst, Veget.), veterin-äriu-s = vete- 
rlnus (Subst. m. Thierarzt, f. Thierarzneikunde, n. Pflegeort für 
krankes Vieh.). 

vtt, — vit-Ülu-8 m., -ula f. (= Jährling) das junge Rind, 
Kalb, übertr. Junges (vitulus marinus Meerkalb)*), vittdä-H ein 



— 874 — 

Kalb opfern, ein Freudenopfer bringen, fröhlich sein, vii mlh m i 
vom Kalbe, Sabst. f. Kalbfleisch, VUuUäria via eine Strasse bd 
Arpinum; Demin. vUe^u-s, vitdl-uia f. »» vittüifki, Vitdl-m t 
Stadt der Aequer, ViteU-^Hse-s Stadtgemeinde in Latium, Vit€il4^ 
röm. Gescblechtsbenennung. — (^vU-alu-s vgL fn-aXo-g pag. 878) 
ItiU-la (oskisch Viteliü) f. Italien (das rinderreiche Land), Jüd^ 
(teil-«) italisch, Subst m. der Italer, fem. Ital-i-s (td-is) (poet). 

*) PW. VI. 648: vatsard vielleicht auf vart, gich drehen, surfick- 
znfQhren, dann wäre vartsara die nrs^üngl. Form. Jedoch F. W. 178 £: 
vtUsa Jahr, Erweiterung eines alten Thema vatM (wie ditmaa ans dkm 
u. 8. w.) o- vat-a-ta; vatsara für vcttas-ara, — B. GL 8S4b. 840b. — 
Corssen I. 236. 406. 408. IL 79 f. 87. B. 10. N. 46. KZ. IL 10. — C. E. 
208. 276. 364. 628. — Dfintzer KZ. XV. 67 fif. — Ebel KZ. IV. 329. S89. 
V. 70. — F. W. 119. 178 f. 492; F. Spr. 157. 197. — Kuhn KZ. IT. 131 

— Lettner KZ. VII. 190. 162). — Meister St. IV. 398. 2). 403. — Mikk- 
sich Lex. 8. y. v^uchü pg. 62. — M. Maller KZ. XIX. 44 ff. — Pott KZ. 
V. 249. — Schmidt KZ. XIX. 196 f. — Schweizer -Sidler KZ. XIV. 161 

— Stier KZ. XL 207. 48). — Windisch 8t. IL 218. — VgL noch Pfcpe, 
Schenkl, Seiler s. y. — 1) Eine^ eigenthümliche Etymologie gibt Plato 
Kralyl. 410 d. of filv iviavtov^ ot» iv lavr^, ot Si hog, on izatßi^ o 
9\ oloi ioyog laxi xo iv avtm itd^ov touto nQoaayo^vtdtu iv Sv diju^ 
Mute dvo 6v6i»4na yByopivai, ivutvxov re %al itog^ ii Mg lofo v. — 
•2) Vgl. C. E. 897 und Seh. W. s. y. — Anders Ascoli KZ. XVU. 408: 
*iva-<fetTi£^ *ila-<fittjgf *<^FiyT«5, cii%sg; ebenso *c^-/i7fM^o-g, 9i}|MfQ9; 
eine bei so geläufigen Wörtern gewiss nicht befremdende Aphftrese. — 
3) Ascoli KZ. 1. c. — Christ p. 261: aus ^vog und J^ttog. — Aehnlieh 
L. Meyer KZ. VIII. 136: ?vo(, Skr. sama t Jahr, worauf ohne Zweifel 
auch iviavtog zurdckgeht (dagegen Düntzer 1. c. : „daran nicht za denken'O- 

— C. E. 208: die yon Iviavtog yersuchten Erkläruugen, auch die neueste 
von Ascoli, scheinen mir noch nicht gelungen zu Pein. — 4) Gerland 
KZ. IX. 67 hält nigvtig neben dem Singular-Locativ nigvxi (nigvöt) für 
einen Ablat. Sing, („wozu die Bedeutung weit besser padst als zu dem 
allenfalls hier möglichen Dativ , d. h. Loct^tiv Plur., für den es Benfey 
Wurzcll. L 312 ansieht"). — 5) Kern KZ. VIII. 400. — Walter quaest. 
etym. 1864: zu dfaa nocere. Dazu Schweizer-Sidler KZ. XIV. 438: „dw 
Bedcutungswechscl denn doch bedenklich. Allerdings wössten wir die 
Sinneserklilnmg von retare, wenn man dieses mit Spi(»gcl unter baktr. 
und ved. rat, kennen , verstehen, 8t«?llt, auch nicht recht zu fassen". 

— 6) Stier 1. c: alban. ßiräi, ß^ttiy walach. yitialff, ricclu, vite, hindodi 
bcUshu Junges überhaupt, batshera Kiilb oder Füllen. 



1) VAD, UD quellen; benetzen» baden. — Skr. ud^ Und 
id. (PW. I. 907). 

iid = uö. 

uö-ap, uö-ap-T, uö-OT. — öö-tup, böot. ovö-ohq^ {vd-ar-ogj Dat, 
vS-fi Hes. 0. 61; Nom. vd-og Kallim. fr. 466; v, bei Hom. in 
arsi auch v) n. Wasser^), Demin. vSdt-io-v^ vöq-Io-v n. — (vd-«p) 
uöp: uöp-aivui bewÄssem, netzen, Med. sich baden, waschen (Fut. 
vdqavm^ Aor. M. vd^va-fiijv, ion. üiff^vd-fitiv^ Hom. nur Part. 



— 875 — 

v6Qfiva-(jUvfi Od. 4 mal), vdQaV'X-ixo-g zum Bewässern geschickt 
(Sp.). — uöp-€Ü-c m. Wftsserer, Begiesser, vÖQev-a Wasser schöpfen 
oder holen, vöqbv'TtJs m. = vÖQevg^ vSQev-01-g f. das Wässern, Be- 
giessen , v6QBV'fia(T) n. Ort zum Wasserschöpfen, Brunnen, v^^f (/)-/« 
f. das Wasserschöpfen (Wasser D. Sic), v8Qe(J^yio-v (v6^-'io-v 
Her. 3. 14) n. Wassereimer, Brunnen; iÖQ-aio-g zu Wasser (Ggs. 
XSQöalog) Nicet. — öbp-u)V|i (joTC-og, o7C-og) m. Wassersucht, unreine 
Flüssigkeit; der Wassersüchtige (in dieser Bed. auch vJ^-cit/;), 
vÖQCJTC-Mo-g, vSQcoTt-O'Siöi^g^ vÖQfoni'tQSrig von der Art der W., wasser- 
süchtig, vÖQfOTC-i-afo die W. haben. — (St. vS-e-q) ubep-o-c {ov-g) 
m. = tid^otf;, vösqo-co^ vöeQ-am, -lata^ vöeQ-alv(o = vd^mmaca^ 
vÖEQ-mo-g wassersüchtig, vösQla-at-g f. = vÖBQog, vöeQQ-eiöi^g^ 
vÖQcidrig = iÖQ^Ttmog, — uö-ar: vöccv-o-ca wässerig machen, vöcct- 
alvG) wassersüchtig sein, vöccv-l-g (l6-og) f. Wasserblase unter dem 
oberen Augenliede, v6aZ'i.vo-g, vöcez-o-si-g wässerig, wasserartig, 
durchsichtig wie Wasser, vöctt-riQO-g zum W. geh. (xQaaöog Wasser- 
eimer); vöccv-i'C-fiO'g m. das Geräusch des W. im Leibe des Wasser- 
süchtigen; vöcno-siöi^g y vöcczdörig === vöaxivog. 

üb. — (St. vö'Qo) öb-pa f., öö-po-c m. (II. 2. 723) Wasser- 
ächlange, ''Td^a f. die Lernäische Schlange (ABQvala, neunköpfig, 
nach Anderen 50-, gar lOOköpfig); Vorgeb. auf der äol. Küste; See 
in Aetolien; Insel Libyens; ^T$Q-ia f. Insel in der Bucht von Her- 
raione bei Argolis *). — (vd-Ao) öX-Xo-c m. Ichneumon ^);'^!rAAo-ffFluss 
in lonien, in den Hermos mündend (II. 20. 392); Sohn des Hera- 
kles und der Deianira, dess. und der Melite; ein Athener. — uö-p-(a 
f. Wassereimer, Todtenume, Aschenkrug, Demin. iÖQ-löxri f.; vSq- 
lo-v n. Wasseruhr; iÖQ-ia-g (aö-og) f. Wassernymphe; vÖQ-riQO-gj 
riko-g wässerig, feucht, nass, vÖQo-Bi-g id.; '^Q-fjko-g Erbauer der 
Stadt '^OT^i^Aa (n. PL) in Karlen. — vib-apö-c*), vdaQ-rig, vdak- 
io-g^) wässerig, durch Wasser verdünnt, verfälscht; (übertr.) falsch, 
verstellt, vöaQo-xrj-g (ri^-og) f. Wässerigkeit. — Composita: -vö-go: 
av-vÖQog wasser-los, -arm, Sv-vÖQog mit W. angefüllt, im W. 
lebend, Bv-vÖQog mit schönem W., wasserreich, itp-vS^og feucht, 
nass. Regen bringend (Bein, des Zephyrs Od. 14. 458), xcc^-vÖQog 
wasserreich, bewässert, fukav-vSQog mit schwarzem, dunklem W., 
itokv-vÖQog wasserreich u. s. w. — ?v-ubp-i-c {i-og) oder iv-vÖQ-l-g 
(lö-og) f. Fischotter (a vivendo in aqua nominata B. Gl. 1. c). 

ud. 

U-n-d-a f. Welle; (übertr.) Wasser, Feuchtigkeit, Nass; Strom, 
Strömung^; undä-re Wellen schlagen, wallen, überwallen, voll 
sein, Adv. (vom Part.) undanteTy undä-ti-m wellenförmig, undä-ti-öin) 
f. das Wellenschlagen u. s. w., undä-hundu-s stark wogend, wallend, 
undröm-s (Adv. -ose) wellenreich, heftig wallend; Demin. undü-la, 
(undulä-re) undidä-tu-s wellenförmig, wallend (Ynrm *« Non. 
p. 189. 26); ah'undare ab- oder überwaUen, fß 



— 876 - 

fliessen, üeberfluss haben , ex-, in-undare über-schwemmen, -strömen, 
-fliessen, red-undare zurück-strÖmen, überfliessen, Ueberiluss haben. 
— (pala -{-öd; vgl. Skr. palüd Schlamm, Schmutz, pag. 525) 
pal-n-S (-üi-w) f. Schlammwasser = Pfuhl, Sumpf, Pfütze ') (übertr. 
Sumpf röhr, Rohr, Mart.V (pälud-tri) pälus-ter {tri-s, tre) sumpfig, 
paltid-e-ster id. (Cassiod.), paJ/ud-ömi-s sumpfig, sumpfreich. 

B. Gl. 52a. 64a. — C. E. 248. — F. W. 24. 430. 1057. — Förgtc- 
mann KZ. XX. 413. — Kuhn KZ. I. 373. 376. II. 134. XI. 311. — Miklo- 
sich Lex. p. 70 s. v. voda, — Schweizer-Sidler KZ. III. 379. — Windiach 
KZ. XXI. 247. — Andere Spiegel KZ. V. 232: vadh gehen, fliessen. — 
1) Curtius St. II. 173: vSagt, vdagg, vdogg (a vor p zu o verdumpft), 
vdioQj vdagx, vÖar-os. (üeber vSfQidoa s. Anm. 1 pag. 823.) Ebenso 
Brugman St. IV. 112. Vgl. auch G. Meyer St. V. 79 f. — 2) Vgl. Pott 
KZ. VI. 265. — 3) C. E. 1. c: wenn verwandt, so muss es als Deminutiv 
gefasst werden. — 4) Vgl. Clemm St. IL 53. 1). — Ascoli KZ. XVIL 401 
vSaQO-g aus vdtoQ, vSat- (vgl. Kuhn KZ. I. 376. IV. 42). — Kuhn's Den 
tung vSagog i» vygog siehe pag. 868 Anm. 1). — 5) Bugge KZ. XX. 45 
vSaliog =- Skr. udanja-s. — 6) Vgl. Corsseu I. 171. 312. — 7) C. E 
L c. und 275 f. (doch mit ?). Ebenso Pott KZ. VIII. 179. Vgl. B. Gl 
52 b: (ie Pottii sententia, qui eticun apte sylldbam üd vocis iial-tiSy pal 
üd-is huc refert, ita ut significet „rot; nriXov aquam*'. — Ders. 236a 
palvaldf pälus, lactM, stagnum, cf. paltis, palüd-is. — Corssen B. 110 
pdl'ü-ere »> naXvvm, pcd-ü-do, pal-ü-d' ein mit Koth behaftetes Ding, 
kothige oder sumpfige Gegend. (Dagegen C. E. 1. c: die Bedeutung 
„streuen*^ liegt zu weit ab.) 



2) TAD sprechen, rufen, singen. -=- Skr. vad a) reden, 
sagen, sprechen, b) mittheileu, verkünden, c) ankündigen, voraus- 
sagen, d) behaupten, e) bezeichnen, erkhiren, f) die Stimme er- 
tönen lassen, schallen, klingen u. s. w.; vand 1) loben, preisen, 
2) Ehre erweisen, ehrfurchtsvoll begrüssen (PW. VI. 649. 678). 

Fab. 

Feb. — d-Feb (a prothet.): d-Tib-u)V, a6-(6v (Mosch. 3. 9), 
a-ßi^6'(av (Hes.) (Gen. arjö-qv-og^ heterokl. ccriö-ovg Soph. Ai. 629 D., 
Voc. ariöoi Arist. Av. 679) f. die Sängerin = Nachtigall (Heu- 
schrecke Anyt. 14; die Sirenen Lykophr. 653); 'yhidciv f. Tochter 
des kret. Pandareos, Mutter des Itylos, den sie aus Inthum tc'xltele, 
von Zeus in eine Nachtigall verwandelt (Od. 19. 518 ff.); in der 
späteren attischen Sage heisst der Vater der Prokne und Philo- 
mele Pandion; Demin. ariö6v-to-v n. (Sp.); aedov-sio-g von der N.; 
ar^dov-l-g (lö-og) f. = ccTjödv; arjöovtö-ev-g m. Nachtigallonjunges 
(Theokr. 15. 121). 

d-ub (/f gekürzt zu v, vgl. a-J^s^co av^o pag. 863): a-ub-r| 
f. Laut, Stimme, Sprache, av6a-(o reden, sprechen, ansprechen, 
entgegnen, grosssprechen, prahlen (Put. avdrj-aco^ -aoficci^ avönco- 
futi Pind. 0. 2. 101, Imper. Aor. avdä-aov Eur. Phoen. 123, Iterativ- 
form av6f^0a'09i-e 11. 5, 786. 17, 420); avda-^ofiai. id. (Fut. avöd^o^i 



— 877 — 

Her, Act. avöa^cD Sp.); avtfi}-ft-g redend, sprechend, beß. mit klang- 
reicher Stimme begabt {canonts^ vocalis)', melodisoh, tonreich (Sp). 

d-Fiö (Vocalßch wächung) : (a-fstö-o) vgl. Am, ksln-G)) 6-€iö-UJ, 
att. (contr.) $b-Ui, Bingen, besingen (Fut. äelao-fuxt^ aco-fiai^ Act 
atfoi Eur. H. f. 681, atfcS, aösvfiai Theokr., Aor. aG^iv Xen. K3rr. 
3. 3. 55; a, doch im Versanfang a nur Od. 17. 519, öfter h. h.); 
Verbaladj. aö-r-eo-v (Plat. Rep. 3. 390 e). 

d-Foib (Vocalsteigerung, vgl. Am, kotit-o-g): d-oib-ö-c, contr. 
wJ-o-^, böot. a-fvö'6-g (C. I. 1583) gesangreich, singend, Subst. 
Sänger, Barde; doib-r|, contr. ibb-rj, f. Gesang, Gedicht, Lied, Ode, 
Gegenstand des Gesanges, Sage, aotdtd-m singen (Od. 5, 61. 10, 
227), aol6-i(AO-g besungen (aelfivriöxogj diaßotitog Lex.); (pö-ino-g 
zum Gesang, zum Singen geh., geneigt; dö-sto-v n. Ort zum Singen 
(ein öfifentl. Gebäude' in Athen, eig. zu musikalischen Schauspielen 
bestimmt, aber auch zu Volksversammlungen dienend). — -lub-ia f.: 
KUJjLi-iubia Komödie, entstand aus den improvisirten Liedern, welche 
bei den bakchischen Festztigen (xcofiot pag. 156) gesungen wurden 
(die alte, 528 — 404 v. Chr., deren Hauptvertreter: Kratinos, Eupolis, 
Aristophanes , hatte politischen Charakter; die mittlere, Hauptver- 
treter: Antiphanes, Alexis, bewahrte denselben im Ganzen und 
geisselte die Laster der Zeit; die neue behandelte Gegenstände 
aus dem Privatleben); TpaY-iwbia eig. Bocksgesang (so hiess urspr. 
der bei den Dionysosfesten vorgetragene Gesang, wo das Opfer 
aus einem Bocke^ dem Schädiger der Beben bestand); aus diesem 
entwickelte sich der Dithyrambos und daraus das Drama, davon 
ging der Name ausschliesslich auf das Trauerspiel über; jueX-tiibia 
öiugen, Gesang, Singweise, Melodie; TiaXiv-iubia Wiederholung des 
vorigen Gesanges, Palinodie; tiberh. Widerruf; TTpoc-iiJbia Zugesang, 
musikal. Begleitung; dann: der musikal. Rhythmus, Betonung, Ac- 
centuation; metrische Betonung (gegenwärtig die Lehre von der 
Sylbenmessung „Prosodie'^); endlich: die Zeichen der Betonung und 
Quantität; ^aip-ujbia (s. ^amm) das Vortragen von Gedichten, bes. 
von epischen; das von einem Rhaploden vorgetr. Gedicht, bes. von 
einzelnen Abschnitten imd Büchern der homer. Gesänge; ujKV-iubia 
Lobgesaug, Loblied; Oracelspruch. 

üb (vgl. svapy v7t-^o-g). 

ub-u) singen, besingen, preisen; sagen, erzählen, nennen, Pass. 
heissen (alexandr.); Nbf. vd-i-ODj vd-eC-o); vd-rig' noivfcr^g (Hes.), 
{yö-vo) vd'V-fig' IfinBigog^ dddg (Lex.). 

B. Gl. 340 b. — Bnigman St. IV. 144. 6). — Clemm St. VIII. 62. 
— C. E. 247; C. V. I. 206. 218. 1). — Delbrack KZ. XXI. 84. — F. W. 
179; KZ. XXI. 106. 6). — Gerth St. Ib. 230 f. — Savelsberg KZ. XXL 
201. 1). — Delbrück 1. c: vad, vand: J^Bvd^ /ly*, J^sUf. Ebenso F. W- 
1. c: J=et9 sta.it J=svd. — Hugo Weber KZ. X. 241 ff. : W. va, ä-J^ri'iu u. s. w.: 
«/, avy d-J^e-, d'fsi-, d-rn-dtOy d-foi-do-g. 



— 878 — 

l) TADH gehen, führen; heimführen «=> ein Pfand 
einlösen. — Zend vad führen: vad-^mnö der Heimführende, Brio- 
tigam; ksL ved-c^ (ves-ti), altpr. west, weskoei, lit. veäu, vesH, dv- 
cere (Miklosich Lex. p. 61). 

Fee. 

d-FeO, (contr.) dO. — ä-€0-Xo-c, fiO-Xo-c m. Kampf, Kampf- 
spiel, Wettkampf; (übertr.) Mühe, Arbeit, Beschwerde, Drangsal, 
Noth; äeOXo-v, fiOXo-v, ^Tr-aOXov n. Kampfpreis, (übertr.) «» at^lo^; 
ii^k'iO'V n. Kampfyreis, Wettkampf, Kampfgeräthe, Waffen; Odk- 
lo-g den Kampfyreis davon tragend; &^X-io-g kämpf voll, mfihevoll, 
unglücklich; is^Xo-f i^lo-cvvri, iMio-vti-g {ttit-og) f. Kampf, Müh- 
sal, Unglüdc; acOAi-o), i^Xi-to ringen, dulden, sich* mUhen (Part 
Aor. iMfJ6€tvt'Sgj a II. 7, 453. 15, 30); acOAij-, i^lfi-n^-gj a^lii^ 
a^Xfi-T^if (Od. 8. 164) m. Wettkämpfer, Fechter, Athlet, a^li|r- 
iKo-g den Athleten betreffend; a^Xti-Ci-g f. Kampf, Uebong, ofOlf- 
fia(T) n. id.; a^l-sv-tOj a^X-sv-to einen Wettkampf bestehen, klin- 
pfen; sich anstrengen, Mühsal dulden. 

yad. 

tS-S {yadris) m. Bürge, vad-i-mönAu-m n. Bürgschaftsleistong; 
i^vad-ti-s) vadfiHri Bürgschaftsleistimg fordern. Pari vadä-tus dvach 
geleistete Bürgschaft verpflichtet oder verbunden. — (^^prae-vad, 
*prae-vid, *prae-id) prae-S (praed-ds) m. Bürge in Geldsachen') 
(Plur. praevid-€8 Lex Thoria C. I. 200. 46; vgL praedes dicwUur 
soHsdalares lo€uplet4i8 pro re, de qua. apudjudicem Us est, Pseudoascon. 
ad Cic acc. 1. 45); sub-vas m. Unterbürge (Plur. sub-vad-es XII tab. 
Gell. 16. 10. 8). 

Corssen I. 316. II. 399. 415. 715. — C. E. 249. — F. W. 179. 896. 
489; F. Spr. 366. — Vgl. noch Gerth St. Ib. 231 und Renner St la. 
187. — Anders B. Gl. 341a: vad dicerc, loqui; foriasse vas, rctd-is a- 
dicendo dictum, sictU nos dicimus „gut sagen". — L. Meyer KZ. XIV. 
93 f.: man darf wohl aJ^sd-Xo- unmittelbar zum lat. ave-re (bcftig ver- 
langen, sehr begierig sein) stellen: a/f-^Xo; wegen des Begriffes ,,8ich 
abmühen, Mühaal dulden" z. B. «in d^XivBiv vgl. ags. dreogan aus- 
halten, leiden, ertragen, ausführen, verrichten. — 1) L. Meyer KZ. V. 
370: praed scheint im Innern verstümmelt. 



2) VADH schlagen, stossen. — Skr. vadh schlagen (eigent- 
lich, und auch den Feind, ein Heer), zerschlagen, erschlagen, 
tödten (FW. VI. 6Ö9). 

Fae. 

Fo6, FuiO (o durch Einwirkung des schwindenden Spiranten). 
— (iv-/oO-Tt, iv-J-oc-u, iv-J-oc-di) fv-vo-ci-c (J- zu v assini.), 
fv-o-ci-c (/ geschwunden) f. Bewegung, Erschütterung; ivvocl- 
yaio-g m. ErderschUtterer, Beiw. des Foseidon, inwieweit man ihm 



— 879 — 

die Erdbeben zuschrieb; ivoal-x^anv m, id.; Blvoöl'gyvkko-g (ivvoai-) 
laubschUitelnd, blätterschüttelnd (ep. Beiwort von bewaldeten Ber- 
gen) ^). — ibG-d-uü stossen, drängen, treiben, fort-, hin-stossen 
u. 8. w. (Imperf. i-m^ov-v, ep. Iterat. wO-f-tfx-f Od. 11. 596; St. cS^: 
Fut. ä-a(Oj Aor. S-a-aa^ cS-^a, 1-<oöb nur II. 16. 410, Iterat. äöa- 
öKs Od. 11. 599, Perf. f-eo-x«, f-oxr-fiivt, Aor. Pass. i-wtf-^-v, 
Fut. Pass. äa-^j-aofuci; St. (o^s: Fut. att. Dichter m^-aan neben 
fSaoö, Aor. in später Prosa cSOiy-tfof)^); Verbalacy. da-xo-g, dö-x-ip-g, 
a7C-e-(o0t6-v (mit prothet. f ; aTtco^tov Hes.); dax-iiw-g zum Stossen 
geh., geneigt, übertr. heftig, ungestüm; äa-xri-g m. Stösser (aetafiog 
äöxtjg eine von harten Stossen begleitete Erderschütterung); cSÖ^- 
at-g f. Stossen, Drängen, Gedränge, Schlachtgedränge, heftiger 
Wortwechsel; eJO-^w = ad-ito^ (Med.) sich stossen, drängen, im 
Handgemenge sein, (o^i-a-fio-g m. = ä^aig; Frequent. (cS^-to) 
(aa-rlica häufig, wiederholt stossen u. s. w., (Med.) sich herumixeiben, 
toaxi-a-fw-g m. das häufige Stossen u. s. w. — (vi^-co^-e^) vui6-tic 
sich an nichts stossend, kehrend = faul, träge (U. 11. 559 ovog\ 
stumpfsinnig, dumm, voi&s[ö]-uic f. Faulheit u. s. w., voj^-to-^* o 
firiKixi aniQuav dvvaiuvog (Hes.); VUJ6-pö-C = vm^g^ vio^Qo-xti-g 
(xrjx-og) f. = voi^eux; vca^Q-ev-o) (vco^QueG) Diosc.) faul u. s. w. sein 
oder handeln, voD^Qe(J-)lay voad'Qla = voJOfia*). — (Skr. vädli-ri dem 
die Hoden zerschlagen sind = verschnitten, entmannt, immänn 
lieh PW. VI. 665:) T9-pi-c, f6-pi-c m. der Verschnittene, Castrat, 
Eunuch (öJtdöoDv, xo^Uag^ tvvov%ogj xo^Uag KQiog Hes.)^). 

Tad. 

öd [vgl. W. var = or-nare pag. 901]*). — od-io (C. Gracch. 
ap. Fest. 201, odientes Tert., odiendi App. dogm., Fut. odies Teri, 
öderem und ödere Charis. p. 228, Inf. odiri Cassiod., vgl. Prise, 
de accent. 44), Perf. öd-i [odipit er hat gehasst, Anton, ap. Cic. 
fam. 13. 19. 41; Präsensperf . , vgl. co^i, memini] ich hasse (= rep- 
puli^ vgl. odi profanum vulgus et arceo Hör. c. 3. 1. l); übertr. 
nicht gern haben, verdriessHch sein; od-iu-m n. Hass (odium ira 
inveterata = iiilvig Cic. Tusc. 4. 9. 21); das Widerwärtige, Ver- 
driessliche; odi-ösu-s (Adv. -Öse) (pdiossiis Mar. Victor, p. 2456 P.) 
verhasst, widrig, lästig, verdriesslich (scherzhaft: odiosi-cu-s Plaut. 
Capt. 1. 1. 19), odie-tOrS f. Hass (Not. Tir. p. 77), odi-hüi-s hassens- 
werth (Acc-ap. Prise, p. 709), (^odiä-re) odiä-tu-s verhasst (Not. Tir. 
ibd.); Part, (^od-tu-s) = östi-s: ex-ösu-s sehr hassend, sehr gehasst, 
per-ösU'S id.; (^od-tor) osör (ör-is) m. Hasser (ossärem Plaut Asin. 
5. 2. 9; 859 Fleck.)«). 

(vadh) Tidh'). 

(vidh^ veidh^ veif^ veib, vgl. rudh, ruf-u-s^ rub-er) St. veib-ic 
(vgl. rad-lc): vib-ex (ic-is) f. Strieme von den Hieben, Schwiele 
[anders Paul. D. p. 369 M. vibkes plagae verberum in corpore hu- 
manOy guod vi fitmt]. 



•B. Gl. 867 b. — Briigman St. IV. 07. 3). 174. 18). — { 
667. — F. W. 179 f. 188; f. Spr. 152. — Meister St. IV. 37 
L. Mejer KZ. XXIII. 67. — Pott KZ. IX. 209 f. (vgL jedoch 

— Schaper KZ. XXll. 625. — 1) Vgl. noch ChriEt p. 824 and S»»eli- 
berg Dig. p. 49. — C. E. 1. c. trennt: ivv-oal-yaiot. ~ SiSmer Bäw. 
pg. 9 übeisetzt: „ ErdatOuer". — Hartniig Kel. u. Myth. der Ot. 111. 
pg. 214: Erderech ätterer „nicht sufolge einer Ucrleitong de« Erdbebou 
aiiB den Wirliungen dea Meeres, aondern weil die Wogen et^ts vogw 
und wanken und das Erdbeben die Erde wanlcen macht gleich Wogtn 
im Heere". ~ Eine neue Etymologie bringt A. Iioebel Zeitachr. f. üateR. 
Oymn. XXTII, 241 ff.: W. «wo fliessen: 'avö-ai-s. später *vö-at-e {— »^ 
x(t NiiBBong, *itvozog, epüter voxos u. b. w.); i prothet.; i-avo-ai, i-rm-^ 
(vgl. lavvitt,,fvwtu), tivo-at (vgl. infu, ftiii), fvo-ai (unter der StQtie 
des Torschlagenden t das i gee^wunden); also: fvvaalyaiae , ivov/jfimr 
erdenetzend, Erdbew3aEerer (der 1, Worttheil mit act. Sinn), >Mf/- 
qivllof fcuchtlaubig (der 1. Worttheil mit paea. Sinn), vgl. beide Beitv- 
tungen in voittög befeuchtet, naaä, benetzend; also noatiSäav yait}/örN 
(W. Tagh) iwoaiyaios der über die Erde dahin fahrende, die Erde W- 
wüsacmde Poseidon, „in ein paar Worten eine Natnrschilderung, die an 
(iroseartigkeit und erschöpfender Vollständigkeit vergebens ihres Glsieben 
sucht". — 2) Vgl. noch Kbel KZ. IV. 1G6, der auch ötf-o-fu» „ich stiMi» 
wich daran" herbeizieht. Dagegen C. £. 1. c. : „o&auai hieher za sieben 
woge ich nicht wegen der Bedenken, die schon Butttn. Lexil. I. STO 
davon abhielten, namentlich wegen o^t; (Bes. rptotrtlt, ■»?". 69iia9 [Öi. 
^povT^oiv], ö#fttt [Nicand. ofif»«])". — Die Formen von lä^ta siebe C. 
V. I. 116. 13). 378. 19). II, 381. — 3) Clemm SL II!. 325. — Dttderkia 
nr, 232 und Seh. s. f.: vii und Ö9ta9ai. — 4) F. W. 1811 (noch BetOej); 
P. Spr. 151; KZ. XXII, 109. — Schmidt KZ. SXII. 324 (vgl. got. vMn» 
Lamm, ahd. widar, taidttar gl. Ker, Hammel; Orimm Or. III. 336; Qeaeh. 
d. d. spr. 33). — 6) B. Gl. 70a: toiJ comnutveri, pertwbari, ttmri; 
foTtaase huc pertiwt, ita ut initialem gutturalem perdiderit, sicut (mm ^ 
skr. tarn; 129b; eaijdü iratiu; gi Aue jierUnet, init. guttiir. jierdidU. — 
F. W. 339:_tt(i/i haesen, groUeii. Uciatimmend WiudiBch KZ. XXII. »« 
(ahd. anadon ahnden, anado KHlnknng, alts. attdo). — Pott KZ. 1. c. 
gegen Cnrtias: „vergebens wird odi au« der lange schon festgestcUlü 
und nniwcifclhahen Verbindimg mit goth. haija» hassen und I^^fua 
wieder herausgerissen" (dagegen wieder C. E. L c: der Ab&l] eine» 
aul. c vor Vo^en ist eine seltene Erscheinung, und überdies berflhft 
sich das goth. Wort mit andern WUrtem , die wie hrassaha heilig u. a. v, 
von der latein. Form weit abfßbreu). — Mit Pott übereinstimmend lltytt 
vgl. Onunm. I. 32 und Schmidt KZ. XIX. S92 {odi aus 'codi wie wtfT 
aus *cuteT). — Unentschieden zwischen beiden Deutungen Corssen B. 1. 
-- Das Verbnm ödi a. C. V. II. 166. 174. — G) VgL GobIm St Ib. I5a. 

— 7) Walter KZ. X. 78. 



3) YADU, nun vollstopfen, fruchtbar machen; intr. 
ToUgestopft, fracbtbar sein. — Skr.üdlia», udhar (udkna) 
n,, oi^-tte Euter (selten von der Mutterbnist) (PW. I. 1018). 

radh. 

(oonrfA) Fove'). — Äve-O-C m. (spater auch f.) Füllsel, wo- 
mit die Gedärme vollgefltflpft sind = Mist, Koth (nur II. 23, 
775. 777. 7ftl); {öv9-vko g oder övft-wiij FUllael) öveuX-€Ü-Ul füllen, 
farciren {tav^vUviüi'og' !i xonglag yijiav 8nid.), ovOvitu-io-s geftlllt 



— 881 — 

(Schol. Ar. Equ. 343), ov^ykev-öt-g f. das Füllen. — (/ = ^:) 

ndh. 

ou6. — (St. ov&'CCQ'x) ou9-ap (Gen. ov^-at-o^) n. (der voll- 
gestopfte, straflfgeftillte Behälter =) Euter (von der Mutterbrust 
Aesch. Choe. 532 D.); übertr. old^ag aQov^g di^ Fruchtbarkeit 
des Landes (d. i. das Segensland, „das Land, wo Milch und Honig 
fleusst*', von Argos, nur Tl. 9, 141. 288; vgl. potens armis atque 
ubere glebae Verg. A. 3. 164, divitis über agri ibd. 7. 262); vom 
rarischen Felde (h. Cer. 460); oi^ax-io-g^ ov^ax-o-Bv-g volle Euter 
habend, fruchtbar, strotzend. 

ndh = uf, üb (vgl. rudh^ ruf-u-s^ rvh-er), 
uf. — Äuf-t'du-s {Aufidriu-s Liv. 22. 44. 2)'m. Fluss und 
Hauptstadt in Apulien (Aufidus ex hirpinis montihus Canusium prae- 
fluens Plin. h. n. 3. 11), jetzt Ofanto; Aufid-ena f. Stadt in Samnium 
am Sagrusfluss, jetzt Älfidena in Abruzzo (Liv. 10. 12); Auf -Ina 
f., -mu^m n. picenischer Ortsname (Ort als fruchtbarer), jetzt Ofena 
la Pagliana; Ouf-en-s (Fest. p. 194), Ufen-s m. kleiner Fluss in 
Latium; Personenname (Verg. A. 7, 745. 8, 6); Ufen-a-s (ätis) röm. 
Eigenn. (Varro 1. L 8. 41). 

üb, — üb-er (er-w) n. Euter, milchgebende Brust, Zitze; 
(übertr.) Fruchtbarkeit, Reich thum, Fülle; Adj. (abstr. zum concr. 
Euter) reichhaltig, voll, reichlich, fruchtbar^) (vgl. fertüis ubere 
Campus Verg. G. 2. 185 und oben s. v. ov^ag), Adv. (ohne Posi- 
tiv) uber-ius^ über-ii-m; uher-ta-s (tätis) f. = übertr. tiber; (*uber-'u-s) 
uberä-re fruchtbar sein, fruchtbar machen; uber-tu-s = über (Gell. 
7. 14. 7), übertäte fruchtbar machen (Plin. paneg. 32. 2). 

Ascoli KZ. XVI. 203. XVII. 327 f. 337. 68). 406. — B. Gl. 60a. — 
Corssen I. 161. 170. 353. B. 199 f. N. 203 f.; KZ. X. 34 f. XX. 102. — 
C. E. 261. — F. W. 26. 430. — Kuhn KZ. I. 369. VI. 390. — Lottner 
KZ. V. 397. — R^th KZ. XIX. 221 f. — Savelsberg KZ. XXI. 127. 1). — 
1) Roth KZ. 1. c. — 2) Walter KZ. X. 77 f. trennt über reichlich von 
tiber, ovd-aQy Euter, und statuirt als W. des ersteren Wortes idh (= Skr. 
edh d. i. aidh) = aif, oib: ^oif-ri-s (*ot6-rt-»), über; über Euter = audli-, 
oudh- , udh- (gegen über aus W. edfi vgl. Schweizer- Sidler KZ. XVII. 445 : 
,,ist doch edh nur eine dialekt. Nbf. von ardh^% — Zu oid-ag dgovQrjg 
vgl. Corssen I. 353: wohl Erinnerang an die Bedeutung „strotzende Fülle'', 
auf griech. Sprachgebiet fruchtbarer Stoff des Landes. 



l) VAN wünschen, verlangen; hold sein, lieben, 
schätzen, hüten. — Skr. van 1) gern haben, lieben, wünschen, 
verlangen, 2) erlangen, 3) bemeistem, bezwingen, gewinnen, 4) ver- 
fügen, inne haben; Nbf. Yft: Part, väta begehrt, erwISnscht: Desid. 
zu gewinnen suchen, huldigen, locken; TftnKll *dn- 

Vani6ek, etym. Wörterbuch. 



— 882 — 

sehen, lieben, mögen, 2) statiüren, behaupten, annehmen (PW. 
VI. 665. 877. 900). 

Tan. 

Fav. — (igt-J^av-j iqt-fov-) dpi-ouv-r|-c, ^pi-o\iv-io-c Beiwort 
des Hermes (^ovvtig nur IL 20. 34. Od. 8. 322) = der sehr Holde, 
Segenspender (ziemlich gleichbedeutend mit axdxrjta und SoitatQ 
iamv) *). 

Fav-aKO, Fav-aK*). — ''AvaK-ec (^Ava%-oi Gramm., "Avauxtg 
Pausan. Aelian.) Name der Dioskuren in Athen = Beschützer, 
hilfreiche Sturmgötter (vgl. Plut. Thes. 33 xovg Tvvdaqlöag^ tvtq- 
yitag ovtag avd'Qmcav xal öcaxiJQag, '*Avci%€g nqoGctyoQZvd'ivxtg^ ij 
dui tag ysvofiivag avoxag Jj duc xriv i7tifiiXei.av xal xrjöefiovlccv tov 
.(ifldiva xcm^g na&eiv' ava%ag yag ix^iv rovg inifuXo^vovg tj fpv- 
idttovrag ot lovv' Kai rovg ßaailBig faag Svcextag dia roiko xaXovCiy)^ 
^AvaX'Sto-v n. Ueiligthum der Dioskuren, ^Ava^-eia^ -la n. PL das 
Fest der D. — (avcw-^'w) dvdccu) Beschützer oder Schirmherr sein, 
herrschen, gebieten, lenken, leiten (Imperf. i-dvaaas Alk. fr. 64 B.^ 
Fut. avajfl)) [vgL II. 1. 288 f.: Ttdviav ftiv xgcerisiv i^ikei, ndv- 
TiCöi d' avdaaeiv^ naci 61 cv^uiIvhv. Ameis-Hentze: %q, Gewalt 
ausüben, av. Herrscher sein, an der Spitze stehen, cri^. vor- 
schreiben. Befehle ertheilen; Faesi: x^.. Gewalt haben (innerlich), 
iv, sie nach aussen üben, gebieten, sich als Herrscher gebaren, 
örifialveiv Befehle ertheilen im einzelnen Falle]; altatt. avax-^g 
Ixeiv auf etwas achten (friedlich: sorgsam obliegen, feindlich: auf- 
passen; ini^fulcig^ (pvXccTnixag ^ 7t£qiq)Qovru5(iiv(og ix^iv Lex.; bei 
llerod. nur 1, 24, 29. 8, 109, 21^). — (arax-rM, vgL ^v-xi-g) 
ävaE (Gen. SvaKt-og^ Voc. ava^ Hom. Zev avcc IL 3, 351. 16, 233. 
Od. 17. 354; f5 &va vom Apollo h. Ap. 179, Dat. PL ccvc(kx-bgiv 
Od. 15. 557) in der IL ausschliesslich von Göttern und Heroen 
= Beschirmer, Herscher (= herus IL nur 24. 734, in der Od. dazu: 
= herus; in der späteren poet. Sprache: Vorsteher, Lenker, Führer, 
in Prosa dafür ßaödsvg und öeaitorrig)'^ ßdvvag' ßaaiXevg ^rw^a 
^haXimaig t/ o fiiyiatog Sqxiov (Hes.); femin. (dvanT-ja oder ocvax-ja) 
Svacöa (nur von der Demeter IL 14. 320, von der Athene Od. 
3. 380, von der Nausikaa Od. 6. 149); EvQv-ßdvaaaa (C. 1. 1223); 
(avaxT-io-g) avd^-io-g königlich (SchoL Ven. IL 23. 630), dva^-la f. 
Geheiss, Auftrag (Pind. N. 8. 10), = ßaodeia (bei Aesch. fr. 9 
nach Hes.). — dvcXK-TUip ^og-og) m. Henscher, Herr (^Trag. und sp. 
Dicht.), avaKTOQ-io-g herrschaftlich, dem Herrn geh. (veg Od. 15. 
397), dvaxTOQ-la f. Herrschaft, Lenkung (h. Ap. 234 und sp. Dicht.), 
dvaxxoQ-so-g königlich (Anth.); dvdxxoQ-o-v n. (poet.) Haus der 
Könige oder der Götter; die innere das Götterbild umschliessende 
Cella (jAiyagov^ Sövxov); speciell aber, wie es scheint, vom Eleu- 
sinis^'hen Demetertempel üblich geworden ( ^EXsvaivi ts fivöttigiiav 
oi^wr ed'tjKSv ciinij O^govov Jtagd to dvdxtogou Athen. 107; xo Cf^i'ov 



— 883 — 

avantoQOv xoiv ^Eotv id. 213)^). — («vcwt-w, avofx-tft) ^Ava^-mno-g 
m. Feldherr Alexanders des Gr.; Dichter der neueren Komödie; ein 
Athener (= Pferde beherrschend, oder vielmehr Reiterei, xrjv innov^ 
beherrschend)*); Bavctll'ßovlog (C. I. 2572. 2577). — x^ip-ÄvaE m. 
Handwerker, der Verrichtende (etwa = 6 t&v ihq^v^ d. i. t^^ 
lEtqoxBxvUcg ^ avan^g l'jroDv der dem Handwerk Obliegende), i'^iqüivan- 
xri-g id. (Hippokr.) ^) , iBiq{avoi^-la f. Handarbeit, Handwerk, Dienst, 
XBiquavoii-io-v n. Abgabe des Handwerkers, Gewerbesteuer (Arist. 
oec. 2. l), xBi,Qovct%x-i'a6-g dem Handwerker geh., ihm geziemend, 
Subst. = j(tiQ^vcc^ (iMxl ßavavaoi Plat. Ax. 368 b). 
van-sk (Skr. vcMch^ vädJcha-ti, ahd. icunsc)^, 
(fa-an^ ev-0% [vgL vanis == Skr. urtis^ sigv-g] iv-x-) €Ö-x-o- 
juai (vgl. iQ'CH-O'fiai = iQ-x-o-(uici pag. 42) geloben, versichern, 
versprechen; (weil man auf dieset Art Gutes von den Göttern zu 
erhalten glaubte) flehen, beten, wünschen; rühmend aussagen, sich 
rühmen (x auch über den Prttsensstamm ; Fut. ev^ofiai^ Aor. riv^a- 
^riv, ev%-xo nur im Fragm. der kjklischen Thebais, Perf. i^v^-ftat, 
in pass. Bedeutung ijvx-tcrt Plat. Phaedr. 279 c; Hom. und Lyr. 
haben nie das Augment, das auch bei Att. ziemlich selten ist); 
Verbaladj. eim-xo-g gewünscht, erwünscht (II. 14. 98), wünschens- 
werth, evTix-Mo-g wünschend (^ eimxiMi^ Optativ, Gramm.); sv%x- 
aio-g gewünscht, wünschens werth , geflucht, fluchenswerth (Trag.); 
activ: wünschend, betend; svK-xrJQ-io-g zum Beten geh. (plicog Eccl.), 
xb evKX. Beifall (ibd.); Frequ. Bim-xd-^ofiai (Lex.). — ^iX'f\ f. Gebet, 
Gelübde (Hom. nur Od. 10. 526), Wunsch, Bvx'^-ficDv (fiov-og) 
wünschens werth (Hes.); svxi-xri-g Beter (Lex.), six^xa-o-fiai (ep. 
Nbf. zu evxofjuxij auch spät. Dicht) beten, flehen, verehren, preisen, 
mit Zuversicht aussagen (Hom. Präs. 3. PL nur -omvxai st. -öüvxai 
Od. 4. 139, Opt. -ow>i?v Od. 8, 467. 15, 181, -omo H. 12. 391, 
Infin. -aaö&ai 4mal, Imperf. -oodvxo 11 mal), fv^jf-w-afai id. (Hes.). — 
eöx-u)Xti f. Gelübde, Gebet, Flehen; das Rühmen, Siegesfrohlocken 
(Ggs. olfAfoyri) , fv^rwA-^ft-aro-ff durch ein Gelübde verpflichtet {eix* 
^iai Indi votivi Dio Cass. 79. 9), erwünscht = BVYxaiog (Poll. 
5. 130). — 6ÖX-0C n. (poet.) Ruhm, Ehre, bes. Kriegs- oder Sieges- 
ruhm, Sieg. — ctöx-r| f. Prahlerei, Stolz (Pind. N. 11. 29), av^f-w 
prahlen, sich rühmen, sagen, meinen (Aesch. Eur., nicht bei Soph.), 
uixt^-x-tm-g prahlend, stolz (Sp.), «vjjij-ti^-^ m. Prahlhans (Poll. 
9. 146), ttvxn-fit'g f. Prahlerei (Thuk. 6. 16), ttvxr\'^{x) n. id., 
Stolz, Nachruhm, avxrnun-la-g m. = €tvxf\xrig (SchoL Luc. pro 
Imag. 10), avx-ct^'io-gj ofv%tJ-ft-5 = avjri^ttxo^. — navx-avxo-g (= 
allstolz) Makedonier; Ilavx-ccvxrig^ navx-avx-tavo-g Kyprier (inscr.). 

Yan. 

ven. — ySn-ia f. Gunst, Huld, Gnade, Erlaubniss, Nach- 
sicht, Verzeihung, veni-aH-Sj veni-ä-VÜirS (Sp.) sm^ut, yerzeiblicb 
(Adv. -ter)', Venilia f. Göttin der HofFhungi ). — 



— 884 — 

(Vgl. ved. vän-as n. Verlangen, Lieblichkeit PW. VI. 673) VÖII-U8 
(er-is) f. (die Verlangende, Begehrende, oder die Anmuthige, Holde) 
Venus; (daraus der Begriff) Liebe, Reiz, Liebreiz, Anmuth, vener- 
ett-Sj -iu-s zur V. geh., vener-äriu-s zur Liebe geh. (Petr. 61); 
venus-tu-s (Adv. -te) liebreizend, liebreich, anmuthig, schön, Dem. 
venustü4u'S (Plaut. Asin. 1. 3. 70), venustä-rc liebreich machen 
(Naev. ap. Pulgent. p. ö6ö. 19); venus-ta-s (täti-s) f. Liebreiz, An- 
muth, Schönheit; (^ven-es-u-s) vßnörä-ri mit religiöser Scheu ver- 
ehren, anbeten, ehrfurchtsvoll bitten, flehen, venera-ndu-s ver- 
ehrungswürdig, venerä-tor m. Verehrer, venerärti-ö(n) f. Verehrung, 
Hochachtung, Würde, veneröMli-s (Adv. -ier) verehrt, verehrungs- 
würdig, verehrend, ehrfurchtsvoll, venerä-hundu-s verehrend, ehr- 
furchtsvoll. 

vin. — t'jn-dic (s. pag. 330): Yln-dex (dic-is) comm. = 
Begehr-sprecher, Beansprucher: des Schadenersatzes, der Wieder- 
erstattung, der Herstellung eines Rechtes, der Genugthuung; (ein 
solcher wird vielfach:) Beschützer, Befreier, Rächer {inndex ah eo, 
quod vindicat, quo minus is, qui prensus est, ab aliquo teneaiur 
Fest. p. 367); vindtc-iae f. (Sing. 4u Tabb. ap. Fest p. 376. Gell. 
20. 10. 8) gerichtlicher Anspruch, Rechtsanspruch; vindic-ia f. das 
Beanspruchen im Wege Rechtens; daher: die Loslösung, Befreiung 
des Sklaven vom Herrn, und der Stab, mittelst dessen diese Be- 
freiung bezeichnet und in's Werk gesetzt wird (vgl. si netjue censu 
negue vindida nee testamento Über f actus est Cic. top. 2. 10; si 
rindictam servo imx)osuit^ Dig. 49. 17. 19); tibertr. Beschützung, 
Befreiung; Strafe, Ahndung, Rache. — {* rindic-u-s) vindicä-rc ge- 
richtlich beanspruchen, in Anspruch nehmen, Anspruch machen^ 
sich aneignen; beschützen, befreien; strafen, ahnden, räclien (r/w- 
dicerc: ni judicatum facit aut quis eyido cum Jure vindirit XII tab. 
Gell. 20. 1. 45), rindicä-ti-ö{n) f. = das Beanspruchen; Beschützung, 
Abwehr, Ahndung, Rache {vindieatio est per qimm rim et coutu- 
meliani defendendo aut ulciscmdo propulsamus a fwhis et a nosfris, 
qui nobis esse cari debent: et per quam peceata j>;fw/mw.*?, C^ic. inv. 
2. 22. 66). 

Angermann St. III. 117 ff. — B. Gl. 342 a. — Corssen I. 471. II 
272 f.; KZ. III. 271. V. 111. XI. 338. — C. K. 691; St. III. 119*). — 
Deecke und Siegismund Si VII. 237. — Düntzer KZ. XIII. 4. - K. \V. 
180; F. Spr. 148. — Grassmann KZ. XVI. 178. 13). — Kuhn KZ. I. 371. 
III. 220. 380. — Savelsberg KZ. XVI. 368 und Dig. pg. 37. — 1) Hrnj<- 
man St. IV. 174. 16). — Curtius St. III. 121*). — L. Mevor KZ. XXIII. 
65 f. — Pott KZ. XVI. 353 f.: „violleicht W. vom redupL ovlvinii. Am 
wahrscheinlichsten jedoch gar keine Composition, Bondom vennnthliih 
bloss eine Ableitung mit zwei Sufdxen {cov und tog, v^l. Illovtoiv lo *:, 
*j4Qyi(6vto-g, TloXffiaiviog)^^. Ebenso Pape, Schenkl, Seiler s. v.: zu 6vi- 
vriut. -- 2) Angermann St. und Curtius St. 1. c-. — Ueber das Uiganniia 
vgl. noch: Ahrons dial. aeol. 35; Christ p. 225; Iloffm. qu. hom. II. p. .*{'». 
201 ff.; Renner St. la. 148. Ib. 231. — Henfey KZ. IX. 126 ff.: zu ävtaya: 



— 885 — 

Skr. angh engen, sehr beengen => zwingen, befehlen, redupl. öcv-ayyy 
dann uv-ay. — Legerlotz KZ. X. 376: gan zeugen, gebären: yfavrjg, 
J^av-rjQ; yjFav-aTt, J-av-ayt; dviqQ hat einen erlauchten Bruder an ava^; 
vgl. isl. konr König, engl, queen Königin, also: Mann, Herr, Herrscher, 
König. — Seh. W. s. v.: J^ava^, verwandt mit «ya, avm = der Oberste 
\avd mit Digamma! vgl. pg. 29]. — Vgl. Engel (Kypros I. 475):^ in Cy- 
pcm führten die Prinzen den Namen avanteg, die Prinzessinen avaaaat, 
— 3) Vgl. H. Stein zu Her. 1, 24. 9, 65. — 4) Fick KZ. XXII. 219. — 
5) Benfey KZ. IX. 127: einer, welcher (nur) über seine Hände gebietet, 
„Arbeiter" im Gegensatz zu den Arbeitgebern (vgl. Proletarier und Be- 
sitzender). — 6) Das Verbum s. C. V. I. 189. 33). 206. 283. 336 f. II. 46. 
73. 390. — B. Gl. 362b: vas dmderare, exaptare, fortasse bvxoiuu. = 
scr. U8 ex uk. — Ebel KZ. IV. 444 (ohne nähere Wurzeldeutung): aöx, 
cOx laut aussprechen, profiteri. — Kuhn KZ. III. 327 zweifelnd: „mag 
einstweilen noch dahingestellt bleiben"; doch KZ. X. 240 entschieden: 
W. vah, Skr. ufi „fiir etwas geachtet werden, dafür gelten" (vgl. PW. 
II. 1036). — PW. VI. 886 f.: ,,oäghdt m. der Gelobende, Veranstalter 
eines Opfers. Die herkömmliche ZurückfÜhrung auf vah (mit der Nbf. 
vadh in vadhü u. s. w.) befriedigt nicht; wir vergleichen €v;|ro^t und 
roveo (für vogveo)^*. — Diese nicht befriedigende Deutung vertritt auch 
lioth KZ. XIX. 220. — 7) Anders Corssen KZ. UI, 300: ca wehen: Fc-n- 
i7ia Wellen- und Windgöttin. 



2) VA3J, Nebenform VÄ; angreifen, verletzen; streiten, 
schlagen, siegen. — Skr. Tan bereit machen, sich anschicken, 
das Absehen haben auf, petere; Nbf. TÄ, Part, väta angegriflfen, 
angefochten; vanü NachsteUer (PW. VI. 666. 677. 877); Zend 
van schlagen, siegen, fr a- van tödten. 

*van'ta angegriffen, verletzt, wund (goth. vunda, nhd. wund) = 
*Fov-TO. — (a-/ov-To, a-ow-xo) fi-ou-TO-c unverletzt, unverwundet 
(nur n. 18. 536 und Hes. Sc. 157), dv-ouxa-TO-c id. (nur II. 4. 
540. Aesch. fr. 110. Ap. Rh. 2. 75), «v-oviij-t/ Adv. (nur IL 22. 371. 
Qu. Smyrn. 3. 345), av-ovxri-xo-s (Nik. Th. 719. Nonn. D. 27. 27); 
V€( F)-oÜTaTO-c frisch oder eben verwundet (nur II. 13, 539. 18, 
536. Hes. Sc. 157. 253). — {vanta-ja verwunden) *ovra-jci> = 
ouid-Zuj, ouid-UJ verwunden, verletzen [/JoDia-fetv* ßdXXetv Hes.] 
(Hom. Aor. ovrcr, Iter. ovra-öK-e II. 15. 745, Inf. ovtd-fisv IL 5. 
132, oind-fuvai Od. 9, 301. 19, 449, Part, oince-iuvo-g IL öfter, 
Od. 11. 40; Homer und Tragiker: Aor. oirra-tf«, Perf. ovrof-a-rat, 
Part. ovxa-ö-fUvo-g; Homer: Aor. ovrij-tf« 7m&l, Iterat. ovnj-tfa- 
tfx-f IL 22. 375, Part. Aor. Pass. ovTi?-^f/-g D. 8. 537). — (väta-lä, 
väta-l-jä = /aT£-A-iiy, J^ccte-lXtf) lesb. miXka (Ahr. I. 58), ibieiXTi 
(ytadXm' ovXctl Hes.) f. Wunde, bes. eine offene, in der NShe bei- 
gebrachte Wunde {ßi in XBigbg rgmöig Apoll. L. H.); Pfeilwunde 
(nur IL 4. 140); Narbe, Schmarre (Xen. Plut.); meiXrl-&ev aus 
der Wunde (Orph. lith. 647). 

Brugman St. IV. 121. 136. 175. 21). — C. V. I. 194. 68). 336. IL 
97. 147. 382 f. — F. W. 180. 187. 398 j F. Spr. 366. - L. Meyer KZ. 



— 886 — 

XXIII. 71 f. — Pott KZ. VI. 263. — Vgl. noch goth. vinn-an, •([». 
winn-tm leiden, sich mühen, streiten, kämpfen; liC vati-s, lett. waÜ-t 
Wunde, Demin. lit. voteli-s (St. vok^a-s) und Stokes K. B. VIII. S6S: 
tr. fittiiu (stigmaia), co-fothea-aa {iU tnardeam), wozu Windisch St. VIL 
379: weitere Belege dieser irischen Wurzel vot wären sehr erwünscht 
— Anders Sonne KZ. X. 883: at, ät hauchen, flackern, aeaiuare, Zend 
ätar Feuer >» cSrf^-iij "- rnzBÜri (brennende) Wunde. 



YAP flattern, hin- und herschwanken. 

{foT^to-Xo) i^TT-iö-Xo-c m. Lichtmotte, Motte (6 nsgl tov Ivxpov 
TUTOfuvog Arist h. a. 8. 27). 

(vap-ön) vapp-O m. (= i^v^ri) Schmetterling, Motte (vappams 
anmal est votans, quod vulgo anitnas vocant, Lectum est apud lAh 
cretkim [Lucäktm?] hos vappanes Prob. 2. 1. 22. p. 1450. p. 109 
Lindem.). 

F. W. 642: slavodeutsch: vap weben, wabern. — Pauli KZ. XVIIL 
30 £ — Beide vergleichen: ags. vi fei, ahd. tDtbel, engl. weet?il Käfer, 
Komwurm; altn. väfa wanken, schwanken, mhd. webden hin und her 
schwanken, wabern; lit. adbcäa'S Käfer. 



yap-as. — Skr. väp-us n. Wunder, Wundererscheinung; 
ungewöhnlich schöne Erscheinung oder Gestalt, species; schönes 
Aussehen, Schönheit; Aussehen, Gestalt; Natur, Wesen; Leib, 
Körper (PW. VI. 687). 

Ö7T-ap n. (nur Nom. Acc.) wirkliche, wesenhafte Erscheinung 
(Hom. nur Od. 19. 547 ov% ovccq^ aAA' vnciQ ia^Xov^ Ameis-Hentze: 
eine treffliche Wirklichkeit, eine leibhaftige Erscheinung; Faesi: 
ein wahres Gesicht; Od. 20. 90 ovx i^a^riv ovnq S(ifuvat^ akl^ vrcag 
tjöfi)'^ VTtaQ XB xal ovag wachend und träumend; ovxs ovuq ovte 
vTtaQ weder im Schlafe noch im Wachen = ganz und gar nicht, 
niemals. 

Ebel KZ. IV. 204. — Pott KZ. VI. 355 vergleicht altnd. vafa [in- 
grucre »pectri instar, vafa, vofa [spcctruvi]). — Benfey I. 299. 464: W. 
8vap, vn „von dem begrifflich gleichen ovccq nur durch den Gebrauch 
geschieden". Dagegen Ebel und Pott 1. c. (wäre nündestens eine arge 
Verdrehung des oprachgcbniuchs). 



VAU erbrechen, aus8peien, von sich geben, entlassen. 
— Skr. id.'(PW. VL 689). 

vam. 

FejLi, — (J^Bfi-j-fo, vgl. lit. van-j-üy j = e) tjn-e-ui erbrechen 
u. s. w. (ifU-^-m xo ifim Gramer. Anecd. Oxon. I. 87. 7) (Fut 



- 887 -^ 

• 

ifU-öm Hippokr. und ifwv-fiat^ Aor. fjfu-aa, Perf. ifi-rifu-TuiCj ifi- 
iff4£-tf-Tat Luc, Ael., Hom. nur: alfi ifUoDv H. 15. 11, alfi ctTt- 
ifi£<sö€v n. 14. 437, i^'€fäaeu Od. 12, 237. 437); Verbaladj. av- 
ifie-xo-g^ -i;f4€-To-g ohne Erbrechen (Medic), ifisr-iic6-g Erbrechen 
erregend, sich erbrechend; f|Li€-TO-c m. das Erbrechen, Ijiie-ci-c f. 
id., ifi-Ut-g m. id. (Galen., vgl. Eust. Od. 1761. 39); (ifu-x^-a) 
i(u-ö{a f. Neigung zum E., ifuria-ta Neigung haben zum E.; ifie- 
<s-fia{t) n. das Erbrochene; ifu-t'qQ-iO'g E. erregend (i. (paQfioTuic 
Brechmittel), ifUtrjQ-licD ein Brechmittel geben; ifurdörig nach Art 
des Erbrechens. 

TÖm. 

vöm-ßre (-tii; vomerit st. vomueritj Fronto de eloqu. p. 233) 
= ifiioD; vomirtUrS (tüs) m., -ti^öin) f. = fjuc-tog, -0tg, vomi-tor 
(töris) m. der sich Erbrechende, vatnitör-iu-s = ifisri^Q-io-g\ Frequ. 
vomi-tä-re; vonv-ax (äcis) = vomitor; igni-vom-u^s feuerspeiend 
(Lactant.). — TOm-t-ca f. Blutgeschwür, Geschwür, (übertr.) Beule, 
Erhöhung; Unheil, Ungemach; vomi-cu-s beulenhaft, (übertr.) eklig, 
garstig, vomic-ösurS voll Geschwüre. 

Benfey KZ. II. 221. — B. Gl. 343 a. — Christ p. 227. — C. E. 325. 
596; St. VI. 414. 2); V. II. 139. 142. 23). 311. 342. 344. 359. — Ebel 
KZ. V. 70. XIV. 80. — F. W. 181. 489; F. Spr. 197. — Kuhn KZ. II. 
132. — Leakien St. II. 97. 104. 13), — L. Meyer KZ. XXIII. 52. — 
Pictet KZ. V. 348. — Pott E. F. I. 93. — Zu ifisudco vgl. pg. 823 Anm. 1. 



l) VAR wählen, wollen, wünschen. — Skr. Tar sich 
erwählen, vorziehen, wünschen; lieber wollen als, lieben (FW. 
VI. 706). 

Tal. 

ßoX. — ßöX-o-jLiai ep., (ßoX-jo-fiai) ßouX-o-jLiai ion. att., wollen, 
wünschen; gönnen, beschliessen , verleihen; lieber wollen, mehr 
wünschen (ßoX nur bei Homer: ßoX-e-xai, IL 11. 319, ßok-e-a^e 
Od. 16. 387, Imperf. i-ßok-o-vto Od. 1. 234; ßouX: bei Hom. nur 
Präs. und Perf. 7tQo-ßi-ßovX-a lieber wollen, vorziehen nur II. 1. 
113; dann St. ßouXe: Fut. ßovXi^'ao-iJiai^ Aor. i-ßovk'q-^-v, att 
auch i5-9 Pörf. ßi-ßovXri'fiat)'^ kret. ßciX-o-fjuxi^ äol. (ßoX-vo-(un) 
ßoXXo-fiai. (i'ßoXXo'fuxv Theofa:. 28. lö; k3rpr. öl ßoXs = t/ d^^iXeig 
Hes.)^); a ßaXB Alkm. frgm. 26. 2 B. = oÄ velis(?) [dann wäre 
hier der ursprüngl. Vocal « erhalten]*). — ßouX-i^ {ßoX-ja = 
ksl. vol-ja Mikl. Lex. 72, kret. /JcoAa, äol. ßoX^va =. ßoXXa) f. Rath, 
Rathschlag, das Berathen; Rathschluss, Wille, Beschluss, Ent- 
schluss; Baths Versammlung (in Athen bes. der Bath der 500), 
ßovX-ctio-g rathgebend; (ßovX-s) ßovXti-ro-g gewollt, ßovXfj-öir'g f. 
Wollen, Wille, Absicht, ßovXri'fia(t) n. Gewolltes, Wüle, Absicht, 
ßovXi^-ei-g wohlberathen, klug (SoL bei Plut. SoL 14). — ßo» "^ 



— 888 — 

• 

eu-ui') Bath halten, rathschlagen, ersinnen, ausdenken, denken, be- 
schliessen; Med. sich beraUien, beschliessen (in Prosa gebräuchlicher 
als das Act.), ßovkev-xo-g berathschlagt, überlegt, ßi>vX£VT-m6'g 
den Bath betreffend, znm Bathen geschickt; ßovUv-^'g m. Baths- 
herr, Bathsmann (Hom. ylqwciv ßovXivxJlfii IL 6. 114 den Volks- 
ältesten des Fürstenrathes), fem. ßovXivT'l-g {li-og); ßovXMvti^ 
(vnQ-og) m. «» ßovksvn^g (Hes.), ßovXevn^Q-io-g berathend, Subst 
Bathgeber (Aesdi. Sept 575 D.), ßovlevtrJQ-iO'V n. Bathhaus (Baths- 
Yersammlung D. Cass.); ßovkev-ai-g f. Berathung (ßovXiv^tmg Sbni 
Klage, nach Harpokr.); ßovkBV'fux(x) n. Bathschluss, Beschlnss (sel- 
tener: Bath), Demin. ßovlevfuir-iO'V n. (Arist Equ. 100); ßovl^fyia 
f. Bathshermwürde, ßovXB{P)'lO'V n. «= ßovlBwriqiov, 

(St. ߀X-o) ß^X-T€po-c, -Taxo-c (vgl. 9p£l-T£po-ff9 -Tcrro-ff) (SuperL 
nur Aesch. Eum. 487, Suppl. 1055 D.]; (Si (kX-xo) ßcX-T-iuJV, 
P^X-T-iCTO-C [ßlv-X'iaio-g Theokr. 5. 76] (mehr gewünscht «■) treff- 
licher, besser, der trefflichste, beste^); ßelrio-m verbessern (8p.), 
ßtlxlm-ct^g f. Verbesserung (Sp.). 

Pap (erhalten in): (ßriQ-a) fjp-a tpif^Hv (Homer) Erwünschtes 
darbringen, Gunst erweisen, einen Gefallen thun (figa tpif^iv IL 
14. 132, i%i v^Qu tpi^Hv H. 2mal, Od. 3mal; initiQa tpif^cd-ai sich 
Dank erwerben, Ap. Bh. 4. 375^); dazu: inl-fi(^g x^wv (Emped. 208), 
Compar. ini-fiQ-iö-uQo-g (Epich. ap. Eust. p. 1441. 5). — ßsiftm- 
fteda* %lfiga6ci(u9a. AinuovBg (Coi\j. zum Ind. */3c^-va-fteOa); ßi^ 
^a$' ftXriQWtai [vielleicht statt ßi^§at '^= fiq-6ai verschrieben]^). 

Tal-d. 

FcX-b. — fX-b-o-|Liai, (und häufiger i-J^eXi) d-^Xb-o-|iai (poet.) 
wünschen, verlangen, sich sehnen (nur Präs. Imperf.; in pass. Be- 
deutung: vvv rot isldiö^(o nokefiog xorxo^, sei erwünscht, II. 16. 
494). — d-^Xb-u)p n. (ep.) Wunsch, Verlangen (Hom. nur Acc. mit 
xgalvHv^ hMtQalveiv, xeXbvtccvj ebenso Hes. Sc. 36, Nom. nur iil- 
SoDQ ixtexiliöxai Od. 23* 54; andere Casus kommen nicht vor); 
IX6-0DQ B= iiXdcDQ (nur Arkad. 124, Herodn. neql fiov. X, 32. 24). 

Yal-p. 

FeX-TT. — fX-7T-uj (poet.) Hofihung machen, hoffen lassen; 
(meist Med.) fX-Ti-o-^ai hoffen, erwarten, meinen, vermuthen 
(Hom. Imperf. stets ohne Augment 15mal, ausser ^Xn-s-to Od. 0. 
419; Perf. J^e-J^öXn-a = S-oXn-a mit Präsensbed., Plusqu. i-tiXTc-ei 
statt ^-oXn-et mit Bed. des Imperf.). — iXir-i-c (lö-og) (/ = f*: 
fioXnl-g' iXnlg Hes.) f. Hoffnung, Erwartung, Meinung, Glaube 
(Homer nur: m yaq wu iXnlöog uUa Od. 16, 101. 19, 84; h. Cer. 
37); {iXmi-jfo) iXnllii) hoffen, erwarten, meinen, glauben (Fut. 
iXitm, Aor. ^Ajrttfa)'); Verbaladj. av-iXTiia-xo-g ungehofft, unerwartet, 
iXnusX'txo-g hoffend; (iXitiö-xi^ iXnic-xi,^ iXni,a-ai) tXni6t-g f. das 
Hoffen (Sp.), iXmc-yialx) n. das Gehoffte (Sp.); iXnmQi] f. = iXnig 
(Hom. nur im Nom. und stets mit Inf., dann bei spät. Dicht.) ^). — 



— 889 — 

Dorisch dXiT (statt iXn): aXiT-vö-c (vgl; n^-vo-g) in: Bn-aln-vo-q 
angenehm {vocxog Find. P. 8. 84 Sehn.), Superl. uXitv-i^xo-g der 
lieblichste (fwa^ Stoxov ahtvicxov id. I. 4. 14); aXit-aX-aiov [wohl 
aX7tctk'io-v]' ctytmrjftov (Hes.). — (a femer erhalten in:) i-fXan- 
tvri = €5XaTT-ivr| f. Freudenmahl, Festschmaus, Opferschmaus 
{dvalai X€tl kafiTCQOxEQai naqctCKBvctl Ath. 8. 362. e)^), elXamvcc-^m 
schmausen (nur bei Hom. und nur PrSs. Ind. und Fart., ausserdem 
slkanivd^otötv Find. F. 10. 40), slkcrnivaa-xi^-g Schmauser, Tisch- 
freund (nur II. 17. 577); Bein, des Zeus bei den Kypriem (nach 
Ath. 4. 174. a). 

val. 

vol, — VÖl-0 wollen, Willens sein, der Meinung sein, meinen, 
behaupten [ö wird vor U und i der nachfolgenden Sylbe zu e; 
2. Sg. *volis, *viliSf *vils^ vi5^^), 3. Sg. völ4 älter, vul4; völr-u-mu-s^ 
col'tis älter, vul4is^ vol-u-fd; Coiy. ^vel-ie-m, vel-i-m^ -l-s u. s. w., 
Inf. *v€l'Se, vel-le; Imperf. voU-ham^ Conj. ^vel-se-m, vel4e-m^ Fut. 
vol-CHn u. s, w.^ Ferf. völrui u. s. w.], Fart. vol-e-n-s willig, frei- 
willig, gern (Adv. -fer), volent-ia f. = voluntas (Solin., App. Met.); 
(Part, ^vol-un-s, *völunt4ät) YdlnntS-S f. Wollen, Wille, Verlangen, 
Neigung, Zuneigung, Wohlwollen, Gesinnung ^^), volunt[cU]'äriu-^ 
freiwillig, Subst. der Freiwillige. — -vol-u-s: bene-volu-s {beni-) 
wohlwollend (Adv. -vole)^ ältere Form bene-volen-s , davon (Comp, 
und Superl.) henevolent-iory -issimuSf henevolent-in f. Wohlwollen; 
ebenso male-vÖlu-s (mali') übelwollend, abgeneigt, neidisch, ge- 
hässig, ältere Form male-volen-s^ davon (Superl.) malevolent4s8imu^ 
(Cic. fam. 1, 7, 17. 1, 9, 40), mcUevolent-ia f. Üebelwollen, Abnei- 
gung, Neid, Hass. — Vol-u-mnu-s, Vol-u-mna zwei altrömische 
Gottheiten = der, die Wollende (ut bona velmt Aug. d. civ. d. 4. 
21), Völumn-m-s, -ta röm. Geschlechtsbenennung. — {m\n\volo =) 
nOlO nicht wollen, abgeneigt sein, übelwollen (2. Sg. non vis u. s. w., 
ne vis Plaut. Trin. 5. 2. 32, 3. Sg. non vuU, ne völt ibd. 2, 2, 
80. 85, nölumus, non mütis, noltis Lucil. ap. Diom. 1. p. 381, 
nolunt, Inf. ndlle, Impt noU, Imperf. nolebam^ nollem, Fut. nöles^ 
Perf. nölui u. s. w.); noluntchs f. das Nichtwollen (Enn. ap. Calpurn. 
Pis. ap. Merul. p. 563), nolent-ia id. (Tert.). — linag[i\volo) mftlo 
lieber wollen (^mävis, mavtUt u. s. w., Imperf. maXebam, mallem^ 
Fut. males, Ferf. .mo^i u. s. w.; ältere Formen: mavolo Flaut, 

Ter., Naev., maveUm^ maveUem^ waro^ Flaut). vt-s du willst: 

qulrvis wer es nur sei, jeder beliebige, jeder, quam-vis wie du 
willst, so sehr du willst, so sehr auch (immer), quö-vis wohin du 
nur willst, überall hin (Flaut. Ter.), ttbi-v^is wo immer du willst, 
wo immer es sei, überall. — vis *= -Te (vgl. amabe-ris, -re) enklit 

= oder, 'Ve ve entweder — oder^^); ce-TO, ce-U (pag. 152) 

(dies oder) oder dies hier, oder so = sowie, gleichwie, gleich 
als {cm si wie wenn); ne-ye, ne-U oder nicht, und nicht, noc^ 



— 890 — 

81- ve (sei'Ve tab. Baut. 1. 6) se-u (== wenn du willst) oder wenn, 
sive — sive, seu — seu (spÄter scu — sive oder sive — seu) 
sei es — sei es, mag — oder mag nun; si t^is = siSy si vtdtis 
a= suUis (Befehl, Drohung, Warnung): cave sis, fac sis^ vide sis^ 
ödeste stUtis, facite stdiis u. s. w. — Conj. vel-i-s = vd-s [vgl. fers], 
TOl wenn du willst, oder, vci — cd entweder — oder, es sei — 
oder, verstärkend: oder sogar^ sogar auch, selbst, schon, beson- 
ders bei Superl. {vel maocime ganz besonders u. s. w.); vd-utiy vel-tä 
ganz wie, gleich wie, gleichsam, als wenn. 

(^val-tu Bedeutung): vnl-tll-S (Jus) m. Ausdruck, Miene, Ge- 
sichtszüge; (übertr.) Gesicht, Bildniss, Gestalt, Aussehen ^^ (rol-ta, 
vol'torum n. Enn. ap. Non. p. 230. 15. Lucret 4. 1209), Demin. 
ruUi-ctduhs m. (Cic. Att. 14. 20. 5), vuliu-dsii-s (Adv. -Öse) voll 
von Mienen, Grimmassen schneidend. 

Tal-p. 

vol'O'P, vol'U-p^*'). — volupe, volup Adv. (Plaut. Ter.) ver- 
gnüglich, wonniglich, behaglich, Volup-ia f. Wonnegöttin (Varro 
1. 1. 5. 34. 45, August, c. d. 4. 8); YOlnp-tfi-S (täfi-s) f. Ver- 
gnügen, Lust, Sinnengenuss, Genuss; Plur. Vergnügungen, Lust- 
barkeiten (pmne id, quo gaudetutis^ völuptas estj ut mnne id^ qui 
offendinmr^ dolor, Cic. fin. 1. 11. 37), vohipt[at]'äriu-s (Adv. -arie) 
zum Vergn. u. s. w. geh., wollüstig, völupiai-lvu-s zum Vergn. geh. 
(Fronte ep. 2. 6); völtip-tU'ösU'S (Adv. -Öse) voller Lust, wonne- 
voll, ergötzlich, volup-tu-äriu-s (seltener) = vdluptarms; (^ volup- 
tU'S, -tä-re) votuptä-hiU-s angenehm, Vergnügen machend (Plaut 
Epid. 1. 1. 19); völxipü-ßcii-s Vergnügen machend (App.). 

Benfey KZ. VUI. 2. — Bickell KZ. XIV. 426. - B. Gl. 343 b. - 
lirugman St IV. 121 f. 166 und 79). — Christ p. 122. 229. - Corsseii 
I. 316. 673. II. 167. 171. 246. 1028. B. 388 f. N. 287 ff. KZ. III. 286. XI. 
346. 348. — C. E. 264. 539. 566. 579 f. ; St I a. 250. V. 218. — Ebel 
KZ. IV. 163. — F. W. 181. 188. 397 f. 490. 493; F. Spr. 250. 368. - 
(Jelbke St II. 25. — Goetze St Ib. 184 f. — Grassmann KZ. XI. 48. 
XII. 122. - Meiäter St IV. 374. 15). - L. Meyer KZ. XXIII. 65. - 
Miklosich hvx. 8. v. voUti p. 72. — Pauli KZ. XX. 344. 346. — Schmidt 
KZ. XIX. 382. - Schweizer-Sidler KZ. IV. 209. — Tobler KZ. IX. 262. 

- Walter KZ. XI. 440. - Windisch K. B. VIII. 16. - Zevss KZ. XVII. 
414. — 1) C. V. I. 245. 256. 381. 6). II. 72. - - 2) Clcmm 8t VIII. 101 f. 

— 3) C. V. I. 361. ~ 4) Anders Ahrons KZ. VIII. 358: zu Skr. bnhi 
{vis), — 5) F. W. 188. — Ahrcns dqvg pg. 41: W. sarc, «p^ , ^P«^» 'Jp« 
(figsiv =s servire. — Anieis Zus. zu Od. 3. 164: Skr. ar fjaudcre, satiare, 
antare, Subst arai< deUciae, faror, ndjumentnm. — Buttniann hält 17^« für 
den Acc. Sg. zu *i5p = x^'Q^'^i dagegen Thicrsch <Tr. §. 199. 3 für den 
Acc. ri. vom Adj. *^Qog. — 6) C. V. I. 171 {\^\. Fritzsche St VII. 
384). — 7) C. V. I. 118. 206. II. 45. — 8) Ueber das Suffix -calrj, das 
von Wurzeln oder Verbalstämmen Abstracti bild<»t, ebenso -(OQrj von 
.solchen, in denen ein X sich findet (ccfiagTOilrj, aXsooQt] u. s. w.), niehe 
Düntzor KZ. XII. 5 f. - 9) F. ^V. 1. c. — Döderlein n. 2267: zu i«5rTa>, 
Xatpvaaoa „Trinkgelag". — Gewühnlichi? Aljleitung: ni'vfiv xar* sHag. — 
10) Goetze St 1. c. 11) Curtiua St III. 333*). — 12) Nach Corssen. 



- 891 — 

-- Zu Skr. vä oder ziehen das Wort: F. W. 187. 491. Schweizer- Sidler 
KZ. X. 144. Zeyss KZ. XIX. 164. — 13) Fick W., Spr. 1. c. — Vemer 
KZ. XXI II. 99 (vgl. goth. vülthus Herrlichkeit). — Zu ghar, gvar, var 
hell sein, glänzen; vultus vom Leuchten und Abschein, vom Schein des 
Auges: Schweizer KZ. I. 154. III. 364 („heute noch mit fester lieber- 
zeugung"). — Aehnlich zvl vark leuchten: Corssen II. 167. Lettner KZ. 
VII. 190. — 14) Anders Corssen II. 697. 1024: vol-op, op =» op-tare =■ 
den Wunsch erregend, nach Wunsch, erwünscht, gern, vergnüglich. 



2) VAR glauben, verehren. — Zend var glauben; ksl. 
vlr-a Glaube, ver-i-ti glauben; goth. ver-jan glauben in iuz-verjan 
Übel glauben, zweifeln. — Wohl identisch mit l) var; glauben 
= wählen, annehmen. 

var. 

Fop. — (i'^OQ-rri) l-op-TT) (o^vq ion. , Nbf. äol. i-J^go-xt = 
h'-QO-Ti-g) f. Verehrung = Fest, Festtag; (übertr.) Vergnügung, Er- 
götzlichkeit (Hom. nur Od. 20. 156, 21. 258 vom Apollofest am 
Neumond)^), (is^-io^o-g (erg, fifUga) der Tag nach dem Festtf, 
ioqta-io-g festlich (D. Hai. 4. 74), ioqx-io-g id. (Sp.); so^-t-g {-t-og) 
f. == ioqni (Schol. IL 5. 299); ioQxd'^cD, ion. b^a-^co, ein Fest 
feiern, festlich begehen (Lnperf. att. fw^iafo-v statt tioQxa^ov^ Fut. 
ioQtdco)), ioQta-ö-xiTio-g zum Feste geh., festlich, ioQta-(S-xi^-g m. 
der Feiernde (Sp.), io^a-ct-g f. das Feiern eines F., io^döi-fno-g 
festlich, feierlich, io^a-ö-fw-g m. == io^aCigj i6Qtaö'(Aa{x) n. 
Feierlichkeit (LXX), io^mörig festlich (Schol. Thuk. 5. 54). 

(/£^, J^gk) ßpe. — ßp^-TttC [ßgi-xag zu xv-rog, xri-^og^ wie 
xig-ag, yig-ag zu yiv-og^ xik-og^ n. das Verehrte == Gottesbild 
(poei, bei Spät, auch in Prosa)*), 

ver. 

V6r-U-S glaubhaft, wahr, wahrhaft, wirklich*); Adv. vere, 
verum, vero in Wahrheit, wirklich, allerdings, gewiss; verirtas 
(tätis) f. Glaubhaftigkeit, Wahrheit u. s. w., ver-ax (äcis) wahr- 
redend, wahr (Adv. verad-ter)] verä-re wahr reden {satin' vates 
vcrant Enn. ap. Gell. 18. 2); verä-tru-m n. Nieswurz (das Ding, 
das Wahrheit bewirkt, weil der Gebrauch von Nieswurz das Ge- 
hirn reinigen und den Verstand schärfen sollte)*); verä-tr-ix (tc-is) 
f. Wahrsagerin (App. met. 9. 230. 4)*); veri-dicurS, -hquu-s = verax. 

C. E. 574. — F. W. 181. 184. 398; F. Spr. 367. — Siegismund St. 
V. 161. 62). — 1) Sonne KZ. XIII. 442*): var kreisen; fe-J^og-zri dies 
annicersarius. — Zweifelhaft (ob für Curtius oder Sonne) Fritsch St. VI. 
113. — 2) Bugge KZ. XIX. 447: mar gerinnen =» zusammengeronnen, 
verkörpert, mürtd = ßgirag. — 3) Fick 1. c. — Corssen I. 466: var 
decken, schützen, hüten; veru-8 bewährt, begründet, wirklich, wahr. — 
Aehnlich Curtius St. VI. 273: veru-s = fest, sicher. — Corssen's Deu- 
tung stimmt auch bei SchwQizer-Sidler KZ. XVIII. 307: „gern stimmen 
wir bei, denn so sinnig und von reicher Analogie unterstfitsl 



- 892 — 



AjcoirB aus vas 'bleiben, sein' ist, bo igt doch immer noch unerwiesen, 
da88 in diesem Worte r aus 8 entstanden sei. Bei beiden Ableitungen 
aber gewinnen wir ein gesteigertes a, d. h. e"*. — Ascoli*8 Deatmig aber 
stimmt ders. bei (KZ. XVlI. 145): cäsa, ved. vdsu gut «■ lat. cerus „eine 
Vergleichnng, die lautlich unanfechtbar ist". — 4) Corssen B. 369. 



3) VAB sprechen, verkündigen. — Zend var lehren, 
altpers. Yar verkündigen. 

Fop. 

Fep, (/^) FpT]^). — iJ^BQ-jm) cTpu) reden, sagen, aussagen, 
ansagen, verkündigen (Hom. vom Präs. nur 1. P. Sing, und nur 
Od. 2, 162. 11, 137. 13, 7; häufig Fut. igiui ion. und ep. statt 
i^(o; Stamm /^i/: Perf. i-J^gri-xa siQri-xa^ Fut. 3. dqr^'CB'Tai IL 23. 
795, Aor. Pass. i^^-^-v, Hom, nur Part, (ti^i-vr-i Od. 18, 414. 
20, 322; die fehlenden Formen ergänzen q>rjfä imd bItcov); Verbala^j. 
(/piy-To) ^'To-g gesagt, gesprochen, bestimmt {fua&og D. 21. 445), 
auszusprechen erlaubt (bei Philos. und Math.: rational, ^fira-rti-g 
f. Rationalität); {iv-J^qrjfto) Sf^o-g ungesagt, imgesprochen (Ixog 
Od. 14. 466), nicht erlaubt zu sagen, auszusprechen (heilig', auch 
nefandus Soph. EL 196), irrational (Phil. Math.), naga-^^tirog zu- 
geredet, der sich zureden, besänftigen lässt (II. 9. 526), PL Zu- 
reden, tnonita (U. 13. 726); ^-io-g zu sagen (Plat. Theaet. 160b); 
^-ax'O-fUvmv' XByofUvcsv (Hes.). — (i-Sgri) eipri f. Versammlung, 
Versammlungsort (nur II. 18. 531 elgdcsv TtQonaQoi^Bj dazu SchoL 
t&v ßovXivrtiQlcsv^ ayogwv und Hes. Th. 804)*). — (i-J^gri'Vrf) €ipT)-VT| 
(dor. eiQa-van böot. Igd-va Ahr. 1. 189) f. Verabredung, Friede^); 
Elgi^vt] die Friedensgöttin (in Athen seit 449 v. Chr. verehrt». 
Frauenname (Irene), slQt^v-aio-g friedlich, ruhig; elQrjv-aio-v n. 
Friedenstempel (D. Cass. 72. 24), elQrjv-ino-g den Fr. betreuend, 
friedlich, elQYiv-i-fo im Fr. leben (Sp.), siQrjv-sv-G) Frieden stiften, 
beruhigen, (intr.) Fr. halten, ei^vev-ai-g f. Friedensstiftung (lambl. ). 
— (i^(»;-Tt) pfj-ci-c f. das Sagen, Sprechen, die Rede, Sage (lloni. 
nur Od. 21. 291), Redensart (Gramm.), Demin. Qtjal-dio-v^ $f}6€i- 
ÖM-v n. — pTJ-TUjp, äol. ßQ^-x(OQ^ (toQ-og) m. Redner, Sprecher; 
später: Lehrer der Beredsamkeit, Redekünstler, Prunkredner (rhrfor, 
= orator Nep. Epam. 6. 3), §f}toQ-ix6-g den Redner, Sprecher be- 
treuend , rednerisch, gritog-ev-a Redner u. s. w. sein, gtiiogeiJ^ hin 
f. Rede eines Volksredners, Schmuckrede, auch Beredsamkeit; pr|- 
Tf\p (xrJQ-og) m. Redner, Sprecher (IL 9. 443 und sp. Dicht.). — 
prj-Tpri ion., prj-Tpa (eL J^Qa-tga)^ f. Verabredung, Vertrag (Od. 
14. 393); Wort, Spruch, Ausspruch, bes. Oracelspruch; bes. auch 
^TQai, die ungeschriebenen Gesetze des Lykurgos; Sprache, Rede; 
Volksversammlung (Lykophr. 470), §rixQ-sv-(o öUag Recht sprechen 
(id. 1399). — piV|Lia(rj n. Gesagtes, Wort, Ausspruch, Spruch (Zeit- 
wort, Gramm.), ^tifiax-im-g zum Wort u. s. w. geh. (das Verbum 



— 893 — 

» 

betreffend, Gramm.); Demin. ^ftar-to-v, ^^un-lcn-io-v n. — ^rj-juiuv 
{^kov-oq^ = ^TCoQj 7iOfmo-(paxikO'^^Ti(imv = xofAnovg xai (pceaikovg 
Xiyav (komischer Spottname des Aeschylns in Arist. Kan. 839, 
der gleich ganze Bündel von Bombast im Munde führt, etwa 
„Bombastsaumlastenredner" Kock; „prunkbündelwortig" Pape)*). 

— (nav-QtiT'Uit) 7Taß-ßr|C-ia f. == das Alles sagen = freies Reden, 
offenes Reden, Preimuth^), Tta^^aia-^o-fiat frei reden (Imperf. 
i-Tia^^Yiöia^O'^fjv j Perf. Jce'naf^öla'O-fAai,), TUcf^öia-ö-vq-g f. der 
freimüthig Redende, na^^aia-a-x-ixo-g zum fr. Reden geh., geneigt; 
Adv. Tta^^CLmdia-Tsgov (D. Sic. 15. 6). 

var ^. 

(var-dJia) ver-bu-m n. (umbr. verf-cUe) Wort, Plur. Worte, 
Meinung,' Rede, Ausdrücke (grammat. das Verbum), verh-cUi-s aus 
Worten bestehend (zum Verbum geh.), verh-Ösu-s wortreich, weit- 
läuftig (Adv. 'öse)y verhosi-tu-s f. Wortfülle, Gesprächigkeit (Prudent. 
Symm.); verhi-gena der durchs Wort geborene Christus (Prudent.); 
rerbigerchre disputiren (App.). — -verh-iu-m n.: cui-verh-iu-m das 
Adverb, Nebenwort, inl^^fia (adverbhnn est pars oraHonis, guae, 
adjedo verho, significationem ejus implet aique explanat, Diom. 1. 
p. 398 P.), prae-t^erhiii^m Vorwort, Präposition, pro-verbiu-m Sprich- 
wort, veri-verhiu-m das Wahrreden {gut superes veriverhio Plaut. 
Capt. 3. 4. 36). 

Allen St. m. 221. 228. — C. E. 346. — Düntzer KZ. XV. 3. 31 f. 

— Ebel KZ. IV. 169. — F. W. 396; F. Spr. 367. — Froehde KZ. XXU. 
264. — Meister St. IV. 378. 406. 11). — Siegismund St. V. 200. 18). — 
Tobler KZ. IX. 246. — 1) Anders B. Gl. 267b: bhru dicere, l^qui. — 
Wieder anders Schweizer-Sidler KZ. III. 377: svar (auch für den Begriff 
des Glanzes verwendet, vgl. qprifii und tpaCvco u. s. w.). — Die Formen 
des Verbums siehe C. V. I. 276. 6). 304. 2). IL 128. 400. — 2) S. W. 
B. V. (vgl. Spitzner). — 3) Vgl. C. V. II. 128 f. — 4) Vgl. G. Meyer KZ. 
XXII. 21. — 5) H. Uhle Jahrb. für class. Philol. 1876. Heft 8, pg. 667 f. 

— Aehnlich Seh. W. s. v. («av, ^ricig). — 6) W. ghar lucere, splen- 
dere: Aufrecht umbr. Sprachd. I. p. 101. — B. Gl. 112b: gar sonare: 
verbum e gverbum, sicut vivo e gvivo. Ebenso Schweizer-Sidler KZ. I. 
154. XIII. 309 (,, vielleicht nicht ungereimt"). — Corssen I. 171. B. 202 
zweifelhaft. — Vgl. J. Schmidt KZ. XXIII. 339: lat. verbum, got. vaurd 
aus *verdh€Mn, preuss. wirds Wort, lit. värdas Name. 



4) VAR triefen, fliessen. — Skr. Vür n. 1) Wasser, im 
Rinnsal, 2) stehendes Wasser, Teich; väri n. Wasser (PW. VI. 
934. 940); Zend vära m. Regen. 

VÄr = ovip. 

oöp-o-v n. (urspr. Wasser, dann das Wasser der Blase, vgl. 
Wasser abschlagen) Urin, Harn, oigi-m harnen, pissen (Imperf. 
wohl i'J^oQ' i-ovQ-ow, Fut. ov^-tfo-fiat, Aor. i-ovgfi-öa^ Perf. iv-e- 
ov^-notag Aristoph. Lys. 402). ' -c zum Hamen geh., 



- 894 — 

geneigt, Urin treibend; ovpi^-Tt/^ {"^Q-og) m. Pisser, Uringang, 
<yv(fti-tQl-g {(ö'Og) f. ürintopf (ov^iVov ayyftbv Suid.); (ov^>Ti) 
avi^-ct-g f. das Pissen, ürinlassen, dazu Desid. ov^i/Ti-crco , ov^- 
tfeZ-oo; oi;^-|i*a(T) n. Urin, Harn, ©({(ny-^^a f. Uringang, av^-^6^ 
zum Urin geh.; ovQ-axo-g m. Urinleiter im Nabel des ungebomen 
Kindes (Hippokr.); oig-avti f. Urintopf. — oup-ia f. ein Wasser- 
vogel (Athen. 9. 395. e); Ovg-la, dor. 'Tj^-/a, f. ein See bei OeniadI 
in Akamanien. — agog' kißaötov (Hes.). 

vär = ür. 

Qr-Ina f. = ovqov^ urinäli-s = ov^i/rtxo^, als Siibst. firm-a/ 
n. = otfQtixQlg (pvQoSoxetov Gloss. Philox.). Qrinft-ri (-re) unter- 
tauchen (urhiare est mcrgi in aquam Varro 1. 1. ö. 126, vgl. suh 
aqua ranae diu urinantur Plin. 11. 37. 72), urinä-tor '(Jör-is) m. 
Taucher. — Ur4a f. Seestadt in Apulien (Plin. 3. 11. 16). 

Ascoli KZ. XVI. 120. — B. Gl. 358b. — Brugman St VIL 351. 63). 

— Bugge KZ. XX. 29 f. — Corsflen 1. 171. 312. B. 238. — C. E. 361; 
C. V. I. 116. 12). — Ebel KZ. IV. 166. — F. W. 188. 431. — Froehde 
KZ. XXII. 263. 1). - Pott KZ. X. 263. — Windisch K. B. VlII. 44. 14>. 

— Bugge I. c. fügt zu den Znsararaenstellnngen von Curtius und Fick 
aus dem German. noch hinzu: altn. ür n. feiner Regen, Nebelregen, 
poet. auch Wasser, nrt^r^ ürugr benetzt, thanig; ags. uriy, altn. 
yra in feinen Tropfen fallen lassen. 



5) VAR verhüllen, bedecken, umschliessen, umringen; 
zurückhalten, gefangen halten; abhalten, hemmen, weh- 
ren. — Skr. var (rr, if) id. (I*W. VI.. G96). 

A) Verhüllen, bedecken, umschliessen, umringen*). 

var, 

(J^BQ-eg) ion. ep. elp-oc n. (das Deckende =) Wolle, ^p-io-v, 
ion. ep. €ip-lO-V n. id.^); (^Iqsö-so^ igi-eo-g) igs-ov-g^ iQ-lv-eo-gn ion. 
HQ-lv-eo-g^ wollen, von W^olle; iv-EQog schönwollig, noX-igog kurz- 
wollig. — (var-ana, Skr. ur-ana, fag av^ durch Synkope) Fap-v, 
(fgcc-v) Fpr|-V^): (agrjv Nom. ungebr.) agpog^ agv-l^ Sgv-a^ PI. 
apv-ec, a^vcö-v, agv-aöi^ ion. Sgv-sööi^ Sgv-ag m. f. Schaf, Widder, 
bt'ö. das junge Schaf, Lamm (^agiiv to rov ngoßdrov eyyovov B. A. 
7. 11), Demin. igv-lo-v n., (auch) Scliaffell, Vliess; ägv-eio-g vom 
Lamm oder Schaf; agv-eio g m. Schafl)ock, Widder ;.«(>vo-$ m. Lamm 
(Sp.); agv-ax-l-g (£6-og) f. Schafpelz. — apv-eii-uj (Bockssprünge 
machen =) Kunstsprünge machen (Lykophr.), agvev-Tfig {xf^gog) 
m. (eig. Bockspringer, weil die Böcke den Kopf zur Erde haltend 
springen) Taucher (der sich kopfüber in's Wasser stürzt = xvßi- 
ouixtjg) (II. 12, 385. 10, 742. Od. 12. 413, Schol. naga rov^ 
agvag)^)] agvBv-ry-g m. ein Fisch (Taucher, 6vv£xh i^ciXXexai Ath. 
7. 304. c); ßagv-lo-%*' agvlov. ßdg-ixoi' agveg lies.; vTC-ngtfog mit 



- 895 — 

einem Lamme unter sich, ein Lamm säugend (Eur. Andr. 558). — 
pr\v m. Schaf, Lamm (bei spät. Dicht.), ^v-ixo-g vom Seh. (Hippokr.), 
^v-i-g, ^v-i^ f. == aQvccxlg (Lex.); in Compositis: {noXv-J-^v) 
TtoXv^^v (fiv-og) schafheerdenreich (II. 9, 154. 296), noXv^^vo-g 
id. (Od. 11. 257); v7c6-(^vog = vitaqvog (nur II. 10. 216)^). — 
(/a^-vo, ftq-vo^ ftq-vo^ J-gl-vo) ßi-VÖ-c (ygivog äol., Hes.) m. f. 
Fell, Haut, Schild (aus Rindsleder gemacht), Nbf. ^Lvo-v n. Haut 
(II. 10. 155. Od. 5. 281)*), ^tvo-w mit Leder überziehen {bv-qi- 
vog' xaAco^ i^^ivcDfiivog Schol. Par. ap. Rh. 3. 1299). 

Fap-avo. — (Skr. väruna der Umfasser des Alls PW. VI. 
724) oup-avö-c (dor. tagavo-g, lesb. cigavo-g, oQavo-g) m. (das 
deckende) Himmelsgewölbe, Himmel; (inwiefern der Wohnsitz der 
Götter, der Olympos, in die obere Luft reicht, ist der ovQavog 
auch) Wohnsitz der Götter; (übertr.) Zelthimmel, Zeltdach, Gaumen 
(nach der Gestalt benannt), personif. Ovgavo-g m. Sohn des Erebos 
und der Gfta [mit der er die Titanen und Titaniden, die Kyklopen 
und die Hekatoncheiren zeugte]^); ovqccvo-^sv vom H. her oder 
herab, ovQav6-^i am oder im H., oifQavo-ce gen H.; Demin. oigav- 
IcKo-g; oifQciv-io-g himmlisch, am, im, vom H.; (übertr.) gewaltig, 
gross, in-ovqavLog id., vTC'OVQccviog unter dem H. befindlich, Oigav-la 
f. eine Muse, eine Nymphe, Bein, der Aphrodite (im Ggs. der 
gemeinen ndvörniog)'^ Ovgavl-mv = ovQclviogj Subst PI. die Himm- 
lischen, caelites; die Söhne des Uranos, die Titanen (II. 5. 898. 
Hes. Th. 461); ov^avo-H-g^ oigccvo-elStig himmelähnlich, den H. 
betreffend; ovqccvo-co in den H. versetzen, vergöttern (Sp.), ovQccvm- 
61,-g f. das Versetzen u. s. w. (Eust.), oigcevl-^ofiat an den H. reichen 
(Aesch. frg. 492 ap. Phot.); ovQocv-la f. ein Ballspiel, wobei man 
den Ball hoch in die Luft schlägt. (Poll. 9. 106), oigavla-im den 
Ball hoch in die L. schlagen. 

yaru. — Skr. urü weit, geräumig, ausgedehnt, gross, vär-as 
n. Weite, Breite, Raum; vgl. vdra m. Umkreis, Umgebung, Raum 
(PW. L 999. VI. 717). 

€upu (: varu = vevgo-v : nervu-s): €Öpu-c {evQSucj ion. eigia, 
evQv) weit, geräumig, ausgedehnt, breit (Hom. Acc. evgia st. 
evgv-v in: evgia itovrov^ mXtcov» €vqv auch als Adv.; Comp, svgv- 
UQo-g IL 3, 194. 23, 427)'); evQv-rri-g (ri/r-off) f. = evgog (Sp.); 
evQv-vcs breit, weit machen, weitem, ausdehnen (Aor. evgvvav Od. 
8. 260, Pass. evgvv^etöa D. Per. 92). — (Big-ec) €up-oc n. = Skr. 
rdr-as (Hom. nur Od. 11. 312\ in Prosa gewöhnlich bei Maass- 
bestimmungen. — BvgV'i Bvgv-ayviog weitstrassig, -ßlag weitgewal- 
tig, weitherrschend, -Tuigrivog breitköpfig, breit u. s. w. — dpi- un- 
trennbare Particel, den Begriff des Wortes wie agi (pag. 47) ver-* 
stärkend (meist in poet., bes. epischen und lyr. Compositis): igi- 
ttvxr^v. hochhalsig, igi-ßgBfibtig (pag. 611), igl^ifo ' ^8), Igi- 
xvd'tig sehr ruhmvoll, ig('(AVKog laut brüllend 



— 896 — 
Tal. 

(foX-o) OuX'O-C (wollig =) kraus, dicht {avlti i^f^vi}, oilm 
xoiuti), übertr. vom Geschrei: laut, stark (ovlov »atXfiymg IL 17, 
756. 759^^), avlo-tfi-g (trit-og) f. das Eraussein; ovXo-%aifffvog dicht 
reich behaart fOd. 19. 246). — (faX-vo) MaX-X6-c m. Vliess, Zotte, 
Flocke, Haarlocke*®); 6Qa%ovx6'^lXot ( roqyovsg Kesch. Prom. 799 D.i 
drachen-y schlangen-lockig; nfiyt-al-^lXo-^ (vgl. pag. 457) dicht- 
wollig, dichtvliessig (nur IL 3. 197, cujus lana compressa, densa 
e»/j"j; i^^uiXXo^ai) fi«iU«-To-g mit dichter Wolle yersehen (jirm^ 
xXaiivg) , imXX(o-0i'g f. das Bekleiden mit W. (SchoL Find. P. 4. 407 
e= (UiXXog)] SXX'txa' %Xaiivöa xinic SmaXovg. Oi Idtavai yaXXixa iptM 
xavtfiv (Suid.^. — (feX-vo^ feX-Xo) )Lif]Xo-v ion. att., fuHo-v böot, 
lucXo-v dor., n. (poet., nicht in Prosa) Schaf, Ziege, PL kleines 
Vieh, bes. Schafe und Ziegen *^^ (metapl. Gen. Plur. iitiX-ii-mw 
Lykophr. 106), iir^X-eio-g von Schafen; (* fiijXo-io) iiriXeo-xrl f. Schaf- 
fell, fiYjiUo-Ti}-^, böot. ^riXä-xa-g^ m. Schafhirt. — {^Xti-veg) Xf]*VOCn. 
Wolle. — i^oX-o) oöX-o-v n. (meist PL) Zahnfleisch (eig. ro/ra, 
Hülle); ovX-^g (id-o^) f. id. (Alex. TralL)"). — (J'sX-og) fc'X-oc n. 
urspi*. verdeckte Gegend = bewachsene Niederung, Wiesenland, 
Bruch (jölvXov öaöog Suid.; vygog xal öaövg xonog Et. Gad., cvfupv- 
xoi^ avvdevdQoi xinoi Gramm.) *^); ''€X-oc n. Seestadt in Lakonien 
am lakon. Meerbusen, unfern vom Ausfluss des Eurotas; spSter 
ward sie von den Spartanern zerstört und die Einwohner wurden 
zu Leibeigenen gemacht, daher: €iX-u)c (cox-og), seltener £iAcor-i}-;, 
m. der spartanische Leibeigene, Helot *^), BtXcaxHxo-g helotisch, 
fftoT-fv-w ein Helot sein, eikioxBiJ^yict f. Helotenstand, Leibeigen- 
schaft. — (f = v) Te\-n (Herod. 1. 167), Oiaia (Dion. HaL 1. 
20), später '€X^a f. die Stadt Velia in Lucanien , Kolonie der PhokSer 
(Strabo C. 252)^% — (/«A-/^ /äAtV) 'HXi-c (/d-og) f. = Tiefland, 
Hühllund, westL Landschaft im Peloponnes^^), (/aA-i/io« C. I. nr. 11) 
^HX-Hoi die Eleer, BoXo-ivx-ioi (kret.). 

B) Zurückhalten, gefangen halten. 

var. 

Fap*"). — {J^aQ-j(o^ €cQ-j(o) alp-^-uü festhalten, fassen, er- 
greifen, nehmen; (übertragen) zu sich nehmen, an sich nehmen, 
annehmen, erlangen (anlaut. / noch deutlich erhalten in: ano- 
aiQHö^ai IL 1. 230 und Imperat. ano-algeo ibd. 275, aus ano- 
aigieo synkopirt mit Zurückziehung des Accentes) (atge: Aor. Past«. 
f/pi-O"»/-»', Fut. atge-^-ao-fiai, ^ Verbaladj. atgs-xo-g; a[gri: Fut, 
aiQuj'öG}^ -öofiai^ Pei*f. rjgrj'Ka^ -f^cci^ ion. aQ-aigij-^ai^ s. pag. 897 
FaX; ctQ-i-a^ai nehmen, lokr. Inschr. aus Naupaktos Z. 32, wohl 
Aorist); Verbaladj. atgex-o-g^ -io-g zu nehmen, wünschenswerth, 
atQ(x-ix6-g auswählend (ketzerisch, KccL); aTge-ai-g f das Nehmen 
=» Krobening, Wahl, Streben, Vorsatz, Gesinnung; Philosophen- 
schule, Sekte (Sp.), atgiai-fw-g einnehmbar (xeix^g Xen. Kyr. 5. 2. 2J; 



- 897 — 

*cc[QeGia-G)) atQsaiai-rri'g m. Ketzer, fem. ä-u-g (Eccl.); aigi-ti-g 

ri6-og) f. die Auswllhlende (V. T.), alQSxi-cco}^ aigetl-^o) wählen 

(N. T. Eccl.), atgeu-a-rrl-g m. einer Partei, Secte angehörend (Sp.). 

val. 

FeX: Aorist zu aiQi(o: elX-o-V und ep. eX-o-v (Inf. fiten/, ep. 
iXieiv, Iterat. U-sax-o-v II. 24. 752. Od. 8, 88. 376. 14, 220; 
Med. eUo-firiVj Sp. etla-iAtpi)'^ Verbala<y. ik-e-ro-g greifbar, ergreifbar 
(II. 9. 409). — ?X-U)p {(OQ-og) n. (Hom. nur Nom. Acc.) Baub, 
Fang, Beute, ikcig-io-v n. id., eigentl. Beutestück (nur II. 1. 4 
und Ap. Rh. 2. 264). — atpadriaia^ai, (kret.) [bildet die Brücke 
zwischen algica und flilov]; av-skoö^o) (Inschr. aus Tegea) Impt. 
= aV'iXovr-T(o(r) , vgl. aveXic^o) == av-eXsT-TcoiT). — FaX: dX-i- 
CK-o-)Liai gefangen, erobert, eingenommen werden, (bei den Att. 
meist gerichtl. Ausdruck) ertappt, überführt werden (Präsensst. 
und Fut. nicht bei Homer, Imperf. stets riXi-6K-6'firjv; St. «Ao, 
ccXca: Fut. ccXci-ao-fiaL, Aor. l-ccX(o-Vy -^Aco-v, dies bei Hom. nur Od. 
22. 230, Conj. aXca^ ep. ccXacOj Opt. ccXo-ltj-v^ ep. aXcirj-Vj Inf. aXcS- 
vai^ Part. aXov-g^ äX6vr-B IL 5. 487, dazu Ameis-Hentze : die Ver- 
längerung des Anlauts a ist aus der Fähigkeit, die Liquida zu 
dehnen, herzuleiten, wie in iXvog H. 21. 318, Perf. ^lo-xor, att. 
l-aAw-xa); aXca-ai-g f. das Einnehmen, die Eroberung, Venirtheilung 
vor Gericht (Plat. Leg. 11. 920. a), ccXdat-iAO-g einnehmbar, leicht 
zu erobern, zu fangen, zu gewinnen. 

C) Abhalten, hemmen, wehren; drängen, sperren. 

vaP^). 

FaX, FeX. — (J^eX-jca) eiXu), elX-^-iw, etXXui, äol. HAw, dor. 
J^fjXo)^ drängen = in die Enge treiben, zusammendrängen, ein- 
schliessen, einengen, einsperren, absperren; Med. sich zusammen- 
drängen, sich sammeln (von bUco Homer nur Part. Präs. elXo-iuvo-g 
11. 5, 203. 782. 8, 215; sonst fÄiw; Fut. fÜ-Tj-crco, Perf. sÜL-tj-tiaij 
Part. Aor. elX-^^-^Bl-g; epische Formen sind: Aor. 3. PL I5l-cra-v, 
Inf. ?X-aai neben i-iX-aai IL 21. 295, Part. Ivl-tfa-^; Aor. Pass. 
i-ak-^]^ 3. PL aX-B-v II. 22. 12, Inf. iX-rj-vm^ aX-^-fisvai^ Part. 
aX-sl-g^ Perf. i-iX-fU^a, Part. i-eX-fiivo-g] Perf. äol. i-J-aX-^ f-valwxa); 
ytjXovfjUvotg' cweiXtKA^iivoig. yriXeöd^cci' xcerixBö^ai, yi]Xui<sd'ai' xor- 
iXBG^cci, yeX(0(ji.evot' xarexo^uvoi (Hes.); iy-J-fiX-tj-^Ccovri = i^eiXii- 
-O-cacrt (tab. HeracL 1^ 104); ßiXri-(ia' xciXvfxaj q>Qayfia. Aaumveg 
(Hes.). — (feX-ja) e\\r\ (tarent. ßBlX^jj lakon. ßelXa)^ att. contr. 
iXr|, f. eine zusammengedrängte Schaar, Rotte, Haufe, Versamm- 
lung, Soldatenabtheilung, bes. in Lakedämon (vgl. an-iXXai' cqKol^ 
iKxXrialcei Hes.), slXti-^ elXa-j Üij-, IXa-öov schaarenweise; ^IXsvg 
(und / = o) OlX-ev-g m. König in Lokris, Gemal der Euriopis, 
Vater des lokrischen Aias und des Medo "^^luc-dti-g 

Sohn des Oileus = Aias. — ö/i-iXo-C fi Bchaar, 

Versammlung, Menge, (in der Ilias bes.! &ng<>, 

Vaniöek, etym. WOrterbnoh. 



— 898 — 

Getümmel, Kriegsgetümmel ^) , ofuiUr-, 6fuli}-dov schaarenweise; 
ö)yiiX-ia £. das Zusammensein, Gemeinschaft, Umgang; ogul-i-m n- 
sammensein, Gemeinschaft, Umgang hahen, umgehen, verkehrai; 
im feindlichen Sinne: zusammentreffen, handgemein werden, kirn- 
pfen, ofulfi-ro-g mit dem man imigehen kann, o^uXtjv-txo-g gesellig, 
umgänglich, ofuAi^-Tif-^ m. Gesellschafter, Zuhörer, Schüler, fem. 
6fuili7-r^-/a, 'i-g (Id-og)^ 6/i«/Xi}-fuy(r) n. Gegenstand der Unterhaltung, 
Verkehr. — (J^eX-aQ) elX-op n. (nur Hom. und nur Nom. Aoc D. 
7, 338. 437. 14, 56. 68. Od« 5. 257) Umhegung, Schutmehr 
(xvfuxTog gegen die Woge). — (/ok =) ovX: ouX-ajiiö-c niL Ge- 
drftnge, Gewühl, Getümmel, Schaar (Hom. stets aviQÖht IL 4, 251. 
273. 20, 113. 379)*^); später: Reitergeschwader (vgl. yola/tas 
Hes.). — (&-/oiL) dH-oOXT]-c dlxti Process wegen Aasspeming, V«r- 
drftngung von seinem Eigenthum, von Benutzung des znstehendeB 
Rechtes. — (« copul.**) (a-J^ol-v-eg) d-oX-X-i^c zusammengedrSngt, 
dichtgedrängt, in Haufen, in Menge (sehr ofb hei Hom., seltener 
hei den Folg.), aoXU-ito versammeln, zusammenhringen (Aor. Hom. 
aokXi^a^ aoAJlÄtf-^-v), aoUij-dov «= IXriSov (Sp.); d-eXX-ifjc id. 
(nur n. 3. 13 xovüsaXog mi^wt ciBXXr^g StauhschwaU, Staubwirbel), 
contr. (a ■= a) dX-ric (oft bei Herod., auch Hippokr.). 

FaX «a dX**). — dXic Adv. dichtgedrängt «= angehiufl, 
haufenweis, zahlreich, hinl&nglich, genug. — dX-ia f. Versanunlmig 
{aXiala f. id. Schol. Eur. Or. 896), oA/-^(o versammeln; f|Xi-aia t 
'Name des Geschwomengerichtes in Athen (6000 Richter, 600 aus 
jeder der 10 Phylen, zerfallend in 10 Abtheilungen zu 500, so 
dasö noch 1000 Ersatzmänner blieben), riha-Tio-g die Heliaia, den 
Gerichtshof betreffend, i]Xi>a-i(o ein Richter in der H. sein, i}ii«- 
ö-xr^-g m. Richter in der H., i]Xici-0'X-i>%6-g den R. in der H. be- 
trettend, iiXlct-OL-g f. das Richteramt und die Gerichtssitzung in der 
Heliaia. 

dX-u (/ geschwunden). — öXu-ci-c f. Kette, ül>ertr. Bedräng- 
niss, Absperrung, Demin. aXva-löio-v^ -döio-v n., aAviffd-o-co . ketten, 
anketten (Sp.), iXv^iöia-xO'g O-w^aJ Kettenpanzer; ccXv-c-^o-g in. Re- 
drängniss, Bangigkeit, aXic^fodrig ängstlich (Hippokr.). 

D) Webren = wahren, hüten, schützen. 

var^*). 

Fep, F€p-K. — (St. J^BQ-ftr€g) ?p-K-oc n. geschützter, umhegter 
Ort, Gehege, Haag, Zaun; Hof, Vorhof, Gehöft; übertr. Sehuty. 
Abwehr*^), Demin. Iq^-Io-v n.; iQTi-eto-g^ att. s^-eio-g^ das (lehe^^e 
u. 8. w. betreffend; Beiw. des Zeus: hausbeschützend (der als sol- 
cher einen Altar im Vorhof hat) {eQKsiot = penates D. Hai. 1. 67); 
ipK-dVT] f. = ?^05 (Themist. 23); {gx-lxt^-g m. ein Knecht auf 
dem Gehöft, auf dem Lano (Ath. G. 267. c). 

F€p-u. — St. dpu, ion. ep. auch (i»^, i-Sgy) €ipu wahren, 
hüten, schützen, schirmen (3. PL el^-oexat und eigv-crc^ 11. 4. 248, 



— 899 — 

Inf. ^Qv-ad'aij eYQv-a^ai^ Imperf. 2. Sg. Iqv-öo^ 3. Sg. ef^-to^ i^-ro, 
3. PI. eI'qv-vto^ ion. bIqv-oto; Aor. ^^-cra-TO, i^^aato IL 15, 290. 
20, 194. Od. 1. 6, Fut. iQv-aasrai; iQv-to im pass. Sinne Hes. Th. 
304; vgl. dpuai pag. 906 f.*^). — fpu-)Lia(T) n. Schutz, Schntzwehr, 
Schirm {xQoog II. 4. 137), Demin. i^iiax-to-v n. ; i^-a-fio-g m. == 
sQVfia {inrikvaCriq noXvTCi^fiovog h. Cer. 230). — (i^-fuvoy Part, zum 
Adj.) dpu-|Livö-c befestigt, geschützt"), igvfivo'tri-g (n/t-o^) f. Be- 
festigung, Festigkeit, iQVfivO'O} fest machen (E. M.), iqvikvi-o-^ictt = 
igv^voofiai (Suid.). — *€pu-)Liav0o-c (vgl. Berg,> Burg von Bergen) 
m. hoher Gebirgsstock an der Gränze von Arkadien, Elis und 
Achaia (Od. 6. 103), jetzt Olonos. — iov-öl-Ttroh-g stadtschirmend, 
Beiw. der Athene (II. 6. 305, Bekk. 11. ^ölnxoXig), 

Fepu-K: dpu-K-u) (meist poet.) abwehren, abhalten, zurück-, 
auf-, fest-, an-halten, hemmen; Med. sich zurückhalten, verweilen*^) 
(Imperf. bei Hom. stets ohne Augm. fi^vxc, Aor. fiqv^a^ Tipi^la; 
dazu Aor. *S-Bqv%''ftiq%j * J-£QV7i-fa7i = rj^vx-cm-o-v^ igwi-ax-e^ Inf. 
iQVKaxieLv)'^ ep. Nebenf. dpuK-dvu) (Imperf. i^avs Od. 10. 4^9), 
(Weiterbildung) iQvxav-a-ia (nur Od. 1. 199 igviiavoa} tf' itinovza 
und Quint. Smym. 12. 205 i^vnavomcct (taxead'aL). 

{J^sQv synkopiert) Fpu. — ßu-o-|Liai (== St. igv) aufhalten, 
hemmen (Fut. Qv-Oo-ficct^ Aor. i^^öi-^riv^ ep. auch ^aa-^rjv^ Imper. 
^-aai; Nbf. des Inf. Präs. ^va&ai II. 15. 141, Imperf. 3. PI. 
^crr' st. i^^ovro II. 18. 515. Od. 17. 201; von *^-crx-o-f4«* 2. Sg. 
Imperf. ^6ouv IL 24. 730; v im Präs. Imperf., v in den abgeleit. 
Tempp. vor er, doch ^actfirjv IL 15. 29)^^); ßö-ci-c f. Rettung, 
Befreiung (Eust.); ^-ai-o-g rettend, befreiend, als Subst. n. = 
^ai>g (Lösegeld Lex.); ^ü-TTip (ttj^-og) m. Beschützer, Bewacher 
(Od. 17, 187. 223), ^v-xcdq [xog-og) m. id. (Aesch. Sept. 319 DX 
^v-a-rri-g id. (Sp.), ^v-tqO'V n. Lohn, Opfer für Rettung (Hes.), 
^ö-|Lia(T) n. = Qvöig (Trag.). — ^uci-: ^c£-ß(0(wg die Altäre 
schützend, rettend (Aesch. Eum. 920 D.), ^vöC'öt^tpgog den Wagen 
bewachend, lenkend (Pind. I. 2. 21), ^val-7io6fwg die Welt er- 
lösend (Sp.), ^ai-'jtoXig s. oben iqvcl-Ttxohg (Aesch. Sept. 129 D.). 

Fop. — öp-o-|Liai Acht haben, die Aufsicht führen (nur: Inl 
oQovvai führen die A. darüber Od. 14. 104, Impf, inl oqovto Od. 
3. 471, Plusqn. im oq-üq-h IL 23. 112). — dip-a, ion. üip-n» f- 
Hut, Sorge, Beachtung, Berücksichtigung; ovSevoC-ayQO-g nicht zu 
achten, verächtlich, nichtswürdig (nur II. 8. 178 w/jjffa); ßcoQol' 
6(pd'aXfiol = die Gewahrenden (Hes. Suid.), cf-w^o-j' agwlonitog 
(Hes.). — (/oQ'O-g) oöp-o-c m. Aufseher, Wächter (Od. 15. 89; 
stets von Nestor. ovQog ^Axccimv Hort der Achäer; v»" 
Pind. I. 7. 55: ovQog AUcKiSäv)^) , ov^-o beiwaohe» 
Ap. Rh. 4. 1614); (J^t-J^og-o) t-iüpo-c m. id. (ApolL 
— dpKT-oöpo-c Bärenhüter, der in der Nähe des 
oder Wagens stehende Stern (ßomrig Od. 6. 27' 



- 900 — 

aufgang in's letzte Drittel des Februar, dessen FrlUiaii^aiig o 
die erste Hfilfte des September fällt. — dni-oupo-c ep., {qn^KK 
m. = wQog {tipoQoi bes. in Sparta fünf an^resehene Beamte, w^ 
die Gewalt der beiden Könige mftssigen und im Oleidigeinelit 
halten sollten). — 'Gqp-Opa, ion. -v^ (v ÄoL), f. = i^^-woj Wai^ 
der alte Name von Korinth; alte pelasg. Stadt am Flusse SeUew 
in Nord-Elis (ausserdem noch nach East. 9 St&dte dieses Xi- 
mens)'^). — (nQO-foQ-o-g) <ppoOp-o-c m. = ovQog^ ip^^ovffi t Wiek, 
Bewachung, tpqwQi'io Wache halten, bewachen, beschützen, Med. 
sich hüten, in Acht nehmen, tpf^i^-^si-g f. bbb q^ffovifi (Sp.), 
(pQQVQfl'yLa{x) n. das Bewachte, der Wachposten, g^^cw^-io-v i 

Wachposten, fester Platz, Festung, Besatzung (Aesch.). (anif- 

foqo') TTuXä-uipö-c (Hom, mit Umspringen der Quantitftt), iTuXuip6< 
{nvlMvifo-g^ 7CvUv(^'q Hes.) m. Thor-, Thür-hüter; ebenso ^v^«^ 
— (w^-/o^-) ion. Ti^iii-opö-c, att Ti^iu>pö-c"), m. Ebrenwfichier, 
Helfer, Bacher, Peiniger, TiftmQ4a f. Hilfe, Beistand, Bache Stnfe, 
Peinigung, Züchtigung; ttfuogi-to helfen, beistehen, Rache nehmo, 
Med. sich rächen, zur Strafe ziehen, rtfuo^i^-ixa-^ sich ^em rBchend, 
Tififlo^-TV^-^, -h}^ m. = xi(i40(^gj ufuo^'öi-g f. «= rifua^üij Y<iMi^ 
IU[(t), n. id. 

Stamm 6pa. — öpd-uj, ion. bgi-m^ gewahren «-• sehen, schaaen, 
bemerken, wahrnehmen (Hom. braucht theils o^, o^g a.8.w., 
theils oQocc)^ oQaccg u. s. w., 2. PL Opt. oQoane st. opcorc IL 4. 347 
u. s. w.; eigenthümliche Form 2. Sg. Ind. PrÄs. Med. oQtjai Ol 
14. 343 zu *0Qrifii = bgeeca, Imperf. Hom. oq<ov, Herod. c5o0r, 
erst att. i-cigiov; ebenso: Pei*f. l-co^ä-xor, -fiai^ Aor. Pass. bei Sn. 
Iw^a-ö'iy-v)^^); Verbaladj. ogä-to-g^ rio-g zu sehen, sichtbar, a-ooa- 
T0-$ unöichtbar, ogccr-tTio-g zum Sehen geb. {dvva/xig Sehkraft^ 
o(fä'<5i-g f. das Sehen, der Gesichtssinn, oQa-x'tl-g^ -rtjo m. der 
Seilende, Zuschauer; oQä-fia(x) n. das Gesehene, der Anblick das 
Schauspiel (vgl. Panorama = Allschau), ogccfAccz-i^ofiai = oaata 
(LXX), oQaficcn-a-rtj-g m. der (Jesichte, P^rscheinungon bat (Sp.), 
0Qafiari>'6-(i6-g m. Gesicht, Erscheinung (Sp.). 

val'«). 

(fak-io) TiXo-c m. (Verwahrimgs-, Befestigungsmittel, Pflock) 
Na^^el, Stift, bei Homer nur als Zierrath, am Scepter, Schwerte 
und Becher (ydXXo-g lesb., aXo-g dor.); yjXo-o) nageln, annageln. 
ijXto-To-g angenagelt, tiXo-siö/ig nagel-ariig, -förmig; a^'VQo-fßo^ 
mit silbernen Nägeln oder Buckeln geziert (nur bei Homer mit 
il(pog^ q>dayavov^ O-^xJi'oj); l(gp-?^Aü-g mit Nügeln versehen (Suiil.), 
iq>-f}X6'(o = t^Aoca. 

A) Verhüllen, bedecken, umschliesson, umringen*). 

var. 

(rar-m) ver-V-ec-S (ec-is) m. Hammel, Schöps (von der Wolle 
benannt)^''), rtrici-nt-s Hammelgestalt habend, vrrrcc-inH s vom 



— 901 — 

Hammel. — (Skr. vär-na m. n. Ueberwurf, Decke; Deckel, Lid; 
Ueberzug = Aeusseres, Ansehen, Farbe PW. VI, 7^9) {*ar-nu-s 
bedeckend, versehend) omS-re versehen mit dem Nöthigen und 
Zugehörigen = ausstatten, ausrüsten, ausschmücken, schmücken, 
zieren ^^J, Part, ornä-tu-s ausgestattet, stattlich, schmuckvoll, Demin, 
ornätü-lU'S (Plaut. Cist. fragm. p. 19. M.), Adv. ornä-te; orfiä-tu-s 
{fü-s) m. (selten -iura, -ti-än f.) Ausstattimg, Ausrüstung, Schmuck, 
Zierde, ornä-tor m., -trix f. Ausstatter, Schmücker, -in, omä-men 
(Marc. Cap 6. p. 192), ornä-mcn-fu-m n. = omätus, Ornament- 
ärki-s mit den Ehren eines Amtes versehen. 

val. 

(val-na) vil-lu-S m. = fucX-Xo-g pag. 896, vül-ösu-s zottig, 
haarig, i*auh (von Dichtern mit Vorliebe von Ungeheuern, wie 
Gorgo und Cacus gebiraucht). — {val-n-us) vel-l-US (er-is) n. ab- 
geschorene Wolle, Schaffell, Vliess, Flaum (= Xrj-vog), veller-cu-s 
aus Schaffellen, vel-ü-men n. = vellus (Varro r. r. 2. 11. 19). — 
Velria = 'EXid pag, 896, Vel-lnu-s lacus See bei Beate in Sabi- 
num, Vel-i'trac f. Stadt in Latium, jetzt Veletriy Veli-ier-ni die 
Einwohner^''). — {val-vi, Ygl^HXi-g pag. 896) val-le-S, val-lus f. 
(vgl. eXog) verdeckte Gegend = Thal^), Demin. valle-, valli-cüla 
f., (vall-ens-tri) vall-es-tri-s im Thal befindlich, Vall-ön-ia f. Göttin 
der Thäler (August.); con-valli-s f. das von allen oder mehreren 
Seiten eingeschlossene Thal, Bergthal. 

B) Wehren = wahren, hüten, schützen. 

var^). 

ver-eri sich wahren, sich hüten == scheuen, fürchten, ver- 
ehrend^), Part, ven-tU'S; vere-ndurs furchtbar, ehrwürdig (Subst. n. 
PI. Schamtheile, Schamglied); vere-cundu-s Scheu habend, schüch- 
tern, schamhaft; übertr. (objectiv) vor dem man Scheu hat, ehr- 
würdig (Adv. -cunde, -cundi-ter Pompon. ap. Non. p. 516. 23), 
verecundä-ri Scheu haben, sich scheuen, verecund-iu f. Scheu, Scham, 
Züchtigkeit, Sittsamkeit, Achtung, Ehrfurcht; re-vereri {-re Prise, 
p. 799) == vereri^ revere-ndu-s ehrwürdig (reverendissimu-s Titel 
der Bischöfe = Hochehrwürden, Cod.), re-^erent-ia f. Scheu, Ach- 
tung, Ehrfurcht, personif. Bev, (Ov. fast. 5. 23); suh-vereri ein 
wenig besorgen oder fürchten (Cic. fam. 4. 10. l). 

var-k (vgl.. ful-C'lrc u. s. w. pag. 398). — volc-i-sc4 (Plaut.) 
ulc-i-SC-i (vgl. TifKogioi pag. 900) rächen, bestrafen*^), Part, {ulc-fo) 
ul-turs; ul-ti-öin) f. Rache, Bestrafung, ul-tor (tdr-is) m. Rftcher, 
Bestrafer, ultör-iu-s rächend (Tert.). 

val^). 

val-lu-S (= r^Xog pag. 900) m. Befestigungsmittel = Pfahl, 
Pallisade; yallu-m n. (Collect, von vallus, vgl. xci^^ = ^^nUu-s, 
-m) Pfahl werk. Verschanzung, Wall, Schutzwehr, i • 



— 902 — 

• 

Wall geh., väUä-re mit Wall umgeben, Terschanzen , schinnea, 
schützen, viülä-ti-^n) f. schützende Umgebung (Theod. Prise 4. l); 
vallessU {vaUescU Cod.) perierU, dictum a vaUo miUiari, qucd ß 
circa castra, quo qtU (^ciuniur pro perditis habentur (Paul D. 
p. 377. 8). 

1) B. Gl. 61a. 343b. — Corssen I. 469. 465 f. II. 160. 227. B. SWt 
327; KZ. XVIII. 206. — C. E. 347. 351. 362. 660. 679; KZ. OL 411. - 
F. W. 181 f. 184. 396. 490. 1077. — Müller KZ. V. 142. 147. — Schweuer 
KZ. ni. 380. — 2) VgL noch Christ p. 230. Em. Hoffmann Hom. p. 7L 
79. — 3) Vgl. Brugman St. IV. 109. 1). — Delbrück St. Ib. 132. - 
Legerlotz KZ. VII. 68. — L. Meyer KZ. XV. 6. 32. — SiegismuDd a 
V. 180. 110). 194. 12). — Christ Lautl. p. 231: a^va durch Metatheoi und 
Vocalisienuig aus J^griva, — Legerlotz KZ. VIII. 53: Skr. Vfsh-an ^ äf-qt 
Widder, dann Schaaf überhaupt, aQ-v-sg u. s. w. — 4) Vgl. Cortius KZ. III. 
77 und Seh. W. s. v. (Döderlein von igBvväv). — 6) VgL Schaper KZ. XXII. 
518 f. _ 6) Brugman St. IV. 135. 176. 19). — Bugge KZ. XX. 20. - 
C. E. 351. — Christ p. 232. — Grassmann KZ. ,X1. 3. ^ Lasten Isd. 
Alterth. 1. 768. — Legerlotz KZ. VII. 294. — Lettner KZ. VIL 193. - 
L. Me^er KZ. XXIII. 66 f. — Pott KZ. VI. 262 (» ävaruna verdeckssd, 
verhüÜend). — Zu var kreisen »- der umkreisende: Schweizer -Sidler 
KZ. ni. 387. Sonne KZ.^ XII. 364 f. Seh. W. s. v. — Bopp Gl. 851b: 
carsh pluere, fortasae ovgavos a pluendo dictum; v. Benfej I. 824. Dan 
Schweizer -Sidler L c: „scheint uns unrichtig**. — Vgl. noch P^V. V. 
908: meshürat^ n. ittaovgamjiuc Bezeichnung des 10. astrologischen Haatei 
(Papc W.: der Stand der Sonne mitten am Himmel, S. Enip. adr. 
astrol. 12). - Vgl. noch Preller gr. Myth. L pg. 343. — 7) B. Gl. 69a. 

— C. E. 348. — F. W. 182; F. Spr. 160. — L. Meyer KZ. V. 871. 
XXIU. 68. — Schweizer KZ. III. 376. — Vgl. noch Seh. W. und 8. W. 
8. Y. — 8) C. E. 74: „möglich wäre ein Zusammenhang mit Skr. raru, 
(las wir wegen vartjas als ältere Form für urtis = svgvg voranssotzen 
müssen. Das J- wäre dann spurlos venjch wunden. B. Gl. vergleicht mit 
uru das irische ur {very)y das dann unscnn igi sehr nahe käiiic'\ — 
Vgl. lioscher St. Ib. 122. 42), dazu Anm. 2. i^af?. 218. - Fick KZ. XXII. 
221 setzt agi (pa^. 47) = igi. Dazu C. E. 1. c: „ich will die Identität 
nicht allzu entschieden behaupten". — 9) Ö. W. und Seh. W. s. v. zu fCiim^ 
iUm. — 10) Vgl. noch Curtius KZ. III. 411 und Legeriotz KZ. VII. 68. 

— Brugman St. VII. 334. 35): faX-fo, (iaX-J=o(?), — Fick KZ. XX. 176 
stellt (uxXXog zu W. maly mollis u. s. w. — 11) Curtius KZ. 11. 156 f. — 
Schaper KZ. XXII. 619. — 12) Brugman St. IV. 121: attisch *ufUow 
sollte ^fiXov werden, daher auffallend (vielleicht so gebildet, weil man 
meinte, das Schaaf habe seinen Namen von seiner Stimme, Varro r. r. 
2. 1. 7). — 13) Deffher St. IV. 243. — 14) Corssen H. 321. — C. E. :UV2. 
650. — Zu Skr. sdras lacus: B. Gl. 412b. F. W. 196 (sar gehen.« 
eilen, strömen). Lettner KZ. VII. 24. — Aehnlich Deecke - Siegismund 
St. VII. 249. 9): j,die Zusammenstellung gewinnt an Wahrscheinlichkeit" 
(dazu macht Curtius in der Klammer das Zeichen V). — Birlinger KZ. XV. 
206: wohl scd, wahrsch. für svcU = wallen, wogen. — 15) Vgl. Bundan 
Geogr. V. Griechenl. II. pg. 13H. E. Curtius Peloponn. II. pg. 289. Kvicala 
Uebers. des Herodot 11. pg. 286. — 16) Vgl. Pott KZ. IX. 173**). — 
17) Vgl. Brugman St. IV. 119 und K. Curtius Pelo]». II. i)g. 97. — IH) C. 
E. 647; C. St. 11. 448 if.; C. V. I. 118. 4). 124. C\ 102. 24). 192. 53 . 
272. 278. 2). 874. 876. 1). II. 16. 12). 897. — Aehnlich zu var, ral 
nehmen; F. W. 1078; F. Spr. 281. 368, Tobler KZ. IX. 244. 1). — 
Zweifelhaft Ebel KZ. IV. 162. 168. — B. Gl. 442a: har preJ^endere, for- 



— 903 — 

tasse cctgetOj nisi perti^iet cul var. — Christ Lantl. pg. 110: at(fi(o aus 
aysQio), äol. dygeco. - 19) Bnigman St. IV. 122 f. 174. 16). — C. E. 
539. 651. 561. 566; KZ. XIII. 399; C. V. I. 266. 26). — Misteli KZ. XVII. 
177. XIX. 120. — Zweifelhaft Ebel 1. c. (Anm. 18). — Zu var kreisen: 
Sonne KZ. XII. 365. — 20) Anders F. W. 165. 1066: „w»r verkehren, 
gesellt sein, lieben, wenn es überhaupt zu halten ist'S — Nach Lobeck 
Path. pr. p. 120 nur von o^og, — 21) Pott KZ. VI. 342: zu fäica volvo, 

— 22) Dies schon von Eust. 641. 63 erkannt. Vgl. Clemm St VIII. 93. 

— 23) Vgl. noch Meister St. IV. 401. — F. W. 181; F. Spr. 250; var, 
val sammeln aus rar wählen. — 24) Brugman St. IV. 174. 14). — C. E. 
349. 663; C. St. VI. 265 ff.; C. V. I. 177. 20). 258. 3). 261. 3). U. 26 f. 207. 

— Döderlein nr. 2274. 2278. — F. W. 1. c. (Anm. 1); F. Spr. 367. — 
Froehde KZ. XXII. 254. — Legerlotz KZ. VUI. 64. — L. Meyer KZ. 
XXIIL 55. 66. — Miklosich Lex. p. 56 s. v.: varovati se^ {cavere); vgl. 
ahd. hi'Wardn servare, goth. vars catUus, vards, ahd. war intentuSj war- 
ten curare. — 25) Vgl. noch Allen St. III. 247. 39). — Zu varg^ FcpY: 
Düntzer KZ. XII. 15, S. W. imd Seh. W. s. y. — Brugman St. VII. 279. 
16): möglich für x^^xog (kar krümmen, sich wölben) =■ ahd. harug^ 
ha nie, ags. hearg u. s. w. (eingehegtes Waldheiligthum , heiliger Hain). 

— - 26) L. Meyer KZ. XIV. 88 ff. XV. 23 f. : walurscheinlich cepu. — 
27) Schweizer- Sidler KZ. II. 71: „dürfte es nicht für fsgv-fiivo-s stehen 
und dann der ungewöhnliche Accent erklärbarer sein?" — 28) Vgl. auch 
Döderlein nr. 2293. — Savelsberg KZ. XVI. 369: aus *iQva%(o oder 
^vaxü). — 29) Vgl. noch Christ pg. 229. — Ahrens Jgvg pg. 47: W. 
sarv, apv, qv, — F. W. 170: ru ziehe heraus, reisse heraus; übertr. 
rette, schirme. — Leskien St. IL 119. 2): „über das noch nicht auf- 
pjeklärte Verhältniss von igvco zu (vo^ai können wir hinweggehen". — 
30) Anders Zehlicke über die homer. Epith. p. 72: zu oq-vv-^i; ovgog 
= Antreiber, Anreger, Ermunterer. — 31) Vgl. C. E. 142. 707; E. Curtius 
Pelop. II. p. 593; Meineke zu Steph. Byz. p. 275. — 32) Vgl. noch 
Froehde KZ. XXII. 264. - Düntzer KZ. XII. 3: in ufi-, nvX-, ^vg-mgog 
beruht der Accent auf falscher Analogie. — 33) Vgl. noch: Brugman St. 
IV. 166. Corssen KZ. X. 8. Curtius St. VI. 414. 2); V. L 117. 17). 
Dietrich KZ. XIV. 66. Ebel KZ. IV. 171. Meister St. IV. 374. 16). 
Windisch KZ. XXI. 426. — Ein eigenthümliches Bekenntniss macht Holtz- 
mann KZ. I. 488: „in meinem Ablaut habe ich versucht ogato mit aksM, 
iksh zusammenzubringen " (!). — 34) C. E. 362: vom Verwahren werden 
riXog, vallus ihren Namen erhalten haben. — Aehnlich Corssen B. 320, 
vgl. 1. 469. — Ebenso Brugman St. IV. 122 und F. W. 490. — Auch 
Christ pg. 232: mit Digamma. — Pape W. s. v.: „wahrscheinlich von 
«Vi". — 36) Brugman St. VII. 334. — 36) C. E. 261. — Zweifelhaft 
Schweizer- Sidler KZ. XI. 75. — Anders B. Gl. 23b: al arcere^ aufficere, 
Omare; fortasse lat. or-nare; dagegen 278a: bhüsh omare; orno abjecta 
initiali; respicias formam osnamentum apud Varr, et hornamentiMn pro 
fornainentum in mscr, apud Chruter. — Auch Klotz W.: osmen =■ orrw.- 
iiientum Varro L 1. 6. 76. [Ist 8 wirklich der illtere Laut, dann wäre 
wohl ornare zii vas kleiden =» ausschmücken, ausstatten zu stellen.] 
Näheres darüber wurde nicht gefunden. — 37) Vgl. Corssen KZ. III. 
259 f. - 38) F. W. 490: val winden, vali Thal =- Windung. - 39) Vgl. 
Corssen 1. c. (Anm. 1). — Anders Ebel KZ. V. 66: gar, gvar erhoben; 
vereri sich erheben. — 40) Froehde 1. c. (Anm. 32). — F. W. 428 und 
Spr. 94. 300: ark, alk wehren. 



— 904 — 

6) VAB ziehen, zerren; schleppen, furchen; reissei, 
zerreissen; zerbrechen; verwunden. Ehrweitert: Tsr-ky 
Tar-s. 

Tar. 

Fap, Fpa (das / vocalisiert «=) upa^\ — (*«»r-afi^ir-«) weg- 
nehmen, entreissen, rauben: (Imperf. Sg.) air-iiOp-tAiVy -a;, -a, 3. PL 
antivQwv n. 1. 430 [das zu t; gewordene / noch mit dehnender 
Kraft VJ; Aor. Part. {* aito-vQ-a-g) dnoup-a-c, Fut. Act. ästov^fi-covm 
(IL 22. 489); dazu Hes. Sc. 173 aTr-ov^-fievo^, oM-ov(faig Find. P. 
4. 149). 

Tar-k. 

FpaK*). — (fQOK'Bg) äoL ßoAc-og^ sonst ^k-oc ((ax-og Hei) 
n. abgerissenes Stück »=> Lumpen, Fetzen, Lappen, Runzeln; DenÜB. 
^m-uy-v n.; ^a%'tvog von Lumpen (Gloss.); ^a»-o-co zerreissen, zer- 
fetzen, (Med.) lumpig, runzelig werden, ^xm-öi-g t, das ZerreisMa 
u. s. w., ^9U0-fAa{x) n. Lumpenzeug (Ar. Ach. 407); ^axa-£c-ff, fat- 
ciöfig lumpig, zerrissen, zerfetzt, runzelig, (a»-eio-g id. (Hes.); 
ßifox'lai' T^xBig Tonoi (Hes.). — ^ax-ioL, ion. ^-/i^, f. BrandoBg, 
steiles Meergestade; Wellen des hochgehenden Meeres; (ttbertr.) Ge- 
töse, Lttrm; ßQOK-lai' tQtixsig tonoi (Hes.); §a»-slo-g abgerissen, 
abschüssig (id.). 

Fpax (ä zu y erweicht), FpiiT^). •— MT-vö-pi reissen, zer- 
reissen, zerbrechen, zerschmettern, durchbrechen, zersprengen, Med 
sich brechen, vom Zurückschlagen der Wogen (Iterat. des Lnperi 
^y-w-Cü^B II. 7. 141, Fut. ^Ico, ^^oiml^ Aor. li^^gor und ep. auch 
^^Ja, i^^rilcL'i»,y\v ^ ^^a-fii]v, Conj. ep. verkürzt ^^ofu^a IL 12. 
224, Aor. Pass. i^^ay-ri-v^ äol. evQay-ri = i-J^gay-ri; Perf. i^gtoy-a 
intrans. «= bersten, reissen, springen, (daher) los-, hereinbrechen, 
vom Unglück, (Trag.); Perf. KceT-e^§i]y6tag' dts^^y^vovg Hes., i^ 
^rix-a nur LXX); Nebenf. Q^aöco (spät, Ötrabo 7,3. 18. 11, 14.8, 
Theokr., Hippokr.). — Verbaladj. ^rjK-TÖ-c zerreissbar, verletzbar 
(%alxG9 IL 13. 323), a-^^xro-g, äoL ävQtjxxog^ vmzerreissbar , un- 
zerstörbar, unverwüstlich, ^(xr-ixo-g zum Zerreissen u. s. w. geh., 
geschickt, ^'^x-xrj-g m. Zerreisser u. s. w. (vom Erdbeben); (^lyy-n) 
pfi£i-c f. das Zerreissen u. s. w.; Riss, Ritz, Spalt; {Qtiy-fä-g Nom. 
ungebr.) Gen. priT-Miv-oc m. Wogenschlag, Brandung, Strand {^viyfug 
ist xvfia jiqom §r}yvv(uvov nach 11. 4. 425); pfiT-MCt(T) n. Riss, 
Ritz, Spalt, Bruch, Kluft (ij xccvcc x6 (irJTiog xov XQavficerog oiktin 
so oft Aledic), §riy-i^ f. id. (Galen und Hippokr.), Qriyficct-Ut-g 
Einer der einen Riss oder Absoess hat (Medio.) , Qtjyficex-ioSfig riss- 
artig, ritzig (= ^^lyfitcxlag Medic); (ßgriy-uc) BQijööa f. lesbisches 
Vorgebirge (E. M. 214. 7). — ^y^^-rjvcoQ Männer (d. h. Männer- 
schaarenj durchbrechend (homcr. Beiu. des Achilleus; nokafuaxtig 
ano xov dia(^yi<S<SSiv xag (paXayyag^ xicg xa^eig xüv avdgcäv Apoll. 
L. H.), (ri^-fivoQ-Cyi f. Männerschaaren durchbrechende Kraft (nur 



— 905 — 

Od. 14. 217); ^^l-HEkiv^og den Weg, die Bahn brechend, ^ri^l- 
voog herzbrechend, gti^l-xd-mv die Erde aufbrechend, spaltend. — 
paT (bei spät. Schriftstellern): {>Oif-r\, ^afa-c (aS-og) f. = §^y(Ji^, 
Demin. ^ccya6-io-v n.; ^y-ör}v rissweis, abgerissen, (übertr.) heftig, 
ungestüm, §ayd-aio-g reissend, (übertr.) heftig, hitzig, leidenschaft- 
lich, Qayöai6-rri-g {rrjT-og) f. Heftigkeit u. s. w.; ^ayo-n-g auf- 
gerissen, rissig; Qa^-ro-g abgerissen, abschüssig, jäh, schroff, ^ax- 
to-g m. ein abgerissener, abschüssiger Fels {fpccQayysg^ nixqai^ 
jciqixdQctv Hes.). 

FpaiY*). — ^u)H (^wy-oj) m. f. Biss, Spalt, Durchgang, Luke 
(Od. 22. 143); ano-^^io^ abgerissen, schroff, steil (axicr/ Od. 13. 98), 
Subst. f. abgerissenes Stück {Zxvyog vSaxog II. 2. 755. Od. 10. 514; 
a^ßQoaCrjg xal veKxccQog Od. 9. 359, Ausfluss, Ausbruch); überh. 
Spross {^Eqlvvodv Furiengezücht Ar. Lys. 811); dia-f^d^ durch- 
rissen, durchbrochen; ^ay-a-g (ad-05), ^csy-aX-io-g zerrissen, ge- 
spalten (böot. vQBiyccXiov' öu^^toyog^ / = v, ei böot. statt 1/); 
pu)Y-r|, ^(üy-^Yi^ ^iox'^iri f., ^wy-fio-j, ^%-^6'g (II. 23. 420) m., 
^(öy-fu)f(T) n. = ^y(i€c, 

val-k« 

FeX-K^). — ?X-K-ai ziehen, fort-, an-, auf-, hinab-ziehen, 
schleppen, schleifen (Hom. nur Präsens und Imperf. ?ilx-o-v, sonst 
i-ftXn- = ellxov, Fut. eA|oo, Aor. fßlja Sp.); hom. Nebenf. ^Xk-^-uj 
(Imperf. &xe-o-v 11. 17. 395, Fut. fAxij-tfovcrt, Aor. ^Axij-cre [wohl 
£Axi^-cr£ Od. 11. 580], Part. Pass. l^lxi^-^eZ-j); ^Xk-u-uj (Präsens nur 
Her., Aor. eJlxv-cra, fAxv-cre Batr. 234, Pass. «ßlxv-cr-Ot^-v, Perf. 
eCl-xv-xa, eßt-xv-cr-fi«*). — St. FcXk: Verbala<y. lAx-rio-^; IAxt- 
1%6-g zum Ziehen geh., hinziehend. — St. FcXrc: lAxiy-dov ziehend 
(ttvI t£ xai iXxfi66v im Faustkampf und im Bingen Hes. Sc. 302), 
iXari-trlQ-sg {nxiveg die ziehenden Eggen, Phan. 4), iXKfi-^-fAO-g m. 
das Zerren, Fortschleppen (IL 6. 465), sX^irj-^Qo-v n. ein Theil des 
Pflugs (Theophr.), fAxiy-|Lia(T) n. das Fortgeschleppte, die Beute 
(Eur. Herc. f. 568); iXxe-xlxmv gewandnachschleppend (Beiw. der 
lonier, IL 13. 685, h. Ap. 147), iXKBöl-nenXog id. (Beiw. der 
Tro^rinen, IL 6, 442. 7, 297. 22, 105, NtiQritg Nonn. 1. 103). 
— St. FcXku: lAxv-tf-T-ixo-ff = lAxrtxoj, iXxv-a-xi^Q {i^Q-og) m. 
Zügel, Werkzeug zum Herausziehen, sX^v-öi-g f. das Ziehen, Beissen 
(Sp.), iXKv-^-fio-g m. = iXuri^fwgj iX^v-a-fw-g m. = iXnvaig^ eX%v 
a'(Aa(x) n. = FAxt^fta, lAxv-cr-r/vda naC^eiv das Ziehspiel (wobei einer 
den andern über eine bestimmte Gränze zu ziehen suchte); {iXxv- 
6-ro-g) ^XKU-c-T<4-Z[ui zerren, schleppen, schleifen (nur Part. Präs. 
IL 23, 187. 24, 21 vom Schleifen des Hektor). — St. FcXk-cc: 
?Xk-oc n. Wunde, Geschwür; übertr. Schaden, Unheil, Demin. 
iXx-vÖQiO'V n.; iXTi-i^-st-g voll Geschwüre, iXx-coSi]g id., geschwür- 
artig; {^iXx-o-g) lAx-o-co Wimden, Geschwüre verursachen, übertr. 
eitern, schwären, iXucs-x-Mo-g Geschw. machend, ?Axo>-tfi-^ f. das 



— 906 — 

Yervundeii, die Eitenug« Sutm-pte-v) n. s^ 3x0^« 
= iUtntMog. — St. FoXk: öXs-rj t das Ziehen, der Zog; {im 
Ziehoi der Wagschaale »sj Gewicht, Wucht: 6Xk-o-c m. dft« is^hi», 
der Zug, du Fortschleppen. Kriechen, da« dorck Zidien Herar- 
gebrachte «= Furche, Spnr; das GeaigeBe, GeacUeppie; aU4f 
(A4j.) zidiend, schleppend: ohui4thg geuigen, ^«scfaieppt, (^tob 
•chleppenden Gange =) kriechend, schleichend; 6XK-d-c (ai-9s\ t 
Zngschiff, Lastschiff, Demin. ohuidHO-v n., olKuS-tmo-^ Ton der iit 
eines Z, olaa-jiB =s Iajco t Hes.« aneh: 2gi*ii«y y /• h ffHir larf 
ziehbar, dehnbar, zum Ziehen tauglich: oam-^v^ m. Zieher (Het.\ 
ahui/;4ö'V^ uol oJUnf-io-y« n. Holz unter dem Schiffe, an weKdien 
dieses gezogen wird: olxri-u-g ziehend, wuchtig (VSk, TherA 

FXo-K-j. — XoK-oc n., Xonc-i-c i/Ä-off) f. = ^«o^ <JP^- ^04 1, 
(iaxid-:f0) XmUi0 zerreissen, zerfetzen, laaua^ro^ zerrissen, icns- 
iui(x) n. das Abgerissene, der Fetzen (sreiUiir Enr. Tr. 497 L 



(a-/l4w) dXoE, dor. (o-J^iUnc) uiXot, t.=f-/oix) i-iSAx-cr («s aäflui) 
f. Furche, Ackerfurche, übertr. Ritze, Wunde *^) («^^U>| bei den IW. 
■B Ehebett, gleichsam das Saatfeld des Menschen^reschlediftfls)- 
tflox-, avlttK-lin furchen, ritzen, verwunden, crvlrnu-tf-^MH^ m. dis 
Furchen TSp.), ovAox-o-ci-^ gefurcht (Sp.); lakon. i-JvUour «* cv- 
Itfxa Pflugschar (vgL a(fyvQia svXaxa tvla^iv Thuk. 5. 16). 

FXuk: Xük-o-c m. (Zerreisser =) Wolf (bei Hom. oft Sinn- 
bild der <ner und verwegenen Wildheit) *\ Arx-eio-^ wölfisch, Ivx-iiu. 
XvM'ti (U. lU. löO«, contr. kvnij lerg. doQce) WoUsfell; Ivxo-^a wie 
ein W. anfallen, zerreiseen «rwi/ rr^o/^aro)!' kiXxyTuofUva Xen. K\t. 
M. :j. 16», Xvxrf-^ov nach Wolfsart l Aesch. frg. 30 >, Ai^xo-ei^ij;. 
Avx6)<)i}g wolf's-Shnlich , -artig; XvTiidev-g m. der junge Wolf; Ivx- 
aiva, XvTimV'l-g (id-og) f. Wölfin, Avxaivi-g Frauenname; (a^iudo 
= agna) 'j^g^a-Xvno-g m., 'AgTta-Xvuri W Personenname. 

Xrf (a zu I geschwächt und x zu y; vgl. ygaß-dviv^ x^vß-dt^v, 
xvßda^. — \if-br\w ritzend, streifend, dTTi-Xi^-biiv darüber ritzend, 
hireif'end'*; inur II. 17. 599. Od. 22. 278 und letzteres auch Luc 
Nigr. 36; Schol. Xlyör^v' uxQo^iywg. iniXi^ai' inirlfavaai iTrmoXaiag). 

var-H-'j. 

F€p-c. — d7TÖ-F€pc-€ (defect. ep. Aor.) riss foi-t, schleppte 
fort Ol. ö. 348, Conj. anoigari IL 21. 283, Opt. aTto-igaM ibd. 
329)*";. — (fega-ü)) 6fip-uj sich packen, fortmachen, (überhaupt) 
wandeln, gehen") (nur Präs. Part, i^gcov^ Schol. ad II. 18. 421 6ta 
xiiv itoXoTfixa inax&mg ßadiiav. Imperat. i^^e packe dich, fort mit 
dir; Put. i^g-i^-ato^ Aor. ij^g-ri-aa). 

F€p-u-c (u irrationaler Vocal nach dem Dauerlaute g). — 
(Sigva-tai) epü-ui, {i-J^gv-a) eipu-ui (ion. und poet., nicht in att 



— 907 — 

Prosa) ziehen, reissen, ab-, ent-reissen, schleppen, schleifen, zerren 
(Präs. Inf. slQV'fUvai Hes. Op. 818; Aor. sl^v-as^ ef^va-öe^ igvö- 
aa'fi€Vj iQva-aa-Vj Imper. iovc-aa-te^ etQV'ifo-v Soph. Tr. 1034, 
Conj. verkürzt igva-ao-fuv (hom. 6 mal), Opt. i^-aat-fu, Inf. iqv' 
öaij igvc-cai; Med. Präs. Inf. iQv-B-ffd'at , Fut. i^va-ao-fuec^ Aor. 
elgv-öa-fATiv^ ilgvc-Ca-xo ^ iqvc-iSa'XO (llmal), iQva-aa-fUvog (l8mal); 
Fut. ohne <r igvovai II. 11, 454. 15, 361. 22, 67; Plusqu. Bigv-ro 
Od. 22. 90) [„formell ist der Unterschied von i^ „schützen" pg. 898 
sehr gering; die Verschiedenheiten laufen darauf hinaus, dass igv 
^.schützen" fast nur im Medium vorkommt und allein Formen mit 
V vor <T besitzt" Curtius St. VI. 266]; Verbaladj. igvc-to-g (igvota 
lUpYi Soph. Ai. 730 D.), igvo-xrig (rij^-oj) m. Zieher (Nik. AI ^63); 
igvö-fw-g' Ttoksfiog (Hes.); igvc-agfuct- wagenziehend (-eg Tnnot II. 
16. 370, -ag innovg ibd. l5. 354), igvoiSgii t/;iJxT^a der das Haar 
durchziehende Pferdestriegel (Philod. 27). — {iva = dv + /f^vö-co, 
cJv-/ f^v-oö , ci'J^ZQV'fa^ it-vBQV'(o) auepu-Uü zurückziehen {vBvqr^v H. 
8. 325, = umbrechen axrilag IL 12. 261); bes. alDSoL: den 
Kopf des Opferthieres zurück- oder emporziehen, dessen Kehle ab- 
geschnitten werden soll II. 1, 459. 2, 422 (Hom. nur Präs. Part, 
cLVEQVfov^ Imperf. 3. PI. aviqvo-v^ Aor. 3. PI. avigv-Ca-v ^ dann 
avtgvxi Pind. Ol. 13. 81 Sehn.)'*). 

(ftgvg^ S3nikopiert) Fpuc {^gv), — ^ü-TÖ-c herbeigeschleppt, 
herbeigeschleift (Od. 6, 267. 14, 10); Subst. n. PI. Zügel (^a 
lakaCvBiv Hes. Sc. 308). — ^öc-ö-c (poet.) zusammengezogen = 
durchfurcht, verschrumpft, runzelig (Aixal II. 9. 503)^^), ^vöo-xti-g 
(xriX'Og) f. Runzligkeit, §v06'(o runzeln, gvcm-xo-g gerunzelt, ^vCio-a^-g 
f. das Bunzeln; ^vca-ca^ §vcalv(o = gvöoco^ ^ori-fia(x) n. Runzel, ^tf- 
cck-io-g^ Qva-dSrig ^'^ §vc6g, — ^u-T-l-c (x-CS-og) f. = §v6ri(ia, ^vxl-^ia 
(CtIoss.), §vxiS-6-ai = ^60(0^ §vxCS(o-<St'g f. = ^Ocoötg, ^vxUl(o-fU)t(x) 
n. das Gerunzelte, ^iS-cidrig = ^vcdörig. — ^öc-io-v n. das Weg- 
geschleppte, Raub, Beute (ü. 11. 674, Aesch. Ag. 535 D.), das 
durch Pfand Weggenommene (xb ivlna ivexvgov KaTE%6fUvov Hes.); 
^vata-ioD wegziehen, wegreissen (Trag.), abpfänden (iviivga kafi- 
ßav(o Suid.). — ^ö-Tr|p (xrJQ-og) der Ziehende = Spanner des 
Bogens und (Schneller) der Pfeile, PI. Lenkseile (die am Zaume 
befestigten Riemen, die der Wagenlenker in der Hand hält, II. 
16. 475, vgl. Ap. Rhod. 3. 1237 ^vxrJQag dh x^Qoi^v fjjfv); fi5-Tw^ 
(xoQ'Og) m. id. (iQvcioiv xo^cav Apollo, Ar. Thesm. 108). — ^üc- 
^ö-c m. Zug, Ausdehnung, bes. Landstrich (tractus). — ^ü-^ö-c m. 
Zughok, Deichsel (= ^i^Q'y die gezogene Furche); ^v-(jLa{x) n. 
das Ziehen, der Zug = Bogensehne, Zugseil. — (*^a-xo-g) ^uc- 
ja-lix) (ep. Frequent.) hin- und herziehen, schleppen, schleifen; 
herumzerren, misshandeln (iQVfSxaiev dibcev Hes.), ^vcxcm-xv-g f. 
das Herumzerren, Misshandlung (nur O* "^ ""4), ^cxay'fuc(x) 
n. id. (Lykophr. 1089). 



— 898 — 

Getümmel, Kriegsgetümmel ^) , bfuXa-, ofuXfi-dov schaarenweiBe; 
ö|iiX-ia f. das Zusammensein, Gemeinschaft, Umgang; ofuX-i-m Zu- 
sammensein, Gemeinschaft, Umgang haben, umgehen, verkehren; 
im feindlichen Sinne: zusammentreffen, handgemein werden, käm- 
pfen, ofulff^o-g mit dem man umgehen kann, ofuXtir-ixo-g gesellig, 
umgSnglich, ofulti-n^-g m. Gesellschafber, Zuhörer, Schüler, fem. 
ofulfi'tQ-lccj "l-g (IS-og), of«£li}-fuif(T) n. Gegenstand der Unterhaltung, 
Verkehr. — (J^bI^q) elX-ap n. (nur Hom. und nur Nom. Acc. tt 
7, 338. 437. 14, 56. 68. Od. 5. 257) Umhegung, Schutzwehr 
(xviutxog gegen die Woge). — (fok =) ovk: ouX-ajuö-c m. Ge- 
dribige, Gewühl, Getümmel, Schaar (Hom. stets avdgmv II. 4, 251. 
273. 20, 113. 379)*^); spftter: Reitergeschwader (vgl. yoXapo; 
Hes.). — (ih-J^oX) ii'Ov\r\'C Sl%fi Process wegen Aussperrung, Ver- 
drängung von seinem Eigenthum, von Benutzung des zustehenden 
Rechtes. — (a copul.**) {a-J^oX-v-igy d-oX-X-iic zusammengedrängt, 
dichtgedrängt, in Haufen, in Menge (sehr offc bei Hom., seltener 
bei den Folg.), aolXi-im versammeln, zusammenbringen (Aor. Hom. 
aoiUU-tfa, aoÜAtf-^-v), ioXkri-dov = Ikriöov (Sp.); ä-€XX-rjc id. 
(nur n. 3. 13 xavüfaXog cS^wr' aBkXtjg Staubschwall, Staubwirbel), 
contr. (a — = a) dX-rjc (oft bei Herod., auch Hippokr.). 

FaX -» äX^). — &Xic Adv. dichtgedrängt = angehäuft, 
haufenweis, zahlreich, hinlänglich, genug. — dX-ia f. Versammlung 
{akuila f. id. Schol. Eur. Or. 896), aU-^o) versammeln; f|Xi-aia f. 
-Name des Geschwomengerichtes in Athen (6000 Richter, 600 an« 
jeder der 10 Phylen, zerfallend in 10 Abtheihmgen zu 500, s-^ 
dasB noch 1000 Ersatzmänner blieben), fikia-xo-g die Heliaia den 
Gerichtshof betreffend, tihcc-^G) ein Richter in der H. sein, ^lia- 
a-t'q-g m. Richter in der H., ijAia-a-r-txo-g den R. in der H. be- 
treffend, iikia-av-g f. das Ricbteramt und die Gerichtssitzung in der 
Heliaia. 

dX-u (/ geschwimden). — äXu-ci-c f. Kette, übertr. BedrSng- 
niss, Abspernmg, Demin. ockva-lÖLo-v^ -bIölo-v n., cikvaid-o-o} keiien 
anketten (Sp.), ockvaiÖcD-ro-g d'd^a^ Kettenpanzer; akv-G-fjw-g m. Be- 
drängniss, Bangigkeit, ikiaficidrig ängstlich (Hippokr.). 

D) Wehren = wahren, hüten, schützen. 

var^*). 

Fep, Fep-K. — (St. J^eg-n-Eg) ?p-K-oc n. geschützter, umhegter 
Ort, Gehege, Haag, Zaun; Hof, Vorhof, Gehöft; übertr. Schutz, 
Abwehr ^^), Demin. iq%-lo-v n.; i^-eto-g^ att. SQK'Sio-g^ das Gehe^'f 
u. 8. w. betreffend; Beiw. des Zeus: hausbeschützend (der als 8<>I 
eher einen Altar im Vorhof hat) {b^zioi === penafes D. Hiil. 1. 67 1: 
^pK-dvTi f- = ?Q^og (Themist. 23); iQyc-iTt}-g m. ein Knecht auf 
dem Gehöft, auf dem Lane (Ath. 0. 207. c). 

F€p-u. — St. dpu, ion. ep. auch (i-J^iQv^ i-J^gv) elpu wahren, 
hüten, schützen, schirmen (3. PI. dQVHnai und a'^v-or' II. 4. 248, 



— 899 — 

Inf. iQv-a&ai^ BV^v-a^at^ Imperf. 2. Sg. iQv-co^ 3. Sg. eÜQv-tOy ?(w-to, 
3. PL eIqv-vtoj ion. elQv-aro; Aor. i(w-<ra-To, i^^acero IL 15, 290. 
20, 194. Od. 1. 6, Fut. i^-a<serai; iQv-to im pass. Sinne Hes. Th. 
304; vgL dpüui pag. 906 f.*^). — fpu-^a(r) n. Schutz, Schutzwehr, 
Schirm (xQoog IL 4. 137), Demin. igvficir'io-v n.; igv-a-fAü-g m. = 
£i9t;fc(y (iTtfiXvalrjg nokv7ti]fwvog h. Cer. 230). — (iQv-fuvoj Part, zum 
Adj.) dpu-^vö-c befestigt, geschützt"), iQV(iv6-rrj-g (vrfc-og) f. Be- 
festigung, Festigkeit, iqv^v6-(o fest machen (E. M.), i^^vi-o-^uii = 
iQVfAvoofiai (Suid.). — '€pu-^av0o-c (vgL Berg,* Burg von Bergen) 
ra. hoher Gebirgsstock an der Gränze von Arkadien, Elis und 
Achaia (Od. 6. 103), jetzt Olonos. — iov-öl-TcrolL-g stadtschirmend, 
Beiw. der Athene (D. 6. 305, Bekk. 11. ^ölnrohg), 

Fepu-K: dpu-K-uü (meist poet.) abwehren, abhalten, zurück-, 
auf-, fest-, an-halten, hemmen; Med. sich zurückhalten, verweüen*^) 
(Imperf. bei Hom. stets ohne Augm. i'QWie^ Aor. ^'(w^a, ?Qv^a; 
dazu Aor. ^J-^qv^'J-aqn^ * ftqv%-J-ct% = iJ^vx-crx-o-v, ^^vx-ax-f, Inf. 
iQV'm%iuv